ArticlePDF Available

Abstract

With the „NATÜRLICH BAYERN” initiative, a key action of the new „Blühpakt Bayern“, the Bavarian Landcare Associations (Landschaftspflegeverbände) will improve areas of the public sector, agriculture and industry into species-rich habitats for insects over the next five years.
1
41(1), 2 019
Aufgeblüht!
Martin Sommer
NATÜRLICH BAYERN“: Eine Initiative
für insektenreiche Lebensräume
Mit der Initiative „NATÜRLICH BAYERN“, Schwerpunkt im neuen „Blühpakt Bayern“, werten die bayeri-
schen Landschaftspegeverbände (LPV) in den kommenden fünf Jahren Flächen der öentlichen Hand,
Landwirtschaft und Gewerbe zu artenreichen Lebensräumen für Insekten auf. Dabei werden die Akteure
in Hinblick auf eine insektenfreundliche Bewirtschaftung der Flächen beraten. Der Deutsche Verband für
Landschaftspege (DVL) koordiniert und begleitet das Projekt mit einer überregionalen Medienkampa-
gne. Gefördert wird das Projekt vom bayerischen Umweltministerium.
Abbildung 1
Wildkrautreiche Äcker, auch
durch Ansaat autochthoner
Wildkräuter, sind Lebens-
raum für eine Vielzahl an
Wildinsektenarten (Foto:
Martin Sommer).
Hintergrund
Die Zahlen der Schmetterlinge, Wildbienen, Heu-
schrecken oder Käfer nehmen in unserer Kultur-
landschaft rapide ab. Dies wurde in den ver-
gangenen Jahren vielfach, auch in Langzeitstu-
dien, untersucht und veröentlicht (zum Beispiel
Wenzel
et al. 2006). Seit der Veröentlichung der
sogenannten Krefeld-Studie auf Basis der Daten
des Entomologischen Vereins Krefeld e. V. im
Herbst 2017 (
Sorg
et al. 2013;
Hallmann
et al.
2017), die weltweit nicht nur im Naturschutzum-
feld beachtet wurde, sondern erstmals die Politik
aufgerüttelt hat, ist der dramatische Rückgang
der Insekten in aller Munde. Die Studie, die auch
Anstoß für das Volksbegehren in Bayern war, er-
gab, dass in Naturschutzgebieten der unter-
suchten Regionen in Deutschland (Niederrhein
und Brandenburg) die Masse der Insekten in den
letzten 30 Jahren um bis zu 75 Prozent abgenom-
men hat.
Neben Honigbienen sind vor allem Wildbienen
(in Bayern über 500 Arten) sowie viele andere In-
sektengruppen wie Fliegen oder Schmetterlinge,
abgesehen von ihrer essenziellen Bedeutung für
die Ökologie artenreicher Lebensräume, auch ex-
trem wichtig für die Bestäubung vieler Nutzpan-
zen wie Obst- und Gemüsearten. Dabei sind die
Wildinsekten und vor allem die Vielfalt der Insek-
tenarten für die Bestäubung teilweise wichtiger
als die Honigbienen (
Klein
et al. 2007;
Breeze
et al.
2011;
BlütHgen & Klein 2011; BurKle
et al. 2013;
leonHardt
et al. 2013).
Blühächen aus nichtautochthonen
Saatmischungen
Die beliebten Blühächen und Blühstreifen aus
Mischsaatgut mit Kultur- und Wildpanzen, die in
vielen Bundesländern als Agrarumweltmaßnah-
men (AUM) oder als Kompensationsmaßnahmen
angelegt werden, sind als Insektenlebensraum
2
41(1), 2 019
M. SoMMe r
NATÜRLICH BAYERN
Aufgeblüht!
nur eingeschränkt geeignet. So haben unter-
schiedliche Studien herausgefunden, dass die Ar-
ten-Zusammensetzung des Saatguts, die Ansaat-
dichte sowie die Bewirtschaftung eine entschei-
dende Rolle für den Blütenbesuch durch Wildin-
sekten spielen. Gängige Mischungen werden oft
von Honigbienen und einigen häugen Wildin-
sektenarten besucht, sind aber für die selteneren
und stärker spezialisierten Arten oft ohne Bedeu-
tung und werden von ihnen nicht genutzt. An-
saaten von rein autochthonen Ackerwildkräutern
(Abbildung 1) sind deutlich ezienter als Blühmi-
schungen. Zu dem Thema fanden und nden
aktuell viele Versuchsreihen mit teilweise erfolg-
versprechenden Erkenntnissen statt, die zu wirk-
sameren beziehungsweise wildinsektenfreundli-
cheren Mischungen führen dürften (
dietericH
et al. 2016;
mandery
et al. 2018;
oppermann
et al.
2013;
Wagner
et al. 2014).
Als Ursachen für den Insekten- und Vogel-
schwund machen alle Studien, neben anderen
Faktoren wie Flächenverbrauch oder Klimawan-
del, die intensivierte Landwirtschaft verantwort-
lich. Während durch die Veränderung der Kultur-
landschaft zunächst vor allem seltene Arten mit
kleinen Populationen gelitten haben (Abbil-
dung 2), nehmen mittlerweile auch ehemals häu-
gere Arten ab. Einige der Hauptlebensräume der
Wildinsekten, wie artenreiche Flachlandmähwie-
sen, extensive Weiden und wildkrautreiche Äcker,
sind in den letzten Jahrzehnten besonders stark
durch die Intensivlandwirtschaft zurückgegan-
gen. Ebenso ist der negative Einuss der Neonico-
tinoide auf (bestäubende) Insekten und (insek-
tenfressende) Vögel nachgewiesen (
Hallmann
et
al. 2014). So fordern der Sachverständigenrat für
Umweltfragen (SRU) und der Wissenschaftliche
Beirat für Biodiversität und Genetische Ressour-
cen (WBBGR) als wichtigste Maßnahmen in den
Aktionsprogrammen für Insektenvielfalt, zum
Beispiel Panzenschutzmittel und Dünger zu
reduzieren und monotone Landschaften mit
Kleinstrukturen anzureichern (URL 1).
„NATÜRLICH BAYERN“ – Landschaftspegever-
bände schaen insektenreiche Lebensräume
Parallel zu dem Aktionsprogramm der Bundes-
regierung gegen das Insektensterben (URL 2),
hat die bayerische Staatsregierung den „Blühpakt
Bayern“ ins Leben gerufen (vergleiche
niederleit ner
2019, in dieser Ausgabe). Neben anderen Initiati-
ven ist der Schwerpunkt des Blühpakts die Initia-
tive „NATÜRLICH BAYERN – Insektenreiche Le-
bensräume“. Dabei werden im Laufe der kom-
menden fünf Jahre in 30 Landkreisen oder kreis-
freien Städten durch die dortigen Land schafts-
pege verbände Lebensräume für die Insekten-
welt verbessert und neu geschaen. Die 30 Ein-
zelprojekte sind jeweils zweijährig. Je zehn Pro-
jekte nden 2019/20, 2020/21 und 2021/22 statt.
Im Fokus der Initiative stehen neben landwirt-
schaftlichen Flächen sogenannte „Eh-da-Flächen“,
also solche, auf denen bisher nicht insekten-
freundlich gewirtschaftet wird. Dies sind bei-
spielsweise Pachtächen in Gemeindebesitz, Stra-
ßen- und Gewässerränder, Säume oder öent-
liche Grünächen. In Zusammenarbeit mit den
Kommunen, anderen Flächeneigentümern, Natur-
schutzbehörden und Landwirten sollen hier in-
sektenfördernde Maßnahmen umgesetzt werden.
Hierzu werden artenreiche Lebensräume (Wiesen,
Äcker, Hecken, Säume) entweder durch Ansaat
oder Panzung neu geschaen oder artenarme
Bereiche durch fachgerechte Nachsaat, Panzung
oder Pege aufgewertet. Darüber hinaus sollen
sowohl bestehende als auch neu geschaene
Flächen besser vernetzt werden. Weiterer Schwer-
punkt ist die intensive Beratung aller Akteure wie
Gemeinden mit ihren Bauämtern und Bauhöfen
oder ausführende Landwirte (siehe Abbildung 3).
Die Drittelparität von Kommunen, Landwirten
und Naturschützern innerhalb der Landschafts-
pegeverbände kann hier besonders positiv
genutzt werden. Koordiniert werden die Einzel-
projekte vom Deutschen Verband für Land-
schaftspege (DVL), der darüber hinaus mit einer
bayernweiten Medienkampagne die Initiative
begleitet und für den Insektenschutz wirbt.
Das bayerische Umweltministerium fördert die
Initiative mit insgesamt drei Millionen Euro aus
der Landschaftspege- und Naturpark-Richtlinie.
Die Initiative zielt darauf, das Angebot von pan-
zenartenreichen Flächen in den bayerischen Ge-
meinden zu erhöhen und zu verbessern. Ebenso
Abbildung 2
Der Apollofalter (Parnassius
apollo) hat einen Großteil
seiner Populationen außer-
halb der Alpen durch Dezi-
mierung und Zerstörung
seiner Lebensräume verlo-
ren (Foto: Martin Sommer).
ANL
IEGEN
NATUR
online preview
3
41(1), 2 019
M. SoMMe r
NATÜRLICH BAYERN
Aufgeblüht!
ist es wichtig, mehr Bewusstsein für und Wissen
über Insekten und deren Bedeutung zu schaen.
Dadurch sollen Lebensraum- und Nahrungsange-
bot für die heimischen Insekten deutlich verbes-
sert werden, nicht nur in Schutzgebieten, son-
dern und vor allem auch in der „Normalland-
schaft“ und im Siedlungsbereich.
Die Einzelprojekte
Um naturschutzfachlich besonders hochwertige
Maßnahmen in den Einzelprojekten sicherzustel-
len, gelten folgende fachliche Vorgaben:
Werbung und Nutzung von eigenem Saatgut
(„so autochthon wie möglich“): Durch Nutzung
ausschließlich gebietsheimischen Saat- und
Panzguts, wo immer möglich selbst gewonnen,
sollen besonders wertvolle Lebensräume für In-
sekten, vor allem auch für seltene und bedrohte
Arten, geschaen oder verbessert werden.
Panzen- und insektenschonende „Ernte“
des Saatguts: Durch Ernte ohne Mahd (mit
„eBeetle“ oder ähnlichen Geräten), Mähgut-
übertragung mit tierschonenden Messerbalken
oder „Innen-nach-außen-Technik“ sowie durch
Wiesendrusch mit dem Mähdrescher.
Akquise von Spender- und Empfängerächen:
Ziel: Aufbau einer Flächendatenbank für den
gesamten Landkreis
Die ersten zehn Einzelprojekte werden im Früh-
jahr 2019 in verschiedenen Landkreisen in Bayern
begonnen (Abbildung 4). Je nach Begebenheiten
werden in den einzelnen Projekten verschiedene
Maßnahmen und Beratungsschwerpunkte durch
die LPV gesetzt. Beispielsweise werden in zwei
der Einzelprojekte vorwiegend Maßnahmen auf
Acker-, Weg- und Wiesenrainen mit Trittsteinen
und Verbindungskorridoren in intensiver Agrar-
landschaft umgesetzt. In Oberbayern wird dage-
gen ein Biotopverbundsystem aufgebaut, das
mehrere naturschutzfachlich sehr hochwertige
Schutzgebiete, wie Garchinger Heide und die
Isaraue (Abbildung 5), miteinander verbindet.
Zwei der Projekte, zum Beispiel in Rottal-Inn,
legen den Hauptfokus auf die Beratung der Ak-
teure, wobei in einem Landkreis die Landwirte, im
anderen die Gemeinden und Bauhöfe die Haupt-
zielgruppen sind. In Niederbayern werden auf
sehr hochwertigen Gäuböden auf Löss auch be-
stimmte Blühächenkonzepte umgesetzt, wäh-
rend in anderen Regionen wie der fränkischen
Schweiz hauptsächlich magere Raine, in Dachau
Restächen der Flurbereinigung oder in Augs-
burg städtische Grünächen und Gewerbeä-
chen im Mittelpunkt der Maßnahmen stehen.
In mehreren Landkreisen haben Kommunen und
verschiedene Organisationen bereits großes Inte-
resse an den Projekten bekundet. Dazu gibt es in
einigen Landkreisen bereits Flächenpools von
möglichen Spenderächen und landwirtschaft-
liche Betriebe als Projektpartner, zum Beispiel in
Kelheim. Viele der teilnehmenden Landschafts-
pegeverbände wie zum Beispiel Augsburg oder
Unterallgäu besitzen auch bereits Erfahrung mit
der Eigenwerbung von Saatgut beziehungsweise
mit Heudrusch oder Mähgutübertragung und ha-
ben zum Teil bereits autochthones Saatgut aus
vorherigen Projekten vorrätig, sodass zügig mit
der Umsetzung begonnen werden kann. Nach
dem Start der ersten Einzelprojekte im Frühjahr
werden bereits im Sommer dieses Jahres die
nächsten zehn Projekte ausgeschrieben, die
dann im Frühjahr 2020 starten.
Abbildung 3
Beispiel für Beratungs-
material für Kommunen
(Grak: LPV Passau).
Abbildung 4
Verteilung der ersten zehn
der insgesamt 30 Einzel-
projekte von „NATÜRLICH
BAYERN“ (Grak: DVL).
ANL
IEGEN
NATUR
online preview
4
41(1), 2 019
M. SoMMe r
NATÜRLICH BAYERN
Aufgeblüht!
Hallmann, c., Sorg, m., JongeJanS, e., Siepel, H.,
Hofland, n., ScHWan, H.
et al. (2017): More than 75
percent decline over 27 years in total ying insect
biomass in protected areas. – PLoS ONE 12(10):
e0185809; https://doi.org/10.1371/journal.pone.
0185809.
Klein, a.-m., VaiSSière, B., cane, J., Steffan-deWenter,
i., cunningHam, S., Kremen, c.
et al. (2007): Import-
ance of pollinators in changing landscapes for
world crops. – In: Proceedings of the Royal
Society (274): 303–313.
leonHardt, S. d., gallai, n., gariBaldi, l. a.,
KuHlmann, m. & Klein, a.-m.
(2013): Economic
gain, stability of pollination and bee diversity
decrease from southern to northern Europe. –
Basic and Applied Ecology 14(6): 461–471.
mandery, K., müller, m. & zeiSel, J.
(2018): Wild -
bienen auf Äckern mit Blühmischungen. –
Studie i. A. des BN in Bayern.
niederleitner
, S. (2019): Blühpakt Bayern – mehr
Schutz und mehr Aufmerksamkeit für unsere
Insekten. – ANLiegen Natur 41/1; www.anl.bayern.
de/publikationen/anliegen/anliegen41_1.htm.
oppermann, r., Haider, m., KronenBitter, J.,
ScHWenninger, H. r. & tornier, i.
(2013) : Blüh -
ächen in der Agrarlandschaft – Untersuchungen
zu Blühmischungen, Honigbienen, Wildbienen
und zur praktischen Umsetzung. – Gesamtbericht
zu wissenschaftlichen Begleituntersuchungen im
Rahmen des Projekts Syngenta Bienenweide: 191 S.;
http://ifab-mannheim.de/Gesamtbericht%20
Syngenta-19nov2013.pdf.
Sorg, m., ScHWan, H., StenmanS, W. & müller, a.
(2013): Ermittlung der Biomassen ugaktiver Insek-
ten im Naturschutzgebiet Orbroicher Bruch mit
Malaise Fallen in den Jahren 1989 und 2013. – Mit-
teilungen aus dem Entomologischen Verein Kre-
feld Vol. 1: 1–5.
URL 1: www.umweltrat.de/SharedDocs/Downloads/
DE/04_Stellungnahmen/2016_2020/2018_10_AS_
Insektenschutz.html.
URL 2: www.bmu.de/insektenschutz/.
Wagner, c., BacHl-Staudinger, m., BaumHolzer, S.,
BurmeiSter, J., fiScHer, c., Karl, n.
et al. (2014): Fau-
nistische Evaluierung von Blühächen. – Schriften-
reihe der Bayerischen Landesanstalt für Landwirt-
schaft 1/2014: 1–150.
Wenzel, m., ScHmitt, t., Weitzel, m. & Seitz, a.
(2006): The severe decline of butteries on western
German calcaerous grasslands during the last 30
years: A conservation problem. – Biological Conser-
vation 128(4): 542–552.
Zitiervorschlag
Sommer, M. (2019): „NATÜRLICH BAYERN“: Eine
Initiative für insektenreiche Lebensräume. –
ANLiegen Natur 41(1): online preview, 4 p.,
Laufen; www.anl.bayern.de/publikationen
Autor
Dr. Martin Sommer,
Jahrgang 1966.
Studium der Biologie in Saarbrücken und
Marburg, Diplom 1994 bei Prof. Plachter, Promo-
tion 2000 an der Universität Erlangen. Projektma-
nager beim Deutschen Verband für Landschafts-
pege (DVL) für das vom bayerischen Umwelt-
ministerium geförderte Insektenschutzprojekt
„NATÜRLICH BAYERN“. Lehraufträge an der Fach-
hochschule Erfurt zur Thematik Naturschutz in
der Landwirtschaft.
Deutscher Verband für Landschaftspege (DVL)
m.sommer@lpv.de
Literatur
BlütHgen, n. & Klein, a.-m.
(2011): Functional com-
plementarity and specialisation: The role of biodi-
versity in plant-pollinator interactions. – Basic and
Applied Ecology 12(4): 282–291.
Breeze, t. d., Bailey, a. p., BalcomBe, K. g. & pottS, S. g.
(2011): Pollination services in UK: how important are
honeybees? – Agriculture, Ecosystems & Environ-
ment 142(3–4): 137–143.
BurKle, l. a., marlin, J. c. & KnigHt, t. m.
(2013) :
Plant-Pollinator Interactions over 120 Years: Loss of
Species, Co-Occurrence, and Function. – Science
339 (6127) : 1611–1615.
dietericH, m., HeintScHel, S., HauSBerg, m., mücK, J.,
Bauer, t., Berger, J.
et al. (2016): Biomassekulturen
der Zukunft aus Naturschutzsicht – Ergebnisse aus
dem F+E-Vorhaben (FKZ-Nr. 3511 82 150), BfN-Scrip-
ten 442: 328 S.
Hallmann, c., foppen, r. p. B., turnHout, c. a. m.
Van, Kroon, H. de, JongeJanS, e.
(2014): Declines
in insectivorous birds are associated with high
neonicotinoid concentrations. – Nature 511 (7509),
S. 341–343.
Abbildung 5
Kalkmagerrasen in der
Isaraue auf einer „Brenne“
(Foto: Martin Sommer).
ANL
IEGEN
NATUR
online preview
ResearchGate has not been able to resolve any citations for this publication.
Article
Full-text available
Global declines in insects have sparked wide interest among scientists, politicians, and the general public. Loss of insect diversity and abundance is expected to provoke cascading effects on food webs and to jeopardize ecosystem services. Our understanding of the extent and underlying causes of this decline is based on the abundance of single species or taxo-nomic groups only, rather than changes in insect biomass which is more relevant for ecological functioning. Here, we used a standardized protocol to measure total insect biomass using Malaise traps, deployed over 27 years in 63 nature protection areas in Germany (96 unique location-year combinations) to infer on the status and trend of local entomofauna. Our analysis estimates a seasonal decline of 76%, and midsummer decline of 82% in flying insect biomass over the 27 years of study. We show that this decline is apparent regardless of habitat type, while changes in weather, land use, and habitat characteristics cannot explain this overall decline. This yet unrecognized loss of insect biomass must be taken into account in evaluating declines in abundance of species depending on insects as a food source, and ecosystem functioning in the European landscape.
Article
Full-text available
Bees are in decline potentially leading to reduced pollination and hence production of insect-pollinated crops in many countries. It is however still unclear whether the consequences of pollinator shortages differ among countries with different environmental and societal conditions. Here, we calculated economic gains attributed to insect (particularly bee) pollination( EVIP) as well as their contribution to the total value of crop production (vulnerability), and analyzed their temporal trends and inter-annual variability from 1991 to 2009 for each country of the European Union (EU). To understand which factors drive country-specific differences in pollinator dependency and stability of insect-dependent crop yields, we further asked whether EVIP, vulnerability and stability of yields were influenced by a country's climate, the number of wild bee species and/or managed honeybee hives per country, and (agricultural) gross domestic product (GDP). Across Europe, crop pollination by insects accounted for 14.6 [+/- 3.3] billion EUR annually (EVIP), which equaled 12 (+/- 0.8)% of the total economic value of annual crop production. Gains strongly varied among countries. Both EVIP and vulnerability increased (and the inter-annual variation of vulnerability decreased) significantly from the colder northern to the warmer Mediterranean EU countries, in parallel with increases in the number of wild bee species. Across years, economic importance of pollination increased in all but three EU countries. Apples were the most important insect-pollinated crop in the EU, accounting for 16% of the EU's total EVIP. Our results show that whereas dependency on insect pollination increased from the colder north to the warmer south, variation in economic gain from insect pollination decreased, indicating that Mediterranean countries had more stable yields of pollinator-dependent crops across years and thus more reliable gains from pollination services.
Article
Full-text available
Pollination services are known to provide substantial benefits to human populations and agriculture in particular. Although many species are known to provide pollination services, honeybees (Apis mellifera) are often assumed to provide the majority of these services to agriculture. Using data from a range of secondary sources, this study assesses the importance of insect pollinated crops at regional and national scales and investigates the capacity of honeybees to provide optimal pollination services to UK agriculture. The findings indicate that insect pollinated crops have become increasingly important in UK crop agriculture and, as of 2007, accounted for 20% of UK cropland and 19% of total farmgate crop value. Analysis of honeybee hive numbers indicates that current UK populations are only capable of supplying 34% of pollination service demands even under favourable assumptions, falling from 70% in 1984. In spite of this decline, insect pollinated crop yields have risen by an average of 54% since 1984, casting doubt on long held beliefs that honeybees provide the majority of pollination services. Future land use and crop production patterns may further increase the role of pollination services to UK agriculture, highlighting the importance of measures aimed at maintaining both wild and managed species.
Article
Full-text available
Butterflies and burnet moths are a suitable model species group with which to analyse the general decline of invertebrate biodiversity over the last few decades. In this study, we analysed which ecological groups of butterflies and burnet moths are most affected and how the recent modifications of the landscape have influenced them. Therefore, we studied the species composition of seven calcareous grassland remnants in south-western Germany in 1972 and 2001. We observed a strong change in the community composition and a severe decline in species richness. In general, the incidence of the autochthonous non-ubiquitous species declined by more than 50%, whereas ubiquitous species showed no significant difference in numbers during this period. Especially affected by the decline were those species which need structured habitats, those which are poor dispersers, species which need habitat sizes of 16 ha and more, monophagous species, K strategists and Red Data Book species. Most probably, either habitat outside the reserves is affecting dynamics within the reserves or loss of habitat outside the protected areas has reduced the overall area and connectivity of habitat for some species, increasing extinction rates and reducing colonisation rates in metapopulations. We conclude that these negative trends can only be stopped or even reversed if the landscape structure is made less hostile for species with conservation interest.
Article
Full-text available
The extent of our reliance on animal pollination for world crop production for human food has not previously been evaluated and the previous estimates for countries or continents have seldom used primary data. In this review, we expand the previous estimates using novel primary data from 200 countries and found that fruit, vegetable or seed production from 87 of the leading global food crops is dependent upon animal pollination, while 28 crops do not rely upon animal pollination. However, global production volumes give a contrasting perspective, since 60% of global production comes from crops that do not depend on animal pollination, 35% from crops that depend on pollinators, and 5% are unevaluated. Using all crops traded on the world market and setting aside crops that are solely passively self-pollinated, wind-pollinated or parthenocarpic, we then evaluated the level of dependence on animal-mediated pollination for crops that are directly consumed by humans. We found that pollinators are essential for 13 crops, production is highly pollinator dependent for 30, moderately for 27, slightly for 21, unimportant for 7, and is of unknown significance for the remaining 9. We further evaluated whether local and landscape-wide management for natural pollination services could help to sustain crop diversity and production. Case studies for nine crops on four continents revealed that agricultural intensification jeopardizes wild bee communities and their stabilizing effect on pollination services at the landscape scale.
  • Burkle
  • J C Marlin
  • T M Knight
BurKle, l. a., marlin, J. c. & KnigHt, t. m. (2013): PlantPollinator Interactions over 120 Years: Loss of Species, CoOccurrence, and Function. -Science 339(6127): 1611-1615.
  • C P B Hallmann
  • Van
  • H Kroon
  • De
  • Jongejans
Hallmann, c., foppen, r. p. B., turnHout, c. a. m. Van, Kroon, H. de, JongeJanS, e. (2014): Declines in insectivorous birds are associated with high neonicotinoid concentrations. -Nature 511 (7509), S. 341-343.
Blühpakt Bayern -mehr Schutz und mehr Aufmerksamkeit für unsere Insekten
  • S Niederleitner
niederleitner, S. (2019): Blühpakt Bayern -mehr Schutz und mehr Aufmerksamkeit für unsere Insekten. -ANLiegen Natur 41/1; www.anl.bayern. de/publikationen/anliegen/anliegen41_1.htm.
Ermittlung der Biomassen flugaktiver Insek ten im Naturschutzgebiet Orbroicher Bruch mit Malaise Fallen in den Jahren
  • M Sorg
  • H Schwan
  • W Stenmans
  • Müller
Sorg, m., ScHWan, H., StenmanS, W. & müller, a. (2013): Ermittlung der Biomassen flugaktiver Insek ten im Naturschutzgebiet Orbroicher Bruch mit Malaise Fallen in den Jahren 1989 und 2013. -Mit teilungen aus dem Entomologischen Verein Kre feld Vol. 1: 1-5.
  • Zitiervorschlag Sommer
Zitiervorschlag Sommer, M. (2019): "NATÜRLICH BAYERN": Eine Initiative für insektenreiche Lebensräume. -ANLiegen Natur 41(1): online preview, 4 p., Laufen; www.anl.bayern.de/publikationen