ArticlePDF Available

Abstract

Lang andauerndes, ununterbrochenes Sitzen prägt den Alltag vieler Schulkinder. Studien zeigen, dass ein sitzender Lebensstil die Entstehung von Übergewicht fördert und das Risiko erhöht, an Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken. Gleichzeitig mehren sich Hinweise auf positive Stoffwechseleffekte durch regelmäßige Unterbrechung und zeitweises Ersetzen von Sitzzeiten durch leicht-intensive Alltagsaktivitäten, was beispielsweise zur Vorbeugung von Übergewicht führt. Bewegung birgt jedoch nicht nur gesundheitsförderliche Potenziale, sondern kann darüber hinaus den Unterricht bereichern und führt zu positiven Effekten auf lernförderliche Faktoren. Dies alles legt nahe, sich von der reinen „Sitzpädagogik“ zu distanzieren und leichte körperliche Alltagsaktivitäten in der Unterrichtsgestaltung zu berücksichtigen. In diesem Beitrag werden drei Beispiele vorgestellt, mit denen die Bewegungen bei Schülerinnen und Schülern im Unterricht gefördert werden kann. Keywords: Physik, Wortkabel, Quiz-Karussell, Edutivity, Naturwissenschaften, Bewegung, Sitzen, Unterricht, Primarstufe, Sekundarstufe, Oberstufe, Gesundheit, Übergewicht
J.P. Knemeyer, C. Dold, R. Rupp, N. Marmé: Bewegung im naturwissenschaftlichen Unterricht
1
B E W E G U N G IM
N A T U R W I S S E N S C H A F T L I C H E N
U N T E R R I C H T
BEISPIEL E ZUR AKTIVIERUNG VON LERNENDEN
Jens-Peter Knemeyer1, Chiara Dold2, Robert Rupp2, Nicole Marmé1*
1Pädagogische Hochschule Heidelberg, Fachbereich Physik
2Pädagogische Hochschule Heidelberg, Abteilung Prävention und Gesundheitsförderung
*marme@didaktik-aktuell.de
didaktik-aktuell, Heidelberg 2019
Lang andauerndes, ununterbrochenes Sitzen prägt den Alltag vieler Schulkinder. Huber & Köppel (2017)
konstatieren, dass die mittlere Sitzzeit von Kindern und Jugendlichen an Werktagen bei 10,58 Stunden liegt.
Dabei dominieren schulbezogene Sitzzeiten, die zudem proportional zur Klassenstufe ansteigen (Huber & Köppel
2017).
Sitzendes Verhalten ist als durch einen niedrigen Energieverbrauch während der Wachzeit gekennzeichnete
Aktivität definiert (Trembley et al. 2017). Eine zunehmende Anzahl an Studien stellt dar, dass ein sitzender
Lebensstil die Entstehung von Übergewicht fördert und das Risiko erhöht, an Diabetes mellitus oder Herz-
Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken (Patterson et al. 2018). Gleichzeitig mehren sich Hinweise auf positive
Stoffwechseleffekte der regelmäßigen Unterbrechung und des zeitweisen Ersetzens von Sitzzeiten durch leicht-
intensive Alltagsaktivitäten wie z. B. „(Auf-)Stehen“ oder „(Umher-)Gehen“ (Bucksch & Wallmann-Sperlich 2016).
Unterrichtsnahe Sitzunterbrechungen und Bewegungsimpulse können dazu beitragen, die tägliche
Gesamtsitzzeit zu reduzieren und lange Sitzphasen regelmäßig zu unterbrechen. Dies kann durch die Anschaffung
von Sitz-Stehpulten erreicht werden oder durch die Integration bewegungsaktivierender Methoden in die
Unterrichtsgestaltung. Stehen und (durch den Raum) Gehen erhöhen den Energieumsatz, fördern die
Gehirndurchblutung und tragen zur Vorbeugung von Übergewicht bei (Wang et al. 2018; Carter et al. 2018;
Martin & Murtagh 2017).
Bewegung birgt jedoch nicht nur gesundheitsförderliche Potenziale, sondern kann darüber hinaus den Unterricht
bereichern und das Lernen fördern. Eine bewegte Unterrichtsgestaltung lässt sich in den didaktischen
Bezugsrahmen des verkörperten Lernens (embodied learning) einordnen, das den Einfluss von
sensomotorischen Erfahrungen auf Wahrnehmung, Verständnis und Lernen betont (Madan & Singhal 2012).
Untersuchungen zu Bewegung im Unterricht belegen positive Effekte auf lernförderliche Faktoren wie
Unterrichtszufriedenheit von Lehrkräften und Schulkindern und eine verbesserte Aufgabenbearbeitung (Martin
& Murtagh 2017; Watson et al. 2017).
J.P. Knemeyer, C. Dold, R. Rupp, N. Marmé: Bewegung im naturwissenschaftlichen Unterricht
2
Zusammengefasst legt die aktuelle Studienlage nahe, sich von der reinen „Sitzpädagogik“ zu distanzieren und
leichte körperliche Alltagsaktivitäten in der Unterrichtsgestaltung zu berücksichtigen.
Nachfolgend werden drei Beispiele vorgestellt, mit denen die Bewegungen bei Schülerinnen und Schülern im
Unterricht gefördert werden kann. Ursprünglich wurden die Formate für den naturwissenschaftlichen Unterricht
erarbeitet, sie können aber auch in vielen anderen Bereichen eingesetzt werden.
Wortkabel
Das Wortkabel ist eine einfache und schnelle Möglichkeit, alle Lernenden zum Aufstehen zu bringen und sich
gedanklich mit einem Thema zu befassen. Zunächst stehen alle Schülerinnen
1
auf und es wird ein Thema
bekanntgegeben (z.B. Elektrizitätslehre). Reihum werden nun Worte genannt, die etwas mit dem Thema zu tun
haben. Dabei muss der Anfangsbuchstabe des Wortes immer mit dem letzten Buchstaben des Vorgängerwortes
übereinstimmen. Die erste Schülerin entscheidet sich beispielsweise für das Wort „Elektron“, so dass die nächste
Schülerin ein Wort mit „N“ bilden muss, beispielsweise „Nicht-Leiter“. Die folgende Schülerin könnte jetzt
„Reihenschaltung“ nennen. Wenn innerhalb von fünf Sekunden kein Begriff oder ein schon gefallener Begriff
genannt wird, muss sich die Person setzen. Gleiches gilt, wenn der Begriff zu weit vom Thema weg ist. Die
Nächste in der Reihe darf dann einen neuen Begriff frei auswählen. Wenn die letzte Schülerin in der Reihe ihren
Begriff genannt hat, wird der letzte Buchstabe wieder an die erste Schülerin weitergegeben. Das Wortkabel wird
solange fortgeführt, bis nur noch eine Schülerin steht und somit gewonnen hat.
Die Methode ist für große Gruppen, wie Schulklassen geeignet und kann auch schon zu Beginn einer neuen
Unterrichtseinheit eingesetzt werden, um die Schülerinnen und Schüler für das Thema zu motivieren.
Quiz-Karussell
Das Quiz-Karussell leitet sich von Formaten wie dem Kugellager, Speed-Dating oder Karussellgesprächen ab. Zur
Vorbereitung müssen die Lernende je einen Satz von 15 Karteikarten anfertigen, auf denen jeweils ein Begriff zu
einem zuvor festgelegten Thema steht.
Zum Quiz-Karussell stehen die Schülerinnen und Schüler auf und bilden zwei Kreise, einen inneren und einen
äußeren Kreis, so dass sie sich immer paarweise gegenüberstehen. Jede Schülerin hält dabei zunächst ihre Karten
in der Hand.
Auf ein Startzeichen beginnen die Schülerinnen des inneren Kreises ihrem
Gegenüber den ersten Begriff (oberste ihrer Karten) zu erklären, ohne den
Begriff selbst oder enthaltende Silben zu verwenden. Wird der Begriff erraten,
übergibt die Schülerin die Karte und erklärt den nächsten Begriff. Nach einer
festgelegten Zeit (z.B. 30 Sekunden) ertönt ein Signal. Der innere Kreis bewegt
sich eine Position im Uhrzeigersinn, so dass sich neue Schülerinnenpaare
bilden. Jetzt erklären die Schülerinnen des äußeren Kreises die Begriffe den
Schülerinnen des Innenkreises. Beim nächsten Signal bewegt sich der äußere
Kreis eine Position entgegen des Uhrzeigersinns (damit nicht wieder die
gleichen Paare gebildet werden) und die nächste Runde beginnt.
Die Spielzeit ist sehr flexibel, da das Quiz jederzeit von der Lehrkraft beendet
werden kann. Am Ende zählen die Lernenden die Karten, die sie jetzt in Händen halten. Hat eine Schülerin
mehr Karten als zuvor, hat sie offensichtlich viel gewusst; hat sie weniger als zuvor hat sie wohl gut erklärt.
Natürlich können die Karten, ganz oder teilweise, von der Lehrkraft vorgefertigt sein. Dies hat den Vorteil, dass
die Inhalte besser kontrollierbar sind, und weniger Unterrichtszeit benötigt wird. Nachteilig ist der erhöhte
Vorbereitungsaufwand und dass die Lernenden sich weniger mit dem Thema auseinandersetzen. Außerdem
könnte es vorkommen, dass die Lernenden Begriffe erklären müssen, die sie nicht kennen. Dies kann dadurch
1
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wir nur die weibliche Form verwendet, wobei immer Schülerinnen und
Schüler gemeint sind.
Abbildung 1: Schematische
Darstellung des Quiz-Karussells
J.P. Knemeyer, C. Dold, R. Rupp, N. Marmé: Bewegung im naturwissenschaftlichen Unterricht
3
umgangen werden, dass die Schülerin die entsprechende Karte direkt ihrem Quiz-Partner gibt, wenn sie den
Begriff nicht kennt. Bei dieser Spielform ist es kein Problem, wenn Begriffe mehrfach auftauchen, da jede
Schülerin sowieso nur mit einem Teil der Karten in Berührung kommt.
EDUtivity
EDUtivity ist an den Spielklassiker „Activity“ angelehnt. Die Klasse wird in zwei Gruppen geteilt, die sich während
des Spiels abwechseln. Die Gruppe, die gerade an der Reihe ist, steht auf und eine Schülerin dieser Gruppe geht
an die Tafel. Zunächst entscheidet ein Würfel über die Darstellungsweise: Zeichnen (1-2), Beschreiben (3-4),
Pantomime (5-6). Die Spielerin deckt jetzt die oberste Karte vom Kartenstapel auf. Sie muss innerhalb einer
vorgegebenen Zeit (z.B. eine Minute) nacheinander möglichst viele Begriffe beschreiben, zeichnen oder
pantomimisch darstellen, die ihre Gruppenmitglieder erraten müssen. Für jeden erratenen Begriff gibt es einen
Punkt, für jeden „Fehler (Regelverstoß)“ wird ein Punkt abgezogen. Jeweils nach Ablauf der Ratezeit wird die
Gruppe gewechselt.
Gewonnen hat am Ende, nach einer festgelegten Anzahl von Runden, die Mannschaft mit den meisten erratenen
Begriffen bzw. Punkten. Für die drei Darstellungsformen gelten die folgenden Regeln:
Beim Zeichnen darf weder gesprochen, noch gestikuliert werden. Die Zeichnung darf keine Zahlen oder
Buchstaben enthalten. Muss der Begriff beschrieben werden, ist darauf zu achten, dass die Schülerin den Begriff
erklärt, ohne dabei das Wort selbst, sowie Teile des Wortes oder der Wortfamilie zu verwenden. Bei der
pantomimischen Darstellung ist es weder gestattet zu sprechen oder Geräusche zu machen, noch dürfen
Buchstaben oder Zahlen in die Luft geschrieben werden.
Generell sollten alle gezogenen Begriffe gespielt werden, damit sich die Schülerinnen und Schüler auch mit
vermeintlich zu schwierigen Begriffen beschäftigen. Hier sind natürlich auch andere Varianten denkbar.
Beispielsweise könnten übersprungene Karten als Punkte für die gegnerische Mannschaft gewertet werden. Für
die Zeitnahme sollte jeweils die gegnerische Mannschaft verantwortlich sein.
Diese Spielform kann mit mehreren Runden, z.B. am Ende einer Unterrichtseinheit, durchgeführt werden.
Alternativ kann regelmäßig, beispielsweise in der Mitte einer Doppelstunde, immer nur eine Runde gespielt
werden, wobei die Punkte über einen längeren Zeitraum aufaddiert werden. Die Karten können entweder wieder
von den Schülerinnen selbst erstellt oder von der Lehrkraft vorgegeben werden.
Literatur
Bucksch, J., & Wallmann-Sperlich, B. (2016). Aufstehen, Hingehen, Treppensteigen die gesundheitliche
Relevanz von Alltagsaktivitäten. Public Health Forum, 24(2). doi:10.1515/pubhef-2016-0029
Carter, S. E., Draijer, R., Holder, S. M., Brown, L., Thijssen, D. H. J., & Hopkins, N. D. (2018). Regular walking breaks
prevent the decline in cerebral blood flow associated with prolonged sitting. Journal of Applied Physiology,
125(3), 790798. https://doi.org/10.1152/japplphysiol.00310.2018
Huber, G. & Kppel M. (2017). Analyse der Sitzzeiten von Kindern und Jugendlichen zwischen 4 und 20 Jahren.
Dtsch Z Sportmed, 68, 101-106.
Madan, C. R., & Singhal, A. (2012). Using actions to enhance memory: effects of enactment, gestures, and
exercise on human memory. Frontiers in psychology, 3, 507. doi:10.3389/fpsyg.2012.00507
Murtagh, E. M. (2017). Effect of Active Lessons on Physical Activity, Academic, and Health Outcomes: A
Systematic Review AU - Martin, Rosemarie. Research Quarterly for Exercise and Sport, 88(2), 149168.
https://doi.org/10.1080/02701367.2017.1294244
J.P. Knemeyer, C. Dold, R. Rupp, N. Marmé: Bewegung im naturwissenschaftlichen Unterricht
4
Patterson, R., McNamara, E., Tainio, M., de Sá, T. H., Smith, A. D., Sharp, S. J., Edwards, P., Woodcock, J., Brage,
S., … Wijndaele, K. (2018). Sedentary behaviour and risk of all-cause, cardiovascular and cancer mortality,
and incident type 2 diabetes: a systematic review and dose response meta-analysis. European journal of
epidemiology, 33(9), 811-829.
Tremblay, M. S., Aubert, S., Barnes, J. D., Saunders, T. J., Carson, V., Latimer-Cheung, A. E., Wondergem, R.
(2017). Sedentary Behavior Research Network (SBRN) -- Terminology Consensus Project process and
outcome. International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity, 14(1), 75.
https://doi.org/10.1186/s12966-017-0525-8
Wang, M., Song, Y., Baker, J. S., Fekete, G., & Gu, Y. (2018). Sitting to standing postural changes: Energy
expenditure and a possible mechanism to alleviate sedentary behavior. Physiology International, 105(2),
157165. https://doi.org/10.1556/2060.105.2018.2.14
Watson, A., Timperio, A., Brown, H., Best, K., & Hesketh, K. D. (2017). Effect of classroom-based physical activity
interventions on academic and physical activity outcomes: a systematic review and meta-analysis. The
international journal of behavioral nutrition and physical activity, 14(1), 114. doi:10.1186/s12966-017-
0569-9
ResearchGate has not been able to resolve any citations for this publication.
Article
Full-text available
Decreased cerebrovascular blood flow and function are associated with lower cognitive functioning and increased risk of neurodegenerative diseases. Prolonged sitting impairs peripheral blood flow and function, but its effects on the cerebrovasculature are unknown. This study explored the effect of uninterrupted sitting and breaking up sitting time on cerebrovascular blood flow and function of healthy desk workers. Fifteen participants (10 male, 35.8{plus minus}10.2 years, BMI: 25.5{plus minus}3.2 kg∙m-2) completed, on separate days, three 4-hr conditions in a randomised order: a) uninterrupted sitting (SIT), b) sitting with 2-min light intensity walking breaks every 30-min (2WALK) or c) sitting with 8-min light intensity walking breaks every 2-hrs (8WALK). At baseline and 4-hrs, middle cerebral artery blood flow velocity (MCAv), carbon dioxide reactivity (CVR) of the MCA and carotid artery were measured using transcranial Doppler (TCD) and duplex ultrasound respectively. Cerebral autoregulation (CA) was assessed with TCD using a squat-stand protocol and analysed to generate values of gain and phase in the very low, low, and high frequencies. There was a significant decline in SIT MCAv (-3.2{plus minus}1.2 cm.s-1) compared to 2WALK (0.6{plus minus}1.5 cm.s-1, p=0.02), but not between SIT and 8WALK (-1.2{plus minus}1.0 cm.s-1, p=0.14). For CA, the change in 2WALK very low frequency phase (4.47{plus minus}4.07 degrees) was significantly greater than SIT (-3.38{plus minus}2.82 degrees, p=0.02). There was no significant change in MCA or carotid artery CVR (p>0.05). Results indicate that prolonged, uninterrupted sitting in healthy desk workers reduces cerebral blood flow, however this is offset when frequent, short-duration walking breaks are incorporated.
Article
Full-text available
Purpose: To estimate the strength and shape of the dose-response relationship between sedentary behaviour and all-cause, cardiovascular disease (CVD) and cancer mortality, and incident type 2 diabetes (T2D), adjusted for physical activity (PA). Data Sources: Pubmed, Web of Knowledge, Medline, Embase, Cochrane Library and Google Scholar (through September-2016); reference lists. Study Selection: Prospective studies reporting associations between total daily sedentary time or TV viewing time, and ≥ one outcome of interest. Data Extraction: Two independent reviewers extracted data, study quality was assessed; corresponding authors were approached where needed. Data Synthesis: Thirty-four studies (1,331,468 unique participants; good study quality) covering 8 exposure-outcome combinations were included. For total sedentary behaviour, the PA-adjusted relationship was non-linear for all-cause mortality (RR per 1 h/day: were 1.01 (1.00-1.01) ≤ 8 h/day; 1.04 (1.03-1.05) > 8 h/day of exposure), and for CVD mortality (1.01 (0.99-1.02) ≤ 6 h/day; 1.04 (1.03-1.04) > 6 h/day). The association was linear (1.01 (1.00-1.01)) with T2D and non-significant with cancer mortality. Stronger PA-adjusted associations were found for TV viewing (h/day); non-linear for all-cause mortality (1.03 (1.01-1.04) ≤ 3.5 h/day; 1.06 (1.05-1.08) > 3.5 h/day) and for CVD mortality (1.02 (0.99-1.04) ≤ 4 h/day; 1.08 (1.05-1.12) > 4 h/day). Associations with cancer mortality (1.03 (1.02-1.04)) and T2D were linear (1.09 (1.07-1.12)). Conclusions: Independent of PA, total sitting and TV viewing time are associated with greater risk for several major chronic disease outcomes. For all-cause and CVD mortality, a threshold of 6-8 h/day of total sitting and 3-4 h/day of TV viewing was identified, above which the risk is increased.
Article
Full-text available
Background Physical activity is associated with many physical and mental health benefits, however many children do not meet the national physical activity guidelines. While schools provide an ideal setting to promote children’s physical activity, adding physical activity to the school day can be difficult given time constraints often imposed by competing key learning areas. Classroom-based physical activity may provide an opportunity to increase school-based physical activity while concurrently improving academic-related outcomes. The primary aim of this systematic review and meta-analysis was to evaluate the impact of classroom-based physical activity interventions on academic-related outcomes. A secondary aim was to evaluate the impact of these lessons on physical activity levels over the study duration. Methods A systematic search of electronic databases (PubMed, ERIC, SPORTDiscus, PsycINFO) was performed in January 2016 and updated in January 2017. Studies that investigated the association between classroom-based physical activity interventions and academic-related outcomes in primary (elementary) school-aged children were included. Meta-analyses were conducted in Review Manager, with effect sizes calculated separately for each outcome assessed. Results Thirty-nine articles met the inclusion criteria for the review, and 16 provided sufficient data and appropriate design for inclusion in the meta-analyses. Studies investigated a range of academic-related outcomes including classroom behaviour (e.g. on-task behaviour), cognitive functions (e.g. executive function), and academic achievement (e.g. standardised test scores). Results of the meta-analyses showed classroom-based physical activity had a positive effect on improving on-task and reducing off-task classroom behaviour (standardised mean difference = 0.60 (95% CI: 0.20,1.00)), and led to improvements in academic achievement when a progress monitoring tool was used (standardised mean difference = 1.03 (95% CI: 0.22,1.84)). However, no effect was found for cognitive functions (standardised mean difference = 0.33 (95% CI: -0.11,0.77)) or physical activity (standardised mean difference = 0.40 (95% CI: -1.15,0.95)). Conclusions Results suggest classroom-based physical activity may have a positive impact on academic-related outcomes. However, it is not possible to draw definitive conclusions due to the level of heterogeneity in intervention components and academic-related outcomes assessed. Future studies should consider the intervention period when selecting academic-related outcome measures, and use an objective measure of physical activity to determine intervention fidelity and effects on overall physical activity levels.
Article
Full-text available
Background The prominence of sedentary behavior research in health science has grown rapidly. With this growth there is increasing urgency for clear, common and accepted terminology and definitions. Such standardization is difficult to achieve, especially across multi-disciplinary researchers, practitioners, and industries. The Sedentary Behavior Research Network (SBRN) undertook a Terminology Consensus Project to address this need. Method First, a literature review was completed to identify key terms in sedentary behavior research. These key terms were then reviewed and modified by a Steering Committee formed by SBRN. Next, SBRN members were invited to contribute to this project and interested participants reviewed and provided feedback on the proposed list of terms and draft definitions through an online survey. Finally, a conceptual model and consensus definitions (including caveats and examples for all age groups and functional abilities) were finalized based on the feedback received from the 87 SBRN member participants who responded to the original invitation and survey. Results Consensus definitions for the terms physical inactivity, stationary behavior, sedentary behavior, standing, screen time, non-screen-based sedentary time, sitting, reclining, lying, sedentary behavior pattern, as well as how the terms bouts, breaks, and interruptions should be used in this context are provided. Conclusion It is hoped that the definitions resulting from this comprehensive, transparent, and broad-based participatory process will result in standardized terminology that is widely supported and adopted, thereby advancing future research, interventions, policies, and practices related to sedentary behaviors. Electronic supplementary material The online version of this article (doi:10.1186/s12966-017-0525-8) contains supplementary material, which is available to authorized users.
Article
Full-text available
Few would doubt the benefits of exercise on one's physical well-being. However, the benefits of exercise on one's mental abilities are not nearly as extolled. More directly, the perspective that our bodies have a significant influence on our minds is still relatively new, though reviews by Rosenbaum (2005) and Madan and Singhal (2012a) suggest that this is beginning to change. This idea is also in line with the embodied approach to cognition (e.g., Clark, 1997; Lakoff and Johnson, 1999; Wilson, 2002; Anderson, 2003; Barsalou, 2008; Fischer and Zwaan, 2008). Briefly, embodied cognition suggests that physical properties of the human body, particularly the perceptual and motor systems, play an important role in cognition—the body influences the mind just as the mind influences the body. This approach is further supported by findings that individual body properties such as handedness can influence how individuals understand abstract concepts (Casasanto, 2009, 2011). One particularly interesting facet of the idea that our body can affect cognition is the influence of actions, gestures, and exercise on memory performance: the hypothesis is that our physical movements, and even the amount that we exercise, can affect our ability to remember. In the current paper we will provide an overview on the disparate research paradigms that support this hypothesis, and their resulting implications.
Article
Background and aims Sedentary lifestyles have recently been identified as potential mechanism for obesity and associated metabolic diseases linked to ill health. The aim of this study was to investigate the effects of standing and sitting–standing positional changes on energy cost and consequently interrupting sedentary sitting time while working. Methods A total of 26 healthy male volunteers performed normal typing and editing work for 100 min under three conditions. The conditions included sustained sitting, sustained standing, and sitting–standing alternation every 20 min using a sit–stand desk. Respiratory parameters measured included minute ventilation (VE), oxygen consumption (VO 2 ), and energy expenditure (EE). Measurements were recorded using a calibrated Cosmed K4b ² portable gas analysis system. Results The mean value for VE was the highest in the standing position (VE = 13.33 ± 0.71), followed by sitting–standing alternation (VE = 12.04 ± 0.62). Both were significantly different from sitting (VE = 10.59 ± 0.69). The maximum VE and EE for standing (VE = 14.81 ± 0.43 and EE = 1.84 ± 0.10) and sitting–standing alternation (VE = 14.80 ± 0.40 and EE = 1.93 ± 0.08) were significantly higher than that of sitting (VE = 12.15 ± 0.42 and EE = 1.67 ± 0.07). No significant differences were observed in the mean VO 2 among the three conditions. However, the maximum VO 2 for both standing (VO 2 = 5.40 ± 0.20) and sitting–standing alternation (VO 2 = 5.14 ± 0.17) had shown to be significantly higher than sitting (VO 2 = 4.50 ± 0.18). There were no significant differences observed in the mean EE levels between sitting (EE = 1.43 ± 0.07) and sitting–standing alternation (EE = 1.55 ± 0.08). However, the mean EE while standing (EE = 1.62 ± 0.09) significantly increased compared to sitting. Conclusions The findings of this study indicate that sitting–standing alternations may be implemented as an effective intervention to interrupt prolonged sitting while working.
Article
Problem statement: Epidemiological studies show a significant correlation between sedentary time and the prevalence of chronic diseases. It can be assumed that sedentary lifestyle contributes to the development of obesity. This also applies to children and adolescents. However, we still do not know much about the occasions and the time the children and young people sit. Approach and methods: With the help of a validated questionnaire we have examined the sedentary time of 4385 children and adolescents in Germany, Luxemburg and Austria aged 4 to 20 years. Results: The average sitting time of children and adolescents is 10.58h (SD=2.68) per work day and 7.52h (SD=2.20) per weekend day, which means 71% of the time spent awake on working days and 54% on weekend days. School-related seating is dominant. The contrast analysis also shows the continuous monotonous development of the sedentary times F(12,3262)=58.83 (p<.001), which is proportional to the class level, with an explanation of variance of η²=17.8% (d=0.93) for the class level. Conclusions: Our data confirm existing studies from North America and provide a sufficient basis to implement appropriate interventions. Priority areas for action are school, school path and media use.
Article
Purpose: The purpose of this study was to conduct a systematic review of classroom-based physical activity interventions that integrate academic content and assess the effectiveness of the interventions on physical activity, learning, facilitators of learning, and health outcomes. Method: Six electronic databases (ERIC, PubMed, Google Scholar, Science Direct, Cochrane Library, and EMBASE) and reference lists were searched for English-language articles, published January 1990 through March 2015, reporting classroom-based interventions that deliberately taught academic content using physically active teaching methods for at least 1 week duration, with physical activity, health, learning, or facilitators-of-learning outcomes. Two authors reviewed full-text articles. Data were extracted onto an Excel spreadsheet, and authors were contacted to confirm accuracy of the information presented. Results: Fifteen studies met the inclusion criteria. Six studies reporting on physical activity levels were found to have medium-to-large effect sizes. All 4 studies reporting learning outcomes showed positive effects of intervention lessons. Teachers and students were pleased with the programs, and enhanced on-task behavior was identified (n = 3). Positive effects were also reported on students' body mass index levels (n = 3). Conclusions: Physically active academic lessons increase physical activity levels and may benefit learning and health outcomes. Both students and teachers positively received and enjoyed these teaching methods. These findings emphasize the need for such interventions to contribute toward public health policy.
Article
Zusammenfassung: Lange Sitzzeiten und zu wenig Bewegung stellen zentrale Public Health-Probleme dar. Die epidemiologische Studienlage unterstreicht, dass bei einem vorwiegend sitzend geprägten Lebensstil eine Reduzierung und Unterbrechung von Sitzzeiten durch eine Förderung alltäglicher Ativitäten (z.B. Stehen am Arbeitsplatz), präventiv und eigenständig auf viele chronisch-degenerative Erkrankungen und lebensverlängernd wirkt. Public Health Initiativen sollten dies verstärkt berücksichtigen.
Effect of classroom-based physical activity interventions on academic and physical activity outcomes: a systematic review and meta-analysis. The international journal of behavioral nutrition and physical activity
  • A Watson
  • A Timperio
  • H Brown
  • K Best
  • K D Hesketh
Watson, A., Timperio, A., Brown, H., Best, K., & Hesketh, K. D. (2017). Effect of classroom-based physical activity interventions on academic and physical activity outcomes: a systematic review and meta-analysis. The international journal of behavioral nutrition and physical activity, 14(1), 114. doi:10.1186/s12966-0170569-9