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Der europäische Weg zur Standardisierung der Nachhaltigkeitsberichterstattung, in: Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis (BFuP), 74. Jg., 1/2022, S. 25-43.

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Abstract

Die Standardisierung der nichtfinanziellen Berichterstattung bzw. der Nachhaltigkeitsberichterstattung erfährt mit dem Richtlinienentwurf zur Überarbeitung der Bilanz-Richtlinie (2013/34/EU) vom April 2021 einen erheblichen Bedeutungszuwachs (nicht nur) im europäischen Kontext. Damit einhergehend ist eine fast zeitgleiche Einleitung zahlreicher internationaler Initiativen zur (Weiter-)Entwicklung von Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung zu beobachten. Darunter fällt auch die Initiative zur Schaffung europäischer Standards für die nichtfinanzielle Berichterstattung, die in der EU fortan verbindlich zu beachten sein sollen. Die Verwendung europäischer Standards läuft – zumindest bezogen auf kapitalmarktorientierte Unternehmen – der bisherigen Anknüpfung an die IFRS entgegen und lässt erstmals einen stärkeren Verbindlichkeitsgrad beim Rückgriff auf spezifische Standards erwarten. Der vorliegende Beitrag fasst den Status quo zur Einbindung von Standards im bisherigen Normenrahmen der nichtfinanziellen Berichterstattung zusammen und analysiert die Neuerungen, die mit der Überarbeitung der Bilanz-Richtlinie zu erwarten sind.

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Mit der vorgesehenen Ausweitung der Berichtspflichtenauf rund 15.000 deutsche Unternehmen gibt der im April 2021 veröffentlichte EU-Richtlinienentwurf zur Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) Nachhaltigkeitsaspekten eine ganz neue Bedeutung im Rahmen der Unternehmensberichterstattung. Zentrale Vorschläge sind die ausschließliche Verortung der Nachhaltigkeitsinformationen im Lagebericht sowie die Möglichkeit, auf europäischer Ebene detaillierte Berichtsstandards zu Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten verbindlich zu regeln. Zur Sicherung der Zuverlässigkeit der Nachhaltigkeitsdaten sollen neben unternehmensinternen Vorgaben insb. die externe Prü- fungspflicht und ein Enforcement durch die nationalen Finanzmarktaufsichten eingeführt werden. Der nachstehende Beitrag gibt einen Überblick über die wesentlichen durch die CSRD vorgeschlagenen Neuerungen und den indikativen Zeitplan für deren Verabschiedung und Umsetzung, der eine erstmalige Berichterstattung für das Geschäftsjahr 2023 vorsieht.
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Nachdem Teil 1 dieses Beitrags die regulatorischen Hintergründe zu den beiden Konsultationen der EU-Kommission anlässlich der anstehenden Überarbeitung der CSR-Richtlinie dargestellt und die Ergebnisse zum „Inception Impact Assessment“ zusammengefasst hat, widmet sich Teil 2 den zentralen Themen der Hauptkonsultation. Diese wurde am 20.02.2020 veröffentlicht und konnte bis zum 11.06.2020 kommentiert werden. Zunächst werden die Ergebnisse dieser Konsultation ausführlich dargestellt, um anschließend eine gesamthafte Würdigung des über beide Konsultationen hinweg aufgezeigten Handlungsbedarfs sowie der bisherigen Reaktionen vonseiten der EU-Kommission vorzunehmen. Bereits die Stellungnahmen zum Inception Impact Assessment anlässlich der Überarbeitung der CSR-Richtlinie verdeutlichen, dass ihre derzeit geltenden Bestimmungen als besonders reformbedürftig wahrgenommen werden. Dieses Meinungsbild bestätigen die Stellungnahmen zur Hauptkonsultation bzw. verschärfen es sogar noch: Es zeigt sich vor allem, dass grundlegende Aspekte – wie etwa der zugrunde liegende Wesentlichkeitsbegriff, die Verwendung von Rahmenwerken, die externe Prüfung nichtfinanzieller Informationen oder der Anwendungsbereich der Berichtspflichten – einer Weiterentwicklung bedürfen, um Relevanz, Entscheidungsnützlichkeit und Vergleichbarkeit der nichtfinanziellen Berichterstattung in der EU zu erhöhen. Neben diesen Problemstellungen sollen im Folgenden aber auch mögliche Lösungsansätze dargelegt werden, die im Zuge der Konsultation aufgezeigt wurden. Mit Gewissheit lässt sich jedenfalls schon sagen, dass die Überarbeitung der CSR-Richtlinie durch die EU-Kommission auch in den folgenden Monaten und Jahren von zahlreichen kontroversen Debatten begleitet sein wird.
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Die Klimaberichterstattung umfasst nach h.M. mittlerweile nicht nur die bloße Offenlegung klimarelevanter Unternehmensdaten, wie etwa CO2-Emissionen. Vielmehr soll die Klimaberichterstattung von Unternehmen aussagekräftige Informationen zur Verfügung stellen, wie der Klimawandel sowie die damit einhergehenden Maßnahmen zu seiner Begrenzung und zur Vermeidung von Treibhausgasemission sowohl die finanzielle als auch die nichtfinanzielle Performance, die Unternehmensstrategie und somit auch den unternehmerischen Erfolg in der Zukunft beeinflussen (werden). Dieser weitreichende Anspruch an die Unternehmensberichterstattung hat sich in den vergangenen Jahren als ein Teil der Initiativen zur Bekämpfung der Erderwärmung, die hierfür Unternehmen als wesentliche Mitverursacher in die Pflicht nehmen, herausgebildet. Vor diesem Hintergrund und den daraus abgeleiteten Implikationen – und insb. dem erwartbaren weiteren Bedeutungsgewinn der Rechnungslegung über Klimabelange durch Unternehmen in der EU – widmet sich der vorliegende Beitrag dem aktuellen Stand der Klimaberichterstattung als eigenständige Rechnungslegungskonzeption, die sich zunehmend von der nichtfinanziellen bzw. Nachhaltigkeitsberichterstattung loszulösen und sich zu einem Berichtskonzept sui generis zu entwickeln scheint. Dazu werden zunächst aktuelle Entwicklungsfelder der klimarelevanten Berichterstattung im EU-Raum kurz vorgestellt. Im Anschluss daran werden grundlegende Leitlinien, welche für die Klimaberichterstattung infrage kommen, näher beleuchtet. Abschließend soll die Klimaberichterstattung in der EU als zunehmend isoliert anzusehendes Berichtsformat kritisch gewürdigt werden.
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Infolge des Inkrafttretens des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (CSR-RLUG) am 18.4.2017 sind bestimmte kapitalmarktorientierte Unternehmen für nach dem 31.12.2016 beginnende Geschäftsjahre verpflichtet, ihre Berichterstattung um eine sog. „nichtfinanzielle (Konzern-)Erklärung“ zu erweitern. Da es verbreitet an Erfahrungen und Konzepten mangelt, gestaltet sich diese neue Berichtspflicht inhaltlich oftmals noch sehr diffus. Die gesetzliche Pflicht treibt somit die Praxis nicht nur der Anwender und Adressaten, sondern auch die Theorie und Standardsetzer vor sich her, statt auf Entwicklungen der Praxis aufzubauen. Infolgedessen wird bereits seit längerem intensiv nach Regelungen zur Orientierung gesucht. Verschiedenste Interessengruppen, Arbeitskreise, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen versuchen dieses Vakuum mit der Entwicklung hierfür infrage kommender Standards zu schließen. Dieser Beitrag zielt auf die Entflechtung des Wirrwarrs um die derzeit vorliegenden Standards und Empfehlungen zur CSR-Berichterstattung ab und versucht somit, wertend der Praxis Hinweise zur besseren Orientierung bei der Erfüllung der neuen Berichtspflicht zu geben.
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What are the prospects for the upward harmonization of regulatory standards, and why do governments support or oppose more stringent supranational regulation? To answer these questions, this paper examines an important case of upward regulatory harmonization, the European Union's non‐financial disclosure Directive 2014/95/EU, which requires large firms to report on their social, environmental, and human rights impacts. In spite of favorable circumstances, the Directive's opponents watered down the Commission's proposal during the course of the negotiations. Upward regulatory harmonization is difficult because of the adjustment costs it imposes on the private sector. The paper provides an in‐depth analysis of countries’ positions in the negotiations: Germany was the most hardline opponent, France the strongest supporter, and the United Kingdom was somewhere in‐between. For most countries, private sector adjustment costs determine government support and opposition for upward harmonization at the supranational level, but the analysis shows that partisan politics and varieties of capitalism also matter.
Der Entwurf zur Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)
  • J Baumüller
  • O Scheid
Baumüller, J./Scheid, O. (2021a), Der Entwurf zur Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), Praxis der internationalen Rechnungslegung, 17. Jg., S. 202-210.
Neue PrototypStandards zur Integration von Klimabelangen in die Finanzberichterstattung -Ein Vorstoß zur Weiterentwicklung der Unternehmensberichterstattung
  • J Baumüller
  • O Scheid
Baumüller, J./Scheid, O. (2021b), Neue PrototypStandards zur Integration von Klimabelangen in die Finanzberichterstattung -Ein Vorstoß zur Weiterentwicklung der Unternehmensberichterstattung, Unternehmenssteuern und Bilanzen, 23. Jg., S. 367-372.
Entwurf einer Corporate Sustainability Reporting Directive, Unternehmenssteuern und Bilanzen
  • N Borcherding
  • J Freiberg
  • S Skoluda
Borcherding, N./Freiberg, J./Skoluda, S. (2021), Entwurf einer Corporate Sustainability Reporting Directive, Unternehmenssteuern und Bilanzen, 23. Jg., S. 469-475.
EU trumpets Green Deal as its 'man on the moon moment
  • J Ekblom
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Ekblom, J./Baczyns, G. (2019), EU trumpets Green Deal as its 'man on the moon moment', in: https://www.reuters.com/article/us-climate-change-eu/eu-trumpets-green-deal-as-its-manon-the-moon-moment-idUSKBN1YF1NA, abgerufen am 19. 1. 2022.
Die Vorschläge der EU-Kommission zur Überarbeitung der CSR-Richtlinie, Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung, 21. Jg
  • C Fink
  • T Schmotz
Fink, C./Schmotz, T. (2021), Die Vorschläge der EU-Kommission zur Überarbeitung der CSR-Richtlinie, Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung, 21. Jg., S. 304-313.
Nachhaltigkeitsberichtsstandards im Fokus der EU-Gesetzgebung, Die Wirtschaftsprüfung, 74. Jg
  • G Lanfermann
  • K Schwedler
  • T Schmotz
Lanfermann, G./Schwedler, K./Schmotz, T. (2021), Nachhaltigkeitsberichtsstandards im Fokus der EU-Gesetzgebung, Die Wirtschaftsprüfung, 74. Jg., S. 762-768.
Is there a path to global sustainability standards?
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Liikanen, E. (2021), Is there a path to global sustainability standards?, in: https://www.ifrs.org/ news-and-events/news/2021/06/is-there-a-path-to-global-sustainability-standards/, abgerufen am 19. 1. 2022.
Soziale Verantwortung der Unternehmen durch Bilanzrecht? Der Gesellschafter
  • V Thurnher
  • G Meusburger-Hammerer
Thurnher, V./Meusburger-Hammerer, G. (2017), Soziale Verantwortung der Unternehmen durch Bilanzrecht? Der Gesellschafter, 46. Jg., S. 167-173.
Toward Common Metrics and Consistent Reporting of Sustainable Value Creation
  • Weltwirtschaftsforum
Weltwirtschaftsforum (2020), Toward Common Metrics and Consistent Reporting of Sustainable Value Creation, in: http://www3.weforum.org/docs/WEF_IBC_ESG_Metrics_Discussi-on_Paper.pdf, abgerufen am 19. 1. 2022.
Der neue Nachhaltigkeitsbericht der EU, Zeitschrift für Corporate Governance
  • I Wulf
  • P Velte
Wulf, I./Velte, P. (2021), Der neue Nachhaltigkeitsbericht der EU, Zeitschrift für Corporate Governance, 16. Jg., S. 107-114.
NGOs call on the EU Commission to clarify the legal framework for corporate sustainability reporting
World Wide Fund for Nature (WWF) (2018), NGOs call on the EU Commission to clarify the legal framework for corporate sustainability reporting, in: https://wwf.panda.org/wwf_news/? 339355/NGOs-call-on-the-EU-Commission-to-clarify-the-legal-framework-forcorporate-sustainability-reporting, abgerufen am 19. 1. 2022.