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Abstract

Das international etablierte didaktische Rahmenwerk “Community of Inquiry” (Garrison et al., 2000) wird für die Planung und Umsetzung vom asynchronen Online-Unterricht eingesetzt. Es umfasst drei interdependente Elemente: kognitive, soziale und Lehrpräsenz, die zusammen eine wertvolle Bildungs- und Lernerfahrung ermöglichen sollen. Im FWF-geförderten Projekt LACOI (P 32915-G) wurde untersucht, wie eine Echtzeitanalyse und -Darstellung von sozialen und kognitiven Lernprozessen in Online-Foren funktionieren kann. Fernziel dabei ist die Entwicklung eines Learning Analytics Dashboard. Im Rahmen des Projekts wurden manuelle Inhaltsanalysen der studentischen Postings in ausgewählten Kursen durchgeführt, um das Ausmaß von kognitiver Präsenz und sozialer Präsenz zu bestimmen. Hierfür wurde auf Basis des Original-CoI-Kodierungsleitfadens (Garrison et al. (2001), Shea et al. (2010) und Rourke et al. (1999)) dieser deutschsprachige Kodierungsleitfaden erarbeitet.
1
Community-of-Inquiry-Rahmenwerk:
Deutschsprachiger Kodierungsleitfaden zur Inhaltsanalyse
der kognitiven und sozialen Präsenz
(Community of Inquiry framework: German language coding guide for content
analysis of cognitive and social presence)
Éva Kaczkó, Lisa-Maria Norz, Verena Dornauer, Elske Ammenwerth
Projekt LACOI - Representation of a Community
of Inquiry in Cooperative Online-based Courses
through Learning Analytics
Imprint
Authors: Éva Kaczkóa, Lisa-Maria Norzb, Verena Dornauerb, Elske Ammenwerthb
a University of Innsbruck, 6020 Innsbruck, Austria; UMIT Private University for Health Sciences and Health
Technology, 6060 Hall in Tirol, Austria
b UMIT Private University for Health Sciences and Health Technology, 6060 Hall in Tirol, Austria
Overall implementation: Éva Kaczkó
Hall in Tirol, Austria, 2022.
License: CC BY- SA 4.0
For details about the license and legal conditions: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/
Suggested citation:
Kaczkó, É., Norz, L-M., Dornauer, V., and Ammenwerth, E. (2022). Community-of-Inquiry-
Rahmenwerk: Deutschsprachiger Kodierleitfaden zur Inhaltsanalyse der kognitiven und
sozialen Präsenz. Austria, Hall in Tirol: UMIT. (please add the doi number visible on
ResearchGate)
None of the authors have financial interests that conflict with the content presented in this
document. The project was funded by the Austrian Science Fund (FWF) [grant number P
32915-G].
Feedback: Please send your comments on this publication to lisa-maria.norz@umit-tirol.at.
Inhalt
Einleitung ................................................................................................................................................. 1
Allgemeines Vorgehen bei der Kodierung ............................................................................................... 1
Kodierungsregel für die kognitive Präsenz .......................................................................................... 2
Kodierungsregel für die soziale Präsenz .............................................................................................. 2
Kodierungsschema .................................................................................................................................. 3
Kognitive Präsenz ................................................................................................................................ 3
Soziale Präsenz .................................................................................................................................... 9
Literatur ................................................................................................................................................. 14
1
Einleitung
Das international etablierte didaktische Rahmenwerk “Community of Inquiry(Garrison et al., 2000)
wird für die Planung und Umsetzung vom asynchronen Online-Unterricht eingesetzt. Es umfasst drei
interdependente Elemente: kognitive, soziale und Lehrpräsenz, die zusammen eine wertvolle Bildungs-
und Lernerfahrung ermöglichen sollen.
Im FWF-geförderten Projekt LACOI wurde untersucht, wie eine Echtzeitanalyse und -Darstellung von
sozialen und kognitiven Lernprozessen in Online-Foren funktionieren kann. Fernziel dabei ist die
Entwicklung eines Learning Analytics Dashboard.
Im Rahmen des Projekts wurden manuelle Inhaltsanalysen der studentischen Postings in ausgewählten
Kursen durchgeführt, um das Ausmaß von kognitiver Präsenz und sozialer Präsenz zu bestimmen.
Hierfür wurde auf Basis des Original-CoI-Kodierungsleitfadens (Garrison et al. (2001), Shea et al. (2010)
und Rourke et al. (1999)) dieser deutschsprachige Kodierungsleitfaden erarbeitet.
Genau genommen diente der Kodierungsleitfaden als Grundlage für die manuelle, quantitative
Inhaltsanalyse der Online-Forumsbeiträge von Studierenden in ausgewählten Modulen im
Universitätslehrgang Health Information Management (HIM). Ziel war es, einen Goldstandard für eine
automatisierte Analyse der Forumsbeiträge gemäß den Kategorien des Community-of-Inquiry-
Rahmenwerks zu generieren. Anhand inhaltsanalytischer Kategorienzuordnung wurden den
Studierendenbeiträgen entsprechende kognitive Präsenz-Codes und soziale Präsenz-Codes
zugeordnet. Damit kann eine quantitative Darstellung des Vorkommens der verschiedenen Kategorien
erarbeitet werden.
Allgemeines Vorgehen bei der Kodierung
Die Kodierung sollte durch mindestens zwei Personen und einer/eines Überprüfer:in als dritte Person,
welche bei Unterschieden in der Kodierung hinzugezogen wird. Die Beurteilung der Übereinstimmung
der beiden Kodierer:innen kann durch Interrater-Reliabilität (Cohens Kappa) quantifiziert werden.
Die Analyseeinheit für die Kodierung sind alle vorliegenden Studierendenbeiträge in allen Foren in den
ausgewählten Online-Modulen. Forumsbeiträge von Lehrenden werden nicht verwendet, da diese im
Fall der kognitiven Präsenz entweder Triggering Event oder Lehrpräsenz darstellen.
Studierendenbeiträge, welche einen Triggering Event beinhalten, werden aber kodiert. Für die soziale
Präsenz werden ebenfalls nur die Studierendenbeiträge kodiert, da Lehrenden-Beiträge der
Lehrpräsenz zugeordnet werden.
Es ist sinnvoll, zunächst eine Probekodierung durchzuführen. Die ersten 50 Forumsbeiträge werden
dabei gemeinsam kodiert und auf Konsensus überprüft. Im Anschluss erfolgt die Konsensus-
Überprüfung nach jeden 150 - 200 Forumsbeiträgen. Bei Unterschieden in der Kodierung erfolgt die
Konsensfindung durch Diskussion. Kann kein Konsens gefunden werden, wird die/der Überprüfer:in
als dritte Person hinzugezogen.
Zur Unterstützung der Kodierung und Konsensfindung kann eine Software für qualitative
Inhaltsinhaltsanalyse (wie zum Beispiel MaxQDA) verwendet werden, welche auch die Interrater-
Reliabilität berechnen können.
2
Kodierungsregel für die kognitive Präsenz
Kontexteinheit: Eine dedizierte Lern-Aufgabe im Online-Forum und alle dazugehörenden Threads
und Forumsbeiträge der Studierenden.
Es ist wichtig, die Beiträge in ihrer zeitlichen Reihenfolge zu kodieren, um den Kontext zu
verstehen.
Kodiert wird auf Sinneinheitsebene. Eine Sinneinheit ist eine zusammenhängende Textstelle, die
einem Code zugeordnet werden kann. Diese Textstelle kann einen ganzen Forumsbeitrag oder
einen Teil davon umfassen.
Die Inhalte von Anhängen, URL-Verweise in Postings und Ähnliches werden in diesem Leitfaden
nicht berücksichtigt.
Kodiert wird nur auf die übergeordneten Kategorien, wie beispielsweise Exploration oder
Integration, da dies schlussendlich für die weiteren Berechnungen relevant ist. Die Indikatoren
der einzelnen Kategorien helfen aber, die Forumsbeiträge zu den Kategorien zuzuordnen.
Es gibt ebenso eine Kategorie “Others” für ganze Forenbeiträge, die keine Sinneinheit für eine
kognitive Präsenz-Kategorie zuordenbar sind.
Kodierungsregel für die soziale Präsenz
Kodiert werden ganze Forumsbeiträge.
Jeder Forumsbeitrag wird auf allen 3 binären Codes: Open Communication (OC), Affective (AF) und
Group Cohesion (GC) kodiert.
Dabei wird keine Differenzierung der Subkategorien der Codes vorgenommen. Sobald ein Indikator
für soziale Präsenz vorkommt, wird er auf die jeweilige Kategorie kodiert (es spielt aufgrund der
quantitativen Inhaltsanalyse keine Rolle, ob in dem Posting AF-1 oder AF-2 vorkommt, es wird nur
AF als übergeordnete Kategorie verwendet).
Der Code OC-1 (Continuing a thread) wurde im Vorfeld ausgeschlossen, da bei der Durchsicht
der Forumsbeiträge deutlich wurde, dass immer Antwortpostings verwendet wurden und keine
neuen Threads als Antworten eröffnet wurden (vgl. Kovanovic et al., 2014).
Forumsbeiträge der Lehrenden werden für die Kodierung der sozialen Präsenz nicht verwendet,
da diese im CoI-Rahmenwerk der Lehrpräsenz zuzuordnen sind.
Die Inhalte von Anhängen, URL-Verweise und Ähnlichem werden nicht kodiert.
3
Kodierungsschema
Kognitive Präsenz
Basierend auf: Garrison et al. (2001); Resolutionsphase nach Shea et al. (2010); Erläuterungen zum Lehr-/Lernprozess“ angelehnt an Shea et al. (2010) und
Garrison (2017)
Phase
Erläuterungen zum Lehr-
/Lernprozess
Code
Indikator
Ankerbeispiel
Triggering
Event (TE)
Deskriptor: wachrufend
(induktiv)
Präsentation von
Informationen, die
Neugierde und Fragen
sowie weitere
Diskussionen hervorrufen
eine gut durchdachte
Aktivität
Bezieht sich auf ein
zentrales
Organisationskonzept
oder -problem
vorzugsweise ein Dilemma
oder Problem, mit dem
sich die Studierenden
identifizieren
rahmt das Thema ein und
löst Fragen aus
Aufgabenanalyse
sowohl Lehrende als auch
Lernende können triggern
TE-1
Das Problem
erkennen
„[…] Erstelle einen Eintrag zu folgenden Fragen: Welche
theoretischen und praktischen Erfahrungen mit dem
Management von IT-Projekten bringst Du bereits mit? In
welcher Rolle warst Du schon an IT-Projekten beteiligt? Und
in welche Richtung möchtest Du Dich weiterentwickeln, was
willst Du wissen? Was sind also Deine persönlichen
Lernziele für dieses Modul? Wichtig: Formuliert wirklich
Ziele (und nicht nur Themen). Zum Abschluss hänge bitte
noch ein Foto von einem Objekt von Deinem Arbeitsplatz
an, welches für Dich das Thema Projektmanagement
repräsentiert (vielleicht Deinen Terminkalender oder einen
besonders dicken Projektordner?).
Hinweis: Bitte Deine Lernziele sorgfältig überlegen und
konkret formulieren Du wirst in den wöchentlichen
Reflektionen aufgefordert darzustellen, ob Du Deinen
Lernzielen schon nähergekommen bist. Sie sollten daher
messbar smart formuliert sein […].
(Anmerkung: Lehrenden-Angabe, somit Lehrpräsenz und
TE-1 --> wird nicht kodiert, siehe Kodierungsregel oben)
TE-2
Gefühl der
Verwirrung /
Verwunderung
4
Exploration
(EX)
Deskriptor: neugierig,
wissbegierig (divergent)
Divergierendes Denken
Das Problem verstehen
Nach relevanten
Informationen und
Erklärungen suchen
Ideen gemeinsam
erforschen, individuell
Sinn machen
Brainstorming
unterstützende oder
widersprüchliche Ideen
und Konzepten anbieten
Erzählungen über
relevante Perspektiven
oder Erfahrungen
EX-1
Divergenz - innerhalb
der Online-
Gemeinschaft
Grundsätzlich verstehe ich was Du willst. Mir stellt sich
allerdings die Frage nach dem warum. :-) Spätestens nach
Abschluss des Projektes wird da keiner mehr reinschauen
(oder sehr wenige). Das Thema Dokumentation während
des Projekts hatten wir ja noch nicht beleuchtet, da kenne
ich als Standard eine Tabelle für die Pendenzen, Vorlagen
für Protokoll, Workshop, Tests, Changes, usw. Was soll mit
den Daten passieren? Wer braucht diese und wozu? Hängt
vielleicht ja auch von der Größe des Projekts ab. Da bin ich
gespannt was Du damit machen willst, vielleicht sehe ich es
ja einfach bloß nicht. Liebe Grüße [Name]
EX-2
Divergenz - innerhalb
einer einzigen
Nachricht
Ich hätte gleich einmal gerne mehr Informationen aus den
„Hintergrundinformationen“ konkret im Projektauftrag
stehen, einfach, weil der Projektauftrag das erste
Dokument der Projektdokumentation ist und ich es gerne
kompakt hätte. Des Weiteren fiel mir auf, dass das
Gesamtziel, der erwartete Projektnutzen und die
Ressourcen nicht klar benannt werden (hier denke ich an
das „magische Dreieck“, welches ich im Projektauftrag
beantwortet wissen will zur zeitlichen Planung später).
Dann fehlen die wichtigen Daten des Auftraggebers sowie
Auftragnehmer inklusive Unterschriften. Außerdem würde
ich den PLA erweitern. Auch finde ich []“
EX-3
Informationsaus-
tausch
Liebe [Name], danke für dein Feedback! Ich habe der
Übersicht halber die Sammelvorgänge ausgeblendet.
Einblenden geht über: Gantt-Diagramm anzeigen - Register
"Format" anwählen - Häkchen setzen bei Sammelvorgänge
(ganz rechts). Liebe Grüße
(Anmerkung: es ist eine Antwort auf eine Verständnisfrage
zur einer Lösung)
EX-4
Vorschläge für
Überlegungen
Hallo ihr ITlerInnen, [Namen], aber auch alle anderen...und
[Name] natürlich auch, ich habe mein erstes IT-
angehauchtes Arbeitspaket in meinem Leben gemeißelt.
Jetzt stellt sich mir die Frage versteht ihr was ich will?
Geplant ist prinzipiell einfach eine Datenbank in MS Access
5
zu kreieren. In diese Datenbank kommen dann in einem
späteren Arbeitspaket u.a. alle Daten aus sogenannten
eCRF-Systemen (electronic Case Report Form). Diese Daten
aus den eCRF-Systemen werden zunächst mittels SAS-
Dateien in ein Excel-Sheet importiert, wo sie manuell
bearbeitet werden müssen, um dann schlussendlich in die
Datenbank in MS Access importiert zu werden. Für dieses
Arbeitspaket dann werde ich euch - den Raten der Weisen -
auch nochmal konsultieren, wenn ich darf. Jetzt geht es
einmal nur um die Datenbank und das stelle ich mir wie
folgt vor: […] Versteht ihr was ich will? Kann jemand IT-
affiner damit was anfangen? Vielen Dank bereits jetzt für
Rückmeldungen. Lg, [Name]
(Anmerkung: hier wird etwas vorgeschlagen und gefragt, ob
es nachvollziehbar erscheint)
EX-5
Brainstorming
Zu diesem Thema auch interessant der Unterschied
zwischen Lastenheft und Pflichtenheft: Wikipedia: Gemäß
DIN 69901 -5 [1] (Begriffe der Projektabwicklung)
beschreibt das Lastenheft die „vom Auftraggeber
festgelegte Gesamtheit der Forderungen an die Lieferungen
und Leistungen eines Auftragnehmers innerhalb eines
Auftrages“. Laut DIN 69901-5 umfasst das Pflichtenheft die
„vom Auftragnehmer erarbeiteten Realisierungsvorgaben
aufgrund der Umsetzung des vom Auftraggeber
vorgegebenen Lastenhefts“.
https://de.wikipedia.org/wiki/Pflichtenheft
https://de.wikipedia.org/wiki/Lastenheft LG
EX-6
Voreilige
Schlussfolgerungen
Liebe [Name], ja der Endeffekt fällt meistens auf die
Projektleitung zurück. Oft macht man aber wirklich Fehler
bei der Auswahl der richtigen Projektmitarbeiter. Was mir
schon ein Paar mal passiert ist, dass ich zwar sehr
kompetente Mitarbeiter hatte, aber genau, weil sie
kompetent waren, wurden sie mit so vielen Projekten und
Arbeiten überhäuft, dass sie gar nicht mehr die Zeit hatten,
sich intensiv mit meinem Projekt zu beschäftigen. Also ...
6
nicht nur gute Mitarbeiter ... auch die zeitlichen Ressourcen
sind wichtig. Siehe "Magisches Dreieck".”
Integration
(IN)
Deskriptor: tentativ
(konvergent)
Entscheidungen über die
Integration von Ideen,
Ordnung und Struktur
Nachrichten mit
begründeten Zustimmung
auf anderen Ideen
aufbauen
eine Begründung oder
Rechtfertigung liefern
ausdrücklich eine Lösung
anbieten
IN-1
Konvergenz - unter
den
Gruppenmitgliedern
Bezugnahme auf die
vorherige Nachricht, gefolgt
von einer begründeten
Zustimmung.
Auf den Ideen anderer
aufbauen, sie ergänzen.
Zum Thema Budget habe ich mir mal Gedanken gemacht.
Und wenn man IT-fremd ist, wird man überrascht sein,
schau Dir dazu mal den Anhang in meinem Posting an.
Wobei ich gestehen muss, dass ich die Preise für Hardware
im deutschen Markt nicht kenne und darum hypothetisch
geplant habe. Bei den Zielen hast Du auf jeden Fall Recht
mit Deiner Kritik. Hier sollte man wohl mit Herrn Huber
unbedingt nacharbeiten. Bezüglich Meilensteine: Wenn der
Pilot abgeschlossen ist müssen eventuell nochmals
Korrekturen am System vorgenommen werden. Und die
Frage ist ob man mit der Schulung der restlichen
Mitarbeiter wartet bis die Ergebnisse des Piloten vorliegen.
Dann zum Abstand zwischen Beginn und Projektende: Nach
Beginn wird sicher nochmal nachgearbeitet werden.
Vielleicht werden auch erst dann die benötigten
Auswertungen definiert und umgesetzt. Die Abnahme
würde ich auch erst frühestens 3-6 Monate nach Echt-
Betriebsstart vornehmen. An der Abnahme hängt
normalerweise eine Rest-Rate von 10%, das ist dann das
letzte Druckmittel, das man gegenüber dem Lieferanten hat
[… ].
IN-2
Konvergenz -
innerhalb einer
einzigen Nachricht
konkretes negatives Erlebnis in einem Projekt[:] Derzeit bin
ich in einem Ausschreibungsprojekt involviert, in dem ein
klinisches Archiv […] evaluiert wird. Warum ist dieses
Erlebnis negativ behaftet für mich? Weil der Aufwand für
ein Haus dieser Größe absolut explodiert. Der Berater kennt
selbst nicht mehr die Anforderungen aus dem Pflichtenheft
und sonst gibt es niemanden der eine Übersicht über die
Gesamtlösung behält. Das Evaluationsverfahren erstreckt
sich über drei bis vier Bewerbungsrunden. Bezug zu
Erfolgsfaktoren[:] Ich finde es fast fahrlässig, dass der
Berater hier endlos Papier produziert. Die Anforderungen
ließen sich deutlich einfacher zusammenfassen und
überdies wird die Architektur sowieso erst im Projekt
7
entworfen. Das Projekt ist also work in progress. Dazu fällt
mir der Bezug zu Stephen Covey ein (Seven Habits of Highly
Effective People, Habbit 3 - Put First Things First). Ich denke
man sollte nicht das unwichtige zuerst erledigen, sondern
versuchen die Anforderungen anhand ihrer Prioritäten zu
abzuarbeiten. Sonst sieht man den Wald vor lauter Bäumen
nicht mehr.
IN-3
Verknüpfung von
Ideen, Synthese
Hallo [Name], ich bin ganz deiner Meinung bei den
aufgelisteten fehlenden Angaben im Projektauftrag, bin auf
ein ähnliches Ergebnis gekommen. Besonders gut hat mir
deine Ergänzung bei den Meilensteinen gefallen, ist aber
ein ganz wichtiger Punkt auf den ich nicht gekommen bin:
Hier fehlt mir die „Evaluation des Piloten und ggf. im
Anschluss notwendige Adaptierung der Soft- und
Hardware“. Besonders kritisch im Projekt sehe ich, dass nur
examinierte Pflegekräfte dokumentieren sollen. Wie sollen
die anderen Pflegenden (Schüler und Hilfsdienste) ihre
geleisteten Tätigkeiten nachweisen? Hier wären Lücken und
Fehler in der Doku vorprogrammiert. Liebe Grüße [Name]
IN-4
Lösungen erstellen
Hallo ihr Lieben! Anbei meine Grafik mit den wichtigsten
Punkten für eine Sitzung.... Was meint ihr dazu?
(Anmerkung: es ist ein Beispiel für eine Aufgabenstellung,
die deduktive Bearbeitung verlangt und sofort zu
Integration anleitet.)
Resolution
(RE)
Deskriptor:
festgelegt/verpflichtet
(deduktiv)
Lösung durch eine
stellvertretende
Umsetzung oder ein
Gedankenexperiment
RE-1
Stellvertretende
Anwendung von
Testlösungen in der
realen Welt
Wir sind definitiv wie oben beschrieben vorgegangen. Für
mich sieht es schon nach SCRUM aus, da hier Teil für Teil
fertig gestellt wurde. Lediglich haben wir von Anfang an
gewusst was wir wollten. Theoretisch wäre es auch möglich
gewesen, während der Erstellung des Mahnwesens
Wünsche zu äußern und diese während des
Fertigungsprozesses zu beauftragen. Da das Projekt
Mahnwesen einfach sehr klein und überschaubar ist, war es
für uns keine große Kunst, sich zu überlegen, was man von
Anfang bis Ende braucht. Zudem haben wir derlei Add-Ins
8
testen (z.B. Präsentation,
Verteidigung)
Test durch direkte
Anwendung oder
Aktionsforschungsprojekt
Weiterentwicklung einer
Lösung nach Feedback
Reflexion über
Anwendbarkeit der
Lösung im beruflichen
Umfeld
Evaluation der Lösung (als
Gedankenexperiment)
schon öfter beauftragt. Mag hier an unserer Erfahrung
liegen, dass wir nicht inkrementell vorgehen mussten.
RE-2
Lösungen verteidigen
Hallo, Mein Projektauftrag wurde nur geändert, indem das
Projekt nur weniger strategisch, sondern viel mehr operativ
wurde. Das macht für mich praktisch gesehen also viel mehr
Sinn :-). Im Anhang ist das Update meines Projektauftrages.
lg [Name]
(Anmerkung: Lösung wurde anhand der Feedbacks der
Peers überarbeitet)
9
Soziale Präsenz
Angelehnt an Rourke et al. (1999)
Kategorie
Beschreibung
Code
Name
Definition
Ankerbeispiel
Open
Communication
(OC)
Ein Klima des Vertrauens
und der Akzeptanz, das
Hinterfragen zulässt und
gleichzeitig das
Selbstwertgefühl und die
Akzeptanz in der
Gemeinschaft schützt.
Das Ausdrücken von
Zustimmung sowie das
Hinterfragen des Inhalts
von Nachrichten zeigt das
Engagement in einem
Prozess der Reflexion und
des Diskurses.
OC-2
Aus den
Nachrichten
anderer
zitieren
Verwendung von Softwarefunktionen zum
Zitieren ganzer Nachrichten anderer oder zum
Ausschneiden und Einfügen von Ausschnitten
aus Nachrichten anderer.
"...auch wenn ich nicht so viel
beisteuern konnte..." Das sehe ich nicht
so, du hast dich sehr gut eingebracht!
Zu Deinem Punkt " Wie möchtest Du
das Gelernte anwenden? " möchte ich
gerne etwas anmerken:
OC-3
Ausdrückliche
Bezugnahme
auf die
Nachrichten
anderer
Direkte Verweise auf den Inhalt von Beiträgen
anderer.
Zu deinen Zielen habe ich mir folgendes
gedacht: …“
Liebe [Name], vielen Dank für deine
Risikoanalyse. Insbesondere die Q&A
Sessions finde ich eine gute Idee. Gib
den Menschen die Möglichkeit alles zu
fragen und sie werden positiver
gestimmt - zumindest meine Erfahrung.
Lg, [Name]
Hallo [Name], bzgl. Posts ohne
Antworten: …“
OC-4
Fragen stellen
Lernende stellen Fragen an andere Lernende
oder den/der Moderator_in
auch wenn wir uns jetzt etwas
Richtung Off-Topic verabschieden nur so
eine Art technische Frage...
Zu einer Sache hätte ich vorerst eine
Frage: Du schreibst - bei Warum das
Projekt: "Schaffung der
Voraussetzungen für die Einhaltung der
allgemein anerkannten Regeln der
Hygiene und Infektionsprävention; ….“
OC-5
Komplimente
machen,
Komplimente für andere oder den Inhalt von
Nachrichten anderer.
Lieber [Name] Danke Dir für dein
nettes Feedback. Und die Lücke kannst
10
Wertschätzung
ausdrücken.
du schnell schließen so wie ich dich
einschätze, …“
.. Deine Reflektion klingt ja super
positiv und sehr motivierend. Es freut
mich sehr für dich, dass du deine Ziele
erreichen konntest. Du bist ja wirklich
mit 200% Einsatz dabei ;) Ich finde es
auch schön, dass dir der Lernerfolg mehr
Selbstvertrauen gibt. Das klingt sehr
ehrlich. Ich hoffe du behältst dein
Interesse und Motivation. Ich denke, du
spornst auch einige damit an :) (also
mich auf jeden Fall) Aber vergiss nicht,
auch mal für dich selbst Zeit zu nehmen
und auf dich zu schauen. Glg [Name]
Liebe [Name]! Deine Reflexion ist sehr
angenehm zu lesen. Denke du hast sie
gut strukturiert und bist auf die
vorgegebenen Themen eingegangen.
Deinen Erkenntnissen kann ich mir nur
anschließen. Auch von dem schnellen
Gruppengefühl das sich unter uns
gebildet hat, bin ich sehr überrascht und
finde es super angenehm so mit euch zu
lernen. Beim Lesen der Einträge geht es
mir auch so ;-)
Liebe [Name], im dritten Versuch ist er
jetzt aber wirklich sehr gelungen, dein
Projektauftrag! Besonders gut formuliert
finde ich deine Teilziele.
OC-6
Zustimmung
ausdrücken
Zustimmung zu anderen oder zum Inhalt der
Nachrichten anderer ausdrücken.
Hallo [Name], alle drei Ziele erscheinen
mir spezifisch, messbar, abstimmbar,
realistisch und terminiert, also smart.
11
Viele Grüße und schönen Sonntag,
[Name]
Hallo [Name], mir gefällt dein
Projektauftrag insbesondere mit den
Risiken gut, die bezog ich in meinen z.B.
gar nicht ein.
Affective (AF)
Ausdruck von Respekt und
Willkommenheißen durch
Emotionen und
Großschreibung
Humor und persönliche
Referenzen vermitteln
Wohlwollen
Je mehr wir über andere
Mitglieder_innen wissen,
desto vertrauensvoller und
entgegenkommender
werden wir.
AF-1
Ausdruck von
Gefühlen
Konventioneller Ausdruck von Gefühlen oder
unkonventioneller Ausdruck von Gefühlen -
umfasst Wiederholungen, Interpunktion,
auffällige Großschreibung, Emoticons.
jetzt werde ich rot ;-)
Das war noch nicht dein schlimmstes
Projekt???
:-) nein steckt nicht in
Ressourcenplanung, sorry bin schon
müde...
Check E-tivity 1.3. für Alle!!!! :-D
Hallo [Name], vielen, vielen Dank! Sehr
gut erklärt - ich habe alles Geschriebene
verstanden. Du kannst wirklich sehr gut
erklären (y). Lg, [Name]
(Anmerkung: (y): “thumbs up Emoji”)
AF-2
Humor
verwenden
Hänselei, Schmeichelei, Ironie, Untertreibung,
Sarkasmus
Auch ich habe schon einiges gelernt,
zum Beispiel dachte ich bis jetzt immer
das ein Smart ein Auto ist... :)
Die künstlerische Veranlagung fehlt
mir manchmal :-) Viele Grüße [Name]
P.S.: Finde ich eine gute Idee mit
nächsten Jahr...und wir alle von diesem
Jahr werden zu Filmstars B-)
12
AF-3
Selbst-
darstellung
Details aus dem Leben außerhalb des
Unterrichts präsentieren oder Verletzlichkeit
ausdrücken
ach herrjeh, du hast wahrscheinlich
Recht... jetzt verzweifle ich aber langsam
dran :/
Ich war ja mal echt Mathematik-
Olympiade früher, aber schon damals
stieg ich spätestens beim
Induktionsbeweis aus...:-).
Group Cohesion
(GC)
Beginnt mit einfachen
Umgangsformen wie dem
Ansprechen anderer mit
dem Namen
Nächste Stufe: inklusive
Pronomen (wir, uns)
Ein ausgewogenes
Verhältnis zwischen
persönlicher und
zielgerichteter
akademischer Identität
vorausgesetzt
GC-1
Vokative /
Anrede
Ansprache oder Bezugnahme auf
Teilnehmer_in mit Namen
Direkte Anrede von einzelnen Personen
durch die Verwendung von “@”
Hallo zusammen Vielen lieben Dank für
euer Feedback, das hat mich am
Wochenende zum Nachdenken
gebracht. @ [Name]: Ich halte meine
Ziele nicht …“
… Wegen der Namensgebung – auch
@ [Name] : Naja, so kreativ? Eher
nachahmend war ich ...
Hallo ihr Drei, vielen Dank für euer
Feedback. @ [Name] ist in ihrer
Zusammenfassung …“
Nicht @ aus Importierten Files:
Hallo an alle! Ich habe meinen
Statusbericht an die
Meilensteintrendanalyse angelehnt und
einen Bericht zur vierten Verzögerung
geschrieben. @@PLUGINFILE@@/et5-
5statusbericht_nitte.pdf Viele Grüße,
13
GC-2
Spricht die
Gruppe an oder
bezieht sich auf
sie unter
Verwendung
von inklusiven
Pronomen
Spricht die Gruppe mit wir, uns, unsere, Gruppe
an
Wir sind zum Lernen hier, und jede
Frage bringt uns weiter.
Denke auch, dass wir in den nächsten
Wochen unser Wissen noch ausfeilen
und erweitern werden. Ich bin gespannt
was uns nächste Woche erwartet :-)
Hallo [Name], such mal nach
„Gütekriterien psychologische
Tests“...ich glaube hier sind wir an der
richtigen Adresse auch wenn Anti-
Diskriminierung sehr wichtig ist...:-) Lg,
[Name]
GC-3
Phatics,
Begrüßungen
Kommunikation, die rein sozialen Zwecken
dient: Begrüßung, Verabschiedung
(Anmerkung: Hier werden keine bloßen
Anreden kodiert, sondern tatsächliche
Ansprachen mit sozialen Komponenten)
Liebe [Name] You made my day :-)
Liebe Grüsse [Name]
Super! Freut mich! (y) Lg, [Name]
14
Literatur
Garrison, D. R. (2017). E-learning in the 21st century: a community of inquiry framework for
researchand practice (3rd ed.). New York, London: Routledge.
Garrison, D. R., Anderson, T., & Archer, W. (2000). Critical inquiry in a text-based environment:
computer conferencing in higher education. The Internet and Higher Education, 2(2-3), 87105.
Garrison, D. R., Anderson, T., & Archer, W. (2001). Critical thinking, cognitive presence, and computer
conferencing in distance education. American Journal of Distance Education, 15(1), 723.
https://doi.org/10.1080/08923640109527071
Kovanovic, V., Joksimovic, S., Gasevic, D., & Hatala, M. (2014). What is the Source of Social Capital? The
Association Between Social Network Position and Social Presence in Communities of Inquiry.
First International Workshop on Graph-Based Educational Datamining (G-EDM).
https://www.researchgate.net/publication/263852006
MAXQDA, Software für qualitative Datenanalyse, 1989 2019, VERBI Software. Consult.
Sozialforschung GmbH, Berlin, Deutschland.
Rourke, L., Anderson, T., Garrison, D. R., & Archer, W. (1999). Assessing Social Presence in
Asynchronous Text-Based Computer Conferencing. Journal of Distance Education, 14(2), 50-71.
Shea, P., Hayes, S., Vickers, J., Gozza-Cohen, M., Uzuner, S., Mehta, R., . . . Rangan, P. (2010). A re-
examination of the community of inquiry framework: social network and content analysis. The
Internet and Higher Education, 13(1-2), 1021. https://doi.org/10.1016/j.iheduc.2009.11.002
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Article
Full-text available
This article describes a practical approach to judging the nature and quality of critical discourse in a computer conference. A model of a critical community of inquiry frames the research. A core concept in defining a community of inquiry is cognitive presence. In turn, the practical inquiry model operationalizes cognitive presence for the purpose of developing a tool to assess critical discourse and reflection. The authors present encouraging empirical findings related to an attempt to create an efficient and reliable instrument to assess the nature and quality of critical discourse and thinking in a text‐based educational context. Finally, the authors suggest that cognitive presence (i.e., critical, practical inquiry) can be created and supported in a computer‐conference environment with appropriate teaching and social presence.
Article
Full-text available
Instructional media such as computer conferencing engender high levels of student-student and student-teacher interaction; therefore, they can support models of teaching and learning that are highly interactive and consonant with the communicative ideals of university education. This potential and the ubiquity of computer conferencing in higher education prompted three of the authors of the this article to develop a community of inquiry model that synthesizes pedagogical principles with the inherent instructional and access benefits of computer conferencing (Garrison, Anderson, & Archer, 2000). This article explicates one element of the model, social presence. Social presence is defined
Article
Full-text available
The purpose of this study is to provide conceptual order and a tool for the use of computer-mediated communication (CMC) and computer conferencing in supporting an educational experience. Central to the study introduced here is a model of community inquiry that constitutes three elements essential to an educational transaction—cognitive presence, social presence, and teaching presence. Indicators (key words/phrases) for each of the three elements emerged from the analysis of computer-conferencing transcripts. The indicators described represent a template or tool for researchers to analyze written transcripts, as well as a guide to educators for the optimal use of computer conferencing as a medium to facilitate an educational transaction. This research would suggest that computer conferencing has considerable potential to create a community of inquiry for educational purposes.
Book
The third edition of E-Learning in the 21st Century provides a coherent, comprehensive, and empirically-based framework for understanding e-learning in higher education. Garrison draws on his decades of experience and extensive research in the field to explore technological, pedagogical, and organizational implications. The third edition has been fully updated throughout and includes new material on learning technologies, MOOCs, blended learning, leadership, and the importance and role of social connections in thinking and learning, highlighting the transformative and disruptive impact that e-learning has recently had on education.
Article
This study provides a simultaneous examination of all components of the Community of Inquiry (CoI) framework (Garrison, Anderson & Archer, 2000; Anderson, Rourke, Garrison & Archer, 2001; and Rourke, Garrison, Anderson & Archer, 1999) and seeks to extend previous work into the nature, development, and relationships between the constructs of “presence” hypothesized in the model. To accomplish this goal we use content and social network analysis to examine the discourse produced among all participants in two semester-length online asynchronous college courses. Coding for the existence and relative intensity of forms of presence we identify patterns and relationships between instructors' and students' teaching presence and social presence and the corresponding quantity and levels of the cognitive presence that emerges. The study reveals complex relationships between these variables that have implications for the development of higher order thinking and meaningful learning in online environments. Study findings also have implications for online teaching practice and ongoing research on the CoI framework.
What is the Source of Social Capital? The Association Between Social Network Position and Social Presence in Communities of Inquiry
  • V Kovanovic
  • S Joksimovic
  • D Gasevic
  • M Hatala
Kovanovic, V., Joksimovic, S., Gasevic, D., & Hatala, M. (2014). What is the Source of Social Capital? The Association Between Social Network Position and Social Presence in Communities of Inquiry. First International Workshop on Graph-Based Educational Datamining (G-EDM).