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Simulation als Bestandteil eines BIM-basierten Vorgehens zur Planung der Baustellenlogistik im Großanlagenbau

Authors:
Simulation als Bestandteil eines BIM-basierten
Vorgehens zur Planung der Baustellenlogistik im
Großanlagenbau
Jana Stolipin1*, Ulrich Jessen1, Jan Weber2, Sigrid Wenzel1, Markus König2
1Institut für Produktionstechnik und Logistik, Fachgebiet Produktionsorganisation und Fabrikplanung, Universität Kassel,
Kurt-Wolters-Straße 3, 34125 Kassel; *jana.stolipin@uni-kassel.de.
2Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen, Ruhr-Universität Bochum,
Universitätsstraße 150, Gebäude IC, 44780 Bochum.
Kurzfassung. Für die Konstruktions- und Montageplanung
von Großanlagen hat sich eine digitale modellbasierte Ar-
beitsweise, auch als Building Information Modeling (BIM) be-
zeichnet, durchgesetzt. Dieser Beitrag stellt für diesen An-
wendungskontext ein Vorgehensmodell zur integrierten Pla-
nung und Gestaltung von logistischen Prozessen auf einer
Baustelle vor. Ausgehend von einem BIM-basierten digitalen
Modell und mit Unterstützung einer fachspezifischen Onto-
logie und Beschreibungen von Standardprozessen wird die
Planung der Baustellenlogistik durchgeführt und mittels Si-
mulation überprüft. Anhand eines Beispielmodells werden
die einzelnen Schritte des Vorgehensmodells vorgestellt, das
Planungsergebnis simulativ überprüft und die Ergebnisse ab-
schließend diskutiert.
Einleitung
Effiziente und wirtschaftliche Produktions- und Logistik-
prozesse sind für den Unternehmenserfolg essentiell [1].
Ihrer Planung und Gestaltung wird damit eine hohe Re-
levanz zugesprochen; die geforderte hohe Planungsqua-
lität bei gleichzeitig hoher Planungssicherheit auch bei
komplexen Systemen kann durch die Anwendung digita-
ler Planungsmethoden und -modelle erreicht werden [2].
Auch für die logistischen Prozesse auf einer Baustelle im
Großanlagenbau ist eine zuverlässige Planung entschei-
dend, da nur auf diese Weise eine abgesicherte Terminie-
rung aller Bauprozesse auf dem Baustellengelände und
ein konfliktfreier Ablauf umgesetzt werden können.
Heute werden im Anlagenbau digitale Modelle insbe-
sondere zur Entwurfsplanung eingesetzt, jedoch können
diese nicht direkt zur Planung und Steuerung der Baustel-
lenlogistik genutzt werden, da beispielsweise die logis-
tikrelevanten Informationen einzelner Anlagekomponen-
ten fehlen oder die vorhandenen Informationen nicht ein-
heitlich strukturiert und somit nicht automatisiert aus-
wertbar sind. Erst wenn zu jedem Bauelement die logis-
tikrelevanten Informationen (z. B. Transport-, Lager-
und Montagehinweise) vorliegen, kann eine Planung der
Logistikprozesse auf der Baustelle realisiert werden. Das
digitale Logistikmodell kann dann analysiert und im Hin-
blick auf ausgewählte Zielgrößen (z. B. Lagerbelegung
oder Ressourcenauslastung) überprüft und ggf. verbes-
sert werden. Ein derartiges digitales Planungsmodell
kann u. a. auch als Grundlage für die Steuerung der
Baustellenlogistik eingesetzt werden und die Entschei-
dungen zur operativen Durchführung der Logistikpro-
zesse auf der Baustelle unterstützen. Dazu müssen aller-
dings die aktuellen Baufortschrittsinformationen regel-
mäßig gepflegt werden [3].
Der Beitrag stellt ein BIM-basiertes Vorgehen zur di-
gitalen Planung der Baustellenlogistik im Großanlagen-
bau vor. Das Ziel dieses Vorgehens ist, ausführenden Un-
ternehmen Hilfsmittel zur effizienten Organisation und
zur Sicherstellung der Bauprozesse der Anlage vor Ort
anzubieten; dabei wird zur Absicherung der BIM-basier-
ten Planung die Simulation eingesetzt. In diesem Beitrag
wird – ausgehend vom Stand der Forschung zur Baustel-
lenplanung im ersten Abschnitt im zweiten Abschnitt
das BIM-basierte Vorgehen vorgestellt. Neben der Dar-
stellung der einzelnen Elemente des Vorgehens wird
auch die Rolle der Simulation zur Validierung der für
eine Baustelle geplanten Logistikprozesse im Großanla-
genbau erläutert. Der dritte Abschnitt konzentriert sich
auf die Beschreibung der Umsetzung des Vorgehens an-
hand eines Anwendungsbeispiels mit besonderem Fokus
auf die Validierung der dazugehörigen Planung mittels
eines mit dem Simulationswerkzeug AnyLogic erstellten
ARGESIM Report 59 (ISBN 978-3-901608-93-3), p 365-372, DOI: 10.11128/arep.59.a59051
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Simulationsmodells. Nach der Darstellung der Simulati-
onsergebnisse werden im abschließenden vierten Ab-
schnitt weitere Einsatzmöglichkeiten der Simulation im
Rahmen der Methodik diskutiert und potenzielle For-
schungsfragen abgeleitet.
1 Baustellenlogistikplanung
Die Bauwirtschaft ist durch einen sehr hohen Kosten-
druck getrieben und gilt als eine eher konservative Bran-
che [4]. Im Großanlagenbau (z. B. Kraftwerke und Che-
mieanlagen) ähneln die Rahmenbedingungen in vielen
Aspekten denen des klassischen Baubetriebs (z. B. Hoch-
und Tiefbau), jedoch mit dem Unterschied, dass die Mon-
tage in Bezug auf die Logistik eine zentrale Stellung ein-
nimmt. Logistik und Montage im Großanlagenbau stellen
ein komplexes und ineinander verzahntes System dar [5].
Die Baulogistik lässt sich in die drei Bereiche Versor-
gungs- oder Beschaffungslogistik, Baustellen- oder Pro-
duktionslogistik und Entsorgungslogistik unterteilen,
wobei die Baustellenlogistik alle logistischen Aufgaben
auf dem Baustellengelände umfasst [2]. Die Baustellen-
logistik im Großanlagenbau hängt u. a. von der geplanten
Anlage, der Lage des Bauplatzes und den verfügbaren
Ressourcen ab und stellt einen Schlüsselfaktor für den
Projekterfolg dar [6].
1.1 Praxis der Logistikplanung
Planung und Steuerung der Prozesse auf der Baustelle ba-
sieren vorwiegend auf dem Wissen der erfahrenen Mitar-
beitenden [7]. Dies führt häufig zu nicht standardisiertem
Planungsvorgehen und erschwert die Koordination der
Kommunikation aller Projektbeteiligten [8]. Bei der Pro-
jektplanung im Bauwesen ist meist nur wenig Zeit für die
Arbeitsvorbereitung vorgesehen, um die verschiedenen
Möglichkeiten des Bauablaufs, die Ressourcenplanung
und die Baustelleneinrichtung zu prüfen und zu bewerten
[9]. Außerdem erschweren die heterogenen Strukturen
und die Vielzahl kleiner Unternehmen in der Bauwirt-
schaft die systematische Logistikplanung auf Baustellen
und gleichzeitig die detaillierte Vorbereitung und sinn-
volle Umsetzung der Baustellenlogistik [10].
Zwar ist mittlerweile die digitale BIM-basierte Pla-
nung von Gebäuden und Großanlagen weit verbreitet, je-
doch finden Aspekte der Baustellenlogistik kaum Be-
rücksichtigung, obwohl bereits einige wichtige Informa-
tionen zur Planung und Steuerung der Baustellenlogistik
in aktuellen digitalen Modellen vorhanden sind [11].
1.2 Stand der Forschung
In der Bauindustrie setzt sich zurzeit das Konzept der Di-
gitalen Baustelle zur Planung immer stärker durch. Zu
den Bestandteilen der Digitalen Baustelle gehören die
dreidimensionale Bauwerksmodellierung, die Einbin-
dung logistischer Prozesse, eine zentrale Datenverwal-
tung sowie die Animation und Simulation von Vorgän-
gen auf der Baustelle [12]. So werden für die Konstruk-
tions- und Montageplanung von Großanlagen digitale
Methoden eingesetzt, um eine BIM-basierte Arbeitswei-
se zu realisieren. Informationen zu Bauwerken, Bauma-
terialien, Terminen und Kosten können über Kommuni-
kationsplattformen im gesamten Bauprozess allen Betei-
ligten zur Verfügung gestellt werden [2].
Hierzu werden digitale 3-D Modelle nach dem BIM-
Prinzip erstellt, die von Fachabteilungen im Rahmen von
Planungsaufgaben eingesetzt werden können. Neben ge-
ometrischen Informationen der Anlage enthält ein BIM-
Modell daher weitere Informationen wie Termine, Kos-
ten oder auch Eigenschaften zu einzelnen Anlagenele-
menten [13]. Charakterisiert wird ein BIM-Modell durch
die Anzahl der Informationstypen, die als Dimensionen
des Modells bezeichnet werden. [14]. Die Erweiterung
von dreidimensionalen CAD-Modellen mit der Projekt-
terminplanung stellt einen Teil der sogenannten n-D-Mo-
dellierung dar. Die Grundidee ist die Erweiterbarkeit ei-
nes 3-D-Modells um weitere Dimensionen. Mittels 4-D
BIM werden die Modelle um eine Zeitdimension in Form
eines Terminplans erweitert, wodurch eine Koordination
der Logistikprozesse mit der dynamisch sich verändern-
den Baustellenumgebung ermöglicht wird [15].
BIM-Modelle für die Baulogistik werden heute im
Hoch-, Tief- und Tunnelbau eingesetzt. BIM-Modelle in
der Bauwirtschaft werden in der Literatur für die Baustel-
leneinrichtungsplanung [16], Materialflusslogistik [17],
Bauprojektplanung [6, 18] und Baustellensimulation [19]
angewandt. Da die ereignisdiskrete Simulation zur me-
thodischen Absicherung der Planung, Steuerung und
Überwachung der Material-, Personen-, Energie- und In-
formationsflüsse eingesetzt wird [21], kann sie auch die
Planung der Baustellenlogistik sinnvoll unterstützen.
Für die Planung der Baustellenlogistik im Großanla-
genbau ist ein Vorgehen notwendig, das die spezifischen
Eigenschaften der Baubranche berücksichtigt. Vor dem
Hintergrund der zuvor beschriebenen Problematik wird
in diesem Beitrag ein Vorgehen zur BIM-basierten Lo-
gistikplanung im Großanlagenbau und zu ihrer simulati-
ven Absicherung vorgestellt.
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2 BIM-basiertes Vorgehen zur
Baustellenplanung
Bei der Planung der Baustellenlogistik müssen nicht nur
der Ablauf des Bauprojekts, die Bauprozesse und die lo-
gistischen Aktivitäten, sondern auch die verfügbaren
Ressourcen, die spezifischen Transport- und Lagerungs-
bedingungen für die Bauelemente sowie der Material-
fluss und die Lagerkapazitäten auf der Baustelle berück-
sichtigt werden. Eine Herausforderung besteht darin, die
BIM-basierten Modelle, um Logistikbeschreibungen zu
erweitern und unter den jeweiligen Umgebungsbedin-
gungen in konkrete Logistikmodelle zu überführen.
Die Vorgehensweise umfasst neben der Formalisie-
rung von produktindividuellen Logistikanforderungen
auf Basis projektspezifischer Randbedingungen und Me-
thoden zur semi-automatischen Generierung von Lo-
gistikmodellen für die Analyse und Planung der Baustel-
lenlogistik auch Visualisierungs- und Adaptionskonzepte
zur Verwendung der digitalen Modelle auf der Baustelle.
Das Zusammenwirken der einzelnen Bausteine der Vor-
gehensweise einer BIM-basierten Planung der Baustel-
lenlogistik im Großanlagenbau ist in Abbildung 1 darge-
stellt. Ausgehend von einem detaillierten BIM-Modell
der Anlage (Anwendungsbeispiel) mit allen dazugehöri-
gen Komponenten, zuvor definierten Montageprozessen
und Montagereihenfolgen werden im ersten Schritt An-
forderungen bezüglich Baustellenlogistik und der eigent-
lichen Durchführung der Montage mit entsprechenden
Ressourcen über eine Ontologie verknüpft. Dabei werden
auch das individuelle Baustellenlayout und die Ressour-
cen für das Anwendungsbeispiel berücksichtigt. Um auf
Basis der Anforderungen und dazugehörigen Informatio-
nen eine semi-automatische Generierung eines Logistik-
modells (inkl. Bauanleitung) zu realisieren, werden Me-
thoden für die Erstellung des digitalen Modells mit logis-
tikrelevanten Informationen vorgeschlagen.
Im nächsten Schritt werden die Gültigkeit des digita-
len Logistikmodells und der auf seiner Basis erstellten
Bauanleitung, die zusammen die Basis für die Logistik-
planung repräsentieren, simulativ überprüft. Im Laufe
des Projektfortschritts auf der Baustelle können die
Randbedingungen oder Prozesse verändert werden, da-
her müssen die jeweils neuen Informationen ebenfalls be-
wertet werden. Hierzu werden diese in das bestehende
Logistikmodell integriert und wiederum simulationsge-
stützt geprüft, um Probleme oder einen Anpassungsbe-
darf im Projektverlauf frühzeitig zu erkennen.
Abbildung 1: Zusammenwirken der Bausteine einer BIM-ba-
sierten Planung der Baustellenlogistik im Groß-
anlagenbau
Nachfolgend werden die einzelnen Bestandteile (erarbei-
tete Ontologie mit logistikrelevanten Informationen, all-
gemeingültig beschriebene Prozesse auf der Baustelle,
Planungsszenarien, Bauanleitung und Simulation) sowie
ihre Rolle im Rahmen des entwickelten Vorgehens kurz
vorgestellt.
2.1 Rolle der Ontologie
Für die Realisierung der digitalen Baustellenlogistik im
Großanlagenbau ist eine für die Vorgehensweise fachspe-
zifische Ontologie entwickelt worden, um Informationen
aus einem BIM-Modell, bestehend aus einer Anlage mit
seinen Komponenten, Montageprozessen und Montage-
reihenfolgen, mit den Informationen der Baustellenlogis-
tik sowie Informationen zur Durchführung der Montage
mit den dazu notwendigen logistischen Ressourcen zu
verknüpfen. Die Ontologie [22] beschreibt einerseits for-
mal die semantischen Zusammenhänge zwischen den
Anforderungen an die Baustellenlogistik sowie zwischen
den Anforderungen an Montageprozesse, an den Projekt-
gegenstand (z. B. Bauelemente einer Großanlage) und an
weitere relevante Objekte auf der Baustelle (z. B. Lager,
Anlieferungsfläche, Ressourcen usw.); sie enthält auch
Montage- und Logistikinformationen für die Gestaltung
der Abläufe auf der Baustelle in den Planungsszenarien.
Andererseits wird die Ontologie als ein Informationsmo-
dell verwendet, aus dem basierend auf einem detaillierten
BIM-Modell einer Großanlage logistische Anforderun-
gen abgeleitet und sogenannte Bauanleitungen generiert
werden können.
2.2 Beschreibung der Logistikprozesse
Für die Unterstützung der Logistikplanung auf der Bau-
stelle und ausgehend von den Anforderungen im Großan-
lagenbau werden Prozessabläufe für die Baustellenlo-
gistikplanung mittels der Modellierungssprache BPMN
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(Business Process Modeling Language) als Referenzpro-
zesse dargestellt, mit denen die Beispielabläufe auf Bau-
stellen (in den Planungsszenarios) abgebildet werden
können. Die definierten BPMN-Referenzprozesse betref-
fen die Baustellenbereiche: Anlieferung, Baustellenlager,
Zwischenlager, Montage und Entsorgungslager. Die ein-
zelnen Referenzprozesse beinhalten logistikbezogene
Tätigkeiten auf der Baustelle, wie das Transportieren, La-
gern, Puffern, Entpacken, Umschlagen, Prüfen und Kom-
missionieren von Baumaterialien und -elementen. Auf
Basis der dokumentierten BPMN-Referenzprozesse wird
die Erstellung des digitalen Logistikmodells sowie des
Simulationsmodells umgesetzt und somit eine detaillier-
tere Planung von Prozessen auf der Baustelle ermöglicht.
2.3 Rolle des BIM-basierten Logistikmodells
Das BIM-basierte Logistikmodell wird unter Verwen-
dung eines konkreten BIM-Anwendungsbeispiels (inkl.
Anlagekomponenten, Montagereihenfolgen, Baustellen-
layout und geplanten Ressourcen) semi-automatisch er-
stellt. Das Logistikmodell beinhaltet neben den projekt-
spezifischen Informationen und Geometriedaten der An-
lage auch logistikrelevante Informationen aus der fach-
spezifischen Ontologie. In diesem Logistikmodell kön-
nen nicht nur Termine für die einzelnen Bau- und Lo-
gistikprozesse gesichert werden, sondern es kann auch
für die Erstellung einer Bauanleitung verwendet werden.
Das Logistikmodell (inkl. Bauanleitung) stellt die Grund-
lage für die Erstellung von Planungsszenarien dar, die im
Rahmen der BIM-basierten Planung der Baustellenlogis-
tik im Großanlagenbau simulativ abgesichert werden.
2.4 Rolle der Bauanleitung
In 4-D BIM-Modellen ist zumeist nur eine grobe zeitliche
Abfolge der einzelnen Bauabschnitte abgebildet, bei der
beispielsweise alle Bauelemente eines Gewerks in einer
Etage innerhalb einer festgelegten Woche eingebaut wer-
den. Für eine genaue Planung der Logistikprozesse wird
jedoch eine präzisiere Zeitplanung benötigt. Da der Auf-
wand für die manuelle Erzeugung einer Schritt-für-
Schritt-Bauplanung auf individueller Bauteilebene nicht
wirtschaftlich ist, wird dieser Prozess automatisiert.
Hierzu werden Regeln zur Montage der Bauelemente de-
finiert. Diese Regeln beschreiben die Abhängigkeit der
Bauelemente voneinander und ermöglichen – in Kombi-
nation mit Informationen über die Lage der Elemente re-
lativ zueinander – die semi-automatische Generierung ei-
ner Schritt-für-Schritt-Bauanleitung. Mit dieser lässt sich
schließlich die genaue Abfolge der korrespondierenden
Logistikprozesse festlegen. Durch die Betrachtung und
Einreihung jedes einzelnen Bauelements wird so bei Be-
darf eine Terminplanung für jedes einzelne Bauelement
ermöglicht.
2.5 Erstellung der Planungsszenarien
Auf Basis der definierten BPMN-Referenzprozesse, ei-
nes BIM-basierten Logistikmodells, einer Bauanleitung
und dazugehörigen Informationen aus der Ontologie
kann eine Planung der Prozesse auf der Baustelle durch-
geführt werden. Hierzu werden Planungsszenarien defi-
niert. Ein Planungsszenario enthält die terminliche An-
ordnung der Montage- und Logistikprozesse sowie An-
lieferungen von Baumaterialien unter Berücksichtigung
der für ein Anwendungsbeispiel geplanten Ressourcen
und dessen Layouts. Dabei werden verschiedene Szena-
rien betrachtet und somit auch Zustände einer Baustelle
definiert, sodass relevante Eigenschaften sowohl der
Bau- und Logistikaktivitäten als auch der Bauelemente
und -materialien des Bauprojekts berücksichtigt werden
können. Beim Erstellen der Szenarien werden insbeson-
dere die von der Bauanleitung vorgeschlagenen Reihen-
folgen der Montage und die Zeitpunkte der Anlieferun-
gen von Baumaterialien berücksichtigt und aufeinander
abgestimmt. Zur Ausgestaltung der Prozesse auf der Bau-
stelle werden die Informationen aus der Ontologie (z. B.
Anforderungen der Baumaterialien für die Lagerung und
den Transport auf der Baustelle) und die BPMN-Refe-
renzprozesse verwendet. Die für ein Projekt geplanten
Ressourcen, das Personal und das entsprechende Layout
sowie die definierten Planungsszenarien werden dann
mit Hilfe eines mit dem Simulationswerkzeug AnyLogic
entwickelten Simulationsmodells hinsichtlich ihrer Gül-
tigkeit überprüft.
2.6 Rolle der Simulation
Zur Sicherstellung der Gültigkeit des Logistikmodells
werden die im BIM-Modell aufgeführten Reihenfolgen,
Restriktionen und verwendeten Ressourcen überprüft.
Hierzu wird ein Materialflusssimulationsmodell auf Ba-
sis der Planungsdaten erstellt, das die in den Planungs-
szenarien definierten Prozesse (wie Reihenfolge der
Montage, Transporte und Lagerungen) sowie Nutzung
der verfügbaren Ressourcen (wie Lagerflächen und
Transportmittel) modelliert und die ausgewählten Pla-
nungsszenarien experimentell untersucht. Nach der si-
mulationsgestützten Überprüfung liegt ein konsistentes
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und valides Logistikmodell vor, das auch zur Steuerung
der Baustellenlogistik verwendet werden kann. Darüber
hinaus liefert das Simulationsmodell bereits vor Beginn
der eigentlichen Bautätigkeiten Leistungsdaten für eine
mit entsprechender Materialfluss- und Lagertechnik vor-
gegebenen Ausstattung der Baustelle. Mit Hilfe der Si-
mulation können somit die Anforderungen an die Dimen-
sionierung der Lagerflächen auf der Baustelle überprüft
und der Einsatz des Personals und der Ressourcen für die
Realisierung des Bauprojekts quantifiziert werden. Au-
ßerdem wird es möglich, die auf der Baustelle geplanten
logistischen Ressourcen über einen definierten Zeitraum
zu überprüfen (u. a. Auslastung von Transportmitteln,
z. B. von Kränen und Gabelstaplern, Belegung von La-
gerflächen sowie Personaleinsatz).
Im Rahmen der BIM-basierten Planung der Baustel-
lenlogistik wird das jeweils anwendungsspezifische Si-
mulationsmodell zur Absicherung der Planung basierend
auf den Daten der Referenzprozesse, Ontologie und
BIM-Logistikmodelle standardisiert aufgebaut. Dieses
Vorgehen ist auch als Basis für zukünftige Bauprojekte
wiederzuverwenden.
3 Anwendungsbeispiel
In diesem Abschnitt wird die Umsetzung des BIM-ba-
sierten Vorgehens auszugsweise an einem Anwendungs-
beispiel vorgestellt. In diesem Zusammenhang wird zu-
nächst das Anwendungsbeispiel vorgestellt und anschlie-
ßend wird auf die Simulation zur Absicherung der durch-
geführten Baustellenlogistikplanung eingegangen. Ab-
schließend werden die Simulationsergebnisse diskutiert.
3.1 BIM-Modell
Zur nachvollziehbaren Umsetzung wird ein einfaches
BIM-Modell verwendet. Da Modelle aus der Praxis in
der Regel sehr komplex sind, wird ein kleines Stahlbau-
Modell (vgl. Abbildung 2) konstruiert. Dieses besteht aus
zwei Lagerflächen und 78 Bauelementen, die trotz ihrer
geringen Komplexität einem realen Stahlbau-Modell ent-
sprechen. Die Konstruktion setzt sich aus einem Funda-
ment und einer darauf befindlichen Stahlbaukonstruktion
zusammen. Die Stahlkonstruktion besteht aus vier Stüt-
zen, fünf Trägern, darauf liegend zwei Betonplatten, 60
Bolzenverbindungen in 30 Gruppen, 16 Stahlwinkeln
und 16 Ankerstäben. Darüber hinaus werden in der Vor-
fertigung Fußplatten mit den Stützen und beidseitig
Stirnplattenanschlüsse an einen der Träger geschweißt.
Die im Modell verwendeten Bolzen haben den gleichen
Durchmesser, um die Lagerhaltung zu vereinfachen [23].
Abbildung 2: Layout des Anwendungsbeispiels
3.2 Durchführung der Logistikplanung
Für die Planung der zugehörigen Prozesse auf der Bau-
stelle wird zunächst auf Basis des BIM-Logistikmodells
zum Anwendungsbeispiel eine Bauanleitung semi-auto-
matisch erstellt. Mittels dieser Bauanleitung werden
sechs aufeinanderfolgende Bauprozesse (Errichtung von
vier Stützen, Einbau von Trägern und Geschossdecke
(bestehend aus zwei Betonplatten)) definiert. Dabei wird
der Aufbau des Fundaments nicht berücksichtigt, da bei
dem Anwendungsbeispiel ausschließlich Bauprozesse
der Stahlkonstruktion betrachtet werden. Um die Lo-
gistikplanung durchführen zu können, werden Annah-
men bezüglich der Anlieferungen der Bauteile getroffen.
Insgesamt werden drei Anlieferungen geplant (zwei An-
lieferungen für die Stahlträger und Stahlstützen sowie
eine Anlieferung der Geschossdecke), die Anlieferungen
sollen in Abhängigkeit von definierten Szenarien vor
dem Beginn der Montageprozesse erfolgen. Für die De-
finition der Planungsszenarien werden auch Annahmen
bezüglich der auf der Baustelle zur Verfügung stehenden
Ressourcen und Baustellenmitarbeiter getroffen. Somit
werden für das Anwendungsbeispiel zwei Planungssze-
narien ausgewählt. Im ersten beispielhaften Planungssze-
nario sind ein Kran und zwei Baustellenmitarbeiter (ein
Monteur und ein Kranführer) eingeplant. Die sechs Mon-
tageprozesse werden hier gemäß der Bauanleitung nach-
einander ausgeführt, die drei Anlieferungen der Bauteile
erfolgen durch Lieferanten; alle Bauteile werden vor ih-
rer Montage zwischengelagert und mit dem Kran zum
Montageort transportiert und montiert. Die Anforderun-
gen an die Transporte und Lagerungen der einzelnen
Bauelemente werden gemäß der Ontologie definiert. Im
zweiten Planungsszenario sollen die Montageprozesse
der Stahlstützen parallelisiert werden (d. h., es werden je-
weils zwei Stützen gleichzeitig montiert); anschließend
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werden, wie im ersten Szenario, Stahlträger und Ge-
schossdecke nacheinander aufgebaut. Die Anlieferungen
der Bauelemente erfolgen auch hier vor der Montage der
Bauelemente zur Anlieferungsfläche, anschließend wer-
den die Bauelemente je nach Bedarf gelagert. Um das
zweite Planungsszenario zu realisieren, wird zusätzlich
zu den eingeplanten Ressourcen aus dem ersten Pla-
nungsszenario ein zweiter Kran eingeplant.
Aus dem BIM-Modell und dem dazugehörigen Lay-
out werden die einzelnen Positionen der Objekte, Lager-
flächen und Montageorte auf der Baustelle und die Län-
gen der Transportwege zwischen diesen Positionen be-
stimmt. Für das Anwendungsbeispiel wird neben einer
Anlieferungsfläche auch ein offenes Baustellenlager ein-
geplant. Auf dieser Basis können die Zeiten der Trans-
porte auf der Baustelle berechnet werden. Unter Berück-
sichtigung der projektrelevanten Termine, der Montage-
reihenfolge und der logistischen Abläufe werden die
zwei ausgewählten Szenarien in Form von Gantt-Dia-
grammen dargestellt. In den Planungsszenarien werden
die einzelnen Termine der geplanten Abläufe auf der
Baustelle (Transporte, Lagerungen und Montagen) und
die Liefertermine koordiniert. Somit kann mittels der Pla-
nungsszenarien die Projektdauer bis zur Fertigstellung
der Großanlage näherungsweise bestimmt werden. Für
die Gestaltung der Transporte und Lagerungen werden
u. a. Informationen zu Material- und Ressourcenanforde-
rungen für jeden Prozess (z. B. Lagerbedingungen für
Stahlträger) aus der fachspezifischen Ontologie verwen-
det.
3.3 Durchführung der Simulation
In der Simulation werden die in den Szenarien geplanten
Prozesse (Logistik- und Montageprozesse) und der Ein-
satz verschiedener Ressourcen auf der Baustelle über-
prüft. Das Simulationsmodell berücksichtigt hierfür Per-
sonal, Ausführungszeiten, Material und Ressourcen. Für
seine Erstellung werden als Eingangsdaten der Termin-
und Ablaufplan (Startpunkt, Dauer und Reihenfolge der
Prozesse), die Anlieferungstermine, die Material- und
Ressourcenanforderungen für jeden Prozess sowie die
Angaben für die Gestaltung der Bauprozesse, Warenan-
nahme und Transportvorgänge verwendet. Ein gemäß
dem Terminplan generierter Auftrag durchläuft während
der Simulation einen in einem Planungsszenario definier-
ten Prozess (z. B. Warenannahme, Lagerungen, Trans-
porte und Montage). Die Aufträge enthalten die notwen-
digen Informationen, um jeden Prozess richtig und voll-
ständig abzubilden (z. B. Ressourcenanforderungen, La-
demenge, Stückliste der Bauprozesse, Startzeitpunkt und
Dauer).
Die Prozessabläufe (Krantransporte, Anlieferung auf
der Baustelle sowie Montage und Vormontage) werden
als Referenzprozesse im Simulationsmodell nachgebildet
und laufen während der Simulation entsprechend der
Vorgaben in dem definierten Planungsszenario ab. Die
modellierten Referenzprozesse entsprechen einer allge-
meingültigen Prozessbeschreibung auf der Baustelle
(BPMN-Referenzprozesse). Sie können somit auch bei
neuen Bauprojekten und Planungsszenarien erweitert,
angepasst und wiederverwendet werden.
Im Simulationsmodell (vgl. Abbildung 3) werden
auch das Layout, die Positionen der sechs Montageorte
der einzelnen Bauelemente und die relevanten Prozesse
(als Warteschlangen für die Montageprozesse im Bereich
„Processes“ und für die Lagerungen im Bereich „Stora-
ges“) nachgebildet. Zudem werden als Ressourcen im
ersten Planungsszenario ein Kran, ein Kranführer und ein
Arbeiter hinterlegt, die bei Bedarf (bspw. im zweiten Pla-
nungsszenario) um weitere Ressourcen (bspw. um einen
zweiten Kran) ergänzt werden können. Die Planungsda-
ten, wie die Reihenfolge der Lieferungen, der Montage,
der Lager- und Transportprozesse, die Stücklisten für je-
den Bauprozess, die bei den Prozessen verwendeten Res-
sourcen, die geplanten Ankunftszeiten der Lieferungen
auf der Baustelle sowie die geplanten Startzeitpunkte der
Bauprozesse, werden in Form von definierten Tabellen in
dem Simulationsmodell implementiert. Nach Durchfüh-
rung der Simulationsläufe können die Planungszeiten
(Start- und Endzeitpunkte der Bauprozesse in der Pro-
jektplanung) und die simulierten Zeiten der Montagepro-
zesse verglichen werden. Mit Hilfe der Simulation wird
sichergestellt, dass die Komponenten nur dann geliefert
werden, wenn sie bedarfsgerecht gelagert, transportiert
oder direkt eingebaut werden können. Somit wird wäh-
rend der Simulation geprüft, ob die für ein Bauprojekt
eingeplanten Ressourcen für die Fertigstellung der An-
lage ausreichen.
Im Fall eines Fehlers im Planungsszenario wird wäh-
rend der Simulation eine Fehlermeldung ausgegeben
(z. B., dass ein Montageprozess nicht ausgeführt werden
kann, da die notwendige Ressource nicht frei ist).
370
Abbildung 3: Simulationsmodell in AnyLogic
Die simulierten Zeiten der Montageprozesse werden
während der Simulation in einer Tabelle eingetragen. So-
mit können die Dauer der einzelnen Bauprozesse (in Ab-
stimmung mit den simulierten Transport- und Lagerpro-
zessen) und die gesamte Projektdauer näherungsweise
bestimmt werden. Auf diese Weise wird simulativ die
Bauanleitung überprüft. Die Animation der Prozesse ver-
deutlicht den simulierten Ablauf der Anlieferungen der
Bauelemente, der Montage- und Logistikprozesse (inkl.
Transportvorgänge und Lagerungen der Bauelemente)
auf der Baustelle. Zur Bewertung der Planungsszenarien
(z. B. 1. Planungsszenario mit einem Kran und 2. Pla-
nungsszenario mit zwei Kränen) werden neben den simu-
lierten Prozesszeiten auch Leistungskennzahlen wie Aus-
lastung der Ressourcen (in Prozent) und Auslastung der
Lagerflächen (in Lagereinheiten) über die gesamte Dauer
des Projekts protokolliert (siehe Abbildung 4 für das erste
Planungsszenario).
3.4 Simulationsergebnisse
Durch die Simulation der beiden oben beschriebenen Pla-
nungsszenarien werden nicht nur die geplanten Termine
und Annahmen überprüft, sondern auch die Abstimmung
der Montagereihenfolge mit den logistischen Prozessen
validiert. Dabei werden die tatsächlichen Start- und End-
zeitpunkte der Montageprozesse in Tabellen festgehalten
(für das erste Planungsszenario mit einem Kran beträgt
die simulierte Projektdauer 118,3 Stunden, für das zweite
Planungsszenario mit zwei Kränen beträgt die simulierte
Projektdauer insgesamt 93,3 Stunden) und die Lager- und
Ressourcenauslastungen ausgewertet. Auf dieser Basis
können die geplanten Planungsszenarien angepasst und
ggf. verbessert werden.
Die Diagramme zur Auslastung der Ressourcen und
Arbeiter (Abbildung 4) verdeutlichen, dass beim ersten
simulierten Planungsszenario der Kran und der Kranfüh-
rer vor allem zu Projektbeginn fast immer vollständig
ausgelastet sind. Bei der Auslastung der Lagerflächen ist
erkennbar, dass am Anfang der Bauprozesse die Anliefe-
rungsfläche eine hohe Auslastung hat und dass der Be-
stand im Lager über die betrachtete Projektdauer sehr ge-
ring ist (maximal drei Ladeeinheiten).
Abbildung 4: Ausgewählte Simulationsergebnisse
Bei dem zweiten Planungsszenario wird durch den Ein-
satz von zwei Kränen auf der Baustelle die Auslastung
der einzelnen Kräne über die Projektdauer reduziert. Al-
lerdings ist die Kollisionsprüfung der beiden Kräne bei
einer Logistiksimulation nicht Gegenstand der Betrach-
tung; dazu müssen entsprechende 3-D Kollisionsuntersu-
chungen durchgeführt werden. Die Auslastung der La-
gerfläche ist ähnlich niedrig wie im ersten Szenario, so-
dass die Dimensionierung der Lagerflächen bei beiden
Szenarien gleichbleibt; allerdings kann die Projektdauer
im zweiten Planungsszenario gegenüber dem ersten Sze-
nario reduziert werden.
4 Zusammenfassung und Ausblick
Der Beitrag stellt eine BIM-basierte Vorgehensweise
vor, mit der eine digitale Planung der Baustellenlogistik
realisiert werden kann. Bei der Planung wird insbeson-
dere der Zusammenhang zwischen der Montage und Lo-
gistik der einzelnen Bauelemente und -materialien be-
rücksichtigt. Dazu wird das logistikrelevante Planungs-
wissen in einer Ontologie modelliert. Mit den Informati-
onen aus dieser Ontologie können BIM-Modelle erwei-
tert werden. Die für diese BIM-Modelle erstellten Bau-
anleitungen bilden die Basis für die Erstellung von Pla-
nungsszenarien. Mit der simulationsgestützten Überprü-
fung dieser Planungsszenarien liegt ein konsistentes und
371
valides BIM-basiertes Logistikmodell vor; dieses Modell
kann auch als Basis für die Steuerung der Logistik auf
der Baustelle verwendet werden.
In den obigen Untersuchungen zum Anwendungsbei-
spiel wird die Simulation nur zur Absicherung von Pla-
nungsszenarien mit festgelegten Transportaufträgen ver-
wendet. Die Evaluation des BIM-basierten Vorgehens
zur Baustellenplanung hat jedoch gezeigt, dass es sinn-
voll sein kann, das Simulationsmodell so zu erweitern,
dass es auch für eine umfangreichere Planung der Lo-
gistikprozesse auf der Baustelle einsetzbar wird.
Zukünftig werden auf Grundlage der erzielten Ergeb-
nisse weitere Forschungen zum Thema digitale Planung
und Steuerung der Baustellenlogistik durchgeführt. Ein
wichtiges Forschungsziel ist in diesem Zusammenhang
die automatische Erstellung von Logistikmodellen für
die Baustelle und ihre semi-automatische Validierung
mittels Simulation.
Danksagung. Dieser Beitrag entstand im Rahmen des
Forschungsprojekts „BIMLog - BIM-basierte Logistik-
planung und -steuerung im Großanlagenbau“, das unter
der IGF-Vorhaben-Nummer 19720 N der Bundesvereini-
gung Logistik (BVL) geführt und über die Allianz indu-
strieller Forschung (AiF) im Rahmen des Programms zur
Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung
(IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Ener-
gie (BMWi) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen
Bundestages gefördert wird.
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372
Book
Die Bereitstellung digitaler Logistikmodelle zur Planung und Steuerung der Baustellenlogistik für die Vor-Ort-Montage von Großanlagen durch kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) ist für eine effiziente Projektdurchführung zwingend erforderlich, findet aber bisher nur bedingt statt. Gründe sind fehlende informationstechnische Unterstützung und hoher manueller Aufwand zur Erstellung von digitalen Logistikmodellen. Ziel des Projektvorhabens ist daher, die Logistikplanung und -steuerung auf der Baustelle mittels digitaler Methoden unter Berücksichtigung projektspezifischer Randbedingungen für den durch KMU geprägten Anlagenbau zu unterstützen. Dadurch können den ausführenden KMU neuartige Hilfsmittel zur effizienten Baustellenorganisation an die Hand gegeben werden, um einen qualitativ hochwertigen Bau von Großanlagen vor Ort sicherzustellen. Vorhandene Modelle auf Basis von Building Information Modeling (BIM) können unter Nutzung der entwickelten Methodik so aufbereitet werden, dass diese zur Planung der logistischen Prozesse verwendet werden können. Die Herausforderung besteht darin, die BIM-Modelle um Logistikbeschreibungen zu erweitern und unter den jeweiligen Umgebungsbedingungen in konkrete Logistikmodelle zu überführen. Basis der Methodik bilden ein Wissensmodell zur Formalisierung von Logistik- und Montageprozessen, Referenzprozesse zur Beschreibung der Prozesse auf der Baustelle, ein Verknüpfungskonzept von Logistikinformationen und Anlagenmodell, ein Konzept zur semi-automatischen Generierung von Bauanleitungen und Logistikmodellen für die Analyse und Planung der Baustellenlogistik, ein simulationsgestütztes Validierungskonzept sowie Visualisierungs- und Adaptionskonzepte zur Verwendung der Modelle auf der Baustelle. Die planungsrelevanten logistischen Informationen und Anforderungen werden formal in einer Ontologie repräsentiert, diese bildet die Grundlage zur Erweiterung der BIM-Modelle. Ein Konzept beschreibt die Methodik zur unternehmensspezifischen Adaption, um das Logistikmodells in einem Unternehmen individuell zu generieren und zu nutzen. Zur Evaluation der Methodik stehen ein Demonstrator und ein simulationsgestütztes Validierungskonzept zur Verfügung. Die entwickelte Methodik ermöglicht es, mittels digitaler Logistikmodelle die Planung und Steuerung der Baustellenlogistik zu unterstützen. Die Innovation liegt in den für KMU einsetzbaren digitalen projekt- und produktspezifischen Logistikmodellen für den Anlagenbau, mit deren Hilfe die KMU durch hohe Qualität, effiziente Prozesse und bestmögliche Zusammenarbeit aller Akteure auf der Baustelle ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können. Die Methodik wurde von den Unternehmen im Projektbegleitenden Ausschuss (PA) evaluiert und hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit positiv bewertet.
Full-text available
Article
This paper examines the global issues related to the role of project cost management professionals in the implementation and evolution of Building Information Modeling (BIM) in the construction industry. The paper is based on a review of current industry trends and issues with BIM implementation and detailed interviews with quantity surveying firms in Australia. BIM involves more than just 3D modelling and is also commonly defined in further dimensions such as 4D (time), 5D (cost) and even 6D (as-built operation). 4D links information and data in the 3D object model with project programming and scheduling data and facilitates the simulation analysis of construction activities. 5D integrates all of this information with cost data such as quantities, schedules and prices. 6D represents the as-built model that can then be used during the operational stages of the facility. This paper explores the importance for project cost management professionals to be integrally involved across all project phases and to embrace the 5th dimension to become key players in the BIM environment - the ‘5D Project Cost Manager’. The literature review and industry interviews will examine the issues associated with this and will identify leading edge best practices in the field by professional project cost management firms. The paper concludes with the findings that the greatest value with the modern day project cost manager lies in their ability to be 5D literate and to be able to utilise electronic models to provide detailed 5D estimates and living cost plans in real time.
Chapter
Die Untersuchung dynamischer Sachverhalte wird in vielen Bereichen der Ingenieur-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften über die Methodik der Simulation unterstützt. Auch in der Logistik hat die Simulation zur methodischen Absicherung der Planung, Steuerung und Überwachung der Material-, Personen-, Energie- und Informationsflüsse seit Jahren ihren berechtigten Stellenwert. Daher wird die Notwendigkeit des Einsatzes der Simulation zur Planung, Realisierung und Betriebsführung logistischer Systeme heute nicht mehr in Frage gestellt. Der Beitrag gibt einen umfassenden Einstieg in die Simulationsthematik im Bereich der Logistik.
Book
Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die erfolgreiche Abwicklung von Bauvorhaben ist die effektive Planung des Bauablaufs und der Logistik. Wie dies zu erreichen ist, beschreibt das Buch anhand von Ablaufschemata und Interaktionsdiagrammen. Auf diese Weise werden systematisches Vorgehen in der Bearbeitung sowie die übersichtliche Darstellung wesentlicher baubetrieblicher Zusammenhänge gefördert. Die Diagramme eignen sich auch besonders für Untersuchungen zur Sensitivität und Plausibilität. Des Weiteren zeigen die Interaktionsdiagramme baupraktische Anwendungsfälle für die Grob- und Feinplanung des Bauablaufs und der Logistik. Bandbreiten zu Aufwandswerten, Mengen, Anzahl an Arbeitskräften und Geräten können mithilfe der Wahrscheinlichkeitsrechnung systematisch berücksichtigt werden.
Conference Paper
Material logistics planning (MLP) is an important component of supply chain management that promotes tidy construction sites and efficient project delivery. It aims to ensure that the right materials and equipment are delivered to site at the right time so as to reduce the idle resources and space requirement on site. Therefore, MLP can support lean construction as it can reduce unnecessary transportation and material handling, which are regarded as waste. However, supply chain issues such as late or incorrect material delivery are still common on construction sites nowadays. This paper presents and demonstrates a framework based on building information modeling (BIM) for automated material logistics planning and management. Using the Revit Application Programming Interface, we developed a system framework that extracts geometric and material information from BIM models and integrates the information with schedule information for formulating a dynamic construction site layout model. In the framework, material delivery and storage information is made available to supply chain members for planning and monitoring purpose. Our framework also considers the interior space inside the buildings under construction, which is important for construction sites with limited available space. A case example is demonstrated in this paper to validate the framework and demonstrate its potential for construction management.
Book
Building Information Modeling (BIM) ist in aller Munde. Diese innovative Technologie, die auf der durchgängigen Verwendung digitaler Bauwerksmodelle beruht, ist dabei, die Planungs-, Ausführungs- und Betriebsprozesse im Bauwesen grundlegend zu revolutionieren. Das Buch erläutert ausführlich die informationstechnischen Grundlagen der BIM-Methode und vermittelt dem Leser fundiertes Wissen zu allen wesentlichen Aspekten. Das große Potential der BIM-Methode wird durch zahlreiche erfolgreiche Anwendungsbeispiele aus der industriellen Praxis belegt, die im Buch detailliert geschildert werden.