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Infografik: Tierschutz ist eine Frage der Haltung

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Abstract

Tierschutz steht seit 2002 als Staatsziel im Grundgesetz. Doch die entsprechende politische Umsetzung kommt nur langsam voran. Besonders für Nutztiere sind die Haltungsbedingungen immer noch unzureichend und verursachen dadurch das Leiden von Millionen von Schweinen, Rindern und Hühnern. Dabei sind gesetzliche Verpflichtungen zum Schutz des Tierwohls dringend geboten: Die Massentierhaltung hat so stark zugenommen, dass Deutschland mittlerweile Weltmeister des Fleischexports ist, vor allem nach China. Der Export von Fleisch- und Milchprodukten nach China hat sich seit 2000 verdreißigfacht. Vor allem Schwein ist beliebt: 2,4 Millionen Tonnen haben deutsche Händler 2017 exportiert und damit knapp ein Fünftel der geschlachteten Schweine. Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind schon weiter und mehrheitlich bereit, mehr Geld für Tierprodukte auszugeben, wenn dadurch ihr Schutz garantiert wird. Jetzt ist die Politik gefragt. Tierschutz ist eben eine Frage der Haltung.
58 Mio.
Mastschweine werden
in Deutschland pro
Jahr für ihr Fleisch
geschlachtet
in Freiheit
20
Jahre
Mast-
schweine
6
Monate
in Freiheit
90
kg
Mast-
schweine
120
kg
27 Mio.
Schweine
leben in
Deutschland
Ausbrennen
der Hörner bei
Kälbern ohne
Betäubung
Trennung
der Kälber
von ihren
Müttern
Bisher keine
verpflichtenden
Haltungs-
standards
45 Mio.
männliche Küken
werden jährlich direkt
nach dem Schlüpfen
getötet
Lebenszeit Gewicht
3,4 Mio.
Rinder werden in
Deutschland pro Jahr
geschlachtet, davon
0,4 Mio. Kälber
in Freiheit
20
Jahre
Milchkühe
4
Jahre
Mastrinder
1-2
Jahre
in Freiheit
5-10
l Milch tägl.
Milchkühe
50
l Milch tägl.
12 Mio.
Rinder
leben in
Deutschland
Lebenszeit Milchleistung
41 Mio.
Legehennen
leben in
Deutschland
94 Mio.
Masthühner
leben in
Deutschland
Eier werden
künstlich
ausgebrütet,
Küken wachsen
ohne Glucke
auf
in Freiheit
10
Jahre
Legehennen
1,5
Jahre
Masthühner
42
Tage max.
in Freiheit
0,9
kg
Masthühner
2,8
kg
Lebenszeit Gewicht
in Freiheit
40
pro Jahr
Legehennen
320
pro Jahr
Eierproduktion
8 h 6 h8 h
8 h24 h
Quelle: Fleischatlas  / AMI Quelle: Fleischatlas 
Quelle: Deutscher Tierschutzbund: Broschüre Veganismus
Quelle: Deutscher Tierschutzbund: Broschüre Veganismus
Quelle: Deutscher Tierschutzbund: Broschüre Veganismus
Quelle: BUND-Broschüre
Haltung zeigen
Quelle: Prof. D. Ulrich Enneking:
Tierwohlstudie Hochschule Osnabrück
14 %
Rind / Kalb
Schwein
gesamt
36
59
12
8
Geflügel
Fleischkonsum
pro Kopf in kg 
weltweit
42
Zum Vergleich:Deutschland
USA
120
Indien
4
Tiere auf dem Teller
So viele Tiere verzehrt ein Deutscher
durchschnittlich in seinem Leben
Verkaufte Bio-Eier
in Deutschland 
3,81
2,16
2,02
1,75
Gesamtkosten
Schweinefleisch-Produktion
pro kg
Verkaufspreis
im Lebensmittel-Einzelhandel für  kg Schnitzel
gesetzlicher
Standard
Stufe
Stufe
Bioschwein
1
2
Quelle: DLG , https://www.dlg.org/fileadmin/img/mail/Inxmail///Schwein.pdf
2,38
Stufe 3
321
Haltung von Legehennen
nach Haltungsformen* in Deutschland in Prozent
2017
2015
2013
2009
*Betriebe mit mehr als  Haltungsplätzen; **ab  Verbot von Käfighaltung
Quelle: BLE Bericht zur Markt- und Versorgungslage Eier 
Quelle: Statista
2011
Käfig / Kleingruppe** Freiland BioBoden
3 2 1 0
6,3
7,4
8,4
9,2
10,5
11,5
14,4
15,7
17,0
17,7
44,5
64,2
64,4
63,5
62,5
28,5
14,0
11,5
10,3
9,2
,
,
,
,
,
4
Rinder
4
Schafe
46
Schweine
12
Gänse 37
Enten 46
Puten
945
Hühner
30,6 %
Food-Vollsortimenter,
z. B. Edeka, Rewe
24,6 %
Discounter,
z. B. Aldi,
Lidl, Netto
22,5 %
Fleischerei-
Fachge-
schäfte
15,4 %
SB-Waren-
häuser,
z. B. Real,
Kaufland
6,9 %
sonstige
Haltung zum Tierwohl
Ergebnisse Verbraucher-Umfrage
Tatsächliches Kaufverhalten
Anteile am Verkauf nach Kennzeichnung
88 %
87 %
82 %
16 %
Produkte
mit Tierwohl-
Label
11 %
Bio-Produkte
73 %
konventionelles
Billigfleisch
Anteile am Verkauf nach Betriebsformen
sind bereit, mehr Geld für
Fleisch auszugeben, wenn
dies die Umwelt schont
und es den Nutztieren
besser gehen würde
befürworten bessere
Standards in der
Tierhaltung
wünschen sich mehr Trans-
parenz über die Bedingun-
gen, unter denen die Nutz-
tiere gehalten werden
26
19
14
14
Verantwortung für Tierschutz
Ergebnisse Verbraucher-Umfrage
Schlacht-/Ver-
arbeitungs-
unternehmen
Lebensmittel-
einzelhandel
Verbraucher
Staat
Quelle: Umfrage Verbraucherzentrale Bundesverband
26
Landwirte
betäubunglose
Kastration verboten
stattdessen Ebermast oder
Impfung gegen Ebergeruch
betäubunglose
Kastration verboten
stattdessen Ebermast oder
Impfung gegen Ebergeruch
betäubunglose
Kastration verboten
stattdessen Ebermast oder
Impfung gegen Ebergeruch
Schweine
Rinder
Tierschutz sollte für alle bezahlbar sein
Der jährliche Fleischkonsum in Deutschland liegt stabil bei
59 Kilo pro Person, dennoch hat sich die Einstellung zu den
Bedingungen der Tierhaltung deutlich geändert.
Viele Verbraucher*Innen sind bereit, höhere Preise für
Fleischprodukte zu bezahlen, wenn dadurch Tiere und
Umwelt besser geschützt werden. Zudem wünschen sie
sich mehr Transparenz über die Haltungsbedingungen
und befürworten daher höhere Standards.
An der Kasse schlagen sich diese Einstellungen jedoch nicht
nieder: Billig-Fleisch wird mit 70 Prozent deutlich häufiger
gekauft als teurere Fleischprodukte mit Tierwohlkennzeich-
nung oder aus Bio-Produktion.
Tatsächlich beträgt der Kostenunterschied in der Fleisch-
produktion zwischen gesetzlichem Standard und Stufe 3
des Tierwohl-Labels nur 60 Cent, beim Verkaufspreis sind
es aber ganze 7 Euro.
Hohe Standards in der Tierhaltung sollten für alle
leistbar sein.
Vorbild Eier
Die vier Stufen der Kennzeichnung
von 0 für Bioerzeugung bis 3 für
Käfighaltung haben das Kaufver-
halten grundlegend geändert.
Es löste Entscheidungen über das
Sortiment im Einzelhandel aus, die
zu umwelt- und tierwohlgerechteren
Formen der Haltung führten.
Kriterien für die
Schweinehaltung
*Das Beispiel bezieht sich auf Schweine der Gewichtsklasse - Kilogramm. Je nach Gewichtsklasse der Tiere und Kennzeichenstufe variieren die Platzvorgaben etwas.
Quelle: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Tier/Tierwohl/Tierwohlkennzeichen_Schwein_Grafiken.pdf
unterschiedliche Bereiche zum
Ausruhen, Fressen und Bewegen
unterschiedliche Bereiche zum
Ausruhen, Fressen und Bewegen
Kürzen der Schwänze
verboten
Kürzen der Schwänze
verboten
ab h Einstreu und Tränken
Transport-
dauer
Transport-
dauer
Transport-
dauer
Transport-
dauer
Transport-
dauer
pro Schwein*
1,5 m²
davon , m² Auslauf
pro Schwein*
1,1 m²
pro Schwein*
0,9 m²
pro Schwein*
0,75 m²
Tierwohl Stufe
unterschiedliche Bereiche zum
Ausruhen, Fressen und Bewegen
ab h Einstreu und Tränken
Tierwohl Stufe
unterschiedliche Bereiche zum
Ausruhen, Fressen und Bewegen
Kürzen der Schwänze
verboten
betäubunglose
Kastration verboten
stattdessen Ebermast oder
Impfung gegen Ebergeruch
Säugezeit
42 Tage
und Nestbau-
material
Säugezeit
35 Tage
und Nestbau-
material
Säugezeit
28 Tage
und Nestbau-
material
Säugezeit
25 Tage
und Nestbau-
material
pro Schwein*
1,65 m²
Auslauf im Sommer  Tage im Monat
Zahl der Tiere
begrenzt
Bio Suisse
RauhfutterRauhfutter RauhfutterRauhfutterkein Rauhfutter
Kürzen der Schwänze
im Einzelfall erlaubt
(Stressfaktoren minimieren)
Eigenkontrolle
+ jährlich externer
Stallklima- und
Tränkwassercheck
Eigenkontrolle
+ jährlich externer
Stallklima- und
Tränkwassercheck
Eigenkontrolle
+ jährlich externer
Stallklima- und
Tränkwassercheck
jährliche Kontrolle
durch lizensierte
Prüfer
ab h Einstreu und Tränken
Tierwohl Stufe
Beton- oder Spaltböden
organisches
Beschäftigungsmaterial
organisches
Beschäftigungsmaterial organisches
Beschäftigungsmaterial
organisches
Beschäftigungsmaterial
konventionelles
Beschäftigungsmaterial
Kürzen der Schwänze
im Einzelfall erlaubt
betäubungslose
Kastration
erlaubt bis 
Eigenkontrolle
Säugezeit
21 Tage
gesetzlicher Standard
Hühner
Tierschutz ist eine
Frage der Haltung
Tierschutz steht seit 2002 als Staatsziel im Grundgesetz. Doch die entsprechende politische Umsetzung kommt nur langsam voran. Besonders für
Nutztiere sind die Haltungsbedingungen immer noch unzureichend und verursachen dadurch das Leiden von Millionen von Schweinen, Rindern und
Hühnern. Dabei sind gesetzliche Verpflichtungen zum Schutz des Tierwohls dringend geboten: Die Massentierhaltung hat so stark zugenommen,
dass Deutschland mittlerweile Weltmeister des Fleischexports ist, vor allem nach China. Der Export von Fleisch- und Milchprodukten nach China hat
sich seit 2000 verdreißigfacht. Vor allem Schwein ist beliebt: 2,4 Millionen Tonnen haben deutsche Händler 2017 exportiert und damit knapp ein
Fünftel der geschlachteten Schweine. Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind schon weiter und mehrheitlich bereit, mehr Geld für Tierprodukte
auszugeben, wenn dadurch ihr Schutz garantiert wird. Jetzt ist die Politik gefragt. Tierschutz ist eben eine Frage der Haltung.
Konzeption: KAI NIEBERT & ANNA GEUCHEN
Umsetzung: INFOGRAFIKER.COM
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