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Janßen M. (2021): Frühe Bildung durch Emotionen in der pädagogischen Situation am Beispiel der Freude. 2. Internationales Bodensee-Symposium Frühe Kindheit, Pädagogische Hochschule Thurgau

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Abstract

In Theorien zur Bildung und Erziehung in der frühen Kindheit unterliegen Emotionen zumeist dem Primat des Kognitiven. Diese werden entweder als bedeutsam für kognitive Lernvorgänge aufgefasst (Stamm 2013), oder Kinder sollen lernen, ihre Emotionen kognitiv zu regulieren (Zimmermann/Çelik/Iwanski 2013). Die eigentümliche, vorprädikative und soziale Dimension kindlichen Erfahrens wird auf diese Weise nicht adäquat erfasst (Brinkmann 2019a). In phänomenologischer Theoriebildung hingegen werden emotionale Erfahrungen als leibfundiert (Demmerling/Landweer 2007) und in ihrer bildenden Dimension (Brinkmann 2019b) betrachtet. Folgende These ist leitend für den Beitrag: In pädagogischen Situationen zur künstlerisch-ästhetischen Bildung und Erziehung im Kindergarten bilden sich Emotionen in einem performativen und verkörperten Antwortgeschehen als geteilte Erfahrung. An einem Beispiel aus der pädagogischen Praxis wird mittels des phänomenologisch-videografischen Ansatzes (Brinkmann/Rödel 2017) aufgezeigt, wie kindliche Emotionsbildung ihren Anfang im edukativen Akt der Fachkraft nehmen kann, der von Kindern eigensinnig umgedeutet wird. Der Beitrag zeigt, wie die Beteiligten in einem verkörperten Antwortgeschehen ihre Freude performativ zelebrieren. Dazu wird zunächst die Emotion der Freude phänomenologisch genauer bestimmt und einerseits von Vergnügen und Glück unterschieden (Demmerling/Landweer 2007), andererseits ästhetisches Verweilen im Hinblick auf dessen emotionales Bildungspotenzial genauer bestimmt (Brinkmann/Willat 2019). Es wird unterschieden zwischen ästhetischen Gefühlen, dem Sprechen darüber und ästhetischem Wohlgefallen (Kant 1995). Ästhetische Erziehung differenziert, kultiviert und übt Kinder ein in kulturelle Praxen und Symbolsysteme. Ästhetische Erfahrungen können als transgressive Erfahrungen in bildende Erfahrungen münden (Brinkmann/Willat 2019). Abschliessend stellt der Beitrag die Relevanz der ästhetischen Erziehung zur frühen Emotionsbildung heraus als eine der Bildungsaufgaben in der Frühen Bildung (Stenger 2019).

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