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Die Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) in der Börde bei Heimerzheim (Rhein-Sieg-Kreis, NRW): Bestandsgröße, Vergesellschaftung und Ansiedlungserfolg. - Zeitschrift für Feldherpetologie 26: 188-196

Authors:
  • Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis e.V. (www.biostation-rhein-sieg.de)
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Abstract

Summary The common spadefoot toad (Pelobates fuscus) in an agricultural landscape near Heimerzheim in the Rhein Sieg district, Germany: local abundance, amphibian community and introduction success At three ponds in an agricultural landscape near Bonn, Germany we surveyed the common spadefoot toad using drift fences in springtime. We aimed to get the following basic information for conservation measures: 1) local population size and its correlation with data from calling surveys, 2) whether a foundation of a new population by releasing tadpoles in a newly build pond some years ago was successful and, 3) which other amphibian species occur in the ponds. Although calling counts were very low in the last 10 years, we captured 147 spadefoot toads at the ponds, belonging to at least 84 individuals. Correlation of calling males and real populations size was significant, but weak, suggesting that data from calling survey should be interpreted with care. A few adult spadefoots toads spawning at the new pond in a gravel pit for the first time, indicate that a new population seemed to be established. Beside spadefoot toads ponds are populated by smooth newts, great crested newts, common toads, water frogs, natterjack toads and green toads. Their numbers varied between ponds. Main threat for the spadefoot toad currently is early drying of ponds before metamorphosis was finished. Zusammenfassung Am Rand der Börde bei Heimerzheim kommt die Knoblauchkröte noch an einem isolierten Vorkommen an drei Kleingewässern in einer Ackerlandschaft vor. Bei zwei Gewässern handelt es sich um Feldsölle, ein drittes wurde als Artenschutzgewässer im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme 2015 am Rande einer Kiesgrube angelegt. Die drei Gewässer wurden im Frühjahr 2018 mit Fangzäunen und Eimerfallen bestückt, um alle ein- und abwandernden Amphibien zu registrieren. Die so gewonnenen Daten und Erkenntnisse dienen als Grundlage für weitere Schutzmaßnahmen und um den Erfolg einer Ansiedlungsmaßnahme mit Kaulquappen in dem neuen Gewässer zu bewerten. Insgesamt konnten mindestens 84 verschiedene Individuen erfasst werden. Damit ist der Bestand noch deutlich höher als anhand von Ruferzählungen der letzten Jahre zu vermuten war. Rufer- und real vorhandene Tierzahlen korrelieren zwar, eine Bestandsschätzung nur über Rufer ist aber mit erheblichen Unsicherheiten verbunden. Einige wenige erstlaichende adulte Knoblauchkröten in © Laurenti-Verlag, Bielefeld, www.laurenti.deDie Knoblauchkröte in der Börde bei Heimerzheim, NRW 189 dem Gewässer in der Kiesgrube zeigen, dass die Ansiedlung der Art über aufgezogene Kaulquappen aus dem Erft-Kreis in den Jahren 2015–2017 offenbar erfolgreich war. Daneben konnten in den drei Gewässern hunderte Teichmolche sowie viele Kammmolche registriert werden. Außerdem wurden Wasserfrösche sowie vereinzelte Erd-, Kreuz- und Wechselkröten gefangen. Zu frühe Austrocknung der Gewässer ist derzeit der wichtigste Gefährdungsfaktor für die Knoblauchkröte an den beiden Feldsöllen.

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Am Börderand bei Heimerzheim kommt die Knoblauchkröte Pelobates fuscus derzeit noch in drei Kleingewässern in der offenen Feldflur mit insgesamt geringen Bestandsgrößen vor. Zwischen 1984 und 2016 wurden jährlich maximal 22 Rufer - meist deutlich weniger - registriert. Fundierte Daten zu Bestandsentwicklung und Reproduktionserfolg liegen nicht vor. Gefährdet ist das Vorkommen der Art durch die geringe Bestandsgröße, die isolierte Lage, die z.T. nicht ausreichende Wasserführung der Gewässer und die z.T. intensive landwirtschaftliche Nutzung im Umfeld. Zur Sicherung und Stützung des Vorkommens wurden in den letzten Jahren zusammen mit Flächeneigentümern und Landwirten folgende Maßnahmen durchgeführt: Flächensicherung durch Ankauf und Kompensationsmaßnahmen, Neuanlage eines Gewässers in einer nahegelegenen Abgrabung, Abdichtung eines vorhandenen Gewässers, Anlage von Blühstreifen im Rahmen des Vertragsnaturschutzes sowie Nachzucht und Freisetzung von Kaulquappen.
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