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hungere schon nach dem nächsten Band. Eine Untersuchung von Metaphern für Leseerfahrungen in Web 2.0 Literaturrezensionen

Authors:
Abstract zur Konferenz Digital Humanities im deutschsprachigen Raum 2020
... hungere schon nach
dem nächsten Band.
Eine Untersuchung
von Metaphern für
Leseerfahrungen in Web 2.0
Literaturrezensionen
Herrmann, J. Berenike
berenike.herrmann@unibas.ch
Universität Basel, Schweiz
Messerli, Thomas
thomas.messerli@unibas.ch
Universität Basel, Schweiz
Einleitung
Kaum ein geisteswissenschaftlicher
Forschungsgegenstand hat eine so intensive Diskussion
erfahren wie die Metapher (Eggs, 2000). Doch existieren
nur wenige Ansätze zu ihrer Formalisierung innerhalb der
Digital Humanities. Unser Beitrag stellt einen einfachen
Ansatz der Metaphernanalyse auf grösseren Datenmengen
vor, um auch in nicht-annotierten Texten metaphorische
Mappings zu finden. Mit diesem Ansatz analysieren
wir konzeptuelle Strukturen des Leseerlebens von Laien-
RenzensentInnen.
Mittels einer Verschränkung korpusbasierter und
korpusgetriebener Methoden (Tognini-Bonelli, 2001)
untersuchen wir ein Korpus von Laienrezensionen (ca. 1,3
Mio Beiträge) explorativ auf den Metapherngebrauch mit
der Zieldomäne ‘Leseerleben’. Metaphern werden mit der
Kognitiven Theorie der Metapher (KTM) als Denk- bzw.
Erfahrungsfiguren (Lakoff & Johnson, 1980, S. 4) gefasst.
Ausgehend von Befunden zu Laienbuchrezensionen im
Englischen (Stockwell, 2009; Nuttall & Harrison, 2018)
und zu feuilletonistischen Rezensionen (Köhler, 1999)
operieren wir auf der Sprachoberfläche und inferieren
von dort konzeptuelle Mappings zwischen Ziel- und
Quelldomänen (Herrmann, im Druck; Shutova, 2017;
Steen et al., 2010), wobei besonderes Augenmerk auf
das Mapping LESEN IST NAHRUNGSAUFNAHME
gelegt wird. Ausgangspunkt ist der Befund Nuttall
und Harrisons (2018), dass Nahrungsmetaphern in
englischsprachigen Goodreads-Laienrezensionen einen der
häufigsten Metapherntypen darstellen (siehe auch Radway,
1986). Von dort konstruieren wir die Arbeitshypothese,
dass in den sozialen Settings des als ‘nicht-solitär’
kommunizierten social reading eine Nahrungsmetaphorik
– mit ihrer experientiell-sozialen Grundierung – besonders
geeignet ist, um Anschlusskommunikation zu evozieren
(vgl. Narula, 2014; Peplow et al., 2016).
Methode
Daten
Das LoBo-Korpus (extrahiert von der Social
Reading-Plattform “Lovelybooks”) beinhaltet ca. 1,3
Mio. deutschsprachige Laienrezensionen von 54.000
NutzerInnen, die sich auf jeweils ein Buch beziehen.
Die Bücher sind kategorisiert nach 15 Genres, die
der Plattform selbst entnommen sind. Das Korpus ist
PoS-annotiert (Tree-Tagger), lemmatisiert und in CWB
( http://cwb.sourceforge.net/ ) indiziert. Für die manuelle
Annotation wurde das UAM CorpusTool (Version 2.8.16)
( http://www.corpustool.com/ ) verwendet.
Metaphernidentifikation
Angesichts der Herausforderungen einer reliablen
automatischen Metapherndetektion (Veale, Shutova,
& Klebanov, 2016) wählen wir bewusst eine
korpusstilistische Herangehensweise (Deignan & Semino,
2010). Wir verschränken als induktiven Schritt A
Kookurrenzanalyse und manuelle Identifikation mit
einem deduktiven Schritt B (regelbasierte Suche nach
spezifischen Quelldomänen-Indikatoren). Ziel ist eine
möglichst hohe Vollständigkeit und Genauigkeit der
Identifikation potenzieller Metapherntypen, wobei eine
formale Evaluation der Methode im gegenwärtigen
Stadium mangels Goldstandard jedoch nicht möglich ist.
Um in Schritt A die Metaphern zu finden, die sich
auf Leseerleben beziehen, müssen zunächst Objekte
des Leseerlebens (OdL) identifiziert werden. OdL sind
Referenten des Leseerlebens (literarische Werke wie
Buch, Geschichte, Roman, sowie Teilaspekte wie Ende,
Seite, Handlung, Spannung, Autor, Figur). Sie sind
die Nodes, deren Kontext wir auf metaphorische
Sprachverwendung untersuchen: Als Indikatoren der
Zieldomäne (‘Lesen’) werden sie in Ausdrücken
wie hungere schon nach dem nächsten Band mit
Quelldomänen (hier ‘Nahrungsaufnahme’) verknüpft. In
der Korpusanalyse überprüften wir mittels Kookkurrenzen
die zusammen mit den Nodes signifikant häufig
auftretenden Inhaltswörter (Nomen, Adjektive, Verben) auf
metaphorische Verwendung.
Ergänzend zur Korpusanalyse annotieren wir
eine Stichprobe auf metaphorischen Sprachgebrauch
(Herrmann, Woll, & Dorst, 2019). Unsere erste Fallstudie
untersuchte insgesamt 18 randomisiert ausgewählte
Rezensionen zu sechs Büchern (je drei pro Buch). Dieses
Subkorpus enthält zu gleichen Teilen Rezensionen von
“anspruchsvollen Bestsellern” und Fantasy-Romanen. Ziel
Abstract zur Konferenz Digital Humanities im deutschsprachigen Raum 2020
war es, die Sequenz metaphorischer Ausdrücke sowie die
lexikalische und konzeptuelle Variation abzuschätzen.
In Schritt B untersuchten wir ausgehend von
der Annahme eines systematischen Mappings
LESEN IST NAHRUNGSAUFNAHME (ausgehend von
entsprechenden Befunden durch Nuttall & Harrison,
2018, Köhler, 1999) die je hundert häufigsten Lemmata
der drei “Inhaltswortklassen” Substantiv, Adjektiv und
Verb auf mögliche Indikatoren. Innerhalb eines Fensters
von zehn Wörtern um die in Schritt A festgelegten
OdL (Ausdrücke, die Zieldomäne LESEN indizieren,
z.B. Band in hungere schon nach dem nächsten Band)
wurde dabei nach Lexemen mit einer Grundbedeutung in
der Domäne NAHRUNGSAUFNAHME (etwa hungere)
gesucht. Mangels eines out-of-the-box semantischen
Taggers (vgl. Demmen et al., 2015) nutzten wir Dornseiffs
(2004) semantisches Feld ‘Essen und Trinken’ zur
Erstellung einer nach Häufigkeit sortierten Lemmaliste.
Von den resultierenden 1.386 Lemmata finden sich
993 mindestens einmal im LoBo-Korpus. Ein Problem,
das besonders die häufigen Lemmata betrifft, ist
Domänengeneralität. Zum einen ist die Zuordnung zur
Zieldomäne LESEN nicht immer gegeben, zum anderen
ist der metaphorische Wortgebrauch im Einzelfall nicht
gesichert (es kann sich z.B. um eine Inhaltsangabe
handeln, in der unmetaphorisch von Nahrungsaufnahme
die Rede ist). Diese Schwäche haben wir reduziert,
indem besonders häufige false positives sowie besonders
periphere Mitglieder des semantischen Feldes aus der Liste
entfernt wurden (gar, langweilig, hart, Atmosphäre, Pferd,
zusagen, etc.). Die resultierende Liste (s. Tabelle 1 für
Ausschnitt) erlaubt zwar selbst keine Rückschlüsse auf
die tatsächliche Metaphernverwendung, dient jedoch als
Zwischenschritt um Nahrungsmetaphern im Korpus zu
finden, die sich in der Folge qualitativ untersuchen lassen.
Tabelle 1: 25 häufigste Lemmata aus
dem semantischen Feld ‘Essen und
Trinken’ (Dornseiff, 2004) innerhalb von 10
Wörtern eines Objekts des Leseerlebens
Lemma
(semantisches Feld: Essen &
Trinken)
Freq. innerhalb von 10
Wörtern eines OdL
verschlingen 29827
genießen 16665
Geschmack 15992
fein 5885
zart 5316
bitter 3369
Kost 2865
kosten 2690
köstlich 2042
Essen 1682
Koch 1500
lecker 1461
essen 1100
servieren 1094
riechen 1042
schlucken 1016
Gin 1013
herzhaft 965
Duft 956
kochen 910
Hunger 881
Schokolade 846
scharf 845
fressen 718
Ergebnisse
Die Ergebnisse der Schritte 1 und 2 zeigen eine
grosse Vielfalt metaphorischer Ausdrücke auf, die sich
auf verschiedene Objekte des Leseerlebens beziehen.
Aufschlussreich ist dabei nicht die absolute Häufigkeit
der Metaphernkandidaten im Korpus zumal keine
zuverlässigen Vergleichsdaten zur Verfügung stehen –,
wohl aber die quantitative Analyse der relativen Verteilung
auf Rezensionen verschiedener Ratings und Genres. Das
Auftreten der hier untersuchten stark wirkungsbezogenen
Metaphorik gibt etwa Aufschlüsse über Rezensionsmuster,
die sich je nach quantitativer Bewertung und je
nach literarischer Gattung unterscheiden. Die qualitative
Untersuchung ermöglicht dagegen eine erste Typologie
von Mappings, die wir im Folgenden mit Beispielen für
konventionelle und kreative Metaphern illustrieren.
Zwischen Konvention und Kreativität
Viele Ausdrücke sind erwartete, stark konventionalisierte
Metaphern, wie etwa verschlingen und Geschmack:
Abstract zur Konferenz Digital Humanities im deutschsprachigen Raum 2020
• Leider kommt man erst ab der zweiten Hälfte so richtig
rein und hat das <Buch innerhalb weniger Stunden
verschlungen>
• Die <Geschichte kam für meinen Geschmack> zu
langsam in Fahrt…
Es finden sich darüber hinaus aber auch viele Beispiele,
die einen kreativen Umgang mit Metaphern illustrieren:
• Daher empfehle ich ihn gerne weiter an alle , die
es ab und an mal etwas romantischer mögen und
Lust auf eine <Geschichte haben , die nach Sommer
schmeckt> : )
• Die Entwicklungen um Mia gefallen mir sehr gut
und das Buch ist auch so beendet worden , dass der
<Lesehunger>auf den zweiten <Teil gut genährt>
hinterlassen wird .
Eine erste Typologie von Mappings
Unsere Resultate zeigen bislang fünf verschiedene Typen
von LESEN IST NAHRUNGSAUFNAHME auf.
Lesen wird etwa (A) als eine Form von
Nahrungsaufnahme konzeptualisiert, bei der Lesende als
‘Essende’ und literarische Werke und deren Bestandteile
als ‘verzehrbar’ positioniert werden.
• Die ersten <Seiten habe ich gefressen> , bis ich nach
300 Seiten ins Stocken geriet…
• Ich fand weite Strecken des <Buches recht fad>, in die
Länge gezogen oder nicht wirklich wichtig .
• Der <Roman ist definitiv keine leichte Kost> ,
insbesondere , wenn es um Annas körperlichen und
seelischen Zustand geht .
• Hatte sehr lange insgesamt an dem <Buch genagt> ,
aber es hat sich letztendlich doch gelohnt
• Und doch habe ich es in einem Zug durchgelesen und
<hungere schon nach dem nächsten Band> .
• Ich kann es zumindest gar nicht erwarten , die
<Romane neun und zehn zu verzehren> oder wie seht
ihr das ?
• Eine <Geschichte , die sauer> aufstößt , die einen
wütend macht , die man aber doch nicht eine Minute
zur Seite legen kann .
Weiter wird (B) Schreiben als ‘Kochen’ und ‘Bewirten’
dargestellt, wobei Autoren als Köche, Lesende als Gäste
und Lektüre als bekocht/bewirtet erscheinen.
• Mit “Dark Wonderland : Herzkönigin” <serviert
Howard dem Leser> eine düstere und noch
phantastischere Version der Alice-Geschichte in bester
Teegesellschaftsmanier.
• Auch die mittelschwere Portion Liebe und Romantik
hat die <Autorin in meinen Augen schmackhaft>
verpackt.
• Die Geschichte wirkte auf mich irgendwie zwanghaft
konstruiert nach dem Motto packen wir alle
Wunderland <Figuren in einen Topf> geben etwas
“ Grusel” und Blut dazu rühren einmal um fertig -
Schade !
Darüber hinaus findet sich aber auch (C) ein anderes
Mapping, das zwar auf die gleiche Quelldomäne
zurückgreift, aber dem Objekt des Leseerlebens selbst als
Agnes konstruiert.
• Was für den Leser immer besonders schön ist , denn
genau solche Paare und <Geschichten verschlucken>
einen förmlich .
• Ein interessanter und unterhaltender <Roman ,
genährt> durch seriöse Quellen , aber auch durch die
Fantasie der Autorin selbst .
Andere Mappings (D) beziehen sich dagegen direkt auf
die Objekte des Leseerlebens, werden sprachlich aber als
Vergleich realisiert, der nach Steen et al. (2010) stärker
intentional markiert ist.
• Das <Buch entfalltet sich wie ein guter Wein> erst am
Ende.
• Anfänglich betrachtete ich ein abgebrochenes <Buch
wie ein nicht aufgegessenes Essen> , ein verfehltes Ziel
beim Joggen , eine Niederlage .
• Diese <Story wärmt wie eine leckere> Tasse Punsch
Schliesslich findet sich eine Reihe (E) von Mappings,
die zwar auf die Quelldomäne NAHRUNGSAUFNAHME
und Zieldomäne LESEN rekurrieren, sich dabei aber nicht
auf Vorgänge der Nahrungsaufnahme, sondern auf das
Embodiment von Emotionen zu beziehen scheinen.
• Als ich die ersten Seiten aufgeschlagen habe , musste
ich erst einmal <schlucken , denn die Story> hat sich
meines Erachtens ziemlich in die Länge gezogen .
• Man kann die Angst der <Protagonisten förmlich
riechen> .
• Ein <Buch zum an den Fingernägel knabbern> .
Fazit
Unsere Studie leistet einerseits einen methodischen
Beitrag zur Metaphernidentifikation mit einfachen
korpusstilistischen Mitteln und gibt andererseits
Aufschluss über die Produktivität der Quelldomäne
NAHRUNGSAUFNAHME für die Konzeptualisierung
von Leseerleben. Schliesslich zeigt unsere manuelle
Annotation weitere Mappings auf, die den Umgang mit
Objekten des Leseerlebens nicht als Nahrungsaufnahme
konzeptualisieren, sondern als ‘Reisen’ und ‘Bewegung’,
oder auch auch als ‘Interaktion mit externen
Kräften’. Bücher und Geschichten werden einerseits als
‘Behälter’, andererseits wie ‘Personen’ mit Qualitäten
und Intentionen konzeptualisiert, ja als ‘Freunde’
der Lesenden, wobei ‘gegenseitige Kompatibilität’ als
axiologischer Wert - situiert zwischen den inhaltlichen
und (hedonistisch sowie praktisch) wirkungsbezogenen
Werten nach Heydebrand und Winko (1996) - erscheint.
Abstract zur Konferenz Digital Humanities im deutschsprachigen Raum 2020
Folgestudien sollen die Verbesserung der automatisierten
Detektion leisten, unter anderem durch die Einbindung
von semantischen Informationen aus GermaNet. So
sollen durch systematische Untersuchung der häufigen
konzeptuellen Metaphern und ihre Korrelation mit der
Lovelybooks-Sterne-Wertung weitere Rückschlüsse auf
zugrundeliegende Wertmassstäbe bei der Bewertung von
online-Laienrezensionen ermöglicht werden.
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Article
Full-text available
Contrary to what is assumed in Conceptual Metaphor Theory (CMT), the conceptual power of metaphor may not lie in its widespread unconscious use but in its more limited and targeted deliberate use, which may or may not give rise to conscious metaphorical cognition. Deliberate and conscious metaphorical thought is connected to the general functions of all conscious thought as described by Baumeister and Masicampo (2010). Their theory provides a basis for demonstrating how deliberate and conscious metaphorical cognition facilitate social and cultural interactions, by reconsidering Musolff’s (2004) analysis of metaphor in political discourse on European integration. The paper concludes by formulating some implications of CMT’s neglect of conscious metaphor and of deliberate metaphor more generally. If the power of metaphor lies in thought, as has been held by CMT for thirty years, it may be that conscious rather than unconscious cognition - or, more generally, deliberate rather than non-deliberate metaphor use - enables that power. Given the relative infrequency of deliberate and conscious metaphor use, this, in turn, may entail that the online effect of metaphor is more restricted than has been assumed over the past three decades.
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The literary imagination may take flight on the wings of metaphor, but hard-headed scientists are just as likely as doe-eyed poets to reach for a metaphor when the descriptive need arises. Metaphor is a pervasive aspect of every genre of text and every register of speech, and is as useful for describing the inner workings of a "black hole" (itself a metaphor) as it is the affairs of the human heart. The ubiquity of metaphor in natural language thus poses a significant challenge for Natural Language Processing (NLP) systems and their builders, who cannot afford to wait until the problems of literal language have been solved before turning their attention to figurative phenomena. This book offers a comprehensive approach to the computational treatment of metaphor and its figurative brethren—including simile, analogy, and conceptual blending—that does not shy away from their important cognitive and philosophical dimensions. Veale, Shutova, and Beigman Klebanov approach metaphor from multiple computa...
Book
This book presents a complete method for the identification of metaphor in language at the level of word use. It is based on extensive methodological and empirical corpus-linguistic research in two languages, English and Dutch. The method is formulated as an explicit manual of instructions covering one chapter, the method being a development and refinement of the popular MIP procedure presented by the Pragglejaz Group in 2007. The extended version is called MIPVU, as it was developed at VU University Amsterdam. Its application is demonstrated in five case studies addressing metaphor in English news texts, conversations, fiction, and academic texts, and Dutch news texts and conversations. Two methodological chapters follow reporting a series of successful reliability tests and a series of post hoc troubleshooting exercises. The final chapter presents a first empirical analysis of the findings, and shows what this type of methodological attention can mean for research and theory.