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Spannungsfelder in der Physiotherapie - Wie kann professionelles Arbeiten gelingen?

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Abstract

Spannungsfelder in der Physiotherapie - Wie kann professionelles Arbeiten gelingen? Vier identifizierte Spannungsfelder zeigen, welche Konsequenzen sich für den Berufsstand der Physiotherapie ergeben, wenn sich die nötigen gesetzlichen Vorgaben nicht mit den aktuellen Herausforderungen des Berufs beschäftigen: die persönliche Kompetenz des Therapeuten, Strukturen und Organisation in der Praxis, interprofessionelle Strukturen in der Versorgung, die therapeutische Rolle und deren Wahrnehmung. Es besteht Veränderungsbedarf. Starker Wandel Aktuell ist das Berufsfeld der Physiotherapie einem starken Wandel unterworfen. Veränderte Strukturen in der Bevölkerung, zunehmende Digitalisierung und eine vermehrte kritische wissenschaftliche Überprüfung von therapeutischen Interventionen werden das Profil physiotherapeutischer Kompetenzen in der Zukunft spürbar verändern. Daneben werden die Forderungen nach einer Akademisierung der Physiotherapeuten von 20 Prozent durch den Wissenschaftsrat weitere Veränderungen nach sich ziehen müssen. Zusätzlich steigen die Anforderungen an Therapeuten durch ein größeres ganzheitliches Verständnis von Krankheit und deren Auswirkungen auf die Patienten und deren Lebensumfeld (ICF). Damit gehen eine immer komplexere medizinische Eigentlich sollte die Headline dieses Artikels lauten: „Wie wird professionelles Arbeiten in der Praxis verhindert?“ Wir haben uns dazu entschlossen, die Frage positiv zu formulieren. Was können wir beispielsweise tun, wenn Patienten ihre Erwartungen so äußern: „Bitte helfen Sie mir mit Ihren heilenden Händen, meinen Rücken wieder gesund zu machen“, unsere Lösungsstrategien aber ganz anders aussehen?
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AUTORENABDRUCK
POLITIK
P
Spannungsfelder in der
Physiotherapie
Wie kann professionelles Arbeiten gelingen?
Für Eilige
Vier identizierte
Spannungsfelder zeigen, welche
Konsequenzen sich für den Berufs-
stand der Physiotherapie ergeben, wenn
sich die nötigen gesetzlichen Vorgaben
nicht mit den aktuellen Herausforderungen
des Berufs beschäigen: die persönliche
Kompetenz des erapeuten, Strukturen
und Organisation in der Praxis, inter-
professionelle Strukturen in der Ver-
sorgung, die therapeutische Rolle
und deren Wahrnehmung. Es
besteht Veränderungs-
bedarf.
Starker Wandel
Aktuell ist das Berufsfeld der Physiotherapie
einem starken Wandel unterworfen. Veränderte
Strukturen in der Bevölkerung, zunehmende
Digitalisierung und eine vermehrte kritische
wissenschaliche Überprüfung von therapeuti-
schen Interventionen werden das Prol physio-
therapeutischer Kompetenzen in der Zukun
spürbar verändern.
Daneben werden die Forderungen nach einer
Akademisierung der Physiotherapeuten von 20
Prozent durch den Wissenschasrat (1) weitere
Veränderungen nach sich ziehen müssen. Zusätz-
lich steigen die Anforderungen an erapeuten
durch ein größeres ganzheitliches Verständnis von
Krankheit und deren Auswirkungen auf die
Patienten und deren Lebensumfeld (ICF). Damit
gehen eine immer komplexere medizinische
Eigentlich sollte die Headline dieses Artikels lauten: „Wie wird professionelles Arbeiten in der Praxis
verhindert?“ Wir haben uns dazu entschlossen, die Frage positiv zu formulieren. Was können wir
beispielsweise tun, wenn Patienten ihre Erwartungen so äußern: „Bitte helfen Sie mir mit Ihren
heilenden Händen, meinen Rücken wieder gesund zu machen“, unsere Lösungsstrategien aber ganz
anders aussehen?
Ein Beitrag von Holger Hoffmann und Andreas Alt
Politik
Versorgung und ein Gesundheitssystem einher,
dessen interprofessionelle Schnittstellen ständig
zunehmen (2).
Treen diese Veränderungsanforde-
rungen nun auf die aktuelle
Versorgungssituation innerhalb
der Physiotherapie in
Deutschland, können sich für
die einzelnen erapeuten
Spannungsfelder entwickeln,
welche die Patientenversor-
gung beeinträchtigen. Diese
Spannungsfelder begegnen
den erapeuten täglich und
bilden den Versorgungsalltag in
der ambulanten Praxis ab.
Anhand eines erlebten Fallbeispiels
konnten die Autoren vier Spannungs-
felder identizieren.
Foto: Kalcutta / shutterstock.com
ptptZeitschrift für Physiotherapeuten September 2019 33
AUTORENABDRUCK
POLITIK
Die Spannungsfelder
Die persönliche Kompetenz des
erapeuten
Das Spannungsfeld „persönliche Kompetenz des
erapeuten“ beschreibt die Divergenz zwischen
den zukünig oder gegenwärtig erforderlichen
sowie den aktuell in der Aus- und Weiterbildung
vermittelten Kompetenzen. Becker et al. (3) stellten
dazu die aus Sicht der Berufsfachschullehrkräe
benötigten zukünigen Kompetenzen heraus. Hier-
bei schätzten die Befragten unter anderem die ana-
lytischen Fähigkeiten, die Fähigkeit zum
ganzheitlichen Denken und die Eigenverantwor-
tung als besonders wichtig ein.
Die Ausbildung von analytischen Fähigkeiten
bedingt aus unserer Sicht zum einen die Anwen-
dung von Messinstrumenten, welche die für eine
Analyse nötigen Daten liefern. Zum anderen müs-
sen das Wissen und die Fähigkeit vermittelt werden,
diese zu interpretieren, um therapeutisch relevante
Entscheidungen zu treen.
Dazu müssen diese drei genannten Fertigkeiten,
wenn sie ächendeckend vermittelt werden sollen,
im Rahmen der Ausbildung gesetzlich verankert
sein. Hierzu heißt es in §8 des Masseur- und Phy-
siotherapeutengesetzes lediglich, dass die Ausbil-
dung den Zweck erfüllen solle, den zukünigen
erapeuten dazu zu befähigen, Hilfen für den
Patienten zu geben (4). Ein genaues Kompetenzpro-
l wird nicht festgelegt.
In den Zulassungsvoraussetzungen steht zu diesem
emenpunkt (5), dass die Verantwortung zur Qua-
litätssicherung sowie die Anwendung von neuestem
klinischen Fachwissen nur bei der fachlichen Lei-
tung einer Einrichtung liege. Die Heilmittelrichtli-
nie beschreibt dazu in §1 Abschnitt 1, dass die
Ausführenden der Verordnung nach dem allgemein
anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse
agieren sollten (6). Daraus würde sich für behan-
delnde Physiotherapeuten eine lebenslange Weiter-
bildungsverpichtung in der evidenzbasierten
Medizin ableiten.
Strukturen und Organisation in der
Praxis
Ein weiteres Spannungsfeld ergibt sich im Bereich
„Strukturen / Organisation in der Praxis“. Damit
eine optimale Versorgung der Patienten und eine
eektive erapie gewährleistet sind, müssen
bestimmte Voraussetzungen in der Praxis vorhan-
den sein. Die grundlegende Struktur hierfür
würde ein Qualitätsmanagementsystem liefern,
beispielsweise in Anlehnung an die DIN ISO
9001:2015.
So entstehen in den
Praxen keine klar
denierten
Strukturen. Dies
zeigt sich beispiels-
weise an fehlenden
Standards in der
Behandlung.
Dies ermöglicht erapeuten, neue Erkenntnisse
schnell in der Praxis umzusetzen sowie die Praxis
auf Grundlage wichtiger Daten wie Patientenbefra-
gungen und Ähnlichem zu steuern, und regelt klar
den Prozessablauf für die Implementierung von
neuen Erkenntnissen.
Es müssten klare Regelungen für die Praxis vorlie-
gen, wie ein Managementsystem zu gestalten ist und
welche Elemente verpichtend umgesetzt werden
müssen. Hierbei regelt der Gesetzgeber jedoch nur
die Verantwortungsfrage (4), jedoch keine weiteren
Merkmale des Managementsystems.
So entstehen in den Praxen keine klar denierten
Strukturen. Dies zeigt sich beispielsweise an fehlen-
den Standards in der Behandlung, besonders beim
erapeutenwechsel, sowie an einer fehlenden ein-
heitlichen Sprache und einer mangelhaen Doku-
mentation durch die erapeuten.
Dadurch können bei Patienten unterschiedliche
Erwartungshaltungen geweckt werden. Andere Pro-
fessionen im Gesundheitswesen liefern hier schon
besser geregelte Managementsysteme. So regelt etwa
der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) für Ver-
tragspartner in der Kassenärztlichen Vereinigung klar
die Inhalte eines Qualitätsmanagementsystems (7).
Interprofessionelle Strukturen in der
Versorgung
Daran schließt sich das Spannungsfeld der „inter-
professionellen Strukturen in der Versorgung“ an.
Hier treen zwei Umstände aufeinander, die dieses
Spannungsfeld hervorbringen. Zum einen steigt der
Anspruch an eine interprofessionelle Versorgung
im Rahmen der ICF (2) und der Zunahme von
chronischen Erkrankungen in der Bevölkerung
durch den demograschen Wandel.
Zum anderen verändern sich die Vorgaben für die
Versorgung mit Heilmitteln nur schleppend und
sind bei Weitem nicht auf dem neuesten Stand der
klinischen Versorgung. Krankheit und deren Aus-
wirkungen verstehen wir heute aus einer bio-psy-
cho-sozialen Sichtweise. Die ICF stellt hierzu ein
passendes Modell, durch dessen Anwendung e-
rapeuten in der Lage sind, komplexe chronische
Erkrankungen gemeinsam mit dem Patienten auf
unterschiedlichen Ebenen zu behandeln. Gängige
eorien in der Physiotherapie greifen diese Sicht-
weise auf (8).
Hierbei wird klar, dass eine optimale Versorgung
der Patienten interprofessionell gestaltet werden
muss, um einen größtmöglichen Eekt auf deren
Gesundheit zu generieren. Auch hier müssten Vor-
gaben geschaen werden, um die Zusammenarbeit
zwischen den einzelnen Professionen zu verbessern.
Der Heilmittelkatalog gibt hierzu lediglich die
ptptZeitschrift für Physiotherapeuten September 201934
AUTORENABDRUCK
P
Möglichkeit der Anforderung des erapieberichts
durch den behandelnden Arzt (6). Weder die
Berufsordnung noch die Zulassungsvoraussetzun-
gen nehmen dies in ihre Vorgaben auf.
Die therapeutische Rolle und deren
Wahrnehmung
Daraus resultiert ein letztes Spannungsfeld, die
„therapeutische Rolle und deren Wahrnehmung“.
Es beschreibt die Dierenz zwischen dem Selbstbild
des erapeuten mit seiner Rolle und dem Bild des
erapeuten aus Sicht des Patienten und des zuwei-
senden Arztes. Die Sicht auf die physiotherapeuti-
sche Rolle wird nicht nur durch den erapeuten
selbst, sondern auch durch andere Akteure wie
Patienten, Ärzte, Pegedienste et cetera mitgeprägt.
Dies setzt voraus, dass unter den Akteuren eine
eektive Kommunikation besteht, die maßgeblich
aus der eigenen therapeutischen Profession heraus
nach außen hin stattnden muss. Leistungserbrin-
gende Akteure müssen sich dazu interprofessionell
vernetzen, um Aufgaben und Verantwortlichkeiten
abgegrenzt zuzuordnen.
Dafür ist unter anderem eine an die besten
qualitativen Erkenntnisse geknüpe Ausbildung
nötig, die durch einen konsequenten Einbezug
wissenschalicher Erkenntnisse in die Ausbildung
realisiert werden könnte. Dadurch könnte mit ent-
scheidenden berufspolitischen Reformen wie etwa
der Bildung einer Kammer die Wahrnehmung der
therapeutischen Rolle entscheidend beeinusst wer-
den.
Fallbeispiel
Die identizierten Spannungsfelder nden sich im
Arbeitsalltag der Physiotherapeuten wieder, wie das
folgende Beispiel zeigt.
Physiotherapeut (PT)1 betritt den Behandlungs-
raum, begrüßt den Patienten und führt zunächst eine
kurze Anamnese durch. Der Patient entgegnet darauf:
„Bitte helfen Sie mir mit Ihren heilenden Händen,
meinen Rücken wieder gesund zu machen. Ich denke,
ich sollte mich gleich auf die Bank legen, damit Sie
mir meine Blockaden lösen können und meine ver-
spannte Muskultur entspannen können – so, wie es
bei den letzten drei Malen in diesem Jahr PT2 immer
getan hat, was mir so sehr geholfen hat.“
Darauin fährt PT1 mit seiner Untersuchung fort
und erläutert dem Patienten das weitere Vorgehen.
Besonderen Wert legt er auf die Aulärung: „Ihrem
Rücken geht es zumindest so weit gut, dass Sie sich
bald wieder besser belasten können. Der Grad
Die physio-
therapeutische Rolle
wird nicht nur
durch den
erapeuten selbst,
sondern auch durch
andere Akteure
mitgeprägt.
ptptZeitschrift für Physiotherapeuten September 2019 35
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AUTORENABDRUCK
POLITIK
Ihrer Einschränkung liegt im Rahmen von 25 Pro-
zent. Eine Einschränkung zwischen 80 und 100 Pro-
zent entspräche der Bettlägerigkeit – wovon Sie zum
Glück weit entfernt sind, was mich motiviert, dass Sie
Ihre Ziele vollständig erreichen werden. Dazu haben
Sie angegeben, Sie möchten so schnell wie möglich
wieder länger als 30 Minuten schmerzfrei sitzen kön-
nen und beschwerdefrei Lasten wie etwa Einkaufs-
tüten die Treppe zu Ihrer Wohnung hinauragen
können. Habe ich Sie da richtig verstanden?“
Der Patient bestätigt dies und weist noch darauf hin,
was ihm in der letzten Behandlung von PT2 immer
besonders gutgetan hat: „Mir hat die Massage von
PT2 bei den letzten Malen sehr gut geholfen und
anschließend wurde mein Iliosakralgelenk mobili-
siert, was dann mit einem Kinesio-Tape xiert
wurde – ich weiß nicht wie, aber ich war danach
schmerzfrei. Bitte behandeln Sie mich auch so!“
PT1 klärt den Patienten umfassend über das weitere
Vorgehen mit einer detaillierten Planung der era-
pieinhalte auf. Zum Ende der ersten Sitzung wird
nach einer kurz gehaltenen Vorstellung der ersten
Übungen noch ein Kinesio-Tape als „Game Changer“
angebracht. Der Patient verabschiedet sich zufrieden:
„Das klingt super, ich freue mich auf unseren nächs-
ten Termin und ich hoe, Sie behalten Recht. Wie
gesagt, die Massagen haben mir wirklich gut gehol-
fen, so wie es PT2 immer gemacht hat.“
Nach zwei Terminen bricht der Patient die erapie
mit der Begründung ab, PT1 habe ihn nicht richtig
behandelt und seine Probleme ignoriert. Darauin
erhält PT1 eine Abmahnung seines Arbeitgebers.
Fazit
Schlussendlich können die kalkulierbaren und erwar-
teten Veränderungen in der Zukun – die bevorste-
hende Digitalisierung, die stetig steigenden
Krankheits- und Medizinkosten sowie die konstant
zunehmenden Qualitätsansprüche der Patienten, der
medizinischen Partner und auch der internationalen
Konkurrenz – nur durch den bewussten Umgang mit
den identizierten Spannungsfeldern vonseiten des
Gesetzgebers verwirklicht werden.
Allerdings sollten die konkreten Vorgaben zur Lösung
aus dem Berufsstand selbst heraus entstehen. Nur
dadurch ist die Physiotherapie in der Lage, sich als
Profession weiterzuentwickeln, ihre Autonomie zu
erlangen und sich auf die kommenden Veränderun-
gen vorzubereiten. Die vier identizierten Span-
nungsfelder mit dem anschließenden Fallbeispiel
zeigen, welche Konsequenzen sich für den Berufs-
stand der Physiotherapie ergeben, wenn die nötigen
gesetzlichen Vorgaben sich nicht mit den aktuellen
Herausforderungen des Berufs beschäigen. So füh-
ren mangelhae Vorgaben zu einer lückenhaen
Qualitätssicherung und immensen Unterschieden
„Mir hat die
Massage bei den
letzten Malen sehr
gut geholfen [...].
Bitte behandeln Sie
mich auch so!“
Literatur
1.
Wissenschaftsrat. 2012. Empfehlungen zu hochschulischen
Qualifikationen für das Gesundheitswesen (Drs. 2411-12). www.
wissenschaftsrat.de/download/archiv/2411-12.pdf; Zugri am
24.7.2019
2.
Robert Bosch Stiftung. 2012. Kooperation der Gesundheitsberufe:
Qualität und Sicherstellung der zukünftigen Gesundheitsver-
sorgung. Stuttgart: Robert Bosch Stiftung
3.
Becker A, Coester S. 2019. Sollprofil physiotherapeutischer
Kompetenzen im Jahr 2030 – Ergebnisse einer Befragung. Z. f.
Physiotherapeuten 71, 3:98–102
4.
Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. 2016.
Gesetz über die Berufe in der Physiotherapie (Masseur- und
Physiotherapeutengesetz – MPhG). www.gesetze-im-internet.
de/mphg/BJNR108400994.html; Zugri am 24.7.2019
5.
GKV-Spitzenverband. 2018. Zulassungsempfehlungen nach §124
Abs. 4 SGB V für Heilmittelerbringer. www. gkv- spitzenverband.
de/ media/ dokumente/ krankenversicherung_ 1/ ambulante_
leistungen/ heilmittel/ heilmittel_ zulassungsempfehlungen/ 20181
102_ Heilmittel_ Zulassungsempfehlungen_ Endfassung. pdf;
Zugri am 24.7.2019
6.
Gemeinsamer Bundesausschuss. 2017. Richtlinie des
Gemeinsamen Bundesausschusses über die Verordnung von
Heilmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung (Heilmittel-
Richt linie/ HeilM-RL). www.g-ba.de/downloads/62-492-1484/
HeilM-RL_2017-09-21_iK-2018-01-01.pdf; Zugri am 24.7.2019
7.
Gemeinsamer Bundesausschuss. 2016. Richtlinie des
Gemeinsamen Bundesausschusses über grundsätzliche
Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement
für Vertragsärztinnen und Vertragsärzte, Vertragspsycho-
therapeutinnen und Vertragspsychotherapeuten medizinische
Versorgungszentren, Vertragszahnärztinnen und Vertrags-
zahnärzte sowie zugelassene Krankenhäuser (Qualitäts-
management-Richtlinie / QM-RL). www.g-ba.de/
downloads/62-492-1296/QM-RL_2015-12-17_iK-2016-11-16.pdf;
Zugri am 24.7.2019
8.
Höppner H, Richter R. 2018. Theorie und Modelle der Physio-
therapie. Bern: Hogrefe Verlag
Danksagung
Die Autoren bedanken sich für die Mithilfe bei Lea
Kastner, Esther Cohrs und Christoph Weißmann.
zwischen erapeuten und einzelnen Einrichtungen.
Dafür muss nicht nur die Qualität der Ausbildung
verbessert werden, sondern Praxisinhaber müssen ein
Managementsystem entwickeln, das modernen Qua-
litätsansprüchen, insbesondere für die interprofessio-
nelle Zusammenarbeit, gerecht wird. Ebenso muss
jeder Physiotherapeut bestimmte Kompetenzen vor-
weisen, um auf dem neuesten Stand des Wissens zu
arbeiten. Damit wir uns als Beruf weiter in Richtung
einer Profession entwickeln, müssen wir für die
nötigen Vorgaben sorgen, um uns beständig zu
verbessern.
ptptZeitschrift für Physiotherapeuten September 201936
AUTORENABDRUCK
P
Holger Homann
Physiotherapeut (B.Sc., M.Sc.); 2009 Abschluss des Bachelorstudiums Physiotherapie an der
HAWK Hildesheim; 2012 Abschluss des Masterstudiums Physiotherapie an der Universität
Marburg; zertifizierter Berater für Qualitätsmanagement im Gesundheits- und Sozialwesen;
2018 Promotion im Fachbereich Gesundheitswissenschaften; seit 2018 Verwaltungsprofessur am
Gesundheitscampus Göttingen.Kontakt: holger.homann@iq-pro.de
Andreas Alt
Physiotherapeut (B.A., M.Sc.); 2012 Abschluss des Bachelorstudiums Physiotherapie an der
Hogeschool Thim van der Laan, Nieuwegein (NL); 2015 Abschluss des Studiums der Sport-
physiotherapie an der Deutschen Sporthochschule Köln; Autor und Herausgeber unterschied-
licher Fachbücher; Leiter der Physiotherapieabteilung der Fit 4 Life AG, Siggenthal (CH), mit
dem Schwerpunkt Wissenschaft in der Physiotherapie und deren praktischem Transfer.
Kontakt: andreas.alt@fit4life.ch
ptptZeitschrift für Physiotherapeuten September 2019 37
AUTORENABDRUCK
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Book
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Wie wird sich Physiotherapie an die Entwicklung und Herausforderungen im 21. Jahrhundert anpassen? Zwölf Wissenschaftlerinnen / -wissenschaftler und Physiotherapeutinnen / -therapeuten stellen international verbreitete theoretische Grundlagen vor, analysieren sie und fragen nach ihren Potenzialen für die Gestaltung einer zukunftsfähigen Praxis. Cheryl Cott, Professorin im Departement of Physical Therapy, University of Toronto (Canada), unterstreicht in ihrem Vorwort die Bedeutung des Handbuches für die gegenwärtige Akademisierungsphase: „Ich bin überzeugt: es wird von großem Interesse und Wert für die deutschsprachigen Akademikerinnen / Akademiker, Forscherinnen / Forscher und Klinikerinnen / Kliniker der Physiotherapie sein“. Das Buch ist in dieser Zusammenschau ein Novum. Als Handbuch ist es ein Muss – nicht nur für die hochschulische Ausbildung. Theoretische Modelle ermöglichen, die tradierte Berufsidentität zu hinterfragen und dienen vor allem der Überprüfung professioneller Perspektiven und Handlungsweisen. In einer komplexen Versorgungsrealität braucht es bewusste und begründete professionelle Praxis. Kompetenzanforderungen von Therapeutinnen und Therapeuten verändern sich und es bedarf theoretischer Bezugsrahmen. Bewährtes kommt auf den Prüfstand – neues Denken für eine veränderte Praxis kann entstehen. Im Verständnis eines Handbuches ist das Werk ein Start für einen – auch theoretischen – Diskurs, der mit dem Ziel der Professionalisierung durch Akademisierung und Disziplinentwicklung zwingend einhergeht. Die meisten Autorinnen und Autoren sind von Beginn an Wegbereiter in der hochschulischen Ausbildung der Physiotherapie in Deutschland.
Kooperation der Gesundheitsberufe: Qualität und Sicherstellung der zukünftigen Gesundheitsver sorgung
  • Robert Bosch
Robert Bosch Stiftung. 2012. Kooperation der Gesundheitsberufe: Qualität und Sicherstellung der zukünftigen Gesundheitsver sorgung. Stuttgart: Robert Bosch Stiftung
Sollprofil physiotherapeutischer Kompetenzen im Jahr 2030 -Ergebnisse einer Befragung
  • A Becker
  • S Coester
Becker A, Coester S. 2019. Sollprofil physiotherapeutischer Kompetenzen im Jahr 2030 -Ergebnisse einer Befragung. Z. f. Physiotherapeuten 71, 3:98-102
Gesetz über die Berufe in der Physiotherapie (Masseur und Physiotherapeutengesetz -MPhG). www.gesetzeiminternet. de/mphg/BJNR108400994.html; Zugriff am 24
  • Justiz Bundesministerium Der
  • Und
  • Verbraucherschutz
Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. 2016. Gesetz über die Berufe in der Physiotherapie (Masseur und Physiotherapeutengesetz -MPhG). www.gesetzeiminternet. de/mphg/BJNR108400994.html; Zugriff am 24.7.2019
Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Verordnung von Heilmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung (Heilmittel­ Richt linie / HeilM­RL). www.g­ba.de/downloads/62­492­1484/ HeilM­RL_2017­09­21_iK­2018­01­01.pdf; Zugriff am 24
  • Gemeinsamer Bundesausschuss
Gemeinsamer Bundesausschuss. 2017. Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Verordnung von Heilmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung (Heilmittel­ Richt linie / HeilM­RL). www.g­ba.de/downloads/62­492­1484/ HeilM­RL_2017­09­21_iK­2018­01­01.pdf; Zugriff am 24.7.2019
Abschluss des Bachelorstudiums Physiotherapie an der HAWK Hildesheim
  • H Höppner
  • R Richter
Höppner H, Richter R. 2018. Theorie und Modelle der Physio­ therapie. Bern: Hogrefe Verlag Holger Hoffmann Physiotherapeut (B. Sc., M. Sc.); 2009 Abschluss des Bachelorstudiums Physiotherapie an der HAWK Hildesheim; 2012 Abschluss des Masterstudiums Physiotherapie an der Universität Marburg; zertifizierter Berater für Qualitätsmanagement im Gesundheits-und Sozialwesen;
Empfehlungen zu hochschulischen Qualifikationen für das Gesundheitswesen (Drs. 241112)
  • Wissenschaftsrat
Wissenschaftsrat. 2012. Empfehlungen zu hochschulischen Qualifikationen für das Gesundheitswesen (Drs. 241112). www. wissenschaftsrat.de/download/archiv/241112.pdf; Zugriff am 24.7.2019
Zulassungsempfehlungen nach § 124
  • Gkvspitzenverband
GKVSpitzenverband. 2018. Zulassungsempfehlungen nach § 124
Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Verordnung von Heilmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung (Heilmittel Richt linie / HeilMRL). www.gba.de/downloads/624921484/ HeilMRL_20170921_iK20180101.pdf; Zugriff am 24
  • Gemeinsamer Bundesausschuss
Gemeinsamer Bundesausschuss. 2017. Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Verordnung von Heilmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung (Heilmittel Richt linie / HeilMRL). www.gba.de/downloads/624921484/ HeilMRL_20170921_iK20180101.pdf; Zugriff am 24.7.2019