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REGIONALE RESILIENZ Konzepte und Anwendungen im deutschsprachigen Raum

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Abstract

In einer Zeit die von Unsicherheiten, permanentem Wandel und Krisen geprägt ist, kommt dem Begriff Resilienz in den vergangenen Jahrzehnten eine zunehmende Bedeutung zu, was sich in zahllosen Veröffentlichungen einer Vielzahl wissenschaftlicher Disziplinen wiederspiegelt. Dabei beschreibt Resilienz die Fähigkeit von Systemen auf Störungen beziehungsweise Schocks zu reagieren und entscheidende Systemfunktionen aufrechtzuerhalten (vgl. GERSTENGABE/WELZER 2013, 49). Auch die transformative Forschung und Praxis im sozio-räumlichen Kontext bedient sich unter dem Leitgedanken der Nachhaltigkeit gerne des hinter Resilienz stehenden Konzeptes der Krisenrobustheit. Der damit nicht nur deskriptiv genutzte, sondern auch normativ aufgeladene Resilienzbegriff erfährt im Fachdiskurs wie in der Stadt- und Regionalentwicklungspraxis unterschiedliche Interpretationszugänge und -Tiefen. So wird Resilienz einerseits mit der Reaktionsfähigkeit von Systemen gegenüber Krisenereignisse verbunden. Andererseits wird unter der Berufung auf selbige Resilienz eine weitgehende Transformation im Sinne der Subsidiarität und Suffizienz gefordert, um Vulnerabilitäten generell abzubauen. Die vorliegende Arbeit vollzieht die Entstehung und Entwicklung des Konzeptes regionaler Resilienz nach und geht dabei auch diesen Diskrepanzen in eine Literaturanalyse auf den Grund. Dabei findet sie in regionaler Resilienz Einsichten und Instrumente, Prinzipien und Visionen für eine nachhaltige, kommunale und regionale Entwicklungspraxis. Sie geht aber hierüber hinaus und fragt nach dem Stand der Praxis. In einer Onlinerecherche und sechs Fallstudien mit insgesamt 13 Interviews wurden Verbreitung und Operationalisierung regionaler Resilienz untersucht. Während die theoretische Erschließung neue Interpretationsweisen für die Entwicklungspraxis bereithält, äußert sich Resilienz – zumindest in den Fallstudien dieser Arbeit – vornehmlich in Vernetzungs- und Aktivierungstätigkeiten, wie man sie beispielsweise aus der LEADER-Entwicklungspraxis und den Konzepten regionaler Governance und Community Led Local Development (CLLD) kennt. Selbstorganisationsfähigkeit erhöht die Bewältigungs- und Veränderungsfähigkeit der Regionen. Regionale Resilienz bietet als neues Konzept für die Steuerung regionaler Entwicklung einen Anlass für die Reflexion der eigenen Entwicklung, das Öffnen für Neues und das Aushandeln von und Umsteuern in nachhaltigere Pfade. Die finanzielle und strukturelle Förderung dieser Beschäftigung mit regionaler Resilienz kann dabei helfen, notwendige Veränderungsprozesse in den Regionen zu initiieren und somit die Lebensqualität der Menschen langfristig zu sichern. (1. überarbeitete Version, 21.02.2018)
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Within many practical, professional and political fields, resilience has become a normative, barely questioned orientation principle, yet it has not been the subject of explicit reflection. The following considerations aim to contribute to closing this gap without assuming a dichotomy between the functional and the normative levels. Resilience is understood as a process whose focus is the response to upheaval and problems. The ability to respond, then, is the starting point from which the normative aspects of resilience can be more clearly brought out and connected to conceptual differences (simple and reflective resilience; specific and general resilience) within resilience discourse. This is grounded in Bernhard Waldenfels' idea of responsive ethics. Our concept seeks to provide greater understanding of the term "responsible resilience" and bring up the normativity of resilience in a reflective, non-dichotomous way.
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Resilienz ist zu einem zentralen Begriff der Regionalentwicklung geworden. Nun liegt darin sicherlich die Gefahr, dass er durch beliebige und inflationäre Verwendung sehr rasch zum Un-Wort wird. Doch kann, bei gründlicher Überlegung, das Konzept der Resilienz wertvolle Hinweise dafür liefern, worauf wir in der Steuerung für nachhaltige Regionalentwicklung besonders achten sollten.
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Many companies leave risk management and business continuity to security professionals, business continuity planners or insurance professionals. However, the authors argue, building a resilient enterprise should be a strategic initiative that changes the way a company operates and increases its competitiveness. Reducing vulnerability means both reducing the likelihood of a disruption and increasing resilience. Resilience, in turn, can be achieved by either creating redundancy or increasing flexibility. Redundancy is the familiar concept of keeping some resources in reserve to be used in case of a disruption. The most common forms of redundancy are safety stock, the deliberate use of multiple suppliers even when the secondary suppliers have higher costs, and deliberately low capacity utilization rates. Although necessary to some degree, redundancy represents pure cost with no return except in the eventuality of disruption. The authors contend that significantly more leverage, not to mention operational advantages, can be achieved by making supply chains flexible. Flexibility requires building in organic capabilities that can sense threats and respond to them quickly. Drawing on ongoing research at the MIT Center for Transportation and Logistics involving detailed studies of dozens of cases of corporate disruption and response, the authors describe how resilient companies build flexibility into each of five essential supply chain elements: the supplier, conversion process, distribution channels, control systems and underlying corporate culture. Case examples of Land Rover, Aisin Seiki Co. (a supplier to Toyota), United Parcel Service, Dell, Baxter International, DHL and Nokia, among others, are offered to illustrate how building flexibility in these supply chain elements not only bolsters the resilience of an organization but also creates a competitive advantage in the marketplace.
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Nach einer allgemein anerkannten fachspezifischen Definition von Resilienz sucht man in der Soziologie vergebens. Das Konzept hat im Fach keine Tradition – anders als etwa in der psychologischen, der pädagogisch-therapeutischen, der (sozial-)ökologischen oder der ingenieurwissenschaftlichen Forschung. Erst im Zuge der allgemeinen Konjunktur, die das Konzept seit einigen Jahren erfährt, sind verstreut und vereinzelt in ausgewählten Bereichen, wie der Armutssoziologie, der Wirtschaftssoziologie, der soziologischen Regionalforschung, der Katastrophensoziologie, der Risikosoziologie und der Sicherheitsforschung erste Versuche entstanden, Resilienz für soziologische Analysen fruchtbar zu machen. Soziologische Thematisierungen schließen dabei an ein allgemeines Verständnis an, Resilienz als Eigenschaft eines (sozialen) Systems oder einer (sozialen) Einheit aufzufassen, existenz- oder bestandsbedrohenden Gefährdungen oder Herausforderungen solchermaßen sich selbst verändernd widerstehen zu können, dass Kernbestandteile seiner/ihrer „Identität“ nicht aufgegeben werden.