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Aserbaidschans Beitrag im Zweiten Weltkrieg und Achmedija Dschebrailow in der Widerstandsbewegung

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Abstract

Aserbaidschan nahm in den aggressiven Plänen Hitlerdeutschlands einen besonderen Platz ein, denn die aserbaidschanische Hauptstadt Baku verfügte über Ölreserven, die für Deutschland eine enorme Bedeutung spielen sollten. Des Weiteren stand Aserbaidschan aufgrund der strategischen Lage zwischen Ost und West in der Aufmerksamkeit des Nazi-Regimes, sodass sie den sogenannten „Edelweiß“-Plan, der am 23. Juli 1942 bestätigt wurde, entwickelten. Laut Vorgaben sollten insbesondere die kaukasischen Ölstädte Baku und Grosny ergriffen werden. Gemäß diesem Plan war die Besetzung Bakus für den 25. September 1942 geplant. Obwohl der gebürtige Aserbaidschaner Agent Richard Sorge von Japan aus die Sowjetregierung über den Angriff Deutschlands frühzeitig gewarnt hatte, vernachlässigte Stalin diese Information und blieb untätig.
Aserbaidschans Beitrag im Zweiten Weltkrieg und Achmedija
Dschebrailow in der Widerstandsbewegung
Asif Masimov
1
Jedes Jahr begeht Aserbaidschan am 9. Mai den Tag des Sieges über den Faschismus. Der
Zweite Weltkrieg, der am 2. September 1945 endete, war einer der verheerendsten Kriege
unserer Zeit. In diesem Krieg trat auch das aserbaidschanische Volk in einer vereinten
Formation mit allen Völkern der ehemaligen UdSSR auf, um die Heimat zu verteidigen. Zum
Sieg leistete Aserbaidschan bzw. das aserbaidschanische Volk einen großen Beitrag.
Aserbaidschans Beitrag im Zweiten Weltkrieg
Aserbaidschan nahm in den aggressiven Plänen Hitlerdeutschlands einen besonderen Platz ein,
denn die aserbaidschanische Hauptstadt Baku verfügte über Ölreserven, die für Deutschland
eine enorme Bedeutung spielen sollten. Des Weiteren stand Aserbaidschan aufgrund der
strategischen Lage zwischen Ost und West in der Aufmerksamkeit des Nazi-Regimes, sodass
sie den sogenannten „Edelweiß“-Plan, der am 23. Juli 1942 bestätigt wurde, entwickelten. Laut
Vorgaben sollten insbesondere die kaukasischen Ölstädte Baku und Grosny ergriffen werden.
Gemäß diesem Plan war die Besetzung Bakus für den 25. September 1942 geplant. Obwohl
der gebürtige Aserbaidschaner Agent Richard Sorge von Japan aus die Sowjetregierung über
den Angriff Deutschlands frühzeitig gewarnt hatte, vernachlässigte Stalin diese Information
und blieb untätig.
Hitler äußerte bereits bei seiner Geburtstagsfeier im April 1942 Folgendes: „Wenn wir das Öl
von Baku nicht bekommen, ist der Krieg verloren.“ Es wurde dazu noch ein Propagandafilm
entworfen, in dem für Hitler zu seinem Geburtstag eine geopolitische Torte gebacken wurde.
Im Kreise seiner Generäle nimmt Hitler ein Stück der Torte, auf der die aserbaidschanische
Hauptstadt Baku markiert wurde.
1
Asif Masimov hat Internationale Beziehungen und Politikwissenschaften studiert. Er ist
Doktorand im Fach Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Insgesamt versuchte die deutsche Luftwehr 74 Mal, den Luftraum von Baku zu durchdringen,
aber die aserbaidschanischen Piloten und Flugabwehrkanonen wussten dies erfolgreich zu
verhindern.
Am Zweiten Weltkrieg waren 681.000 Aserbaidschaner beteiligt. Fast die Hälfte von ihnen
kehrte nicht zurück. 128 Bürgerinnen und Bürger Aserbaidschans erhielten später die
Auszeichnung „Held der Sowjetunion“. Über 170 Soldaten und Offiziere wurden mit
verschiedenen Orden und Medaillen ausgezeichnet.
Während der Kriegsjahre schickten aserbaidschanische Ölarbeiter 75 Millionen Tonnen Öl an
die Front, was über drei Viertel des gesamten in der UdSSR produzierten Öls ausmachte. Die
Republik produzierte insgesamt 130 Arten von Waffen, Munition und Ausrüstung.
Viele Aserbaidschaner, die gefangen wurden, haben sich später der europäischen
Widerstandsbewegung angeschlossen. Unter denen galten insbesondere Achmedija
Dschebrailow und Mehdi Huseynzade als berühmte Vertreter. Dschebrailow beteiligte sich am
französichen Widerstand unter der Führung von Kapitän Delplank („Dumas“), wobei sich
Huseynzade, der aus der Gefangenschaft floh, der jugoslawischen Partisanbewegung
anschloss.
Achmedija Dschebrailow: Aserbaidschaner in der Widerstandsbewegung
Achmedija Dschebrailow wurde am 22. September 1920 im Dorf Ochud in der Provinz Şəki
in Aserbaidschan als Sohn einer großen Familie geboren. Im Jahr 1941 schloss sich
Dschebrailow freiwillig der Roten Armee an. Beim Kampf um Kursk erlitt er schwere
Verletzungen, wurde gefangen genommen und daraufhin erst ins Konzentrationslager nach
Dachau und später nach Elsaß-Lothringen geschickt. Im Konzentrationslager Montauban,
nicht weit von Toulouse, lernte Achmedija als Häftling unter der Nummer 4167 eine Frau
namens Jeanne kennen, die im Lager in häuslichen Angelegenheiten tätig war und dazu noch
die Zeit fand, Achmedija Französisch beizubringen. Später half Jeanne Achmedija sogar dabei,
aus dem Lager zu fliehen. Nach der Flucht behandelte Jeanne den verwundeten und ziemlich
geschwächten Aserbaidschaner noch eine ganze Weile. In einem Brief an Jeanne fand
Achmedija folgende Worte der Dankbarkeit:
„Meine liebe Jeanne! Unvergessliche Madame Jeanne! Sie haben mir mein Leben
zurückgegeben, also sind Sie meine Mutter. Obwohl man sagt, dass eine Person nur eine
Mutter hat, hatte ich zwei.“
Achmedija hatte auch mehrere Alias, wie Kardo, Achmad Mišel', Armed Mišel' usw. Die
beliebteste Form war jedoch Achmad Mišel', die auch Charles de Gaulle kannte.
Operationen, an denen Achmedija beteiligt war
Achmedija beteiligte sich an vielen Operationen, indem er zum Nachteil für
Nazideutschland bspw. Brücken, Gebäude und Eisenbahnlinien sprengte und Häftlingen zur
Flucht verhalf. Darüber hinaus hat Achmedija auch bei der Befreiung einiger französischer
Städte geholfen. Die Befeiung von 500 französischen Kindern war dabei eine der
erfolgreichsten Operationen. Durch seinen Mut konnten die Kinder letztendlich vor der
Entführung nach Deutschland gerettet werden. Während dieser Aktion wurden die geretteten
Kinder in den Wald geschickt, während Achmedija, der bei der Schießerei schwer verletzt
wurde, am Boden liegend zurückblieb. Zum Glück trug er eine deutsche Kapitänsuniform und
benahm sich nach der Festnahme wie ein deutscher Offizier, was ihm wohl das Leben rettete.
Achmedija Dschebrailow und Charles de Gaulle
Achmedija Dschebrailow und General Charles de Gaulle kannten einander persönlich.
Dschebrailow beendete den Krieg mit dem Rang eines französischen Nationalhelden und
erhielt zusätzlich mehrere Medaillen und Auszeichnungen von Frankreich. Achmedija hatte
mittlerweile eine Französin geheiratet und arbeitete nach dem Krieg in der Kanzlei von Charles
de Gaulle. Im Jahr 1946 beschloss Dschebrailow dennoch in die Heimat zurückzukehren, wo
ihn allerdings eine unangenehme Überraschung erwartete. In der Sowjetzeit wurden viele
gefangene Soldaten als Verräter des Heimatlandes eingestuft. Dieses Schicksal ereilte nun auch
Achmedija, der mehrfach vom KGB gefoltert und verhört wurde. Seine französischen
Medaillen sowie andere Auszeichnungen wurden direkt beschlagnahmt. Sie dienten aber
dennoch als Beweis, dass er tatsächlich als Partisan gegen die Faschisten gekämpft hatte. Er
wurde glücklicherweise vor der Vebannung nach Sibirien gerettet und lebte nach der Rückkehr
in sein Heimatdorf Ochud als einfacher Hirt.
Im Jahr 1966 wünschte sich Charles de Gaulle während seines Besuchs in der UdSSR, dass
unter denen, die sich dort trafen, ebenfalls sein kühner Freund Achmad Mišel (aka Achmedija
Dschebrailow) auftreten sollte. Dies wurde Leonid Breschnew mitgeteilt, der ihn anwies, diese
Person dringend zu finden und nach Moskau zu befördern. Schon bald kam eine
Regierungskolonne von vier Wolga-Autos im Dorf Ochud an. Kurz darauf wurde Achmedija
zum Treffen mit De Gaulle nach Moskau gebracht, wo er zunächst warmherzig durch
Breschnew empfangen wurde. An nächsten Tag kam die französische Delegation unter der
Führung von Charles de Gaulle. Nach der Begrüßung von Breschnew und anderen Offiziellen,
umarmte De Gaulle seinen Kameraden Achmedija und führte mit ihm ein langes Gespräch.
Beim Abendessen führten sie die Unterhaltung weiter und erinnerten sich dabei an die
gemeinsame Vergangenheit.
Das Treffen mit Charles de Gaulle spielte wahrscheinlich eine entscheidende Rolle für den
Freispruch und bei der Rehabilitierung von Dschebrailow seitens der sowjetischen Führung im
Jahr 1968.
Erinnerung an Achmedija Dschebrailow in Aserbaidschan
Der Präsident der Republik Aserbaidschan Ilham Aliyev beauftragte im Jahr 2020 mehrere
Ministerien, anlässlich des 100. Jubiläums von Achmedija Dschebrailow einen
Veranstaltungsplan zu erstellen und umzusetzen. Im Rahmen dieser Anweisungen wurde ein
Dokumentarfilm über Achmedija Dschebrailow gedreht, der noch in diesem Monat präsentiert
werden soll. Früher wurde bereits in Gedenken an Achmedija Dschebrailow der Film
„Sowjetischer Soldat“ mit der finanziellen Unterstützung des Kulturministeriums der
Russischen Föderation gedreht. In seinem Heimatdorf Ochud wurde ihm zu Ehren ein Bronze-
Denkmal errichtet. Der Sohn von Achmedija baute sein Elternhaus in ein Museum um, um
auch weiterhin die Erinnerung an seinen berühmten Vater wach zu halten.
Benutzte Quellen:
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YouTube: Dokumentarfilm über Achmedija Dschebrailow „Sowjetischer Soldar“. Im
Internet: https://www.youtube.com/watch?v=6PTZEq_gT4w , letzter Zugriff am 16.09.2020.
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Achmedija de Goll' -geroj, imja kotorogo ubrali daže iz Vikipedii
  • Šachperi Abbasova
Abbasova, Šachperi: Achmedija de Goll' -geroj, imja kotorogo ubrali daže iz Vikipedii, in: Sputnik Azerbajdžan. Im Internet:
Protiv obščego vraga: Sov. ljudi vo franc. dviženii soprotivlenija
  • Ivan Parot'kin
  • Vasil
Parot'kin, Ivan Vasil'evič: Džebrailov A. S francuzskimi brat'jami po oružiju // "Protiv obščego vraga: Sov. ljudi vo franc. dviženii soprotivlenija", Nauka, 1972.