Rainer Tölle's research while affiliated with University of Münster and other places

Publications (66)

Chapter
Epidemiologie. Ohne die relativ kleine Gruppe von Menschen mit Intelligenzminderung infolge fassbarer organpathologischer Befunde (s. u.) entspricht die Verteilung der Intelligenz in der Bevölkerung der Gaußschen Kurve. Ungefähr 2/3 der Bevölkerung weist einen mittleren Intelligenzquotienten (Mittelwert ±15%) auf. Je ca. 14% liegen darüber (überdur...
Chapter
Klassifikation. Die amerikanische Klassifi kation DSM-5 unterteilt die Symptomatik nach fünf Typen: Liebeswahn, Größenwahn, Eifersuchtswahn, Verfolgungswahn, somatischer Typ (körperbezogener Wahn).
Chapter
Hirntraumata werden hauptsächlich vom Chirurgen und Neurochirurgen behandelt. Der Psychiater sieht selten die akuten Krankheitsbilder, eher die Folgeerscheinungen, auch als Gutachter.
Chapter
Epidemiologie. Das Krankheitsbild ist traditionell bei Betrachtung der Prägnanztypen als selten eingeschätzt worden (4,5 auf 10.000 Kinder mit Überwiegen der Jungen 4:1).
Chapter
Affektive Psychosen (früher: manisch-depressive Krankheiten) sind seelische Erkrankungen, die hauptsächlich mit Störungen von Antrieb, Stimmung und Gefühl einhergehen und sich in polar entgegengesetzten Formen äußern können: als Depressionen vom melancholischen Typ oder/und Manien. Sie verlaufen in zeitlich abgesetzten Phasen (Episoden), die in der...
Article
Psychiatrie umfaßt die Diagnostik, Therapie und Prävention der seelischen Krankheiten des Menschen einschließlich deren Erforschung und Lehre. Weil bei diesen Krankheiten die seelischen Störungen mit körperlichen Symptomen verbunden sein können und mehr noch weil psychische und soziale sowie somatische Bedingungen an der Entstehung beteiligt sind,...
Chapter
Die heute Schizophrenien genannten Psychosen sind seit dem Altertum bekannt und wurden immer wieder unter zahlreichen verschiedenen Namen beschrieben. Erst 1896 gelang es Kraepelin (Abb. 3), hinter der großen Vielgestaltigkeit der Symptomatik gemeinsame Merkmale zu erkennen und ein Krankheitsbild herauszuarbeiten, das er Dementia praecox nannte. Zu...
Chapter
Wenn bestimmte charakterologische Merkmale dominieren und dadurch erhebliche Störungen im Erleben oder in den Umweltbeziehungen eintreten, so spricht man von abnormer und psychopathischer Persönlichkeit, besser aber von Persönlichkeitsstörung (personality disorder). Die amerikanische Psychiatrie definiert: Persönlichkeiten, die (1) in ihrem Bemiihe...
Chapter
Geisteskrankheit, Verrücktheit, Irresein oder Wahnsinn sind einige der zahlreichen Bezeich nungen derjenigen Psychosen, die heute Schizophrenien genannt werden. Sie sind seit dem Altertum bekannt und wurden immer wieder unter zahlreichen verschiedenen Namen beschrieben. Erst 1896 gelang es Kraepelin (Abb. 3), hinter der großen Vielgestaltigkeit der...
Book
Der Lehrbuch-Klassiker zur Psychiatrie hat bereits Generationen von Medizinern die grundlegenden Gedanken der Psychiatrie ausgewogen und umfassend vermittelt. Die 15. Auflage wurde den Fortschritten der Psychiatrie entsprechend überarbeitet und ergänzt, neue wissenschaftliche, medizinische und praktische Erkenntnisse hinzugefügt. Neu hinzugekommen...
Chapter
In diesem Kapitel werden einige für den Psychiater wichtige deutsche Gesetzesbestimmungen zitiert und teils kurz kommentiert. Zu den gesetzlichen Bestimmungen in Österreich und in der Schweiz siehe Venzlaff/Foerster: Psychiatrische Begutachtung. Die speziellen Gesichtspunkte wurden in den einzelnen Krankheitskapiteln besprochen.
Chapter
Die Psychiatrie verfügt heute über eine Reihe wirksamer Somatotherapien, nämlich verschiedenartige Psychopharmaka und weitere Behandlungsmethoden. Historisch ist die psychiatrische Somatotherapie jünger als die Psychotherapie. Die allgemeine Ausbreitung der Behandlungsmethoden fällt aber in die gleiche Zeit, beginnnend in den 50er Jahren. Psychothe...
Chapter
Störungen der Sexualfunktionen und des Sexualerlebens kommen bei zahlreichen psychischen Krankheiten vor, sowohl bei Neurosen als auch bei Psychosen und organischen Hirnkrankheiten. Im Bereich der neurotischen Entwicklung können Störungen des Sexualerlebens einerseits zu den Entstehungsbedingungen neurotischer Syndrome gehören, andererseits Symptom...
Chapter
Epidemiologie. In den Ländern der alten Bundesrepublik suizidieren sich jährlich 10 von 100000 Frauen und etwa doppelt so viele Männer; in den neuen Bundesländern liegt die Suizidrate noch einmal 50% höher; das sind insgesamt weit mehr als vergleichsweise die Verkehrstoten. Nach Schätzungen der WHO sterben weltweit jährlich knapp 1/2 Mio. Menschen...
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Psychische Störungen im Alter wurden in mehreren vorausgehenden Kapiteln besprochen. Hier geht es um die organisch-psychischen Störungen im Alter, nämlich um die Altersdemenzen.
Chapter
Epilepsien (anfallesleeiden) zeigen sehr verschiedenartige Syndrome und Verlaufsformen. Sie äußern sich in epileptischen Anfällen unterschiedlicher Art und in psychischen Störungen.
Chapter
Die Patienten kommen mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen und Erwartungen zum Psychiater, manche mit Vorurteilen, viele mit Angst. Anlass zur Konsultation sind häufig Störungen oder Erlebnisse, die der Patient als beschämend empfindet. Er steht in einem Konflikt: es ist ihm peinlich, über das, was ihn bedrängt, beunruhigt oder ängstigt, über Pe...
Chapter
Während bei den bisher beschriebenen Krankheiten neben anderen Entstehungsbedingungen auch hirnorganische Faktoren ätiologisch zu berücksichtigen waren, handelt es sich in diesem und den folgenden Kapiteln um psychische Störungen, die allein oder überwiegend auf nachweisbare Hirnschädigungen oder Hirnfunktionsstörungen zurückzuführen sind. Die Ursa...
Chapter
Diese, Gruppierung, die ungefähr dem Kapitel F4 in ICD-10 entspricht, umfaßt eine größere Anzahl unterschiedlicher Störungen, die eine Gemeinsamkeit erkennen lassen: im multifaktoriellen Enfstehungsgefüge treten psychische faktoren deutlich hervor. Was hierüber zu erklären sein wird, ist auch bie anderen psychischen Störungen zu beachten. Deshalb u...
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Geistige Behinderung ist eine angeborene oder früh erworbene Intelligenzminderung, verbunden mit mangelhafter Differenzierung der Persönlichkeit. Ältere Bezeichnungen sind Schwachsinn und Oligophrenie. Die Ätiologie ist sehr unterschiedlich. Bei einem Viertel der geistig Behinderten treten psychische Krankheiten auf.
Chapter
Psychoreaktive und psychosomatische Störungen machen in diesem Lebensabschnitt den weitaus größten Anteil seelischer Erkrankungen aus, auch verglichen mit den altersbedingten Hirnkrankheiten, Dabei treten aktuelle Belastungsreaktionen und Konfliktreaktionen mehr in den Vordergrund als chronische neurotische Störungen, die in früheren Lebensabschnit...
Chapter
Voraussetzungen der psychiatrischen Behandlungen sind die eingehende Kenntnis der Krankheiten, die sorgfältige Untersuchung und eine möglichst genaue Diagnose. Das ist nicht so selbstverständlich, wie es klingt: es genügt nicht, von leicht beschreibbaren Merkmalen auszugehen, sondern es ist auch unter psychodynamischen, psychosozialen und psychosom...
Chapter
Die beschriebenen Untersuchungen dienen dem möglichst genauen Erkennen und Identifizieren einer Krankheit, was Diagnostik genannt wird. Das Ergebnis dieses Prozesses ist die Diagnose.
Chapter
Steht man einem Wahnkranken gegenüber, so ist die Diagnose i. allg. nicht svhwer zu stellen, Irrtümer sind relativ selten. Wenn man aber definieren soll, was Wahn ist, stöößk man auf erhebliche Probleme. Es gelang keine befriedingende Definition des Wahns. Es ist sehr schwierig, Wahn in einer allgemein fültigen, wissenschaftlich exakten formulierun...
Chapter
Die psychiatrischen Institutionen und Organisationsformen wurden in der Bundesrepublik von ungefähr 1970 an grundlegend verändert; das ist in der Bevölkerung noch wenig bekannt, die weithin an veralteten Vorstellungen festhält. Nachdem in den speziellen Kapiteln bereits auf Einzelheiten der psychiatrischen Versorgung eingegangen wurde, wird hier ei...
Chapter
Unter praktischem Aspekt, ausgehend von Syndromen, soll hier in Ergänzung der Krankheitskapitel die Notfalltherapie zusammengestellt werden. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, wird durch Randziffern auf die entsprechenden Textstellen hingewiesen.
Chapter
Vorbemerkungen. Bei Kindern und Jugendlichen haben psychische und soziale Umweltbedingungen einen höheren Stellenwert als bei Erwachsenen; denn diese Bedingungen nehmen neben denen der genetischen und erworbenen Anlagen an der Entwicklung teil und bilden den Erfahrungshintergrund, der das Kind in seiner Beziehung zur Umwelt und in seinem Verhalten...
Chapter
Von Geburt an bestehende oder innerhalb der ersten 2½ Lebensjahre auftretende psychische Störungen, die sich durch ein chairakteristisches Symptomenbild von angeborener oder früherworbener geistiger Behinderung unterscheiden und im wesentlichen irreversibler Natur sind, bezeichnet man als frühkindliche Psychosen, deren wichtigste der frühkindliche...
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Familienuntersuchung: Da einzelne psychische Krankheiten offensichtlich familiär gehäuft auftreten, wurden systematische Familienuntersuchungen durchgeführt, die diesen Befund bestätigten, und zwar sowohl im Vergleich mit Kontrollgruppen Gesunder bzw. mit der Normalbevölkerung als auch im Vergleich mit anderen psychiatrischen Diagnosen. Damit war e...
Chapter
Schwere Belastungen können psychische und psychosomatische Störungen zur Folge haben. Dabei ist stets zu berücksichtigen, welche Persönlichkeit mit welcher Vorgeschichte und Belastbarkeit bzw. Verwundbarkeit (Vulne-rabilität) von einem Belastungsereignis betroffen wird, Das gilt für praktisch alle Krankheitsbilder der Psychiatrie, deren Benennung u...
Chapter
Als Sucht wird ein begierig-dranghaftes, exzessives Verhalten bezeichnet, über das der Betroffene weitgehend die Kontrolle verloren hat. Am Anfang der Entwicklung einer Suchterkrankung steht häufig die beglückende oder berauschende Erfahrung, die alltäglichen Mühen hinter sich zu lassen; dies kann durch Konsum psychotroper Substanzen erreicht werde...
Chapter
Psychosen mit einem andauernden und unerschütterlichen Wahnsystem, aber ohne wesentliche andere psychopathologische Störungen und insbesondere ohne Persönlichkeitsdesintegration, wurden Paranoia (E. Kraepelin) oder wohnhafte Störung (in DSM und ICD) genannt Diese Psychosen sind relativ selten, gewannen aber das bevorzugte Interesse der Psychiatrie,...
Chapter
Neurotische Störungen sind so häufig und ihre sozialen Auswirkungen so erheblich, daß mit ihnen die Besprechung der psychischen Krankheitsbilder beginnen soll. In der allgemeinen Medizin, vor allem in der Sprechstunde, spielen sie eine weit größere Rolle als Psychosen und organische Hirnkrankheiten. Das Gebiet der Neurosenlehre ist allerdings so um...

Citations

... This explanation is repeated in later textbooks by Manfred Bleuler and Helmut Rennert (20,22). Only Rennert mentions fear of obesity as a possible causal factor (20). Tölle and Windgassen emphasize the pathophysiologic role of body image distortion in their current textbook (23). In our sample, eating disorders as distinct diseases are found in all textbooks published after 1974. ...
... Mit der Beschreibung einer "manie sans délire" legte der Franzose Philippe Pinel (1809 Einige sind dabei eher resigniert und hilflos, bei anderen wiederum finden sich streitsüchtige und aggressive Züge. Neben expansiven, lassen sich somit auch sensitive Züge erkennen (Tölle, 1986). ...