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Abstract

Der Beitrag entwickelt einen (medien-)pädagogischen Orientierungsrahmen, der nicht von digitalen Technologien als Produkt, sondern von der Technikgenese als Prozess aus-geht. Der Prozess der Digitalisierung wird als performativer Vorgang der diskretisierenden, abstrahierenden und formalisierenden Beschreibung praktischer Vollzüge gefasst. Dies erlaubt, den genuinen Einfluss digitaler Technologien und ihres praktischen Gebrauchs auf Bildungsprozesse zu untersuchen und kritisch zu reflektieren. Der Rahmen offenbart das grundlegende Spannungsverhältnis zwischen der unterstellten Annahme einer prinzi-piellen Geregeltheit praktischer Vollzüge und der unhintergehbaren Komplexität und Kon-tingenz kultureller Praxis. Die Perspektive erweitert damit den Blick über die Betrachtung digitaler Technologien hinaus hin zu der Frage nach den kulturellen Praktiken und den in ihnen tradierten operationalen Formen. Education at the interface of cultural practice and cultural technology Abstract This article develops a (media)educational framework that is based on the genesis of technology as a process rather than on digital technologies as a product. The process of digitalization is understood as a performative process of discretized, abstracted, and formalized description of cultural practice. This allows to identify and reflect the genuine impact of digital technologies on educational processes. The framework reveals the fundamental tension between the underlying assumption of practice as describable and the inevitable complexity and contingency of cultural practice. The perspective thus goes beyond the analysis of digital technologies as it reflects the cultural practices and its operational forms.
Richter, Christoph, und Heidrun Allert. 2020. «Bildung an der Schnittstelle von kultureller Praxis und digitaler Kulturtechnik». MedienPädagogik 39
(Orientierungen): 13–31. https://doi.org/10.21240/mpaed/39/2020.12.02.X.
ISSN 1424-3636www.medienpaed.com
Themenheft Nr. 39: Orientierungen in der digitalen Welt
Herausgegeben von Bardo Herzig, Tilman-Mathies Klar, Alexander Martin
und Dorothee M. Meister
This work is licensed under a Creative Commons
Attribution 4.0 International License
http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Bildung an der Schnittstelle von kultureller Praxis
und digitaler Kulturtechnik
Christoph Richter und Heidrun Allert
Zusammenfassung
Der Beitrag entwickelt einen (medien-)pädagogischen Orientierungsrahmen, der nicht
von digitalen Technologien als Produkt, sondern von der Technikgenese als Prozess aus-
geht. Der Prozess der Digitalisierung wird als performativer Vorgang der diskretisierenden,
abstrahierenden und formalisierenden Beschreibung praktischer Vollzüge gefasst. Dies
erlaubt, den genuinen Einfluss digitaler Technologien und ihres praktischen Gebrauchs
auf Bildungsprozesse zu untersuchen und kritisch zu reflektieren. Der Rahmen offenbart
das grundlegende Spannungsverhältnis zwischen der unterstellten Annahme einer prinzi-
piellen Geregeltheit praktischer Vollzüge und der unhintergehbaren Komplexität und Kon-
tingenz kultureller Praxis. Die Perspektive erweitert damit den Blick über die Betrachtung
digitaler Technologien hinaus hin zu der Frage nach den kulturellen Praktiken und den in
ihnen tradierten operationalen Formen.
Education at the interface of cultural practice and cultural technology
Abstract
This article develops a (media)educational framework that is based on the genesis of
technology as a process rather than on digital technologies as a product. The process
of digitalization is understood as a performative process of discretized, abstracted, and
formalized description of cultural practice. This allows to identify and reflect the genuine
impact of digital technologies on educational processes. The framework reveals the
fundamental tension between the underlying assumption of practice as describable and
the inevitable complexity and contingency of cultural practice. The perspective thus goes
beyond the analysis of digital technologies as it reflects the cultural practices and its
operational forms.
1. Einleitung
Gegenstand des Beitrags ist die Entwicklung eines (medien-)pädagogischen Orien-
tierungsrahmens, der es erlaubt den genuinen Einfluss digitaler Technologien und
ihres praktischen Gebrauchs auf Bildungsprozesse zu untersuchen und kritisch zu
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reflektieren. Ausgangspunkt hierzu ist das für die digitalen Technologien konstitutive
Moment der Operationalisierung und der hiermit verbundenen Prozesse der Diskreti-
sierung, Abstrahierung und Formalisierung.
Während die soziale und materielle Vermitteltheit von Bildungsprozessen in der
erziehungswissenschaftlichen Diskussion an Bedeutung gewonnen hat (z.B. Fenwick
2015), und die mediale Prägung kultureller Lebenswelten und Interaktionszusam-
menhänge zu einer allgemeinen bildungstheoretischen Frage geworden ist (z.B.
Marotzki und Jörissen 2008), sind die Spezifika digitaler Technologien und hieran an-
schliessender Prozesse der Mediatisierung nur unzureichend konzeptualisiert. Viel-
mehr lässt sich im Anschluss an Mersch (2016) feststellen, dass der Begriff der Ope-
ration selbst zu einem Kernkonzept aktueller Kultur- und Medientheorien geworden
ist, infolge dessen es immer schwerer wird, eine analytische Grenze zwischen den
kulturellen Praxen, in denen sich Bildungsprozesse vollziehen, und ihrer Vermittlung
durch digitale Technologien zu ziehen.
Vor diesem Hintergrund rekonstruiert der Beitrag den Prozess der Digitalisie-
rung als einen performativen Vorgang, in dem sich die diskretisierte, abstrahierte
und formalisierte Beschreibung praktischer Vollzüge in digitalen Technologien ver-
gegenständlicht und hierdurch die Handlungs- und Erfahrungsräume der Akteure
verändert. Ein solches auf dem Konzept der autooperationalen Form (Floyd 1997;
2002) aufbauendes Verständnis der Digitalisierung verweist auf das grundlegende
Spannungsverhältnis zwischen der unterstellten Annahme einer prinzipiellen Ge-
regeltheit praktischer Vollzüge und der unhintergehbaren Komplexität und Kontin-
genz kultureller Praxis und der hieran anschliessenden Erfahrungen. Aus diesem
Spannungsverhältnis, so die in diesem Beitrag vertretene These, eröffnet sich ein
bildungstheoretisch wichtiger Ansatzpunkt wider einen technologischen Imperativ,
der unterstellt, dass sich kulturelle Praxen und damit verknüpfte Bildungsprozesse
in ein Gefüge von Operationsketten übersetzen liessen.
Um zu verdeutlichen, dass sich aus diesen Überlegungen nicht nur ein abstrakt-
theoretischer, sondern auch ein konkret-praktischer Orientierungsrahmen für die
medienpädagogische Auseinandersetzung mit Digitalisierungsprozessen ergibt,
werden die Möglichkeiten zur Rekonstruktion und Analyse autooperationaler For-
men anhand eines Beispiels zur automatisierten Beurteilung der ästhetischen Qua-
lität von Fotos erörtert. Hieran wird verdeutlicht, dass in Operationalisierungen
notwendigerweise immer auch Aspekte des Seins, der individuellen und kollektiven
Erfahrung negiert und ausgeklammert werden.
Der Beitrag nimmt insofern Bezug auf die Frage nach den von der Medienpäda-
gogik zu erwartenden Orientierungsleistungen in Erziehung und Bildung, wie auch
die Möglichkeiten einer medienpädagogisch motivierten Mitgestaltung digitaler
Technologien. Für das Projekt der Medienpädagogik ist es einerseits wichtig, Bezüge
herzustellen zu anderen Disziplinen (wie Kulturwissenschaft, Informatik und digital
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sociology), aufgrund ihres Gegenstandes und ihres Fokus auf ein emanzipatorisches
Moment, d.h. die Schaffung der Möglichkeit der Kritik, muss die Pädagogik anderer-
seits immer einen spezifischen Beitrag leisten.
2. Die konstitutive Verwicklung in digitale Technologien
Digitale Technologien vermitteln, formen und transformieren immer vielfältigere
Aspekte des privaten, beruflichen und gesellschaftlichen Lebens. Algorithmen, Pro-
tokolle, Datenstrukturen, Datenbestände wie auch die Hardwaresysteme und phy-
sischen Netzwerke, innerhalb derer die Daten prozessiert werden, sind nicht mehr
(wenn sie es denn je waren) blosse Werkzeuge, derer wir uns bedienen, sondern
ein integraler Bestandteil unserer kulturellen Alltagspraktiken geworden (vgl. z.B.
Kitchin und Dodge 2011; Manovich 2013; Gillespie 2014; Introna 2016; Roberge und
Seyfert 2017). Digitale Technologien haben sich eingewoben in die Art und Weise,
wie wir uns informieren, wie wir miteinander interagieren und kommunizieren, aber
auch wie wir uns fortbewegen, uns artikulieren und untereinander vernetzen. Der
Umgang mit digitalen Technologien erschöpft sich nicht in einem zweckrationalen
Gebrauch, in dem die technischen Objekte tun, was wir von ihnen erwarten. Vielmehr
gehen die digitalen Technologien auch mit uns um, modellieren und adressieren uns
in einer Weise, die ihrer Logik entspricht, die unser Verhalten für sie anschlussfähig
und prozessierbar werden lässt. Als Anwenderinnen und Anwender bedienen wir uns
nicht einfach einer Suchmaschine wie Google, lassen uns per Smartphone durch eine
fremde Stadt navigieren oder tauschen uns mit unseren Freundinnen und Freunden
über WhatsApp aus. Vielmehr interferieren diese Technologien mit dem, was wir tun,
indem sie uns auf Basis der verfügbaren Daten Dinge empfehlen, auswählen, bereit-
stellen oder auch vorenthalten. Digitale Technologien agieren als performative Ver-
mittler, indem sie die Welt mitformen, die sie zu repräsentieren vorgeben (Bucher
2018, 1). Sie bestimmen mit, wie wir uns zu uns selbst, zu anderen wie auch zur Welt
in Beziehung setzen, was sicht-, hör- oder in anderer Weise erfahrbar wird. Sie verän-
dern die Bedingungen, unter denen wir uns in gesellschaftliche und kulturelle Pro-
zesse einbringen und als Subjekte anerkennungsfähig werden.
In dem Masse, in dem digitale Technologien nicht nur eine instrumentelle Funk-
tion übernehmen, sondern grundlegende Vorstellungen hinsichtlich der Autonomie
und Selbstbestimmung handelnder Subjekte unterlaufen, sind sie auch zentraler
Gegenstand aktueller bildungstheoretischer und medienpädagogischer Erwägungen
(z.B. Edwards und Carmichael 2012; Jörissen und Verständig 2016). Insbesondere
wenn Bildung nicht als affirmativer, sondern als transformativer Prozess verstanden
wird, der immer auch Bezug nimmt auf Fragen der Macht und der Befähigung zur Teil-
habe an gesellschaftlicher und kultureller Praxis (z.B. Fenwick 2015; Alkemeyer und
Buschmann 2017; Jörissen und Unterberg 2018), bedarf es auch aus pädagogischer
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und bildungstheoretischer Sicht einer Auseinandersetzung mit der Frage nach dem
genuinen Einfluss digitaler Technologien auf die Konstitution von Selbst-, Anderen-
und Weltverhältnissen.
Tatsächlich ist seit einigen Jahren auch in der bildungstheoretischen Diskussion
eine verstärkte Auseinandersetzung mit der Rolle (technischer) Dinge zu beobachten.
Im Anschluss an den ‹material turn› in den Kultur- und Sozialwissenschaften wird
hierbei sowohl auf theoretischer wie auch empirischer Ebene vermehrt auf Modelle
zurückgegriffen, die von einer konstitutiven Verwicklung (constitutive entanglement,
Orlikowski 2007) des Menschen in die soziale und materielle Welt ausgehen (z.B.
Fenwick, Edwards, und Sawchuck 2011; Röhl 2015; Nohl und Wulf 2013). Entspre-
chende Ansätze haben die Annahme eines intentional handelnden und autonomen
menschlichen Subjekts zurückgestellt und stattdessen den Blick auf jene Prozesse
gelenkt, in und durch die Subjekte, Objekte, Artefakte und Körper im Zuge situier-
ter Praktiken ihre Form gewinnen und geformt werden (z.B. Fenwick, Edwards, und
Sawchuck 2011; Jörissen 2015; Rieger-Ladich 2017; Engel und Jörissen 2019).
Obwohl mit diesem Perspektivwechsel deutlich wurde, dass Prozesse der So-
zialisation, des Lernens, der Erziehung und der Bildung nicht losgelöst von den in
sie involvierten Körpern, Artefakten und Technologien zu verstehen sind, steht auch
in der bildungstheoretischen Diskussion weiterhin die Frage im Raum, wie sich die
soziale und materielle Konstitution digitaler Technologien konzeptuell fassen lässt
und welche Konsequenzen sich hieraus für Prozesse der Subjektivierung in einer von
Digitalisierung durchzogenen Gesellschaft ergeben (z.B. Meyer 2014; Jörissen 2015;
Jörissen und Verständig 2016; Bettinger 2018).
Die Frage nach der konstitutiven Verwicklung von Menschen und technischen
Artefakten hat nicht zuletzt mit der zunehmenden Verbreitung digitaler Technolo-
gien an Brisanz gewonnen, da sich hier soziale Praktiken und technische Operatio-
nen in besonders augenfälliger Weise nicht nur gegenseitig bedingen, sondern auch
erst ermöglichen. So hat etwa Orlikowski (2007) am Beispiel der Suchmaschine von
Google dargelegt, dass es sich hierbei nicht um den instrumentellen Gebrauch einer
in Bezug auf ihr Ergebnis fixierten oder statischen Technologie handelt, in der ein
gegebener Suchbegriff zu einem reproduzierbaren Ergebnis führt. Vielmehr basie-
ren die Ergebnisse einer Suchanfrage nicht nur auf den von den Softwareentwicklern
im Code implementierten Algorithmen, sondern werden in entscheidender Weise
mitbestimmt von nicht-technischen Faktoren, wie etwa den im Internet verfügba-
ren Seiten, zwischen diesen erstellten Verlinkungen oder auch der Verwendung von
Suchbegriffen und Ergebnissen anderer Nutzerinnen und Nutzer. Entsprechend, so
Orlikowski (2007, 1440), sind die Suchergebnisse «not dependent on either material-
ity or sociality, nor on some interaction between them (to the extent that these are
seen as distinct domains). Rather the performance and results of a Google-based
search are sociomaterial». Die hiermit angesprochene Verflechtung von Materialität
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und Sozialität ist dabei kein Alleinstellungsmerkmal der Suchmaschine von Google,
sondern ein zentrales Charakteristikum all jener datenverarbeitenden Technologien,
die darauf ausgelegt sind, eine praktische Anwendung in der Lebenswelt zu finden,
die zugleich jene Informationen produziert, die eben von dieser Technologie verar-
beitet werden (vgl. Gillespie 2014; Introna 2016; Bucher 2018). Technologische Arte-
fakte wie etwa der Newsfeed Algorithmus von Instagram, mobile Navigationsgeräte
für den beruflichen oder privaten Gebrauch, Plagiatsfinder, Systeme zur Überwa-
chung und Steuerung von Lernprozessen oder Verfahren zur automatischen Erken-
nung von Hasskommentaren sind insofern untrennbar mit jenen sozialen Praktiken
verwickelt, innerhalb derer sie ihre Anwendung finden. Damit sind auch die sozialen
Praktiken, so wie sie sich aktuell realisieren, nicht ohne die entsprechenden Techno-
logien denkbar.
Die Annahme einer konstitutiven Verwicklung von Menschen und Dingen, von
Materialität und Sozialität weist sowohl über technikzentrierte wie auch anwen-
dungszentrierte Ansätze hinaus, indem die Bedeutung und Funktion von Techno-
logie weder allein auf die Effekte technischer Artefakte noch auf ihren praktischen
Gebrauch im Rahmen situierter Praktiken reduziert wird (siehe Orlikowski 2007). So-
ziomaterielle Theorieangebote gehen stattdessen von der Prämisse aus, dass Men-
schen und (technische) Dinge nicht unabhängig voneinander existieren, sondern ei-
nander konstitutiv bedingen, indem sie einander durch ihre Beziehung zueinander
hervorbringen (vgl. Latour 2005; Orlikowski 2010). Sowohl Menschen wie auch die
(technischen) Dinge sind vor diesem Hintergrund das performative Ergebnis prakti-
scher Vollzüge, aus denen sie emergieren und in denen sie sich transformieren (vgl.
Cecez-Kecmanovic et al. 2014; Fenwick 2015). Die Vorstellung der konstitutiven Ver-
wicklung von Menschen und (technischen) Dingen basiert insofern auf einem onto-
logischen Relationalismus, der davon ausgeht, dass alles, was existiert, das Ergebnis
performanter Relationen ist (vgl. z.B. Emirbayer 1997; Slife 2004; Kalthoff, Cress, und
Röhl 2016). An die Stelle einer substanzontologischen Betrachtung, in der Substan-
zen und Objekte – seien es Dinge, Menschen und Technologien – als eigenständige
Entitäten gefasst werden, verweisen soziomaterielle Theorieangebote somit auf ein
prozessontologisches Verständnis der Welt, ein Verständnis, das dynamische Pro-
zesse und Ereignisse als grundlegender erachtet als Substanzen und statische Dinge
(z.B. Scott und Orlikowski 2014). Entsprechend hält Introna (2016, 23) fest: «For pro-
cess scholars, relations do not connect (causally or otherwise) preexisting entities
(or actors), rather, relations enact entities in the flow of becoming».
Der mit soziomateriellen Theorieangeboten einhergehende performative und
relationale Zugang bietet die Möglichkeit, sowohl technische wie auch soziokultu-
relle Determinismen zu vermeiden, indem die Wirkmacht nicht im Vorhinein den
materiellen Dingen oder den Menschen unterstellt werden muss, sondern nachge-
zeichnet werden kann, wie sich Wirkmacht im Rahmen der sich entwickelnden und
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verändernden Relation in komplexen Netzwerken aus menschlichen und nicht-
menschlichen Akteuren entfaltet. Da mit einem solchen Zugang Materialität nicht an
Substanzen, sondern an Prozesse gebunden ist, wird es möglich, auch digitale Tech-
nologien nicht nur als soziale, sondern als materielle Vorgänge zu verstehen, die mit
anderen Prozessen in produktiver Weise interferieren (vgl. Leonardi und Barley 2008;
Leonardi 2012). Da die Dinge hiermit nicht mehr als eigenständige und in sich ge-
schlossene Entitäten begriffen werden, ist es zudem möglich zu untersuchen, wie ihre
relationale Eingebundenheit im Sinne der konstitutiven Verwicklung bestimmte Pro-
zesse und damit auch Arten der Auseinander- und In-Beziehung-Setzung inkludiert
oder exkludiert (siehe Scott und Orlikowski 2014). Zugleich – und das ist der für die
vorliegende Arbeit springende Punkt – laufen soziomaterielle Theorieangebote und
hieran anschliessende Analysen jedoch Gefahr, sowohl (technische) Dinge und letzt-
lich auch menschliche Akteure als austauschbare Produkte eben jener Relationen
bzw. Prozesse zu begreifen, aus denen sie ihre Bedeutung und Wirkmacht beziehen
(Kalthoff, Cress, und Röhl 2016). So lässt etwa die von Vertreterinnen und Vertretern
soziomaterieller Positionen, wie etwa Scott und Orlikowski (2014), vorgeschlagene
Verortung von Relationen in Praktiken offen, in welchem Verhältnis situierte prak-
tische Handlungsvollzüge, soziale Praktiken und technologische Prozesse zueinan-
der stehen. Im Hinblick auf technologische Prozesse bleibt insbesondere unklar, wie
diese eine Eigenständigkeit und damit verbunden einen Eigensinn und eine Wider-
ständigkeit entwickeln können, die über jene Praktiken hinausweist, aus denen sie
hervorgehen (vgl. Leonardi 2012). Oder wie es Morley (2017, 84) formuliert hat: «The
challenge therefore comes not in thinking about whether the automated process-
ing undertaken by machines is related to practices, but how». Noch deutlicher wird
diese Problematik in jenen Ansätzen in den Kultur- und Medienwissenschaften, die
sich auf Überlegungen der Akteur-Netzwerk-Theorie beziehen und Entitäten wie Per-
sonen, Artefakte oder Zeichen als das Produkt von Operationsketten verstehen (z.B.
Schüttpelz 2006; Maye 2010) und damit auch soziale und kulturelle Praktiken auf das
Modell von Operationen zurückführen. Wenn jedoch, wie Mersch (2016) argumentiert
hat, Praktiken und Operationen in eins gesetzt werden, ist es nicht mehr möglich,
Technologien und Praktiken voneinander abzugrenzen, da die Identität, Wiederhol-,
Umkehr- und Zerlegbarkeit von Operationen dann als Prämisse und nicht mehr als
Kennzeichen technologischer Prozesse betrachtet werden, deren Hervorbringung es
zu erklären gilt. Umgekehrt greifen auch jene Modelle zu kurz, die eine prinzipielle
Unterscheidung von menschlichem Handeln und technischem Operieren vornehmen
(z.B. Schäffer 2007; Nohl 2011), ohne aber zu erläutern, wie technische Operationen
aus menschlichem Handeln resultieren. Der einseitige Blick auf die lebensweltliche
Verstrickung des Menschen mit den Dingen reicht hierzu nicht aus, da die Genese
komplexer Technologien auch immer auf überindividuelle und damit auf historisch-
kulturelle Transformationsprozesse verweist (vgl. Jörissen 2015).
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Vor diesem Hintergrund bedarf es konzeptueller Ansätze, die die Grenzen zwi-
schen Technologien, kulturellen Praktiken und praktischen Handlungsvollzügen
nicht verwischen, sondern in der Lage sind, sowohl den Ursprung von Technologien
in kulturellen Praktiken wie auch die Formen der Stabilisierung technologischer Pro-
zesse nachzuzeichnen, die über individuelle Praktiken hinausweisen und insofern
den Eigensinn und die Widerständigkeit von Technologien begründen. Im Hinblick
auf digitale Technologien bedeutet dies, auch der spezifischen Materialität digitaler
Artefakte Rechnung zu tragen, die sich nicht in ihrer physischen Existenz erschöpft.
Zugleich müssen entsprechende Ansätze aber auch die Rückkopplung und Einbin-
dung entsprechender Technologien in kulturelle Praktiken im Blick behalten, also
jene Prozesse, in denen die Technologien sowohl mit praktischen Handlungsvoll-
zügen und den hieraus resultierenden Informationen wie auch den sozial geteilten
Handlungs- und Deutungsmustern interferieren (z.B. Gillespie 2014). Dies betrifft
all jene Prozesse und Formen des praktischen Wissens und Könnens, die notwendig
sind, den «technischen Kern» der Dinge «gegen die unvorhersehbaren Anforderun-
gen neuer Situationen [abzuschirmen]» (Schulz-Schäffer 2004, 120) und die im Sinne
von Simondon (2012) das «technische Milieu» bilden, das die notwendige Vorausset-
zung für das Funktionieren der technischen Dinge ist und zugleich deren dynami-
schen Kontext bildet.
3. Digitale Technologien als autooperationale Formen
Um sowohl der konstitutiven Verwicklung wie auch dem Eigensinn und der Wider-
ständigkeit digitaler Technologien Rechnung tragen zu können, folgen wir Christiane
Floyds Konzeption von Computerartefakten als autooperationalen Formen (Floyd
1997; 2002) und beziehen diese auf aktuelle soziomaterielle Ansätze. Ausgangspunkt
für Floyds Überlegungen ist die Frage nach dem Verhältnis von menschlicher Praxis
und digitalen Technologien aus Sicht der angewandten Informatik als einer gestal-
tungsorientierten Disziplin (vgl. Floyd 1997; 2002). Im Unterschied zur aktuellen Dis-
kussion, in der digitale Technologien und die zugrundeliegenden Algorithmen be-
ziehungsweise Programme primär aus einer Produktsicht heraus analysiert werden,
wählt Floyd für ihre Analyse einen technikgenetischen Zugang und fokussiert jene
Prozesse, aus denen digitale Technologien hervorgehen. Zentral ist hierbei das Kon-
zept der Operation und der daraus hervorgehenden operationalen Formen.
3.1 Operation und operationale Form
Der Begriff der Operation – und dies ist der wesentliche Unterschied zu den weiter
oben kritisierten Positionen – verweist für Floyd nicht auf einen Prozess oder einen
praktischen Vollzug an sich, sondern ist eine Beschreibungskategorie, die sich auf
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einen Prozess bezieht. Eine Operation ist insofern zunächst eine symbolische Entität,
die einen effektiven Prozess oder genauer eine Klasse von Prozessen beschreibt (vgl.
Floyd, 1997). Das Lesen eines Buchs, das Überqueren einer Strasse oder die Durch-
führung eines Experiments – im Sinne situierter Vollzüge – sind für Floyd dement-
sprechend konzeptuell zu unterscheiden von den Beschreibungen eben jener Vor-
gänge.
Als Beschreibungskategorie setzt die Operation einen Beobachter voraus, der
die jeweils infrage stehenden Prozesse in einer zweckgebundenen Weise beschreibt
(Floyd 1997; 2002). Indem praktische Vollzüge durch Operationen beschrieben wer-
den, werden diese nicht nur benenn-, sondern auch abgrenz- und unterscheidbar.
Durch die Abgrenz- und Unterscheidbarkeit eröffnet sich zugleich die Möglichkeit ei-
ner Verknüpfung einzelner Operationen zu komplexeren Gefügen. Die Beschreibung
einzelner Operationen nimmt dabei jeweils sowohl Bezug auf die materiellen oder
abstrakten Gegenstände, auf die sich die Operation bezieht, die Voraussetzungen,
die für die Durchführung notwendig sind, die Wirkungen, die es zu erzielen, die Mit-
tel, die es zu verwenden und die Regeln, die es zu beachten gilt (Floyd 2002). Ein
weiteres Charakteristikum der Operation und die mit ihr verbundene Zielsetzung ist
schliesslich die Übertragbarkeit, denn «[e]s geht darum, Schritte eines Vollzugs so zu
charakterisieren, dass ihre Voraussetzungen und Ergebnisse sowie ihre Randbedin-
gungen geklärt sind, um sie wiederholbar und planbar zu machen» (Floyd 1997, 242).
Die Beschreibung praktischer Vollzüge in Form von Operationen ist insofern ein
konstruktiver Prozess, als dass operative Beschreibungen eine Abgrenzung des je-
weils infrage stehenden Gegenstandsbereichs mit dem Ziel der Wiederholbarkeit und
Planbarkeit voraussetzen. Der entsprechende Prozess der operationalen Rekonstruk-
tion impliziert somit die «Reduktion von Vorgängen auf das Wirken von Operationen
sowie die Nachbildung der Vorgänge durch Verknüpfung von Operationen» (Floyd
1997, 240). Zugleich sind Operationen, sofern sie etwa zum Unterrichten, zur Pla-
nung oder auch zur Koordination von Handlungen eingesetzt werden, performativ
wirksam, indem sie zu einem integralen Bestandteil eben jener praktischen Vollzüge
werden, als deren Beschreibung sie gedacht sind (vgl. Floyd 1997). Durch die wieder-
holte Explikation und Vergegenständlichung der Operationen und ihrer praktischen
Umsetzung in situierten Handlungsvollzügen bilden sich sukzessive «operationale
Formen» im Sinne einer «Struktur aus möglichen Operationen in einem interessie-
renden Gegenstandsbereich» (Floyd 1997, 242) aus.
Entsprechende operationale Formen reichen von individuellen Routinen über
kollektive Traditionen bis hin zu expliziten Verfahren und finden ihren Niederschlag
sowohl in symbolischen wie auch technischen Artefakten (ebd.). Die praktische Um-
setzung einer Operation erfordert dabei immer auch eine situative Interpretation
und eine Anpassung des Handlungsvollzugs an die in der jeweiligen Beschreibung
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spezifizierten Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und Mittel, um die vordefinier-
ten Ziele zu erreichen (vgl. Floyd 2002). Hieraus ergibt sich wiederum ein Bedarf an
Artefakten, die den in der Operation spezifizierten Bedingungen genügen.
Operationen und operationale Formen sind vor dem Hintergrund der von Floyd
vorgeschlagenen Konzeption somit nicht Modell oder Grundlage zum Verständnis
praktischer Vollzüge, sondern das Ergebnis kultureller Prozesse im Sinne operatio-
naler Rekonstruktionen und ihrer situierten Anwendung. Operationale Formen be-
schränken sich dabei nicht auf explizite Verfahren, sondern umfassen das gesamte
Spektrum symbolischer und technischer Artefakte, die auf eine plan- und wiederhol-
bare Handlungsausführung abzielen. Operationale Formen beschränken sich inso-
fern dezidiert nicht auf potenziell maschinell ausführbare Prozeduren, sondern um-
fassen etwa auch informelle Rituale und Praktiken des Handwerks. Zugleich setzt die
Konzeption immer auch eine Interpretation der operationalen Form im praktischen
Vollzug voraus. Operationale Formen sind insofern nicht aus sich heraus wirksam,
sondern erfordern die Herstellung eines situativen Kontexts, in dem sie wirksam wer-
den können.
3.2 Von der operationalen zur autooperationalen Form
Aufbauend auf dem Modell der operationalen Form konzipiert Floyd das Feld der
angewandten Informatik als kulturelles Unterfangen, das darauf abzielt, eine «opera-
tionale Form [zu] explizieren und als autooperationale Form verfügbar [zu] machen»
(Floyd 1997, 238), d.h. eine operationale Form in einer Weise zu explizieren, die von
einem Computer prozessiert werden kann. Der Begriff der autooperationalen Form
verweist dabei auf den Umstand, dass die in dieser Weise explizierten Operationen
von einem Computer selbstständig durchgeführt werden können (Floyd 2002).
Die Entwicklung digitaler Technologien – im Sinne einer operationalen Rekon-
struktion – lässt sich vor diesem Hintergrund im Kern als Prozess der Modellierung
verstehen. Hierbei werden operationale Formen abstrahiert und in Gestalt von aus-
führbaren Programmen vergegenständlicht (Floyd 2002; vgl. Schelhowe 2007). Für
die Entwicklung autooperationaler Formen müssen die Operationen allerdings in
einer Form vorliegen, die nicht nur von einem Menschen, sondern auch von einem
Computer interpretiert werden kann. Hierfür ist es notwendig, die operationale Form
«vollständig, eindeutig und widerspruchsfrei in ein geschlossenes Modell (etwa aus
zustandsbehafteten Objekten und computerausführbaren Operationen) zusammen-
zufügen» (Floyd 1997, 246). Die Entwicklung digitaler Technologien setzt folglich die
Spezifikation einer Operation in einer vollständig formalisierten und interpretati-
onsfreien Weise voraus und umfasst insbesondere (a) die Abgrenzung des zu model-
lierenden Gegenstandsbereichs, (b) die Diskretisierung des Gegenstandsbereichs in
formal spezifizierbare Elemente und Operationen, (c) die Informatisierung im Sinne
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der symbolischen Charakterisierung relevanter Eigenschaften von Gegenständen,
auf die sich die operationale Form bezieht, sowie (d) die Operationalisierung durch
die Integration der Elemente und Operationen innerhalb eines Systems (Floyd 1997).
Durch die vollständige Formalisierung und interpretationsfreie Darstellung der
Operation wird es einerseits möglich, diese von einem Computer ausführen zu las-
sen. Zugleich erfordert die operationale Rekonstruktion andererseits – und hierin
besteht ein wesentlicher Aspekt der Performanz digitaler Technologien – die In-
formatisierung des jeweiligen Gegenstandsbereichs und damit auch der jeweiligen
praktischen Vollzüge, da Informationen über den Anwendungskontext durch die au-
tooperationale Form nur in Form vorab spezifizierter Daten verarbeitet werden kön-
nen (ebd). Anders ausgedrückt: Damit digitale Technologien ihre intendierte prakti-
sche Wirkung entfalten können, bedürfen sie eines Anwendungskontexts, der sich in
hinreichender Weise symbolisch charakterisieren lässt und den in der digitalen Tech-
nologie spezifizierten Voraussetzungen und Rahmenbedingungen entspricht. In Be-
zug auf ihren praktischen Gebrauch erschöpft sich die autooperationale Form damit
nicht in einem Algorithmus oder einem Programm, sondern umfasst immer auch die
Beziehung zu jenem Referenzsystem, auf das sich seine Operationen beziehen. So
beinhaltet etwa die autooperationale Form eines digitalen Navigationsgeräts nicht
nur digitales Kartenmaterial und Algorithmen zur Kalkulation von Wegstrecken, son-
dern auch die Verfügbarkeit verlässlicher Informationen über den Aufenthaltsort der
zu navigierenden Person, ihre Fortbewegungsweise wie auch eventuell über andere
Verkehrsteilnehmer. Wie alle anderen operationalen Formen sind somit auch digitale
Artefakte in reflexiver Weise an die praktischen Handlungsvollzüge gekoppelt, die in
ihnen modelliert sind, und erfordern zugleich die Herstellung eines situativen Kon-
texts, um effektiv operieren zu können. Digitale Technologien determinieren infolge-
dessen nicht den praktischen Handlungsvollzug, bestimmen aber, wie der praktische
Vollzug zu gestalten ist, damit die in der Technologie spezifizierten Ergebnisse ein-
treten können (siehe Floyd 2002), und tragen auf diese Weise zu einer Stabilisierung
oder Transformation etablierter Praktiken bei.
3.3 Die konstitutive Verwicklung von Mensch und Technik als rekursive Kopplung
Die von Floyd vorgeschlagene technikgenetische Perspektive fasst die konstitutive
Verwicklung von Mensch und technischen Artefakten als kulturellen Prozess. Die Ent-
wicklung operationaler Formen ist dabei kein Alleinstellungsmerkmal der Informa-
tik, sondern markiert ein wesentliches Element der Kultur und ist insbesondere im
westlichen Denken tief verwurzelt (Floyd 2002). Digitale Technologien bilden inso-
fern eine spezifische Ausprägung einer weitaus umfassenderen Klasse operationaler
Formen, auf denen digitale Technologien in vielen Fällen aufsetzen.
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Im Sinne einer so verstandenen Kulturtechnik sind operationale wie auch auto-
operationale Formen damit nicht mit der kulturellen Praxis als einem Vollzugsge-
schehen ident. Vielmehr gestaltet sich die reflexive Kopplung zwischen praktischem
Vollzugsgeschehen und (auto)operationaler Formbildung als dynamischer und er-
gebnisoffener Entwicklungsprozess, der sich im Wechselspiel aus operationaler (Re)
Konstruktion und situativer Interpretation der digitalen Technologien vollzieht. Di-
gitalisierung lässt sich somit als performativer Vorgang verstehen, in dem sich die
diskretisierte, abstrahierte und formalisierte Beschreibung praktischer Vollzüge
in digitalen Technologien vergegenständlicht, die ihrerseits die praktischen Hand-
lungs- und Erfahrungsräume der Anwenderinnen und Anwender transformieren. Die
digitale Technologie ist insofern nicht losgelöst von dem jeweiligen kulturellen Mili-
eu, dem Nexus praktischer Vollzüge (Schatzki 2012) zu verstehen, aus dem heraus sie
entsteht und in dem sie zum Einsatz kommt. Zugleich erfordert der Einsatz digita-
ler Technologien damit auch für gewöhnlich eine Anpassung des jeweiligen Milieus,
sodass die jeweiligen Situationen entsprechend den in der autooperationalen Form
spezifizierten Eigenschaften interpretiert werden können. Digitale Technologien wie
auch andere operationale Formen bedürfen insofern immer einer Abschirmung ihres
technischen Kerns und setzen somit immer auch ein praktisches Wissen und Kön-
nen voraus, das über die jeweilige operationale Form hinausweist (Schulz-Schaeffer
2004). Wie und in welcher Form eine derartige Abschirmung gelingt, ist dabei nicht
zuletzt abhängig von den Erfahrungen und Erwartungen der beteiligten menschli-
chen Akteure (vgl. Bucher 2018).
Die Genese operationaler Formen impliziert aber auch ein grundlegendes Span-
nungsverhältnis zwischen der Rekonstruktion praktischer Vollzüge im Sinne abgrenz-
barer und regelgeleiteter (oder auch regelhafter) Vorgänge sowie der unhintergehba-
ren Komplexität und Kontingenz kultureller Praxis. Dieses eigentümliche Spannungs-
verhältnis beruht auf dem Umstand, dass operationale Formen als Gegenstand und
Produkt kultureller Entwicklungen zugleich produktiv wie auch reduktiv sind. Ope-
rationale Formen sind produktiv, da sie ermöglichen, wiederkehrende Prozessstruk-
turen und Handlungsweisen zu beschreiben, sie in Bezug auf ihre Regelhaftigkeit zu
bestimmen und hierdurch praktische Vollzüge in erwartbarer Weise zu gestalten. In
vergegenständlichter Form schaffen sie somit einen wesentlichen Orientierungsrah-
men für das situierte Handeln der beteiligten Akteure. Aufgrund ihrer Struktur sind
operationale Formen zudem dazu geeignet, neue und bislang noch nicht realisierte
Vorgänge zu projektieren. Zugleich sind operationale Formen in ihrer je spezifischen
Weise reduktiv, sodass sie notwendigerweise von der praktischen Situation, auf die
sie sich beziehen, abstrahieren und all jene Elemente der Situation negieren müssen,
die sie nicht modellhaft fassen können. Dementsprechend klammern autooperatio-
nale Formen all jene Aspekte konkreter Handlungssituationen aus, die sich einer For-
malisierung entziehen. Dies betrifft, so Floyd (1997, 244), nicht zuletzt «persönliche
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Christoph Richter und Heidrun Allert www.medienpaed.com > 02.12.2020
Erfahrung ebenso […] wie körperliches Können, subsymbolisches, implizites Wissen,
situative Einbindung und emotionaler Umgang mit der Wirklichkeit». In der spezifi-
schen Performativität digitaler Technologien, die immer auch eine Informatisierung
ihres Gegenstandsbereichs bedingt, liegt insofern ihre spezifische Logik und damit
auch ihre Materialität begründet.
Das hiermit skizzierte Verständnis der konstitutiven Verwicklung von Mensch und
(digitaler) Technologie als einer reflexiven Kopplung sowie das daraus resultieren-
de Spannungsverhältnis ist nicht nur von kultur- und techniktheoretischer, sondern
auch von bildungstheoretischer Bedeutung. Zum einen verweist das Konzept der au-
tooperationalen Formen auf eine spezifische Asymmetrie im Verhältnis von Mensch
und digitalen Technologien, die darin begründet ist, dass digitale Technologien die
Anwendungskontexte, in denen sie operieren, nur so weit interpretieren können, wie
diese Interpretationen in ihrer operationalen Form spezifiziert worden sind (siehe
Floyd 2002). Es bedarf insofern immer eines menschlichen Zutuns, um jene kultu-
rellen Milieus zu schaffen, in denen entsprechende Technologien in zweckgebunde-
ner Weise operieren können. Zum anderen rückt das Konzept der autooperationalen
Form im Umkehrschluss jene Aspekte des praktischen Vollzugs und die mit ihnen
verbundenen menschlichen Erfahrungen und Formen der Weltbezogenheit in den
Blick, die sich einer operationalen Rekonstruktion entziehen. Hiermit eröffnet sich
ein kritischer Ansatzpunkt wider einen technologischen Imperativ, der unterstellt,
dass sich kulturelle Praxen und damit verknüpfte Bildungsprozesse in ein Gefüge von
Operationsketten übersetzen liessen.
4. Die Beurteilung der ästhetischen Qualität von Fotografien als autooperationale
Form – eine Annäherung
Im Folgenden umreissen wir die Möglichkeiten zur Rekonstruktion und Analyse auto-
operationaler Formen anhand des Beispiels einer digitalen Technologie zur Beurtei-
lung der ästhetischen Qualität von Fotografien. In der an dieser Stelle nur kursorisch
möglichen Rekonstruktion versuchen wir zu zeigen, dass die Analyse autooperatio-
naler Formen einen medienpädagogisch relevanten Zugang zu digitalen Technologi-
en eröffnet, indem sie ermöglicht, die produktiven wie reduktiven Momente entspre-
chender Technologien vor dem Hintergrund kultureller Milieus zu betrachten.
Mit der zunehmenden Verfügbarkeit digitaler Kameras und der Verbreitung von
Fotografien in sozialen Medien sind auch digitale Technologien entstanden, die da-
rauf ausgelegt sind, die ästhetische Qualität des Bildmaterials automatisiert zu be-
stimmen und auf diese Weise mögliche Anwenderinnen und Anwender sowohl bei
der Suche nach Bildern als auch bei der Verbesserung und der Kuratierung von Foto-
grafien zu unterstützen (z.B. Simond, Arvanitopoulos, und Süsstrunk 2015; Manovich
2017). Zu diesem Zweck ist eine Reihe von Verfahren entwickelt worden, die die
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ästhetische Qualität entweder anhand basaler Bildeigenschaften wie etwa Farbe,
Bildschärfe, Vorder- und Hintergrundrelationen, mittels statistisch generierter über-
geordneter Bilddeskriptoren oder aber vollständig durch maschinelle Lernprozesse
zu bestimmen suchen (Simond, Arvanitopoulos, und Süsstrunk, 2015).
Die folgende Betrachtung bezieht sich auf die von der Firma EyeEm (https://
www.eyeem.com) entwickelte Technologie zur Bewertung der ästhetischen Quali-
tät von Fotografien auf Basis eines maschinellen Lernprozesses. Diese Technologie
bietet sich insofern für die Untersuchung der zugrundeliegenden autooperationa-
len Form an, da es sich hierbei um ein kommerziell verfügbares Produkt handelt,
dessen Entwicklungslogik und technische Grundlagen öffentlich dokumentiert sind
(z.B. Shaji 2016; Shaji und Yildirim 2017). EyeEm bietet sowohl Fotografen als auch
Unternehmen die Möglichkeit zur Suche nach und (kommerziellen) Verbreitung von
Bildmaterial. Die automatische Bestimmung der ästhetischen Qualität zielt dabei
aus Sicht des Unternehmens darauf «to promote photographers in our discover feed
and to prioritize aesthetically pleasing content in search» (Shaji 2016).
Aus informationstechnischer Sicht basiert das von EyeEm entwickelte Verfahren
auf dem Ansatz des überwachten Maschinenlernens. Hierbei wird im Falle von EyeEm
ein künstliches neuronales Netzwerk mithilfe ausgewählter Fotografien trainiert, die
zuvor von menschlichen Experten hinsichtlich ihrer ästhetischen Qualität beurteilt
worden sind. Im Laufe des Trainings erwirbt das neuronale Netzwerk die Fähigkeit,
neues Bildmaterial hinsichtlich seiner ästhetischen Qualität so zu bestimmen, dass
auf dieser Basis das von den Anwenderinnen und Anwendern eingestellte Bildma-
terial einer automatisierten Bewertung unterzogen werden kann. Ein Vorteil dieses
Verfahrens besteht darin, dass die Expertinnen und Experten, die das Trainingsmate-
rial sichten, keine expliziten Kriterien für ihre Beurteilung angeben können müssen.
Die Qualität der Ergebnisse hängt dabei sowohl von dem zur Verfügung stehenden
Trainingsmaterial als auch der Mächtigkeit des zur Verfügung stehenden neuronalen
Netzwerkes ab (für eine ausführliche Darstellung siehe Shaji 2016).
Digitale Technologien wie die hier beschriebene lassen sich sowohl hinsichtlich
möglicher Verzerrungen des Trainingsmaterials als auch der immanenten Undurch-
sichtigkeit der in neuronalen Netzen ablaufenden Lernprozesse kritisieren. Eine sol-
che Kritik bewegt sich allerdings für gewöhnlich bereits in einer technischen Optimie-
rungslogik, da sie impliziert, dass andere Trainingsdaten und andere Algorithmen die
benannten Probleme umgehen könnten. Betrachtet man das von EyeEm entwickelte
Produkt als autooperationale Form, eröffnen sich jedoch weiterführende Fragen, die
sich nicht nur auf die Angemessenheit der gefundenen Lösung, sondern auch auf die
unterstellte praktische Problemstellung und die darauf aufbauende Modellbildung
beziehen. Folgt man etwa dem Slogan von EyeEm zur Bewerbung ihrer Smartphone
App «Verdiene Geld mit Deinem Hobby», wird deutlich, dass die autooperationale
Form auf markt- beziehungsweise aufmerksamkeitsökonomische Ideen rekurriert
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und insofern auch Ästhetik als eine marktrelevante Qualität und das Bild als eine
mögliche Ware gerahmt wird. Der hier gewählte Ansatz unterstellt zudem – ungeach-
tet der gewählten technischen Implementierung – die Existenz genereller, weitge-
hend kontext- und kulturunabhängiger ästhetischer Qualitäten, da andernfalls ein
entsprechendes Training überhaupt nicht denkbar wäre. Gleichzeitig impliziert die
hier realisierte autooperationale Form ein normatives Modell der ästhetischen Ur-
teilsfindung, das gewissen Akteuren eine Sonderstellung als Experten zuweist. Oder
wie es Shaji (2016) formuliert: «To learn about aesthetics, we turned to the masters
and their creations». Hinsichtlich der Abgrenzung des Gegenstandsbereichs wird
zudem deutlich, dass die ästhetische Qualität der Fotografien als eine rein bildim-
manente Eigenschaft konzipiert wird, während Kontextinformationen, die über die
Fotografie hinausgehen, ausgeklammert werden (vgl. Simond, Arvanitopoulos, und
Süsstrunk 2015).
Die hier nur grob skizzierte kritische Annäherung an eine digitale Technologie
zur Bestimmung der ästhetischen Qualität von Fotografien verweist sowohl auf den
produktiven wie auch auf den reduktiven Charakter der hierdurch realisierten auto-
operationalen Form. Die digitale Technologie ist insofern produktiv, als sie die Iden-
tifikation von Mustern und Zusammenhängen in einem ständig wachsenden Korpus
von Fotografien ermöglicht, die die Kapazitäten einer menschlichen Analyse über-
steigen (vgl. Manovich 2017). Die autooperationale Form kann insofern auch dazu
beitragen, dass entsprechend bewertete Bilder unabhängig von der Reputation oder
Vernetzung ihrer Urheber und Urheberinnen sichtbar werden. Zugleich ist die auto-
operationale Form aber reduktiv, als dass sie die Gültigkeit generischer ästhetischer
Qualitäten unterstellt, die sich allein aus der bildimmanenten Information erschlie-
ssen lassen. Durch diese Abgrenzung und Setzung negiert die autooperationale Form
sowohl ein mögliches idiosynkratisches Moment ästhetischer Erfahrungen wie auch
deren Kontextgebundenheit. Die Relevanz sowohl des produktiven wie auch des
reduktiven Moments der digitalen Technologie – dies wird am Beispiel von EyeEm
ebenfalls deutlich – ist nicht losgelöst von dem kulturellen Milieu zu verstehen, aus
dem die autooperationale Form hervorgeht und in dem sie zu Einsatz kommt. Viel-
mehr ist die autooperationale Form sowohl an die sich im Rahmen sozialer Medien
entfaltenden Praktiken des Produzierens, Kuratierens, Teilens und Vermarktens von
Fotografien wie auch an jene technisch-informatischen Diskurse gekoppelt, die sich
mit der automatisierten Analyse von Bildmaterial befassen. Ausdruck findet die re-
flexive Kopplung sowohl in der sich ständig wandelnden Datenbasis, auf der die Al-
gorithmen von EyeEm operieren, wie auch in der Anpassung der operationalen Form
an neue Bedürfnisse und Kundenwünsche (siehe Shaji und Yildirim 2017).
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5. Medienpädagogische Implikationen
Das im Rahmen dieses Beitrags vorgestellte Modell erlaubt, den Zusammenhang
wie auch die Differenz zwischen digitaler Kulturtechnik und kultureller Praxis kon-
zeptionell zu fassen. Die Idee der autooperationalen Form schliesst an die auch in
der Medienpädagogik verbreitete Vorstellung einer konstitutiven Verwicklung von
Mensch, Kultur und Technik an, die unter anderem in entsprechenden soziomateriel-
len Ansätzen ihren Ausdruck findet, und präzisiert diese. Im Unterschied zu sozioma-
teriellen Ansätzen, die von einer grundlegenden Symmetrie zwischen menschlichen
und nicht-menschlichen Akteuren ausgeht, unterstellt das Modell der operationalen
Form eine prinzipielle Asymmetrie, die insbesondere darauf beruht, dass operatio-
nale Formen eines kulturellen Milieus bedürfen, das über sie selbst hinausweist. In
Bezug auf digitale Technologien verweist dies auf die notwendige Informatisierung
des jeweiligen Gegenstandsbereichs.
Aus analytischer Perspektive ermöglicht das Modell der (auto-)operationalen
Form auch in der Medienpädagogik eine Auseinandersetzung mit digitalen Techno-
logien, die über die einseitige Fokussierung auf Algorithmen und Datenstrukturen
hinausweist. Hieraus ergibt sich die Möglichkeit, sich in einer aktiven und emanzi-
pativen Weise in die Diskussion um und Gestaltung von digitalen Technologien ein-
zubringen. Die Perspektive erweitert sich damit über digitale Technologien hinaus
hin zu der Frage nach den kulturellen Praktiken und den in ihnen tradierten opera-
tionalen Formen. Erst die operationalen Formen machen die digitalen Technologien
anschlussfähig. So stellen sich etwa die Fragen,
inwiefern digitale Bildungstechnologien insbesondere jene Wissensbestände in
der Schule ausbauen, die sich in besonderer Weise einer Formalisierung und da-
mit auch einer automatisierten Prüfung unterziehen lassen;
inwiefern digitale Angebote – wie die des digitalen Dienstleistungsanbieters Blin-
kist – die kulturelle Praktik des Lesens einer Optimierungslogik unterwerfen und
das Ringen der Autorinnen und Autoren um individuelle Ausdrucksformen zu-
gunsten einer vereindeutigten Informationspräsentation negieren;
oder inwiefern in der Wirtschaft Personalentscheidungen auf Basis operationa-
lisierter und damit auf informatisierbarer und messbarer Persönlichkeitseigen-
schaftsmodelle durchgeführt werden.
Floyds technikgenetische Perspektive, die Technologie in ihrer Prozesshaftigkeit
und nicht als Produkt auffasst, ermöglicht, «Technik als dominante materielle Kul-
tur in ihren Bedeutungsstrukturen zu beleuchten» (Hörning 1989, 90). Sie stellt die
Bedeutung operationaler und autooperationaler Formen nicht in Abrede, sondern
versteht sie als spezifischen Ausdruck kultureller Denk- und Handlungsformen, die
es aus medienpädagogischer Sicht zu reflektieren und mitzugestalten gilt. Sie wen-
det sich gegen eine reduktionistische Lesart, in der Kultur immer schon technisch
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vorbestimmt ist, und fordert dazu auf, auch jene Aspekte sozialer und kultureller Pra-
xis und damit auch von Subjektivierungsprozessen in Rechnung zu stellen, die sich
nicht modellhaft abbilden und formal beschreiben lassen.
Die medienpädagogische Herausforderung besteht nicht in der blossen Ausein-
andersetzung mit digitalen Technologien, sondern in der Reflexion und Provokation
bestehender kultureller Formen. Ob entsprechende Formen im Zuge der Digitalisie-
rung eine Wendung erhalten oder ob sie verfestigt werden, ist nicht zuletzt davon
abhängig, ob wir uns als Medienpädagoginnen und -pädagogen in entsprechende
Gestaltungsprozesse einbringen. Eine zentrale Fragestellung hierbei ist, ob es uns
gelingt, Kultur offen zu halten für jene Aspekte, die sich einer Formalisierung und
damit auch einer Informatisierung entziehen, oder ob wir Modelle kultureller Praxis
befördern, die menschliches Handeln auf formalisier- und informatisierbare Hand-
lungs- und Deutungsmuster reduzieren.
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oretical and Philosophical Psychology 24 (2): 157–178. https://doi.org/10.1037/h0091239.
... B. Praxiskontexte) verwiesen sind. Anhand der Diskussion einer Software-Technologie, die die ästhetische Qualität von Fotografien automatisiert bewertet und im Rahmen einer Foto-Sharing-App das Teilen und Verkaufen von Fotografien ermöglicht, zeigen Richter und Allert auf, inwiefern diese Software unter dem Aspekt ihrer Autooperationalität "ein normatives Modell der ästhetischen Urteilsfindung" (Richter & Allert, 2020) etabliert, das auf "markt-beziehungsweise aufmerksamkeitsökonomische Ideen rekurriert" (Richter & Allert, 2020). Digitale Technologien beziehen sich mithin qua Design auf lebensweltliche Milieus; sie determinieren diese nicht etwa, aber sie "informatisieren" (Richter & Allert, 2020) ihren Gegenstandsbereich und produzieren damit auch Ausschlüsse dessen, was sich im Rahmen der hybriden Verflechtungen von Pluralisierung (durch Auffächerung alternativer Objektkonfigurationen) oder der gestaltlichen Metamorphose (Henze et al., 2019, S. 101). ...
... Anhand der Diskussion einer Software-Technologie, die die ästhetische Qualität von Fotografien automatisiert bewertet und im Rahmen einer Foto-Sharing-App das Teilen und Verkaufen von Fotografien ermöglicht, zeigen Richter und Allert auf, inwiefern diese Software unter dem Aspekt ihrer Autooperationalität "ein normatives Modell der ästhetischen Urteilsfindung" (Richter & Allert, 2020) etabliert, das auf "markt-beziehungsweise aufmerksamkeitsökonomische Ideen rekurriert" (Richter & Allert, 2020). Digitale Technologien beziehen sich mithin qua Design auf lebensweltliche Milieus; sie determinieren diese nicht etwa, aber sie "informatisieren" (Richter & Allert, 2020) ihren Gegenstandsbereich und produzieren damit auch Ausschlüsse dessen, was sich im Rahmen der hybriden Verflechtungen von Pluralisierung (durch Auffächerung alternativer Objektkonfigurationen) oder der gestaltlichen Metamorphose (Henze et al., 2019, S. 101). ...
... B. Praxiskontexte) verwiesen sind. Anhand der Diskussion einer Software-Technologie, die die ästhetische Qualität von Fotografien automatisiert bewertet und im Rahmen einer Foto-Sharing-App das Teilen und Verkaufen von Fotografien ermöglicht, zeigen Richter und Allert auf, inwiefern diese Software unter dem Aspekt ihrer Autooperationalität "ein normatives Modell der ästhetischen Urteilsfindung" (Richter & Allert, 2020) etabliert, das auf "markt-beziehungsweise aufmerksamkeitsökonomische Ideen rekurriert" (Richter & Allert, 2020). Digitale Technologien beziehen sich mithin qua Design auf lebensweltliche Milieus; sie determinieren diese nicht etwa, aber sie "informatisieren" (Richter & Allert, 2020) ihren Gegenstandsbereich und produzieren damit auch Ausschlüsse dessen, was sich im Rahmen der hybriden Verflechtungen von Pluralisierung (durch Auffächerung alternativer Objektkonfigurationen) oder der gestaltlichen Metamorphose (Henze et al., 2019, S. 101). ...
... Anhand der Diskussion einer Software-Technologie, die die ästhetische Qualität von Fotografien automatisiert bewertet und im Rahmen einer Foto-Sharing-App das Teilen und Verkaufen von Fotografien ermöglicht, zeigen Richter und Allert auf, inwiefern diese Software unter dem Aspekt ihrer Autooperationalität "ein normatives Modell der ästhetischen Urteilsfindung" (Richter & Allert, 2020) etabliert, das auf "markt-beziehungsweise aufmerksamkeitsökonomische Ideen rekurriert" (Richter & Allert, 2020). Digitale Technologien beziehen sich mithin qua Design auf lebensweltliche Milieus; sie determinieren diese nicht etwa, aber sie "informatisieren" (Richter & Allert, 2020) ihren Gegenstandsbereich und produzieren damit auch Ausschlüsse dessen, was sich im Rahmen der hybriden Verflechtungen von Pluralisierung (durch Auffächerung alternativer Objektkonfigurationen) oder der gestaltlichen Metamorphose (Henze et al., 2019, S. 101). ...
Chapter
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Hochfrequenzhandel, Google-Ranking, Filterbubble - nur drei aktuelle Beispiele der Wirkmacht von Algorithmen. Der Band versammelt Beiträge, die sich mit dem historischen Auftauchen und der mittlerweile allgegenwärtigen Verbreitung von Algorithmen in verschiedenen Bereichen des sozialen Lebens beschäftigen. Sie nehmen die Wechselbeziehungen algorithmischer und nicht-algorithmischer Akteure und deren Bedeutungen für unseren Alltag und unsere Sozialbeziehungen in den Blick und gehen den Mechanismen nach, mit denen Algorithmen - selbst Produkte eines spezifischen Weltzugangs - die Wirklichkeit rahmen, während sie zugleich die Art und Weise organisieren, wie Menschen über Gesellschaft denken. Die Beiträge beinhalten Fallstudien zu Sozialen Medien, Werbung und Bewertung, aber auch zu mobilen Sicherheitsinfrastrukturen wie z.B. Drohnen.
Chapter
Das Geschäft der Gegenwartsdiagnose hat Konjunktur: Diagnostiziert werden in naher Zukunft drohende Klimakriege, der Kollaps der Energieversorgung oder gleich die Auslöschung der gesamten Menschheit, aber auch ein Verlust von ›Heimat‹, ›Werten‹ oder - im Zuge der Digitalisierung - kognitiven Fähigkeiten in der ›Jugend‹. Vor dem Hintergrund einer tiefen diagnostischen Prägung der modernen Welt- und Selbstwahrnehmung, in der tendenziell alles und jeder einem untersuchenden Blick unterzogen, vermessen und im Hinblick auf mögliche Fehlentwicklungen, Abweichungen und Bedrohungspotenziale ausgekundschaftet wird, untersuchen die Beiträge des Bandes, wie als Diagnosen auftretende Gegenwartsdeutungen entstehen und wirksam werden.
Book
IF... THEN provides an account of power and politics in the algorithmic media landscape that pays attention to the multiple realities of algorithms, and how these relate and coexist. The argument is made that algorithms do not merely have power and politics; they help to produce certain forms of acting and knowing in the world. In processing, classifying, sorting, and ranking data, algorithms are political in that they help to make the world appear in certain ways rather than others. Analyzing Facebook's news feed, social media user's everyday encounters with algorithmic systems, and the discourses and work practices of news professionals, the book makes a case for going beyond the narrow, technical definition of algorithms as step-by-step procedures for solving a problem in a finite number of steps. Drawing on a process-relational theoretical framework and empirical data from field observations and fifty-five interviews, the author demonstrates how algorithms exist in multiple ways beyond code. The analysis is concerned with the world-making capacities of algorithms, questioning how algorithmic systems shape encounters and orientations of different kinds, and how these systems are endowed with diffused personhood and relational agency. IF ... THEN argues that algorithmic power and politics is neither about algorithms determining how the social world is fabricated nor about what algorithms do per se. Rather it is about how and when different aspects of algorithms and the algorithmic become available to specific actors, under what circumstance, and who or what gets to be part of how algorithms are defined.
Book
In diesem Buch werden Aspekte einer praxeologisch ausgerichteten und empirisch fundierten Medienbildungstheorie skizziert, die das Zusammenspiel von Menschen und medialen Artefakten in Bildungsprozessen eingehend beleuchten. Medienbildung wird hierbei als ein Transformationsprozess verstanden, der sich durch das Wechselverhältnis von personalem Habitus und ‚Quasi-Habitus’ medialer Artefakte auszeichnet. Anhand einer fallübergreifenden Perspektive auf Grundlage der dokumentarischen Analyse biografisch-narrativer Interviews sowie medialer Artefakte werden drei Varianten sozio-medialer Habituskonfigurationen identifiziert, die Bildungsprozesse in jeweils spezifischer Weise prägen. Der Inhalt • Bildung unter den Bedingungen reflexiver Modernisierung und Mediatisierung • Bildung als Transformation von Lebensorientierungen – Bildungstheoretische Grundannahmen • Der praxeologische Ansatz: Bildung und Habitus • Medien in Bildungsprozessen • Medienbildung zwischen Theorie und Empirie • Exemplarische Fallportraits und Eckpunkte einer relationalen Prozesstypik Die Zielgruppen Dozierende und Studierende der Erziehungswissenschaft und Medienpädagogik Der AutorDr. Patrick Bettinger ist Juniorprofessor für Erziehungswissenschaftliche Medienforschung an der Universität zu Köln.