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Gemeinsam Kriterien erarbeiten mit Padlet

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Digitale Lernprodukte sind oft Gemeinschaftsproduktionen: Erklär-ilme, Infografiken, Podcasts, kleine Webseiten werden von Gruppen hergestellt. Diese berufsnahe und lernwirk-same Arbeitsform führt zu einem Bewertungsproblem: Wie soll die Beurteilung einer Arbeit aussehen, die von einer Gruppe geleistet wurde?
Schulblatt AG/SO · 16/2020
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Praxis
Analog – digital
Gemeinsam Kriterien erarbeiten
mit Padlet
Beurteilung von digitalen Gruppenleis-
tungen. Digitale Lernprodukte sind oft
Gemeinschaftsproduktionen: Erklär-
filme, Infografiken, Podcasts, kleine
Webseiten werden von Gruppen herge-
stellt. Diese berufsnahe und lernwirk-
same Arbeitsform führt zu einem
Bewertungsproblem: Wie soll die Beur-
teilung einer Arbeit aussehen, die von
einer Gruppe geleistet wurde? Einzelne
haben sich unter Umständen stärker,
andere weniger eingebracht.
Die Auffassung darüber, welche Beurtei-
lungskriterien sinnvoll und fair sind,
hängt stark von der Lerngruppe ab. Das
vorliegende Unterrichtsbeispiel zeigt des-
halb, wie eine Klasse Bewertungskrite-
rien strukturiert selber erarbeiten kann.
Wie und ob die Lehrperson diese verwen-
det, kann abhängig von den Ergebnissen
entschieden werden – denkbar ist auch,
dass einige Aspekte gesetzt werden, andere
von der Klasse bestimmt werden dürfen.
Das Vorgehen
Kriteriensuche
Wenn in Gruppen gearbeitet wird, sind
diese aufgefordert, sich sinnvolle Krite-
rien auszudenken. Alternativ können
das die Schülerinnen und Schüler auch
alleine machen. Die Lehrperson könnte
kurz anhand eines Beispiels erarbeiten,
dass Kriterien klar und aussagekräftig
sein sollten.
Padlet
Die Gruppen übertragen die Kriterien in
ein vorbereitetes Padlet, in dem unter
Umständen einfache Kategorien vorgege-
ben sind, die abgedeckt werden sollen (es
ist auch möglich, handschriftliche Formu-
lierungen per Foto einzutragen). So ent-
steht eine geordnete Sammlung mit
Vorschlägen.
Die Lehrperson ordnet diese Vorschläge
leicht, fasst sie möglicherweise zusam-
men und führt dann in den nächsten
Schritt ein: Die Schülerinnen und Schüler
kommentieren die Kriterien und stellen
Fragen, wenn etwas unklar ist.
Diskussion im Klassenverband
In einem dritten Schritt werden die Fragen
in einem Klassengespräch geklärt, wesent-
liche Entscheidungen gemeinsam vorge-
nommen und Widersprüche aufgelöst.
Abstimmung
Zum Schluss können alle Schülerinnen
und Schüler mit Padlet abstimmen. Die
Lehrperson gibt vor, nach welchen Krite-
rien letztlich ausgewählt wird. Sie kann
sich auf die fünf Kriterien mit den besten
Bewertungen beziehen, in jeder Kategorie
die zwei beliebtesten Kriterien verwenden
oder alle, die einen bestimmten Wert er-
reichen.
Padlet als multifunktionales Tool
Die digitale Pinnwand Padlet erfüllt in
diesem Beispiel mehrere Funktionen: Die
Lehrperson gibt eine Struktur vor, die
Klasse kann ihre Ideen sammeln, die
Schulblatt AG/SO · 16/2020
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Praxis
Nachgefragt bei Urs Blaser,
Geschäftsführer BIM-AareLand
Das duale Bildungssystem ist ein Erfolgsmodell.
Die Durchlässigkeit bietet Jugendlichen viele
Möglichkeiten über Jahre an der eigenen
Aus- und Weiterbildung zu arbeiten.
Das strenge Schutzkonzept wurde auch an der Eröffnung mustergültig befolgt. Urs Blaser, Geschäfts-
führer der BIM, ist erleichtert, dass sich der hohe Aufwand gelohnt hat. Fotos: Marius Haffner.
BIM. Anfang September fand in Olten die
Berufsbildungsmesse BIM-AareLand statt.
Geschäftsführer Urs Blaser blickt zurück.
Susanne Schneider: Herr Blaser, wie fällt die
Bilanz der diesjährigen BIM-AareLand aus?
Urs Blaser: Sehr positiv – trotz der turbul-
enten und virulenten Zeit. Die Vorsteher
der Departemente Bildung, Kultur und
Sport der Kantone Aargau und Solothurn,
Regierungsrat Remo Ankli und Regie-
rungsrat Alex Hürzeler, unterstrichen in
ihren Voten an der Eröffnungsfeier die
Bedeutung des dualen Bildungssystem
und die Wichtigkeit der Berufsbildungs-
messe BIM-AareLand. Ein grosser Dank
geht an die Stadt Olten und im Speziellen
an Franco Giori, Abteilungsleiter Sicher-
heit und Ordnung, welcher die Austra-
gung der dreitägigen BIM-AareLand, ver-
bunden mit strikten COVID-19-Auflagen,
überhaupt bewilligte und möglich
machte. Auch ein grosses Dankeschön
möchte ich an alle Lehrpersonen richten.
Sie haben die Vorgaben des Schutzkon-
zeptes mustergültig umgesetzt!
Wie sah das Schutzkonzept konkret aus und
wie wurde es aufgenommen?
Unser Schutzkonzept basierte von Beginn
an auf sehr restriktiven Massnahmen. So
zum Beispiel Zonenbildung mit Zutritts-
dann wiederum geordnet werden kön-
nen. In einem nächsten Schritt wird
Padlet zu einem Tool für Kommentare
und schliesslich zu einem für Bewer-
tungen.
Die Kinder können Padlet anonym und
ohne Konto nutzen, sie brauchen ledig-
lich einen Link. Das ist immer mit der
Gefahr verbunden, dass einige die
Grenzen des Möglichen und Erlaubten
testen. Padlet bietet aber eine Einstel-
lung an, bei der Beiträge erst dann für
alle sichtbar sind, wenn die Lehrperson
sie freischaltet. Das ist auch dann hilf-
reich, wenn eine geordnete Diskussion
zu den Kriterien erfolgen soll. Die Kom-
mentar- und Bewertungsfunktion sollte
bei diesem Beispiel nicht von
Anfang an, sondern erst im richtigen
Moment zugeschaltet werden.
Zusammenarbeit und digitale Medien
Die Möglichkeit, auf einer digitalen
Plattform interagieren zu können,
erlaubt es einer grösseren Gruppe von
Menschen, Prozesse der Zusammen-
arbeit geordnet durchzuführen und sie
gleichzeitig zu dokumentieren. Es ist
generell zu empfehlen, auf digitale
Prozesse zuzugreifen, welche die Zu-
sammenarbeit fördern und Lernende
nicht isolieren. Das Beispiel zeigt, wie
mit einer einfachen Form der Interak-
tion das Aushandeln von Bewertungs-
kriterien für komplexe Lernleistungen
möglich wird. Das führt erfahrungs-
gemäss zu intensiven Diskussionen in
einer Klasse und zum Gefühl, mitbe-
stimmen und mitgestalten zu können.
Das ist gerade deshalb wichtig, weil
kommerzielle digitale Plattformen zwar
Mitbestimmung suggerieren, dabei
aber die Benutzerinnen und Benutzer
primär passiv konsumieren lassen.
Philippe Wampfler
Philippe Wampfler ist Deutschlehrer an der
Zürcher Kantonsschule Enge, Fachdidaktiker
und Experte für das Lernen mit Neuen
Medien. philippe-wampfler.ch
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