ArticlePDF Available

Haartransplantation: Welche Technik für welche Patienten?Hair transplantation: which technique for which patient?

Authors:
Article

Haartransplantation: Welche Technik für welche Patienten?Hair transplantation: which technique for which patient?

Abstract and Figures

Während der Transplantationsprozess von Haarwurzeln in ehemals behaarte Kahlstellen weitestgehend standardisiert ist und sich über die Jahre kaum verändert hat, haben sich in den letzten 15 Jahren 2 verschiedene Entnahmetechniken der Haarwurzeln aus dem Haarkranz durchgesetzt: Einmal die renommierte Streifenentnahme mit anschließender mikroskopischer Vereinzelung der „Follicular Units“, zum zweiten die seit 2002 erstmals beschriebene Einzelexzision der „Follicular Units“, FUE-Technik. Beide Techniken bieten Vor- und Nachteile für den Patienten. Durch Marketingstrategien im Internet sind Patienten oft verunsichert und wissen nicht, für welche Entnahmemethode sie sich entscheiden sollen. Aufgrund empirischer Erfahrungen sollte man bei Patienten bis zum 30. Lebensjahr und bei Patienten mit Kurzhaarschnitt (weniger als 1 cm Haarlänge) sowie dünnem und durchscheinendem Haar die FUE-Methode empfehlen. Auch bei Ängsten vor „Schneiden, chirurgischer Naht“ etc. ist die FUE-Technik die Methode der Wahl. Patienten, die aus beruflichen oder persönlichen Gründen niemals ihre Haare kurz rasieren würden, bietet sich die Strip-Entnahmetechnik mit resorbierbarer Naht an. Das trifft natürlich auch auf alle Patienten zu, die immer ihr Haar lang tragen möchten. Dazu zählen in den meisten Fällen auch weibliche Patienten. Wichtig für den Arzt in der Haarsprechstunde: Wird eine Methode schlechtgeredet oder vorrangig Negatives darüber in den Vordergrund gestellt, verunsichert man den Patienten allgemein. Ärzten, die nur eine Entnahmetechnik beherrschen, wird dringend das Erlernen der Alternativmethode empfohlen. Der Patient wird sich immer dort am sichersten und besten fühlen, wo der Arzt alle derzeit gängigen Operationsverfahren beherrscht. Es gehört zur ärztlichen Kunst und ist eine „conditio sine qua non“, die Entnahmetechniken selbst zu beherrschen und anzuwenden und diese nicht an Personal zu delegieren.
Content may be subject to copyright.
ästhetische chirurgie
journal für
Übersichten
J Ästhet Chir
https://doi.org/10.1007/s12631-019-0186-3
© Der/die Autor(en) 2019
Frank G. Neidel
Spezialpraxis HaartransplantationHAIRDOC, Düsseldorf, Deutschland
Haartransplantation: Welche
Technik für welche Patienten?
Einleitung und Begriffserklä-
rung
Durch viele gute positive und natürliche
Resultate ist die Haartransplantation bei
dauerhaem Haarverlust weiter auf Er-
folgskurs. Neben sachlicher Information
beim Spezialisten in de r Haarsprechstun-
de stehen dem Interessenten im Internet
weitere Informationsmöglichkeiten zur
Verfügung. Diese sind o durch Marke-
tingmaßnahmen „optimiert“, verwirren
deshalb hin und wieder oder informie-
ren schlichtweg falsch. Am Ende kommt
ein Patient zur Vorstellung, der speziell
für seine Situation einen verbindlichen
ärztlichen Rat braucht. Dann liegt es am
behandelnden Arzt, den richtigen Vor-
gehensweg zu definieren.
Immer in Diskussion sind dabei die
Techniken der Haartransplantation, die
sich kontinuierlich über die Jahre weiter-
entwickelt haben. Dazu kommen Infor-
mation aus dem Internet über völlig neue,
revolutionäre oder absolut veraltete Tech-
niken. Es fallen Schlagwörter wie „FUE,
FUT, FUI“, die manchmal weder vom
Arzt noch vom Patienten genau erklärt
werden können. Diese Abkürzungen be-
ziehen sich meist auf die Art der Ent-
nahme der Haarfollikel aus dem Haar-
kranz. Derzeit sind 2 Möglichkeiten etab-
liert: einzeln oder komplex im Hautstrei-
fen mit anschließender Vereinzelung von
Haarwurzeln unter dem Mikroskop.
Merke.
4Einzelentnahme der Haarwur-
zelgruppen = Follicular-Unit-
Exzision= FUE
4Hautstreifenentnahme „en
bloc“ mit mikroskopischer
Vereinze lu ng = Follicular-Unit-
Transplantation= FUT
Zeitliche Einordnung der
Operationstechniken
Die Haartransplantation ist als Um-
verteilung Dihydrotestosteron(DHE)-
resistenter Haarfollikel aus dem so ge-
nannten Haarkranz in kahle Stellen, zum
Beispiel bei androgenetischer Alopezie
(AGA) oder bei narbigen Alopezien ver-
schiedener Genese seit über 70 Jahren
als wirksame und dauerhae erapie
bekannt [2,7,1214].
Anfänglich „punchte“ man Hautin-
seln mit Durchmesser von 3–5mm aus
der Spenderzone (Haarkranz) heraus.
Die Entnahmestellen blieben offen oder
wurden vernäht und die Makrotrans-
plantate (Gras) in Originalgröße in die
Kahlstellen umverteilt [3,16]. Alopezi-
sche Areale waren damit zwar wieder
lückenha behaart, unweigerlich wur-
de jedoch ein deutlicher Büscheleffekt
sichtbar. Hohen ästhetischen Ansprü-
chen konnte das Resultat nicht genügen
(.Abb. 1und 2).
In den 1980iger-Jahren wurden
Standardtransplantate (Hautinseln mit
3–5mm Durchmesser) geviertelt oder
gesechstelt, also präparatorisch verklei-
nert, so dass die Büschel nicht mehr
so deutlich sichtbar waren. Es begann
die Ära der Minigras. Minigras wur-
den für die Gestaltung des Haaransatzes
sogar in geringer Zahl zu Einzelhaar-
transplantaten (Mikrogras) präpariert
[5,6].
Beide Methoden, Standardgratrans-
plantation und Mini-/Mikrogratrans-
plantation begrenzten sich durch relativ
hohe Verluste an Haarwurzeln und grö-
ßere Vernarbungen im Spendergebiet.
Mit Einführung von Mikroskopen
in den frühen 1990iger-Jahren zur Prä-
paration von Haarwurzeln wurde zum
einen die Dissektions-, also Verlustrate
an Haarwurzeln gesenkt. Zum anderen
entnahm man am Hinterkopf nicht mehr
nurHautinseln,sonderneinen mehr oder
weniger langen und breiten Hautstreifen,
der sehr viele Haarwurzeln enthielt. Man
war in der Lage, daraus große Mengen
an Haartransplantaten relativ verlustarm
zu vereinzeln [8,9,16]. Es wurde ver-
sucht, immer höhere Transplantatzahlen
zu verpflanzen und damit eine dichtere
Bedeckung der Kopfhaut zu erreichen
bzw. die Behandlungsfläche zu vergrö-
ßern. Das Management der Narben am
Hinterkopf wurde dabei weitestgehend
außer Acht gelassen, auch, weil man die
verbliebenen Resthaare ganz gut zum
Überkämmen breiter Narben nutzen
konnte. Die Patienten tolerierten die
entstandenen Narben am Haarkranz
weitestgehend (.Abb. 3und 4).
Mit Beginn des 21. Jahrhunderts
wurden Kurzhaarschnitte modern und
somit wurden die Entnahmenarben auch
mehr sichtbar. Über diverse Kommuni-
kationskanäle im Internet wurden solche
Narben dargestellt, und es entwickelte
sich ein Bewusstsein für möglichst un-
sichtbare Narben im Haarkranzbereich.
Spezielle Nahttechniken zum Wundver-
schluss wurden entwickelt („trichophy-
tic closure“ nach Marzola oder Frechet)
[16]. Somit konnte unter bestimmten
Voraussetzungen mit der richtigen Ent-
nahme- und Nahttechnik eine auch
bei Kurzhaarschnitt fast unsichtbare
lineare Narbe erreicht werden bei ak-
zeptabler Transplantatzahl von 2000
bis 3000. Nicht immer konnte man von
optimaler Wundheilung und fachgerech-
tem Wundverschluss ausgehen, weshalb
durch ungünstige Narbenbildung, be-
sonders nach Mehrfachoperationen, die
Journal für Ästhetische Chirurgie
Übersichten
Abb. 1 8Hautinseln mit Durchmesser von 3–5 mm wurden aus demHaar-
kranz gebohrt. Man nennt sie Standardtransplantate nach Perlenkettenent-
nahme, weil der Narbenverlauf wie eine Perlenketteanmutet. (© F. Neidel)
Abb. 2 8„Puppenkopfeffekt“ = unnatürliches Aussehen durch Transplan-
tation von Hautinseln(Makrografts) mit Durchmesser 3–5 mm aus demhin-
teren Haarkranz. (© F. Neidel)
Abb. 3 8Gerade vernähte Entnahmestelle nach Streifenentnahme.Die
Resthaare bleiben lang und könnendie Entnahmestelle überdecken.
(© F. Neidel)
Abb. 4 8Nachoptimaler WundheilungistdieNarbebeilangemHaarkaum
odergarnichtsichtbar.(©F.Neidel)
Streifenentnahme in Misskredit geriet
(.Abb. 5und 6).
Durch mikroskopische Präparation
und damit zwangsläufig auch genaue-
re optische Analyse der Spenderfläche
erkannte man, dass Haarwurzeln in
kleinen Gruppen aus der Haut heraus-
wachsen und als anatomische Einheit zu
betrachten sind. Diese Erkenntnis wurde
histologisch bestätigt. Man nannte diese
Haareinheiten „Follicular Units“. Der B e-
griff der Follicular-Unit-Transplantation
(FUT) entstand ([1]; .Abb. 7).
Im Jahr 2002 nutze Dr. Bill Rassmann
die Weiterentwicklung der Mikrochirur-
gie und benutzte sehr kleine Hohlbohrer
von 1–1,5 mm Durchmesser anstatt der
Standard bohrer von 3– 5 mm. Dadurch
konnte er „Follicular Units“ direkt ent-
nehmen. Er nannte das Verfahren der
Einzelentnahme „FOX-procedure“. Mit
Bekanntwerden und weiterer Verbrei-
tung dieser Entnahmetechnik entstand
der Begriff der FUE-Entnahmetechnik
(„Follicular-Unit-Extraktion“) [15]. Der
Begriff wurde 2018 konkretisiert und er-
setzt durch den Begriff der „Follicular-
Unit-Exzision. Damit wirdklar definiert,
dass es sich um ein Herausschneiden
von Haarwurzeln, also um ein invasives
Vorgehen handelt, was nach unserer
Rechtsauffassung Ärzten vorbehalten ist
[11].
Merke. Die seit 2002 bekannte und in
den Folgejahren stets weiterentwickelte
Einzelentnahme der „Follicular Units“
aus dem hinteren und seitlichen Haar-
kranz wird per definitionem als „Follicu-
lar-Unit-Exzision bezeichnet. Nach un-
serer Rechtsauffassung ist dieser invasive
Vorgang approbierten Ärzten vorbehal-
ten bzw. kann unter Aufsicht approbier-
ter Ärzte roboterassistiert durchgeführt
werden [10].
Aktuelle Situation
Die FUE-Entnahmetechnik entwickelte
sich im letzten Jahrzehnt rasant weiter
sowohl in puncto Instrumentation als
Journal für Ästhetische Chirurgie
auch in puncto „Lernkurve“ der Ope-
rateure. Verpflanzte man anfänglich bis
zu 1000 „Follicular Units“ pro Sitzung
an einem Tag, so ist heute unter optima-
len Bedingungen und hoher Haardichte
beim Patienten eine Zahl bis zu 2500 und
mehr möglich. Auch Haarroboter helfen
bei der Entnahme der „Follicular Units“
und schützen den Operateur vor Ermü-
dung.
Trotzdem soll an dieser Stelle davor
gewarnt werden, Transplantatzahlen ins
„Unermessliche“ zu steigern. Denn: Die
Spenderhaarfläche ist beg renzt,die Sp en-
derhaardichteistindividuellverschieden.
Nur nachgenauer Analyse der Größe von
Spenderfläche und Haarfollikelgruppen-
dichte kann man Aussagen über die Ge-
samtmenge transplantierbarer Haarwur-
zeln machen.
Auch bei der Einzelentnahme können
sichtbare Narben resultieren, z. B. bei in-
adäquatem Instrumentarium und beim
„lernenden Operateur“. Bei zu dichter
Entnahme und zu hoher Transplantat-
zahl kann der gesamte Hinterkopf ver-
narben, es wachsen kaum noch Haa-
re, und der Patient gilt als „abgeerntet“
mit sichtbarer Narbenbildung (.Abb.8).
Bei nachhaltiger Entnahmetechnik hei-
len die Wunden sehr schnell ab, die Nar-
benbildung ist diskret und später gar
nicht oder kaum sichtbar (.Abb. 9).
Bei Streifenentnahme- als auch bei
FUE-Entnahmetechnik sind die Resul-
tate gleichwertig und genügen höchsten
ästhetischen Ansprüchen sowohlmakro-
und mikroskopisch (.Abb. 10a, b). Der
natürliche Wunsch eines jeden Patien-
ten ist: So viel wie möglich Haarwurzeln
transplantieren, so schonend wie mög-
lich transplantieren, so schmerzarm wie
möglich transplantieren, so nebenwir-
kungsarm wie möglich arbeiten, damit
die Wiederherstellungsphase möglichst
kurz ist.
Merke. Gerade wegen kommerzieller
Versprechen im Internet, die rein medi-
zinisch betrachtet o falsch sind, haben
wir Ärzte eine Aufklärungspflicht gegen-
über unseren Patienten, der wir in vollem
Umfang nachkommen sollen. Zu einem
guten ärztlichen Beratungsgespräch ge-
hören die Analyse der Spenderhaarquan-
tität und -qualität,ein zukunsweisendes
Zusammenfassung · Abstract
J Ästhet Chir https://doi.org/10.1007/s12631-019-0186-3
© Der/die Autor(en) 2019
F. G. Ne i del
Haartransplantation: Welche Technik für welche Patienten?
Zusammenfassung
Während der Transplantationsprozess von
Haarwurzeln in ehemals behaar te Kahlstellen
weitestgehend standardisiert ist und sich
über die Jahre kaum verändert hat, haben
sich in den letzten 15 Jahren 2 verschiedene
Entnahmetechniken der Haarwurzeln aus
dem Haarkranz durchgesetzt: Einmal die
renommierte Streifenentnahme mit an-
schließender mikroskopische r Vereinzelung
der „Follicular Units“, zum zweiten die seit
2002 erstmals beschriebene Einzelexzision
der „Follicular Units“, FUE-Technik. Beide
Techniken bieten Vor- und Nachte ile für den
Patienten. Durch Marketingstrategien im
Internet sind Patienten oft verunsichert und
wissen nicht, für welche Entnahmemethode
sie sich entscheiden sollen. Aufgrund
empirischer Erfahrungen sollte man bei
Patienten bis zum 30. Lebensjahr und bei
Patienten mit Kurzhaarschnitt (weniger
als 1 cm Haarlänge) sowie dünnem und
durchscheinendem Haar die FUE-Methode
empfehlen. Auch bei Ängsten vor „Schneiden,
chirurgischer Naht“ etc. ist die FUE-Technik
die Methode der Wahl. Patienten, die aus
beruflichen oder persönlichen Gründen
niemals ihre Haare kurz rasieren würden,
bietet sich die Strip-Entnahmetec hnik mit
resorbierbarer Naht an. Das trifft natürlich
auch auf alle Patienten zu, die immer ihr Haar
lang tragen möchten. Dazu zählen in den
meisten Fällen auch weibliche Patienten.
WichtigfürdenArztinderHaarsprechstunde:
Wird eine Methode schlechtgeredet
oder vorrangig Negatives darüber in den
Vordergrund gestellt, verunsichert man
den Patienten allgemein. Ärzten, die nur
eine Entnahmetechnik beherrschen, wird
dringend das Erlernen der Alternativmethode
empfohlen. Der Patient wird sich immer dort
am sichersten und besten fühlen, wo der Arzt
alle derzeit gängigen Operationsverfahren
beherrscht. Es gehört zur ärztlichen Kunst
und ist eine „conditio sine qua non“, die
Entnahmetechniken selbst zu beherrschen
und anzuwenden und diese nic ht an Personal
zu delegieren.
Schlüsselwörter
Haartransplantation · FUE · FUT · Entnahme-
techniken · Patientenauswahl
Hair transplantation: which technique for which patient?
Abstract
While the process of transplanting hair
roots into bald areas which were previously
piliferous is extensively standardized and has
hardly changed over the years, in the last
15 years 2 different harvesting techniques
of hair roots have prevailed. Firstly, the
renowned strip harvesting with subsequent
microscopic isolation of the follicular units
and secondly, the individual excision of the
follicular units (FUE technique) described
for the first time in 2002. Both techniques
offer advantages and disadvantages for
the patient. Patients are often unsettled by
marketing strategies on the Internet and
do not know which harvesting technique
to choose. Based on empirical experience,
the FUE method should be recommended
for patients up to 30 years of age and for
patients with a short haircut (lessthan 1 cm
hair length) and thin or translucent hair. The
FUE technique is also the method of choice
for fear of “cutting and surgical suturing”
etc. Patients who would never have a short
haircut for professional or personal reasons
can use the strip harvesting technique with
resorbable sutures. Of course, this also applies
to all patients who always want to wear their
hair long. In most cases, this also includes
female patients. Important for the physician
during the hair consultation: if a me thod has
a poor reputation or negative aspects are
given priority, the patient is generally made
insecure. It is strongly recommended that
physicians who only master one har vesting
technique should learn the alternative
method. The patient will always feel safest
and best where the physician has mastered
all currently available surgical procedures. It
belongs to the medical skills and is a conditio
sine qua non to master and apply the
harvesting techniques oneself and not to
delegate them to medical assistants.
Keywords
Hair transplantation· FUE · FUT · Harvesting
techniques · Patient selection
Journal für Ästhetische Chirurgie
Übersichten
Abb. 5 8Optimal versorgteNarbenach Streifenentnahme mit Durchwach-
sungsnaht („trichophytic closure“), keine Dehiszenz erkennbar, linearer Nar-
benverlauf auch bei Glatze schwererkennbar. (© F. Neidel)
Abb. 6 8Schlecht versorgte Narbe nach Streifenentnahme, „Strickleiter-
muster“wegendurchgreifenderNähte,Narbewäre bei Glatzedeutlichsicht-
bar.(© F. Neidel)
Abb. 7 8„Follicular Units“ können genau pro Flächeneinheit gezählt u nd/oder computergestützt
analysiert werden. (© F. Neidel)
Behandlungskonzept und die richtige
Wahl des anzuwendenden Operations-
und Entnahmeverfahrens.
Die Entnahmetechniken verteilen
sich derzeit weltweit mit rund 44% auf
Streifenentnahme mit anschließender
mikroskopischer Präparation (FUT) und
zu 52% auf Einzelentnahme (FUE) mit
direkter Reimplantation im 1:1-Verfah-
ren,rund 4 %sindkombinierteVerfahren
[4]. Beide Entnahmetechniken sind im
Prinzip gleichwertig; Voraussetzungen
sind fachgerechte Ausführung, trainier-
tes Team und moderne Instrumentation.
Viele subjektiv gefärbte Meinungen „pro
oder contra einer Technik müssen heute
revidiert werden. Noch immer kursieren
Mythen durch das Internet und stellen
die eine oder die andere Entnahmetech-
nik negativ dar. Das ist angesichts guter
Resultate beider Methoden nicht länger
gerechtfertigt.
Abb. 8 8Sichtbare Narben nach FUE-Technik.
Hier wurde ein zu großerDurchmesser des Ent-
nahmeinstruments gewählt und das Entnahme-
musterzudichtundperlenkettenartig angelegt.
FUE Follicular-Unit-Exzision. (© F. Neidel)
Am Ende führt der „Kampf der Ent-
nahmetechniken“ zu völlig verunsicher-
tenPatienten,diesich dann eher gegenei-
ne Haartransplantation entsc heiden, und
das kann man durchaus verstehen.
Merke. Mit heutigem Stand der Technik
und bei lege artis angewandten Opera-
tionsverfahren sind im Resultat sowohl
die Streifenentnahmetechnik (FUT) als
auch die Einzelentnahmetechnik (FUE)
Journal für Ästhetische Chirurgie
Abb. 9 9Bereits
nach 1 Woche sind
bei fachgerechter
Ausführung der
FUE-Tec hnik die
Entnahmepunkte
kaum noch sichtbar,
da randomisiert
verteilt. FUE Folli-
cular-Unit-Exzision.
(© F. Neidel)
als völlig gleichberechtigt anzusehen. Mit
beiden Techniken lassen sich hervorra-
gende Resultate erzielen.
Nach welchen Kriterien soll nun der
Arzt entscheiden, welche Entnahmetech-
nik für den Patienten besser bzw. emp-
fehlenswerter ist?
Kriterien zur Empfehlung
für FUE-Entnahmetechnik
(Einzelentnahme)
1. Männer, jünger als 30 Jahre (+/–)
Begründung:InjungenJahrentri
Haarausfall die Patienten besonders
hart, man reagiert o panisch und
neigt zu übereilten Entscheidun-
gen. Auch ist völlig unklar, welche
Frisur man vielleicht später einmal
tragen wird, besonders bei starker
Progredienz des Haarverlustes. Und
omals ist für den Patienten über 30,
der in einer stabilen Beziehung lebt,
vielleicht schon Vater von Kindern
ist, das Aussehen eher zweitrangig
geworden. Somit tendiert man viel
leichter zu einem Kurzhaarschnitt
oder gar zur Glatze. Hatte man in
jungen Jahren eine Haartransplan-
tation mit Streifenentnahmetechnik,
dann wird die strichförmige Narbe
vielleicht sichtbar sein, und man wird
wiederholt darauf angesprochen. Das
führt zu Frustration.
2. Männer mit Kurzhaarschnitt (unter
0,5–1 cm Länge)
Begründung: Das Haar ist zu kurz,
um Naht und Narbenrötung direkt
nach der Behandlung abzudecken.
Später wird die Narbe unter Um-
ständen gar nicht oder nur gering
sichtbar sein, doch das sollte nicht als
Kriterium dienen.
3. Männer mit sehr dunklem, kurzem
Haar (z. B. schwarz) und heller Haut
Begründung: Je dunkler die Haar-
farbe und je heller die Haut, desto
eher scheint auch eine helle oder gar
weiße strichförmige Narbe durch das
kurze Haar hindurch. Cave: auch gro-
ße punktförmige Entnahmepunkte
nach FUE-Behandlung können hier
sichtbar werden.
4. Männer und Frauen, die Angst vor
„Schneiden, Skalpell, Naht“ haben
Begründung: Besonders nach vielen
Voroperationen, die alle mit „Schnit-
ten“ einhergingen, sind die Patienten
ängstlicher und „dünnhäutig“ be-
züglich „Schneiden“ geworden. Wer
Angst vor einem Schnitt bzw. auch
einer Naht hat, dem sollte man diese
Angst nicht ausreden wollen.
5. Frauen, die nur wenige Haartrans-
plantate benötigen (800 +/–) und/
oder Kurzhaarschnitt
Begründung: Ein Schnitt mit Naht
belastet mehr. Bei sehr kurzem Haar
würde die Naht für Tage und Wochen
sichtbar sein.
Kriterien zur Empfehlung für
Streifenentnahme (FUT)
1. Patienten über 40 Jahre (+/–), die
immer schon langes Haar tragen
Begründung: Diese Männer würden
sich nie für eine Glatze entscheiden
und würden dann eher auf eine Haar-
transplantation verzichten, wenn sie
die Haare abrasieren müssten.
2. Patienten, die eine große Menge an
Haartransplantaten benötigen
Begründung: Hier ist es sinnvoll,
zunächst mit der Streifenmetho-
de möglichst viele Haarwurzeln zu
gewinnen. Später kann man dann
im Nacken- und am oberen Haar-
kranz ergänzend Einzelentnahmen
durchführen. Somit erhöht man
die Gesamtzahl transplantierbarer
Haarwurzeln, ohne das optische
Erscheinungsbild des Haarkranzes
wesentlich zu verändern. Alternativ
kann auch im Konzept mit FUE be-
gonnen werden und anschließend im
Jahresabstand zur Streifenentnahme
gewechselt werden.
3. Patienten in prädisponierten ge-
sellschalichen Positionen mit viel
Publikumsverkehr
Begründung: Das Resthaar kann lang
belassen werden. Damit lässt sich die
Naht nach Stripentnahme perfekt
überkämmen. Auch später sieht man
bei normal langem Haar keine Narbe,
vor allem aber bleibt die Haardichte
annähernd gleich.
4. Frauen, die Transplantatmengen über
800 (+/–) „Follicular Units“ benötigen
Begründung: eine großflächige
Kahlrasur beeinträchtigt extrem das
Wohlbefinden dieser Patientinnen,
vergleichbar mit dem Haarausfall
nach Chemotherapie.
Merke. Wichtigstes Entscheidungskrite-
rium für die Wahl der Entnahmetechnik
ist die damit verbundene Frage an den
Patienten: „Können Sie sich vorstellen,
4bis12WochenGlatzebzw.sehrkur-
zes Haar zu tragen?“. Wenn „JA“, dann ist
dieFUE-Technikmöglich;wenn„NEIN“,
dann wird die Streifenentnahme (FUT)
empfohlen.
Hier gibt es auch keine Kompro-
misse. Ein „wenig kurzes Haar“ erlaubt
keine Einzelentnahme. Auch bei klei-
neren kahl rasierten Flächen lassen
sich nur geringe Transplantatmengen
entnehmen. Die Haarlänge muss zwin-
gend 1,2–1,4mm betragen. Langhaar-
einzelentnahmen werden zwar bereits
durchgeführt, jedoch sind diese sehr
Journal für Ästhetische Chirurgie
Übersichten
Abb. 10 9aWunsch
nach Rekonstruk-
tion des Haar-
ansatzes vor der
Haartransplan-
tation, bResultat
des mit „Follicular
Units“ rekonstruier-
ten Haaransatzes
(FUT) im Vergleich u
vorher
aufwendig und erbringen noch nicht die
gewünschten Transplantatmengen.
Tipp für die Praxis
Je jünger der Patient und je flexibler/
weicher seine Haut ist (das bedeutet re-
lativ wenig Kollagenfasern), desto stär-
ker ist die Neigung zur Wunddehiszenz
mitdauerhaerBreitnarbenbildungnach
Streifenentnahme.
Je flexibler und weicher die Haut und
jekräigerdieHaare,desto einfacherund
besser ist die FUE-Entnahme möglich.
Je fester die Haut und je höher der Kol-
lagenfaseranteil (straff, unnachgiebig),
desto schwieriger ist die FUE-Entnahme,
besonders bei sehr dünnem und feinem
Haar, weil damit die Reibungs- und
Scherkräe eher zu Transplantatbruch
und Dissektion führen. Hier ist die
Streifenentnahme hervorragend mög-
lich, weil fast immer eine kaum oder
wenig sichtbare strichförmige Narbe re-
sultiert. Voraussetzung ist eine maximale
Streifenbreite von 1,0–1,3cm. Optimal
ist eine Streifenbreite von 1,0cm bei
variabler Streifenlänge, je nach Bedarf
an Transplantaten.
Fazit
Dem Arzt obliegt es, am Ende gemein-
sammitdemPatientendieEntnahme-
technikzuentscheiden.DabeispielenEr-
fahrung, technische und personelle Aus-
stattung sowie manuelle Fertigkeiten die
entscheidende Rolle. Die derzeit ange-
wandtenTechnikensindgutetabliert und
dürfen nicht argumentativ in Misskre-
dit gebracht werden, weil das den Pati-
enten eher verunsichert. Vielmehr sollte
man seine Möglichkeiten und Grenzen
der erapie kennen und gegebenenfalls
schwierige Patienten ablehnen und zum
Spezialisten überweisen.
Korrespondenzadresse
Dr. med. Frank G. Neidel
Spezialpraxis Haartransplan-
tation HAIRDOC
Königsallee 30, 40212 Düssel-
dorf, Deutschland
info@hairdoc.de
Einhaltung ethischer Richtlinien
Interessenkonflikt. F.G. Neidel gibt an, dass kein
Interessenkonfliktbesteht.
Für diesen Beitragwurden vom Autor keine Studien
an Menschen oder Tierendurchgeführt. Für die aufge-
führten Studien gelten die jeweils dort angegebenen
ethischen Richtlinien. Für Bildmaterial oder ander-
weitige Angaben innerhalb des Manuskripts, überdie
Patienten zu identifizierensind, liegt von ihnen und/
oder ihren gesetzlichenVertretern eine schriftliche
Einwilligung vor.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative
Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz
(http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.
de) veröffentlicht,welche die Nutzung, Vervielfäl-
tigung, Bearbeitung,Verbreitung und Wiedergabe
in jeglichem Medium und Formaterlaubt, sofern
Sie den/die ursprünglichen Autor(en)und die Quelle
ordnungsgemäßnennen, einen Link zur CreativeCom-
mons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen
vorgenommen wurden.
Literatur
1. Bernstein RM, Rassmann WR, Seager D, Shapiro
R, Cooley JE, Norwood OT, Stough DB, Beehner
M, Arnold J, Limmer BL, Avram MR, McClellan RE,
Rose PT, Blugerman G, Gandelman M, Cotterill
PC,HaberR,JonesR,VogelJE,MoyRL,Unger
WP (1998) Standardizing the classifikation and
description of follicular unit transplantation and
mini-micrografting techniques. Dermatolog Surg
24:957–963
Journal für Ästhetische Chirurgie
2. Hamilton JB (1951) Patterned loss of hair in
man; types and incidence. Ann Ny Acad Sci
53(3):708–728
3. Farber GA (1982) The punch scalp graft. Clin Plast
Surg9(2):207–220
4. ISHRS (2017) Pracitice census 2017. http://www.
ishrs.org/statistics-research.htm. Zugegriffen:25.
Febr.2019
5. Lucas MWG (1988) The use of minigrafts in hair
transplantation surgery. J Dermatol Surg Oncol
14:1389–1392
6. Marritt E (1984) Single-hair transplantation
for hairline refinement: A practical solution.
JDermatolSurg Oncol10:962–963
7. Neidel FG (1995) Eigenhaartransplantation bei
narbigen Alopezien. Zentralbl Haut- und Ge-
schlechtskrankheiten.Springer,Bd.166, S325–326
8. Neidel FG (2003) Operative Techniken bei Haar-
verlust.In:DirschkaT,SommerB,UsmianiJ(Hrsg)
Leitfaden Ästhetische Medizin, 1. Aufl. Urban &
Fischer,München, Jena, S247–284
9. Neidel FG (2015) Eigenhaartransplantation. In:
Kardorff B (Hrsg) Selbstzahlerleistungen in der
Dermatologie und der ästhetischen Medizin,
2.Aufl.Springer,Berlin,Heidelberg,S 447–467
10. Neidel FG (2017) 2 Jahre Erfahrung mit dem
HaarroboterARTAS.Haut 4:194–196
11. Neidel FG, Finner A (2015) GÄCD Leitlinien
Haartransplantation unter: http://www.gacd.de/
haartransplantation.php. Abgerufen Am
6(2017):15
12. Norwood OT (1975) Male pattern baldness:
classification and incidence. South Med J
68(11):1359–1365
13. OkudaS(1939) The studyofclinical experiments of
hairtransplantation.Jpn J Dermatol Urol46:135
14. Orentreich N (1959) Autografts in alopecias and
other selected dermatological conditions.Ann Ny
AcadSci 83:463
15. Rassmann WR et al (2002) Follicular Unit Ex-
traction: Minimally Invasive Surgery for Hair
Transplantation.DermatolSurg28:720–728
16. Unger WP, Shapiro R (2004) Hair Transplantation.
Fourth Ed, Revisedand Expanded. Marcel Dekker,
NewYork
Journal für Ästhetische Chirurgie
Chapter
Ziel jeder Entnahmetechnik ist die möglichst verlustarme und verletzungsfreie Bereitstellung der Follikel für die Transplantation in Kahlstellen. In den letzten 50 Jahren haben sich zunächst Makrotechniken über Minitechniken mehr und mehr zu Mikrotechniken gewandelt. Mit Mikroskopen und mikrochirurgischem Equipment erreicht man heute ein hohes Maß an Natürlichkeit. Durch wenig traumatisierende Operationsverfahren und damit verbundene kurze Regenerationszeit entschließen sich mehr und mehr Patienten für eine Haartransplantation. Dabei sind lege artis ausgeführt sowohl die Streifenentnahme mit anschließender mikroskopischer Vereinzelung der Follikular Units (FUT) als auch die Einzelentnahme und direkte Transplantation (FUE) als gleichwertig zu betrachten.
Article
Full-text available
Previous attempts at classifying small graft transplants have focused mainly upon graft size and have not taken into consideration other technical factors involved in graft production that may influence the outcome of the surgery. The proposed classification attempts to consider these factors by including various technical aspects of harvesting, dissection, and placement, all of which impact the quality and quantity of the small grafts used in the procedure. By standardizing the nomenclature, as well as the description of the other factors involved in the surgery, communication between physicians and patients may be facilitated. In addition, different procedures may be more accurately studied and compared.
Article
In transplanting hair, the extraction of the follicular units from the chaplet is challenging as the structures of the follicular unit must be preserved. The hair robot "Artas®" is an additional tool in a practice which specializes in hair transplantation.
Article
Follicular Unit Transplantation (FUT) is performed using large numbers of naturally occuring individual follicular units obtained by single-strip harvesting and stereo-microscopic dissection. Donor wound scarring from strip excision, although an infrequent complication, still concerns enough patients that an alternative solution is warranted. The purpose of this paper is to introduce Follicular Unit Extraction (The FOX Procedure), in which individual follicular units are removed directly from the donor region through very small punch excisions, and to describe a test (The FOX Test) that determines which patients are candidates for this procedure. This paper explores the nuances, limitations, and practical aspects of Follicular Unit Extraction (FUE). FUE was performed using 1-mm punches to separate follicular units from the surrounding tissue down to the level of the mid dermis. This was followed by extraction of the follicular units with forceps. The FOX test was developed to determine which patients would be good candidates for the procedure. The test was performed on 200 patients. Representative patients who were FOX-positive and FOX-negative were studied histologically. The FOX Test can determine which patients are suitable candidates for FUE. Approximately 25% of the patients biopsied were ideal candidates for FUE and 35% of the patients biopsied were good candidates for extraction. FUE is a minimally invasive approach to hair transplantation that obviates the need for a linear donor incision. This technique can serve as an important alternative to traditional hair transplantation in certain patients.
Article
The need for a widely accepted, accurate, and reproducible standard of classification for male pattern baldness has increased with the advent and increasing popularity of hair transplant surgery. This report establishes such a classification, and reports its use in determining the incidence of male pattern baldness at various ages in 1,000 white adult male subjects. The action of testosterone as an incitant in male pattern baldness is well known, but this study points out the continued effect of time, even in later years. Since most hair transplant surgery is peformed on subjects with male pattern baldness, and because the success of hair transplant surgery is largely dependent on proper patient selection, a complete understanding of male pattern baldness is essential for consistently good results with hair transplantation.
Article
With the conventional hair transplantation method of Okuda-Orentreich, the tuft effect and the creation of an abrupt hairline have been major problems. In the method presented here, minigrafts are exclusively distributed and transplanted over the entire surface. Through the use of this technique a more aesthetic pattern of hair growth is achieved than was possible before, even after only one treatment.
Article
Patients with dark, straight hair and light skin often demonstrate an unnatural abruptness of the hairline following traditional methods of hair transplantation. A rapid, practical technique of harvesting grafts of only one and two hairs from standard 4-mm grafts, for the purposes of "softening" the hairline, is described. Recipient sites are made with a 16-gauge angiocath, not a scalpel, for diminished bleeding and, it is hoped, more accurate placement of the graft.
Article
The punch scalp graft hair transplant procedure is an established, acceptable, and successful method of hair replacement for various forms of alopecia, in both men and women. The surgical skills require discipline, knowledge, and a modicum of surgical training, which allows most physicians, particularly surgeons, to be qualified to perform the procedure. Selection of the patient, objective evaluation of the alopecias and the donor area, and postoperative care and instructions are all essential ingredients to satisfying the hair transplant patient. The punch graft scalp technique hair transplant has become essentially a common operative procedure and is available to almost any qualified and desirous patient. The cost factors have remained reasonable and in keeping with other nonsurgical methods of artificial hair replacement. For the past 15 years, there have been numerous symposia and seminars on hair transplantation conducted by qualified experts in this particular field, which have made such courses available to essentially all physicians. Sufficient journal articles and textbooks have been published to provide any physician with adequate reference material, and ongoing additional publications with updates continue to be made available to all physicians. Many university medical teaching centers have developed free hair transplant clinics or low-cost hair transplant clinics at which residents in training perform the punch scalp graft hair transplant procedure to allow indigent patients likewise to obtain hair transplant procedures. Hence, the day has come when any patient, male or female, of any race, with suitable objective indications, can obtain a hair transplant if he or she is properly motivated and desires to do so.
Article
Previous attempts at classifying small graft transplants have focused mainly upon graft size and have not taken into consideration other technical factors involved in graft production that may influence the outcome of the surgery. The proposed classification attempts to consider these factors by including various technical aspects of harvesting, dissection, and placement, all of which impact the quality and quantity of the small grafts used in the procedure. By standardizing the nomenclature, as well as the description of the other factors involved in the surgery, communication between physicians and patients may be facilitated. In addition, different procedures may be more accurately studied and compared.