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Affektive Komplexität in rechten Kontexten – Methodologische Impulse

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Abstract

Die Erforschung rechter Kontexte bestimmt seit Langem ein distanzierender Blick auf ‚rechte Emotionalität‘: Feindselige Rhetorik treffe auf verführbare Bevölkerungsgruppen. Der Beitrag schlägt vor, sich auf die affektive Komplexität vor Ort einzulassen, um die gegenwärtige Anziehungskraft rechter Politik zu analysieren. Ausgehend von affektsensiblen Beobachtungen bei AfD-Wahlkampfveranstaltungen bietet der Beitrag methodologische Anregungen aus Ethnografie und Affekttheorie für die zukünftige Forschung. ------------------ Research in right-wing contexts has long been characterized by a distancing gaze on ‘right-wing emotionality’, linking hostile rhetorics with a seducible population. This article suggests embracing the affective complexity on site to analyze the current attraction of right-wing politics. Based on affect-sensitive observations at AfD campaign events, the article offers methodological inspirations from ethnography and affect theory for future research.
Article
Zusammenfassung In diesem Beitrag wird politische Kommunikation in den Sozialen Medien aus dem Blickwinkel der Gefühlsarbeit analysiert. Die Etablierung mobilisierender Narrative wird als Verschränkung von konkreten Ereignissen, kollektiven Wissensbeständen und Affektproduktionen verstanden. Die Rekonstruktion der medialen Praxis erfolgt anhand der Analyse eines YouTube-Videos einer rechten Fraueninitiative zur Kölner Silvesternacht. Dafür werden Mechanismen des Ethnosexismus skizziert und deren affektive Grundierung ausgeleuchtet. Nach der Darstellung des empirischen Falls wird das methodische Vorgehen, angelehnt an den Vorschlag einer Audiovisuellen Grounded Theory Methodologie (AVGTM), vorgestellt. Als Schlüsselkategorie wird die Arbeit an und mit dem ‚ethnosexistischen Ressentiment‘ herausgearbeitet.
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