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Pädagogik der Leiblichkeit? Phänomenologische und praxistheoretische Perspektiven auf leibliche Erfahrungsvollzüge in Schule und Unterricht

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Abstract

Phänomenologisch fundierte Vignetten als erfahrungsträchtige, prägnante Erzählungen, fokussieren ausgewählte Erfahrungsvollzüge beim schulischen Lernen. Durch eine Bevorzugung der leiblichen Wahrnehmung werden vielfältige Tätigkeitsmodi im Feld sozialer und kultureller Praxis jenseits didaktischer Anleitung und pädagogischer Intervention ersichtlich. Zugleich geraten die Praxis des Lernens und implizit auch jene des Lehrens als bestimmte räumliche, zeitliche, aber vor allem leibliche Praktiken in den Blick. Ausgehend von der These, dass sich in einer Pädagogik, die den Leib ernst nimmt, die Ansätze von Phänomenologie und Praxistheorie im Vollzugscharakter von erfahrungsgebundener Praxis treffen, wird in einer szenisch-performativen Vignetten-Lektüre der Versuch unternommen, ausgewählten Erfahrungsvollzügen in leibphänomenologischer und praxistheoretischer Perspektive nachzugehen, um darüberhinausgehend den leiblichen Vollzug von pädagogischen Praktiken selbst nachzuzeichnen. Worin liegt das besondere Potenzial einer Verflechtung von Leibphänomenologie und Praxistheorie für einen schulischen Ansatz einer Pädagogik der Leiblichkeit?

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... COVID-19 führt zum Verlust des Geschmacks-und Geruchssinns, Online-Lehre zu einem Verlust von Leiblichkeit. Unterricht im Allgemeinen und besonders in der Primarstufe hat allerdings eine stark leibliche Komponente (Agostini, Peterlini & Schratz, 2019). "Der Leib wird dabei als Resonanzboden für die vielfältigen Lernerfahrungen betrachtet, die dem Kind begegnen" (Wolf, 2017, S. 12). ...
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Im Verstehen von Verhaltensauffälligkeiten in ihrer Komplexität drängen sich bestimmte Theoriefamilien auf, die mit ihrer „anderen“ Herangehens- und Sichtweise nicht nur ein erweitertes Verständnis hervorbringen, sondern v. a. auch die bestehenden Praxen (im Verständnis und Verstehen) deutlich kritisieren: so werden ausgehend von einer Kritik des szientistischen Menschen- und Weltbildes Verhaltensauffälligkeiten im Lichte (post-)phänomenologischer Zugänge betrachtet, um die leibliche Situiertheit, die Verkörperungen und v. a. das leibliches Verstehen in einer interkorporalen Ausdruckshermeneutik sowie in einer kritischen Körperpraxis zu entfalten. Ziel soll eine deutliche und notwendige Erweiterung im Verstehen von Verhaltensauffälligkeiten sein, die Konsequenzen für das pädagogische Handeln (nicht nur in herausfordernden Situationen) in sich tragen und in einer weiteren Belebung der Leiblichkeit in der Pädagogik münden können.
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Die Frage nach der Haltung von Lehrer*innen ist keine neue, aber der Diskurs darüber, was das Handeln von Lehrpersonen ausmacht, welche Aspekte neben Professionswissen bedeutsam werden, wenn von Professionalität die Rede ist, wird auch wieder in der Schulforschung relevant. Was sind pädagogische Haltungen? Wie können sie in Studienplänen des Lehramtsstudiums berücksichtigt werden? Welche Bedeutung hat dabei das Verständnis von Professionalität? Auf welche Weise können pädagogische Haltungen untersucht werden? Welche Haltungen zeigen sich bei Lehramtsstudierenden in unterschiedlichen Kontexten? Und wie können diese Überlegungen und Erkenntnisse der Erziehungswissenschaft in der Lehramtsausbildung Berücksichtigung finden? Diesen Fragen widmet sich dieser Beitrag, der sich in vier Teile gliedert: In einem ersten Schritt wird durch Überlegungen zur Situierung von Haltungen in kompetenzorientierten Curricula ein Rahmen geschaffen, der anhand des Professionalisierungsmodells der EPIK-Domänen konkretisiert wird, ehe eine Klärung des Begriffs der Haltung vorgenommen wird. Dabei wird eine philosophisch-ethische Perspektive eingenommen, der eine exemplarische Analyse des empirischen Materials zugrunde gelegt wird.
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Raum und Räumlichkeit haben Konjunktur in der Erziehungswissenschaft. Unbestritten ist, dass pädagogisches Handeln in Räumen stattfindet und dass diese Räume materiale, soziale, kinästhetische und normative Aspekte umfassen. Umstritten sind allerdings die theoretischen und methodologischen Zugänge, mit denen Bildungs-, Lern- und Erziehungsräume erschlossen werden. Aus der Pluralität der Ansätze und Zugänge werden in diesem Beitrag drei wirkmächtige herausgegriffen. Der poststrukturalistische in der Nachfolge Foucaults, der praxistheoretische im Umkreis Schatzkis sowie der phänomenologische Zugang nach Heidegger, Merleau-Ponty und Waldenfels werden jeweils vorgestellt und ihre Vorgehensweise anhand aktueller Forschungsbeiträge aus der qualitativ-empirischen Schul- und Unterrichtsforschung spezifiziert. Schließlich werden vergleichend Gemeinsamkeiten und Unterschiede benannt. Diese werden an Beispielen aus der Unterrichtsforschung herausgearbeitet und pointiert veranschaulicht.
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Der Beitrag von Kristin Westphal richtet die Aufmerksamkeit auf das Theater als Ort der Selbstermächtigung, hier festgemacht an einem Beispiel eines postdramatischen Performancekollektiv Gob Squad: Before your very Eyes. Das Besondere dieser Arbeit ist die Thematisierung des Generationsverhältnisses in der Umkehrung desselben. So spielen hier nicht Erwachsene für Kinder Theater, sondern umgekehrt spielen die Kinder als Kinder für Erwachsene, wie sie die erwachsene Welt sehen. Die inhaltliche Ebene findet dabei seine spezifische Formgebung im Spiel mit Zeit und Raum, in der Verschiebung der Erfahrung von Nähe und Ferne sowie in der Erfahrung der Verschränkung des Theater- und Medienraums. Verfolgt wird an einigen Beispielen aus der Performance die These, dass das Spiel der Kinder sie gerade nicht zu sich selbst führt, sondern stets verfehlt. Reflexionen am Begriff „Selbstermächtigung“ bedeuten in diesem Beispiel weniger eine rein theoretisch geleitete Arbeit am „Begriff“. Ihren Ausgang nehmen sie vielmehr von einer Ereignis und eine Gemeinschaft stiftenden Aufführungspraxis, deren eigentümliche Erfahrungen am Theater als Ort der Selbstermächtigung in ihren Abweichungen von Normen und Ordnungen zu beschreiben gesucht werden. In: Liebert, Wolf-Andreas/Westphal, Kristin: Performances der Selbstermächtigung. Oberhausen 2015
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Der Beitrag möchte die in der Erziehungswissenschaft wenig beachtete Praxis und Theorie des pädagogischen Verstehens im Sinne einer Ausdruckshermeneutik interkorporaler Symbolik reformulieren. Damit wird die Frage nach dem Fremdverstehen als Verstehen Anderer wieder aufgegriffen. Fremdverstehen wird zunächst sowohl von Theorien der Einfühlung als auch von hermeneutischen Zugängen abgegrenzt. Mit der Perspektive auf Verkörperungen des bewegten Leibes wird mit Bezug auf phänomenologische, kulturwissenschaftliche und ästhetische Theorien in der Unmittelbarkeit und Performativität des leiblichen Ausdrucks Performanz und Materialität unterschieden. Während in der Materialität kulturelle Symbole dekodierbar bleiben, wird in der wiederholenden Performanz der Verkörperung ein Ereignis sichtbar, das sich nicht symbolisch dekodieren lässt. Die interkorporale Symbolik kann so von der Symbolik kultureller Ordnungen unterschieden werden. Die Verschiebung weg vom Diskurs und Dialog hin zum Leiblichen und Impliziten führt zu einer Ausdruckshermeneutik der Verkörperung, die hermeneutische (Dilthey, Gadamer) und diskurstheoretischen (Butler, Derrida) Ansätze mit phänomenologischen (Scheler, Waldenfels) im Sinne eines Antwortgeschehens verbindet. Diese wird mit Beispielen aus der phänomenologisch orientierten Unterrichtsforschung entwickelt. Es werden Video-Sequenzen aus Forschungsprojekten zur Aufmerksamkeits- und Zeigeforschung analysiert. In einem Ausblick kann sie a) als Modell pädagogischen Verstehens in pädagogischen Situationen und Relationen und b) als Perspektive einer qualitativ orientierten, nicht rekonstruktiven Bildungsforschung fruchtbar gemacht werden.
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Ist Lernen ein Finden oder ein Erfinden? In einer theoretisch präzisen und zugleich erfahrungsnahen Analyse überwindet das Buch die Dichotomie zwischen Lernen als autopoietischer Leistung eines autonomen Subjekts oder aber der reinen Reaktion auf Weltanforderungen. Es legt damit Grundlagen für ein neues Verständnis von Lernen. In der Tradition der phänomenologischen Lernforschung widmet sich dieses Buch der Fragestellung, wie das Lernen von Lernenden und Lehrenden verstanden und folglich auch besser gestützt und angestoßen werden kann, ohne den affektiven Teil des Geschehens aus dem Blick zu verlieren. Dabei wird das Spannungsfeld zwischen Lernen als Finden (des Gegebenen) und Erfinden (des Neuen) nicht einfach aufgelöst, sondern in seinem eigentümlichen Zusammenspiel von reproduktiven und produktiven Elementen im Zwischenfeld von Subjekt und Objekt gedeutet: Sowohl in einer theoretischen Analyse als auch anhand von exemplarischen Unterrichtsbeispielen, so genannten Vignetten, wird das Moment der kreativen Verformung des Gegebenen im Lernvollzug in immer neuen Facetten ausgeleuchtet. Damit legt die Autorin Grundlagen für eine kritische Lerntheorie, die Wirkungen von Schule und Unterricht aufzeigt und die Frage nach der schöpferischen Genese von neuen Selbst-, Fremd- und Weltbildern vor dem Hintergrund der Möglichkeiten gegenwärtigen Bildungsdenkens diskutiert.
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Die Publikation untersucht Lernen und Macht in ihren Wechselwirkungen mit einer besonderen Berücksichtigung der Schule und den dort gegebenen oder erschwerten Möglichkeiten, Ermöglichungen und Ermächtigungen im Lehren und Lernen. Das Lernen in der Schule wird nicht isoliert und auf didaktische Kniffe reduziert betrachtet, sondern auf Bedingungen für Bildung auch in Kultur und Politik hin untersucht, die auf Schule einwirken, die in der Schule reproduziert, teilweise dort aber auch produziert werden. Dazu werden Explorationen auch aus schulfremden und schulfernen Feldern von Pädagogik im weiteren Sinne einer neuerlichen phänomenologischen Betrachtung unterzogen und mit Vignetten und Lektüren (vgl. Schratz/Schwarz/Westfall-Greiter 2012, Baur/Peterlini 2016) aus dem Forschungsprojekt „Personale Bildungsprozesse in heterogenen Lerngruppen“ (Universität Innsbruck und Freie Universität Bozen, Fakultät für Bildungswissenschaften in Brixen) zu Schule in Beziehung gesetzt. Daran wird untersucht, wie sich Lernen in Schule, in Kultur(en) und Politik zeigen kann, welchen Bedingungen durch Macht und welchen Paradigmata der Bildung es unterworfen ist, welche Ermächtigungen es stiften kann, wie das Lernen Macht verändern, wie Macht das Lernen verändern kann. Thematische Schwerpunkte: -- Schule als „Lebens- und Erfahrungsraum“ -- Schule als Zerrgut der Nationalismen -- Sprachliches Sperrgebiet Südtirol – Schule und Zweitsprache -- Interkultura – Bildung unter kulturellem Diktat -- Spurensuche im Vergangenen – verbaute Lernwege -- Die Macht der Mythen oder die Betäubung der kritischen Wahrnehmung -- Diskurse und Sprachen der Macht – die Einbahn(ung) von Bildungsprozessen -- Der Lebenslauf als Ermächtigungs- und Bildungsraum. Oder auch nicht -- Lernen und Verlernen – Fallgeschichten der Identitätsbildung Anstelle von Festlegungen als Fazit folgt eine Präsentation von weiteren elf Vignetten (siehe Kapitel „Fliegenfangen in Erfahrungsräumen des Lernens“) u. a. zu den thematischen Schwerpunkten Raum und Zeit, Leiblichkeit, Wettbewerb, Lebensweltlichkeit, Kontrolle und Bewertung, bezogen auf Lernen und Macht. In „Rücküberlegungen“ wird die Arbeit noch einmal auf ihre wesentlichen Fragestellungen hin reflektiert und zur Diskussion gestellt
Conference Paper
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Der Beitrag macht sich auf die Suche nach einer Theorie des Verstehens, die gleichermaßen leibliche und implizite Dimensionen deskriptiv erfassen kann. Zum einen möchte ich zeigen, dass sich Verstehen am Modell des Leibes von einem textbezogenen Verstehen am Modell der Sprache oder am Modell des Diskurses unterscheidet. Gibt es darüber hinaus eine spezifische Form pädagogischen Verstehens, die sich von anderen Verstehens-Praxen in anderen sozialen Feldern unterscheiden lässt? Ich möchte argumentieren, dass sich pädagogisches Verstehen als geteilte Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand (interkorporale Interattentionalität) bestimmen lässt, dass also Aufmerksamkeit als leibliches, soziales Phänomen der Schlüssel sein könnte, Verstehen als pädagogisches Verstehen bestimmen zu können. Zunächst werden, ausgehend von einem Beispiel aus unserer phänomenologischen Video- und Unterrichtsforschung, die Konzepte der Verkörperung und des Antwortgeschehens einleitend vorgestellt werden. Danach wird mit Husserl die signifikative Differenz zwischen Erfahren und Sprechen als zentralen Unterscheidungsmodus für eine pädagogische Empirie vorgestellt und diese für eine Deskription und eine Analyse empirischer (Video-)Daten fruchtbar gemacht. Danach stelle ich drei Modelle hermeneutischen Verstehens vor: Verstehen als Dekodieren (Dilthey), Verstehen als Anders-Verstehen (Gadamer) sowie Verstehen als Fremd-Verstehen (Ethnographie). Die Probleme hermeneutischen Verstehens werden sodann mit dem responsiven Modell des Verstehens als Antworten auf den Anspruch des Anderen konfrontiert. Responsivität wird dann von der Resonanztheorie nach Rosa abgegrenzt und mit Bezug auf posthermeneutische und postphänomenologische Ansätze die Materialität der Verkörperung von ihrer Performanz unterschieden. Damit kann es gelingen, sozialisatorische Prozesse der Normalisierung von ereignishaften Erfahrungen der Singularität zu unterschieden. Schließlich wird pädagogisches Verstehen im Sinne einer phänomenologischen Theorie des körperlichen Ausdrucks als interkorporales Verstehen ausgewiesen und diese interkorporale Ausdruckshermeneutik für eine pädagogische Interattentionalität gegenstandstheoretisch und empirisch fruchtbar gemacht.
Conference Paper
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Ich analysiere das Phänomen des Verstehens mit dem Ziel, eine Theorie des Verstehens in einer leib-und sozialtheoretischen Perspektive zu entwickeln. Dabei möchte ich zwei Fragen beantworten: 1. Wie verstehen wir einander? Hierbei werde ich hermeneutische Theorien des Verstehens von phänomenologischen und insbesondere von leibphänomenologischen Theorien abgrenzen. 2. Lässt sich ein pädagogisches Verstehen als besondere Praxis des Verstehens beschreiben und bestimmen? Zur Beantwortung dieser Frage werde ich einen Entwurf einer interkorporalen Hermeneutik vorstellen, in der das pädagogische Zeigen in Korrelation mit Aufmerksamkeit im Mittelpunkt steht.
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Der Beitrag versucht Fragen nach der empirischen Identifizierbarkeit von bildenden Erfahrungen sowie jene nach ihrer Repräsentierbarkeit aus einer phänomenologisch orientierten Leib- und Erfahrungstheorie mit Heidegger und Derrida zu beantworten. Dabei wird die Materialität, Performanz und Präsenz des Leibes mit einer dreifachen Verschiebung herausgearbeitet: vom Diskurs zur leiblichen Äußerung und Gebärde (a), vom Sagen zum Zeigen (b) sowie von der Iteration der Zeichen zu einer interkorporalen Performativität (c). Schließlich wird auf dieser Grundlage eine Übungstheorie im Modus leiblicher Wiederholungen vorgestellt.
Chapter
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Die programmatische Konstitution einer praxeologischen Theoriebewegung - der sogenannte »Practice Turn« - wurde in der deutschsprachigen Soziologie in den letzten Jahren intensiv rezipiert und weiterentwickelt. Dieser Band zieht eine Zwischenbilanz und stellt die Praxistheorie als ein Forschungsprogramm vor, das die Soziologie in theoretischer und analytischer Hinsicht bereichert und neu ausgerichtet hat. Er markiert unterschiedliche Positionen innerhalb der Debatte und behandelt Desiderata der Praxistheorie, die sich aus konzeptuellen Überlegungen und empirischen Analysen ergeben. Mit Beiträgen von Frank Hillebrandt, Stefan Hirschauer, Herbert Kalthoff, Andreas Reckwitz, Theodore Schatzki, Robert Schmidt, Elizabeth Shove u.a.
Article
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Phenomenological researchers generally agree that our central concern is to return to embodied, experiential meanings aiming for a fresh, complex, rich description of a phenomenon as it is concretely lived. Yet debates abound when it comes to deciding how best to carry out this phenomenological research in practice. Confusion about how to conduct appropriate phenomenological research makes our field difficult for novices to access. Six particular questions are contested: (1) How tightly or loosely should we define what counts as "phenomenology" (2) Should we always aim to produce a general (normative) description of the phenomenon, or is idiographic analysis a legitimate aim? (3) To what extent should interpretation be involved in our descriptions? (4) Should we set aside or bring to the foreground researcher subjectivity? (5) Should phenomenology be more science than art? (6) Is phenomenology a modernist or postmodernist project, or neither? In this paper, I examine each of these areas of contention in the spirit of fostering dialogue, and promoting openness and clarity in phenomenological inquiry.
Chapter
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The paper discusses Ignatius of Loyola’s theory of Bildung and practicing, as it is presented in his “Spiritual Exercises”. Loyola’s exercises are characterized as a model for the didactics of imagination, deriving from Early Modern Age. His model of practicing is then made fruitful for a description of imagination based on theory of Bildung as well as for a pedagogical theory of practicing. Im Mittelpunkt steht die Bildungs- und Übungstheorie der „geistlichen Übungen“ von Ignatius von Loyola als früh-neuzeitliches Modell einer der Didaktik der Imagination. Ignatius‘ Übungsmodell wird für eine bildungstheoretische Bestimmung der Imagination und eine pädagogische Theorie der Übung fruchtbar gemacht.
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In grundlagentheoretischer Perspektive (mit Bezug auf Schleiermacher) wird die trianguläre Struktur intergenerativer Erfahrung im Hinblick auf Lernen und Bildung dargestellt. Diese wird unter Rückgriff auf Erkenntnisse der phänomenologischen Kindheitsforschung, der kulturwissenschaftlichen Alternsforschung sowie der hermeneutisch-phänomenologischen Theorie des Erfahrungslernens (Buck, Meyer-Drawe) plausibel gemacht. In Eugen Finks Entwurf einer pädagogischen Beratungs- und Fragegemeinschaft wird ein Modell gefunden, das die Differenz und die Fremdheit der Generationen nutzt, um Ziele, Normen und Sinn in pädagogischen Situationen gezielt entwerfen zu können. Based on Schleiermacher and seen from a basic theoretical perspective, this paper outlines the triangular structure of inter-generational experience in learning and Bildung. The inter-generational structure is described by using findings of phenomenological early childhood research, of ageing research (based in cultural studies) and hermeneutic-phenomenological theory of learning from experience (Buck, Meyer-Drawe). Referring to Eugen Finks outline of a pedagogical community of counselling and questions the paper describes a model for designing and planning the aims, norms and meaning of pedagogical situations which takes the difference and strangeness within inter-generational relations into account.
Article
Maurice Merleau-Ponty’s phenomenology of the body has so far been widely neglected in the debate on practice theory. This failure is surprising considering Merleau-Ponty’s early contribution of a number of fundamental insights – including bodily practice as a theoretical basic unit, the priority of “practical sense” and “implicit knowledge” over consciousness, and the collectivity of practice. The article addresses these approaches in detail, examining them relative to corresponding concepts from Bourdieu and Foucault. It turns out that both theorists owe more to their teacher than they were willing to admit. Revisiting Merlau-Ponty also offers the opportunity to both supplement practice theoretical vocabulary with the aspect of implicit perceptual knowledge and refine it with regard to the question of individual deviation from order.
Article
In the contemporary theory of practice, there is an increased awareness about the necessity of focusing on corporeality as a fundamental feature of practice. In this respect, there is a discussion about reflections on the phenomenology of the body, in particular as it is developed in the work of Merleau-Ponty. In the present study, we would like to broaden the discussion and answer some of the criticisms expressed by the theory of practice, such as an exaggerated focus on the first-person‘s perspective, or a too strong concept of consciousness, supposedly marking the ,classical‘ theory of the lived body in Merleau-Ponty. We consider here the later period of Merleau-Ponty’s thinking, in particular after he became a professor at the Collége de France in 1952 onto his death in 1961. In this period, he deepens consistently his understanding of the notion of ,body schema‘, which clearly becomes the key to his approach to practice, affectivity, and to the phenomenon of sociality. His focus thereby was to depart from a traditional philosophy of perception and move on to a philosophy of ,expression‘, which would uncover the ambiguity of corporeal practice as the difference between institution and sedimentation of sense. The unconscious in the sense of a social phenomenon surprisingly becomes a field of encounter between the later philosophy of Merleau-Ponty and the schizoanalysis of Guattari and Deleuze.
Article
This contribution attempts to define the relation between phenomenology and philosophy of practice by considering their respective conceptions of philosophy and especially the consequences of modern critiques of metaphysics. The two characteristic perspectives of performative metaphysics and of meaning analysis are used for further critical inquiry into the standpoints of phenomenology and philosophy of practice. As a conclusion, this inquiry is continued in a common area of interest of both standpoints, that is, the relation between personality and embodied being.
Book
Die Übung ist eine elementare und produktive Lernform. In der Praxis des Übens fallen gewusstes Können und gekonntes Wissen zusammen. Geübt wird nur, wenn man „es“ noch nicht kann, wenn man scheitert und es aufs Neue versucht. In den negativen Erfahrungen und in der verändernden Wiederholung manifestieren sich die produktiven Chancen der Übung. Was ist das Besondere und Gemeinsame sinnlich-ästhetischer, leiblich-motorischer und geistig-reflexiver Übungen? Wie lassen sich Fähigkeiten und Fertigkeiten, Haltungen und Einstellungen einüben und umüben? Welche Rolle spielen dabei leibliche, zeitliche und machtförmige Erfahrungen? Gegen die landläufige Verkürzung auf Drill, Automatisierung und Regelanwendung wird eine zeitgemäße, grundlagen- und sozialtheoretisch ausgewiesene Theorie und Didaktik der Übung vorgestellt. Aktuelle Trends der Erziehungs- und Kulturwissenschaften, Fachdidaktiken und der Lehr-Lernforschung werden aufgegriffen und Übungsformen der Antike, der frühen Neuzeit und der Reformpädagogik untersucht.
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Das 20. Jahrhundert stand im Zeichen einer Reihe prominenter Wenden in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften, die über kurz oder lang in einer gewissen Nähe zueinander stehen. So ließe sich etwa sagen, dass der cultural turn in den 1980ern nicht ohne die linguitische Wende, die zuvor in den 1960ern ausgerufen wurde, denkbar gewesen ist; ebenso wenig wäre der body turn der 1990er wohl ohne die kulturelle Wende aufgekommen. Tatsächlich ist es allerdings mitnichten so, dass Wenden aufeinander zu folgen haben.
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Wie wird Kultur soziale Praxis? Der Band vereint wesentliche und innovative Beiträge, die verschiedene Ansätze wie Pragmatismus, Ethnomethodologie und Bourdieus Praxeologie mit Diskussionen aus science, gender und postcolonial studies verknüpfen. Gleichzeitig eröffnet er neue Zugänge zu einer Theorie sozialer Praktiken, indem er unterschiedliche Praxisformen - Körperpraktiken, Gewaltpraktiken, Praktiken der Medienrezeption - der allen gemeinsamen Frage nach dem Verhältnis von Kultur und Praxis unterwirft. Damit rückt er die »Praxiswende« in den Sozial- und Kulturwissenschaften als eine ihrer innovativsten »Denkbaustellen« in den Blick. Mit Beiträgen von Udo Göttlich, Kien Nghi Ha, Stefan Hirschauer, Karl H. Hörning, Helga Kotthoff, Michael Meier, Andreas Reckwitz, Sven Reichardt, Julia Reuter, Ingo Schulz-Schaeffer, Norbert Sieprath, Urs Stäheli und Matthias Wieser.
Book
Abbreviations Preface and acknowledgements 1. The emergence of practice 2. Mind/action/body 3. The social constitution of mind/action and body 4. Social practices 5. Dimensions of practice theory 6. Practices and sociality Postscript: individual and totality Notes References Index.
Erfahrungsprotokolle aus dem Unterricht an Südtiroler Schulen - ein Forschungsbericht. Mit einem Vorwort von Käte Meyer-Drawe und einem Nachwort von Michael Schratz. Gastbeiträge von Dietmar Larcher und Stefanie Risse
  • S Baur
  • H K Und
  • Peterlini
  • Hrsg
Phänomenologische Werkstatt 1. Die Doktorarbeit und erste Assistenzjahre bei Husserl, Hrsg. Ronald Bruzina
  • Eugen Fink
Von Revolution zu Autopoiese. Auf den Spuren Augusto Boals ins 21. Jahrhundert. Das Theater der Unterdrückten im Kontext von Friedensarbeit und einer Ästhetik der Wahrnehmung
  • Birgit Fritz
Lernseits denken - erfolgreich unterrichten
  • Evi Agostini
  • M Schratz
  • Und E Risse
Metaphysik. Übersetzt, mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Hans Günter Zekl
  • Aristoteles
Meditationen: Zur Kritik der scholastischen Vernunft. Aus dem Französischen von Armin Russer, unter Mitwirkung von Hélène Albagnac und Bernd Schwibs
  • Pierre Bourdieu
Raccontarsi. L’autobiografia come cura di sé. Mailand: Raffaello Cortina Editore
  • Duccio Demetrio
Vom Wesen der Erfahrung
  • Arnold Gehlen
Phänomenologie als Methode? Zur Geschichte und Aktualität des phänomenologischen Denkens in der Pädagogik
  • Wilfried Lippitz
Erfahrung und Begründung
  • Jürgen Mittelstraß
Lernen im Raum. Methodologische Überlegungen zur Erforschung atmosphärischer Einflüsse auf kindliches Lernen
  • A Pfrang
  • A Und
  • Rauh
  • Agnes Pfrang
Soziologie der Praktiken. Konzeptionelle Studien und empirische Analysen
  • Robert Schmidt
Das leibliche Selbst. Vorlesungen zur Phänomenologie des Leibes
  • Bernhard Waldenfels
Ordnungen stiften, Differenzen markieren. Machttheoretische Überlegungen zur Rede von Heterogenität
  • Markus Rieger-Ladich
Das Sichtbare und das Unsichtbare. Gefolgt von Arbeitsnotizen. Hrsg. und mit einem Vor- und Nachwort versehen von Claude Lefort, aus dem Französischen von Regula Giuliani und Bernhard Waldenfels, 3. Aufl
  • Maurice Merleau-Ponty
Die Geburt des Pathos. Performative Anstöße zu pädagogischen Verstehens- und Handlungsmöglichkeiten durch Vignetten, Zeichnungen und szenische Darbietung
  • Hans Peterlini
  • Karl
Hamlet und der Sohn des Bäckers
  • Augusto Boal
Grundmotive einer Phänomenologie des Fremden
  • Bernhard Waldenfels
Machttheoretische Überlegungen zur Rede von Heterogenität
  • Markus Rieger-Ladich
Auf dem Weg zu einer Sozialpraxeologie. Struktur und Logik der Soziologie Pierre Bourdieus
  • Löic J D Wacquant