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Kalte Heimat. Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945 (German)

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Abstract

4., überarb. Aufl.

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... 12 Auch Hitler und seine Anhänger beobachteten das Geschehen und waren begeistert von Atatürks nationaler Befreiung mittels ethnischer "Säuberung". 13 Parallel zum Balkan und Kleinasien wurde der Kaukasus zu einem frühen "Lernort" von Vertreibungspolitik -insbesondere durch die dorthin vordringende russische Herrschaft, die zumindest einige der widerständigen muslimischen Völker wie die Tscherkessen ins Osmanische Reich vertrieb; aber auch durch die Osmanen, die im Ersten Weltkrieg die muslimischen Einwohner Aserbaidschans gegen die Armenier unterstützten -ein Konflikt, der in unseren Tagen blutig wieder auflebt. In der transatlantischen "Neuen Welt" wiederum entwickelte die junge "weiße" Siedler-Demokratie der USA bereits ab 1830 eine Politik der Vertreibung oder Zwangsumsiedlung der eingeborenen Ureinwohner, um Platz für massenhafte Neubesiedlung von Land zu schaffen. ...
... 12 Vor dem Hintergrund des sich zuspitzenden sowjetisch-westlichen Antagonismus erschien es zunehmend unwahrscheinlich, dass der kommunistischen Regierung Polens zugestanden werden würde, was "der bürgerlichen quasi aufgedrängt" worden war. 13 Diese geplanten wilden Vertreibungen waren nicht nur von Gewalt während der Ausweisung aus dem Heimatort begleitet, sondern bescherten den Betroffenen eine ganze Reihe an unterschiedlichen Gewalterfahrungen bis zu ihrer Ankunft jenseits von Oder und Neiße: Morde, Vergewaltigungen, Überfälle, Plünderungen und Nahrungsmittelknappheit waren an der Tagesordnung. Rache war angesichts der Tatsache, wie sehr die polnische Gesellschaft unter der gewaltsamen deutschen Besatzung gelitten hatte ein wichtiges Motiv, bei Weitem aber nicht das alleinige. ...
... Personen gelangten so noch 1944 ins Reichsgebiet; 12 aus Slowenien waren es bis zu 15.000, die vor dem Kriegsende flohen. 13 Auch aus dem besetzten Serbien sollten Deutsche vor den vorrückenden Partisanen sowie der Roten Armee evakuiert werden, was aber nur teilweise gelang, da die Zeit nicht mehr reichte; Tausende konnten aus dem Gebiet der heutigen Vojvodina nach Ungarn oder ins Reichsgebiet (Österreich) entkommen -diejenigen, die nach dem Abflauen der Kampfhandlungen in ihre Heimat zurückkehrten, wie Josefina Pirka, sahen sich umgehend gewaltsamer Verfolgung in Jugoslawien ausgesetzt. ...
... 12 Auch Hitler und seine Anhänger beobachteten das Geschehen und waren begeistert von Atatürks nationaler Befreiung mittels ethnischer "Säuberung". 13 Parallel zum Balkan und Kleinasien wurde der Kaukasus zu einem frühen "Lernort" von Vertreibungspolitik -insbesondere durch die dorthin vordringende russische Herrschaft, die zumindest einige der widerständigen muslimischen Völker wie die Tscherkessen ins Osmanische Reich vertrieb; aber auch durch die Osmanen, die im Ersten Weltkrieg die muslimischen Einwohner Aserbaidschans gegen die Armenier unterstützten -ein Konflikt, der in unseren Tagen blutig wieder auflebt. In der transatlantischen "Neuen Welt" wiederum entwickelte die junge "weiße" Siedler-Demokratie der USA bereits ab 1830 eine Politik der Vertreibung oder Zwangsumsiedlung der eingeborenen Ureinwohner, um Platz für massenhafte Neubesiedlung von Land zu schaffen. ...
... 12 Vor dem Hintergrund des sich zuspitzenden sowjetisch-westlichen Antagonismus erschien es zunehmend unwahrscheinlich, dass der kommunistischen Regierung Polens zugestanden werden würde, was "der bürgerlichen quasi aufgedrängt" worden war. 13 Diese geplanten wilden Vertreibungen waren nicht nur von Gewalt während der Ausweisung aus dem Heimatort begleitet, sondern bescherten den Betroffenen eine ganze Reihe an unterschiedlichen Gewalterfahrungen bis zu ihrer Ankunft jenseits von Oder und Neiße: Morde, Vergewaltigungen, Überfälle, Plünderungen und Nahrungsmittelknappheit waren an der Tagesordnung. Rache war angesichts der Tatsache, wie sehr die polnische Gesellschaft unter der gewaltsamen deutschen Besatzung gelitten hatte ein wichtiges Motiv, bei Weitem aber nicht das alleinige. ...
... Personen gelangten so noch 1944 ins Reichsgebiet; 12 aus Slowenien waren es bis zu 15.000, die vor dem Kriegsende flohen. 13 Auch aus dem besetzten Serbien sollten Deutsche vor den vorrückenden Partisanen sowie der Roten Armee evakuiert werden, was aber nur teilweise gelang, da die Zeit nicht mehr reichte; Tausende konnten aus dem Gebiet der heutigen Vojvodina nach Ungarn oder ins Reichsgebiet (Österreich) entkommen -diejenigen, die nach dem Abflauen der Kampfhandlungen in ihre Heimat zurückkehrten, wie Josefina Pirka, sahen sich umgehend gewaltsamer Verfolgung in Jugoslawien ausgesetzt. ...
... 12 Auch Hitler und seine Anhänger beobachteten das Geschehen und waren begeistert von Atatürks nationaler Befreiung mittels ethnischer "Säuberung". 13 Parallel zum Balkan und Kleinasien wurde der Kaukasus zu einem frühen "Lernort" von Vertreibungspolitik -insbesondere durch die dorthin vordringende russische Herrschaft, die zumindest einige der widerständigen muslimischen Völker wie die Tscherkessen ins Osmanische Reich vertrieb; aber auch durch die Osmanen, die im Ersten Weltkrieg die muslimischen Einwohner Aserbaidschans gegen die Armenier unterstützten -ein Konflikt, der in unseren Tagen blutig wieder auflebt. In der transatlantischen "Neuen Welt" wiederum entwickelte die junge "weiße" Siedler-Demokratie der USA bereits ab 1830 eine Politik der Vertreibung oder Zwangsumsiedlung der eingeborenen Ureinwohner, um Platz für massenhafte Neubesiedlung von Land zu schaffen. ...
... 12 Vor dem Hintergrund des sich zuspitzenden sowjetisch-westlichen Antagonismus erschien es zunehmend unwahrscheinlich, dass der kommunistischen Regierung Polens zugestanden werden würde, was "der bürgerlichen quasi aufgedrängt" worden war. 13 Diese geplanten wilden Vertreibungen waren nicht nur von Gewalt während der Ausweisung aus dem Heimatort begleitet, sondern bescherten den Betroffenen eine ganze Reihe an unterschiedlichen Gewalterfahrungen bis zu ihrer Ankunft jenseits von Oder und Neiße: Morde, Vergewaltigungen, Überfälle, Plünderungen und Nahrungsmittelknappheit waren an der Tagesordnung. Rache war angesichts der Tatsache, wie sehr die polnische Gesellschaft unter der gewaltsamen deutschen Besatzung gelitten hatte ein wichtiges Motiv, bei Weitem aber nicht das alleinige. ...
... Personen gelangten so noch 1944 ins Reichsgebiet; 12 aus Slowenien waren es bis zu 15.000, die vor dem Kriegsende flohen. 13 Auch aus dem besetzten Serbien sollten Deutsche vor den vorrückenden Partisanen sowie der Roten Armee evakuiert werden, was aber nur teilweise gelang, da die Zeit nicht mehr reichte; Tausende konnten aus dem Gebiet der heutigen Vojvodina nach Ungarn oder ins Reichsgebiet (Österreich) entkommen -diejenigen, die nach dem Abflauen der Kampfhandlungen in ihre Heimat zurückkehrten, wie Josefina Pirka, sahen sich umgehend gewaltsamer Verfolgung in Jugoslawien ausgesetzt. ...
... 12 Auch Hitler und seine Anhänger beobachteten das Geschehen und waren begeistert von Atatürks nationaler Befreiung mittels ethnischer "Säuberung". 13 Parallel zum Balkan und Kleinasien wurde der Kaukasus zu einem frühen "Lernort" von Vertreibungspolitik -insbesondere durch die dorthin vordringende russische Herrschaft, die zumindest einige der widerständigen muslimischen Völker wie die Tscherkessen ins Osmanische Reich vertrieb; aber auch durch die Osmanen, die im Ersten Weltkrieg die muslimischen Einwohner Aserbaidschans gegen die Armenier unterstützten -ein Konflikt, der in unseren Tagen blutig wieder auflebt. In der transatlantischen "Neuen Welt" wiederum entwickelte die junge "weiße" Siedler-Demokratie der USA bereits ab 1830 eine Politik der Vertreibung oder Zwangsumsiedlung der eingeborenen Ureinwohner, um Platz für massenhafte Neubesiedlung von Land zu schaffen. ...
... 12 Vor dem Hintergrund des sich zuspitzenden sowjetisch-westlichen Antagonismus erschien es zunehmend unwahrscheinlich, dass der kommunistischen Regierung Polens zugestanden werden würde, was "der bürgerlichen quasi aufgedrängt" worden war. 13 Diese geplanten wilden Vertreibungen waren nicht nur von Gewalt während der Ausweisung aus dem Heimatort begleitet, sondern bescherten den Betroffenen eine ganze Reihe an unterschiedlichen Gewalterfahrungen bis zu ihrer Ankunft jenseits von Oder und Neiße: Morde, Vergewaltigungen, Überfälle, Plünderungen und Nahrungsmittelknappheit waren an der Tagesordnung. Rache war angesichts der Tatsache, wie sehr die polnische Gesellschaft unter der gewaltsamen deutschen Besatzung gelitten hatte ein wichtiges Motiv, bei Weitem aber nicht das alleinige. ...
... Personen gelangten so noch 1944 ins Reichsgebiet; 12 aus Slowenien waren es bis zu 15.000, die vor dem Kriegsende flohen. 13 Auch aus dem besetzten Serbien sollten Deutsche vor den vorrückenden Partisanen sowie der Roten Armee evakuiert werden, was aber nur teilweise gelang, da die Zeit nicht mehr reichte; Tausende konnten aus dem Gebiet der heutigen Vojvodina nach Ungarn oder ins Reichsgebiet (Österreich) entkommen -diejenigen, die nach dem Abflauen der Kampfhandlungen in ihre Heimat zurückkehrten, wie Josefina Pirka, sahen sich umgehend gewaltsamer Verfolgung in Jugoslawien ausgesetzt. ...
... 12 Auch Hitler und seine Anhänger beobachteten das Geschehen und waren begeistert von Atatürks nationaler Befreiung mittels ethnischer "Säuberung". 13 Parallel zum Balkan und Kleinasien wurde der Kaukasus zu einem frühen "Lernort" von Vertreibungspolitik -insbesondere durch die dorthin vordringende russische Herrschaft, die zumindest einige der widerständigen muslimischen Völker wie die Tscherkessen ins Osmanische Reich vertrieb; aber auch durch die Osmanen, die im Ersten Weltkrieg die muslimischen Einwohner Aserbaidschans gegen die Armenier unterstützten -ein Konflikt, der in unseren Tagen blutig wieder auflebt. In der transatlantischen "Neuen Welt" wiederum entwickelte die junge "weiße" Siedler-Demokratie der USA bereits ab 1830 eine Politik der Vertreibung oder Zwangsumsiedlung der eingeborenen Ureinwohner, um Platz für massenhafte Neubesiedlung von Land zu schaffen. ...
... 12 Vor dem Hintergrund des sich zuspitzenden sowjetisch-westlichen Antagonismus erschien es zunehmend unwahrscheinlich, dass der kommunistischen Regierung Polens zugestanden werden würde, was "der bürgerlichen quasi aufgedrängt" worden war. 13 Diese geplanten wilden Vertreibungen waren nicht nur von Gewalt während der Ausweisung aus dem Heimatort begleitet, sondern bescherten den Betroffenen eine ganze Reihe an unterschiedlichen Gewalterfahrungen bis zu ihrer Ankunft jenseits von Oder und Neiße: Morde, Vergewaltigungen, Überfälle, Plünderungen und Nahrungsmittelknappheit waren an der Tagesordnung. Rache war angesichts der Tatsache, wie sehr die polnische Gesellschaft unter der gewaltsamen deutschen Besatzung gelitten hatte ein wichtiges Motiv, bei Weitem aber nicht das alleinige. ...
... Personen gelangten so noch 1944 ins Reichsgebiet; 12 aus Slowenien waren es bis zu 15.000, die vor dem Kriegsende flohen. 13 Auch aus dem besetzten Serbien sollten Deutsche vor den vorrückenden Partisanen sowie der Roten Armee evakuiert werden, was aber nur teilweise gelang, da die Zeit nicht mehr reichte; Tausende konnten aus dem Gebiet der heutigen Vojvodina nach Ungarn oder ins Reichsgebiet (Österreich) entkommen -diejenigen, die nach dem Abflauen der Kampfhandlungen in ihre Heimat zurückkehrten, wie Josefina Pirka, sahen sich umgehend gewaltsamer Verfolgung in Jugoslawien ausgesetzt. ...
... 12 Auch Hitler und seine Anhänger beobachteten das Geschehen und waren begeistert von Atatürks nationaler Befreiung mittels ethnischer "Säuberung". 13 Parallel zum Balkan und Kleinasien wurde der Kaukasus zu einem frühen "Lernort" von Vertreibungspolitik -insbesondere durch die dorthin vordringende russische Herrschaft, die zumindest einige der widerständigen muslimischen Völker wie die Tscherkessen ins Osmanische Reich vertrieb; aber auch durch die Osmanen, die im Ersten Weltkrieg die muslimischen Einwohner Aserbaidschans gegen die Armenier unterstützten -ein Konflikt, der in unseren Tagen blutig wieder auflebt. In der transatlantischen "Neuen Welt" wiederum entwickelte die junge "weiße" Siedler-Demokratie der USA bereits ab 1830 eine Politik der Vertreibung oder Zwangsumsiedlung der eingeborenen Ureinwohner, um Platz für massenhafte Neubesiedlung von Land zu schaffen. ...
... 12 Vor dem Hintergrund des sich zuspitzenden sowjetisch-westlichen Antagonismus erschien es zunehmend unwahrscheinlich, dass der kommunistischen Regierung Polens zugestanden werden würde, was "der bürgerlichen quasi aufgedrängt" worden war. 13 Diese geplanten wilden Vertreibungen waren nicht nur von Gewalt während der Ausweisung aus dem Heimatort begleitet, sondern bescherten den Betroffenen eine ganze Reihe an unterschiedlichen Gewalterfahrungen bis zu ihrer Ankunft jenseits von Oder und Neiße: Morde, Vergewaltigungen, Überfälle, Plünderungen und Nahrungsmittelknappheit waren an der Tagesordnung. Rache war angesichts der Tatsache, wie sehr die polnische Gesellschaft unter der gewaltsamen deutschen Besatzung gelitten hatte ein wichtiges Motiv, bei Weitem aber nicht das alleinige. ...
... Personen gelangten so noch 1944 ins Reichsgebiet; 12 aus Slowenien waren es bis zu 15.000, die vor dem Kriegsende flohen. 13 Auch aus dem besetzten Serbien sollten Deutsche vor den vorrückenden Partisanen sowie der Roten Armee evakuiert werden, was aber nur teilweise gelang, da die Zeit nicht mehr reichte; Tausende konnten aus dem Gebiet der heutigen Vojvodina nach Ungarn oder ins Reichsgebiet (Österreich) entkommen -diejenigen, die nach dem Abflauen der Kampfhandlungen in ihre Heimat zurückkehrten, wie Josefina Pirka, sahen sich umgehend gewaltsamer Verfolgung in Jugoslawien ausgesetzt. ...
... 12 Auch Hitler und seine Anhänger beobachteten das Geschehen und waren begeistert von Atatürks nationaler Befreiung mittels ethnischer "Säuberung". 13 Parallel zum Balkan und Kleinasien wurde der Kaukasus zu einem frühen "Lernort" von Vertreibungspolitik -insbesondere durch die dorthin vordringende russische Herrschaft, die zumindest einige der widerständigen muslimischen Völker wie die Tscherkessen ins Osmanische Reich vertrieb; aber auch durch die Osmanen, die im Ersten Weltkrieg die muslimischen Einwohner Aserbaidschans gegen die Armenier unterstützten -ein Konflikt, der in unseren Tagen blutig wieder auflebt. In der transatlantischen "Neuen Welt" wiederum entwickelte die junge "weiße" Siedler-Demokratie der USA bereits ab 1830 eine Politik der Vertreibung oder Zwangsumsiedlung der eingeborenen Ureinwohner, um Platz für massenhafte Neubesiedlung von Land zu schaffen. ...
... 12 Vor dem Hintergrund des sich zuspitzenden sowjetisch-westlichen Antagonismus erschien es zunehmend unwahrscheinlich, dass der kommunistischen Regierung Polens zugestanden werden würde, was "der bürgerlichen quasi aufgedrängt" worden war. 13 Diese geplanten wilden Vertreibungen waren nicht nur von Gewalt während der Ausweisung aus dem Heimatort begleitet, sondern bescherten den Betroffenen eine ganze Reihe an unterschiedlichen Gewalterfahrungen bis zu ihrer Ankunft jenseits von Oder und Neiße: Morde, Vergewaltigungen, Überfälle, Plünderungen und Nahrungsmittelknappheit waren an der Tagesordnung. Rache war angesichts der Tatsache, wie sehr die polnische Gesellschaft unter der gewaltsamen deutschen Besatzung gelitten hatte ein wichtiges Motiv, bei Weitem aber nicht das alleinige. ...
... Personen gelangten so noch 1944 ins Reichsgebiet; 12 aus Slowenien waren es bis zu 15.000, die vor dem Kriegsende flohen. 13 Auch aus dem besetzten Serbien sollten Deutsche vor den vorrückenden Partisanen sowie der Roten Armee evakuiert werden, was aber nur teilweise gelang, da die Zeit nicht mehr reichte; Tausende konnten aus dem Gebiet der heutigen Vojvodina nach Ungarn oder ins Reichsgebiet (Österreich) entkommen -diejenigen, die nach dem Abflauen der Kampfhandlungen in ihre Heimat zurückkehrten, wie Josefina Pirka, sahen sich umgehend gewaltsamer Verfolgung in Jugoslawien ausgesetzt. ...
... 12 Auch Hitler und seine Anhänger beobachteten das Geschehen und waren begeistert von Atatürks nationaler Befreiung mittels ethnischer "Säuberung". 13 Parallel zum Balkan und Kleinasien wurde der Kaukasus zu einem frühen "Lernort" von Vertreibungspolitik -insbesondere durch die dorthin vordringende russische Herrschaft, die zumindest einige der widerständigen muslimischen Völker wie die Tscherkessen ins Osmanische Reich vertrieb; aber auch durch die Osmanen, die im Ersten Weltkrieg die muslimischen Einwohner Aserbaidschans gegen die Armenier unterstützten -ein Konflikt, der in unseren Tagen blutig wieder auflebt. In der transatlantischen "Neuen Welt" wiederum entwickelte die junge "weiße" Siedler-Demokratie der USA bereits ab 1830 eine Politik der Vertreibung oder Zwangsumsiedlung der eingeborenen Ureinwohner, um Platz für massenhafte Neubesiedlung von Land zu schaffen. ...
... 12 Vor dem Hintergrund des sich zuspitzenden sowjetisch-westlichen Antagonismus erschien es zunehmend unwahrscheinlich, dass der kommunistischen Regierung Polens zugestanden werden würde, was "der bürgerlichen quasi aufgedrängt" worden war. 13 Diese geplanten wilden Vertreibungen waren nicht nur von Gewalt während der Ausweisung aus dem Heimatort begleitet, sondern bescherten den Betroffenen eine ganze Reihe an unterschiedlichen Gewalterfahrungen bis zu ihrer Ankunft jenseits von Oder und Neiße: Morde, Vergewaltigungen, Überfälle, Plünderungen und Nahrungsmittelknappheit waren an der Tagesordnung. Rache war angesichts der Tatsache, wie sehr die polnische Gesellschaft unter der gewaltsamen deutschen Besatzung gelitten hatte ein wichtiges Motiv, bei Weitem aber nicht das alleinige. ...
... Personen gelangten so noch 1944 ins Reichsgebiet; 12 aus Slowenien waren es bis zu 15.000, die vor dem Kriegsende flohen. 13 Auch aus dem besetzten Serbien sollten Deutsche vor den vorrückenden Partisanen sowie der Roten Armee evakuiert werden, was aber nur teilweise gelang, da die Zeit nicht mehr reichte; Tausende konnten aus dem Gebiet der heutigen Vojvodina nach Ungarn oder ins Reichsgebiet (Österreich) entkommen -diejenigen, die nach dem Abflauen der Kampfhandlungen in ihre Heimat zurückkehrten, wie Josefina Pirka, sahen sich umgehend gewaltsamer Verfolgung in Jugoslawien ausgesetzt. ...
... as it only charts known texts that discuss the sinking of the Gustloff, but it does encompass the standard works and corresponds to general trends as described elsewhere (e.g. Kittel, 2007;AND Kossert, 2008). The graph shows two brief periods in which there were no (re)publications of history books in the sample : 1945-1948 and 1969-1972. ...
... The Student Movement of the 1960s, which sought to emancipate the nation from the Generation der Täter, and the ascent of the Social Democrat Willy Brandt restricted Vertriebenenpolitik in Germany. The SPD-FDP government shut down the BMVt in 1969 as part of Brandt's Neue Ostpolitik, and it quickly became more difficult for expellees to impact public policy (See: Kittel, 2007;Lotz, 2007;AND Kossert, 2008). Revanchist attitudes were fought in public discourse, and the expellees' demand of the restitution of lost property and territory was deemed a hindrance to the goal of peaceful coexistence with Communist Eastern Europe. ...
... Until recently it was widely accepted that the cultural memory of Flucht und Vertreibung was vastly different in East Germany than in West Germany (e.g. Kossert, 2008). This was certainly true in public discourse. ...
Thesis
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The sinking of the German M.S. Wilhelm Gustloff in the Bay of Danzig on January 30, 1945 is by many accounts the deadliest maritime disaster in recorded history. Although the ship was a valid military target within the context of World War II, most of the passengers were German civilians fleeing the Soviet advance. For many years, the survivors and their advocates argued that a focus on National Socialism and the Holocaust had complicated and politicized any attempts at publicly remembering and mourning the Gustloff in Germany. Recently, however, the ship has received increased attention in German high and popular culture, leading many to claim that a taboo has been broken. The dissertation investigates the shifts in textual and audio-visual representation of the Gustloff from the time of its sinking to the present in an attempt to locate and understand this cultural phenomenon within the greater context of a society perpetually coming to terms with its dark past.
... Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen haben Wellen von Zwangsmigration 2 hervorgerufen (Kossert, 2009). Unter anderem wurde die Bevölkerung aus kulturellen Grenzgebieten wie Oberschlesien (heute Polen) und den polnischen Ostgebieten (heute u. a. Ukraine) von Zwangsaussiedlungen erfasst, die aus der veränderten geopolitischen Ordnung nach dem Krieg resultierten (Czerniakiewicz u. ...
... sie schließen das Wissen kleinerer Gruppen oder anderer Menschen aus _ und schränken ein, was öffentlich diskutiert werden darf und wird. Zwangsmigration und Vertreibung werden bereits im öffentlichen Diskurs diskutiert, dabei oft als historisches Trauma markiert und dadurch zu einem allgemeingültigen Narrativ konstruiert (Mohatt et al., 2014, Kossert, 2009. Als zweites dominantes Narrativ hat sich die Bewältigung dessen, Resilienz, herausgebildet (Schier, 2018;Goodman u. ...
... It required long processes of integration of the newcomers with the local population. In some way it could be said that those refugees came to some sort of a "cold belonging" (Kossert, 2008). However, they, the refugees, changed the German society in East and West Germany quite intensively, e.g. in changing the religious composition, and they helped through their ability and their skills to rebuild Germany after the Second World War in West and East Germany (Schreyer, 1969;Kornrumpf, 1979). ...
... All these movements, escapes, returns or migrations naturally affected the moving people and the remaining population differently, because it affected those who lost their former territories or homes considerably more than those who could have stayed in their places and immediately after the war were involuntarily relocated. A group which demanded acceptance and tolerance and the ability for the migrants to tackle completely new circumstances, which was quite appropriately described as a confrontation with a cold homeland ("Kalte Heimat") (Kossert, 2008). Elisabeth Pfeil had analysed the social concept immediately after the war in her almost classical book "Der Flüchtling" (The refugee). ...
Article
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In this article, the history of emigration from Germany and the immigration to Germany especially in relation to its changing borders in the 20th century is discussed. After 1945 Germany was confronted with the integration of a million German refugees. Starting in the 1950s, Germany intentionally attracted foreign workers, and integrated them fairly well. The article analyses the current discussions in Germany in relation to the impact of massive immigration of refugees from non-European areas around 2015. It concludes with a position that in the time of globalisation migration needs a society-focussed and political learning process which has not yet ended and will require more learning. But countries with a declining population are well advised to see immigration as an opportunity for future growth and social diversity.
... They were also not necessarily welcome in the new homeland (Kossert 2009). The polarity of individualisation and participation, which Tillich argued to be one of the fundamental dynamics in life, turned out to be an existential crisis for many relocated people. ...
Article
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In present-day Europe, people are crossing borders in need of refuge. This is just one example of the changing spaces for religion, church, and pastoral care in late modernity. However, there has been migration within Europe in recent history. This article exemplifies the practical-theological issue of borders and migration through a historical case study: post-World War II migrants in Germany. The case study shows the long-term effects of migration. The border-experiences of expelled people after the Second World War have consequences right up to the present. Memories continue to have an impact via an inter-generational transfer of typical behaviour and attitudes. In conclusion, borders themselves turn out to be an important locus theologicus for practical theology, which is underpinned in dialogue with Paul Tillich.
Article
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first published by Modern Diplomacy. https://moderndiplomacy.eu/2023/01/24/the-starry-heavens-above-me-a-plea-for-awareness-and-peace/ A plea for awareness and peace
Chapter
Discourses on refugees – not only in education – in Germany mainly focus the refugees as Others (Said) or even as “space invaders” (Puwar) that came in and challenge the so-called host country (or society). This chapter aims to take another perspective by drawing on critical race theory and critical whiteness studies. This framing enables to understand the conditions of arrival as racialised others in a white society in which race matters as marker for discrimination and privilege at the same time. Looking at privilege to understand mechanisms of marginalisation is not common, but necessary to understand the circumstances that young refugees meet when entering the German education system. Hence, light will be shed on the German school as a white school and on exemplary perspectives of young refugees experiencing this school.
Chapter
This chapter turns to the landscape as a “link”. A focus on “landscape developments” makes it possible to associate and conceptualise together physical space and anthropogenic changes – “landscape” thus becomes the framing, the illumination of Germany’s geographies of complexity. This theoretical conceptualisation also enables a specific perspective for the further explanations, following and taking into account the neopragmatic approach. The remarks deal with landscape upheavals perceived within the “threefold landscape change” as outlined by Olaf Kühne. Drawing on Karl Popper’s three-worlds theory, this chapter addresses the processes of change in the physical foundations of landscape (Landscape 1), individual accesses to “landscape” (Landscape 2) and social construction processes of landscape (Landscape 3). First, the authors will briefly introduce this concept (Sect. 5.1); then, they will deal with the genesis of the concept of landscape in the German-speaking world (Landscape 3; Sect. 5.2), in order to subsequently deal with the developments of the material foundations of landscape (Landscape 1; Sect. 5.3), in each case with references back to the remarks on Landscape 3 as well as the presentation of the historical development of Germany in Chap. 4.
Book
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Die historische Forschung hat seit längerem herausgearbeitet, dass Migration nichts von einer Norm Abweichendes ist, sondern vielmehr ein »konstitutives Element der Menschheitsgeschichte« (J. Oltmer), der Mensch mithin stets ein »homo migrans« (K.-J. Bade) war. Auch die Geschichte Brandenburgs wurde seit jeher von Einwanderungsprozessen geprägt. Von »Toleranz« im modernen Sinne kann freilich keine Rede sein, sondern meistens ging es um ökonomisch nutzbringende Aufnahme bestimmter Gruppen. Sehr oft waren die Ansiedlungen aber auch das Ergebnis von Flucht, Vertreibung und kriegerischer Gewalt. Der vorliegende Band zeigt anhand von Beispielen vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart die Bedeutung der Zuwanderung für Brandenburg auf. Der Bogen reicht von der slawischen Einwanderung des 8./9. Jahrhunderts bis zur Ankunft russisch-jüdischer »Kontingentflüchtlinge« im Gefolge der deutschen Wiedervereinigung, von Niederländern, Juden, Hugenotten, Revolutionsflüchtlingen in der Frühen Neuzeit bis hin zu Muslimen, Zwangsarbeitern, Vertriebenen und DDR-»Fremdarbeitern« im 20. Jahrhundert – eine Geschichte der Vielfalt des brandenburgischen Raumes und seiner Bevölkerung im Spiegel der Zuwanderung.
Chapter
This chapter examines the period between the retreat of the Nazis and the armies of their allies from various parts of Europe, which generally can be dated from 1944 to the establishment of a new order that took until 1947 in some parts of the continent. The events during this interregnum overlap with the transition from war to peace, which is itself hard to date precisely because of the continuation of the fighting into the post-war period in many parts of Europe. In order to come to terms with the immediate post-war as a time of ongoing violence, one has to start with the war itself. The chapter then goes on to discuss the character of the violence, the role of state structures, the place of retribution and vengeance, and ends with reference to the post-war victimhood of women and of Jews.
Article
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...next – Prussia, family roots and identity of heart Cultural diversity or universal uniformity? Peaceful co-existence of nation-states or institutional global governance with international organizations and their sphere of influence gaining more and more ground, even in everyone’s private life? Which future will be ours?
Chapter
This contribution consists of three parts. The first is an analysis of the process of how the book The Established and the Outsiders, firstly published by Elias and Scotson (1965), came into being. The second part is a discussion of the critique addressed to the book, and the third part provides an example of an integration process of a similar figuration in a long-term perspective. Scotson’s original study of The Established and the Outsiders delivered a merely static image, while this chapter gives an example of how such a power figuration might have evolved over time.
Thesis
Depuis le milieu du XXe siècle, le cinéma, tous genres confondus, joue un rôle majeur dans la représentation du passé. Plus que tout autre média, il écrit l’histoire, fabrique des mythes et façonne les mémoires collectives au fil des époques et des régimes politiques. Cette étude comparative et diachronique d’un corpus de films germanophones mettant en scène ou évoquant la fuite et l’expulsion des Allemands à la fin de la Seconde Guerre mondiale identifie et met en lumière leurs rôles et leurs fonctions au sein des différentes sociétés concernées : zones d’occupation, Allemagne de l’Est et de l’Ouest, Allemagne réunifiée et Autriche. L’analyse, structurée en trois parties, est tout d’abord consacrée à l’histoire des émotions, démontrant la contribution du cinéma à un travail de résilience chez les expulsés. Abordant ensuite le thème de l’historiographie, elle relève l’importance permanente de l’intégration, voire de l’assimilation, et souligne la complexité des interactions avec le passé national-socialiste ainsi qu’avec les évolutions socio-politiques contemporaines de la réalisation des oeuvres. En outre, elle dévoile que les différences idéologiques entre les deux Allemagnes, flagrantes à l’écran, n’empêchent cependant pas des convergences dans les représentations et les objectifs poursuivis. La troisième partie traite des identités, se penchant notamment sur les origines, les pratiques linguistiques et le genre des expulsés à l’écran. Elle s’achève avec les facettes de la fuite et l’expulsion volontairement ignorées, dont l’absence est également lourde de sens. In fine, il s’avère que le cinéma constitue un témoin précieux de la relation qu’une société entretient avec son passé.
Article
Das Thema Flucht und Vertreibung während und nach dem Zweiten Weltkrieg war bislang Teil des Kriegskinderdiskurses, verdient aber auch eine eigene Betrachtung. Vorgestellt werden empirische Befunde zu den Traumafolgen im Alter, die eine erhebliche Belastung auch sieben Jahrzehnte nach den Geschehnissen offenbaren. Es bestehen nach wie vor erhebliche Forschungsdefizite, obwohl diese Thematik insbesondere in stationären Einrichtungen sehr virulent ist. Auch in der ambulanten Psychotherapie sind die Wirkungen in der nachfolgenden Generation relevant.
Article
In my study, I summarise the content issues, methodological approaches and the most important results of the historical literature dealing with the history of the German minority in Hungary during the decade after the Second World War. It can be said that the historical research on the expulsion of Germans from Hungary up to 1990, the change of regime, was characterised by a positivist, descriptive, event-centric approach. The questions of this research were basically organised by the outcome of Potsdam and how this related to Hungary. In connection with both the content and methodological issues, I will touch on – in my opinion – the missing aspects, the possibility of more complex research approaches.
Article
This article introduces the concept of transculturation of collective memory and the politics of memory in the Polish-German borderland. The role of the 1990 German reunification in that process is studied using the example of the Lubusz region. Reunification made it possible for cooperation between local governments, associations and individuals, which – consequently – led to the creation of a new, trans-border collective memory.
Chapter
Gesellschaftliche Transformationsprozesse sowie veränderte Familien- und Geschlechterbilder wirken in das moderne Paar- und Familienleben hinein, wodurch Familien in der heutigen Zeit vor neuen Herausforderungen stehen. Im Zuge struktureller und kultureller Veränderungen im modernen Arbeits- und Privatleben werden Normalerwerbsbiografien brüchig, geschlechtsspezifische Arbeitsteilungsmuster antiquiert und biografische Ausgestaltungsspielräume diverser. Damit in Zusammenhang stehende Herausforderungen offenbaren sich vor allem dann, wenn berufliche mit privaten Interessen abzustimmen sind.
Chapter
‚Heimat‘ – ein Begriff und ein Konzept, das im Laufe seiner Verwendungsgeschichte auf unterschiedlich starke Weise negativ wie positiv konnotiert und assoziiert wurde und wird. Im Zuge von Globalisierung, Postmoderne und neuen (empfundenen) Unsicherheiten hat ‚Heimat‘ (wieder einmal) neue Aktualität erlangt. Auf der einen Seite bildet sie eine alltagsweltliche Bezugsgröße zur Orientierung auf das direkte Lebensumfeld, das soziale Umfeld, die ‚heimatliche Landschaft‘, die gewissen Halt gibt, die Bestandteil einer Biografie ist. Auf der anderen Seite ist sie mit politischen Instrumentalisierungen durch Konservative und Rechtspopulist*innen in einen problematischen Kontext gerückt, der gewisse historische Bezugnahmen impliziert, die zwischenzeitlich als eher überkommen und im Bereich des Nicht-Sagbaren schienen. Im vorliegenden Sammelband nähern sich die Autor*innen ‚Heimat‘ als polyvalentem Konstrukt an, das auf vielfältige Weise mit Bedeutung verknüpft wird. So entsteht ein facettenreiches Bild, das der Historizität und gleichzeitig Aktualität der spezifisch deutschsprachigen Begrifflichkeit Rechnung trägt. Kontroversen um ‚Heimat‘ werden so manifest und zeigen, dass eine aktive (wissenschaftliche und praktische) Auseinandersetzung aktueller denn je ausfällt.
Article
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This article presents the mutual perception among the population that inhabited the Czech-German border area which came into being after the Second World War, with emphasis on the perception and self-identification of the Sorbs, in particular. The article explains the reasons of their migration to the Czech Republic and their perception by the local people. The author brought into focus the image of the Sorbs propagated by the local press at the time, the Sorbian struggle against Germanization, and the cultural development promoted and supported by the Czech authorities.
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Wer sich mit dem Begriff Heimat auseinandersetzt, kann nicht umhin, auch das Gegenteil und ihren Verlust sowie die Sehnsucht nach Heimat bzw. Beheimatung zum Thema zu machen. Waren die gesellschaftlichen Diskurse im Nachkriegsdeutschland von den Auswirkungen eines nationalsozialistischen Heimatverständnisses und den Erfahrungen von Flucht, Verschleppung und Vertreibung geprägt, die um eine Rückkehr in die Heimat kreisten, so brachten die Anwerbeabkommen in West wie Ost eine neue Art von Migrant*innen nach Deutschland.
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In the perspective of the concept of the “site of memory”, this paper discusses how the projects planned in Germany to commemorate flight and expulsion of the Germans after World War 2 and other forced migration processes in Europe within the 20th century were received in Czech Republic, Poland and Germany. This debate begun at the end of the 20th century, after the Federation of Expellees had announced their plans to establish the Centre against Expulsions. In context of this debate other issues were carried out, e.g. property claims, which were more observable in Czech Republic due to the last phase of the negotiation connected with the European Union accession. On the other hand, the debate in Poland and Germany, regarded rather moral than political aspects, but the most controversial point was an argument about Erika Steinbach, chairwoman of the Federation of Expellees. In Germany the debate became controversial, as the left-wing parties put through the idea of a European Centre in cooperation with East European Countries involved in flight and expulsions, as the right-wing parties insisted on establishing a German Centre in Berlin. After the elections in 2005 and after building the great coalition (CDU and SPD) the parties came to an agreement and decided to build the Museum of Expulsions in Berlin. After the resignation of Erika Steinbach in 2009, the Polish government stopped opposing. The author confronts the history of these planned memorials with the concept of the so-called “sites of memory” by Pierre Nora and others.
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O artigo apresenta uma análise de entrevistas produzidas com membros de três gerações de uma família da Colônia Entre Rios, localizada no município de Guarapuava, Paraná. A Colônia foi constituída no início da década de 1950 com chegada de cerca de 500 famílias de refugiados da Segunda Guerra Mundial, identificados como suábios do Danúbio (Donauschwaben), oriundos, em sua maioria, de campos de refugiados da Áustria. O foco da análise são as formas como os entrevistados constituem suas histórias de vida e a relação que estabelecem com o “lugar de origem”, na antiga Iugoslávia, representada como antiga pátria, e Entre Rios, a nova pátria construída no Brasil. Palavras-chave: História Oral. Suábios do Danúbio. Imigração. Refugiados. Entre Rios (Guarapuava, PR).
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Talk about a ‘refugee crisis’ dominated Germany’s political discourse in 2015/2016. The arrival of hundreds of thousands of foreigners desiring protection shaped public and private debates. However, rather than taking the term refugee crisis for granted, this article suggests that critical experiences in Germany, and responses to them, were shaped by the failure of state institutions. In the same year, as further austerity measures were imposed on Greece, German citizens questioned the state of their own public infrastructure. Following privatisation and cuts to social services, national, regional, and local authorities lacked the capacity to respond adequately to newcomers’ needs. The sight of failing state institutions contributed to a sense of crisis. Simultaneously, however, the apparent state incapacity—particularly also in Berlin, the focus of this article—opened up spaces for emergent civil society actors, including minority groups. Muslims organised in associations could perform relevance as reliable citizens and raise their public profile. Different groups also put forward alternative visions of society. At the same time, government support for asylum seekers and the greater visibility of actors in a pluralist society pushed some conservatives towards a new far-right force: the Alternative for Germany party (AfD). The gaps in public administration that were revealed in 2015/2016 resulted in social polarisation left and right of centrist politics: nationalist conservatives rejected an increasingly multicultural country and found a new political home in the AfD, whereas left wingers and minority groups challenged austerity and claimed greater political representation for their views.
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Die öffentliche Indienstnahme von Vergangenheit ist Ausdruck politisch motivierter Geschichtsbearbeitung zu kollektiven Zwecken. Als Gedenkstaatlichkeit ist offizielle Geschichtspolitik als gezieltes Vergessensmanagement und kollektive Erinnerungsregulation zugunsten gegenwärtiger Herrschaftsziele und Normen zu charakterisieren. Der Umstand, dass sich die Funktionsweisen verordneter Erinnerungsarbeit, Geschichtlichkeitsproduktion und Vergangenheitsinterpretation regimeübergreifend ähnlich sind, macht Gedenken missbrauchsanfällig und bedarf analytischer Kompetenzen wie reflexiver Gegengewichte.
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Was ist neu an der aktuellen Migrationssituation der Bundesrepublik Deutschland? Seit den frühen 1990er Jahren gilt das Interesse der Forschung in verschiedenen europäischen Staaten ‚Neuen Migrationen‘ (King 1993, Koser und Lutz 1998, Castles und Miller 2003). In der Zwischenzeit wurden verschiedenste Bewegungen und Kontexte den ‚Neuen Migrationen‘ zugeordnet, manche davon sind längst ‚Alte Migrationen‘ geworden. Selten ist in der Debatte Wert darauf gelegt worden, zu einer systematischen Einschätzung des Neuen zu kommen. Das Neue wird häufig behauptet, selten aber belegt (Engbersen und Snel 2013, S. 24f.).
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The forced migration of twelve million Germans was central to German memory after 1945, and reflects fundamental changes in remembering the Second World War, that is, refocusing from German victims, such as expellees, to the victims of Germany in the Holocaust. Within this discourse, ‘flight and expulsion’ demonstrates Germany’s entangledness with her eastern neighbours and is turned into a European and transnational mnemonic discourse with the debates over a ‘Centre against Expulsions’ in the 2000s. This article studies ‘flight and expulsion’ between two mnemonic patterns, that is, the loss of the homeland against migration. After the collective imagination of a lost homeland in the east, the emerging Holocaust memory both marginalized ‘flight and expulsion’ in the late 1970s and introduced new patterns of commemoration. These patterns enabled a turn toward individual victimhood and the decontextualization of ‘flight and expulsion’ from the Second World War. The ‘Centre against Expulsions’ project demonstrates the coordination of the German example with other cases of forced migration and the claim for a universal commemoration of past expulsion and the condemnation of any future attempts. The case of Syrian civil-war refugees, however, reveals that such forms of decontextualization only in part transfer into humanitarian imperatives.
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This introduction identifies the ubiquitous, but controversial, public and academic debate on European Memory as a key for articulating assumptions and expectations about an enhanced process of European integration via references to Europe’s past. The authors outline contradictions that constitute this discourse by pointing to its inherently conflictive potential and carve out the implicit and explicit normative assumptions of European Memory. Albeit acknowledging differences in memories of twentieth-century mass violence, references to European Memory promise to overcome the conflicts inherent in the historical experiences of such violence. Confronting this bias, this special issue postulates an understanding of European Memory as a discursive reality rather than a normative ideal. European Memory becomes manifest whenever actors refer to ‘Europe’ in their interpretations of the past. Further developing an understanding of ‘entangled memory’, the contributions of this special issue share a common interest in the universalizing potential of references to European Memory. They demonstrate how mnemonic practices may lose contextual references and link or even transfer to other memories in order to articulate claims of relevance on a European level.
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In September 2000, a foundation of the Bund der Vertriebenen (BdV), the association of expellees, chaired by Erika Steinbach (CDU), who had been the president of the BdV since 1998, and Peter Glotz (SPD), publicly announced its recommendation that a centre against expulsions in Berlin should be established. This triggered a heated political debate in Germany, the Czech Republic and in particular, Poland, that continued for several years. Many people feared that this would lead to a relativisation of the sense of guilt borne by Germany for the war of aggression and destruction from 1939 to 1945, and the crime of genocide and expulsions perpetrated under National Socialist rule, by commemorating the German victims of flight and expulsion as a consequence of the Second World War. There were others who feared that this would lead to a legitimisation of demands for the return of property in the countries of origin of the expellees, or even to claims for a revision of borders. In Germany, a certain political front arose between the CDU and SPD, although in part, it ran right through all the parties.
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Dass die Folgen des Holocaust für Angehörige der jüdischen Kultur und Religion sich bis weit in die Nachkommen fortgesetzt haben, wird nicht bezweifelt. In dem Artikel wird der Begriff der Generationenfolgen jedoch auch für die Angehörigen der deutschen und österreichischen Mehrheitsgesellschaft verwandt. Eine Gleichsetzung zwischen Opfer- und TäterInnenseite ist damit jedoch in keiner Weise impliziert, vielmehr geht es um eine offene Spurensuche. Unter Einbezug eines umfassenden Forschungsprojekts und einer langjährigen Recherche zu Nachkommen nach dem Holocaust und Nationalsozialismus ist der Artikel dem Anliegen gewidmet, ein besseres Verständnis für Spätfolgen und transgenerationale Phänomene traumatischer Belastungen zu ermöglichen und psychotherapeutisch vermitteln zu können.
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The migratory processes in East Germany can be characterised by two great waves of exodus. According to estimates, around a fifth of the population left the country between the end of the Second World War and 1961. Among those who turned their backs on the German Democratic Republic (GDR) in this first phase of migration were an estimated 36,000 entrepreneurs and their families (Hefele 1998). Entrepreneurs’ decisions to migrate were very closely related to the sequestration and expropriation of their businesses at the time. Many saw no further chances for themselves or their companies in a socialist state, where they would be victimised and criminalised (Hefele 1998; Hennecke 2008).
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This was the disillusioned résumé of Reverend H. after the ‘Festival Evening of Cultures’ (Festabend der Kulturen) which was planned to be the highlight of the Intercultural Week 2008 in Bayreuth, Germany. Reverend H. uses both terms ‘walls’ and ‘borders’ to define what he considers a strong separation between ‘natives’ and ‘foreigners’.2 For a number of years he was the main person responsible for the Intercultural Week, but had resigned from this position at the time of the interview. The Intercultural Week (Interkulturelle Woche, or IKW) is the largest single event celebrating Bayreuth’s cultural diversity. I participated in the meetings preparing the Week for 2008, during which the organisers also evaluated the IKW of 2007. The atmosphere of these meetings was friendly. But emotions were stirred when participants discussed an incident during the IKW of 2007: a dance troupe of ethnic Germans from the former Soviet Union had overstayed their allotted time on stage. Once they had finally finished, the audience — mainly other Germans from the former Soviet Union — left the venue, leaving the remaining artists behind, who had to perform in a nearly empty hall. After heated discussions about this issue, from which the organisers of the dance troupe remained absent, it was decided that this troupe should not participate in the Intercultural Week of 2008. The following year, the Week’s programme was reduced.
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Since the mid-1990s, historians of Germany have rediscovered ‘empire’ as a category of analysis that permits a deeper exploration of the multiple meanings of ‘Germany’ and its territorial fluctuations over time. They have looked especially closely at the maritime empire of the Second German Empire from 1884 to 1918, its impact on German identity, its earlier roots, and its relevance to subsequent periods in German history. Although research and debate on the imperialism of the Kaiserreich continues to thrive, German aspirations to a continental European empire inspired in part by the German migrations eastward from the Holy Roman Empire during the Middle Ages have received increased attention. As David Blackbourn argued recently, Mitteleuropa, or alternatively Osteuropa, was as important to Germans as India was to Great Britain and Algeria to France. Compared to the desire to colonize the ‘East’, Imperial Germany’s short-lived ‘blue water’ empire paled in significance.1 Not surprisingly, the need to assess the Nazi regime’s murderous Drang nach Osten, its continuities and ruptures with earlier imperial imaginings, contribute to this trend. Yet if the defeat of Nazism ended German expansionism, the ‘East’ left its traces in the forced migrations of ethnic Germans to what remained of the Reich. The destruction of the Nazi empire and the rediscovery of past precedents to cope with defeat shaped the most critical issue that the postwar Germanys had to confront as postcolonial societies: who indeed was ‘German’?
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O artigo analisa a “escrita de si” em cartas-pedido (Bittbriefe) enviadas entre 1946 e 1948 da Alemanha à prefeitura municipal de Blumenau-SC, Brasil. Os pedidos de donativos ou informações eram acompanhados de justificativas fundamentadas nas condições de vida e/ou histórias de vida dos remetentes e a situação do país. Analiso as estratégias retóricas empregadas na interlocução com o destinatário, o imaginário existente acerca da cidade, a mobilização da identidade étnico-nacional e a configuração de narrativas trágicas da guerra e do pós-guerra. Palavras-chave: Cartas; Escrita de si; “Narrativas de vítimas alemãs”; Alemanha pós-Segunda Guerra Mundial; Brasil.
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The Curonian Spit, formerly part of East Prussia and divided today between Lithuania and the Kaliningrad Oblast (Russian Federation), is one of the iconic landscapes in the German collective memory of the territories lost after the Second World War. Using examples from the popular genre of photographic books (Bildbände) from the 1930s to the 1960s, this article discusses to what extent previous representations (textual and visual) informed the photographic reservoir of images of the Curonian Spit as the ‘most famous landscape of East Prussia’ and explores how in the environment of the homeland societies the Curonian Spit finally transformed from an image of a national discovery into an icon of loss.
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Displacement: Three StoriesDisplacement: Forms, Experiences, NarrativesBelonging In and Out of PlaceHealing the Wounds of MemoryReplacementsReferences
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Le Deutscher Freundschaftskreis Glatz est present sur internet grâce a un blog mis en place debut 2010. Pour le Cercle d’amitie allemand de Glatz, il s’agit d’une opportunite d’informer sur les activites et les besoins de l’association de la minorite allemande vivant dans le Comte de Glatz en Basse-Silesie. Partages entre les actions caritatives au benefice des plus demunis et les manifestations culturelles classiques (litteraires, musicales) ou relevant de l’identite allemande (celebration de Noel), les billets du blog soulignent toujours le dynamisme de l’association et de ses membres, sans oublier de rappeler que ces activites ne sont possibles que grâce a la generosite des bienfaiteurs. Cet article montre la presentation publique que fait le DFK de son action : l’association de la minorite allemande rencontre bien des obstacles (problemes administratifs, manque de financement) mais s’enorgueillit de nombreux succes egalement (cours d’allemand tres frequentes, interet grandissant de la minorite pour l’association, actions sociales). La presence sur internet donne a l’association une visibilite au-dela des frontieres regionales. En effet, nombre d’articles s’adressent en fait directement aux expulses pour leur donner des nouvelles de la Heimat et des Allemands qui y vivent. Ainsi, le blog du DFK est un pendant electronique aux journaux de la Heimat publies par les expulses depuis les annees 1950. Mais l’ancrage du DFK dans la Heimat actuelle donne un point de vue sur la situation vecue par la minorite totalement different de ce que rapporte le journal officiel des expulses du Comte de Glatz.
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Based on an analysis of musical childhood memories from over 80 Germans from the Bohemian lands and historical evidence, this article investigates processes of social and political integration and assimilation of German children and young adults who, in the aftermath of the Second World War, were either expelled to Germany or remained in their Bohemian homelands. Memories of Germans expelled to West Germany disclose the various ways in which musical repertoire and musical practices are able to mitigate both the loss of the homeland and the distressing overall effects of expulsion, as well as reveal how music facilitates the building of a new sense of belonging in the face of geographic displacement and material dispossession. The study further highlights how the reframing and even silencing of musical practices on the other side of the Iron Curtain in Czechoslovakia affected processes of social-identity reconstruction until and after the 1989 fall of Communism. Results of this study foreground that individual musical experiences reveal new historical narratives of how German expellees used and still use musical practices to negotiate intercultural power relationships and rebuild a sense of belonging in their respective post-war environment in West Germany or Czechoslovakia/Czech Republic.
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The politics of identity and citizenship has assumed increasing importance as our polities have become significantly more culturally, ethnically and religiously diverse. Oifferent types of scholars, including philosophers, sociologists, political scìentìsts, anthropologists, geographers, linguists and historians make contributions to this field and this series showcases a variety of innovative contributions to it. Focusing on a range of different countrìes, and utilizing the insights of different discìplines, the series helps to illuminate an increasingly controversial area of research and titles in it will be of interest to a number of audiences including scholars, students and other interested individuals. Palgrave Politics of Identity and Citizenship Series Series Standing Order ISBN 978-0-230-24901-1 (hardback) (outside North America on/y) You can receive future titles in this series as they are published by placing a standing order. Piea se contact your bookseller or, in case of difficulty, write to us at the address below with your name and address, the title of the series and the ISBN quoted above. palgrave macmilLan * Selection and editorial matter Any person who does any unauthorized act in relation to this publication may be liable to criminal prosecution and civil claims for damages. Palgrave Macmillan is the global academic imprint of the above companies and has companies and representatives throughout the world. PalgraveC!> and MacmillanC!>are registered trademarks in the United States, the United Kingdom, Europe and other countries. ISBN 978-0-230-28052-6 This book is printed on paper suitable for recycling and made from fully managed and sustained forest sources. Logging, pulping and manufacturing processes are expected to conform to the environmental regulations of the country of origino A catalogue record for this book is available from the British Library.
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