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Die Verengung der Welt Zur medialen Konstruktion Deutschlands unter Covid-19 anhand der Formate ARD Extra -Die Coronalage und ZDF Spezial

Authors:
Preprints and early-stage research may not have been peer reviewed yet.

Von Dennis Gräf und Martin Hennig
The present contribution analyzes two coronavirus-related programs of the public German television (ARD
Extra and ZDF Spezial) from the perspective of media and cultural semiotics. The authors see these TV pro-
grams as closed models of the world containing implicit norms, values, and ideologies, and focus on the
crisis as a specific narrative model, negotiated social ideologies, cultural self-images, as well as images of
others and the visibility or invisibility of social actors and groups.
Die Verengung der Welt
Zur medialen Konstruktion Deutschlands unter Covid-19
anhand der Formate ARD Extra - Die Coronalage und ZDF Spezial
Quelle: daserste.de

Die Pandemie im Zusammenhang mit dem Coro-
navirus (SARS-CoV-2) und der damit einherge-
henden Erkrankung Covid-19 lässt sich auch als eine
Geschichte einer Pandemie der Medien beschreiben.
Genauso, wie sich das Virus global verbreitet hat, ist
auch für die Medien schon rein quantitativ eine im-
mense Verbreitung der Berichterstattung zum Corona-
virus zu diagnostizieren. Signifikant ist bereits die Tat-
sache, dass ab der zweiten Märzwoche 2020 bis in den
Juni hinein die öffentlich-rechtlichen Programme ARD
und ZDF nahezu täglich nach der Hauptnachrichten-
sendung am Abend eine Sondersendung (ARD Extra:
Die Corona Lage und ZDF Spezial) zum Coronavirus
ausstrahlen.
In unserem Beitrag wollen wir aus einer medien- und
kultursemiotischen Perspektive1 die in den Sonder-
sendungen vermittelten Weltmodelle analysieren:
Wir verstehen die Fernsehsondersendungen als ab-
geschlossene Modelle von Welt, die implizite Regeln,
Werte und Ideologien aufweisen, die wir analytisch
offenlegen wollen. Faktuale journalistische Texte ver-
schieben gegenüber fiktionalen Texten zwar das Refe-
renzverhältnis, indem sie für sich beanspruchen, nicht
auf eine fiktionale Welt zu verweisen, sondern in einem
Repräsentationsverhältnis zu einer wie auch immer
gearteten ›Wirklichkeit‹ zu stehen. Gleichzeitig kon-
stituieren sich auch journalistische Beiträge wie jeder
Text mittels Operationen der Auswahl (paradigmati-
sche Ebene) und Kombination (syntagmatische Ebene)
von Elementen aus Zeichensystemen und konstruieren
darüber eigenständige textuelle Bedeutungen. Dies
betrifft im Bereich des Fernsehjournalismus auf para-
digmatischer Ebene etwa Drehorte, Kameraeinstellun-
gen, Möglichkeiten der Lichtsetzung, potenzielle In-
terviewpartnerInnen und Interviewfragen, den Inhalt
von Bauchbinden etc., unter denen jeweils ausgewählt
wird und die im filmischen Syntagma kombiniert auf-
treten. Aus der Kombination von Elementen innerhalb
einer Beitragssequenz und darüber hinaus auch aus der
Kombination von Beiträgen innerhalb eines vollstän-
digen Sendungsformats eröffnen sich weitere Bedeu-
tungsebenen.
Da nun jeder Text durch einen Rahmen begrenzt ist,
ist davon auszugehen, dass die im Text auf diese Weise
erzeugten Bedeutungen lediglich Teile eines größeren
Ganzen bilden; Texte repräsentieren einen übergeord-
neten Weltentwurf, mit jeweils eigenen Ordnungen,
Leitdifferenzen etc., den sie modellhaft abbilden. Aus
der konkreten Textstruktur lassen sich etwa anthro-
pologische Modelle des Menschen, Modelle von Welt
und Wirklichkeit und eben auch Modelle von Krisen
und ihrem Verhältnis zur gesellschaftlichen Ordnung
abstrahieren.
Sendungskonzepte
Bevor wir die Sondersendungen auswerten, muss
noch ein Blick auf das Konzept der Sondersendun-
gen geworfen werden. Dieses Format wird in der Re-
gel nach den Hauptnachrichten um 20.15 Uhr (ARD)
oder 19.25 Uhr (ZDF) ausgestrahlt, wenn ein global
oder lokal relevanter Sachverhalt eintritt, der von all-
gemeinem Interesse ist und von einer Redaktion für
außergewöhnlich berichtenswert gehalten wird. In
diesem Zusammenhang ist wichtig, dass die Sonder-
sendungen das reguläre Programm verändern und sich
die nachfolgenden Sendungen je nach Länge der Son-
dersendung entweder nach hinten verschieben oder
ganz ausfallen. Hier findet also eine Abweichung von
einem Normalfall statt, der mit der Besonderheit des
Berichtsgegenstands begründet wird. Eine Sondersen-
dung stellt somit eine Ausnahme dar, nicht den Regel-
fall. Bereits an dieser Stelle möchten wir betonen, dass
bei einer Ausstrahlung von 42 Sendungen ZDF Spezial
innerhalb von 15 Wochen – wobei 40 ZDF Spezial-
Sendungen auf 11 Wochen fallen – und 51 Sendungen
ARD Extra (Stand: 18.06.2020) nicht mehr von einer
Abweichung und Ausnahme die Rede sein kann, son-
dern von einer neuen Normalität. Damit geht das ein-
her, was wir bereits im Titel unseres Beitrags als Ver-
engung der Welt bezeichnen möchten: Wenn nahezu
täglich das Exzeptionelle zum neuen Regelfall stilisiert
wird, dann findet damit zwangsläufig eine lebenswelt-
liche und auch ideologische Engführung statt, die einer
Ausblendung aller anderen gesellschaftlich relevanten
Gemengelagen entspricht.2
Die quantitative Dimension der Sondersendungen
lässt sich mit einem Vergleich zur Anzahl von Son-
dersendungen des Formats ZDF Spezial im Jahr 2019
erkennen: Dort hat es abgesehen von der Neujahrsan-
sprache der Bundeskanzlerin insgesamt 12 Sendungen
– zumindest soweit das für uns über das Portal Me-
diathekView und die ZDF-Mediathek rekonstruierbar
ist – gegeben, also weniger als ein Drittel der 42 Coro-
na-Sendungen, die von Mitte März bis Mitte Mai 2020
ausgestrahlt wurden. Sicherlich lässt sich hier leicht
mit der umfassenden Relevanz des emas für die ge-
samte Bevölkerung argumentieren, dennoch vermittelt
die Verstetigung des eigentlich als Abweichung konzi-
pierten Formats ein permanentes Krisen- und Bedro-
hungsszenario.
Gesellscha in der Krise3
Generell vereint die Berichterstattung eine hyperbo-
lische Krisenrhetorik. Was vor allem dargestellt wird,
ist die Protokollierung der Auswirkungen des Virus im
Sinne der politischen Maßnahmen, wobei die aus den
Maßnahmen erwachsenen gesellschaftlichen Probleme
fokussiert sind. Unabhängig davon, wie einschneidend
diese tatsächlich waren und sind, werden die aus den

thematischen Aspekten resultierenden Problemstel-
lungen auf der Inszenierungsebene im Zusammenspiel
zu einer vollständig negativen Weltsicht übersteigert,
die kein primär inhaltliches, sondern ein rhetorisches
Phänomen bildet. So problematisieren einzelne im Ver-
lauf einer Sendung direkt aufeinanderfolgende Beiträ-
ge genau gegenteilig: Im ARD Extra vom 16. April 2020
wird zuerst die aufgrund der geschlossenen Schulen
erhöhte familiäre Belastung thematisiert, wohingegen
der nächste Einspieler die gesundheitlichen Gefahren
geöffneter Bildungseinrichtungen fokussiert. Genauso
gehört es einerseits zum allgemeinen Schema der Sen-
dungen, für jede staatliche Vorgabe ein problematisie-
rendes Einzelfallbeispiel zu finden. Auch in Interviews
wird wiederholt auf anonym bleibende ›ExpertInnen‹
verwiesen, welche die Effizienz von Lösungsansätzen
bezweifeln (»Experten sagen uns eben auch, das sei
nur bei ganz geringen Fallzahlen möglich«).4 Gleich-
zeitig wird permanent ein ›Zuwenig‹ der staatlichen In-
tervention angeprangert und fortlaufend der Wunsch
nach klaren Vorgaben konstruiert sowie das Problem
der in den Bundesländern jeweils unterschiedlich aus-
fallenden Maßnahmen kritisiert.
Die einseitige Krisenrhetorik wird auf bildlicher Ebe-
ne dupliziert und übersteigert, wobei die Kommentare
der ModeratorInnen und jene in der Krise virulenten
Begriffe mit rekurrenten visuellen Inszenierungen ver-
knüpft sind, welche das kollektive Bildgedächtnis zu
Krisenszenarien adressieren. Der zentrale Informati-
onsgehalt der Sendungen ist dabei den gesprochenen
Texten zuzuordnen, während die Bilder paradigmati-
sierende Funktionen übernehmen und Analogien bil-
den. So heißt es im ARD Extra vom 25. März 2020:
»Shutdown. Das heißt Geschäfte geschlossen, Schulen
geschlossen […]. Was das mit den Innenstädten macht,
das haben wir uns […] mal ganz genau angeschaut«,5
es folgen eigentlich redundante Bilder von leeren Ge-
schäften und Fußgängerzonen, die sich jedoch als
wiederkehrendes Element durch fast alle Sendungen
ziehen, in Abwandlungen iteriert werden (etwa Dar-
stellungen von verwaisten Turnhallen oder Kirchen)6
und auf die Bildwelten apokalyptischer Endzeiterzäh-
lungen verweisen. Entsprechend weist der Kommen-
tar die Situation als dauerhafte gesellschaftliche Zäsur
aus: »Die Krise, sie könnte unsere Innenstädte auch auf
Dauer spürbar verändern«,7 »Die Arbeitswelt, wie wir
sie kannten, zerfällt gerade«,8 »Wie lange können wir
uns das […] noch leisten?«.9 In der Iteration der Texte
und Bilder insgesamt und der redundanten Struktur
der Verknüpfung von textueller und visueller Ebene
wird folglich immer wieder der vollständige Zusam-
menbruch des öffentlichen Lebens unterstrichen und
als neue Normalität gesetzt.10
Entsprechend fokussieren die Sendungen während des
Shutdowns als Hoffnungsschimmer primär die Ent-
wicklung eines Impfstoffs; so gut wie nie wird in diesem
Zeitraum über einen möglichen Erfolg des Shutdowns
in Richtung der Fallzahlen spekuliert. Dies ergibt sich
aus dem Erzählmodell der Sendungen, welches die
Krise durch den Shutdown eben nicht gleichzeitig als
dessen Lösung proklamieren kann: Die Sendungen
beschränken sich vornehmlich auf das mit dem Sen-
dungsschema konsistente, etwa aus filmischen Viren-
thrillern gespeiste Motiv des zeitlichen Wettlaufs um
die Entwicklung eines Impfstoffs.
Die Krise ist folglich nicht nur das ema, sondern
Krisenhaftigkeit bildet auch das zentrale rhetorische
Paradigma der Inszenierung. Entsprechend finden
sich in den Sendungen ab den ersten Lockerungen der
staatlich angeordneten Einschränkungen kompensie-
rende Inszenierungsstrategien, welche die Krise jeweils
auf einer anderen Ebene thematisch werden lassen: als
Rückschau auf die Vergangenheit,11 als narrativieren-
de, persönliche Erzählung einer Reporterin, die ihre
Urlaubspläne ad acta legen musste,12 als Fokus darauf,
was trotz der Öffnungen alles noch nicht wieder mög-
lich ist13 und natürlich auch als Problematisierung eben
dieser Rückkehr zur Normalität.14
Rolle der Medien
Die kontinuierliche Iteration und Redundanz des Auf-
zeigens gesellschaftlicher Auswirkungen der politi-
schen Maßnahmen lässt sich durchaus als Teil der so
bezeichneten ›Corona-Krise‹ bewerten: So drastisch
die Auswirkungen von Kita- und Schulschließungen,
die Situation der Gastronomie usw. tatsächlich auch
waren und sind, ist deren permanente Problematisie-
rung zusätzlich dazu angetan, Panik in der Bevölke-
rung aufkommen zu lassen.15 Die dabei verhandelten
gesellschaftlichen Probleme sind allerdings eben nicht
unmittelbare Folge des Ausbruchs des Virus, sondern
seiner Eindämmungsmaßnahmen. Diese Maßnahmen,
so lässt sich dem gesellschaftlichen Diskurs entneh-
men, sind aber eben nicht in Blei gegossen, sondern
Gegenstand einer öffentlichen Auseinandersetzung,
auch in der scientific community der VirologInnen
und EpidemiologInnen. Dagegen wird von den Son-
dersendungen eine Identität von Virus und Maßnah-
men inszeniert, wodurch die Maßnahmen als genauso
›natürlich‹ und in gewisser Hinsicht unhinterfragbar
wie das Virus selbst erscheinen. Dabei folgt das wie-
derkehrende Argumentations- und Sequenzmuster
der Sendungen in der Regel einem einfachen Ursache-
Wirkungs-Schema. Zuerst die Darstellung einer Ein-
dämmungsmaßnahme in der Anmoderation, dem folgt
ein vertiefender Beitrag. Das dortige protokollartige
und quasi-dokumentarische Aufzeichnen der gesell-
schaftlichen Folgen geschieht häufig in problematisie-
renden Einzelfällen, die stellvertretend für einzelne ge-
sellschaftliche Gruppen stehen sollen. In diesem Zuge
kommt es in der Regel zu Emotionalisierungsstrate-
gien, etwa wenn weinende und überforderte Mütter
(kaum Väter) gezeigt werden, die Kinderbetreuung

und Homeoffice zwar gerade so managen können, da-
bei aber an den Rand ihrer Belastbarkeit geraten oder
wenn Selbstständigen durch den Lockdown die Exis-
tenzgrundlage wegbricht. Die gesellschaftlichen Ak-
teure werden dabei durchgängig als machtlos gegen-
über den staatlichen Maßnahmen identifiziert, ihnen
bleibt nichts, als diese zu erdulden. Dem folgt in der
Regel ein Interview mit einem/einer VertreterIn aus
Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft. Vor allem hier
zeigt sich ein kritischer Umgang mit den staatlichen
Vorgaben, bei dem die ModeratorInnen der Sendungen
als StellvertreterInnen der Bevölkerung fungieren und
mitunter durchaus schroffe Fragen stellen. Damit ist al-
lerdings für Kritik von vornherein ein fixer Platz in der
Sendungsstruktur vorgesehen, der letztlich auch der
rhetorischen Legitimation der Maßnahmen zuträglich
ist. Denn die Darstellung der Beiträge beschränkt sich
in der Regel auf die Ebene der Auswirkungen der Maß-
nahmen auf spezifische gesellschaftliche Akteure oder
Gruppen (Familien, Alleinerziehende, Selbstständige,
das Hotelgewerbe etc.), wobei die Berichterstattung in
ihrer Partikularisierung von vornherein so angelegt ist,
dass die in den nachfolgenden Interviews fortgeführte
Kritik leicht mit Verweis auf ›höhere‹, universelle und
eben einzelfallübergreifende gesellschaftliche Zwecke
ausgehebelt erscheint.
Zusätzlich ist festzustellen, dass sich die Kritik auf ei-
ner spezifischen Ebene entfaltet: Problematisiert wer-
den bevorzugt scheinbar willkürliche Grenzziehungen
in der Betroffenheit von Maßnahmen wie die 800m2
Verkaufsfläche, die das Maximum für die Wiederer-
öffnung von Geschäften nach dem Shutdown bildeten.
Auch fokussiert die Problematisierung häufig die Um-
setzung der Regeln, wenn etwa im ARD Extra vom 29.
April 2020 berichtet wird, dass die staatlichen Kredite
zum Teil nicht bei den Hilfsbedürftigen ankämen, weil
die Prüfungen der Hausbanken als Flaschenhälse fun-
gierten. Dass jedoch die Maßnahmen an sich – unab-
hängig von der jeweiligen Ausgestaltung – insgesamt
zielführend sind, wird implizit vorausgesetzt, entspre-
chend lässt sich die wiederholte Kritik an den zerstü-
ckelten Regulatorien der Bundesländer als Wunsch
nach einem starken Staat lesen. Selten werden dagegen
grundsätzliche Fragen der Angemessenheit und Effizi-
enz der Regelsysteme verhandelt.
Uns geht es an dieser Stelle dezidiert nicht um eine
normative Bewertung, gleichwohl ist insgesamt festzu-
halten, dass die Sondersendungen damit eine Tendenz
zur Affirmation der staatlichen Maßnahmen aufwei-
sen. In eine ähnliche Richtung deutet, dass die Krise
zwar rhetorisch durchgehend als gesellschaftliche -
sur ausgewiesen ist, so gut wie nie jedoch als Wende-
punkt und Ausgangspunkt für neue Denkweisen und
Lösungsstrategien besprochen wird. Anschaulich wird
dies etwa an den Diskussionen um staatliche Interven-
tionen und Hilfspakete, bei denen in Bezug auf eine
mögliche Unternehmensbeteiligung des Staates ähnli-
che Debatten und Positionen ausgetauscht werden, wie
schon im Rahmen der vorherigen Weltwirtschaftskrise
seit dem Jahr 2007. ›Neu gedacht‹ wird dagegen vor-
nehmlich in Diskursfeldern, die bereits vor der Coro-
na-Krise virulent und medial popularisiert wurden,
wie etwa in Bezug auf die Debatte um eine grünere,
nachhaltigere Wirtschaft, wobei die Krise in diesem
Fall vereinzelt durchaus als möglicher Startschuss für
eine neue Ordnung behandelt wird.16
Was die Sondersendungen demnach vorführen, ist eine
Art serielles Erzählen, dessen Strukturmodell einer
Vorabend-Soap gleicht: Es wird eine Reihe überschau-
barer Handlungsstränge mit einem überschaubaren
Figureninventar (bzw. einem überschaubaren Inventar
an Akteurskonstellationen: Politik, Wirtschaft, Virolo-
gie, BürgerInnen) im immergleichen Weltmodell vor-
geführt, wobei das Vorführen von Krisen im Zentrum
steht. Dabei können die Problemlösungsstrategien
zwar die jeweils aktuelle Krise lösen, generieren in der
Sendungsrhetorik aber stets neue Krisen: Maßnahmen
gegen die medizinische Krise generieren Wirtschafts-
probleme, Maßnahmen gegen die Wirtschaftspro-
bleme generieren Staatsverschuldungen, die in neue
ökonomische Krisen führen usw.17 Stets läuft die Rhe-
torik der Sendungen darauf hinaus, dass der defizitäre
Charakter des Weltmodells insgesamt vorgeführt wird,
was dann wieder funktional überhaupt erst die inhalt-
liche Grundlage der Sondersendungen hervorbringt.
Obwohl das ema der Sendungen also Problemlö-
sungsstrategien im Sinne der staatlichen Maßnahmen
bilden, verfahren die Formate selbst in ihrer Argumen-
tation wenig lösungsorientiert.
Der von uns beschriebene Selbstbestätigungsmecha-
nismus der Sendungen, der durch das permanente
Aufzeigen von Defiziten die Existenz der Sendungen
rechtfertigt, wird im ZDF Spezial vom 17. März 2020
noch gesteigert. Hier heißt es »Fakt von Fake zu unter-
scheiden, bleibt in der Flut von Nachrichten schwierig.
Wie geht man am besten damit um? Statt auf dubiose
Chatnachrichten oder Hörensagen zu vertrauen, soll-
te man sich bei seriösen Medien und Einrichtungen
informieren«.18 Zu den Wörtern »seriöse Medien«
zeigt der Beitrag einen in einem privaten Wohnzimmer
situierten Fernseher, auf dem eine von Marietta Slom-
ka moderierte ZDF heute journal-Ausgabe läuft. Der
Beitrag verspricht an dieser Stelle nicht nur, dass die
»Meldungen [...] geprüft« (52:10) seien, er installiert
darüber hinaus eine Selbstreferenz, die im Sinne einer
Markenbindung funktional ist. Wenn das ZDF Spezial
auf das ZDF heute-journal verweist, dann entspricht
das auch einer Verengung der Welt, indem andere
Sichtweisen als die eigene nicht zugelassen werden.

Leistung im Privaten
Die Inszenierung von Krisenhaftigkeit fungiert dabei
nicht nur als thematische wie rhetorische Klammer,
sondern prägt auch die sonstige Paradigmenbildung
der Sendungen, insofern gerade das Erzählschema der
Krise dazu geeignet ist, Gesellschafts- und Lebensmo-
delle zu akzentuieren; die Darstellung der Krise macht
einen unterstellten Werte- und Normenkanon der Ge-
sellschaft sichtbar und verstärkt diesen in der Inszenie-
rung.
Gerade die Darstellung von privater Familien- und Le-
bensführung ist in dieser Hinsicht aufschlussreich. So
wird die Krisenhaftigkeit des Familienalltags darüber
konstruiert, dass ein gesellschaftliches Leistungside-
al aufgerufen ist, dem innerhalb der Krise nicht mehr
nachgekommen werden kann. Eltern sind verständli-
cherweise aufgrund der Unvereinbarkeit ihrer vielfälti-
gen Pflichten mit Kindern im Homeoffice überfordert
und die Sendungen unterstreichen dies noch: So fokus-
siert die Kamerahandlung im ARD Extra vom 16. April
2020 (ab 00:50) den liegen gebliebenen Abwasch; im
Dialog mit der Familie wird die Angst geäußert, dass
die Kinder durch die Schulschließungen den Anschluss
verlieren könnten. Nur – gegenüber wem eigentlich?
Die SchülerInnen und Familien im Land befinden sich
zu diesem Zeitpunkt weitestgehend in der derselben
Position. Statt jedoch die gewonnene Familienzeit als
vielleicht auch positive Abweichung vom Alltag zu in-
szenieren, wird in den Sendungen gerade die Diskre-
panz zu diesem betont – und zwar nahezu ausschließ-
lich in negativer Hinsicht unter Bezugnahme auf
außerfamiliäre Werte wie Produktivität und Effizienz.
Das Familienleben in der Krise verkommt so zur Nicht-
Zeit, die schon darüber abgewertet ist, dass sie nicht
den üblichen gesellschaftlichen Maximen folgt.
Dabei wird diese Perspektive von den Akteuren durch-
aus auch zur Selbstbeschreibung übernommen. Im
Rahmen der Krise werden in Alltags-Interviews Le-
bensstile herausgestellt, etwa wenn im ARD Extra vom
27. März 2020 familiäre Lebenswelten mit der eines al-
leinstehenden Schauspielers kontrastiert sind; gemein-
sam ist den Einspielern jedoch die maßgebliche Rolle
von Pflichterfüllung in der öffentlichen Selbstdarstel-
lung: »Wir gucken eben, dass wir das hier weiterhin
gut hinbekommen« (18:58) konstatiert eine Familie.
Der Schauspieler hält fest »Es gibt genug zu tun«, dem
folgt eine Auflistung an Arbeits- (Texte lernen) und
Freizeittätigkeiten (Yoga, Gitarre, Sport), die abschlie-
ßend unter dem Paradigma der Berufsrolle subsumiert
sind: »Das hat für mich auch alles mit dem Beruf zu
tun« (ab 19:25).
Dies ist umso mehr auffällig, als dass Leistung in den
Sendungen unmittelbar mit gesellschaftlicher Sicht-
barkeit einhergeht. Die Darstellung von MedizinerIn-
nen und VirologInnen neigt nicht nur in Bezug auf den
kürzlich für seinen Podcast mit dem Grimme-Preis aus-
gezeichneten Virologen Christian Drosten zur Narrati-
vierung als Heldengeschichte: So werden die durch den
Direktor des Hamburger Instituts für Rechtsmedizin,
Klaus Püschel, durchgeführten Autopsien als Rebellion
gegen eine bestehende Ordnung erzählt (das Robert-
Koch-Institut hatte eine gegenteilige Empfehlung zum
Schutz des medizinischen Personals herausgegeben).19
Und ähnliche Tendenzen der Heroisierung gelten für
ÄrztInnen und medizinisches Notpersonal allgemein:
Es werden Spruchbänder aus Krankenhäusern mit der
Aufschrift »Wir bleiben für euch da« in Szene gesetzt,
womit die heldenhafte Aufopferungsbereitschaft der
Akteure unterstrichen und ein ähnlich dichotomes
Weltmodell konstruiert ist, wie in Bezug auf die Kri-
seninszenierung: ›Helden‹ (aktiv) vs. ›Masse‹ (passiv)
verhalten sich hier wie ›Regelsetzende‹ (aktiv) vs. ›Re-
gelbefolgende‹ (passiv) zueinander. Berufliche Leistung
wird folglich überhöht oder ist auf der anderen Seite
gar nicht sichtbar: Wiederholt zu sehen sind gestress-
te Pflegekräfte oder DHL-Zusteller- Innen, überlastete
Familien oder Selbstnarrativierungen aus der Perspek-
tive einer Leistungsgesellschaft. Der berufliche Still-
stand durch den Shutdown dagegen bleibt Leerstelle in
diesen Gesellschaftsdarstellungen; wenn es um Men-
schen im Privatleben geht, dann um solche, die dort
an ihrer öffentlichen Leistungsrolle festhalten. Eine
Gesellschaft in Kurzarbeit ist paradoxerweise eine Ge-
sellschaft ohne Freizeit und Privatleben – zumindest in
ihrer (Selbst-)Inszenierung.20
Selbst- und Fremdbilder
Insbesondere das ZDF Spezial vom 4. April 2020 mit
dem Titel Big Apple in Not. New Yorks Kampf gegen Co-
rona21 zeigt, dass es durchaus unterschiedliche Insze-
nierungsstrategien im Hinblick auf die Folgen des Vi-
rus und der Maßnahmen gibt; diese Strategien sind das
Ergebnis einer Entscheidung. Die Unterschiede wer-
den besonders dann deutlich, wenn es um eine andere
Kultur geht: Während Bilder von deutschen Kranken-
häusern in der Regel mit dem originalen Hintergrund-
ton gezeigt werden,22 werden in der erwähnten New
York-Sendung sowohl zu Beginn als auch am Ende
Musik bzw. Geräusche gewählt (Sirenenton, obwohl
keine Einsatzfahrzeuge zu sehen sind), die in ihrer Be-
schaffenheit Anleihen beim Hollywood-Blockbuster
machen. Damit geht eine spezifische Ästhetik einher,
die üblicherweise für fiktionale Formate reserviert ist,
obwohl es hier doch gerade um die Dokumentation ei-
ner ›Wirklichkeit‹ geht. Genau diese wird aber durch
die gewählte Inszenierungsstrategie konterkariert, in-
dem durch die Musik eine Emotionalisierungsstrategie
zur Anwendung kommt und die Hollywood-Ästhetik
eine Art dystopische Endzeitstimmung generiert. Die-
se Strategie ist, wie wir bereits unter dem Aspekt ›Ge-
sellschaft in der Krise‹ ausgeführt haben, auch schon in
den Bildwelten der regulären Beiträge angelegt; in der

New York-Sendung wird allerdings deutlich, dass das
Dystopische ins Quasi-Fiktionale gesteigert und das
ema zur Inszenierung wird.
Hinzu kommt, dass genau diese Sendung als einzige
des ZDF Spezial-Korpus keine rahmende Moderation
aufweist. Die Zeichen verdichten sich somit, dass die
Reportage im Kontext einer filmischen Inszenierungs-
strategie steht. Damit findet eine Verschiebung von der
ansonsten in den Sondersendungen dominierenden
referenziellen Funktion hin zur poetischen Funktion
statt: Die Ebene der Darstellungsweise wird aufgewer-
tet, es geht nicht mehr nur um Corona-Berichterstat-
tung, sondern um das Narrativ an sich.
Die Deutlichkeit der Andersartigkeit dieser Sendung
lässt sich vor dem Hintergrund des gesamten Korpus
nur damit begründen, dass die USA als ›anderer Raum‹
verstanden werden, der dezidiert nicht dem eigenen
Raum entspricht. Damit wird eine Grenze zwischen
der BRD/Europa und den USA gezogen, die unter an-
derem hinsichtlich der inszenierten Dramatik in Bezug
auf das Bedrohungsszenario bemerkbar wird. Dysto-
pische Endzeitstimmung scheint umso mehr vermit-
telbar, wenn sie jenseits des Atlantiks auftritt bzw. als
solche inszeniert wird. Je weiter entfernt der Raum des
Anderen ist, desto mehr kann die Inszenierung über
poetische Prinzipien ›verdichtet‹ werden. Mit referen-
zieller Vermittlung hat dies dann allerdings nur noch
wenig zu tun.
Interessanterweise gibt es im ZDF Spezial vom 21. Ap-
ril ein Beispiel, das unsere ese – oberflächlich be-
trachtet – widerlegt. Unter dem Titel »Wie das Corona-
Virus den Alltag verändert« präsentiert ein Einspieler
unter Zuhilfenahme der Inserts »Soziale Distanz«,
»Politik«, »Digitalisierung«, »Solidarität«23 ein Zu-
kunftsszenario für die BRD, wie es die Journalistin aus
dem gesellschaftlichen und kulturellen Status quo ab-
leitet. Dabei kommt der Darstellungsweise eine signi-
fikante Funktion zu: Es wird ein dauerhafter Off-Ton
eingespielt, der in seiner Frequenz an einen Alarm-
signalton erinnert, dazu werden die gezeigten Stills
permanent im Blickachsenwinkel gekippt, was eine
›gekippte‹ Ordnung suggeriert. Insgesamt werden
auch hier Anleihen bei einer Ikonografie der Dystopie
gemacht, wie sie im Hollywood-Film erkennbar ist.In-
teressanterweise führt die Off-Stimme zu Beginn des
Einspielers über das Bild einer Krankenhausszene aus:
»Das hier ist kein Katastrophenfilm, sondern bittere
Corona-Realität in Deutschland«.24 Im Anschluss da-
ran wird aber genau die Ikonografie des Katastrophen-
films bzw. der Katastrophenberichterstattung bemüht:
Ganz abgesehen davon, dass der als »Bericht« benann-
te Einspieler nur schwerlich als Bericht bezeichnet
werden kann, da er schließlich Zukunftsprognosen
präsentiert, zeigt auch er bei genauerer Betrachtung
einen Raum des Anderen, und zwar der bundesdeut-
schen Zukunft, die damit ebenfalls in eine (zeitliche)
Ferne gerückt ist. Diese Fiktionalisierungsstrategie
mag andeuten, dass das gemalte Zukunftsszenario als
fragil bewertet ist und eventuell auch nicht so eintrifft,
vor allem aber schürt sie durch ihre Ästhetik Ängste
vor der Zukunft, die von der krisenhaften Gegenwart
immens geprägt sein wird, so die implizite Argumen-
tation des Einspielers. Wenn also eine zukünftige Re-
alität für die eigene Kultur prognostiziert wird, dann
sind hier ebenfalls gängige Inszenierungsmuster des
Dystopischen anwendbar, sodass Räume des zeitlich
Anderen zu Räumen der Angst oder zumindest der
Unsicherheit werden.
Die Verengung der Welt
Am Ende unseres Beitrags möchten wir den Bogen zu
unserer methodologischen Perspektive schließen: Wir
haben die Inszenierungsstrategien, Argumentations-
muster und verhandelten Diskurse der Sondersendun-
gen analysiert und diagnostiziert, dass diese das nar-
rative Prinzip der Krise redundant und selbstreflexiv
installieren. Eine solche Sichtbarmachung textueller
Strukturen ist deutlich von einer normativen Wertung
abzugrenzen; die Weltmodelle der Sendungen spre-
chen hier für sich selbst.
Die semiotische Perspektive, nach der alles in einem
Zeichensystem Ausgewählte von signifikanter Bedeu-
tung ist, erlaubt es gleichfalls, die nicht ausgewählten
Daten bei der Analyse zu berücksichtigen. Kaum prä-
sent – eine Ausnahme bildet hier etwa das ZDF Spezial
vom 17. März 202025 – ist die medizinische, also die
virologisch-epidemiologische Perspektive. Lediglich
die Frage nach Impfstoffen und Medikamenten wird
verhandelt, die aber wiederum nur vor dem Hinter-
grund möglicher Lockerungen der politischen Maß-
nahmen gestellt wird, nicht aus einer medizinischen
Perspektive.
Prominent ist als Leerstelle aber vor allem eine tiefer-
gehende Kritik an den von der Politik getroffenen
Maßnahmen zu nennen. Keinesfalls ist damit den Son-
dersendungen automatisch eine Staatshörigkeit zu un-
terstellen, werden doch auch kritische Fragen gestellt.
Wenn die ModeratorInnen die Frage nach der Verhält-
nismäßigkeit der Maßnahmen im Zusammenhang mit
der Einschränkung der Grundrechte stellen, so sind
diese Fragen jedoch im Prinzip als rhetorische Fragen
zu verstehen, deren Beantwortung (von PolitikerInnen
einerseits und innerhalb redaktioneller Berichte ande-
rerseits) die ideologische Marschrichtung der Politik
konsolidiert.26
Was den Sendungen auf der Grundlage der Analyse
der Weltmodelle in jedem Fall attestiert werden muss,
ist, dass ihnen aufgrund sowohl ihrer dramaturgischen
Struktur als auch ihrer Bildauswahl eine Tendenz zur
Redundanz und damit vor allem zur Krisenerhaltung
inhärent ist. Jedes medial vermittelte Weltmodell in-

stalliert Semantiken, Werte und Ideologien, und in
diesem Zusammenhang ist eine Strategie der Krisener-
haltung unter den gegebenen Umständen eine nicht
wirklich geeignete. Die Krise als Wert an sich ist nicht
in der Lage, eine problematische gesellschaftliche Situ-
ation in den Griff zu bekommen, eher bewirkt sie das
Gegenteil, sie verengt den Blick auf alles, was jenseits
der Krise liegt, und seien es auch nur andere Krisen.
PD Dr. Dennis Gräf
Privatdozent am Lehrstuhl für Neu-
ere deutsche Literaturwissenscha
der Universität Passau;
Kooptierter am DFG-Graduierten-
kolleg »Privatheit und Digitalisie-
rung«
Dr. Martin Hennig
Postdoc am DFG-Graduiertenkolleg
»Privatheit und Digitalisierung«

Endnoten
1 ) Zur methodologischen Perspektive unseres Beitrags siehe Gräf, Dennis et al.: Filmsemiotik. Eine Einführung in
die Analyse audiovisueller Formate. Marburg: Schüren 2017; Krah, Hans/Titzmann, Michael (Hg.): Medien und
Kommunikation. Eine Einführung aus semiotischer Perspektive. Passau: Ralf Schuster 2017; Hennig, Martin: Spiel-
räume als Weltentwürfe. Kultursemiotik des Videospiels. Marburg: Schüren 2017.
2 ) In unserem Beitrag fokussieren wir die Sendungen in der ›Hochphase‹ der Krise von Mitte März bis Mitte Mai.
3 )Als ›Krise‹ wollen wir all jene Aspekte der untersuchten Formate fassen, die als Abweichung gegenüber einer
konventionellen Ordnung inszeniert sind.
4 ) Vgl. ARD Extra - Die Corona-Lage - Die Coronalage vom 07.05.2020, Min. 04:32, online: https://www.youtube.
com/watch?v=Iu7O9rhIyfM (13.08.2020).
5 ) Vgl. ARD Extra - Die Corona-Lage vom 25.03.2020, ab Min. 08:56, online: https://www.youtube.com/
watch?v=vUd-H4aaKTM (13.08.2020).
6 ) Vgl. ARD Extra vom 16.04.2020, online: https://www.youtube.com/watch?v=8ou8gcnakW4 (13.08.2020).
7 ) Vgl. ARD Extra - Die Corona-Lage vom 25.03.2020, Min. 11:18, (s. Anm. 5)
8 ) Vgl. ARD Extra - Die Corona-Lage vom 30.04.2020, Min. 11:28, online: https://www.youtube.com/
watch?v=KD2busSyi7A (13.08.2020).
9 ) Vgl. ARD Extra - Die Corona-Lage vom 25.03.2020, ab Min. 2:52 (s. Anm. 5).
10 ) Dass etwa die Abmoderation vom ARD Extra - Die Corona-Lage vom 16.04.2020 mit den Worten »Bleiben Sie
optimistisch« (30:12) schließt, hat vor diesem Hintergrund durchaus ironischen Charakter, online: http://wdrmedi-
en-a.akamaihd.net/medp/ondemand/weltweit/fsk0/213/2137305/2137305_26727737.mp4 (14.08.2020).
11 ) Vgl. das Segment »Bilder des Ausnahmezustandes« im ARD Extra - Die Corona-Lage vom 07.05.2020 (s. Anm.
4).
12 ) Vgl. ARD Extra - Die Corona-Lage vom 29.04.2020, online: https://www.youtube.com/watch?v=5Kng1fd-EvM
(13.08.2020).
13 ) Vgl. ARD Extra - Die Corona-Lage vom 28.04.2020, online: https://www.youtube.com/watch?v=pWa4eoDf4dY
(13.08.2020).
14 ) So wird im ARD Extra - Die Corona-Lage vom 24.04.2020 [online: https://www.youtube.com/watch?v=Fmar4-
Kihz0 (13.08.2020)] anhand von teilweise wieder offenen Geschäften von einer Moderatorin beim Interview speku-
liert, inwieweit eine zweite Welle der Epidemie drohe und nun die Öffnungen zu Problemen führen könnten, dann
auch wieder härtere Maßnahmen durchzusetzen. Ähnlich im ARD Extra - Die Corona-Lage vom 27.04.2020, online:
https://www.youtube.com/watch?v=uTLnsJH05xU (13.08.2020).
15 ) Als im ARD Extra - Die Corona-Lage vom 29.04.2020 (s. Anm. 12) ein Bericht über ›Panikmache‹ versendet
wird, aufgrund derer hilfsbedürftige PatientInnen nicht mehr in Krankenhäuser kämen, um notwendige Behand-
lungen durchführen zu lassen, bleibt diese Vorlage zur Selbstreflexion angesichts einer möglichen Mitwirkung der
Medien an diesem ›Angstgefühl‹ leider ungenutzt.
16 ) Vgl. ARD Extra - Die Corona-Lage vom 29.04.2020 (s. Anm. 12).
17 ) Diese Fortsetzungslogik und das komplementäre Verhältnis der Beiträge im übergeordneten Argumentations-
muster wird etwa im ARD Extra - Die Corona-Lage vom 23.04.2020 anschaulich: In einem Beitrag (ab Min. 07:06)
wird das Finanzdefizit der Länder angesprochen; die Lösung: der Bund soll helfen. Dem folgt jedoch direkt ein Bei-
trag zur Bundesebene, in dem prognostiziert ist, dass aufgrund europäischer Solidaritätsverpflichtungen kein Geld
mehr für die Länder zur Verfügung stehe. Die Pointe besteht auch hier redundant in der scheinbaren Unlösbarkeit
der Krisensituation, online: https://www.youtube.com/watch?v=LNoXkOe7aTM (13.08.2020).
18 ) Vgl. ZDF Spezial vom 17.03.2020, Min. 51:45, online: https://rodlzdf-a.akamaihd.net/none/
zdf/20/03/200317_2030_clip_1_spz/2/200317_2030_clip_1_spz_2360k_p35v15.mp4 (13.08.2020).
19 ) Vgl. ARD Extra - Die Corona-Lage vom 07.05.2020 (s. Anm. 4).
20 ) Abweichungen vom Leistungsideal werden demgegenüber vor allem mit der Erkrankung selbst, etwa im Sinne
einer durchlittenen Krise und einer daraus entspringenden, ›neuen‹ Weltsicht im Sinne einer Wertschätzung des
Alltags verknüpft. Vgl. etwa die Genesungsgeschichte eines Corona-Erkrankten im ARD Extra - Die Corona-Lage
vom 30.04.2020, ab Min. 18:33 (s. Anm. 8).
21 ) Vgl. ZDF Spezial vom 04.04.2020, online: https://rodlzdf-a.akamaihd.net/none/zdf/20/04/200404_1920_sen-
dung_spz/3/200404_1920_sendung_spz_2360k_p35v15.mp4 (13.08.2020).
22 ) Siehe zum Beispiel das ZDF Spezial vom 28.03.2020, Min. 00:30ff. und Min. 07:35ff., online: https://rodlzdf-a.
akamaihd.net/none/zdf/20/03/200328_1920_sendung_wirkung_spz/3/200328_1920_sendung_wirkung_spz_2360k_

p35v15.mp4 (13.08.2020).
23 ) Vgl. ZDF Spezial vom 21.04.2020, online: https://rodlzdf-a.akamaihd.net/none/zdf/20/04/200421_alltag_
spz/3/200421_alltag_spz_2360k_p35v15.mp4 (13.08.2020).
24 ) Vgl. ZDF Spezial vom 21.04.2020, Min. 07:00 (s. Anm. 23).
25 ) Für diese Sendung ist allerdings zu betonen, dass es ihr keinesfalls nur um eine nüchterne und sachbezogene
Darstellung geht, vielmehr wird hier massiv Gebrauch von der bereits beschriebenen, quasi-dystopischen
Darstellungsweise gemacht.
26 ) Siehe hier zusätzlich zu den bisherigen Beispielen etwa das ZDF Spezial vom 20.03.2020, Min. 10:15, online:
https://rodlzdf-a.akamaihd.net/none/zdf/20/03/200320_1930_sendung_spz/3/200320_1930_sendung_spz_2360k_
p35v15.mp4 (13.08.2020); vom 21.03.2020, Min. 08:45 und Min. 23:40, online: https://rodlzdf-a.akamaihd.net/none/
zdf/20/03/200321_spezial_spz/3/200321_spezial_spz_2360k_p35v15.mp4 (13.08.2020); vom 21.04.2020, Min. 07:55,
online: https://rodlzdf-a.akamaihd.net/none/zdf/20/04/200421_alltag_spz/3/200421_alltag_spz_2360k_p35v15.mp4
(13.08.2020); vom 30.04.2020, Min. 04:30, online: https://rodlzdf-a.akamaihd.net/none/zdf/20/04/200430_1925_
sendung_spz/1/200430_1925_sendung_spz_2360k_p35v15.mp4 (13.08.2020).
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Extra -Die Corona-Lage vom 30.04.2020, Min
  • Vgl
  • Ard
Vgl. ARD Extra -Die Corona-Lage vom 30.04.2020, Min. 11:28, online: https://www.youtube.com/ watch?v=KD2busSyi7A (13.08.2020).
Extra -Die Corona-Lage vom 29.04.2020 (s. Anm. 12)
  • Vgl
  • Ard
Vgl. ARD Extra -Die Corona-Lage vom 29.04.2020 (s. Anm. 12).
Extra -Die Corona-Lage vom 07.05.2020 (s. Anm. 4)
  • Vgl
  • Ard
Vgl. ARD Extra -Die Corona-Lage vom 07.05.2020 (s. Anm. 4).