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Systemische Beratung im Medienzeitalter - Anforderungen und Kompetenzen

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Abstract

- Kompetenzprofile für digital Beratende - Konsequenzen für die Fort- und Weiterbildung - Der digitale Wandel als Thema in der Beratung
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Systemische Beratung im Medienzeitalter
– Anforderungen und Kompetenzen
Praxis-Workshop auf dem DGSF-Fachtag zu Fort- und Weiterbildungs-
fragen: Systemische Praxis und Lehre im digitalen Wandel!?
8. April 2019, Karlsruhe
Prof. Dr. Martina Hörmann
Hochschule für Soziale Arbeit
Fachhochschule Nordwestschweiz, Olten (CH)
Institut Beratung, Coaching und Sozialmanagement
©marigold_88/iStock/Getty Images Plus/Get ty Images
Konsequenzen
für die
Fort- und
Weiterbildung
DGSF-Fachtag Systemische Praxis und Lehre im digitalen Wandel!? Praxis-Workshop Hörmann 8.4.2019 2
Übersicht Workshopthemen
Kompetenz-
profile für
digital
Beratende
Der digitale
Wandel als
Thema in der
Beratung
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DGSF-Fachtag Systemische Praxis und Lehre im digitalen Wandel!? Praxis-Workshop Hörmann 8.4.2019 3
Beispiel Blended Counseling-Fallverlauf
(vgl. Hörmann et al. 2019)
Kontext Suchtberatung
Kombination von zwei kommunikativen Settings: Face-to-Face, Messengerberatung
mittels Threema)
Zusätzliche Kontaktmöglichkeiten
Klientin kann nur schwer Vor-
Ort-Termine wahrnehmen
Telefonischer Kontakt war
geplant aber nicht realisierbar
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Kompetenzprofile für digital Beratende
Deutschsprachige Gesellschaft für Onlineberatung (DGOB)
– wer wird aufgenommen? (https://dg-onlineberatung.de/zertifizierung/)
a) Nachweis einer abgeschlossenen Hochschulausbildung im Bereich
Pädagogik, Psychologie, Sozialarbeit, Theologie oder einer vergleichbaren
Ausbildung im Feld,
b) Nachweis einer abgeschlossenen anerkannten Beratungs- oder Therapie-
ausbildung oder mindestens fünf Jahre Berufserfahrung in psychosozialer
Beratung,
c) Nachweis einer erfolgreich absolvierten Weiterbildung in Online-Beratung.
Einer Weiterbildung vergleichbare Berufserfahrungen in psychosozialer
Online-Beratung werden vom Vorstand geprüft und können anerkannt werden.
Wer bildet aus? (https://dg-onlineberatung.de/fortbildung_trainings/)
Zertifikatskurse von vier Fortbildungsinstituten, die sich den geltenden DGOB-
Standards verpflichtet sehen.
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Kompetenzprofile für digital Beratende: Beispiel 1
Beispiel einer DGOB-zertifizierten Weiterbildung
Kenntnis der Besonderheiten der digitalen Kommunikation
Fähigkeit zur bedarfsgerechten Onlinekommunikation
Lese-und Schreibkompetenz
Fähigkeit zum Umgang mit den Instrumenten der Online-Beratung
Fähigkeit zur Gestaltung eines Beratungsprozesses online
Fähigkeit zur Krisenintervention
Technische Kompetenz im Umgang mit Beratungssoftware
Datenschutz und Datenspeicherung
Kenntnis sicherheitsrelevanter Bereiche der Online-Beratung
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Kompetenzprofile für digital Beratende: Beispiel 2
Qualitätsstandards Onlineinterventionen Fachpersonen Beratung (FSP
2017) - Spezifische Kompetenzen
Studium (in Psychologie) auf Masterstufe
Psychologische und kommunikative Skills (Auswahl)
Indikation und Kontraindikation für eine Onlineberatung abschätzen können
Zuversicht und Compliance von der hilfesuchenden Person herstellen
können
in der Lage sein gegebenenfalls das Medium im Beratungsverlauf zu
wechseln
Beziehungsgestaltung: trotz Anonymität eine Verbindung und Empathie
herstellen und das Commitment der hilfesuchenden Person aufrecht
erhalten können
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Kompetenzprofile für digital Beratende: Beispiel 2
Qualitätsstandards Onlineinterventionen Fachpersonen Beratung
Spezifische Kompetenzen
Technik
Aktuelles Basiswissen über IT-Hard und Software, Anwenderwissen über
aktuelle mediale Kommunikationsformen
Geschwindigkeit im Schreiben als wichtige technische Kompetenz bei
synchronen Formen der Onlineberatung (Chat)
Datenschutz und Sicherheitskompetenzen
Konzepte medienbasierter Beratung
kennen Theorien und Modelle der computervermittelten Kommunikation und
sind fähig diese Theorien und Modelle in der Praxis zu berücksichtigen
Lesen und Schreiben
Qualitätsentwicklung
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Exkurs: Definition Blended Counseling
umfasst die systematische,
konzeptionell fundierte,
passgenaue Kombination
verschiedener digitaler und
analoger Kommunikationskanäle
in der Beratung
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von der
Face-to-
Face-
Beratung
durch den
Einbezug
von F2F
durch den
Einbezug
digitaler
Medien
von der
Online-
beratung
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Blended
Counseling
Exkurs: Ausgangspunkte für Blended Counseling
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Klientinnen
und Klienten
Beratungsprozess Organisation
Exkurs: Relevante Dimensionen für Blended Counseling
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Exkurs: Dreidimensionales Blended Counseling-Modell
(vgl. Hörmann et al. 2019)
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Kompetenzprofile für digital Beratende: Beispiel 3
Dimension 2 Blended Counseling-Modell
(Hörmann et al. 2019)
Medienkompetenz
Beraterin / Berater
Medienaffinität
Beraterin / Berater
Beratungs-
konzept
Flexibilität
Schriftliche
Ausdrucksfähigkeit
Passung Ziele
Beratungsprozesse / BC
Passung Tools /
Klient/in
Passung Medienwahl/
Beratungsverlauf
Zeitressourcen
Datenschutz-
kompetenz
Qualität der
Beratungsbeziehung
Beratungsfachliche
Dimension
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Kompetenzprofile für digital Beratende: Beispiel 3
Beraterische Kompetenzen in digitale Settings transferieren können
- Qualität der Beratungsbeziehung auch in digitalen Settings (aufbauen bzw.)
aufrechterhalten können
- prozessorientiert systemisch beraten
Medienkompetenz
- Vor- und Nachteile der jeweiligen Kommunikationskanäle kennen
- Kommunikationskanäle im Beratungsprozess einsetzen können
Medienreflexivität
- eigene Medienbiographie
- eigene Medienaffintät
Prozesskompetenz im Blended Counseling
- Passung Ziele des Beratungsprozesses und Medienwahl
- Passung Toolauswahl und Anliegen / Medienkompetenz Klient/ Klientin
- Passung Medienwahl im Beratungsverlauf
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Kompetenzprofile für digital Beratende: Beispiel 3
Schriftliche Ausdrucksfähigkeit
Datenschutzkompetenz
Technikkompetenz
Personale Kompetenzen:
- Flexibilität
- Offenheit für Neues
Organisationale Rahmenbedingungen:
- Beratungskonzept thematisiert auch digitale Settings
- ausreichend Zeitressourcen
- …. (vgl. organisationale Dimension des Blended Counseling-Modells)
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Beispiel Blended Counseling-Fallverlauf
(vgl. Hörmann et al. 2019)
Kontext Suchtberatung
Kombination von drei kommunikativen Settings (Face-to-Face, E-Mailberatung
mittels ProtonMail, Telefon)
Intensivierung des
Beratungsprozesses
geplante
Beratungskontakte
Nutzung einer
zusätzlichen
Kontaktmöglichkeit
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Aktuelle Dokumente
Verfügbar unter www.blended-counseling.ch
Checkliste
Datenschutz
FactSheet und
Datenschutz-
nachweis
ProtonMail
FactSheet und
Datenschutz-
nachweis
Threema
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Exkurs: Anforderungen an Tools für Blended Counseling
Usability
«entscheidendes Qualitätsmerkmal für die mobile Mensch-Computer-
Interaktion (…) die umso grösser ist, je mehr Personen mit der jeweiligen
mobilen Computertechnik eine Aufgabe erledigen können und je zufriedener
die Nutzer mit der Nutzungserfahrung sind» (Batinic / Appel 2008: 223)
Blended Counseling: Tools sollten an der Lebenswelt der (potenziellen)
Klientinnen und Klienten andocken
Datenschutz
Gewährleistung derselben hohen Standards an Fachlichkeit und
Vertraulichkeit wie im F2F-Beratungskontakt
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Lösungsansatz I: datenschutzkonforme Tools nutzen
Sicherheitstechnische Aspekte
Verschlüsselung der gespeicherten Inhalte
• Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
Offener Quellcode der Software überprüfbar
Server-Standort in der Schweiz (oder in Deutschland)
anonymer Account möglich
Transparentes vertragliches Dreiecksverhältnis
(Folie von D. Tschopp)
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ProtonMail
Apps für Android und iOS, webbasiert
Freemium (kostenlose Basisfunktionen, kostenpflichtige Zusatzfunktionen)
Aus der Schweiz
https://protonmail.com
(Folie von D. Tschopp)
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ProtonMail (Web, Mobile, Android)
(Folie von D. Tschopp)
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Threema - Messenger
(Folie von D. Tschopp
)
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Lösungsansatz II: Accountsysteme oder Plattformlösungen nutzen
Spezifische Systeme für den Beratungs- oder Coachingkontext,
Klientinnen und Klienten legen sich dort einen Account an
Beratungskorrespondenz wird zentral auf einem Server gespeichert,
Zugriff über verschlüsselte Verbindung
(Folie von D. Tschopp)
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Tools aus dem Coaching-Bereich – CAI World
Textbasiertes, interaktives Tool für den Coach-Klient-Dialog (Geissler, 2016)
Kommunikationsmedien:
Text-Chat, Audio- und Videochat
Desktop Sharing
Tools:
Whiteboard, Soziogramm, Aufstellungen, Bildergalerie, Inneres Team,
Ressourcenbaum, Präsentation
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Tools aus dem Coaching-Bereich – CAI World
(Folie von D. Tschopp)
Quelle: ht tps://www.cai -world.com/c oaching-tools
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Tools aus dem Coaching-Bereich – CAI World
(Folie von D. Tschopp)
Quelle: ht tps://www.cai -world.com/c oaching-tools
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Tools aus dem Coaching-Bereich – Pro Real
https://www.proreal.world/
(Folie von D. Tschopp)
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Konsequenzen für die Fort- und Weiterbildung
Digitale Beratung als unverzichtbares Thema in der Fort- und Weiterbildung
Wissen
zu
Chancen und Risiken digitaler Beratung
Formen digitaler Beratung
Grundlegenden Aspekte des Datenschutzes
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Konsequenzen für die Fort- und Weiterbildung
Erwerb von Kompetenzen für die digitale Beratung
aufbauend auf eine grundständige Beratungsweiterbildung
integriert in eine grundständige Beratungsweiterbildung
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Beispiel MAS Systemisch-lösungsorientierte Kurzzeitberatung und -therapie
CAS
BeraterischesHandeln–
systemisc h‐
lösungsorientiertin
herausfordernden
Kontexten
CAS
Systemisc h‐
lösungsorientierte
Kurzzeitberatung
advanced
Wahl‐ CAS
mitberaterischem
Schwerpunktauseinem
anderen
MASProgramm
CAS
Grundlagendersystemisch‐
lösungsorientiertenKurzzeitberatung
(Pflicht)
CAS
Prozessintegration
undMASThesis
(Pflicht)
2Wahl‐Pflicht‐CAS
à15ECTS
Seit1997
InKooperationmitdemNIKBremen
modularaufgebaut
anerkanntdurchsystemis
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Curriculare Verortung in der Weiterbildung
Derzeitige Einbettung des Themas an zwei verschiedenen Stellen
1. CAS Grundlagen der systemisch-lösungsorientierten Kurzzeitberatung
Kursmodul 4 Kritische Reflexion
2. Frankfurter Erklärung zur Beratung:
Punkt 4: Beratung verfügt im Internet über neue Settings
ca. 2 UE
2. CAS Beraterisches Handeln – systemisch-lösungsorientiert in
herausfordernden Kontexten
dreitägiges Kursmodul: Jenseits von Face-to-face in der systemisch-
lösungsorientierten Beratung (24 UE)
Zusätzlich: Gastplätze (Ausschreibung als Fachseminar)
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Curriculum: Ziele
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Curriculum: Methoden
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Rückmeldungen (Auszug Evaluationsbögen)
Was nehmen Sie persönlich mit?
Nach Skepsis bin ich offener / sensibler geworden für das Thema.
Bin neugierig aufs Telefonieren, was höre ich alles! Brauchen wir auf
unserer Stelle mehr Strukturen für Mail + Telefonantworten?
Die anderen Sinne (neben dem visuellen) vermehrt beachten &
einsetzen.
Bewusstsein über weitere Kommunikationskanäle hat sich erhöht.
Erweiterung des persönlichen Denkmusters betr. neuer
Beratungsformen.
Konnte meine eher negative Haltung ablegen. Freue mich zu
experimentieren.
•()
Überlegungen Weiterentwicklung
CAS
BeraterischesHandeln–
systemisc h‐
lösungsorientiertin
herausfordernden
Kontexten
CAS
Systemisc h‐
lösungsorientierte
Kurzzeitberatung
advanced
Fachkurs
DigitaleBeratung
ca.10‐12Tage
CAS
Grundlagendersystemisch‐
lösungsorientiertenKurzzeitberatung
(Pflicht)
CAS
Prozessintegration
undMASThesis
(Pflicht)
DigitaleBeratungals
anrechenbarerWahl‐Bestandteil
desMAS‐Programms
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+XXX
2Wahl‐Pflicht‐CAS
à15ECTS
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Fazit 1
Vielfalt von Weiterbildungsprodukten notwendig:
Fachseminare zum Einstieg
reinschnuppern
annähern
Zertifizierte Weiterbildungen
für erfahrene
Beratende
on top
integrierte
Modelle
DGSF-Fachtag Systemische Praxis und Lehre im digitalen Wandel!? Praxis-Workshop Hörmann 8.4.2019 36
Fazit 2
Diskurs in den Verbänden notwendig
Wissen über digitale Beratung als integrierter Mindeststandard einer
systemischen Beratungsweiterbildung?
Wieviel Können als Mindeststandard?
Kompetenzen für digitale Beratung verpflichtend oder fakultativ?
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Der digitale Wandel als Thema in der Beratung
Mögliche Themenbereiche
Kontext Gesundheit: Stressthemen
- aufgrund der digitalen Beschleunigung
- Angst vor Arbeitsplatzverlust
Kontext Familie: neue Konflikte (vgl. Wenzel 2017)
„alte Themen in neuem Gewand“
Kontext Arbeit und Arbeitsmarkt: der digitale Wandel und seine Folgen
- Veränderungen der Arbeitswelt
- Veränderungen der Anforderungsprofile
DGSF-Fachtag Systemische Praxis und Lehre im digitalen Wandel!? Praxis-Workshop Hörmann 8.4.2019 38
Der digitale Wandel als Thema in der Beratung
Was könnte hilfreich sein aus der Sicht systemischer Beratung?
Das Anliegen im besten Sinne systemisch bearbeiten
verschiedene Perspektiven einnehmen (Bsp. Familienberatung)
entschleunigen
Mit Blick auf die generischen Prinzipien (Schiepek) umfasst dies insbesondere:
Stabilitätsbedingungen schaffen
Energetisierungen ermöglichen
Fluktuationsverstärkungen anregen
Re-Stabilisierung gewährleisten
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DGSF-Fachtag Systemische Praxis und Lehre im digitalen Wandel!? Praxis-Workshop Hörmann 8.4.2019 39
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Kontakt: martina.hoermann@fhnw.ch
www.blended-counseling.ch
www.systemisch-lösungsorientiert-beraten.ch
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Literatur
Batinic, B.; Appel, M. (Hrsg.): Medienpsychologie. Heidelberg 2008
Flammer, Patricia/Hörmann, Martina (2018). Flexibel und passgenau beraten – Blended Counseling. In: ZESO
Zeitschrift für Sozialhilfe. 3/18, S. 16-18.
FSP (Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen) (2017). Qualitätsstandards
Onlineinterventionen für Fachpersonen Beratung. Bern. URL
https://www.psychologie.ch/fileadmin/user_upload/dokumente/politik_recht/politik/online/standards_online-
interventionen_beratung_de.pdf [Zugriffsdatum: 21. Dezember 2018].
Hörmann, Martina (2018). Blended Counseling. Mediennutzung und Potenzialeinschätzung in Handlungsfeldern
der Sozialen Arbeit. In : Soziale Arbeit, Juni 2018, S.202-209.
Hörmann, Martina/Aeberhardt, Dania/Flammer, Patricia/Tanner, Alexandra/Tschopp, Dominik/Wenzel, Joachim
(2019). Face-to-Face und mehr – neue Modelle für Mediennutzung in der Beratung. Schlussbericht zum Projekt.
Olten: FHNW. http://www.blended-
counseling.ch/forschung_entwicklung/2019_Face_to_Face_und_mehr_Schlussbericht_FHNW.pdf
Weiß, Stefanie/Engelhardt, Emily. (2012). Blended Counseling – Neue Herausforderungen für BeraterInnen (und
Ratsuchende). In: e-beratungsjournal.net. Fachzeitschrift für Onlineberatung und computervermittelte
Kommunikation, 8. Jahrgang, Heft 1, Artikel 5, April 2012.
Wenzel, Joachim (2013). Neue Medien verändern die Beratungslandschaft nachhaltig. In: Zeitschrift für
systemische Therapie und Beratung 31 (3), S. 105-110.
Wenzel, Joachim (2015). Mythos Unmittelbarkeit im Face-to-Face-Kontakt - Weiterentwicklung von Beratung und
Therapie durch gezielte methodische Nutzung der Medien. In: e-beratungsjournal.net. Fachzeitschrift für
Onlineberatung und computervermittelte Kommunikation
. 11. Jahrgang, Heft 1, Artikel 5, April 2015.
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Article
Full-text available
Digitale Medien haben die Alltagskommunikation vieler Menschen verändert. Dies wirkt sich auch auf die Soziale Arbeit als Ganzes sowie auf Beratungsangebote in der Sozialen Arbeit aus. Neben langjährig bewährten Angebotsformen haben sich in den letzten beiden ahrzehnten zunehmend auch 0nlineberatungsangebote etabliert. Noch weitgehend Neuland ist das sogenannte Blended Counseling. Dieses weist auch für Soziale Dienste Potenzial auf wie Ergebnisse einer Vorstudie zeigen.
Article
Full-text available
Der digitale Wandel hat neue Kommunikationsformen eröffnet und damit die bera-terischen Möglichkeiten erweitert. Wie lässt sich Face-to-Face-Beratung (F2F) mit digitalen Medien zu einem Blended Counseling verbinden? Basierend auf den Er-gebnissen von zehn explorativen Interviews zeigt der Beitrag wie Fachpersonen aus der Schulsozialarbeit, einem Sozialdienst sowie Sucht- und Jugendbera-tungsstellen in der Schweiz digitale Medien in der Beratung nutzen und das Potenzial von Blended Counseling einschätzen
Neue Medien verändern die Beratungslandschaft nachhaltig
  • Joachim Wenzel
Wenzel, Joachim (2013). Neue Medien verändern die Beratungslandschaft nachhaltig. In: Zeitschrift für systemische Therapie und Beratung 31 (3), S. 105-110.