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Technologiegestützte Lehre an der TU Graz in der COVID-19-Pandemie. Das Beispiel des ReDesign-Canvas als ein Hilfsmittel der didaktisch-methodischen Neugestaltung von Lehrveranstaltungen

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Didaktische Fragestellungen waren bei der Umstellung der Lehre in der COVID-19-Krise auch an der TU Graz zunächst zweitrangig, als es im März 2020 darum ging, vom Präsenzunterricht in den Online-Modus zu wechseln. Im Beitrag wird die Arbeit des Teams „Lehr- und Lerntechnologien“ der TU Graz vor und während der ersten Wochen der COVID-19-Krise vorgestellt. Zu den Angeboten zur Förderung innovativer Lern- und Lehrsettings gehört auch der „ReDesign-Canvas“. Im Beitrag wird beschrieben, wie er beim didaktischen Re-Design in einem konkreten Fallbeispiel eingesetzt wurde. Der Beitrag schließt mit einem Ausblick über die geänderten Voraussetzungen und Strategien für die technologiegestützte Lehre in den kommenden Monaten.
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Preliminary Version Einreichung
Erschienen als:
Schön, Sandra; Braun, Clarissa; Hohla, Katharina; Mütze, Annette & Ebner, Martin (2021).
Technologiegestützte Lehre an der TU Graz in der COVID-19-Pandemie. Das Beispiel des
ReDesign-Canvas als ein Hilfsmittel der didaktisch-methodischen Neugestaltung von
Lehrveranstaltungen: In: U. Dittler & C. Kreidler (Hrsg.), Wie Corona die Hochschullehre
verändert: Erfahrungen und Gedanken aus der Krise zum zukünftigen Einsatz von eLearning,
Wiesbaden: Springer-Gabler, S. 243-258. URL: https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-
658-32609-8_16 - https://doi.org/10.1007/978-3-658-32609-8_16
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Technologiegestützte Lehre an der TU Graz
in der COVID-19-Pandemie
Das Beispiel des ReDesign-Canvas als ein Hilfsmittel
der didaktisch-methodischen Neugestaltung von Lehrveranstaltungen
Autorinnen: Sandra Schön, Clarissa Braun, Katharina Hohla, Annette Mütze & Martin Ebner
Zusammenfassung
Didaktische Fragestellungen waren bei der Umstellung der Lehre in der COVID-19-Krise auch
an der TU Graz zunächst zweitrangig, als es im März 2020 darum ging, vom Präsenzunterricht
in den Online-Modus zu wechseln. Im Beitrag wird die Arbeit des Teams „Lehr- und
Lerntechnologien“ der TU Graz vor und während der ersten Wochen der COVID-19-Krise
vorgestellt. Zu den Angeboten zur Förderung innovativer Lern- und Lehrsettings gehört auch
der „ReDesign-Canvas“. Im Beitrag wird beschrieben, wie er beim didaktischen Re-Design in
einem konkreten Fallbeispiel eingesetzt wurde. Der Beitrag schließt mit einem Ausblick über die
geänderten Voraussetzungen und Strategien für die technologiegestützte Lehre in den
kommenden Monaten.
1. Einleitung
Der Einsatz von Technologien in der Lehre war noch nie ausschließlich von didaktischen
Überlegungen geprägt, sondern hat immer organisatorische Fragen, beispielsweise die nach
Zugänglichkeit, Verfügbarkeit und Nutzungsmöglichkeiten eingeschlossen. E-Learning-
Technologien waren so schon immer besonders attraktiv, wenn Fernlehre unterstützt oder
Studierenden zentral gesammelte Materialien zur Verfügung gestellt werden sollten. Der
Einsatz von digitalen Technologien und die didaktische Verbesserung oder Innovation des
Lehrkonzepts sind also separat zu betrachten. Dies trifft auch für die Zeiten der COVID-19-
Epidemie und der abrupten Umstellung der Lehre an der TU Graz in den Online-Modus zu.
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Gleichzeitig hat dieser „Push“ jedoch in Teilen auch dazu geführt, dass – in einem Folgeschritt
auch die didaktische Gestaltung der Lehre überdacht wird.
An der TU Graz hat das Team der Serviceeinheit “Lehr und Lerntechnologien” (LLT, URL:
https://elearning.tugraz.at die Aufgabe, die Lehrenden bei der Nutzung von digitalen
Technologien und der Gestaltung von innovativen Lehrkonzepten zu unterstützen, was wir unter
der Abkürzung „TEL“ (für „technology-enhanced learning“, zu deutsch „technologiegestütztes
Lernen), zusammenfassen. In diesem Beitrag möchten wir zunächst beschreiben, welche
Angebote und Unterstützungsformen es dabei bisher gab, und inwiefern sich der Fokus in der
ersten COVID-19-Phase verschoben hat. Im Zentrum des Beitrags stellen wir das von uns
entwickelte Instrument, den „ReDesign-Canvas“ vor und illustrieren seine Verwendung zur
didaktischen Unterstützung eines Re-Designs einer Lehrveranstaltung in den Online-Modus im
Blended-Learning-Format. Der Beitrag schließt mit einem Ausblick über die geänderten
Voraussetzungen und Strategien für die technologiegestützte Lehre in den kommenden
Monaten.
2. Unterstützung der Lehrenden bei der Nutzung von
Technologien in ihren Lehrveranstaltungen an der TU Graz
Die TU Graz hat etwa 16.600 Studierende und 2.400 Lehrende und Forschende mit Stand
Frühjahr 2020. Das Team LLT der TU Graz ist als Organisationseinheit des Vizerektors für
Lehre für alle technologiegestützten Lern- und Lehrangelegenheiten aller Fakultäten zuständig.
Im Jänner 2020 (Ebner et al., 2020) umfasste das LLT-Team 41 Personen (keine
Vollzeitstellen), die in fünf Gruppen organisiert sind und für die Bereiche Unterrichtsgestaltung
(Instructional Design), Erstellen von Videos, Aufzeichnung und Streaming, IT-Projekte und
Forschung, technische Infrastruktur, sowie für Management und Verwaltung der
Organisationseinheit zuständig sind.
Das LLT-Team stellt den Lehrenden eine breite Palette von Materialien und Angeboten zur
Verfügung: So können Lehrende der TU Graz individuelle Beratungen (TEL-Coaching) erhalten,
um ihre Lehre mit neuen Technologien und möglichen Blended-Learning-Szenarien zu
bereichern; des Weiteren gibt es Weiterbildungskurse innerhalb der universitätsweiten
Lehrakademie. Im vergangenen Jahr 2019 entwickelte und realisierte das Team ein Projekt mit
dem Namen „TELucation Sammelmappe“, in dem aktuelle Fragen zum Thema E-Learning in
Magazin-Format beantwortet, sowie die neusten digitalen Tools für die Hochschullehre
vorgestellt werden. Auch ein regelmäßiges Treffen, das „LLT-Frühstück“, wird angeboten, bei
welchem die Lehrenden über Neuigkeiten im Zusammenhang mit innovativer Lehre informiert
werden.
Eine Besonderheit in der Arbeit von LLT liegt im Hosting der österreichweiten MOOC-Plattform
iMooX.at. Die Plattform wird dabei auch im Rahmen von Lehrveranstaltungen genutzt. In Ebner
et al. (2020b) beschreiben wir sieben verschiedene Szenarien, die regelmäßig umgesetzt
werden. Ein Szenario ist die „Mischung“ eines MOOC mit parallelen Aktivitäten in zusätzlichen,
interaktiven, typischerweise realitätsnahen Face-to-Face-Aktivitäten wie einem lokalen Treffen
für Lerner/innen oder parallelen Workshops. Wir bezeichnen diesen Ansatz, bei dem ein
ursprünglich reiner Online-Kurs mit Präsenzunterricht vermischt wird, als „Inverse Blended
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Learning“ (Ebner et al., 2017, Ebner & Schön, 2019). Wenn ganze MOOCs durch
Präsenzangebote erweitert werden, nennen wir dies „inverse blended MOOC“ oder, wenn ein
MOOC als Vorlesung implementiert wird, „lecture-based MOOC“ (Ebner et al., 2020b).
Die TU Graz ist darüber hinaus schon seit über zehn Jahren aktiv in die weltweite Bewegung
und Unterstützung von offenen Bildungsressourcen (open educational resources, kurz OER;
Lane 2008, Schaffert & Geser, 2008) involviert. Auch im Rahmen des österreichischen Projekts
„Open Education Austria Advanced“ (2021-2024), ko-finanziert durch das österreichische
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, beteiligt sich das LLT-Team aktiv
an der Erstellung und Verbreitung von OERs, also offen lizenzierter Materialien.
Abbildung 1 gibt einen Überblick über die unterschiedlichen, eher formellen bis eher informellen,
Strategien und exemplarische Aktivitäten zur Unterstützung des innovativen
technologiegestützten Lernens und Lehrens an der TU Graz.
Abbildung 1: Strategien und Aktivitäten zur Förderung technologiegestützten Lernens und
Lehrens an der TU Graz im Überblick
Vor der COVID-19-Epidemie galten grundsätzlich an der TU Graz die Richtlinien zur virtuellen
Lehre, welche je nach Anteil an virtuellen Lehreinheiten („Virtualisierungsgrad“) der
Lehrveranstaltung einen Genehmigungsprozess verlangen (Technische Universität Graz, 2017).
Den Richtlinien zufolge war es den Lehrenden ohne weiteres möglich, bis zu einem Fünftel
(20%) einer Lehrveranstaltung vom Typ Vorlesung im Rahmen von Online-Aktivitäten
durchzuführen. In der Regelung bezieht sich eine solche Quantifizierung auf die zu
unterrichtende Stundenzahl. Sie wird im TU Graz Booklet für Lehre folgendermaßen
beschrieben (TU Graz, 2019, S. 40):
„Die Semesterstunden geben die Kontaktzeit einer Lehrveranstaltung an, d. h. die Zeit, die ein/e
Lehrende/r im Hörsaal, Seminarraum oder Labor oder auch virtuell mit den Studierenden
verbringt. Dies bedeutet, dass das in Semesterstunden bemessene Lehrdeputat nicht
notwendigerweise in Form von Präsenzlehre gehalten werden muss. Bis zu einem Schwellwert
von 20 Prozent ist den Vortragenden im Rahmen von Vorlesungen oder dem Vorlesungsanteil
einer VU (Vorlesung mit integrierten Übungen) freigestellt, virtuelle Lehre als didaktisches Mittel
zur Anwendung zu bringen. Ein darüber hinaus gehender Anteil an virtueller Lehre ist im
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Curriculum festzulegen. Ziel ist dabei nicht ein Ersatz von Präsenzlehre, sondern die
Optimierung der Lehre. Virtuelle Lehre umfasst sämtliche Ausprägungen von textueller bzw.
audiovisueller, virtueller Präsenz in Form von synchroner, also unmittelbarer
Interaktionsmöglichkeit als auch asynchroner, also zeitversetzter Interaktionsmöglichkeit
Es war bis März 2020 also nicht vorgesehen, dass Lehrende ihre Lehrveranstaltungen zu
größeren Anteilen oder komplett online durchführen. Wenn Lehrende in größerem Umfang
Online-Lehre durchführen wollten, benötigten sie eine Genehmigung des studienrechtlichen
Organs, im Falle der TU Graz ist das die/der Studiendekan/in. Nur für wenige
Lehrveranstaltungen wurde vor März 2020 eine solche Genehmigung eingeholt bzw.
ausgestellt.
3. Die COVID-19-Epidemie als E-Learning-Schub?
In ganz Österreich und an der TU Graz wurden die Studierenden und Lehrenden im bereits
begonnenen Sommersemester 2020 durch COVID-19 kurzfristig vor die Herausforderung
gestellt, keine Präsenzveranstaltungen mehr durchführen zu können. Innerhalb kurzer Zeit
wurden an der TU Graz existierende Möglichkeiten zur Online-Lehre erweitert und großflächig
umgesetzt. Große Lehrveranstaltungen wurden als Live-Stream angeboten, für kleinere
Lehrveranstaltungen erstellten die Lehrenden Videos, hielten Online-Videokonferenzen ab und
nutzten die Möglichkeiten des Lernmanagementsystems der TU Graz (TeachCenter). Die
Umwälzungen und Entwicklungen der ersten drei Wochen, inklusive der Herausforderungen
und Engpässe, wurden bereits detailliert beschrieben (Ebner et al., 2020, vgl. Abbildung 2).
Abbildung 2: Entwicklungen in Österreich und an der TU Graz in den ersten drei Wochen der
COVID-19-Krise. Quelle: Übersetzung der Abbildung von Ebner et al., 2020, Abbildung 3, S. 9
Wie dargestellt, konnten Studierende ab 13. März 2020 keine Räumlichkeiten der TU Graz
mehr betreten. Bereits am 10. März 2020 kündigte der Rektor in einem Informationsschreiben
an alle Studierenden an, dass alle Lehrveranstaltungen ausgesetzt werden, aber dass der
Prüfungsbetrieb weitestgehend aufrechterhalten würde. Am 11. März wurde angekündigt, dass
Lehre ab sofort zur Gänze online angeboten wird und wie diese mit unterschiedlichen Methoden
umgesetzt werden kann (Live-Streaming für ausgewählte Vorlesungen, Videokonferenz-
Nutzung für mittelgroße Veranstaltungen und Aufzeichnungen für Veranstaltungen von bis zu
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50 Studierenden). Im Verlauf des Semesters wurden wieder einzelne Präsenzprüfungen und
auch Übungen in Laboren zugelassen und durchgeführt, allerdings unter Einhaltung zahlreicher
und sehr strenger Hygienevorschriften. Sämtliche Lehrveranstaltungen (mit Ausnahme der
Labore) wurden bis zu Semesterende nicht in Präsenz angeboten bzw. durchgeführt.
Die COVID-19-Epidemie hatte also auch an der TU Graz den Nebeneffekt, dass die Online-
Lehre einen unfreiwilligen Auftrieb erhielt und innerhalb weniger Tage auf breiter Ebene
eingeführt wurde. Die folgenden Daten stammen aus dem Beitrag von Ebner et al. (2020):
Während die Studierenden im ersten Monat des vorherigen Wintersemesters 2019/2020 über
930.000 einzelne Aktivitäten im Lernmanagementsystem tätigten (Semesterdurchschnitt etwas
über 600.000 einzelne Aktivitäten/Monat), stieg diese Zahl im März 2020 auf über 1.380.000 .
Auch die Aktivitäten der Lehrenden im Lernmanagementsystem der TU Graz stiegen im März
2020 auf 160.000 (höchster Monat im Wintersemester 2019/2020: 92.000). Wenig
überraschend stieg auch die Zahl der Zugriffe auf das TU-eigene Videoportal TUbe enorm an:
Im März 2020 wurden 120.000 Zugriffe gezählt, während die Anzahl der monatlichen Zugriffe im
Wintersemester 2019/2020 maximal 34.800 betrug (Oktober 2019). Auch die Zahl der
hochgeladenen Videos versechsfachte sich im März 2020 im Vergleich zum stärksten Monat im
Wintersemester auf über 600.
Wir müssen kritisch hinterfragen, was hier tatsächlich methodisch-didaktisch als Online-Lehre
umgesetzt wurde und wird. Als Diskussionsbeitrag stellen Hodges et al. (2020) fest, dass
„Notfall-Fernunterricht“, wie z. B. die Bereitstellung von Lehrmaterialien in einem
Lernmanagementsystem, nicht dasselbe ist wie (gute) Online-Lehre. Tatsächlich wird die
Qualität des Unterrichts auch als ein wesentlicher Faktor erfolgreicher E-Learning-
Implementierungen gesehen: „Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche
Implementierung von E-Learning ist die Notwendigkeit einer sorgfältigen Prüfung der
zugrundeliegenden Pädagogik bzw. der Art und Weise, wie das Lernen online stattfindet“
(Govindasamy, 2001).
Wir vermuten, dass der größte Teil der Umstellungen der Lehrveranstaltungen im März 2020
nicht mit gezielten methodisch-didaktischen Veränderungen verbunden war, sondern sich auf
die Übertragung vorhandener Designs in den Online-Raum fokussierte: Vorlesungen wurden
nun als Live-Stream angeboten und/oder aufgezeichnet, kleinere Veranstaltungen wurden in
Videokonferenzen übertragen und Studierende konnten sich über Wort- oder Textbeiträge
beteiligen (über Video bzw. Sprachübermittlung oder Chat). Eine Befragung von Studierenden
zeigte jedoch auch, dass sich viele Lehrende der TU Graz bei den Studierenden durch prompte
Kommunikation, Online-Sprechstunden oder Nutzung von Feedbacksystemen ausgezeichnet
haben und ihnen damit innovative und nachahmenswerte Lernerfahrungen in den ersten
Wochen der reinen Online-Lehre ermöglichten (Wieser, o.J.). Uns liegen jedoch keine Zahlen
dazu vor, wie hoch der Anteil der Lehrenden bzw. Lehrveranstaltungen ist, die bei der
Umstellung in den Online-Modus auch beiläufige oder dezidierte methodisch-didaktische
Überarbeitungen vorgenommen haben. Hier ist auch anzumerken, dass es auch vor der
COVID-19-Krise große Unterschiede in der Gestaltung und z. B. Nutzung von Online-
Technologien in den Lehrveranstaltungen gab.
Die Ankündigungen und Strategien für das Wintersemester 2020/2021 im Hinblick auf die Lehre
führen wir im letzten Abschnitt dieses Beitrags aus.
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Wir haben im Folgenden ein Fallbeispiel ausgewählt, das zeigt, wie eine Umstrukturierung bzw.
ein methodisch-didaktisches Re-Design im Hinblick auf technologiegestützte Lehre aussehen
kann. In diesem Rahmen möchten wir ein Werkzeug vorstellen, das wir in unserer Begleitung
des Re-Designs einsetzen: den sogenannten „ReDesign-Canvas”. Das im Folgenden
beschriebene Re-Design betrifft eine Lehrveranstaltung, die das erste Mal im Wintersemester
2020/2021 umgesetzt wird.
4. Der ReDesign-Canvas
Bereits im Wintersemester 2019/2020 wurde eine Beratungsunterlage konzipiert, die Lehrende
dabei unterstützen sollte, Elemente einer Lehrveranstaltung zu identifizieren, die gut in ein
Online-Setting übertragen oder die durch Einsatz von Technologien methodisch-didaktisch
verbessert werden können. Dabei wurde als Format der „Canvas“ gewählt.
Als „Canvas“ wurden ursprünglich vollständig leere Leinwände bezeichnet, insbesondere durch
den Geschäftsmodell-Canvas von Osterwalder und Pigneur (2010) hat sich die Bezeichnung
allerdings verschoben: Ein Canvas ist demnach eine Vorlage, die bei der Erarbeitung eines
bestimmten Themas genutzt werden kann, um die Arbeit am Thema zu strukturieren. Im LLT-
Team und seinem Netzwerk haben wir die Möglichkeit von vorstrukturierten Arbeitsvorlagen
schon auf vielfältige Weise umgesetzt und gute Erfahrungen damit gesammelt. Beispielsweise
wurde so ein Canvas für die Erstellung von Lernvideos (Ebner & Schön, 2016) erstellt.
Besonders weit verbreitet ist der Canvas für die Entwicklung von OER-Projekten, er wurde in
zahlreiche Sprachen übersetzt (Schön, Atenas & Ebner, 2018).
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Abbildung 3: Die erste, vorläufige Version des ReDesign-Canvas aus dem Jahr 2019 für eine
Weiterbildung für Lehrende im Jahr 2019
Eine erste Version des ReDesign-Canvas wurde im Jahr 2019 für die interne Weiterbildung
Sieben Möglichkeiten der Online Lehre - von Flipped Classroom zu Inverse Blended Learning“
an der TU Graz als „praktische Übung“ für die Lehrenden entwickelt (siehe Abbildung 3).
Grundgedanke des LLT-Teams war, den teilnehmenden Lehrenden eine angeleitete Reflexion
über die bestehende Lehrveranstaltung zu bieten und diese mithilfe einer Vorlage für einen
Steckbriefs und des ersten ReDesign-Canvas in ein passendes Blended-Learning-Konzept
umzugestalten. Im Wesentlichen sollen die Lehrenden bei einem Blended-Learning-Konzept die
Vorteile von Präsenzveranstaltungen und E-Learning didaktisch sinnvoll kombinieren. Der
Canvas wurde, moderiert und unterstützt von den Trainerinnen, von den Teilnehmenden
ausgefüllt und als Grundlage zur Umgestaltung genutzt. Ohne Anleitung bzw. ohne Kontext der
Weiterbildung war diese erste Version des Canvas für Lehrende aus unserer Sicht nicht
nutzbar. Auf Basis des Steckbriefs und des ersten Canvas wurde Anfang des Jahres 2020 eine
zweite Version erstellt; in einer weiteren Iteration wurde der bestehende Canvas, nochmals
ergänzt und in Teilen umstrukturiert (siehe Abbildung 4).
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Abbildung 4: Der ReDesign-Canvas (unter CC BY 4.0 International frei nutzbar)
Grundlage des ReDesign-Canvas ist also das vorhandene Interesse, Lehrveranstaltungen nicht
ausschließlich in Präsenzmodus unter zu Hilfenahme von Präsentationen und Videoprojektoren
anzubieten, sondern durch Online-Phasen bzw. Online-Mittel zu ergänzen. Diese Form der
Erweiterung von Präsenzlehrveranstaltungen durch Technologien, insbesondere die Einführung
von Online-Phasen oder begleiteten Online-Werkzeugen wird häufig auch als „Blended
Learning“ bezeichnet (auf Deutsch „gemischtes Lernen“, s. Ebner, Schön & Nagler, 2013).
Blended-Learning-Szenarien werden zum Beispiel in der Hochschule als Möglichkeit gesehen,
das individuelle, selbstorganisierte Lernen zu begleiten und zu unterstützen.
Der ReDesign-Canvas gliedert sich in drei Bereiche, die auch in der Regel in der
vorgeschlagenen Reihenfolge von den Lehrenden ausgefüllt werden: Zunächst erfolgt eine
Bestandsaufnahme: Welche Zielgruppe hat die Veranstaltung? Wann ist die Lehrveranstaltung
erfolgreich? Welche Lernziele gibt es? Welche Medien werden genutzt? Der zweite Abschnitt
stellt die verschiedenen Aspekte der notwendigen „konkreten Vorüberlegungen“ zusammen.
Hier wird u.a. skizziert, welche Materialien den Studierenden „für zu Hause“ zur Verfügung
gestellt und wie die Studierenden mit der Umstellung vertraut gemacht werden sollen, sowie
welche Hilfsmittel notwendig sind. Der dritte Abschnitt unterstützt die Planung des detaillierten
Ablaufs im Rahmen einer Skizze, die durch eine vorgegebene Legende unterstützt wird (z. B.
Präsenz- und Onlineelemente, synchroner und asynchroner Ablauf).
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Über die unterschiedlichen Varianten hinweg wurde der ReDesign-Canvas in bislang 31
dokumentierten Fällen eingesetzt. Bei rund 15 davon hat das LLT-Team durchgehend Einblicke
in die Umsetzung bekommen, sowie eine begleitende Funktion während der Implementierung in
Lehrveranstaltungen eingenommen. Die Umsetzungsprozesse manifestierten sich in allen
Fällen in der Neugestaltung von Lehrveranstaltungen im Hinblick auf eine verstärkte
Implementierung von Online-Phasen, -Materialien sowie -Werkzeugen.
Der ReDesign-Canvas wird im Rahmen des Projekts „Open Education Austria Advanced“
(2021-2024) als offene Bildungsressource veröffentlicht und damit auch anderen
Hochschullehrenden und Instructional Designern zur kostenfreien Verwendung und ggf.
Anpassung zur Verfügung gestellt. Damit möchten die Projektpartner, das sind neben der TU
Graz die Universität Wien, die Universität Graz, die Universität Innsbruck, sowie das Forum
Neue Medien in der Lehre Austria und das Österreichische Institut für Berufsbildungsforschung
(ÖIBF), dazu beitragen, dass mehr Materialien und Infrastrukturen zur Verfügung stehen, die
die systematische Nutzung und Veröffentlichung von OER an österreichischen Hochschulen
unterstützen.
5. Fallstudie: Neugestaltung einer Vorlesung mit Hilfe des
ReDesign-Canvas
Wir haben die folgende Fallstudie eines methodisch-didaktischen Re-Designs einer
Lehrveranstaltung gewählt, weil sie es uns aufgrund der vorliegenden Dokumente ermöglicht,
gut nachzuvollziehen, wie der präsentierte ReDesign-Canvas verwendet werden kann.
5.1 Beschreibung der Ausgangslage und Motivation des Re-Design
Im Folgenden beschreiben wir exemplarisch die Neugestaltung der Lehrveranstaltung
„Grundlagen elektrischer Maschinen“. Sie richtet sich an Studierende des Bachelorstudiums
Elektrotechnik und Informationstechnik, Vertiefungsrichtung Energietechnik im 5. Semester. Sie
wird seit mehreren Jahren als Vorlesung durchgeführt. Vorlesungen werden laut Beschluss des
Senats der TU Graz folgendermaßen beschrieben (Technische Universität Graz, 2018): „In
Vorlesungen wird in didaktisch gut aufbereiteter Weise in Teilbereiche des Fachs und seine
Methoden eingeführt. Es werden die Inhalte und Methoden eines Faches vorgetragen.“ (§4, S.
4). Weiter wird festgelegt, dass die Beurteilung bei einer Vorlesung „aufgrund eines einzigen
Prüfungsaktes am Ende der Lehrveranstaltung (punktuelle Prüfung)“ beruht (§5, S. 6).
Bereits im Wintersemester 2019/2020 experimentierte die Lehrende in der Vorlesung
ausgewählt mit TEL-Elementen, die sie mit Unterstützung des LLT-Teams identifiziert hatte,
insbesondere mit der Verwendung eines Audience-Response-Systems, das alle Studierenden
mit ihren Mobilgeräten nutzen können und so beispielsweise Fragen beantworten können. Das
genutzte System (FeedbackR) ermöglicht es auch, dass Studierende anonym Fragen stellen
können, die dies nicht vor dem Auditorium machen möchten (Ebner et al., 2014).
Die Mitarbeit im TEL-Marketplace Projekt (Förderprojekt, siehe Abb. 1) „Lernziele explizit und
sichtbar machen Transfer von Curriculum and Reflection Widget in das TU Graz
TeachCenter“ unterstützte diese Überarbeitung durch neue, professionell unterstützte Definition
und Artikulation von Lernzielen.
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Das LLT-Team half ebenso, die Abhaltung der Lehrveranstaltung methodisch-didaktisch zu
reflektieren und somit den Grundstein für weiteres Re-Design dieser Lehrveranstaltung und
Veranstaltungen ähnlicher Art zu legen.
Die im Wintersemester 2019/2020 neu eingeführten didaktischen Methoden und Werkzeuge
setzte die Lehrende auch in einer Grundlagenvorlesung, die sich an Studierende des 4.
Semesters im Bachelorstudium Elektrotechnik und Informationstechnik richtet, im
Sommersemester 2020 ein. Aufgrund der COVID-19-Maßnahmen wurde diese Vorlesung
relativ spontan als eine Kombination von asynchron aufgezeichneten Videos und synchron
abgehaltenen Diskussionsstunden abgehalten. Auch hier half das LLT-Team wiederum, die
Lehrveranstaltung methodisch-didaktisch zu reflektieren. Die Erfahrungen und Ergebnisse der
Analysen sollten schließlich die Ausgangsbasis für das weitere Re-Design der eingangs
genannten Lehrveranstaltung „Grundlagen elektrischer Maschinen“ legen. Im Kontext dieses
Re-Designs traten nun auch zusätzlich technische (einzusetzende Software), als auch
studienrechtliche (Bewertungsschemata) Fragen auf, die mit Hilfe des LLT-Teams geklärt
werden konnten.
5.2 Der Einsatz des ReDesign-Canvas beim Re-Design
Schritt 1: Bestandsaufnahme
„Für wen ist die Lehrveranstaltung, und welche (Lern-) Ziele sind damit verbunden?“ Darum
geht es zunächst beim Abschnitt „Bestandsaufnahme“. In Bezug auf die Zielgruppe wurde hier
beispielsweise angemerkt, dass auch Studierende anderer Studienrichtungen die Vorlesung
besuchen, und dass mit etwa 50 Studierenden gerechnet wird. Die Lehrende wünschte sich im
Rahmen der Bestandsaufnahme dezidiert ein „neues und anderes“ Veranstaltungsdesign, was
aber nicht bedeuten müsse, dass jedes Detail bzw. „zu vieles neu und anders“ sei. Für die
Lehrende stand im Zentrum, ressourceneffizient ein Setting umzusetzen, das möglichst
studierendenzentrierte Lehre ermöglicht. Dies sollte auch auf Vorhandenem aufbauen und nur
einzelne Elemente ersetzen, um zu vermeiden, dass durch zu viele, mit der Einführung des
Neuen verbundenen, „Kinderkrankheiten“ am Ende die Qualität sinken und Irritationen bei den
Studierenden hervorgerufen würden.
Schritt 2: Konkrete Vorüberlegungen
Zu den konkreten Vorüberlegungen skizzierte die Lehrende, welche Inhalte - vor allem solche,
die der reinen Wissensvermittlung dienen - gut auch zu Hause mit Hilfe von Videos und
anderen Materialien vermittelt werden können , um die Präsenzveranstaltungen selbst
interaktiver und anwendungsorientierter zu gestalten. Damit den Studierenden der Umstieg auf
das neue Konzept gelingt, wurde ein erstes Präsenztreffen zu Beginn der Lehrveranstaltung
geplant.
Schritt 3: Planung des Ablaufs
Schließlich bietet der Canvas Raum für eine erste grobe Neuplanung des Ablaufs mit Platz für
sonstige Notizen. Hier hat die Lehrende skizziert, welche Themenblöcke zu planen sind und
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welche Unterthemen wiederum mit Online-Mitteln angeboten werden sollten und welche
Aspekte in der Präsenzlehre wichtig sind. Es wurde auch notiert, wie viel Material zu den
einzelnen Elementen bereits vorhanden ist, bzw., welche Anforderungen mit der Erstellung der
neuen Materialien in Zusammenhang stehen.
5.3 Feinplanung: Die methodisch-didaktische Neugestaltung im Detail
In unserem Fallbeispiel wurde die Lehrveranstaltung im Re-Design komplett neu in Online- und
Präsenzlehre aufgeteilt. Dazu wurde sie zunächst in drei Themenbereiche („Module“)
gegliedert. Eine abschließende Präsenzeinheit dient zur Vorbereitung auf die Klausur. Die
Grobstruktur der Lerneinheit wird in Abbildung 5 überblicksartig dargestellt.
Abbildung 5: Überblick über die neugestaltete Lernveranstaltung.
Die einzelnen Module wurden stets auf ähnliche Weise strukturiert (siehe Abbildung 6). Die
Lehrende hat dabei ein Modul so geplant, dass im Lernmanagementsystem die einführenden
und eher wissensbasierten Materialien angeboten wurden, u. a. Textmaterialien und eher kurze
Videos. Am Ende des Online-Teils jedes Moduls werden Übungsaufgaben gestellt, die die
Studierenden zu Hause lösen können. Allfällige hierbei auftretende Schwierigkeiten und offene
Fragen bei der Anwendung des Wissens werden im folgenden Präsenztermin geklärt: Am Ende
jedes Moduls wird interaktiv an den offenen Fragen und Übungsaufgaben gearbeitet. Mit Hilfe
eines Audience-Response-Systems (FeedbackR) sollen Wissenslücken der Studierenden im
Präsenzangebot identifiziert werden. Das LLT-Team unterstützt wiederum bei der Auswahl
geeigneter technischer Mittel.
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Abbildung 6: Struktur eines Moduls, vorbereitende und begleitende Tätigkeiten der Lehrenden
und genutzte Technologien
6. Ausblick: Neue Situation und Grundlage zur Identifizierung,
Entwicklung und Verbreitung technologiebasierter
Lehrinnovationen an der TU Graz
Die COVID-19-Krise hat die Voraussetzungen und Erfahrungen im Hinblick auf Online-Lehre
maßgeblich verändert; auch an der TU Graz. Es gibt eine Reihe von Lehrenden, die engagiert
und innovativ auf den Umstieg auf Online-Lehre reagiert haben und reagieren konnten. Andere
zögerten, auch weil sie auf eine Wiederöffnung der Universitätsgebäude nach Ostern hofften.
Inzwischen, kurz vor Ende des Sommersemesters 2020 sollte die Lehre umgestellt sein. Wie
eingangs beschrieben, wissen wir, dass Studierende dabei viele Szenarien erlebt haben, die sie
als gute Lehre erlebten. Wir wissen auch, dass einige Studierende, beispielsweise solche ohne
passende Ausstattung und Internetzugang und auch durch Verluste ihrer Einkommen, von der
Universität nicht nur räumlich abgeschnitten wurden. Hier sehen wir großen Handlungsbedarf
mit Blick auf einzelne Studierende, deren Lernbedingungen und deren Ausstattungen. So sind
zum Beispiel die Internetkapazitäten in vielen Studierendenwohnheimen unzureichend für
Studierende, die Vorlesungen ausschließlich online verfolgen müssen.
Grundsätzlich haben sich die Strategien an sich, also unsere Beratungsangebote und -
aktivitäten für die Unterstützung und Umsetzung innovativer technologiegestützter
Lehrpraktiken nicht durch COVID-19 verändert. So konnten eher informelle Veranstaltungen wie
das „LLT-Frühstück“ schon wieder in Präsenz, unter Einhaltung von Hygienevorschriften,
angeboten werden. Andere Angebote, z. B. Beratungen und Fortbildungen werden in
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Videokonferenz-Systeme verlegt. Dennoch sind die Strategien selbst relativ unverändert und
man konnte auf den bisherigen Arbeiten aufbauen bzw. diese erweitern und adaptieren.
In Bezug auf die Lehre und die Erfahrung mit Online-Lehre sehen wir aber veränderte
Bedingungen und Voraussetzungen.
Zunächst hat sich die technische Infrastruktur den neuen Herausforderungen angepasst. So
waren viele Strukturen und Technologien bereits vor der Krise etabliert, wie es eingangs
beschrieben wurde. Technisch wurden jedoch Bandbreiten und Zugänge stark erweitert, um
u.a. die Nutzung von Live-Streaming und Videokonferenz-Systemen allen Lehrenden zur
Verfügung zu stellen. Tatsächlich hat dies auch dazu geführt, dass etliche Lehrende noch ihre
Ausstattungen im Home Office anpassen mussten bzw. teils auch erstmals Mikrofone oder
Webcams installierten bzw. die heimischen Internet-Zugänge nachrüsteten. So wurde in den
ersten Wochen auch ein Plug-In entwickelt und implementiert, dass das Hochladen von
Vorlesungsaufzeichnungen auf die Videoplattform TUbe durch Lehrende erleichtert.
Aufgrund der großen Nachfrage, die die bisher stets möglichen Einzelbetreuungen sprengte,
wurden vom LLT-Team in kurzer Zeit viele Handreichungen (Anleitungen und Videos,
„HowTos“) erstellt, die erklärten, auf welche unterschiedlichen Weisen z. B.
Videoaufzeichnungen im Home Office möglich sind.
Wichtiger ist aber vielleicht, dass nun die allermeisten Lehrenden Online-Lehre als Lehrende
erlebt haben: Sie haben große Veranstaltungen live gestreamt oder kleinere Veranstaltungen
mit Videokonferenz-Systemen durchgeführt oder Vorträge mitgeschnitten und online gestellt. Es
gibt also grundsätzlich einen deutlichen Kompetenzzuwachs im Umgang mit Werkzeugen, die
zuvor in einigen Instituten noch kaum eingesetzt wurden.
Der Einsatz von Technologien in der Lehre wird allerdings von vielen auf die an der TU Graz
primär unterstützte Form von Online-Lehre reduziert. Wie beschrieben, ist das reine „online
Stellen“ bzw. „online Halten“ von Vorlesungen selten ein Mehrwert, gehen doch Interaktion und
die Möglichkeiten zum Stellen von Rückfragen und Klärungen verloren, man erlebt die anderen
Mitlerner/innen nicht, informeller Austausch fehlt. Es gibt auch Fachbereiche, die an der TU
stark durch Labortätigkeiten oder Nutzung von Maschinen und Zeichenanlagen geprägt sind;
Tätigkeiten, die sie nur mit großem Mehraufwand oder gar nicht in den virtuellen Raum
übertragen können.
Insbesondere in den Beratungsgesprächen hat sich gezeigt, dass viele Lehrende die eigenen
Ansprüche an die Qualität von Lernvideos, auch die eigenen Erwartungen und Maßstäbe,
deutlich verringert haben. Lehrende versuchen ihr Bestes zu geben, und pragmatisch das zu
erreichen und umzusetzen, wie es unter den aktuellen Gegebenheiten und auch dem
vorliegenden Zeitdruck möglich ist. Wir hoffen, diese Perspektive und Haltung bleibt erhalten,
da damit weitaus mehr umgesetzt und erreicht werden kann als mit einer Haltung, die lieber
nichts ausprobiert, bevor es den eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird.
Insbesondere durch die Erhebung im Rahmen einer studentischen Arbeit (Wieser, o.J.) konnten
zahlreiche Lehrende identifiziert werden, die aus Perspektive von Studierenden in der COVID-
19-Phase innovative Lehre angeboten haben, die nun als Role Model und Beispiele genutzt
werden können. Wir sehen gerade darin eine Chance, weitere Kolleginnen und Kollegen der TU
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Graz mit innovativen Lehrumsetzungen und -erfahrungen entsprechend zu präsentieren und in
Veranstaltungen für Lehrende einzubinden. Dazu wurde eine eigene Austauschplattform ins
Leben gerufen, die seit April 2020 allen Lehrenden zur Verfügung steht. Expertinnen und
Experten, die nicht an Technischen Hochschulen arbeiten, können hier nach unserer Erfahrung
nur eingeschränkt als Role Models dienen, da deren durchaus interessante und fundierte
Beiträge oft nur schwer auf die Situation an einer technischen Universität übertragbar sind. Wir
freuen uns hier über den Pool von Personen, mit denen wir bisher nur zu einem Teil im Kontakt
waren.
Für das kommende Semester, das Wintersemester 2020/2021 wurde eine Strategie mit dem
bezeichnenden Titel „Digital First“ entworfen, die die herkömmlichen Rahmenbedingungen
für Lehrveranstaltungen, wie sie vor COVID-19 galten, viel flexibler setzt:
Ab Herbst sind grundsätzlich wieder Präsenzveranstaltungen geplant, bei denen jedoch durch
größere Abstände und Einhaltung weiterer Hygieneregeln deutlich weniger - in den Hörsälen
etwa ein Viertel - der Studierenden Raum finden. Das bedeutet, dass sehr große
Lehrveranstaltungen mangels entsprechender Räumlichkeiten online angeboten werden
(müssen) oder in hybrider Form (online und offline parallel). Auch wurde ein System entworfen,
dass Prüfungen von Pflichtveranstaltungen anderen Prüfungen vorgezogen werden, wenn die
Räumlichkeiten knapp werden. Auch wurden die Live-Streaming-Ausstattungen in kleinere
Hörsäle und Räume verlegt, um nicht unnötig große Hörsäle zu blockieren.
Auch wenn die TU Graz also darum bemüht ist, möglichst viele Präsenzangebote zu realisieren,
sollen verstärkt Online-Aktivitäten und -Phasen angeboten und eingebunden werden, wo
immer es möglich und didaktisch sinnvoll ist. In der Lehrveranstaltungsmeldung werden die
bestehenden Regularien zu Abschlussprüfungen bei Vorlesungen und eine
Genehmigungspflicht von Lehrveranstaltungen, bei denen der Anteil der Online-Lehre über 20
Prozent liegt, vorerst ausgesetzt. Wir hoffen, dass dieser Spielraum genutzt wird und nun mit
mehr Vorbereitungszeit auch methodisch-didaktische Überlegungen eine größere Rolle
spielen können. Parallel dazu soll eine interne Arbeitsgruppe die bestehende Richtlinie
überarbeiten, um zukünftig Online-Lehre besser integrierbar zu machen.
Für das LLT-Team ist auch die kommende Phase eine Herausforderung: Der Supportaufwand,
aber gleichermaßen das Verständnis und Mitwirken der Lehrenden war zu Beginn der COVID-
19-Phase sehr hoch. Hier wirkte vielleicht auch das ausgeprägte ingenieurswissenschaftliche
Verständnis der Lehrenden an einer TU für eine höhere Bereitschaft, die vorgeschlagenen und
eingeschlagenen Problemlösungen zu unterstützen (Ebner et al., 2020). Dieses Verständnis ist
im Verlauf des Frühjahrs wieder kleiner geworden, als klar wurde, dass es sich nicht um eine
kurze, einmalige Ausnahmesituation handelt, sondern um eine länger andauernde Veränderung
des Alltags, eben auch als Lehrende. Das LLT-Team freut sich darüber, dass die vielen
Sprünge ins kalte Wasser im Rahmen der COVID-19-Krise Lehrenden geholfen haben, manche
Vorurteile gegenüber der Online-Lehre auszuräumen, und möchte denjenigen, die bisher nicht
so gute Erfahrungen gemacht haben, natürlich helfen, positive zu machen. Das LLT-Team wird
die Lehrenden hierbei mit seiner Expertise begleiten, und sieht den Anforderungen mit Interesse
entgegen, bieten diese doch auch wieder die Möglichkeit, Lehrende dabei zu unterstützen,
Neues auszuprobieren, und Hürden und Vorurteilen bei der Umsetzung neuer Ansätze und
Medien zu begegnen.
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Literatur
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Befragung von Studierenden der TU Graz. Unveröffentlichte Bachelorarbeit, Abschluss erwartet
für November 2020. Graz: TU Graz.
AutorInnenbeschreibung
Dr. Sandra Schön
Dr. phil. Sandra Schön M.A. ist Senior Researcher in der Organisationseinheit „Lehr- und
Lerntechnologien“ der Technischen Universität Graz, Projektleitung beim „Forum Neue Medien
in der Lehre Austria“ (Graz) für das Vorhaben „Aufbau einer OER-Zertifizierungsstelle“ zur
Anerkennung der Aktivitäten von Lehrenden und Hochschulen in Bezug auf offene
Bildungsressourcen (OER, open educational resources) und Adjunct Professor of Innovations in
Learning an der Universitas Negeri Malang (Staatliche Universität Malang, Indonesien). Ihre
Arbeitsschwerpunkte sind digitale Innovationen für das Lernen und Lehren, OER, Maker
Education. Kontakt: sandra.schoen@tugraz.at, weitere Informationen: https://sandra-schoen.de
Clarissa Braun
Clarissa Braun ist Instructional Designerin in der Organisationseinheit „Lehr- und
Lerntechnologien“ an der Technischen Universität Graz und als Projektmitarbeiterin im Bereich
E-Didaktik an Hochschulen tätig. Sie studierte höheres Lehramt an beruflichen Schulen
Sozialpädagogik/Pädagogik und Englisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Ihre
inhaltlichen Schwerpunkte liegen in der Weiterbildung von Lehrenden und der Entwicklung von
Blended-Learning-Szenarien mit Online-Kursen an Hochschulen.
Mag. Katharina Hohla
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Katharina Hohla absolvierte ein Lehramtsstudium mit den Unterrichtsfächern Italienisch und
Informatik an der Universität Graz bzw. der Technischen Universität Graz und ist seit 2018 an
der Technischen Universität Graz in der Organisationseinheit Lehr- und Lerntechnologien
tätig. Ihre Aufgabenbereiche liegen u. a. im technischen Support des Lernmanagementsystems
der TU Graz, in der Betreuung der MOOC-Plattform iMooX.at, der Erstellung von Lehr- und
Lernunterlagen und dem mediendidaktischen Design von Lehr- und Lernszenarien.
Prof. Dr. Annette Mütze
Prof. Mütze studierte Elektrotechnik an der TU Darmstadt und allgemeines Ingenieurwesen an
der Ecole Centrale de Lyon (Frankreich) und promovierte anschließend an der TU Darmstadt im
Bereich der elektrischen Antriebstechnik. Nach einigen Jahren an der University of Wisconsin-
Madison (USA) und der University of Warwick (UK) ist sie seit 2010 Professorin an der TU Graz
und Leiterin des Instituts für elektrische Antriebstechnik und Maschinen. Sie interessiert sich
dafür, neue Wege bei der Lösung der beruflichen Aufgaben auszuprobieren.
PD Dr. Martin Ebner
Priv.-Doz. Dr. Martin Ebner ist Leiter der Abteilung Lehr- und Lerntechnologien an der
Technischen Universität Graz und ist dort für sämtliche E-Learning-Belange zuständig. Zudem
forscht und lehrt er als habilitierter Medieninformatiker (Spezialgebiet: Bildungsinformatik) am
Institut für Interactive Systems and Data Science rund um technologiegestütztes Lernen. Seine
Schwerpunkte sind Seamless Learning, Learning Analytics, Open Educational Resources,
Maker Education und informatische Grundbildung. Er bloggt unter http://elearningblog.tugraz.at
und weitere Details finden Sie unter http://www.martinebner.at
Conference Paper
Full-text available
Initially, in March 2020, when COVID-19 forced conventional face-to-face to pure online teaching, didactic matters were only of secondary importance. At Graz University of Technology (TU Graz, Austria) both the support team for Educational Technology as well as the instructors were mostly concerned with solving technical challenges. Nevertheless, a special tool, the ReDesign Canvas, was available to support lecturers in their endeavor to also address the didactic aspects of their teaching systematically. The article presents the application of the canvas in a redesign of an exemplary lecture.
Article
Full-text available
Erschienen als: Edelsbrunner, Sarah; Schauer, Jasmin & Schön, Sandra (2022). Tipps für die Entwicklung eines Canvas als praxisnahe Konzeptions- und Umsetzungshilfe. Blogbeitrag im Hochschulforum Digitalisierung, 28.3.2022, URL: https://hochschulforumdigitalisierung.de/de/blog/tipps-canvas-entwicklung
Article
Full-text available
The COVID-19 crisis influenced universities worldwide in early 2020. In Austria, all universities were closed in March 2020 as a preventive measure, and meetings with over 100 people were banned and a curfew was imposed. This development also had a massive impact on teaching, which in Austria takes place largely face-to-face. In this paper we would like to describe the situation of an Austrian university regarding e-learning before and during the first three weeks of the changeover of the teaching system, using the example of Graz University of Technology (TU Graz). The authors provide insights into the internal procedures, processes and decisions of their university and present figures on the changed usage behaviour of their students and teachers. As a theoretical reference, the article uses the e-learning readiness assessment according to Alshaher (2013), which provides a framework for describing the status of the situation regarding e-learning before the crisis. The paper concludes with a description of enablers, barriers and bottlenecks from the perspective of the members of the Educational Technology department.
Article
Full-text available
Well-planned online learning experiences are meaningfully different from courses offered online in response to a crisis or disaster. Colleges and universities working to maintain instruction during the COVID-19 pandemic should understand those differences when evaluating this emergency remote teaching.
Chapter
Full-text available
Since 2010, Massive Open Online Courses (MOOCs) have been one of the most discussed and researched topics in the area of educational technology. Due to their open nature such courses attract thousands of learners worldwide and more and more higher education institutions begin to produce their own MOOCs. Even the (international) press is full of reports and articles of how MOOCs can revolutionize education. In this chapter, we will take a look from a meta-level. After years of experiences with different MOOCs, we recognize that many MOOCs are used in different ways by teachers, lecturers, trainers and learners. So, there are different learning and teaching scenarios in the background often not visible to the broader public. Therefore, we like to address the following research question: “How can MOOCs be used in Higher Education learning and teaching scenarios and beyond?” In the study, the authors will focus on the seven identified scenarios how particular MOOCs were used for teaching and learning and therefore illustrate, that a MOOC can be “more than a MOOC”. MOOCs are one of the key drivers for open education using Open Educational Resources. The use of open licenses for MOOC resources are the mechanism for potential innovations in learning and teachings scenarios.
Chapter
Full-text available
Massive Open Online Courses, shortly MOOS, are one important trend of technology-enhanced learning of the last years. In this contribution we introduce a new didactical approach that we call "inverse blended learning" (IBL). Whereas "blended learning" is the enrichment of traditional learning settings through online inputs or phases, the IBL approach aims to enhance a pure online course with additional offline meetings for exchange and practising. Within two case studies the concept was tested and evaluated. The research study points out that the typical high dropout rate for MOOCs decreased arbitrarily. Therefore we recommend introducing the didactical approach of inverse blended learning in future MOOCs, if applicable.
Conference Paper
Full-text available
Massive Open Online Courses (MOOCs) have been a hype in technology enhanced learning systems the last couple of years. The promises behind MOOCs stand on delivering free and open education to the public, as well as training a large criterion of students. However, MOOCs clashes severely with students dropout which by then forced educationalists to deeply think of MOOCs effectivity from all angles. As a result, the authors of this paper propose a pedagogical idea that strongly depends on injecting the online learning (MOOC) with face-to-face sessions to refresh the students minds as well as integrating them in the real learning process. The authors after that analyze the results of their experiment using Learning Analytics. The outcomes have shown a new record of certification ratio (35.4%), an improvement of student interaction in the MOOC platform, and a manifest in social interaction in the MOOC discussion forum.
Article
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Etliche haben wohl schon den „Business Model Canvas“ kennen gelernt (Osterwalder & Pigneur, 2011). Dabei handelt es sich um eine Vorlage, die bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen unterstützen kann und mit deren Hilfe z.B. auch solche Modelle verglichen werden können. Bei unserer Arbeit rund um die Erstellung von Lernvideos mussten wir vor allen in Gesprächen mit interessierten Lehrenden feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, ein Konzept oder gar Drehbuch für ein Lernvideo zu erstellen. Speziell für Neulinge auf dem Gebiet ist die Übersicht über die notwendigen Überlegungen im Vorfeld, sowie die letztendliche Umsetzung ein unübersichtlicher Dschungel.
Chapter
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Interaktion zwischen Lehrenden und Studierenden in gefüllten, großen Hörsälen ist eine große Herausforderung. Audience-Response-Systeme werden als eine Möglichkeit betrachtet, schnelle Rückmeldungen von den Studierenden zu erhalten und so deren Einbindung und die Interaktion im Hörsaal zu erhö- hen. Im vorliegenden Beitrag wird die Entwicklung, das Konzept sowie das Design eines Prototypen einer Anwendung vorgestellt („Backchannel“), die es den Studierenden ermöglicht, den Vortragenden kontinuierlich Rückmeldung zum Vortrag zu geben. Die Lehrenden erhalten ein aggregiertes visuelles Feedback in Echtzeit und können darauf reagieren. Ausführlich werden dabei die Ergebnisse des Testeinsatzes dargestellt sowie zukünftige Adaptionen und Entwicklungsmöglichkeiten diskutiert.
Article
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Kurzfassung Der Zugang zu offenen Bildungsressourcen – Open Educational Resources (OER) – wird in der heutigen Zeit viel diskutiert, angestrebt und auch eingefordert. Dieser Beitrag widmet sich dem Thema aus Sicht einer Universität und unter dem Gesichtspunkt der für sie geltenden spezifischen Rahmenbedingungen. Auf Basis eines Modells wird gezeigt, welche Maßnahmen an der Technischen Universität Graz getroffen werden und welche Ziele dahinter stehen. Eine kurze Darstellung bereits durchgeführter Aktivitäten rundet den Beitrag ab.
Article
Many institutions of Higher Education and Corporate Training Institutes are resorting to e-Learning as a means of solving authentic learning and performance problems, while other institutions are hopping onto the bandwagon simply because they do not want to be left behind. Success is crucial because an unsuccessful effort to implement e-Learning will be clearly reflected in terms of the return of investment. One of the most crucial prerequisites for successful implementation of e-Learning is the need for careful consideration of the underlying pedagogy, or how learning takes place online. In practice, however, this is often the most neglected aspect in any effort to implement e-Learning. The purpose of this paper is to identify the pedagogical principles underlying the teaching and learning activities that constitute effective e-Learning. An analysis and synthesis of the principles and ideas by the practicing e-Learning company employing the author will also be presented, in the perspective of deploying an effective Learning Management Systems (LMS).