Robert Feustel's research while affiliated with Friedrich Schiller University Jena and other places

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Drogen und ihre Effekte haben beständig Einfluss auf Zeitwahrnehmungen und Gedächtnisfunktionen. Der Beitrag kartografiert verschiedene kulturgeschichtlich überlieferte Versionen dieser Verknüpfung. Eine breite Palette zeigt sich: Von Rauscherfahrungen als Zugang zum absoluten Gedächtnis bzw. zum Unbewussten bis zum restlosen Gedächtnisverlust, vom...
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Rechte Orientierungen und Diskurse haben eine räumliche Dynamik. Das Problem lediglich in strukturschwachen Regionen, im ländlichen Raum oder in benachteiligten Wohngebieten zu verorten, ist jedoch verkürzt, reproduziert Stereotype und liefert kaum Erklärungen. Denn soziale und räumliche Kontexte bedingen nicht nur Verhalten und Einstellungen, sond...
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Rechte Orientierungen und Diskurse haben eine räumliche Dynamik. Das Problem lediglich in strukturschwachen Regionen, im ländlichen Raum oder in benachteiligten Wohngebieten zu verorten, ist jedoch verkürzt, reproduziert Stereotype und liefert kaum Erklärungen. Denn soziale und räumliche Kontexte bedingen nicht nur Verhalten und Einstellungen, sond...
Article
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Using discourse analysis, the paper argues that the far right naturalises their ongoing insistence on anti-migrant shielding and expulsion based on juridical, and physical patterns. This rhetoric suggests a realistic and objective position and helps repelling political or ethical critique as naive and unworldly. Informed by political theory, an inv...
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Die Frage, ob und wenn ja wie mit Rechten zu reden wäre, ist gegenwärtig einigermaßen prominent. Dass der Versuch, rechte Akteure argumentativ umzustimmen oder zu überzeugen, wenig erfolgversprechend ist, hat sich zudem herumgesprochen. Doch was heißt das für die Forschung? Der Beitrag diskutiert kritisch die Möglichkeiten und Grenzen empirischer S...
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Ausgehend von der Kontroverse zwischen klassen- und identitätspolitischen Erklärungsmustern für den gesellschaftlichen Rechtsruck umreißt der Beitrag die Bedeutung raumbezogener Differenzierungen für die Ausbildung und Stabilisierung rechter Orientierungen. Damit einher geht die Klärung der im Gebrauch befindlichen Begriffe Extremismus, Rechtspopul...
Book
Die Beiträge dieses Bands kartographieren das soziologische und kulturwissenschaftliche Feld in Bezug auf Drogen und die mit ihnen verbundenen sozialen, gesellschaftlichen und politischen Praktiken. Der Inhalt • Kulturgeschichtliche Zugänge zu Drogen und Rausch • Drogen und Sucht • Theorie der Drogen: Soziologische und kulturwissenschaftliche Pers...
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Rausch gilt als existentielle Erfahrung, deren Geschichte so alt ist wie jene der Menschheit selbst. Es stimmt zwar, dass der Konsum von Alkohol und anderen Drogen auf die eine oder andere Weise immer schon stattgefunden hat. Entsprechende Erfahrungen allerdings als Rausch zu deuten, ist eine Erfindung jüngeren Datums. Erst mit der Aufklärung entwi...
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Mit dem zweiten Summer of Love 1988 erlebten Drogen, allen voran LSD und Ecstasy (MDMA), eine Renaissance. Kurz schien es, als würden sie erneut Teil einer rebellischen Gegenkultur, in Kombination mit Techno, Rave und langen Nächten. Allerdings zeigte sich recht schnell, dass die neue Jugendkultur weniger im Aufbruch begriffen war. Vielmehr dienten...
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Das Thema Drogen provoziert. Gleich ob in den Wissenschaften, in der Politik, in den Medien oder in privaten Gesprächen, wenn es um Drogen geht, steigt der Erregungspegel. Meist werden ihre Gefahren dramatisch beschworen, weit seltener wird ihr Genuss- und Erkenntnispotential gefeiert, nur gleichgültig steht ihnen fast niemand gegenüber.
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Rausch gilt als existenzielle Erfahrung, deren Geschichte so alt ist wie jene der Menschheit selbst. Es stimmt zwar, dass der Konsum von Alkohol und anderen Drogen auf die eine oder andere Weise immer schon stattgefunden hat; entsprechende Erfahrungen allerdings als Rausch zu deuten, ist eine Erfindung jüngeren Datums. Erst mit der Aufklärung entwi...
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Rausch gilt als existenzielle Erfahrung, deren Geschichte so alt ist wie jene der Menschheit selbst. Es stimmt zwar, dass der Konsum von Alkohol und anderen Drogen auf die eine oder andere Weise immer schon stattgefunden hat; entsprechende Erfahrungen allerdings als Rausch zu deuten, ist eine Erfindung jüngeren Datums. Erst mit der Aufklärung entwi...
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Michel Foucault's connection of power and subjectivity has been an influential tool for analyzing and criticizing modern societies. However, there is reasonable doubt concerning the question if knowledge and power are still linked the way Foucault described it. Hasn't there been a major epistemological shift resulting from discourses formed by cybe...
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Bis Ende der 1950er bzw. Anfang der 1960er Jahre hat sich also die anfänglich diffuse Aufbruchstimmung zu einer jedenfalls oberflächlich geschlossenen Erzählung ausgewachsen. Als Mittel zur psychelischen Erweckung war LSD zu einiger Bekanntheit gelangt, die kybernetischen Modelle haben die Räume der Macy-Konferenzen in Richtung Popkultur und Alltag...
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Während die Beats also noch „unterwegs“ sind, ist LSD in den Psychiatrien und psychotherapeutischen Behandlungszimmern schon eine große Nummer. Zwar zeigen sich erste Risse, die deutlich machen, dass LSD-Rausch und Wahnsinn (genauer: Schizophrenie) vielleicht verwandt, aber wahrscheinlich nicht identisch sind und die langwierige Forschung keine Abk...
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Was sozialgeschichtlich und politisch die Entwicklungen einrahmt, steht auf einem anderen Blatt. Die revolutionäre Euphorie jedenfalls zerbricht in recht kurzer Zeit nicht zuletzt an einer seit dem Frühjahr 1966 losgetretenen Propagandamaschine gegen LSD, mit dem Argument, es führe bei den meisten Nutzern zu genetischen Folgeschäden oder zum Wahnsi...
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Mitte der 1990er Jahre ist Timothy Leary ergraut, etwas zittrig, mit einem Wort: alt. Aber nicht müde. Noch immer predigt er eine neue, ganz andere und viel bessere Welt, die vor uns stehe, so nah und dennoch nicht erreichbar. Während er früher in einem bewegten Leben den Schlüssel zu dieser neuen Welt im LSD, in der Droge schlechthin, sah, sind es...
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Die Geschichte beginnt auf einem Fahrrad. Die Welt wird plötzlich bunt und dreht sich; die Wahrnehmung gerät aus den Fugen. Am 16. April 1943 muss der Schweizer Chemiker Albert Hofmann seine Arbeit im Labor abbrechen, weil ihm schwindelig wird und er Angst hat, die Kontrolle zu verlieren. Er begibt sich umgehend auf den Heimweg, auf dem (so die Erz...
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Keseys „Anzug aus Strom“, seine zweite Haut aus Elektrizität, bringt die Sache auf den Punkt. Dank LSD löst sich die Grenze des Subjekts, so die weit verbreitete Annahme, tatsächlich und in Wirklichkeit auf und lässt eine Erfahrung zu, die aus dem alten, verbohrten Menschen den neuen Informationsknoten macht, von dem Leary träumt und dem er viel sp...
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Rausch gilt als existenzielle Erfahrung, deren Geschichte so alt ist wie jene der Menschheit selbst. Es stimmt zwar, dass der Konsum von Alkohol und anderen Drogen auf die eine oder andere Weise immer schon stattgefunden hat; entsprechende Erfahrungen allerdings als Rausch zu deuten, ist eine Erfindung jüngeren Datums. Erst mit der Aufklärung entwi...
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Nicht zuletzt Christian Pfeiffer hat mit seiner berühmten und theoretisch eher fragwürdigen „Töpfchenthese“ einen tiefgreifenden, psychischen Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschen zu markieren versucht.1 Die „Ossis“ seien aufgrund ihrer kollektiven bzw. gruppenbezogenen Sozialisation mangelhaft individualisiert und würden deshalb – zumindest...

Citations

... Während soziologische und politikwissenschaftliche Wahlforschung der Frage "Wer wählt wen und warum?" nachgeht, erweitert die Wahlgeographie die Analyse um eine räumliche Dimension, indem sie räumliche Muster in Wahlergebnissen herausarbeitet (Taylor und Johnston, 2015;Ante, 1982). Gegenstand deutschsprachiger Analysen rechter Wahlerfolge, insbesondere der AfD, sind Disparitäten zwischen Ost-und Westdeutschland sowie zwischen Stadt und Land (Bernet et al., 2019). Im Kern geht es darum, räumliche Differenzen in demographischen, sozialen oder ökonomischen Faktoren zu identifizieren und so die Komplexität räumlicher Muster im Wahlverhalten und deren soziale Ursachen herauszuarbeiten (Geilen und Mullis, 2021). ...
... Most of the existing historiography focuses on trajectories in English-speaking countries. In contrast, research into the history of drugs and addiction in the German-speaking context often concentrates either on the nineteenth and earlytwentieth centuries or on aspects of cultural history (e.g., Feustel, Schmidt-Semisch, & Bröckling 2019). The role of the Max Planck Society (MPS)-one of the largest and most influential research societies in German-speaking countries-and of individual institutes such as the MPIP have been largely neglected. ...
... Bestimmungsmerkmal von Substanzkonsum "Vergnügen" ("pleasure") beim Konsum psychoaktiver Substanzen ist zentrales Thema, dafür als Begriff überraschend gering und wenig beachtet in der wissenschaftlichen Literatur. Historisch bedingte Besonderheiten des Wissenschafsdiskurses spielen hier eine Rolle (Feustel 2016;Walter 2016). Nur eine Handvoll Studien beschäftigen sich spezifisch mit substanzbezogenem "Vergnügen" ("pleasure") (Kennett et al. 2013;Moore 2008;Valentine und Fraser 2008). ...
... "Mikropolitische" 2 Perspektive auf psychoanalytische Literatur Feustel (2013) betrachtet in einem theoretischen Aufsatz Diskussionsmuster psychoanalytisch orientierter Literatur zum Thema DDR seit 1990, die wesentlich einem psychotherapeutischen Diskussionsfeld entstammen. Auf der einen Seite sieht er prominente Deutungen über kollektiv prägende Faktoren auf die Psyche der DDR-Bürger*innen, von denen der Gefühlsstau von Maaz (1990) den prominentesten Vertreter darstellt. ...