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Nisthilfen fuer Wildbienen

Authors:
  • Lebendiges Bienenmuseum, Knüllwald

Abstract

Anleitung zum Bau einer Nisthilfe für Wildbienen und Solitärwespen mit Hinweisen für deren Pflege.
THEMA | 3
D urch das Phänomen des Bienen-
sterbens und erst recht mit dem
Presserummel um das Insek-
tensterben sind Nisthilfen für Insekten
sehr stark in den Vordergrund gerückt.
Es gibt kaum mehr einen Bau- oder Gar-
tenmarkt, in dem nicht wunderschön
anzusehende Insektenhotels angeboten
werden. Verschiedenste mit Löchern ver-
sehene Steine und Hölzer, Röhren aller
Art und Durchmesser, vor allem aber
Heu, gedroschenes Stroh, Kienäpfel und
diverse Hohlkammern sollen Schmetter-
lingen, Marienkäfern, Floriegen und
Ohrwürmern neben Bienen eine komfor-
table Unterkunft bieten.
Leider sind diese Vorgaben oft ohne
Nutzen, häug sogar kontraproduktiv.
So sind z.B. Ohrwürmer nachtaktiv und
zudem Allesfresser, die auch den Pollen-
vorrat oder gar die jungen Bienenlarven
aus den Niströhren fressen. Sie und die
übrigen Insekten nden außerdem in
einem naturnahen Garten reichlich Un-
terschlupf.
Nisthilfen für Wildbienen . Wirklich be-
dürftig sind dagegen alle oberirdisch nis-
tenden Wildbienen und Solitärwespen.
Bei den meist schwarz gefärbten Solitär-
wespen versorgt jedes Weibchen, wie der
Name besagt, allein ihr Nest. Dabei sind
diese für Gartenbesitzer harmlosen Wes-
pen von unschätzbarem Wert, denn sie
ernähren ihre Brut mit Blattläusen, Blatt-
und Rüsselkäferlarven sowie anderen, für
den Gartenbesitzer schädlichen Insekten.
Über die Bestäubungsleistung von
Wildbienen braucht hier wohl kaum
mehr gesagt zu werden. Sie alle benöti-
gen hohle oder – seltener – markhaltige
Stängel, vor allem aber Bohrlöcher von
Käferlarven, die sich in abgestorbenem
Holz entwickeln. Gerade stehendes, gut
besonntes Totholz ist aber aufgrund von
Wegesicherungspichten und ästheti-
schen Vorstellungen, in die ein toter
Baum nicht passt, zur extremen Selten-
heit geworden in unserer Kulturland-
schaft. Wo sich doch noch ein solcher
Baum bendet, entstehen jedes Jahr neue
Bohrlöcher, weil jedes Jahr eine neue Kä-
fergeneration das Licht der Welt erblickt.
Keine fest eingebauten Hölzer . Das ist der
zweite gravierende Fehler der sogenann-
ten Insektenhotels: die angebohrten Höl-
zer sind allermeist fest eingebaut. So wer-
den die Wildbienen und Solitärwespen
gezwungen, bereits als Nistplatz genutzte
Bohrungen im Folgejahr erneut nutzen
zu müssen. Diese sind aber nicht nur
durch den Kot der vorjährigen Larven
verunreinigt; es nden sich darin auch
Pilzsporen und Krankheitskeime, die den
neuen Bruterfolg rasch zunichte machen.
So sind diese Nisthilfen schon nach spä-
testens drei, vier Jahren unbrauchbar
und es gibt nichts mehr zu beobachten.
Hierdurch verlieren die Erbauer aber
rasch ihr Interesse und lassen die Nisthil-
fen weiter unbeachtet hängen.
Austauschbare Elemente . Es ist deshalb
sehr wichtig, dass alle Elemente eines so-
genannten Wildbienen-Hotels austausch-
bar sind und tatsächlich ausgetauscht
werden, sowie sich darin keine Aktivitä-
ten mehr zeigen. Dabei gilt es zu beach-
ten, dass die meisten darin nistenden
Bienen und Wespen nur eine Generation
im Jahr ausbilden und erst im Folgejahr
schlüpfen. Bleiben die meisten Nestein-
gänge verschlossen, wird diese Nisthilfe
bis zum nächsten Jahr in eine dunkle,
trockene Ecke im Garten gestellt, damit
eventuelle Nachzügler noch schlüpfen
können. Eine kurze Anleitung zum Bau
einer geeigneten Bienennisthilfe ndet
sich im Internet unter https://youtu.be/
PfNsBGUm9ls. (Hans-Joachim Flügel)
Winter 2019
H.-J. Flügel
Nisthilfen für Wildbienen & Co
Beim Bau von "Insektenhotels" werden o Fehler gemacht. Der Bienen-
experte Hans-Joachim Flügel erklärt, wie es richtig geht
shutterstock/E. Phillips
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