PosterPDF Available

Patient mit einer thorakalen Schußverletzung: Behandlungsstrategie und Zugangswege

Authors:

Abstract

Penetrierende Thoraxtraumata stellen eine Verletzung mit signifikanter Morbidität und Mortalität dar. Abhängig von dem klinischen Zustand des Patienten und den erwarteten Verletzungen stehen hierbei verschiedene Zugangswege zur Verfügung. Vor dem Hintergrund eines möglichst niedrigen zusätzlichen Operationstraumas („second hit“) sind der Nutzen und die Limitationen von minimalinvasiven Zugangswegen gegenüber konventionellen offenen Zugängen abzuwägen.
Patient mit einer
thorakalen
Schussverletzung:
Behandlungsstrategie und
Zugangswege
B. Fakundiny, Universität Magdeburg,
Medizinische Fakultät, Klinik für Herz-
und Thoraxchirurgie, M. Pech,
Medizinische Fakultät, Klinik für
Radiologie und Nuklearmedizin, A.
Popov, H. Busk, T. Walles,
Medizinische Fakultät, Klinik für Herz-
und Thoraxchirurgie
H I N T E R G R U N D
Penetrierende Thoraxtraumata stellen eine Verletzung mit signi%kanter Morbidität und Mortalität dar. Abhängig
von dem klinischen Zustand des Patienten und den erwarteten Verletzungen stehen hierbei verschiedene
Zugangswege zur Verfügung. Vor dem Hintergrund eines möglichst niedrigen zusätzlichen Operationstraumas
(„second hit“) sind der Nutzen und die Limitationen von minimalinvasiven Zugangswegen gegenüber
konventionellen o2enen Zugängen abzuwägen.
M A T E R I A L U N D M E T H O D E
Wir schildern die Behandlungsstrategie und
die Versorgung bei einem 43-jährigen
Patienten mit einer thorakoabdominellen
Schussverletzung.
Intraabdominal fand sich kein Anhalt für relevante
Organverletzungen, ins-besondere keine freie Luft
oder Flüssigkeit. Aufgrund einer zunehmenden
Kreislau%nstabilität bei letztlich unklarem
Verletzungsmuster stellten wir die Indikation zur
anterolateralen Thorakotomie rechts Ein
Mittellappen-Durchschuss wurde mittels Traktotomie
versorgt. Eine Verletzung der V. cava inferior musste
o2en übernäht werden. Im Anschluss übernahmen
die Kollegen der Viszeral-chirurgie. Diese begannen
laparoskopisch und konvertierten zu einer medianen
Längslaparotomie. Intraabdominell fanden sich
sowohl eine Ösophagus- als auch eine
Magenperforation, eine Zwerchfellläsion, eine
Milzverletzung und eine Pankreasschwanz-
verletzung. Therapeutisch erfolgten daraufhin die
Übernähung von Magen, Ösophagus und Zwerchfell
sowie eine Pankreasschwanzresektion.
S C H L U S S F O L G E R U N G
Bei ballistischen Thoraxverletzungen kann auch bei
zunächst wenig au2älliger Bildgebung ein relevantes
Verletzungesmuster mit vitaler Bedrohung des
Patienten vorliegen. In Notfallsituationen mit
potenziell lebensgefährlichen intrathorakalen
Verletzungen gibt die Thorakotomie eine
größtmögliche Übersicht über den Situs.
KORRESP. AUTOR B. Fakundiny
thoraxchirurgie@med.ovgu.de
www.med.uni-magdeburg.de
A
Abb. 2. Intraoperative Fotos
A) Das kutane Einschussloch (°) mit der oberächlichen
Mittellappenperforation (*).
B) Darstellung des Mittellappenschusskanals (*) nach
Durchführung einer anterolateralen Thorakotomie
und Eibringen eines Spreizers.
A B C
AB
*
*
°
Abb. 1. Präoperative bildgebende Diagnostik
A) Coronare CT-Schichten mit Darstellung des Projektilweges
(Pfeil)
B+C) Transversale CT-Schichten zeigen den Weg des Projektils
durch den Mittellappen und verdeutlichen die Nähe zur V.
cava superior (Pfeile)
T H E R A P I E U N D V E R L A U F
Bei Eintre2en in der Notaufnahme sahen
wir einen intubierten Patienten, der mit
0,03µg/kg/min Norepinephrin Kreislauf
stabil war. Eine präklinisch rechts gelegte
Thoraxdrainage hatte insgesamt 500 ml
blutig gefördert. Die Eintrittswunde lag
rechts subaxillär und das Projektil ließ sich
subkutan in der linken Flanke tasten. CT-
morphologisch zeigten sich rechtsseitig ein
geringer Mantelpneumothorax, ein
mäßiger
Hämtothorax und eine
Mittellappenkontusion.
ResearchGate has not been able to resolve any citations for this publication.
ResearchGate has not been able to resolve any references for this publication.