Book

Das Tier an sich. Disziplinenübergreifende Perspektiven für neue Wege im wissenschaftsbasierten Tierschutz (Herausgeberwerk)

Authors:
  • Veterinary University Vienna, Medical University of Vienna, and University of Vienna, Austria

Abstract

Es gehört mittlerweile zu unserer Alltagsmoral, dass zumindest jene Tiere, die uns etwas angehen, zu schützen sind. Auf der Grundlage dieses auch gesetzlich verankerten Common Sense ist die Auseinandersetzung mit der konkreten Verantwortung gegenüber Tieren in eine neue Phase gelangt: Stilprägend in der Tierschutzdebatte waren bislang Prinzipien, welche die Vermeidung von Leid, Schmerzen und Schäden zum Ziel hatten. Gegenwärtig rücken jedoch zudem Begriffe wie »Würde der Tiere«, »Mitgeschöpflichkeit«, »Integrität« und »Tierrechte« in den Vordergrund, womit sich Tierschutz nicht allein am biologischen Organismus ausrichtet. Ziel dieses Buches ist es, Bezugspunkte des verantwortlichen Umganges mit Tieren aufzuzeigen und aus der Sicht relevanter wissenschaftlicher Disziplinen systematisch zusammenzustellen.Nach »Gefährten – Konkurrenten – Verwandte« von Carola Otterstedt und Michael Rosenberger entwickelt dieses Werk die Grundlagen für die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Bereich der Mensch-Tier-Beziehung und des Tierschutzes weiter und identifiziert vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen neue Forschungsfelder.
Chapter
Als Begleittiere können die Tiere aufgefasst werden, die im Unterschied zum Heimtier (s. Kap. 40) eine bestimmte Funktion für den Menschen erfüllen und zumindest auch dieser Funktion wegen gehalten werden; von Nutztieren sind sie dadurch unterschieden, dass dieser Nutzen nicht auf einen materiellen Ertrag (Fleisch, Wolle, Eier etc.) ihres Körpers abzielt (s. Kap. 43). Für die meisten Begleittiere lässt sich dieser Nutzen im weitesten Sinn als eine Form von ›Arbeit‹ verstehen. Mit dem Begriff ›Begleittier‹ »soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass [...] bestimmte Tiere über ihre Heimtiereigenschaft hinaus noch eine wichtige Rolle als Begleiter bei beruflichen Aktivitäten, als Helfer und in der Freizeit spielen [...]. Wichtige Beispiele [...] sind Wach-, Spür- und Rettungshunde, Blindenführhunde sowie Jagdhunde« (Methling/Unshelm 2002, 1). Tiere finden sich in einer großen Vielfalt solcher ›helfenden‹ Funktionen, die sie in der Lebenswelt des Menschen zu dessen Vorteil übernehmen.
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