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Dezentral bereitstellen – zentral finden. Zur Umsetzung hochschulübergreifender OER-Angebote

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Abstract

Um OER nutzen zu können, müssen sie gefunden werden. Dieser Beitrag beschreibt eine Lösung für den österreichischen Hochschulraum durch die Zusammenführung von lokalen Hochschul-OER-Repositorien.
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Dezentral bereitstellen – zentral finden
Zur Umsetzung hochschulübergreifender
OER-Angebote
Suchmaschinen wie Google oder Yahoo zwar eine Suche nach
OER-konform lizenzierte Materialien unterstützen, stellen aber
auch fest: «Einschlägige, umfangreichere Bildungsressourcen
«verstecken» sich jedoch häufig auf den entsprechenden
OER-Portalen und -Verzeichnissen» (Ebner & Schön, 2011, S. 7).
Nicht zuletzt weil Suchmaschinen wie YouTube (Menzel, 2021)
bei der gezielten OER-Suche nur eine beschränkte Unterstützung
bieten, ist davon auszugehen, dass die bestmögliche Auffind-
barkeit von OER in Form von deren Speicherung in Repositorien
erreicht werden kann. «OER can address the unequal distribution
of resources by facilitating the sharing of quality learning
materials through networks and repositories» (Orr, et al., 2015, S.
74).
Da OER-Repositorien den individuellen Bedürfnissen einer
Hochschule angepasst werden, entstehen sie lokal und sind
dezentral organisiert. Dies entspricht nicht unbedingt dem
Wunsch von OER-Suchenden, die in diesem Zusammenhang
häufig zentrale OER-Repositorien einfordern, die mittels einfacher
Suchfunktionen treffsichere Ergebnisse für die jeweiligen Fachbe-
reiche und Anwendungsbedarfe liefern. Wiewohl dieser Wunsch
auf den ersten Blick verständlich erscheint, sprechen viele
Gründe gegen eine zentrale OER-Plattform. Eine zentrale Lösung
bedingte auch eine zentrale Verwaltung, die zum Beispiel darüber
entscheidet, welche Materialien als OER gelten, welche Lizenzen
zulässig sind oder welche Personengruppen Materialien
hochladen dürfen. «Eine zentrale Plattform für OER wäre gleich-
bedeutend mit einer zentralen Prüfstelle für Lehr-Lern-Materialien.
Sie würde die Dynamik und die Vielfalt ersticken, die mit dem
Internet und mit offenen Lehr-Lern-Materialien verbunden sind»
(Muuß-Merholz, 2018, S. 97).
Um OER trotz ihrer dezentralen Lokalisierung möglichst breit
zugänglich zu machen, bedarf es einer Vernetzung der dezentralen
Repositorien. Dazu müssen Schnittstellen zu Repositorien an
anderen Hochschulen definiert werden, um einen institutions-
übergreifenden Austausch von offenen Lernmaterialien
sicherzustellen. Dementsprechend fordern Deimann et al. (2015)
unter anderem die Einigung auf einen Metadatenstandard sowie
den Aufbau einer OER-Suchmaschine als wesentliche Vorausset-
zungen ein, um OER möglichst gut auffindbar zu machen.
Unterstützt wird diese Forderung durch die Machbarkeitsstudie
zum Aufbau und Betrieb von OER-Infrastrukturen in der Bildung
(Deutscher Bildungsserver, 2016), die einer zentralen Speicherung
von OER unter anderem aufgrund des föderalistisch organisierten
Bildungssystems und einer hochdiversifizierten Bildungsmedien-
landschaft keine Erfolgsaussichten attestiert und daher den
1. Zum Auffinden von OER
Grundidee von Open Educational Resources (OER) ist es, (Lehr-
und Lern-)Inhalte möglichst offen zur Verfügung zu stellen. In
einer ersten Definition 2002 charakterisiert das UNESCO Forum
OER demnach als «the open provision of educational resources,
enabled by information and communication technologies, for
consultation, use and adaptation by a community of users for
non-commercial purposes» (UNESCO, 2002, S. 24). 2012 schärft
die UNESCO die OER-Definition, wobei die offene Lizenzierung,
die Beschreibung der Beschaffenheit der Materialien sowie deren
Nutzungsmöglichkeiten fokussiert werden (UNESCO, 2012). Den
Umfang der OER-Nutzung beschreibt Wiley (2014) mit seiner
5R-Typologie, die von Muuß-Merholz (2015) mit den Begriffen
«Verwahren und Vervielfältigen», «Verwenden», «Verarbeiten»,
«Vermischen» und «Verbreiten» ins Deutsche übersetzt wurde.
Diese Kategorisierung beschreibt, welche Freiheiten bei der
Verwendung von OER gewährleistet sein müssen. Die aktuellste
UNESCO-Definition von OER stammt schließlich aus dem Jahr
2019, hier werden OER beschrieben als «teaching, learning and
research materials in any medium that may be composed of
copyrightable materials released under an open license, materials
not protected by copyright, materials for which copyright
protection has expired, or a combination of the foregoing»
(UNESCO, 2019, S. 5f).
In der mittlerweile fast zwanzigjährigen Auseinandersetzung mit
OER hat sich deren Definition verändert, wobei derzeit der
Schwerpunkt auf der Offenheit, also auf der offenen Lizenzierung
und der weitestgehenden Nutzung der Materialien liegt.
Bemerkenswert dabei ist, dass der in der Ursprungsdefinition
von 2002 angeführte Aspekt, dass Informations- und Kommuni-
kationssysteme (IKT-Systeme) OER ermöglichen, in den
nachfolgenden Definitionen unerwähnt bleibt (Stracke et al.,
2019). Dies ist einerseits nachvollziehbar, weil OER eben auch
analoge Objekte umfassen, und weil IKT-Systeme für die Charak-
terisierung von OER nicht obligatorisch sind. Andererseits ist aber
auch davon auszugehen, dass OER überwiegend in digitaler
Form verfügbar sind und dass für deren Verbreitung bzw. deren
Auffindbarkeit digitale Speicherorte eine wichtige Rolle spielen.
Bereits 2007 benennen Zauchner und Baumgartner (2007)
technische Voraussetzungen als eine wesentliche Voraussetzung
für OER-Projekte und empfehlen, die Auffindbarkeit und die
Metadatierung von OER als wesentliche Elemente zu bedenken.
In weiterer Folge wird die Auffindbarkeit von OER immer wieder
als eine zentrale Herausforderung bei deren Nutzung thematisiert
(Stummeyer, 2019). Ebner und Schön (2011) zeigen auf, dass
Um OER nutzen zu können, müssen sie gefunden werden. Dieser Beitrag beschreibt eine Lösung für den österreichischen Hochschulraum
durch die Zusammenführung von lokalen Hochschul-OER-Repositorien.1
Ortrun Gröblinger, Raman Ganguly, Claudia Hackl, Michael Kopp und Martin Ebner
1 Danksagung: Die vorgestellte Entwicklung und der Beitrag entstand auch im Rahmen des Projekts «Open Education Austria Advanced» (gefördert vom BMBWF, 04/2020-03/2024).
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Aufbau einer dezentralen Infrastruktur empfiehlt. Als zu
erwartende Mehrwerte einer solchen dezentralen OER-Infra-
struktur werden genannt: größere Sichtbarkeit der Materialien;
bessere Chancen, Nutzende zu erreichen; bessere Auswahl und
besserer Vergleich der Materialien; bildungsbereichsüber-
greifende Distribution der Materialien; bessere Bearbeitung und
Modifikation von OER; die Möglichkeit, unterschiedliche Metada-
tensysteme aufeinander zu mappen; Anreicherung der Materialien
um Bewertungen von Nutzenden (Deutscher Bildungsserver,
2016).
Als Umsetzung einer dezentralen OER-Infrastruktur wird in der
Machbarkeitsstudie ein Modell vorgeschlagen, das sich aus drei
Ebenen zusammensetzt: Die physikalische Vorhaltung von OER
erfolgt in Repositorien mit ausreichenden Serverkapazitäten,
entsprechenden technischen Schnittstellen und Metadaten-
formaten. Diese Repositorien werden auf der zweiten Ebene mit
Referatorien kombiniert. Referatorien verstehen sich als online
recherchierbare Bestände von Metadaten, die als Sucheinstiege
dienen und Materialien um weitere Metadaten – etwa mit Hilfe
maschineller Auswertungen, redaktionelle Betreuung oder
nutzendengenerierte Beschreibungen – anreichern können. Als
dritte Ebene soll ein zentraler Metadaten-Austausch-Service zur
Verfügung stehen, der seine Metadaten aus den Referatorien
bezieht. Seine Aufgabe ist es, die Verfügbarkeit von Metadaten
sicherzustellen, Metadaten unterschiedlicher Standards
aufeinander zu mappen und diese automatisiert anzureichern.
Die Einhaltung entsprechender technischer Standards auf allen
Ebenen des Modells wird dabei auch als wesentliches OER-Qua-
litätskriterium benannt.
In einem Satz zusammengefasst wird in der Machbarkeitsstudie
folgende Empfehlung abgegeben: «Als zentrale Komponente
einer verteilte Angebote vernetzenden Infrastruktur wird der
Aufbau einer Aggregationsinstanz (Metadaten-Austausch-Service)
empfohlen, die auf Basis von Austauschformaten und konkor-
danten Metadaten dezentrale OER-Bestände im Sinne eines
Nachweissystems integriert und ihre Auffindbarkeit sowohl in
bereichsspezifischen als auch in übergreifenden Sichten
unterstützt» (Deutscher Bildungsserver, 2016, S. 4). Viele Elemente
dieser Empfehlung finden ihre Anwendung in der unter dem
Namen OERhub firmierenden OER-Meta-Suchmaschine, die
derzeit für österreichische Hochschulen entwickelt und deren
Funktionsweise im Folgenden beschrieben wird.
2. Die OER-Meta-Suchmaschine des österreichischen
Hochschulraums
Die Entwicklung des OERhub als OER-Meta-Suchmaschine für
den österreichischen Hochschulraum wurde bereits 2016 pilothaft
im Projekt «Open Education Austria» gestartet. Erstmals wurden
(E-)Learning-Zentren, Bibliotheken und IKT-Services der
Hochschulen als inneruniversitäre Dienstleistungen zur
Implementierung des Fachportals (2020 umbenannt in OERhub)
vernetzt (Lingo et al., 2019, S. 44). Mit dem Projektstart von
«Open Education Austria Advanced» (Laufzeit 2020-2024) im
Frühjahr 2020 wurde die Arbeit am bereits entwickelten Prototyp
weiter aufgenommen und fortgeführt, um offene Bildungsres-
sourcen aus dem nationalen Hochschulbereich verfügbar zu
machen und das Netzwerk auszuweiten. Open Education Austria
Advanced praktiziert, so wie das Vorgängerprojekt, «Openness»
im Sinn eines Wissenstransfers in die breite Öffentlichkeit, um
die gemeinsame Entwicklung der nationalen Infrastruktur für
OER fortzuführen.
Bei der Entwicklung der OER-Meta-Suchmaschine werden
Lehrende als zentrale Change Agents im Bereich der Verankerung
von OER im österreichischen Hochschulraum und somit als
zentrale Nutzendengruppe in den Fokus gerückt. Der OERHub
wird sowohl auf funktionaler Ebene wie auch in seiner Usability
stetig weiterentwickelt, um das bestmögliche Suchergebnis für
Lehrende zu liefern.
Ebenso wird bei der Zugänglichkeit des OERhub nach Prinzipien
der Barrierefreiheit gehandelt. Das Projekt stellt als Beitrag zur
freien Nutzung von Bildungsinhalten aus der Lehre und zur
Etablierung offener Praktiken entwickelte Plugins als Open-Sour-
ce-Entwicklungen zur Verfügung, die sich an aktuellen Standards
aus der Forschung orientieren (Open Access, Open Data).
2.1 Der OERhub als Service für Lehrende
Im Hochschulraum Österreich wird Lehrenden mit dem OERhub
die hochschulübergreifende Suche nach OER über die lokalen
Archivsysteme hinweg ermöglicht. Über die Facettensuche
können Suchergebnisse weiter eingeschränkt werden, sodass der
OERhub das angestrebte bestmögliche Suchergebnis für Lehrende
liefern kann. Die zentrale Metasuchmaschine greift die Metadaten
der OER ab, nicht jedoch die eigentlichen Objekte. Um zum
Download des Lehr-/Lernobjektes zu gelangen, wird vom OERhub
auf das lokale System gewechselt. Dadurch behält jedes
angebundene System die Datensouveränität ihrer Lehr-/
Lernobjekte.
Lehrende können nach dem Ownerprinzip in einem der
angebundenen institutionellen Repositorien ihre erstellten OER
ablegen (Ebner & Schön, 2011). Die Lehr-/Lernobjekte werden
somit den Lehrenden als Urheber*innen eindeutig zugeordnet.
Diese lokal gespeicherten OER werden durch ihre Auffindbarkeit
im OERhub für die breite Nutzung über die jeweiligen Institu-
tionen hinaus erschlossen. Damit trägt dieser zur nationalen,
aber auch internationalen Sichtbarkeit der Lehre an österrei-
chischen Hochschulen bei. Hochschulen tragen dabei weiterhin
Verantwortung für ihre lokalen Infrastrukturen, jeweiligen
Produktionsabläufe sowie für die Archivierung von OER.
Nach Lingo et al. (2019, S. 50) orientiert sich die Konzeption des
OERhub vormals Fachportal unter anderem auch an
Anregungen von Müller und Scholz (2012) zu «Aufbau und
Vernetzung eines Repositoriums». Hinweise für Qualitätskriterien
und Erfolgsfaktoren von Open-Access-Repositorien von der
Deutschen Initiative für Netzwerkinformation werden ebenfalls
berücksichtigt (Müller et al., 2019). Die Bündelung der Reposi-
torien mit qualitativen Mindeststandards wird ebenso beachtet
wie die Vertrauenswürdigkeit bei der Zielgruppe. Auch indem der
OERhub hochschulübergreifende Einblicke in die OER-Vielfalt des
österreichischen Hochschulraums bietet, ist der Aspekt der
Vernetzung und Einbettung als zentraler Erfolgsindikator ebenso
gegeben wie die Akzeptanz innerhalb der Fachgemeinschaft
(Lingo et al., 2019, S. 51).
https://doi.org/10.5281/zenodo.5004445
41
Lehrende können somit einerseits in ihrer Rolle als Produzierende
OER beitragen, und andererseits als Nachnutzende OER finden,
downloaden und nutzen. Die jeweiligen produzierten OER
werden im jeweiligen Quellsystem archiviert, versioniert und
lizenziert abgelegt und über die angereicherten Metadaten im
OERhub gefunden (vgl. Abb. 1.).
In einem Praxisbericht (nur Bzeigen Ladurner et al. (2020; 2021)),
wie OER aus dem LMS Moodle über ein OER-Plug-In in einem
Repositorium zur Verfügung gestellt wird. Die konkrete Schnitt-
stelle für die Datenübertragung wird je nach Systemlandschaft
der jeweiligen Hochschulen implementiert.
2.2 Voraussetzungen für die Anbindung der Quellensysteme
In Anlehnung an die European Open Science Cloud (EOSC)
(European Open Science Cloud, 2020) und die internationalen
Standards bezüglich Handhabung von Forschungsdaten orientiert
sich der OERhub an den FAIR Data-Prinzipien (GO FAIR, 2020).
Auf Basis dieser Grundsätze für die nachhaltige Nutzung von
Forschungsdaten sollen Forschungsdateninfrastrukturen im
Rahmen der Entwicklung ihrer Services implementiert werden
(Wilkinson et al., 2016). Auch der OERhub handelt nach diesen
Prinzipien, um die optimale Aufbereitung der auffindbaren OER
für Lehrende zu ermöglichen. OER müssen «findable» sein, was
bedeutet, dass diese nicht nur von Lehrenden, sondern auch von
Maschinen leicht zu finden sind. Dies äußert sich einerseits in
einem persistent identifier, der es erlaubt, den Datensatz und
dessen Metadaten zu finden, aber auch in der Anreicherung der
OER mit Metadaten. Ebenso müssen OER und ihre Metadaten
«accessible» sein, wobei zu beachten ist, dass Metadaten auch
noch verfügbar bleiben, wenn die zugehörige OER nicht mehr
vorhanden sein sollte. Der Grundsatz der «interoperability»
bedeutet, dass die im OERhub gefundenen Daten mit anderen
Datensätzen kombiniert werden können, indem sich die
Metadaten an einem gewissen Schema orientieren – im Falle des
OERhub wird das LOM (Learning Object Metadata)-Schema
verwendet. Ebenfalls wird mit kontrollierten Vokabularen
gearbeitet. Weiters müssen Daten «re-usable» sein, um die
Wiederverwendbarkeit der OER zu gewährleisten, welche durch
eine detaillierte Beschreibung in den Metadaten, entsprechende
freie Nutzungslizenzen und Standards aus den jeweiligen
Fachcommunitys gegeben ist.
Auf diesen Prinzipien basieren die Voraussetzungen für die
Anbindung eines Quellsystems interessierter Hochschulen an
den OERhub, da dieser aufgrund seiner technologischen
Architektur leicht erweiterbar und somit «open for collaboration»
bei entsprechender technischer Überlieferung der Vorausset-
zungen ist. Erforderlich für die Anbindung an den OERhub ist die
Überlieferung von Metadaten im LOM-Schema (Rensing, 2013;
Menzel & Pohl 2020; Kompetenzzentrum Interoperable Metada-
ten[KIM], 2020) sowie ein persistent identifier auf eine
Landingpage für jedes übermittelte Lernobjekt (auf welche die
Nutzenden aus dem OERhub weitergeleitet werden) und die
offene Lizenzierung der jeweiligen Lehr-/Lernobjekte.
Als erste Voraussetzung müssen die Metadaten im LOM-Schema
an den OERHub geliefert werden. Dabei sind die Felder «Titel»,
«Autor*in», «Datum» und die Information zur Lizenz Pflicht.
Damit gefundene OER über die Facetten gefiltert werden können,
braucht es Informationen über die Disziplin – beschrieben über
die ÖFOS (Statistik Austria, 2017) und den Medientypen
(MIME-Type). Eine aussagekräftige Beschreibung der didaktischen
Einbettung des Lernobjekts erhöht zusätzlich die Qualität der
Suche. Die zweite Voraussetzung stellt der persistente Link als
Verweis auf eine Landingpage dar. Auf dieser sind alle relevanten
Information und der Download des Lehr-/Lernobjekts zu finden.
Als dritte Voraussetzung muss das Objekt selbst mit einer offenen
Creative Commons Lizenz angeboten werden.
Die Anbindung für Quellsysteme (dezentrale Hochschulreposi-
torien) ist aufgrund der offenen Architektur des OERhub auf
unterschiedliche Arten möglich. Es kann hier zwischen der
OAI-PMH-Schnittstelle, der Application Programming Interfaces
(API) des OERhub und weiteren Conntectoren frei gewählt
werden. Im Rahmen der Qualitätskontrolle der Metadaten-Über-
tragung bietet der OERhub einen Validator für die übermittelten
Metadaten an, mit dem vor der Übertragung dieser an den
OERhub geprüft werden, ob die Metadaten die formalen Kriterien
erfüllen.
3. Gelingensbedingungen für das Erfassen, Verwalten und
Vernetzen von OER
Häufig bedeutet ein Bekenntnis einer Hochschule zur OER-Pro-
duktion einen echten Veränderungsprozess. Veränderung passiert
praktisch nie ohne Widerstände, weshalb der Erfolg einer lokalen
OER-Infrastruktur stark davon abhängt, dass es zu einem regen
Austausch zwischen den Handelnden kommt und möglichst alle
Arbeitsschritte ganzheitlich betrachtet werden. Damit es gelingt,
sowohl dem Bedürfnis nach lokalen Lösungen als auch zentralen
Angeboten für OER nachzukommen, müssen Maßnahmen auf
technischer, organisatorischer und strategischer Ebene ergriffen
und sinnvoll aufeinander abgestimmt werden.
3.1 Technische Aspekte
Wie bereits oben ausgeführt wurde, sind ein geeigneter Ablageort
sowie die Anforderungen, die ein solcher zu erfüllen hat, ganz
zentrale Anliegen in OER-Projekten. Ein solcher Ablageort muss
gewährleisten, dass OER ebendort gespeichert und publiziert
werden können, dass eine (auch zentrale, externe) Suche über
diese OER möglich ist und dass die User das System auch
benutzen wollen. Die Möglichkeit zu Publikation und Suche von
OER sowie die Integration des neuen Systems in die bestehende
Infrastruktur einer Hochschule sind hierbei als Minimalanforde-
rungen zu bedenken.
Abbildung 1: Schematische Darstellung der Arbeitsweise des OERhub
(Projekt Open Education Austria Advanced, 2021)
Lehrentwicklung by Openness – Open Educational Resources im Hochschulkontext
42
Aus technischer Sicht ist als Ablageort der Einsatz eines Reposi-
toriums zu empfehlen, da diese Produkte üblicherweise bereits
über standardisierte Schnittstellen und oftmals auch bereits über
vordefinierte Prozesse verfügen, welche in Folge den Austausch
mit weiteren Systemen und einen nachhaltigen Betrieb gewähr-
leisten. Auch kann durch diese Architekturentscheidung eine
langfristige Verfügbarkeit von Materialien sichergestellt werden.
Aus der Perspektive einer Hochschule ist zuerst zu erheben,
welche technische Infrastruktur bereits vorhanden ist und ob
diese gegebenenfalls genutzt bzw. integriert werden kann. Hier
stellen sich u.a. folgende Fragen: Gibt es bereits Repositorien für
andere Zwecke (wie etwa für das Forschungsdatenmanagement
oder für bestimmte Medienformate, Schlagwort:
«Videoplattform»)? Welches Lernmanagementsystem kommt
zum Einsatz? Wo verwalten die Lehrenden üblicherweise ihre
Lehrunterlagen? Wie sind diese Systeme technisch verbunden?
Gibt es bereits etablierte Workflows, beispielsweise um
Materialien mit Metadaten anzureichern?
Steiner (2017, S. 53) beschreibt, dass OER mit aussagekräftigen
Metadaten zu versehen sind, um Qualitätsstandards zu genügen.
Sowohl lokale als auch externe Suchdienste benötigen Metadaten
entsprechend gängiger Standards. Darüber hinaus gewährleisten
standardisierte Schnittstellen die Weitergabe von Metadaten,
sodass diese auch über Systeme hinweg verstanden werden.
Produktion, Publikation, Suche und (Wieder-)Nutzung von OER
sollten möglichst einfach gestaltet sein. Eine gute technische
Umsetzung berücksichtigt alle relevanten Datenquellen und
bindet diese ohne Systembrüche ein.
Es ist glich, dass Konzeption, Umsetzung und Betrieb eines
eigenen Repositoriums die an einer Hochschule vorhandenen
Ressourcen übersteigen. In solchen Fällen sollte frühzeitig über
andere organisatorische Lösungen wie z.B. Kooperationen
zwischen Hochschulen nachgedacht werden.
3.2 Organisatorische Aspekte
In OER-Projekten gibt es üblicherweise viele Interessensgruppen:
die Leitungsebene, das Lehrpersonal, die auf die Materialpro-
duktion spezialisierten Gestaltende, die technischen
Organisationseinheiten, die juristischen Fachpersonen und den
Bibliotheksbereich. Auch die Studierenden sollten hier sowohl
als Konsumierende als auch als Produzierende von OER
mitbedacht werden (Gröblinger, 2017). Aufgrund der hohen
Anzahl an diversen Interessensgruppen ist mit hohem Kommuni-
kationsaufwand zu rechnen. Bei der Konzeption, wie OER in der
Infrastruktur platziert werden können, sind zudem technische
und organisatorische Überlegungen sehr eng verzahnt.
Fragen, die hier zu beantworten sind, sind beispielsweise: Bedarf
es eines Redaktionssystems für die eigene Hochschule oder
greifen andere Mechanismen, die die interne Qualitätssicherung
von Objekten unterstützen? Oder: Wie sehen die Abläufe aus, die
dazu führen, dass eine OER in das lokale Repositorium
aufgenommen wird? Zudem braucht es Klarheit darüber, welche
Stellen für welche Aufgaben Verantwortung tragen.
Der Umgang mit OER bedarf breit gefächerter Kompetenzen,
weshalb zielgruppenspezifische Qualifizierungsangebote
angedacht werden sollten. Diese können etwa Schulungen zu
rechtlichen Gegebenheiten und Lizenzbestimmungen, zu prozes-
sualem Wissen, beispielsweise bei Fragen der Beschlagwortung,
oder zu Anwendungswissen bei der Bedienung von Software
sein. Besonders die Gruppe der Lehrenden, die primär die
Produktion von Materialien vorantreiben werden, sollte gezielt
angesprochen werden, da deren Metawissen über OER die
Qualität einzelner Objekte beeinflusst. Qualifizierungsangebote
unter der Leitung (externer) Fachpersonen liefern zusätzlich noch
den Benefit, dass hier ein Austausch innerhalb der OER-Com-
munity ermöglicht wird.
3.3 Strategische Aspekte
Besonders wichtig erscheint hier – insbesondere im universitären
Kontext – eine OER-Policy. Deimann et al. (2015) weisen darauf
hin, dass die IT-Infrastruktur auch bei der Entwicklung einer
OER-Policy als organisationale Rahmenbedingung wichtig ist,
denn hier müsse die Frage beantwortet werden, welche IT-Infra-
struktur notwendig ist, um OER zu entwickeln, zu verwalten und
zu verwenden. Die ersten beiden Beispiele von OER-Policies von
österreichischen Hochschulen unterstreichen diesen Ansatz
(Schön et al., 2021). Sowohl in der OER-Policy der Universität
Graz (2020) als auch der Technischen Universität Graz (2020)
wird die Verfügbarkeit eines eigenen OER-Repositoriums als
integrativer Bestandteil zur Förderung der Nutzung und Erstellung
von OER an der jeweiligen Universität explizit hervorgehoben.
Zusätzlich empfehlen sich Verankerungen in strategischen
Werkzeugen der Hochschulen wie beispielsweise in den Entwick-
lungsplänen sowie die Veröffentlichung von Nutzungsrichtlinien
auf Ebene der verwendeten Software.
Ein weiterer strategisch zentraler Punkt ist die Frage nach
geeigneten Anreizen (insbesondere für Lehrende), OER zu
produzieren und zu benutzen. Um sowohl zu befähigen als auch
zu motivieren sollte über geeignete unterstützende Maßnahmen
nachgedacht werden. Beispielsweise könnten Lehr- und
Lernpreise gezielt für OER vergeben werden. Eine andere
Möglichkeit ist die gezielte Unterstützung der Lehrenden durch
zentrale Servicestellen, welche die OER-Produktion übernehmen.
4. Fazit
War der Umgang mit Lehrmaterialien an Hochschulen bislang
meist vollständig in der Verantwortung der jeweiligen Lehrperson,
sind für die nachhaltige Erstellung und Veröffentlichung von OER
weitere Fachpersonen notwendig. Die Umsetzung eigener Reposi-
torien innerhalb einer Universität erhöht die Sichtbarkeit von
OER hausintern und stellt sicher, dass jene Qualitätsstandards
eingehalten werden, die für die Institution relevant sind. Werden
diese dezentralen Repositorien zentral aggregiert, wie
beispielsweise durch eine Suchmaschine wie den OERhub,
erhöht das die Sichtbarkeit, Reichweite und nachhaltige Nutzung
der OER. Hier kommt insbesondere der Frage nach den Metadaten
große Bedeutung zu.
Die Beantwortung der Frage, wie OER zu erstellen und abzulegen
sind, ist somit eine wichtige Basis für die Nutzung und Verbreitung
von OER, denn kaum etwas frustriert Nutzende von Plattformen
mehr als irrelevante Suchergebnisse (Winter Group, 2013, S. 6).
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Dieser Text kann folgendermaßen zitiert werden: Gröblinger,
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Dezentral bereitstellen – zentral finden. Zur Umsetzung
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Thesis
Full-text available
Diese Arbeit behandelt die Forschungsfrage, wie die Nutzung und die Produktion von Open Educational Resources (OER) zur Aktivierung der Studierenden im Universitätsbetrieb beitragen. Ausgangspunkt dafür ist die Darstellung des aktuellen Forschungsstandes zu OER unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von freien Bildungsressourcen an österreichischen Universitäten aus dem Blickwinkel der Studierendenperspektive. Die theoretische Basis der Arbeit bildet die Service-dominant Logic (SDL), deren Grundaussage darin besteht, dass alle in Prozessen involvierten Akteurinnen und Akteure Dienste untereinander austauschen und so gemeinsam zu Ergebnissen gelangen. Das theoretische Konzept der SDL wird ausführlich beschrieben und in weiterer Folge wird am Beispiel der OER erörtert, inwieweit sich dieses Konzept auf die Institution Hochschule praktisch anwenden lässt und welche Auswirkungen mit einer gelebten Umsetzung verbunden sind. Dazu werden die SDL und OER im universitären Kontext in Verbindung gesetzt. Aus den fünf kernbildenden Axiomen der SDL werden fünf Fragen abgeleitet, anhand derer untersucht wird, welche Personen OER verwenden und erstellen, welche Motivationen und Steuermechanismen für den Austausch von OER existieren und welcher Nutzen damit verbunden ist. Dabei wird deutlich, dass Studierende im Sinne der SDL ein wesentlicher Faktor für die Nutzung und Erstellung von OER sind. Am Beginn des empirischen Teils der Arbeit steht die Beschreibung des Forschungsdesigns und der Datenerhebung. Die Datenerhebung erfolgte zum einen mit Hilfe eines Online-Fragebogens, der sich an Studierende richtete, die bereits eine Lehrveranstaltung besucht haben, in der OER zum Einsatz kamen. Zum anderen wurden Interviews mit Lehrenden geführt, die OER bereits verwendet haben, und mit Studierenden, die bereits Erfahrungen mit OER gemacht haben. In der anschließenden Datenanalyse werden die erhobenen Daten deskriptiv dargestellt. Im abschließende Kapitel werden die angestellten theoretischen Überlegungen anhand der Ergebnisse der empirischen Untersuchung auf den Prüfstand gestellt und es wird erläutert, wie Studierende an der Verwendung und Produktion von OER als Akteurinnen und Akteure beteiligt sind beziehungsweise beteiligt sein können. Auf diesen Erläuterungen basierend wird die Forschungsfrage der Arbeit schlussendlich in Form von drei begründeten Proposals beantwortet: Je mehr Information Studierende zu OER erhalten, desto größer wird ihr Interesse sein, selbst OER zu konsumieren und zu produzieren. Je intensiver Studierende in die Produktion von OER eingebunden sind, desto mehr ändert sich sowohl die Selbst- als auch Fremdwahrnehmung der Studierenden weg von passiven Konsumierenden hin zu aktiven Akteuren und Akteurinnen. Je mehr Wert an einer Universität auf OER gelegt wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass Studierende in Hinblick auf Nutzungs- und Verwertungsrechte, Lizenzmodelle und das Urheberrecht im Allgemeinen sensibilisiert sind, wenn es darum geht, Materialien Dritter zu verwenden.
EOSC Portal -A gateway to information and resources in EOSC
European Open Science Cloud (2020). EOSC Portal -A gateway to information and resources in EOSC [Website]. Online unter: https://eosc-portal.eu/about/eosc Permalink (24.06.2021).
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GO FAIR (2020). FAIR Principles [Website].Online unter: https:// www.go-fair.org/fair-principles/ Permalink (24.06.2021).
  • Donau-Universität Krems
Donau-Universität Krems. http://dx.doi.org/10.13140/RG.2.2.14206.69440
Open Educational Resources: Open Access der Lehre
  • Michael Menzel
Menzel, Michael (2021). Open Educational Resources: Open Access der Lehre. In Kerstin Helmkamp, Rüdiger Schütt & Sabrina Stockhusen (Hrsg.), Offen und vernetzt für alle Beiträge zur Open-Access-Roadshow Schleswig-Holstein (S. 49-56). Universitätsverlag Kiel. https://doi.org/10.38072/978-3-928794-59-6
Zur Definition von «Open» in «Open Educational Resources» -die 5 R-Freiheiten nach David Wiley auf Deutsch als die 5 V-Freiheiten. Informationsstelle OER des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation
  • Jöran Muuß-Merholz
Muuß-Merholz, Jöran (2015). Zur Definition von «Open» in «Open Educational Resources» -die 5 R-Freiheiten nach David Wiley auf Deutsch als die 5 V-Freiheiten. Informationsstelle OER des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation. Online unter: https://open-educational-resources. de/5rs-auf-deutsch/ Permalink (24.06.2021).
Freie Unterrichtsmaterialien finden, rechtssicher einsetzen, selbst machen und teilen (1. Auflage). Beltz
  • Jöran Muuß-Merholz
Muuß-Merholz, Jöran (2018). Freie Unterrichtsmaterialien finden, rechtssicher einsetzen, selbst machen und teilen (1. Auflage). Beltz.
Metadaten und OER: Geschichte einer Beziehung. Synergie, Fachmagazin für Digitalisierung in der Lehre
  • Tobias Steiner
Steiner, Tobias (2017). Metadaten und OER: Geschichte einer Beziehung. Synergie, Fachmagazin für Digitalisierung in der Lehre, 4, 51-55. http://dx.doi.org/10.17613/M6P81G
Open Educational Resources im Hochschulbereich. Neue Aufgaben für Bibliotheken (Digitale Medien in der Hochschullehre)
  • Sabine Stummeyer
Stummeyer, Sabine (2019). Open Educational Resources im Hochschulbereich. Neue Aufgaben für Bibliotheken (Digitale Medien in der Hochschullehre). In Susanne Robra-Bissantz, Oliver J. Bott, Norbert Kleinefeld, Kevin Neu & Katharina Zickwolf (Hrsg.), Teaching Trends 2018. Die Präsenzhochschule und die digitale Transformation (S. 157-165). Waxmann.
Richtlinie zu offenen Bildungsressourcen an der Technischen Universität Graz (OER-Policy)
  • Graz Technische Universität
Technische Universität Graz. (2020). Richtlinie zu offenen Bildungsressourcen an der Technischen Universität Graz (OER-Policy). Online unter: https://www.tugraz.at/fileadmin/ user_upload/tugrazExternal/02bfe6da-df31-4c20-9e9f-819251ecf d4b/2020_2021/Stk_5/RL_OER_Policy_24112020.pdf (24.06.2021).