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Fitness als Glück? Gesundheit, Unbehagen und kein Sex im Film JE KA MI

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Nein, derart gesund wollten die Filmschaffenden um Regisseur Roman Hollenstein nicht sein. Im Film «JE KA MI oder Dein Glück liegt ganz in dieser Welt» (Schweiz, 1978) wendeten sie sich gegen Gesundheitskampagnen von Sportverbänden und Fitnessunternehmen, die das Streben nach einem durchtrainierten, schlanken Körper als Weg zu Wohlbefinden und Glück propagierten. Für sie verbreitete diese «Gesundheitserziehung» ein Leistungsdenken, das allein auf die Herstellung wirtschaftlich nutzbarer Körper abziele und damit im Interesse der Herrschenden sei: der Unternehmer, der Militärs, der Regierung. 1978 an den Solothurner Filmtagen uraufgeführt ist JE KA MI ein Beispiel für die kritische Auseinandersetzung mit dem Streben nach Fitness in einer Zeit gesellschaftlichen und kulturellen Wandels. Ich benutzte den Film in meinem Beitrag zum Buch "Stress und Unbehagen. Glücks- und Erfolgspathologien in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts" als Quelle, um die Anfangsphase des anhaltenden Fitnessbooms zu untersuchen. Der Beitrag handelt von ändernden Vorstellungen davon, was einen gesunden Körper ausmacht, und von unterschiedlichen gesellschaftlichen Problematisierungen dieser Gesundheitskonzepte.
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Neofelis Verlag
Stephanie Kleiner / Robert Suter (Hrsg.)
Stress und Unbehagen
Glücks- und Erfolgspathologien in
der zweiten Häle des 20. Jahrhunderts
Sonderdruck
Inhalt
7 // Stephanie K leiner / Robert Suter (†)
Stress und Unbehagen.
Glücks- und Erfolgspathologien in
der zweiten Häle des . Jahrhunderts – eine Einleitung
29 // Heiko Sto
Leistung, Erfolg, Glück und Stress.
Zur Körpergeschichte des liberalen Kapitalismus im . Jahrhundert
53 // Horst Gruner
Erschöpe Menschen.
Zur populären Darstellung von Burnout-Fällen (–)
77 // Wim Peeters
Der Steppenwolf als Messie.
Über Entsorgungsratgeber für den ‚inneren Haushalt‘
99 // Niklaus Ingold
Fitness als Glück?
Gesundheit, Unbehagen und kein Sex im Film JE KA MI
127 // Katja Rothe
Autismus – Glückspathologisierung .
147 // Wiebke Wiede
Die glücklichen Arbeitslosen.
Zu einer paradoxen Subjektivierungsform
169 // Matthias Leanza
Stress und Resilienz.
Zum Unbehagen in der Spätmoderne
195 // Abbildungsverzeichnis
98 // 99
Niklaus Ingold
Fitness als Glück?
Gesundheit, Unbehagen und kein Sex im Film JE KA MI
Wie soll man leben? Wie bleiben wir gesund?“ Im Dokumentar-
lm JE KA MI – oder Dein Glück liegt ganz in dieser Welt (CH ,
R.: Roman Hollenstein) präsentierten Cineasten aus dem alternati-
ven Milieu das Streben nach Fitness als ironische Antwort auf diese
Fragen. (Abb. ) Die Aulende lässt einen Sonnenaufgang über
dem Alpenkranz erscheinen, während der in die Jahre gekommene
Schweizer Nudist Werner Zimmermann sein Verständnis des Zwecks
menschlichen Daseins erklärt. In den darauolgenden  Minuten
schlägt der Film den großen Bogen von der Freikörperkultur zu
Breitensport anlässen und kommerziellen Fitness- und Sport angeboten
aus den er Jahren. Der Eindruck entsteht, dass körperliche
Ertüchtigung zur Herstellung und Aufrechterhaltung individueller
Gesundheit zum Mittelpunkt des Lebens in der Schweiz geworden sei.
Folgerichtig endet der Film in der Wohnung einer dreiköpgen Fami-
lie, die bei laufendem Fernseher mit Fitnessgeräten trainiert. Weit weg
sind nun Sonnenaufgang und Alpenkranz: In der Abblende gleitet die
1 Filmcooperative Zürich: Filmplakat zu JE KA MI oder Dein Glück liegt ganz
in dieser Welt (CH , R: Roman Hollenstein). https://www.lmkollektiv.
ch/pagina.php?,,,,,&n=&obt=pl (Zugri am ..). Ich danke
Lukas Engelmann für den Hinweis auf JE KA MI und Felix Aeppli für Zugang
zu seiner Filmsammlung. Maria Böhmer, Janina Kehr, Erich Keller, Alois Unter-
kircher und Anita Winkler danke ich für den Austausch sowie Anregungen und
Kommentare.
Ingold // Fitness als Glück?
Kamera über den Asphalt einer Straße, um langsam den Blick auf den
Kühlturm eines Atomkrawerks freizugeben.
Dieser Plot karikierte die zeitgenössische Öentlichkeitsarbeit für
Gesundheitssport. Die Abkürzung im Filmtitel – „JE KA MI“ für
„Jeder kann mitmachen“ – gri das Motto von Kampagnen auf, die
Sport als gesundheitsförderndes Verhalten darstellten und alle Men-
schen zu regelmäßiger sportlicher Betätigung im Alltag anzuregen ver-
suchten. In der Bundesrepublik fuhr der Deutsche Sportbund (DSB)
eine solche Kampagne unter dem Leitspruch „Trimm Dich – durch
Sport“, während in der Schweiz der Schweizerische Landes verband
für Leibesübungen (SLL, ab  Schweizerischer Landesverband
für Sport, SLS, heute Swiss Olympic) seine Version kurz „Sport für
alle“ nannte. Solche Kampagnen zählten zu den Triebkräen hin-
ter dem Fitnessboom, der Ende der er Jahre mit einer steigen-
den Nachfrage nach Fitnesscentern, neuen Trendsportarten wie dem
Abb. 
Filmplakat
für den Film
JE KA MI ().
100 // 101
Jogging und Trimm-Dich-Pfaden begonnen hatte. Letztere hießen
in der Schweiz „Vita Parcours“, da sie ab  von der Vita Lebens-
versicherung in einer großangelegten Sponsoring-Aktion eingerich-
tet wurden. All diese Kampagnen propagierten den durchtrainierten,
schlanken Körper als Idealkörper, der am besten an die Lebens-
bedingungen in westlichen Konsum- und Leistungsgesellschaen
angepasst sei. Fitness versprach Funktionalität – durch dieses Ziel
unterscheidet sich das Fitnesstraining vom Bodybuilding, dessen ein-
ziger Zweck in einer auälligen Ästhetik besteht.JE KA MI bietet
als kritische Auseinandersetzung mit entsprechenden Anleitungen
zum Umgang mit dem eigenen Körper Gelegenheit, die Tgerscha
des präventiv medizinischen Denkstils der er Jahre zu beschrei-
ben und eine zeitgenössische Problematisierung des dazugehörigen
Präventions regimes zu erfassen.
Die von den Filmschaenden aufgegriene Öentlichkeitsarbeit für
Gesundheitssport folgte einer Vorbeugungslogik, die mit dem Auf-
kommen des Risikofaktorenkonzepts in der Präventivmedizin vor
allem seit den er Jahren an Wirkmacht gewonnen hatte. Die
2 Vgl. Ralf Forsbach: Die er und die Medizin. Gesundheitspolitik und Patienten-
verhalten in der Bundesrepublik Deutschland (–). Göttingen: V&R Uni-
press , S. ; Markus Lamprecht / Hanspeter Stamm: Sport zwischen Kul-
tur, Kult und Kommerz. Zürich: Seismo , S. , –. Zur Geschichte von
Fitness centern im . Jahrhundert siehe Bernd Wedemeyer-Kolwe: Zwischen
„Beruf“ und „Berufung“. Zur Geschichte der kommerziellen Fitnessanbieter. In:
Andreas Schwab / Ronny Trachsel (Hrsg.): Fitness. Schönheit kommt on aus-
sen. [Gunten]: Palma  , S. –. Zur Geschichte des Joggings siehe Tobias
Dietrich: Laufen als Lebensinhalt. Körperliche Praxis nach dem Boom. In: Morten
Reitmayer / omas Schlem mer (Hrsg .): Die Anfänge der Gegenwart. Umbrüche
in Westeuropa nach dem Boom. München: Oldenbourg , S. –; Tobias
Dietrich: Eine neue Sorge um sich? Ausdauersport im „Zeitalter der Kalorien-
angst“. In: Martin Lengwiler / Jeannette Z. Madarász (Hrsg.): Das präventive Selbst.
Eine Kultur geschichte moderner Gesundheitspolitik. Bielefeld: Transcript ,
S. –.
3  gab es in der Schweiz  solcher Trimm-Dich-Pfade. Vgl. Guido Nonella:
Die Erfolgsgeschichte einer gesunden Idee. In: VITA Lebensversicherungs-
Gesellscha (Hrsg.): Vita Parcours. Der grösste Fitnessclub der Schweiz. Zürich:
Werd , S. –.
4 Vgl. Jörg Scheller: No sports! Zur Ästhetik des Bodybuildings. Stuttgart: Steiner
, S. –.
5 Vgl. Carsten Timmermann: Risikofaktoren. Der scheinbar unaualtsame Erfolg
eines Ansatzes aus der amerikanischen Epidemiologie in der deutschen Nach-
kriegsmedizin. In: Lengwi ler / Madarász (Hrsg.): Das präventive Selbst, S. –,
Ingold // Fitness als Glück?
Kampagnen vollzogen zudem den sogenannten epidemiologischen
Übergang nach: Sie wollten eine Antwort geben auf die wachsende
Bedeutung chronischer Leiden gegenüber Infektionserkrankungen
in den Sterbestatistiken westlicher Staaten. Mit Wahrscheinlich-
keitsrechnung und Statistik suchten die Vertreter der Risikofaktoren-
medizin nach den Ursachen der chronischen Krankheiten. Bis die
Erforschung der Viruserkrankung Aids in den er Jahren Anste-
ckung wieder auf die Agenda der Präventivmediziner setzte, proble-
matisierten sie Konsumverhalten, Leistungsdruck und Bewegungs-
gewohnheiten als Risikofaktoren. Die dazugehörige Präventionslogik
akzentuierte die Bedeutung individuellen Verhaltens für die gute
Gesundheit und verlangte nach einer wirksamen „Gesundheits-
erziehung“. Die einzelnen Menschen sollten das Streben nach
Gesundheit verinnerlichen und Risiken wie Alkohol- und Tabak-
konsum oder Bewegungsmangel durch Veränderung der Lebensweise
ausschalten.
JE KA MI als kritische Reaktion auf diese Gesundheitserziehung zu
betrachten, entspricht der Rezeption des Films Ende der er Jahre.
Martin Walder, Filmkritiker der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ),
schrieb beim Kinostart :
Vordergründig wohl eine dokumentarische Variationenschau zum ema
„Fitness“ und zu seinen Ideologien, ist „JE KA MI …“ schliesslich eine ver-
zweifelt ranierte, aggressive Abrechnung, die einem wiederholt übel
macht mit Bildern und Tönen, die selbst vor den als Opfern gezeigten
Menschen nicht mehr Respekt wahren, sondern sie als gesundheitssüchtige
Produkte einer krankmachenden Welt mitunter pietätlos vor der Kamera
festnageln.
hier S. –; Martin Lengwiler / Stefan Beck: Historizität, Materialität und
Hybridität von Wissenspraxen. Die Entwicklung europäischer Präventionsregime
im . Jahrhundert. In: Geschichte und Gesellscha  (), S. –, hier
S. –, .
6 Zur Präventivmedizin in der BRD und der DDR siehe Christian Sammer: Die
„Modernisierung“ der Gesundheitsaulärung in beiden deutschen Staaten zwi-
schen  und . Das Beispiel Rauchen. In: Medizinhistorisches Journal 
(), S. –.
7 Martin Walder: … dein Glück ist ganz von dieser Welt. „Je Ka Mi …“ – Roman
Hollensteins letzter Film. In: Neue Zürcher Zeitung, .., S. .
102 // 103
Dass Regisseur Roman Hollenstein (Abb. ) während der Schneid-
arbeiten Suizid beging, trug zum düsteren Eindruck bei. Der Film
sei „das Werk eines Verzweifelten“, „der nicht fertig geworden ist mit
dem, was sich ihm darbot“, schrieb der Film- und Fernseh kritiker
Bernhard Giger. Obwohl JE KA MI auf Festivals Lob erntete, lehnte
das Deutschschweizer Fernsehen eine Ausstrahlung zweimal ab.
Im alternativen Milieu stand der Film deshalb für die Mutlosigkeit
der Fernsehmacher, das Publikum mit unbequemen, zum Nach-
denken anregenden Inhalten zu konfrontieren. Das machte ihn
für die Jugendbewegung der er Jahre interessant. Als die Zür-
cher Stadtregierung im Sommer  nach international beachteten
8 Bernhard Giger: Nicht für das Fernsehen. Warum Roman Hollensteins
Film „Jekami“ nicht ausgestrahlt wird. In: Der Bund, .., S. . Zu
Hollensteins Freitod vgl. Georg Janett: Bilder aus der Vergangenheit. In: Ciné-
Bulletin , (), S. –.
9 Vgl. Giger: Nicht für das Fernsehen, S. . An der Internationalen Filmwoche
von Mannheim erhielt JE KA MI eine Empfehlung der Volkshochschuljury, und
die Jury des Zürcher Filmpreises lobte seine ualität, auch wenn sie eine Auszeich-
nung wegen der Selbsttötung des Regisseurs ablehnte (vgl. Deutscher Depeschen-
dienst: Preise für Schweizer Filmautoren. In: Neue Zürcher Zeitung, ..,
Abb. : Roman Hollenstein bei Dreharbeiten Anfang der er Jahre.
Ingold // Fitness als Glück?
Straßenschlachten zwischen Polizei und Jugendlichen erstmals der
Forderung nach einem Autonomen Jugendzentrum (AJZ) nach-
gekommen war, zeigten die Aktivisten JE KA MI als ersten Film im
Kinobetrieb des Jugendhauses. Doch was genau hatten die Cineasten
um Hollenstein in der Öentlichkeitsarbeit für das Streben nach Fit-
ness und in entsprechenden Angeboten gesehen? Woher rührte ihr
Unbehagen?
Der Historiker Andreas Schwab hat die Bedeutung der Kritischen
eorie für die Fitnesskritik der er und er Jahre betont.
Mit Rekurs auf die Schrien des Soziologen Herbert Marcuse hät-
ten Protagonisten der er-Bewegung den neuen Körperkult als
Beispiel für die Manipulation und Verfälschung der menschli-
chen Bedürfnisse in den Arbeits- und Konsumgesellschaen der
er und er Jahre gedeutet. Wichtigstes Motiv der Fitness kritik
sei die Angst vor einem neuen Faschismus gewesen, der sich einer
leicht beeinuss baren Masse gestählter Männer und Frauen bedienen
könnte. In den er Jahren baute aber auch Michel Foucault als
Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte der Denksysteme am Collège
de France das Streben nach Fitness in sein Nachdenken über For-
men des Regierens ein. Sein Erkenntnisinteresse galt dem deutschen
Nachkriegs liberalismus und dem Programm der neoliberalen Chica-
goer Schule. Das Streben nach Fitness bezog er auf die sogenannte
Sexwelle und führte aus, dass Macht nicht einfach als Repression
von oben gedacht werden könne, sondern sich vielmehr in stimulie-
renden Eekten äußere: „‚Zeige dich nackt … aber sei schlank, schön
und gebräunt!‘“ Darauf bezieht sich die sozialwissenschaliche
S. ; Ingrid Telley: Je-Ka-Mi oder Dein Glück ist ganz von dieser Welt. In: Her
Dumont und Maria Tortajada (Hrsg.): Histoire du cinéma suisse, –, Bd. .
Lausanne: Cinémathèque Suisse , S. –.
10 Vgl. Kristina Trolle: Das legendäre Kino im Herzen von Zürich.  Jahre Xenix.
In: Cinema  (), S. –, hier S. . Zur Jugendbewegung der er
Jahre siehe Jakob Tanner: Geschichte der Schweiz im . Jahrhundert. München:
Beck , S. –.
11 Andreas Schwab: Natürliche Beweg ung versus Schönheitswahn. Fitnesskritik
von  bis in die Gegenwart. In: Ders. / Trachsel (Hrsg.): Fitness, S. –, hier
S. –. Für einen Überblick über Kritik am Streben nach Gesundheit in den
er Jahren siehe auch Forsbach: Die er und die Medizin, S. –.
12 Michel Foucault: Macht und Körper. In: Ders.: Schrien in vier Bänden. Dits et
Ecrits, Bd. : –, hrsg. v. Daniel Defert / Francois Ewald / Jacques Lagrange.
Frankfurt am Main: Suhrkamp , S. –, hier S. .
104 // 105
Gegenwartsdiagnose, die das Streben nach Fitness als Symptom jener
Optimierungszwänge betrachtet, die das neoliberale „Leitbild“ des
„unternehmerischen Selbst“ erzeuge. In dieser Perspektive ist das
Streben nach Fitness zu einem Verhalten geworden, zu dem Men-
schen in vielfältiger Weise angeregt werden, um für sich selbst Ver-
antwortung zu übernehmen und um für das Wohl der Gesellscha zu
sorgen. In welcher Beziehung steht JE KA MI zu diesem kritischen
Nach denken über Körper, Wissen und Macht? Mit welchen Anleihen
drückten die Filmschaenden ihr Unbehagen gegenüber dem Streben
nach Fitness aus? Und was kennzeichnet eigentlich die Vorstellungen
von Gesundheit und Fitness, gegen die sich der Film wendet?
Über eine Kontextualisierung von JE KA MI wird nachfolgend der
Gesundheitsbegri erfasst, dessen Zirkulation jene heterogene Alli-
anz aus Medizinern, Sportlehrern und privaten Akteuren antrieb,
die in der Schweiz der er und er Jahre das Streben nach
einem tten Körper als gesundheitsförderndes Verhalten propa-
gierte. Aus Sicht der Filmschaenden um Hollenstein war es nur ein
kleiner Schritt, diesem Gesundheitsbegri und den damit verbun-
denen Praktiken manifest dystopische Züge abzugewinnen. Auch
dies wird nachgezeichnet. Besondere Beachtung kommt dabei der
Frage zu, wie die Filme macher Sexualität thematisierten. Denn der
tte Körper erscheint über weite Strecken des . Jahrhunderts als
ein hochgradig sexualisierter Körper. In JE KA MI ist das anders –
deshalb schär dieser Film den Blick für unterschiedliche Formen der
Sexua lisierung tter Körper. Zunächst ist jedoch ein kurzer Abriss
zur Erndung des Neuen Schweizer Films angezeigt, gehörten die
JE KA MI- Macher doch zu einer Gruppe Filmschaender, die einen
Bruch mit dem klassischen Schweizer Film, mit seiner Idealisierung
eines imaginierten Landlebens und mit dem dadurch erschaenen
Schweizbild anstrebte.
13 Vgl. Ulrich Bröck ling: Das unternehmerische Selbst. Soziologie einer Subjektivie-
rungsform. Frankfurt am Main: Suhrkamp , S. .
14 Vgl. Simon Graf: Leistungsfähig, attraktiv, erfolgreich, jung und gesund.
Der tte Körper in post-fordistischen Verhältnissen. In: Body Politics , (),
S. –, hier S. –, .
15 Vgl. Dorothy Porter: Health, Civilization and the State. A History of Public
Health om Ancient to Modern Times. London: Routledge , S. .
16 omas Schärer: Wir wollten den Film neu ernden!“ Die Filmarbeitskurse an
der Kunstgewerbeschule Zürich –. Zürich: Limmat , S. .
Ingold // Fitness als Glück?
Ein neuer, gesellschaskritischer Schweizer Film
Der Neue Schweizer Film entstand in den er Jahren in Aus-
einander setzung mit innovativem Filmschaen in anderen euro-
päischen Staaten. Roman Hollenstein nannte  den jugoslawi-
schen beziehungsweise serbischen Filmemacher Dušan Makavejev
sowie die Deutschen Alexander Kluge und Edgar Reitz als Vorbilder.
Makavejev war mit W. R. – Misterije organizma (W. R. – Die Myste-
rien des Organismus, JUG ) ein Film gelungen, der im Westen
große Beachtung fand und zum Kultlm wurde. Inspiriert durch das
Denken des linken Psychoanalytikers Wilhelm Reich setzte sich der
Film kritisch mit dem Sozialismus sowjetischer Prägung auseinander.
Kluge und Reitz zählten als Mitglieder der DOC  – Gruppe für
Filmgestaltung zu den Autoren des Oberhausener Manifests.  an
den Oberhausener Kurzlmtagen der Presse vorgestellt, behauptete
es nichts weniger als den Zusammenbruch der kommerziellen Film-
industrie der BRD. Während diese Niedergangerzählung mehr über
ihre Vertreter als über die Filmindustrie der Bundesrepublik aus-
sagt, tri eine solche Diagnose auf die damalige Filmindustrie der
Schweiz eher zu. Die renommierte Produktionsrma Praesens-Film
hatte Ende der er Jahre ihr Zürcher Studio geschlossen. Andere
Unter nehmen übernahmen vermehrt Auragsproduktionen, statt
Spiellme zu drehen. Das  in Kra tretende Bundesgesetz über
das Filmwesen, das zum ersten Mal eine staatliche Filmförderung vor-
sah, zeigte keine unmittelbare Wirkung.  scheiterte der Bau eines
neuen Tonlmstudios in Zürich an der Finanzierung. Für den aus-
schließlichen Dreh vor realer Kulisse fehlten hingegen Technik und
Können.
Diese Schwierigkeiten standen im Gegensatz zur Begeisterung von
Filminteressierten für neue Autorenlme aus den europäischen
17 Vgl. Kellerkino Bern: –. Von „Nice Time“ bis „Früchte der Arbeit“:
Materialien zur Entwicklung des Dokumentarlms in der Schweiz. Bern: Selbst-
verlag , S. .
18 Vgl. Dagmar Herzog: Sexuality in Europe. A Twentieth-Century History.
Cambridge: Cambridge UP , S. .
19 Vgl. Michael Wedel: Filmgeschichte als Krisengeschichte. Schnitte und Spuren
durch den deutschen Film. Bielefeld: Transcript , S. –.
20 Vgl. Tim Bergfelder: International Adventures. German Popular Cinema and
European Co-productions in the s. New York: Berghahn , S. –.
21 Schärer: „Wir wollten den Film neu ernden!“, S. –.
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Nachbarstaaten, die sich unter anderem in der Gründung von Film-
klubs in Schweizer Städten niederschlug. Auf deren Treen nahmen
weitere Projekte ihren Anfang. Aus dem alternativen Zürcher Film-
klub Der andere Film (DAF), dessen Start  vom linken Buch-
händler eo Pinkus unterstützt wurde, gingen  der genossen-
schaliche Filmverleih Filmcooperative Zürich und  die
Produktionsgesellscha Filmkollektiv Zürich hervor. Zum jähr-
lichen Trepunkt der neuen Filmszene entwickelten sich die Solo-
thurner Filmtage, die  vom lokalen Filmklub erstmals organisiert
worden waren. Aus der Tagung wurde eine politische Veranstaltung,
deren Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine linke Grundhaltung
und die Ablehnung des klassischen Schweizer Films einte. Diese
alternativen Strukturen waren für die Entstehung und Verbreitung
von JE KA MI wichtig. Mit Unterstützung des Filmkollektivs her-
gestellt, wurde der Film  an den Solothurner Filmtagen urauf-
geführt und von der Filmcooperative vertrieben.
Roman Hollenstein gehörte ab  zum Kern der cineastischen
Erneuerungsbewegung in der Schweiz. In seinem ersten Dokumentar-
lm Freut euch des Lebens (CH ) hatte er drei Menschen mit
Behinderung porträtiert, „die sich an den Normen der ‚Normalen‘
wundscheuern“. Davor hatte er zwei der drei Filmkurse der Zürcher
Kunstgewerbeschule besucht, die in den Jahren  bis  erst-
mals eine lmische Aus- und Weiterbildung in der Schweiz ermög-
licht hatten. Die Kurse sollten das Filmschaen neu beleben und
gleichzeitig Filmfachleute hervorbringen, die beim Fern sehen gefragt
waren. Hans Heinrich Egger, Präsident des Syndikats der Schwei-
zer Filmschaenden, hatte  ein Ausbildungs konzept für eine
Regie- und eine Kameraklasse ausgearbeitet, dessen Schwerpunkt
beim Dokumentar lm lag und sich vorwiegend an international
22 Vgl. ebd., S. .
23 omas Schärer: Zwischen Agitation und Avantgarde. Filme als Experimente,
Waen und sozialer Kitt. In: Erika Hebeisen / Elisabeth Joris / Angela Zimmer-
mann (Hrsg.): Zürich . Kollektive Aurüche ins Ungewisse. B aden: h ier + jetzt
, S. –, hier S. , , .
24 omas Schärer: Zwischen Gotthelf und Godard. Erinnerte Schweizer Film-
geschichte, –. Zürich: Limmat , S. .
25 Walder: … dein Glück ist ganz von dieser Welt, S. .
26 Schärer: „Wir wollten den Film neu ernden!“, S. .
Ingold // Fitness als Glück?
renommierten Filmschulen in Polen, Ungarn und der damaligen
Tschechoslowakei orientierte. Sein Vorhaben, Dozenten aus dem Ost-
block zu rekrutieren, brachte ihm nicht nur eine mehrjährige Über-
wachung durch den Schweizer Staatsschutz ein, sondern sorgte sowohl
auf politischer Ebene wie unter den Schweizer Film schaenden
für Unruhe. Letztere wollten von den neuen Stellen in einem
Ausbildungs lehrgang protieren können. Als Kompromiss wurde ein
künstlerischer Leiter aus der Schweiz gewählt – der Regisseur Kurt
Früh –, während die Dozentenstellen international besetzt wurden.
Weil auch Kursleiter aus sozialistischen Staaten angestellt wurden,
erhob ein NZZ-Redakteur den Vorwurf, dass der Lehrgang eine
„gewisse weltanschaulich-ideologische Tendenz“ habe. Dieses Urteil
steht im Gegensatz zur kritischen Dokumentarlm tradition, die in
Osteuropa vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden war und im Kalten
Krieg fortbestand. Zu ihren Exponenten mit Verbindung nach Zürich
zählte beispielsweise Stanislaw Wohl, Prorektor der polnischen Film-
hochschule Łódź. Mit den Dozenten aus Osteuropa kam also kein
verklärter Sozialismus nach Zürich. Dennoch waren die Kurse keine
auf technische Aspekte des Filmemachens beschränkte, apolitische
Veranstaltung, sondern geprägt von den emen und Aktivitäten der
er-Bewegung.
Die Studierenden der Kunstgewerbeschule befanden sich mitten im
Geschehen. Beispielsweise dokumentierten Hollensteins Kommili-
tonen Jürg Hassler und Eduard Winiger die Zürcher Unruhen. Aus
diesem Material schufen sie den Film Krawall (CH  ), der an den
Solothurner Filmtagen erstmals gezeigt wurde. Auch Hollenstein
beschäigte sich vor der Kamera mit den Unruhen, allerdings
auf andere Art. In der Regieklasse fertigte er den Kurzlm
Sisifus (CH ), der als „Chronik einer scheiternden Revolte“ ver-
standen werden kann: Ein junger Mann zerschießt die Einrichtung
27 Schärer: „Wir wollten den Film neu ernden!“, S. –, .
28 Zit. n. ebd., S. .
29 Vgl. Christiane Mückenberger: Zeugen der Anklage. Die subversive Kamera
in Polen. In: Hans-Joachim Schlegel / Anita Raith (Hrsg.): Die subversive Kamera.
Zur anderen Realität in mittel- und osteuropäischen Dokumentarlmen. Konstanz:
UVK , S. –, hier insb. S. , .
30 Schärer: „Wir wollten den Film neu ernden!“, S. –.
31 Ebd., S. . Zum Filminhalt siehe ebd., S. .
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eines Zimmers, um den zerstörten Raum bei jedem erneuten Eintre-
ten wieder intakt vorzunden. Hinter der Kamera dachte Hollen-
stein über die Arbeitsteilung zwischen Autoren und Technikern nach.
„Autorenkult“ und Selbstdarstellung der Filmemacher lehnte er ab,
erachtete sie als problematische Aspekte des Autorenlms. Hollen-
stein verstand das Filmemachen als kollektive Tätigkeit und versuchte,
sein Filmschaen entsprechend zu organisieren. Bei den Arbeiten zu
JE KA MI beteiligten sich verschiedene Personen an den Recherchen
und an der Ausarbeitung des Drehbuchs. In Gruppen sitzungen dis-
kutierten sie den Sto und entwickelten das Film projekt. Hollen-
steins Freitod setzte ein dramatisches Ausrufezeichen hinter dieses
Verfahren kollektiver Filmproduktion. Der Film wurde nicht von
ihm fertiggestellt, sondern von Georg Janett. Er hatte als Assistent
des künstlerischen Leiters Kurt Früh an den ersten beiden Filmkursen
teilgenommen, dann aber in einem Streit um den Lehrplan das Pro-
jekt zusammen mit Früh und einigen Studierenden verlassen. Neben
Janett waren in die JE KA MI-Produktion weitere Personen aus den
Filmkursen involviert. Für den Ton war Matthias Knauer zustän-
dig, der  zu den Mitbegründern der Filmcooperative Zürich
gehört hatte.
Gesundheitsexperten in der Schweiz
der 1960er und 1970er Jahre
Als Dokumentarlm betrachtet stellt JE KA MI eine Reihe von Per-
sonen vor, die in den er und er Jahren sportliche Betäti-
gung als notwendigen Bestandteil des Lebens in einer Leistungs- und
Konsumgesellscha darstellten und die Bevölkerung zu entsprechen-
dem Verhalten zu animieren versuchten. Im Film variieren sie alle
dieselbe Proble matisierung der Lebensbedingungen in westlichen
32 Kellerkino Bern: –, S. , .
33 Gemäß Abspann schrieben Roman Hollenstein, Georg Janett und Alexa
Haberthür das Drehbuch.
34 Schärer: „Wir wollten den Film neu ernden!“, S. –.
35 Otmar Schmid, der in den ersten beiden Kursen die Kameraklasse besucht
hatte, führte die Kamera und Jean Jaques Vaucher, der ebenfalls in der Kamera-
klasse im ersten Kurs dabei gewesen war, arbeitete als Techniker mit (vgl. ebd.,
S. –).
Ingold // Fitness als Glück?
Gesellschaen, wenn sie auf gesundheitsschädigende Auswirkun-
gen von Rationalisierung, Automatisierung, Leistungsdruck und
Massenkonsum hinweisen und sportliche Betätigung als individu-
elle Ausgleichs möglichkeit vorstellen. Diese Ausführungen sind teils
als Interviewsequenzen wiedergegeben, teils über Filmsequenzen
geschnitten, die verschiedene Formen sportlicher Betätigung im Wald
und im Gebirge, auf dem FKK-Gelände, im Fitnesscenter oder in der
Turnhalle, im Bürohaus und in der Maschinenhalle zeigen. Dabei
durchbrechen gespielte Szenen, die allerdings nicht als solche kennt-
lich gemacht werden, die Reportagesequenzen. Hollenstein nannte
diese Verarbeitungsweise „Montagelm“. Er rechtfertigte die Schnitt-
technik mit einer ohnehin nicht klaren Grenze zwischen Dokumen-
tation und Fiktion. Aufnahmen aus einem Einkaufszentrum und
Kamerafahrten durch neue Betonüberbauungen in Vorstädten erzeu-
gen zudem eine spezische Kulisse für die vom Film suggerierte Ent-
wicklung des Strebens nach Fitness zum zentralen Lebensinhalt.
Wen genau stellten die JE KA MI-Macher nun aber als Gesundheits-
experten vor und was charakterisierte deren Gesundheitsbegri?
Auallend ist, dass die Filmschaenden keine Vertreter der Sozial-
und Präventivmedizin befragten. Exponenten jener medizinischen
Disziplin, der die historische Forschung die Popularisierung der
Risikofaktore nmedizin in den er und er Jahren zuschreibt,
fehlen in dieser uelle gänzlich. Stattdessen führt JE KA MI Sport-
mediziner und -lehrer als die großen Gesundheitserzieher ein. Diese
Wahrnehmung der Sportexperten kann darauf zurückgeführt werden,
dass die Verselbständigung der Sozial- und Präventivmedizin zu einer
medizinischen Disziplin in der Schweiz wie in der Bundes republik
Deutschland erst in den er Jahren mit der Gründung erster eige-
ner Institute ( in Heidelberg und  in Zürich) einsetzte. Zu
36 Kellerkino Bern: –, S. .
37 Vgl. Lengwiler / Beck: Historizität, Materialität und Hybridität von Wissens-
praxen, S. ; Martin Lengwiler: Risikopolitik im Sozialstaat. Die schweizerische
Unfallersicherung, –. Köln: Böhlau , S. –.
38 Timmermann: Risikofaktoren, S. ; Flurin Condrau / Niklaus Ingold:
Gesundheit am Arbeitsplatz. Bewegungspausen, Ausgleichssport und Gesundheits-
erziehung in der Schweiz der er und er Jahre. In: Brigitta Bernet / Jakob
Tanner (Hrsg.): Ausser Betrieb. Metamorphosen der Arbeit in der Schweiz. Zürich:
Limmat , S. –, hier S. . Methodologisch schloss das Fach in
110 // 111
diesem Zeitpunkt bestand in der Schweiz mit der Eidgenössischen
Turn- und Sportschule (ETS, ab  Eidgenössische Sportschule
Magglingen, ESSM, und ab  Eidgenössische Hochschule für
Sport Magglingen, EHSM) seit gut zwanzig Jahren eine Einrichtung,
über die Sportlehrer und -mediziner auf dem Gebiet der Gesund-
heitserziehung aktiv waren. Die Geschichte der ETS ist deshalb
für das Fitness bild und den Gesundheitsbegri in JE KA MI von
Bedeutung.
Die Eidgenössische Sportschule war  im kleinen Ort Magg-
lingen im Berner Jura gegründet worden und zwar als Nachfolge-
einrichtung der  geschaenen Eidgenössischen Zentralstelle für
Vor unterricht, Turn-, Sport- und Schiesswesen (EVZ), die Kurs leiter
zur militärischen Vorbildung von Jungen ausgebildet hatte. Mit dem
Auau einer Sportlehrerausbildung ab Ende der er Jahre und
mit dem  gefassten Beschluss zur Angliederung eines Forschungs-
instituts wurde die ETS von der militärischen zur zivilen Einrich-
tung umgebaut.  kam die Förderung des Spitzensports hinzu.
Administrativ blieb die ETS jedoch dem Militär departement zuge-
teilt. Das änderte sich auch  nicht, als die stimmberechtigten
Schweizer Männer – Frauen mit Schweizer Pass erhielten erst 
das Stimm- und Wahlrecht in eidgenössischen Angelegenheiten
einen Verfassungs artikel annahmen, der die Förderung des Sports zur
Staatsaufgabe machte und den von der ETS fortgeführten militäri-
schen Vorunterricht in die Institution Jugend&Sport umwandelte, die
künig junge Frauen wie Männer zu Leitern von Sport- und Jugend-
vereinen ausbildete. Unterstützt wurde der Verfassungsartikel unter
anderem von Politikern, die nach den Krawallen vom Sommer 
erster Linie an die Risikoforschung der Arbeitsmedizin an. Diesen Ansatz ver-
folgten zunächst US-amerikanische Mediziner. Berühmt geworden ist die nach
der amerikanischen Kleinstadt Framingham benannte Framingham- Studie, die
seit  Daten zum Zusammenhang zwischen Lebensweise und Herzkreislauf-
erkrankungen hervorbringt. An solchen Arbeiten orientierte sich die Sozial-
und Präventivmedizin in der Schweiz. (Lengwiler: Risikopolitik im Sozial staat,
S. –. Zur Framingham-Studie siehe auch Timmermann: Risiko faktoren,
S. .)
39 Lutz Eichenberger: Die eidgenössische Sportschule Magglingen –.
 Jahre im Dienst der Sportförderung. Magglingen: Eidgenössische Sportschule
Magglingen , S. , , , .
Ingold // Fitness als Glück?
über Sportangebote den gesellschalichen Wandel beeinussen woll-
ten. Insofern war die Sportförderung auch eine Reaktion auf die Plu-
ralisierung der Lebensstile und die damit verbundene Unruhe.
Über die gesellschalichen Funktionen des Sports war bereits in der
Gründungsphase der ETS rege diskutiert worden. Anlass war die Aus-
richtung der neuen Einrichtung auf militärische oder zivile Zwecke
gewesen. Die Kontroverse wurde von Vertretern der Sportverbände
und von Personen aus dem Umfeld der Vorunterrichts-Zentralstelle
geführt. Alle Beteiligten – ausschließlich Männer – waren auch O-
ziere in der Schweizer Milizarmee. Zu den Wortführern gehörte zum
Beispiel der spätere Sportverbandspräsident und Zürcher Regierungs-
rat Robert Zumbühl, Oberst im Militär und Mitglied der politisch
tonangebenden, bürgerlichen Freisinnig-demokratischen Partei (FDP).
 distanzierte er sich an einer Tagung des Sportverbands vom
Wehrsport“: Dem Landesverband für Leibesübungen gehe es nicht um
die Förderung der „Kriegstüchtigkeit des modernen Volkes“, sondern
um die „Gesundheit und um die Vervollkommnung des menschlichen
rpers“. Hingegen stellte Ernst Hirt, Sektionschef in der militäri-
schen Vorunterrichtszentrale, ebenfalls Oberst im Militär und Sport-
schuldirektor von  bis , den Sport als Mittel zur Aus bildung
leistungsfähiger Soldaten dar. Turnlehrer Hirt war beeindruckt vom
nationalsozialistischen Körperkult und galt als Bewunderer der Wehr-
macht. Anders als  verhinderte dieser Ruf  noch seine Wahl
zum ETS-Direktor.
Die neue Sportschule übernahm von ihrer Vorgängerin nicht nur den
Aurag, Leiter für den militärischen Vorunterricht auszubilden, son-
dern führte auch deren Öentlichkeitsarbeit für Sport weiter. Die
 gegründete und an Vorunterrichtsleiter gerichtete Zeitschri
Starke Jugend, Freies Volk wurde in eine Fachzeitschri für Fragen
der Gesundheitserziehung von Mädchen und Jungen umgewan-
delt. Ab  erschien sie unter dem neuen Titel Jugend und Sport.
40 Vgl. Monika Wicki: Gleichzeitig – Ungleichzeitig. Stabilität und Wandel on
Vorstellungen über Kindheit, Jugend und Generationenbeziehungen. Bern: Lang
, S. –.
41 Zit. n. Eichenberger: Die eidgenössische Sportschule Magglingen –,
S. .
42 Vgl. ebd., S. , , , .
43 Vgl. ebd., S. –.
112 // 113
Neben der Herausgabe dieser Fachzeitschri produzierte die Sport-
schule auch Fernsehsendungen, die die gesundheitliche Bedeutung des
Sports erklärten. Beispielsweise strahlte das Deutschschweizer Fern-
sehen im Herbst  die Serie Fit mit Fernsehen (CH , R: Eid-
genössische Turn- und Sportschule) aus. Im Unterschied zu ähnlich
betitelten Gymnastiksendungen, die das Deutsch schweizer Fern-
sehen in den er Jahren produzierte oder einkaue, traten darin
noch keine Vorturnerinnen und Vorturner auf. Stattdessen wurde die
Bedeutung regelmäßiger körperlicher Betätigung von Experten refe-
riert. Konzeptionell beteiligt an diesen Fernsehauritten der Sport-
schule war Marcel Meier, der während des Zweiten Weltkriegs in die
Vorunterrichts- Zentralstelle eingetreten war und bis  Redaktor
der ETS-Zeitschri blieb. Meier gehörte zudem  zu den Pla-
nern der „Sport-für-alle“-Kampagne des Landesverbands für Leibes-
übungen. Das Gesicht dieser Kampagne war allerdings ein jüngerer
Kollege, Jörg Stäuble, Leiter des Ressorts Breitensport des SLL. Er
zählt zu den Sportexperten, die in JE KA MI zu Wort kommen. Im
Film stellt er die Broschürensammlung Fit-Parade vor, die in zehn
Bänden den gesundheitlichen Nutzen unterschiedlicher Formen
sportlicher Betätigung im weitesten Sinne – von Bürogymnastik über
Schwimmen bis zum Wandern – anpries und Hilfsmittel zur Auf-
zeichnung und Kontrolle der eigenen Aktivitäten anbot.
Für diese Sportfachleute war das Ziel des Einbaus von Sport in die
Alltags routinen nicht einfach die Herstellung von Gesundheit, wie
sie die Weltgesundheitsorganisation (WHO)  als vollständiges
körperliches, psychisches und soziales Wohlbenden deniert hat-
te. Stattdessen verknüpen sie diese Denition mit dem Leistungs-
gedanken zu einem spezischen Fitnessverständnis und machten
dieses zum Kern der Gesundheitserziehung. Fitness bezeichnete
dabei sowohl einen physischen wie einen mentalen Zustand. Der
Physiologe Gottfried Schönholzer, der in den er Jahren das
44 Vgl. Sportinformation: „Sport für alle“ im Planungsstadium. In: Neue Zürcher
Zeitung, .. (Morgenausgabe Nr. ), S. .
45 JE KA MI, ::.
46 Vgl. Robert Jütte: Gesundheitsverständnis im Zeitalter (un-)begrenzter
medizinischer Möglichkeiten. In: Daniel Schäfer / Andreas Frewer / Eberhard
Schockenho / Verena Wetzstein (Hrsg .): Gesundheitskonzepte im Wandel.
Geschichte, Ethik und Gesellscha. Stuttgart: Steiner , S. –, hier S. .
Ingold // Fitness als Glück?
Forschungsinstitut der Eidgenössischen Turn- und Sportschule auf-
gebaut hatte, stellte diesen Fitnessbegri in JE KA MI vor. In der Ver-
sion einer  durchgeführten Tagung in Magglingen zum ema
Fitness als Begri und Ziel lautete er wie folgt:
Fitness ist ein ausgewogenes Mass an optimaler – nicht maximaler –
Leistungs higkeit in allen Komponenten, an Leistungsbereitscha, Fehlen
von Krankheit, psychischem und sozialem Wohlbenden, das dem Men-
schen bewusst ist und ihn zu Leistungen befähigt, die seinen besten per-
sönlichen Möglichkeiten entsprechen. Diese wieder sollen in einem harmo-
nischen Mass von persönlicher und kollektiver Freiheit und Verantwortung
erbracht werden.
Der gesunde Körper war also ein Leistungskörper, dessen Leistungs-
niveau immer wieder festgestellt werden musste. Sportexperten arbei-
teten deshalb an der internationalen Standardisierung von Fitness-
tests. Schweizer Promotor dieses Vorhabens mit einem Auritt in
JE KA MI war Carl „Charly“ Schneiter, der seit  an der Eid-
genössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) als Sport-
dozent tätig war, dort den Akademischen Sportverband Zürich
(ASVZ) gegründet hatte und für die FDP von  bis  im Zür-
cher Stadtparlament saß. Die JE KA MI-Macher ließen sich Nahauf-
nahmen schwitzender Teilnehmer solcher Fitnesstests in Turn hallen
nicht nehmen. Sie zeigten aber auch, wie das computergesteuerte
„Trainingsgerät der Zukun“ nach Eingabe von Alter, Gewicht und
Geschlecht Angaben zur Minimal- und Maximalleistung machte und
die Kondition der Anwenderin auf eine Zahl brachte. (Abb. )
Die Kopplung von Gesundheit und Leistung verweist auf das ökono-
mische Potenzial des Strebens nach Fitness. In der oben genannten
47 Gottfried Schönholzer: Was ist Fitness? In: Ders. (Hrsg.): Fitness als Begri und
Ziel. . Magglinger Symposium , . August bis . September . Basel: Birkhäuser
, S. –, hier S. .
48 Zu seinem Lebenslauf vgl. Jean-Claude Bussard: Schneiter, Charly (Version
v. ..). In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), hrsg. v. Stiung His-
torisches Lexikon der Schweiz. http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D.php
(Zugri am ..). Zu seinem Engagement für die Einführung standardisier-
ter Fitnesstests vgl. Carl Schneiter: Die Sportkongresse in Mexiko . In: Neue
Zürcher Zeitung, .. (Abendausgabe Nr. ), S. .
49 JE KA MI, :: .
114 // 115
Sendung Fit mit Fernsehen stellt der Humanbiologe Rolf Albonico,
Dozent an der Hochschule für Wirtschas- und Sozial wissenschaen
St. Gallen sowie nebenberuicher Mitarbeiter am Forschungs institut
der Sportschule, das Streben nach Fitness als Strategie vor, um die
Arbeitsfähigkeit zu sichern und um die Kosten zu minimieren, die
der Allgemeinheit durch Krankheit und Arbeitsunfähigkeit – in
der Sendung ist von „Frühinvalidität“ die Rede – entstehen wür-
den. Seine Lektion endet in der Auorderung an die Zuschauerin-
nen und Zuschauer, weniger Geld für Alkohol und Tabak auszugeben
und dafür das eigene Sportbudget zu erhöhen, um der Allgemeinheit
Kosten zu ersparen. Die Sendung führt damit musterha vor, wie
ökonomisches Denken in der zweiten Häle des . Jahrhunderts
das politische Interesse an der Gesundheit der Bevölkerung anlei-
tete und individuellem Konsumverhalten gesamtgesellschaliche
Relevanz gab. Assoziierten in Fit mit Fernsehen Bilder von Arbei-
tern an Werkbänken die erwähnte Frühinvalidität mit niedrigerem
Einkommen, bezeichnete die sogenannte Managerkrankheit im
deutschsprachigen Raum seit den er Jahren die Angst vor dem
Ausscheiden der wirtschalichen und politischen Eliten wegen Über-
arbeitung und Erschöpfung. Die verstärkte Rezeption angelsächsischer
50 Fit mit Fernsehen, ... Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), Archiv,
Datenträger ANR , ::.
51 Vgl. Nikolas Rose: e Politics of Life Itself. In: eory, Culture and Society ,
(), S. –, hier S. –.
Abb. 
Fitnesstests
gehören zu den
wiederkehren-
den Sujets in
JE KA MI.
Ingold // Fitness als Glück?
Stress-Konzepte demokratisierte in den er Jahren diese Risiko-
faktoren. Das Streben nach Fitness blieb dabei keine kompensato-
rische Handlung, sondern wurde auch zum Versprechen, trotz hoher
Belastung gesund zu bleiben. Fit zum Führen lautete der Titel eines
 in der Reihe Management heute erschienen Ratgebers, in dem
Sportlehrer, Psychologen, Krankengymnasten und Ärzte Kaderleute
in einer angemessenen Gesundheitsvorsorge unterwiesen.
Die Filmschaenden um Hollenstein grien diese Verbindung von
Fitness mit Fragen der Produktivität anhand zweier Beispiele auf.
Sie lmten in „Gesundheitsseminare[n] für Führungskräe“, die
ein Sportarzt im Engadin anbot, und zwar in Zusammenarbeit mit
einem Hotelier, mit dem Getränkehersteller Rivella, der auch als
Sponsor der Schweizer Skimannscha aurat, sowie mit dem Sport-
lehrer Günter Traub, Weltmeister in Eisschnell- und Rollschuhlauf.
Das Gesundheits seminar umfasste einen „ärztlichen Check-up“, auf
dessen Grundlage die Kursleitung dann ein individuelles Fitness-
programm bestehend aus Schwimmen, „Unterwassermassagen“,
„Yoga gymnastik“, Skilanglauf und Sauna zusammengestellte. In Vor-
trägen und persönlichen Gesprächen erfuhren die Teilnehmerin-
nen und Teilnehmer, wie sie ihren Alltag nach gesundheitlichen
Gesichtspunkten umzustellen hatten, um „vorzeitige[n] Verschleiß-
krankheiten und allzufrühe[r] Einschränkung der Leistungs higkeit“
infolge von „Alltags streß und Zeitdruck“ vorzubeugen. Das zweite
Beispiel handelte von der Umsetzung dieses Programms in einem
Betrieb.  hatte der Schweizer Lebensmittelhersteller Haco AG
für seine rund fünundert köpge Belegscha eine Bewegungspause
eingeführt. Sie fand unter dem Motto „Haco t und froh“ in Form
einer freiwilligen, geleiteten Kurzgymnastik vor der Neun-Uhr-Pause
statt. Solche strukturierten Pausen haben in industrialisierten Staaten
52 Vgl. Patrick Kury: Der überforderte Mensch. Eine Wissensgeschichte om Stress
zum Burnout. Frankfurt am Main: Campus , S. –.
53 Skola-Team: Fit zum Führen. Sport, Ernährung, Entspannung. Zürich / Wies-
baden: Orell Füssli . Zu diesem Aspekt siehe auch Graf: Leistungsfähig , attrak-
tiv, erfolgreich, jung und gesund, S. .
54 JE KA MI, ::.
55 Fred Auer: Gesundheitsseminar für Führungskräe. Ein physisches und psy-
chisches Fitness-Training unter ärztlicher Leitung im Engadin [Inserat]. In: Neue
Zürcher Zeitung, .., S. .
116 // 117
eine Geschichte, die bis in die er Jahre zurückreicht. Die Haco-
Bewegungspause war aber die Schweizer Variante eines neuen west-
deutschen Versuchs zur Verankerung solcher Bewegungspausen im
Arbeitsalltag, auf den sich  Arbeitsmediziner, Gewerkschas-
vertreter und Arbeitgeber mit dem Sportbund als Vermittler geei-
nigt hatten. In JE KA MI dehnen und beugen sich Arbeiterinnen
und Arbeiter zwischen Maschinen zu Musik aus einer Lautsprecher-
anlage, während Angestellte und Management in den engen Büro-
uren zur Gymnastik zusammenkommen, nachdem ein Vorturner
ein Tonbandgerät eingeschaltet hat. (Abb. ) Haco-Personalchen
Jensi Tschanz sagt im Film, dass dem Personal in einem hektischen
Arbeitsalltag sehr viel abverlangt werde und das Unternehmen mit
der Bewegungspause der Belegscha deshalb etwas zu bieten versu-
che. In der Öentlichkeit bezeichnete Tschanz die Bewegungspause
auch als Maßnahme zur „Vermenschlichung des Betriebs“, nahm also
auf die von der International Labor Organisation (ILO) geforderten
Programme zur Humanisierung der Arbeit Bezug. Beraten wurde
die Personalchen vom deutschen Sozialhygieniker Kurt Biener,
der  ans Zürcher Institut für Sozial- und Präventivmedizin
56 Vgl. Condrau / Ingold: Gesundheit am Arbeitsplatz, S. .
57 JE KA MI, : :.
58 Jensi Tschanz: Erfahrungsbericht aus der Praxis mit dem Lockerungs- und
Kontaktprogramm „Fit durch Büro und Werkhalle“ (mit Kurzlm). Vortrag
im Carlton-Elite-Hotel, Zürich, .., S. . Haco AG, Archiv. Siehe auch
Condrau / Ingold: Gesundheit am Arbeitsplatz, S. –.
Abb. 
Angestellte des
Lebensmittel-
herstellers Haco AG
in der Bewegungs-
pause. Das Foto
entstand während
der Dreharbeiten
zu JE KA MI.
Ingold // Fitness als Glück?
gekommen war, wo er sich mit einer Untersuchung zur wirkungs-
vollen Gesundheits erziehung habilitierte. In der Haco-Mitarbeiter-
zeitschri, dem „Suppen topf, wies er anläss lich der Einführung der
Bewegungspause auf die gesundheitliche Bedeutung regelmäßiger
sportlicher Betätigung hin: Aus präventivmedizinischer Sicht sei es
„dringend notwendig“, „die aktive Sporttätigkeit das ganze Leben
hindurch wachzuhalten“, um gesundheitsschädigenden Auswirkun-
gen von „Bewegungsarmut“ und „ständige[r] Konzentration“ vorzu-
beugen. Dass Biener vom Arbeitgeber keine Anpassung der Arbeits-
bedingungen forderte, sondern lediglich ein Zeitfenster, in dem die
Belegscha gesundheitsfördernde Ausgleichsgymnastik einüben
und praktizieren konnte, macht die Fokussierung der Vorbeugungs-
bemühungen auf individuelles Verhalten deutlich. Eine Veränderung
der äußeren Bedingungen individuellen Handelns stand nicht auf der
Agenda der Vertreter des gesundheitsfördernden Sports. JE KA MI-
Regisseur Hollenstein sah in dieser Unterlassung eine „Verschleierung
der gesellschalichen Verhältnisse“.
Das Dispositiv 1984 und der fehlende Sex
Roman Hollensteins Ansicht nach kam die Öentlichkeitsarbeit
für das Streben nach Fitness „neutral“ daher, diente aber „sehr kon-
kreten Interessen“. Der Haco-Direktor, der die Bewegungspause
als ein Mittel zur temporären Auösung der betrieblichen Hierar-
chie bewirbt und Auswirkungen auf die Produktivität kleinredet,
gehört zu den Personen, die diese Interessen in JE KA MI verkör-
pern. Weitere solche Personen sind ein Militärangehöriger in Uni-
form, der dem Engadiner Skimarathon beiwohnt, oder der Chef
59 Vgl. Tschanz: Erfahrungsbericht aus der Praxis, S. . Siehe auch Kurt Biener:
Wirksamkeit der Gesundheitserziehung. Prospektive Studie über die präventiv-
medizinische Beeinussung Jugendlicher unter besonderer Berücksichtigung der
Sporthygiene. Basel: Karger .
60 Kurt Biener: Fitness – eine Notwendigkeit. In: „Suppentopf  (), S. –.
Haco AG, Archiv.
61 Kellerkino Bern: –, S. .
62 Ebd., S. .
63 JE KA MI, ::, ::.
64 Ebd., ::.
118 // 119
der Vita Lebens versicherung, der die gute Gesundheit als Gewinn
für Versicherung und Versicherte beschreibt. Solche Figuren machen
im Film das Streben nach Fitness zu einem Beispiel jener „eorien“
und „Sach verhalte“, die eine manipulative Vorstellung „gesellscha-
lichen Glück[s]“ stützen würden. Hollenstein zufolge zeichneten
„Höherkommen“ und „Emporstreben“ und damit Leistungs- und
Konkurrenz denken diese Glücksvorstellung aus. Aufnahmen einer
Gebirgskette, die im Film immer wieder gezeigt werden, sind das
Symbol dieses Glücksentwurfs. Dagegen sollten die Kamerafahrten
durch Betonüberbauungen als „reale“ Alltagsumgebung darauf hin-
weisen, dass die Wirklichkeit, die durch Leistungsdenken geschaf-
fen wird, keine „glückselige“ sei. Das Fernsehen wird dabei als das
Mittel der „sehr un-liberale[n] Manipulation“ eingeführt. Wenn
der Film mit einer Sequenz aus einer Wohnung endet, in der bei lau-
fendem Fern sehen an Fitnessgeräten trainiert wird, werden damit
Fitness sendungen der er Jahre gespiegelt, die die Kleinfamilie zu
Wohnzimmer gymnastik animieren wollten.
Um ihren kritischen Blick auf das Streben nach Fitness nachvollzieh-
bar zu machen, ließen die Filmschaenden Ton und Bild auseinander-
klaen. So unterlegten sie Ausführungen von Haco- Personalchen
Tschanz über die Intention der Unternehmensleitung, mit der Bewe-
gungspause den Arbeiterinnen und Angestellten ein Lächeln ins
Gesicht zu zaubern und einen „Sonnenstrahl“ in den Arbeitsalltag
zu bringen, mit Filmsequenzen, die die Belegscha bei monoto-
ner Fließbandarbeit und Maschinenaufsicht ohne nur den Anug
eines Lächelns zeigen. Daneben sollten die ießenden Übergänge
zwischen Interviewsequenzen, Dokumentation und Fiktion deut-
liche Aussagen über die gesellschaliche Wirklichkeit hervorbrin-
gen. Indem die befragten Experten nicht vorgestellt werden und
die Interviewfragen gänzlich fehlen, verießt das Reden der vielen
Experten zu einem einzigen Text. Die „einzelne[n], in sich mehr oder
weniger unverfängliche[n] Szenen [sollen] ihre eigentliche Aussage,
65 Ebd., ::.
66 Kellerkino Bern: –, S. .
67 Ebd., S. .
68 JE KA MI, ::–:.
Ingold // Fitness als Glück?
ihr Gesicht, durch allmählich sich önende Widersprüche zeigen“.
Ein langsamer Schnitt sollte es den Zuschauerinnen und Zuschauer
ermöglichen, „sich selbst [im Film] zurechtzunden und erlebte Rea-
lität wiederzuerkennen“.
Die Gruppe um Hollenstein beließ es allerdings nicht bei der Kritik
einer bestimmten Glücksvorstellung und beim Vorwurf der geziel-
ten Manipulation. Das Streben nach Fitness wird in JE KA MI zum
Ausdruck einer Entwicklung, die aus der Schweiz einen totalitären
Überwachungsstaat mache. Für diese Wendung gab es einen spezi-
sch schweizerischen Anlass:  hatten Aktivisten um den Jour-
nalisten Jürg Frischknecht die privaten Staatsschutzaktivitäten des
selbsternannten Subversivenjägers und FDP-Politikers Ernst Cincera
aufgedeckt. Cincera hatte Personen aus der linken Szene systematisch
bespitzelt und die dabei erhobene Daten an Interessierte aus Wirt-
scha, Politik und Verwaltung weitergegeben. Geheim blieb allerdings
noch, dass auch die Bundespolizei eine riesige Kartei führte, die bei
ihrer Aufdeckung  . Fichen zu Personen, Organisationen
und Ereignissen umfasste.
Die angeblich repressiven und totalitären Züge der Fitnessbewegung
belegen in JE KA MI zwei Sequenzen, bei denen es einerseits um
Nacktgymnastik und andererseits um Fitnesstests geht. Die Cineasten
lmten auf einem FKK-Gelände, das die  aus der Organisation
der Naturisten in der Schweiz (ONS) hervorgegangene Stiung Die
neue Zeit betrieb. (Abb. ) Darüber schnitten sie ein Interview mit
einer auf dem Gelände tätigen, deutschen Nacktgymnastik lehrerin,
die den nationalsozialistischen Arbeitsdienst und die national-
sozialistische Kra-durch-Freude-Organisation lobt. Sie verlangt, dass
die Regierung Bürgerinnen und Bürger zu regelmäßiger sportlicher
Betätigung verpichten müsse und Kinder und Jugendliche unbe-
dingt in entsprechend ausgerichteten Jugendgruppen mitzumachen
hätten. In der zweiten Sequenz will Ferdinand R. Imesch, der 
bis  dem Schweizerischen Landesverband für Leibes übungen
vorstand, Fitnesstests für die ganze Bevölkerung für obligatorisch
69 Kellerkino Bern: –, S. .
70 Ebd., S. .
71 Vgl. Tanner: Geschichte der Schweiz, S. , .
72 JE KA MI, : :.
120 // 121
erklären. Die Reaktion auf die Testresultate sei allerdings den einzel-
nen Menschen zu überlassen. Die Filmschaenden schnitten diese
Ausführungen über Bilder aus einem Rechenzentrum, die Loch karten
und Magnetbänder, aber auch Warnlampen und eine fernsehüber-
wachte Tür zeigen. Mit diesem Schritt von realen Fitnesstests zur ima-
ginären elektronischen Speicherung der Testresultate wiederholten sie
die Verschiebung von Abhörtechniken zur Datenspeicherung in zeit-
genössischen Debatten zu Ost-West-Spionage und Rasterfahndung.
Der letzte Kameraschwenk auf den Kühlturm eines Atomkrawerkes
in der Abblende war eine Anspielung auf das viel beachtete Buch Der
Atomstaat, in dem Robert Jungk  die überwachte Gesellscha als
unausweichliche Folge aus der Etablierung der Atomtechnik beschrie-
ben hatte. So gewendet kann JE KA MI als eine Erscheinungsform
des Dispositivs  verstanden werden.
Darin ist George Orwells
 erschienener Roman  die zentrale Referenz zur Beschrei-
bung von Machtmechanismen und von totalitären Tendenzen in der
Gegenwart. JE KA MI wurde genauso rezipiert: „Es ist durchaus
73 Ebd., ::.
74 Vgl. Patrick Kupper: Atomenergie und gespaltene Gesellscha. Die Geschichte
des gescheiterten Projektes Kernkrawerk Kaiseraugst. Zürich: Chronos ,
S. –.
75 Vgl. Nicolas Pethes: EDV im Orwellstaat. Der Diskurs über Lauschangri,
Datenschutz und Rasterfahndung um . In: Irmela Schneider / Christina
Bartz / I sabell Otto (Hr sg.): Diskursgeschichte der Medien nach , Bd. : Medien-
kultur der er Jahre. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag , S. –, hier
S. .
Abb. 
Nacktgymnastik-
Lehrerin auf dem
FKK-Gelände der
Stiung Die neue Zeit
am Neuenburger-
see, aufgenommen
während der Dreh-
arbeiten zu JE K A MI.
Ingold // Fitness als Glück?
eine Art Science-ction-Welt – der Film sollte denn auch einmal
den Titel „½“ tragen: ein halbes Jahr also vor ‚‘“, schrieb
NZZ-Kritiker Walder.
Ausgeschlossen aus dieser Dystopie blieb die Sexualität. In den Inter-
views kommt einzig der alte Nudist Werner Zimmermann auf das
Sexuelle zu sprechen:
Das möchte ja die Natur, dass die Wesen, die da sind, immer vollkommener,
gesünder und besser werden. Und das ist eben schwer, wenn man besonders
die Minderwertigen fast mehr möchte fördern als die Anderen. Darum
ist beim Menschen das wirklich eine tragische Sache. Wir möchten dem
Schwachen, dem Krüppel, all diesen, genauso gerne helfen wie den Andern.
Aber: im Ganzen gesehen, wenn wir die Schwachen und Krüppel fast bes-
ser pegen als die Anderen und vielleicht auch noch probieren, dass sie sich
auch noch fortpanzen können, ist das für den Aufstieg der Menschheit
eine große Gefahr.
Dieses eugenische Reden reproduzierte die produktivistische Vor-
stellung einer auf Fortpanzung gerichteten Sexualität, wie sie in der
Nacktkulturbewegung der ersten Häle des . Jahrhunderts verbrei-
tet war. Die Wortführer dieser Bewegung sprachen der Nacktheit
nicht nur die Funktion zu, die befürchtete zivilisatorische Entfrem-
dung des Menschen von seiner – imaginierten – natürlichen Umge-
bung zumindest temporär beim Sonnen- und Lubaden zu überwin-
den. Ebenso sollte die Nacktheit „Abnormalitäten“ vorführen, die
als Zeichen der „Degeneration betrachteten wurden. Der trainierte
Körper hingegen stand für Gesundheit und damit auch für die Mög-
lichkeit, gesunden Nachwuchs zu zeugen. Die Gruppe um Hollen-
stein ergänzte diese alte Sexualisierung des tten Körpers nicht durch
76 Walder: … dein Glück ist ganz von dieser Welt, S. .
77 JE KA MI, ::: (Transkription N. I.).
78 Zur Unterscheidung von Produktivismus und Konsumismus siehe Heiko
Sto: Der Orgasmus der Wohlgeborenen. Die sexuelle Revolution, Eugenik, das
gute Leben und das biologische Versuchslabor. In: Jürgen Martschukat (Hrsg.):
Geschichte schreiben mit Foucault. Frankfurt am Main: Campus , S. –,
hier S. –.
79 Maren Möhring: Marmorleiber. Körperbildung in der deutschen Nacktkultur
( –). Köln / Weimar / Wien: Böhlau , S. .
122 // 123
neue, in der Fitnessbewegung der er Jahre durchaus vorhandene
Formen. Beispielsweise lässt sich in der Jogging-Bewegung eine neue
Sexualisierung des tten Körpers aunden, wenn Läuferinnen und
Läufer über die Auswirkungen ihrer sportlichen Aktivitäten auf ihre
Sexualität nachdachten. Um Fortpanzung ging es dabei nicht.
Stattdessen setzte eine konsumistische Sexualisierung des tten Kör-
pers ein, die die Suche nach Befriedigung über Fragen der Reproduk
-
tion stellte und mit der neuen Medialität des Sexuellen einherging.
Die Popmusik der er Jahre zeugt von dieser Erotisierung trai-
nierter Körper:  sang Olivia Newton John genauso zweideutig
(Let’s Get) Physical wie Diana Ross im gleichen Jahr Work that Body
verlangte. Gleichzeitig wurden Leistungsdenken und Sexualität mit-
einander verbunden.
Eine Erklärung für das Ausklammern dieser Entwicklungen aus
JE KA MI gibt die Überhöhung der Sexualität als etwas urtümlich
Gutem in der er-Bewegung. Das Fehlen des Sexuellen lässt sich als
eine konsequente Umsetzung der Repressionshypothese deuten, wie
sie er-Aktivistinnen und Aktivisten den Schrien Wilhelm Reichs
entnahmen. Auf dieser Grundlage ließen sich Sport und Sex als zwei
entgegengesetzte Bereiche denken: Sport dient der Unterdrückung
der Sexualität und wirkt damit stabilisierend auf die kapitalistische
Ordnung; hedonistisches, sexuelle Genüsse einschließendes Streben
hingegen zielt auf die Schaung einer gerechteren Gesellscha. Die
Filmschaenden um Hollenstein waren mit dieser Reich- Auslegung
vertraut. Nicht nur trug Hollensteins Vorbild Dušan Makavejev mit
W. R. – Die Mysterien des Organismus zur anhaltenden Popularität
Reichs bei. In der Schweiz hatte Regisseur Rolf Lyssy – er wird mit
einer Komödie über das Schweizer Einbürgerungsverfahren 
den ersten großen Kinoerfolg des Neuen Schweizer Films erzielen –
 eine Hommage an Wilhelm Reich an die Solothurner Filmtage
80 Vgl. Dietrich: Laufen als Lebensinhalt, S. .
81 Shelly McKenzie: Getting Physical. e Rise of Fitness Culture in America.
Lawrence: University of Kansas Press , S. –, –.
82 Zum Leistungssex siehe Ulrike Heider: Vögeln ist schön. Die Sexrevolte on
 und was on ihr bleibt. Berlin: Rotbuch , S. –.
83 Vgl. ebd., S. .
84 Herzog: Sexuality in Europe, S. . Siehe auch Heider: Vögeln ist schön,
S. –.
Ingold // Fitness als Glück?
gebracht. Sein Kurzlm Vita Parcoer (CH ) verspottete mit
Reich die neuen Trimm-Dich-Pfade der Vita Lebensversicherung: Ein
heterosexuelles Paar folgt auf dem Vita-Parcours nicht den Anweisun-
gen zur körperlichen Ertüchtigung, sondern zieht bei jeder Station ein
Kleidungsstück aus, um unter freiem Himmel Sex zu haben. Zwischen
diese Inszenierung der Sexuellen Revolution sind Interview sequenzen
mit Passantinnen und Passanten geschnitten, die Fragen beantwor-
teten wie: „Wann ist ein Volk gesund?“ und „Besteht ein Zusammen-
hang zwischen Volksgesundheit und Sexualität?“. Zudem werden
Reich-Zitate eingeblendet: „Die Sexualscheu und Sexual heuchelei bil-
den den Kern dessen, was man Spiessertum nennt“ „Der Sport ist
zwar ein Mittel zur Herabsetzung der Sexualerregung, aber so unge-
eignet, das Sexualproblem der Menschen zu lösen, wie irgendeines, das
auf Ertötung der Sexualerregung zielt!“ „Die Sexualunterdrückung
ist eines der wichtigsten ideologischen Mittel der herrschenden Klasse
zur Unterdrückung der werktätigen Bevölkerung!“ In einer Gesell-
scha, in der sportliche Betätigung die arbeitsfreie Zeit ausfüllt, ist
demnach kein Platz für Sexualität mehr.
Vom Streben nach Fitness zur politischen Umgestaltung
der Verhältnisse
JE KA MI ist ein Beispiel dafür, wie Vertreter des Neuen Schweizer
Films die Frage nach der Macht in westlichen Gesellschaen stell-
ten. Sie orientierten sich dabei an der intellektuellen Auseinander-
setzung mit Nationalsozialismus und Faschismus. Neoliberale Opti-
mierungszwänge sind noch kein ema. Das Streben nach Fitness
wird als kollektivierende Praxis betrachtet und die Gesundheitserzie-
hung als Versuch zur Gleichschaltung der Bevölkerung, die mit den
Mitteln elektronischer Datenverarbeitung überwacht und vom Staat
durchgesetzt werde. Sport wird als Herrschastechnik inszeniert
und besitzt keinerlei subversives Potenzial. Dieses wird allein auf das
Sexuelle projiziert, das in einer Welt voller Sport allerdings (fast) kei-
nen Platz mehr habe. So verstanden macht JE KA MI deutlich, dass
85 Zur Vorstellung einer Desexualisierung des Körpers in kapitalistischen Gesell-
schaen siehe auch Herzog: Sexuality in Europe, S. .
124 // 125
die mit der Reich-Rezeption der er Jahre einhergehende Über-
höhung der Sexualität als etwas natürlich Gutem bei gleich zeitiger
Kritik am Sport als Repressionsinstrument die Desexualisierung t-
ter Körper zur Folge haben konnte. Noch wird die linke Kritik an
der sogenannten Sexwelle als Unterwerfung des Sexuellen unter die
Regeln von Warenproduktion und -tausch nicht mit Fitnesskritik ver-
bunden. In den er Jahren wird das anders sein: Der französische
Autor Michel Houellebecq betrachtet in seinem Roman Extension du
domaine de la lutte (dt.: Ausweitung der Kampfzone) aus dem Jahr
 Sexualität als eine Ware, zu der der tte Körper als Währung
gehört.
In den er Jahren konterten die JE KA MI-Macher mit ihrer
Fitness- Dystopie die Vorstellung, dass es Sache des Individuums
sei, chronischen Krankheiten durch eine Veränderung des Lebens-
stils vorzubeugen. Stattdessen müsste es ihrer Ansicht nach darum
gehen, eine „krankmachende Welt“ zu verändern. Diese Konstella-
tion ist insoweit bemerkenswert, als auch die mit JE KA MI ange-
grienen, bürgerlichen Fitness-Promotoren durchaus kritisch gegen-
über den Lebensverhältnissen in westlichen Gesellschaen eingestellt
waren, daraus jedoch keine politischen Forderungen ableiteten, die
auf eine einschneidende Korrektur der Verhältnisse abgezielt hätten.
Die er Jahre bringen hier eine signikante Veränderung mit sich:
Die Vorstellung einer die menschliche Natur oenkundig gefährden-
den Zivilisation dient der Fitnessbewegung dazu, oen Kritik an den
etablierten gesellschalichen Verhältnissen zu artikulieren. Dafür
steht die Aerobic-Ikone der er Jahre: Bei Jane Fonda ist politi-
sche Agitation, die auf Veränderung der Verhältnisse zielt, die unbe-
dingte Folge aus der Hinwendung zum Körper. Ihr  in Englisch
und  auf Deutsch erschienenes Workout Book endet mit der Auf-
forderung, in die Politik einzugreifen:
Es liegt an uns. Als Individuen können wir uns für richtige Mahlzeiten und
gegen Schnellimbißlokale entscheiden; wir können unsere Ernährung mit
naturbelassenen und gesundheitsfördernden Nahrungsmitteln bereichern,
86 Schwab: Natürliche Bewegung versus Schönheitswahn, S. –; siehe auch
Sto: Der Orgasmus der Wohlgeborenen, S. .
Ingold // Fitness als Glück?
und wir können unseren Körper täglich trainieren. Soll aber unsere private
Entscheidung für ein gesundes Leben wirklich Sinn haben, müssen wir uns
aktiv, kämpferisch und systematisch mit den umfassenderen Problemen der
nationalen Politik auseinandersetzen. Denn letztlich hängt es von politi-
schen Entscheidungen ab, wie sicher und gesund unsere Nahrung, unsere
Umwelt und unsere Arbeitsplätze sind.
Als uelle zur Gesundheitserziehung in der Schweiz der er
und er Jahre veranschaulicht JE KA MI, dass die Gesundheits-
denition der WHO aus den er Jahren in den darauolgenden
Jahrzehnten ausgelegt und verändert wurde. Gesundheit war kein sta-
biles Konzept. Die in JE KA MI befragten Experten waren Vertreter
eines produktivistischen Gesundheitsverständnisses, das Leistungs-
denken über Hedonismus stellt. Derart gesund wollten die Film-
schaenden um Hollenstein nicht sein.
87 Jane Fonda: Jane Fondas Fitness-Buch. „Ich fühle mich gut“. Frankfurt am Main:
Krüger , S. .
194 // 195
Abbildungsverzeichnis
Niklaus Ingold: Fitness als Glück?
Abb. 1–5: Filmkollektiv Zürich. https://www.filmkollektiv.ch/pagina.php?
,,,, (Zugri am ..).
Bibliograsche Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese
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detaillierte bibliograsche Daten sind im Internet
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ISBN (Print): 978-3-95808-041-6
ISBN (PDF): 978-3-95808-104-8
Dieses Buch wurde im Rahmen des Konstanzia Fellowships
der Universität Konstanz gefördert.
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Das legendäre Kino im Herzen von Zürich. 25 Jahre Xenix
  • Kristina Vgl
  • Trolle
Vgl. Kristina Trolle: Das legendäre Kino im Herzen von Zürich. 25 Jahre Xenix. In: Cinema 50 (2005), S. 153-160, hier S. 154. Zur Jugendbewegung der 1980er
Getting Physical. The Rise of Fitness Culture in America
  • Shelly Mckenzie
Shelly McKenzie: Getting Physical. The Rise of Fitness Culture in America. Lawrence: University of Kansas Press 2013, S. 164-165, 169-172.
Vögeln ist schön. Die Sexrevolte von 1968 und was von ihr bleibt
  • Zum Leistungssex Siehe Ulrike
  • Heider
Zum Leistungssex siehe Ulrike Heider: Vögeln ist schön. Die Sexrevolte von 1968 und was von ihr bleibt. Berlin: Rotbuch 2014, S. 251-270.
Siehe auch Heider: Vögeln ist schön
  • Herzog
Herzog: Sexuality in Europe, S. 146. Siehe auch Heider: Vögeln ist schön, S. 69-70.
Porter: Health, Civilization and the State. A History of Public Health from Ancient to Modern Times. London: Routledge
  • Vgl
  • Dorothy
Vgl. Dorothy Porter: Health, Civilization and the State. A History of Public Health from Ancient to Modern Times. London: Routledge 1999, S. 311.
Wir wollten den Film neu erfinden!" Die Filmarbeitskurse an der Kunstgewerbeschule Zürich
  • Thomas Schärer
Thomas Schärer: "Wir wollten den Film neu erfinden!" Die Filmarbeitskurse an der Kunstgewerbeschule Zürich 1967-1969. Zürich: Limmat 2005, S. 13.