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Abstract

Das vorliegende Dokument umfasst drei analytische Zugänge, die sich jeweils mit a) der ästhetischen Dimension narrativer Artikulation in sozialen Medien, b) mit den Prozessen der Subjektivation im Kontext medialer Artikulation und c) mit den Auswirkungen digitaler Produktionsmöglichkeiten und Netzwerkstrukturen auf Formen der Artikulation befassen. Neben regelmäßigen gemeinsamen Arbeitstreffen und Absprachen, in denen sich das Projektteam über die Entwicklung und Anwendung von analytischen Zugängen ausgetauscht hat, wird diese analytische Arbeit insbesondere in einer Reihe von geplanten und bereits veröffentlichten Publikationen manifest. Das Dokument gibt einen Überblick über die bislang publizierten und zur Publikation eingereichten thematischen Analysen. Die Einzelnen Analysen werden hierbei jeweils in zusammengefasster Form dargestellt. Die Zusammenfassungen beschreiben jeweils zunächst den Gegenstand beziehungsweise das Thema der Analyse, konkretisieren die Fragestellung, beschreiben die im Beitrag eingenommene theoretische Perspektive sowie das Vorgehen und legen dar, in welcher Form sie sich auf Forschungsdaten aus dem Projektzusammenhang beziehen. Weiter wird angegeben, welche zentralen Ergebnisse aus der Analyse hervorgehen und wo der Beitrag publiziert wurde oder veröffentlicht werden soll.
D4.2 Ergebnisse der thematischen Analysen (M39)
Onlinelabor für Digitale Kulturelle Bildung
Förderkennzeichen: 01JKD1705
D4.2 Ergebnisse der thematischen Analysen
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Das diesem Bericht zugrundeliegende Vorhaben wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung,
und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01JKD1705 gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt
dieser Veröffentlichung liegt bei den Autoren.
Start des Projekts: 01.10.2017 Ende des Projekts: 30.09.2021
Autor°innen: Nick Böhnke, Christoph Richter & Christoph Schröder
Einleitung
Das vorliegende Dokument umfasst drei analytische Zugänge, die sich jeweils mit a) der ästhe-
tischen Dimension narrativer Artikulation in sozialen Medien, b) mit den Prozessen der Subjek-
tivation im Kontext medialer Artikulation und c) mit den Auswirkungen digitaler Produktions-
möglichkeiten und Netzwerkstrukturen auf Formen der Artikulation befassen. Neben regelmä-
ßigen gemeinsamen Arbeitstreffen und Absprachen, in denen sich das Projektteam über die
Entwicklung und Anwendung von analytischen Zugängen ausgetauscht hat, wird diese analyti-
sche Arbeit insbesondere in einer Reihe von geplanten und bereits veröffentlichten Publikatio-
nen manifest. Das Dokument gibt einen Überblick über die bislang publizierten und zur Publi-
kation eingereichten thematischen Analysen. Die Einzelnen Analysen werden hierbei jeweils in
zusammengefasster Form dargestellt. Die Zusammenfassungen beschreiben jeweils zunächst
den Gegenstand beziehungsweise das Thema der Analyse, konkretisieren die Fragestellung, be-
schreiben die im Beitrag eingenommene theoretische Perspektive sowie das Vorgehen und le-
gen dar, in welcher Form sie sich auf Forschungsdaten aus dem Projektzusammenhang bezie-
hen. Weiter wird angegeben, welche zentralen Ergebnisse aus der Analyse hervorgehen und
wo der Beitrag publiziert wurde oder veröffentlicht werden soll.
Analysen in Bezug auf die ästhetische Dimension medialer Artikulationen
Böhnke, N. (im Erscheinen). Anderes und anders sichtbar machen. Jenseits des Verstehens bild-
licher Artikulationen in sozialen Medien. In: M. Ide (Hrsg.). Ästhetik digitaler Medien. Aktuelle
Perspektiven. Bielefeld: transcript.
In den bildbasierten Sozialen Medien werden unablässig Bilder geteilt, um mit anderen zu kom-
munizieren, um ihnen etwas Bestimmtes zu zeigen, dessen Bedeutung verhandelt wird. Dabei
darf nicht übersehen werden, dass nicht jede durch Bilder transportierte Botschaft von der
D4.2 Ergebnisse der thematischen Analysen (M39)
schieren Masse der potentiell angesprochenen Adressaten verstanden wird. Geht also die un-
ablässige Anstrengung Bilder von etwas zu produzieren, nicht immer auch mit dem Zulassen
der Kontingenz des sich Zeigenden einher, sodass die Präsenz eines unbestimmten Anderen
ankommen zu gelassen werden muss, das unter Umständen unverständlich bleibt?
Mit Blick auf die Beträge auf den Impuls Wie ein gewöhnliches Posting entsteht, aber auch die
Beiträge und Diskussionen mit Teilnehmer°innen über ihre Beiträge zum Impuls Pop, Poetry or
Crap wurde diese Frage nach dem gegenseitigen Verstehen und Kommunizieren durch Bilder
bereits entfaltet.
Um die Bedingungen des Verstehens in der Kommunikation durch Bilder thematisieren zu kön-
nen, wird der Rezeptionsprozess im Anschluss an Gottfried Boehm (Boehm 1978, 1980, 1994,
2004, 2006, 2011) als mediale Transposition unter der Bedingung von Bildlichkeit erscheinen-
der ikonischer Elemente behandelt. Ihren spezifischen Bedeutungsgehalt erhalten Bilder dann
nur, wenn die potenziellen Beziehungen der formalen Bildgestaltung von den Produzenten ge-
zielt eingesetzt und von den Rezipienten bewusst nachvollzogen werden. Angesichts der
Schwemme der Bilder und einer immer kürzer werdenden Aufmerksamkeitsspanne muss aller-
dings angenommen werden, dass die Produktion von Bildern in derartigem Ausmaßen nicht
selten formal unreflektiert vonstatten geht. Und dennoch werden Bilder produziert und prä-
sentiert und das Verstehen steht auf dem Spiel.
Das zentrale Ergebnis der Analyse ist das Plädoyer für die Wendung des Bezugs. Der Bezug auf
die Bilder kann seinen Ausgang nicht am Verstehen des jeweils intendierten Sinns einer kon-
kreten Aussage haben. Der Bezug muss seinen Ausgang bei einer Produktivität nehmen, die
nicht schon etwas bedeutet und etwas bedeuten will, sondern vielmehr immer wieder Überra-
schendes, bis dato noch Unbekanntes und Neues zu Tage fördert, auf das man sich schlicht
immer wieder von Neuem einlassen sollte.
Böhnke, N. (2021, März). Instagrams Live-Video-Funktion. Das Ereignis des ängstigenden Ent-
zugs des Weltbezugs. 11. Tagung des ›Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung‹ und Herbstta-
gung der ›Sektion Medienpädagogik‹ der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft.
Die sozialen Medien scheinen dem spätmodernen Subjekt seine performative Selbstverwirkli-
chung durch stetige Sichtbarkeit für die Anderen mit der Einführung von Live-Videoformaten
und einer zeitgleich möglichen Beteiligung der Anderen noch ein wenig einfacher zu machen.
Man spricht in eine Kameralinse und blickt dabei nur sich selbst, nicht aber die anderen an, die
virtuell mit anwesend sind.
Diese Anwesenheit bei gleichzeitigem Mangel an Unmittelbarkeit des Begegnens führt dazu,
dass der Produzent primär sich selbst beim Produzieren beobachtet, sich in einer Art geschlos-
senem Umfeld artikuliert, das dann doch plötzlich von den Kommentaren aus dem Off durch-
brochen werden kann. Wenngleich er nicht mit anwesend sein muss, kann jeder kommentie-
rend eingreifen. Über den Contentcreator bricht das Nicht-Intentionale plötzlich herein. Die
zurechtgelegte Dramaturgie, wie das Selbstbild vermittelt werden soll, kann nicht konsistent
fortentwickelt werden, da es die Fragen der Anderen nach Antworten des Creators verlangen.
Antworten, die allerdings immer schon zu spät kommen.
Hieraus ergibt sich die Frage, inwieweit die Live-Videoformate der Sozialen Medien Artikulation
kontrollieren lassen und inwiefern die Artikulationen der Anderen im Intendierten, Geplanten
und Inszenierten der Contentcreator widerhallen. Wann und unter welchen konkreten Bedin-
gungen kommt es zu Brüchen und steht dann das gegenseitige Verstehen auf dem Spiel?
D4.2 Ergebnisse der thematischen Analysen (M39)
Eine Annäherung an eine Antwort geschieht unter Zuhilfenahme des performanzästhetischen
Ansatzes nach Erika Fischer-Lichte (Fischer-Lichte 2001, 2002, 2003, 2013). Dabei wird die
Emergenz des jetzigen Vollzugs thematisch, die auch einige die Selbstverwirklichungskultur
kennzeichnenden negativen Emotionen auslösen kann, etwa wenn die Selbstinszenierung
durch nicht zu steuernde Kommentare, also den Einbruch des Nicht-Intentionalen gestört wird.
Das zentrale Anliegen der Analyse ist es den individuellen oder gemeinschaftlichen Umgang mit
Unsicherheiten aufzudecken, den Umgang mit Unsicherheiten, die mit dem Verwischen der
Grenzen von Produzenten und Rezipienten entstehen. Wesentlich ist hier der Begriff des em-
phatischen Ereignisses, mit dem das Geschehen eines emotional ängstigenden Entzugs des Be-
zogenseins auf die Welt einhergeht.
Analysen in Bezug auf Prozesse der Subjektivation im Kontext medialer Artikulationen
Schröder, C. & Asmussen, M. (2021, März). Artikulation, Anerkennung und Adressierung in di-
gitalen Kontexten. Fragen und Suchen nach Subjektivationsmechanismen. 11. Tagung des
›Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung‹ und Herbsttagung der ›Sektion Medienpädagogik‹
der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft.
Das Grundinteresse der Analyse liegt in der Frage, welche Rolle Soziale Medien in Bildungs- und
Subjektivierungsprozessen spielen. Es wird sich dabei mit der Frage befasst, wie Subjekte sich
in Sozialen Medien mittels artikulativer Akten als spezifische Subjekte adressieren und aner-
kennen. Mit Ricken et al. (Reh & Ricken, 2012; Ricken, 2013; Ricken et al., 2017, Rose 2019)
wird eine erziehungswissenschaftliche Perspektive zur Subjektivation eingenommen, die durch
eine relationale praxistheoretische Perspektive in Form eines praxistheoretischen Medienbe-
griffs ergänzt wird. Die in den oben benannten Publikationen beschriebenen mehrdimensiona-
len Fragenheuristiken (samt einer Erweiterung durch Rabenstein 2019) werden in eine einheit-
liche Heuristik eingefasst und beispielhaft systematisch auf einen Forschungsbeitrag angewen-
det.
Die vorliegende Frageheuristik scheint in vielen Hinsichten sehr spezifisch für den schulischen
Kontext bedacht zu sein und fokussiert stark sprachliche Artikulationsformen. Es wird ein Vor-
schlag gemacht, wie die Heuristik durch Aspekte einer (praxistheoretisch verstandenen) Medi-
alität ergänzt werden könnte, um besser auf Phänomene digitaler Alltagspraktiken anwendbar
zu sein.
Geplant ist eine Einreichung bei der Zeitschrift für Medienpädagogik.
Analysen in Bezug auf die Transformation kultureller Codierungen in digitalen Medien
und Netzwerken
Richter, C., & Allert, H. (2020). Bildung an der Schnittstelle von kultureller Praxis und digitaler
Kulturtechnik. MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung, 39, 13
31. https://doi.org/10.21240/mpaed/39/2020.12.02.X
Gegenstand des Beitrags ist die Entwicklung eines (medien-)pädagogischen Orientierungsrah-
mens, der es erlaubt den genuinen Einfluss digitaler Technologien und ihres praktischen Ge-
brauchs auf Bildungsprozesse zu untersuchen und kritisch zu reflektieren. Der Beitrag geht der
D4.2 Ergebnisse der thematischen Analysen (M39)
Frage nach, wie eine (medien-)pädagogische Auseinandersetzung mit digitalen Technologien
aussehen kann, die sowohl der konstitutiven Verwicklung von Mensch und Welt wie auch der
performativen Eigensinnigkeit digitaler Technologien Rechnung trägt. Das von Christiane Floyd
(1997, 2002) entwickelte Konzept der (auto-)operationalen Form wird hierbei mit praxistheo-
retischen Ansätzen in Bezug gesetzt und zu einer technikgenetischen Perspektive weiterentwi-
ckelt. Ausgehend von dem im Onlinelabor entwickelten Impuls Schönheit im Auge des Algorith-
mus zeigt der Aufsatz die Möglichkeiten zur Rekonstruktion und Analyse der autooperationalen
Form eines konkreten Algorithmus‘ auf. Die Analyse ergänzt insofern die entsprechenden Bei-
träge der Teilnehmer°innen des Onlinelabors um eine technikgenetische Perspektive. Der im
Rahmen des Beitrags entwickelte Ansatz ermöglicht es das performative Spannungsverhältnis
von digitalen Technologien und kulturellen Praktiken konzeptuell zu fassen und bildet damit
eine wichtige Voraussetzung für die kritische Auseinandersetzung mit digitalen Technologien.
Richter, C. & Allert, H. (im Erscheinen). Überlegungen zur Ästhetik digitaler Technologien aus
einer technikgenetischen Perspektive. In: M. Ide (Hrsg.). Ästhetik Digitaler Medien. Bielefeld:
transcript.
Der Beitrag befasst sich mit der Art und Weise wie digitale Technologien und Sozialen Medien
darüber mitbestimmen welche Inhalte für uns im Umgang mit diesen Technologien wahrnehm-
und erfahrbar werden. Im Mittelpunkt steht hierbei die Frage nach der Entwicklungsdynamik
digitaler Technologien und ihrer kulturellen Bedingtheit. Der Beitrag entwickelt hierzu einen
technikgenetischen Zugang, der die Wirkmacht digitaler Technologien in den Entwicklungsli-
nien von Herstellung und Gebrauch sowie den hieraus resultierenden gegenseitigen Erwartun-
gen verortet. Die hieran anschließende technikgenetische Analyse befasst sich mit den Mecha-
nismen zur Verschlagwortung von Bildern in Sozialen Medien. Die Analyse nimmt damit direk-
ten Bezug auf die in Impulsen wie Ich sehe was, was Du nicht siehst, sowie Das könnte ihnen
auch gefallen adressierten und mit den Teilnehmer°innen verhandelten technischen Grundla-
gen. Auch hier ergänzt die Analyse die entsprechenden Beiträge der Teilnehmer°innen des On-
linelabors um eine technikgenetische Perspektive. Der Beitrag verdeutlicht den notwendiger-
weise unabgeschlossenen Charakter digitaler Technologien und die hieraus resultierende Be-
deutung umfassenderer kulturell vermittelter Entwicklungslinien.
Richter, C. (Abstract eingereicht). Relationale Affordanzen oder die Möglichkeit einer ›fantasti-
schen Authentizität‹ auf Instagram. Magdeburger Theorieforum 2021.
Der Beitrag befasst sich mit der sozialen und technischen Bedingtheit digital-vernetzter Bild-
praxen am Beispiel von Instagram. Er geht der Frage nach, wie sich das design- und medienthe-
oretische Konzept der ‚Affordanzen‘ im Kontext Sozialer Medien verstehen lässt. Im Anschluss
an die Arbeiten von Hutchby (2001), Nagy & Neff (2015) sowie Bucher & Helmond (2018) ent-
wickelt der Beitrag eine relationale und mehrschichtige Konzeption von Affordanzen, die die
ermöglichenden und begrenzenden Eigenschaften digitaler Technologien nicht als inhärente
Eigenschaften eines umschriebenen Artefakts begreift, sondern sie vielmehr in einem
emergenten Geflecht materieller, affektiver und praktisch-medialer Beziehungen verortet. Zur
Illustration der empirischen Fruchtbarkeit eines relationalen Affordanzbegriffs dienen zwei Fall-
vignetten aus dem Onlinelabor für Digitale Kulturelle Bildung, die sich mit der Attraktivität in
D4.2 Ergebnisse der thematischen Analysen (M39)
sozialen Medien befassen und die Frage nach der Produktion von Authentizität in digital-ver-
netzten Bildpraxen aufwerfen. Fotografische Artikulationen und Bildpraxen erschließen sich
aus der in diesem Beitrag entworfenen Einstellung dann weniger aus ihren Produkten als viel-
mehr aus den ineinander verschränkten Prozessen ihrer sozial und technisch vermittelten Pro-
duktion, Verbreitung und Rezeption.
Fazit und Ausblick
Ziel der im Rahmen des Projekts durchgeführten thematischen Analysen ist es sich den alltäg-
lichen Praktiken der ästhetischen Artikulation in Sozialen Medien aus unterschiedlichen Per-
spektiven zu nähern, um sowohl der ästhetischen, subjektivierenden wie auch technischen Di-
mension dieser Prozesse Rechnung tragen zu können. Im Sinne einer theoretischen Empirie
(Kalthoff, 2015) geht es in diesen Analysen nicht darum, die verschiedenen Perspektiven ge-
geneinander auszuspielen oder einen ‚höherwertigen‘ Zugang gegenüber den praktischen Be-
schreibungen und Erklärungen der Teilnehmer°innen zu erlangen, als vielmehr darum einander
ergänzende Zugänge zu finden, die Artikulationen in Sozialen Medien vor dem Hintergrund un-
terschiedlicher Interessenlagen thematisieren. Es geht insofern darum, in den verschiedenen
Analysen „Theorien für die eigene Forschung in dem Sinne zu aktivieren, daß durch sie hindurch
das empirische Material ‚zum Sprechen‘ gebracht und auf diesem Wege Theorie entfaltet wer-
den kann, indem diese ihr Potential bei der empirischen Analyse zeigt“ (Kalthoff, 2015, S. 20-
21).
Die im Rahmen dieses Dokuments in zusammengefasster Form dargestellten Analysen ergeben
kein umfassendes Bild ästhetischer Artikulationen in Sozialen Medien, sie zeigen aber analyti-
sche Zugänge auf, die es ermöglichen konkrete Artikulationsformen und Praktiken in Sozialen
Medien in Bezug auf die ihnen zugrundeliegenden Logiken zu be- und hinterfragen. Hierin liegt
ihr zentraler Beitrag. Die bisherigen Analysen sind darüber hinaus jedoch auch nur als Zwischen-
ergebnisse zu verstehen, die sowohl in der noch ausstehenden Abschlusspublikation wie auch
dem „Atlas medienkultureller und ästhetischer Alltagspraktiken“ um weitere Analysen ergänzt
werden. Insbesondere im „Atlas medienkultureller und ästhetischer Alltagspraktiken“ werden
die unterschiedlichen analytischen Perspektiven dann anhand empirischer Beispiele miteinan-
der in Beziehung gesetzt.
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Chapter
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In diesem Beitrag wird ein [...] in einem längeren Arbeitsprozess entstandenes Konzept zur empirischen Erforschung von Prozessen der Subjektkonstitution in mehreren Argumentationsschritten - pointiert - dargestellt: Ausgehend von dem, wie die qualitative Bildungsforschung ihren Gegenstand - Subjekt-Bildungsprozesse - versteht, und den [sich hier] stellenden Herausforderungen (Gedanke 1) entwickeln die Autoren einen Begriff von Subjektivation als sich in Praktiken vollziehenden (Gedanke 2), vielschichtigen und ambivalenten Anerkennungsprozessen (Gedanke 3), versuchen dieses zu operationalisieren im bzw. mit Hilfe eines Modells der Adressierung (Gedanke 4) und führen dessen Fruchtbarkeit abschließend am Beispiel der Interpretation einer kleinen Szene, einer als pädagogische Situation zu verstehenden Unterrichtsinteraktion, vor (Gedanke 5). Das Fazit bilden einige kursorische Hinweise auf mögliche Potentiale einer so angelegten empirisch-qualitativen Bildungsforschung. (DIPF/Orig.).
Article
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In this essay, we reconstruct a keyword for communication—affordance. Affordance, adopted from ecological psychology, is now widely used in technology studies, yet the term lacks a clear definition. This is especially problematic for scholars grappling with how to theorize the relationship between technology and sociality for complex socio-technical systems such as machine-learning algorithms, pervasive computing, the Internet of Things, and other such “smart” innovations. Within technology studies, emerging theories of materiality, affect, and mediation all necessitate a richer and more nuanced definition for affordance than the field currently uses. To solve this, we develop the concept of imagined affordance. Imagined affordances emerge between users’ perceptions, attitudes, and expectations; between the materiality and functionality of technologies; and between the intentions and perceptions of designers. We use imagined affordance to evoke the importance of imagination in affordances—expectations for technology that are not fully realized in conscious, rational knowledge. We also use imagined affordance to distinguish our process-oriented, socio-technical definition of affordance from the “imagined” consensus of the field around a flimsier use of the term. We also use it in order to better capture the importance of mediation, materiality, and affect. We suggest that imagined affordance helps to theorize the duality of materiality and communication technology: namely, that people shape their media environments, perceive them, and have agency within them because of imagined affordances.
Article
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In contrast to recent sociological emphases on the social shaping of technology, this article proposes and illustrates a way of analysing the technological shaping of sociality. Drawing on the concept of affordances (Gibson 1979), the article argues for a recognition of the constraining, as well as enabling, materiality of artefacts. The argument is set in the theoretical context of one of the most recent and comprehensive statements of anti-essentialism (Grint and Woolgar 1997). The position is illustrated through a reinterpretation of some case studies used by proponents of the radical constructivist position.
Chapter
In dem vorliegenden Beitrag wird die Adressierungsanalyse als ein Zugang der erziehungswissenschaftlichen Erforschung von Subjektivierungsprozessen vorgestellt. Bezugnehmend auf die Debatten aktueller Subjektivierungsforschung wird unter Rückgriff auf Althussers Interpellationskonzept, Foucaults Diskursund Machtbegriff sowie Butlers Theorie zur Perfomativität und Subjektivierung die Adressierungsanalyse sozialtheoretisch gerahmt, indem insbesondere die theoretischen Figuren von Anrufung und Adressierung (bzw. Re-Adressierung) umrissen und weiter entfaltet werden. Außerdem wird method(olog)isch die Verbindung von konversationsanalytischen und diskursanalytischen Aspekten erläutert, die für die Adressierungsanalyse kennzeichnend ist. Abschließend wird die adressierungsanalytische Heuristik vorgestellt, die die interpretative Forschungspraxis (an-) leitet und (Re-) Adressierungen entlang von vier Dimensionen a.) Organisation, b.) Normen & Wissen, c.) Macht und d.) Selbstverhältnis untersuchen hilft.