Ingrid Brück's scientific contributions

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In beiden Fernsehsystemen war ungefähr zeitgleich Anfang der 90er Jahre ein radikaler Systemwechsel zu beobachten: In Westdeutschland wurde das öffentlich-rechtliche Monopol durch die Konsolidierung des kommerziellen Fernsehens abgelöst. Als Folge davon setzte sich das Marktprinzip durch, in dem das öffentlich-rechtliche Fernsehen zwar weiter Besta...
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Im Fernsehprogramm der 50er Jahre war der Krimi in vielen Formen repräsentiert. Die ersten Sendungen speisten sich vor allem aus dem Fundus der Kriminalliteratur, des Hörspiels und des Theaters. Es gab Kriminalspiele mit und ohne Publikumsbeteiligung, Kriminalkomödien, Kriminalfilme und Kriminalquiz-Sendungen, daneben Folgen von Der Polizeibericht...
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Anfang der 80er Jahre wurden technisch durch die Verlegung von Breitbandnetzen und medienpolitisch durch das BVG-Urteil von 1981, die Verkabelungspolitik der CDU/CSU/FDP-Regierung und die Entscheidung der Ministerpräsidenten der Länder die Voraussetzungen für die Einführung von Kabel- und Satellitenfernsehen in Deutschland geschaffen. Als offiziell...
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Mit dem Sendestart am 1. April 1963 ging das ZDF gleich in die Krimioffensive. Bereits am 4. April wurde die erste Folge von Das Kriminalmuseum ausgestrahlt. Auf demselben Sendeplatz startete im Juni die zweite Reihe: Die Fünfte Kolonne. Außerdem gab es eine Vielzahl von Vorabendkrimiserien, die verhältnismäßig regelmäßig auf festen Sendeplätzen au...
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Dem Realismusanspruch der Krimis im DDR-Fernsehen hätte es entsprochen, sich nach dem Mauerbau auf Delikte in der DDR zu konzentrieren. Zumal man 1966 beim DFF eine Abteilung Serienproduktion eigens eingerichtet hatte, um eine sozialistische Antwort auf die„Action- und Kriminalserienübermacht des Westfernsehens“ (Hoff 1989, 144) zu finden. Wie die...
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Der Fernsehkrimi ist zweifelsohne das beliebteste fiktionale Genre im deutschen Fernsehprogramm. Dietrich Schwarzkopf, damals Programmdirektor der ARD, formulierte es 1985 so: „Erfahrungen mit Zuschauergewohnheiten zeigen, daß zu den beliebtesten Bestandteilen des Fernsehprogramms eine Gattung gehört, die gar nicht ursprünglich für das Fernsehen pr...
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Als die ersten Krimis, die eigens für den Deutschen Fernsehfunk produziert worden waren, über den Sender gingen, befand sich das Staatsfernsehen noch in der Phase der Etablierung. Die technischen Möglichkeiten des jungen Mediums mussten erst erkundet bzw. verbessert werden, die Politik sah angesichts der Unzulänglichkeiten das Fernsehen anfangs nic...
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Als Folge der Vereinigung von DDR und BRD wurde der Deutsche Fernsehfunk (DFF) aufgelöst und in das primär nach kommerziellen Gesichtspunkten ausgerichtete Duale Rundfunksystem integriert. Es stellt sich nun die Frage, was übrig blieb vom kulturellen Erbe der DDR. Der WDR-Fernsehspielchef Gunter Witte zog sieben Jahre nach der Wende die kritische B...
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1991 gründete SAT. I eine Serienredaktion. Als erstes Produkt der Abteilung, die von dem ostdeutschen Dramaturgen Thomas Teubner geleitet und von dem ehemaligen ZDF-Unterhaltungschef Peter Gerlach beraten wurde, entstand die Serie Wolffs Revier, die ihre TV-Premiere am 17. September 1992 hatte.
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In den 60er Jahren lag die wesentliche Innovation für das Kriminalgenre in einem Bereich, der außerhalb der angestammten Kriminalgeschichten lag: Mit Der Staatsanwalt hat das Wort wurde das Kriminologische Fernsehspiel geboren. Diese Reihe, die sich bewusst vom herkömmlichen Krimi absetzte, schilderte vor allem das Vorfeld der kriminellen Handlung....
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Im Juli 1985 wurde die Europäische Produktionsgemeinschaft (EPG) von Channel 4 (Großbritannien), Antenne 2 (Frankreich), SRG (Schweiz), ORF (Österreich), RAI (Italien) und dem ZDF gegründet. Ziel war es, durch gemeinschaftlich finanzierte Projekte die positiven Aspekte von Koproduktion und Kofinanzierung zu verbinden, der Dominanz US-amerikanischer...
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In den 70er Jahren setzte sich die Entwicklung fort, die sich im Laufe der 50er und 60er Jahre in den seriellen Angeboten allmählich herauskristallisiert hatte. Die inhaltlichen Ansprüche an das öffentlich-rechtliche Fernsehspiel hatten sich in den Krimiserien und -reihen in einer spezifischen Balance zwischen Unterhaltung und Unterweisung niederge...
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Der Grundstein zur erfolgreichsten und bemerkenswertesten Reihe des DDR-Fernsehens wurde am 27. Juni 1971 mit„Der Fall Lisa Murnau“ gelegt, geschrieben und inszeniert von Helmut Krätzig, einem arrivierten Krimiregisseur. Zwischen 1971 und der Abwicklung des DFF zum Jahresende 1991 wurden insgesamt 153 Folgen ausgestrahlt, danach war der Polizeiruf...
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Programmplanung wird als „komplexe Kriegsführung“ beschrieben (Jan Körbelin, Programmdirektor bei Pro Sieben), weil es darum geht, den anderen Sendern möglichst viele Zuschauer zu entziehen, und weil die Strategie ein „Navigieren im Nebel“ bleibt, die immer wieder neu bestimmt werden muss, da die einzelnen Anbieter ihre Strategien so lange wie mögl...
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Die Anfänge des Krimis im öffentlich-rechtlichen Fernsehen waren paradox: Mit der Orientierung am Gemeinwohl schien das öffentlich-rechtliche Programm nicht der rechte Ort für ein problematisches Genre zu sein, mit dem sich u. a. Gewaltdarstellung und der Vorwurf billiger Sensationsmache verband. Andererseits war man anfangs darauf angewiesen, beka...
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Anfang der 80er Jahre kam frischer Wind in die recht eingefahrenen Darstellungsmuster der Primetime-Krimiserien und -reihen. Mit den Schimanski-Tatorten des WDR und der neuen ZDF-Serie Ein Fall für zwei erschienen 1981 zwei wichtige innovative Komponenten auf dem Bildschirm. 1982 kam die ARD-Reihe Schwarz Rot Gold mit dem Schwerpunkt Wirtschaftskri...
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Nach den ersten Versuchen, ein eigenes Profil für die ZDF-Krimis im Abendprogramm zu entwickeln, wurde mit Der Kommissar 1969 erstmals eine längerfristig angelegte Krimiserie ins Rennen geschickt. Mit diesem Entwicklungsschritt in Richtung Standardisierung der Produktion und Distribution waren entscheidende Veränderungen in der Gestaltung verbunden...
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In der DDR nahm nach dreijährigem Versuchsprogramm der Deutsche Fernsehfunk am 3. Januar 1956 seinen regulären Betrieb auf. 1969 kam zeitgleich mit der Einführung des Farbfernsehens ein zweiter Kanal hinzu. Beide Programme wurden nach der Selbstauflösung der DDR im Dezember 1990 zur DFF-Länderkette zusammengelegt und am 31. Dezember 1991 endgültig...
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Der Krimi im deutschen Fernsehen - das bedeutet rund 50 Jahre Fernsehgeschichte im Spiegel eines Genres. Es ist die Geschichte von Fernsehorganisation, -technik, und -ästhetik sowie von Produktionsbedingungen und deren Auswirkungen auf die "Konstruktion krimineller Wirklichkeit". Und es ist eine Geschichte der Einbettung von Mord und Totschlag in d...

Citations

... The political function of the show, as recalled the same year by the same Przybilski, was its raison d'être: educate to help building a truly socialist society. 15 In addition to the fiction, a discursive representation of the psychological reason for the crime, a second speech, this time official and legal, accompanied the viewers. Like its fellow show Polizeiruf 110/Police call 110, this series had a particular place in the East German television landscape, a real means of propaganda through dramatic art. ...