ChapterPDF Available

"Die nicht wissen, wo sie hingehören". Jugendliche Identitätsbildung im Kontext von Ethnisierung

Abstract

Über Jugend im Kontext von Identitätsbildung und dies unter dem Aspekt von Ethnisierung zu reflektieren, heißt, ein mehrfach brüchiges Terrain zu betreten, das zugleich von diskursiv verfestigten und verfestigenden Strukturen durchwirkt ist. Die Begriffe und ihre Subjekte ebenso wie die Gegenstände dahinter sind flüchtig: Was ist Jugend, wann beginnt sie, wann endet sie, wie definiert sie sich, in welchen Lebensstilen und an welchen Lebensnotwendigkeiten performiert sie sich? Die Entgrenzung von Jugend (vgl. Böhnisch 2008, S. 30) sowohl in einer zeitlich-biographischen als auch in einer sozioökonomischen Dimension ist sozial-und kulturwissenschaftlicher Standard geworden (vgl. u.a. Sander/Vollbrecht 2000; Milmeister/Willems 2007), jugendlicher Habitus wird mittlerweile im Plural und entkoppelt von einer präzise bestimmbaren Altersphase betrachtet. Dieser Beitrag lotet jugendliche Positionierungen in einem weiteren problematischen Kontext aus, jenem der Identitätsbildung im Spannungsfeld zwischen Individualität und Ethnisierung.
A preview of the PDF is not available
ResearchGate has not been able to resolve any citations for this publication.
Book
Unter welchen Bedingungen wurde die »Frage der Identität« zu einer akzeptablen - mehr noch: dominanten - Problematisierungsweise sozialer Phänomene? In der diskursanalytischen Untersuchung wird die sozialwissenschaftliche Prägung der Begriffe Identität und Selbst in den Arbeiten von George H. Mead, Erik H. Erikson und Erving Goffman in Zusammenhang mit wissenschaftsgeschichtlichen Entwicklungen und sozialen Bewegungsdiskursen in den USA rekonsturiert. Die Studie ist ein Beitrag zur Geschichte der Soziologie und zu den Gender Studies. Sie verankert feministische, queer und postkoloniale Theorien in Geschichte und Theorie der Sozialwissenschaften und präsentiert Diskursanalyse als ein wissenschaftsgeschichtliches Instrument.
Chapter
Bildung ist noch immer ein zentraler Begriff der Erziehungswissenschaft. Unbeschadet zahlreicher Kritiken und vieler Versuche, ihn durch andere Termini zu ersetzen, besteht auch unter Vertretern sonst ganz unterschiedlicher Auffassungen weitgehend Einigkeit darüber, dass der Bildungsbegriff als systematischer Ort der Reflexion über Begründung und Kritik pädagogischen Handelns unverzichtbar ist (vgl. zum Beispiel Klafki 1994: 43f.; Ruhloff 1991). Traditionellerweise ist dieser Terminus eng mit einem emphatischen Begriff von Subjektivität verknüpft, sofern Bildung nicht nur als jener Prozess verstanden wird, „in dem eine als wünschenswert ausgegebene Persönlichkeitsstruktur hervorgebracht werden soll“ (Menze 1983: 350), sondern dabei — etwa im Gegensatz zum Begriff der Erziehung — statt der Einwirkung von außen vor allem die Selbstbestimmung des sich bildenden Subjekts im Mittelpunkt steht. Gerade diese Vorstellung des Subjekts als einer ihrer selbst bewussten souveränen Instanz aber ist es, die eine der Hauptzielscheiben poststrukturalistischer Kritik ausmacht (vgl. Frank 1983: 243ff.). Angesichts dessen stellt sich die Frage, welche Konsequenzen aus der poststrukturalistischen Kritik des Subjektbegriffs für die Bildungstheorie zu ziehen wären.
Culture's In-Between
  • Homi K Bhabha
Bhabha, Homi K. (1996): Culture's In-Between. In Hall, Stuart/Du Gay, Paul (Hrsg.): Question of Cultural Identity. Landon/Thausand Oaks/New Delhi: Sage Publications. S. 53-60.
Orientierungs-und Handlungsformen lebensweltlich mehrsprachiger 12-14-jähriger Schüler und Schülerinnen an Südtirols einsprachigen Schulen. Erfahrungsberichte über den Balanceakt zwischen sozial-plurilokaler, mehrsprachiger Subjektpositionierung und monolingualer Habitualisierung. Dissertation
  • Irene Cennamo
Cennamo, Irene (2013): Doing Difference im Schulalltag. Orientierungs-und Handlungsformen lebensweltlich mehrsprachiger 12-14-jähriger Schüler und Schülerinnen an Südtirols einsprachigen Schulen. Erfahrungsberichte über den Balanceakt zwischen sozial-plurilokaler, mehrsprachiger Subjektpositionierung und monolingualer Habitualisierung. Dissertation. Bozen/Brixen: Freie Universität Bozen, Fakultät für Bildungswissenschaften.
Die Geschichte des modernen Subjekts. Michel Foucault und Norbert Elias im Vergleich
  • Claus Dahlmanns
Dahlmanns, Claus (2008): Die Geschichte des modernen Subjekts. Michel Foucault und Norbert Elias im Vergleich. Münster-New York-München-Berlin: Waxmann.
Identitätsverlust hält bei Schützen Einzug
  • Ein Tirol
Ein Tirol (2013): "Identitätsverlust hält bei Schützen Einzug", 28.11.2013. https://www.facebook.com/eintirol/posts/der-identit%C3%A4tsverlust-h%C3%A4lt-auchbei/598587096857596/ (Abfrage 20.9.2018).
Die Austreibung des Anderen: Gesellschaft, Wahrnehmung und Kommunikation heute
  • Byung-Chul Han
Han, Byung-Chul (2016): Die Austreibung des Anderen: Gesellschaft, Wahrnehmung und Kommunikation heute. Frankfurt a. M.: Fischer.
Tirol -Notizen einer Reise durch die Landeseinheit
  • Hans Peterlini
  • Karl
Peterlini, Hans Karl (2008): Tirol -Notizen einer Reise durch die Landeseinheit. Innsbruck-Wien: Haymon.
  • Hans Peterlini
  • Karl
Peterlini, Hans Karl (2015): Lernen und Macht. Prozesse der Bildung zwischen Autonomie und Abhängigkeit. Erfahrungsorientierte Bildungsforschung Bd. 1. Innsbruck-Wien-Bozen: Studienverlag.