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In Würde zu sich stehen - Peergeleitetes Angebot zur individuellen Auseinandersetzung mit Stigmatisierung

Authors:
  • Sanatorium Kilchberg AG

Abstract

Vorstellung eines peergeleiteten Angebotes zur individuellen Auseinandersetzung mit Stigmatisierung psychiatrischer Erkrankungen.
21
Kerbe 4 | 2018 Themenschwerpunkt
In Würde zu sich stehen
Peergeleitetes Angebot zur individuellen
Auseinandersetzung mit Stigmatisierung
Von Gianfranco Zuaboni,
Diomira Sloksnath-Bernetta
und Nicolas Rüsch
Gianfranco Zuaboni
Dr. rer. medic, Leiter
Pflegeentwicklung &
Recovery Beauftragter,
Sanatorium Kilchberg;
Email: g.zuaboni@sa-
natorium-kilchberg.ch
D. Sloksnath-Bernetta
Peermitarbeiterin,
Leiterin „In Würde
zu sich stehen“-
Seminar, Sanatorium
Kilchberg; Email:
d.sloksnath@sanato-
rium-kilchberg.ch
Nicolas Rüsch
Klinik für Psychiatrie
und Psychotherapie II
der Universität Ulm
am BKH Günzburg;
Email: nicolas.ruesch@
uni-ulm.de
Ein grosser Teil der Gesellschaft ist
direkt oder indirekt mit psychi-
schen Erkrankungen konfrontiert;
ob aus persönlicher Betroenheit, in der
Familie oder im Freundes- und Bekann-
tenkreis. Trotz der gesellschaftlichen
Verbreitung bestehen viele Vorurtei-
le und Stereotypen über Menschen
mit psychischen Erkrankungen. Auch
sind Überzeugungen über psychische
Erkrankungen verbreitet, die nicht den
Tatsachen entsprechen. Dies hat für
betroene Personen zur Folge, dass
zusätzlich zur Krankheitslast vielfach
negative gesellschaftliche Reaktionen zu
bewältigen sind, welche mit dem Begri
„Stigmatisierung“ zusammengefasst
werden.
Für psychiatrische Fachpersonen ist
die Bekämpfung der Stigmatisierung
von zentraler Bedeutung; dies in der
Begleitung von direkt Betroffenen, aber
auch in der Aufklärung der Gesell-
schaft, durch Vermittlung von Wissen
über psychische Krankheiten und deren
Therapiemöglichkeiten. Für Menschen
mit psychischen Krankheitserfahrungen
ist die Selbstermächtigung („Empow-
erment“) im persönlichen Umgang mit
Stigma von zentraler Bedeutung. In die-
sem Artikel wird das Gruppenprogramm
„In Würde zu sich stehen“ vorgestellt,
welches betroffenen Personen die Mög-
lichkeit bietet, ihren individuellen Um-
gang mit Stigmatisierung zu erarbeiten.
Folgen der Stigma-Erfahrungen
Stigmatisierung wird in unterschied-
lichen Lebensbereichen erfahren. Die
Form der psychiatrischen Erkrankung
scheint einen Einfluss auf die betroffe-
nen Lebensbereiche zu haben (Corker,
2015). Die internationale Forschergruppe
INDIGO um den Psychiater Graham
Thornicroft untersuchte in einer multi-
zentrischen Studie in 27 Ländern Dis-
kriminierungserfahrungen von Personen
mit Schizophrenie (Thornicroft et al.,
2009). Insgesamt wurden 732 Personen
befragt, 47% gaben Diskriminierung be-
züglich Freundschaften an,
43 % berichteten Diskriminierung durch
Familienmitglieder. Negative Erfahrun-
gen waren verbreitet beim Arbeitsplat-
zerhalt (29%), der Arbeitsplatzsuche
(29%) und in intimen oder sexuellen
Beziehungen (27%). In einer Folgestudie
wurden die Auswirkungen der Stigmati-
sierung auf Personen mit Depressionen
untersucht (Lasalvia et al., 2013). In 35
Ländern nahmen insgesamt 1082 Perso-
nen teil. Davon gaben 79% an, in min-
destens einem Lebensbereich negative
Diskriminierung erfahren zu haben.
Neben den Auswirkungen auf zahlrei-
che Lebensbereiche wirkt sich Stigma
allgemein negativ auf die Genesung
aus. So zeigte eine Studie von Link und
Kollegen (2001) die negativen Auswir-
kungen von Stigma-Erfahrungen auf die
Selbstwirksamkeit, was sich in der Folge
auf die individuelle Genesung auswirkt;
in einer Züricher Studie beeinträchtigte
das Erleben von Stigma als Stressor die
Genesung („Recovery“) der Teilnehmer
über einen Zeitraum von zwei Jahren
(Xu et al., 2018).. Wenn Vorurteile und
Stereotypen psychischer Erkrankung
von betroffenen Personen auf sich sel-
ber angewendet werden, wird dies mit
dem Begriff „Selbststigma“ umschrie-
ben. Eine Konsequenz von Selbststigma
ist der „why try“-Effekt: Wenn ich
mich selber als wertlos und unfähig
einschätze, macht es auch keinen Sinn,
persönliche Ziele in Angriff zu nehmen
(Corrigan, 2016).
Was wirkt gegen Stigma?
Es gibt unterschiedliche Interventionen
und Strategien, die zur Bekämpfung
öffentlicher Stigmatisierung zur Anwen-
dung kommen (z.B. Schulungen, Filme,
Öffentlichkeitskampagnen, etc.). Am
effektivsten scheinen Projekte zu sein,
die den sozialen Kontakt zu Menschen
mit psychischen Erkrankungen fördern
(Thornicroft et al., 2016).
Zur Reduktion von Selbststigma zeigen
sich zwei Strategien als wirksam. Zum
einen sind dies kognitiv orientierte
Ansätze, die beabsichtigen, selbst-
stigmatisierende Überzeugungen und
Einstellungen der betroffenen Person
zu hinterfragen und zu verändern.
Zum anderen sind es narrative oder
akzeptanz-basierte Interventionen, die
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die Fähigkeiten zur Bewältigung der
Selbststigmatisierung durch Verbesse-
rungen des Selbstwertgefühls und der
Selbstermächtigung („Empowerment“)
fördern. Von Stigma-Experten wird oft
der zweite Ansatz favorisiert (Mittal et
al., 2012).
Was soll ich tun?
Viele Patientinnen und Patienten in der
Psychiatrie beschäftigt die Frage, wie
sie sich verhalten sollen in Bezug auf
ihren Umgang mit der Offenlegung ihrer
psychischen Krankheitserfahrungen und
ihres Aufenthaltes in der Psychiatrie.
Vor allem drängt sich die Auseinander-
setzung auf, wenn berufliche Bewerbun-
gen anstehen oder nach einem längeren
Klinikaufenthalt die Rückkehr nach
Hause. Für Fachpersonen, die mit dieser
Problemstellung konfrontiert sind, lohnt
es sich, für die gemeinsame Bearbeitung
genügend Zeit einzuräumen. Ratschläge
sind dabei nicht hilfreich („Ich persön-
lich bin grundsätzlich für
Offenheit. Deshalb würde
ich an Ihrer Stelle den
Arbeitgeber über ihren
Aufenthalt in der Klinik
informieren“). Derartige
Empfehlungen sind problematisch, da
Betroffene mögliche negative Konse-
quenzen alleine zu tragen haben. Ein
klärendes Gespräch kann mittels Frage-
stellungen gestaltet werden, die bereits
gemachte Erfahrungen mit Offenlegung
oder allfällige Befürchtungen erkunden.
Auch die Verwendung der in der kogni-
tiven Verhaltenstherapie verschiedent-
lich verwendeten Vierfeldertafel wird
als sehr hilfreich erlebt (Offenlegung:
was spricht dafür, was spricht dagegen;
Geheimhaltung: was spricht dafür, was
spricht dagegen – und dies jeweils für
verschiedene Settings, z.B. Arbeitsuche
oder Freundeskreis). Die grundlegende
Haltung sollte dabei sein, Patienten in
einem Entscheidungsprozess zu beglei-
ten und nicht ihre Lösung vorwegzu-
nehmen.
In Würde zu sich stehen (IWS)
Eine individuelle und differenzierte
Auseinandersetzung mit Offenlegung
und Geheimhaltung psychischer Krank-
heitserfahrungen bietet das Gruppen-
programm oder Seminar „In Würde zu
sich stehen“. Im Verlauf des dreiteiligen
Angebotes erhalten die Teilnehmenden
die Möglichkeit, eine persönliche Strate-
gie zu erarbeiten und deren Umsetzung
auch mittels Rollenspielen zu testen und
einzuüben. Das Ziel ist es, Selbstwert-
gefühl und Empowerment im Umgang
mit stigmatisierenden Situationen zu
fördern.
Das Konzept des Gruppenangebotes
basiert auf einem Arbeitsbuch, welches
von Patrick W. Corrigan und Kollegen
in Chicago erarbeitet und von einer Ar-
beitsgruppe um Nicolas Rüsch aus dem
Englischen (Originaltitel früher „Coming
Out Proud“, jetzt „Honest, Open, Proud“)
ins Deutsche übersetzt wurde. Das Pro-
gramm wird von Peers geleitet, also
Menschen mit eigener Krankheitserfah-
rung. Dabei ist es hilfreich, wenn die
Gruppenleiter für die Teilnehmer mög-
lichst glaubwürdig sind. Beispielsweise
sollte eine IWS-Gruppe für psychisch
erkrankte Soldaten geleitet werden von
Soldaten, die selbst eine psychische Er-
krankung erlebt und bewältigt haben.
Das Arbeitsbuch bein-
haltet drei Lektionen, die
über Lernziele, Diskus-
sionsfragen, Einzel- und
Gruppenübungen verfü-
gen. Lektion 1 behandelt
Vor- und Nachteile von Offenlegung in
verschiedenen Settings; Lektion 2 dis-
kutiert Vor- und Nachteile verschiedener
Stufen von Offenlegung, von sozialem
Rückzug und Geheimhaltung einerseits
bis hin zur aktiven Verbreitung der ei-
genen Krankheitserfahrung andererseits.
Lektion 3 entwickelt Arten, die eigene
Geschichte mit psychischer Erkrankung
zu erzählen, falls sich Teilnehmer dazu
entscheiden. Es ist dabei nicht das Ziel,
Teilnehmer zur Offenlegung zu bewe-
gen. Angesichts verbreiteter Vorurteile
in der Gesellschaft kann Geheimhaltung
eine sehr plausible Lösung sein. IWS
kann in diesem Falle zu wohlüberlegter,
selbstbewusster Geheimhaltung ohne
Scham (‚empowered non-disclosure‘)
beitragen.
Das Gruppenangebot ist ausgelegt für
vier bis acht Teilnehmende, die alle
über eigene Erfahrung mit psychischer
Erkrankung verfügen. Die Gruppenleiter
sollten im Vorfeld an einer Schulung
teilnehmen und sich eingehend mit dem
Arbeitsbuch und der Offenlegungsthe-
matik auseinandergesetzt haben. Zur
Durchführung sind ein passender Raum
und Kopien des Arbeitsbuches für alle
Teilnehmenden notwendig.
Praktische Erfahrungen
Das Gruppenangebot wird in der Privat-
klinik für Psychiatrie und Psychothera-
pie Sanatorium Kilchberg als Seminar
seit über fünf Jahren angeboten. Gelei-
tet durch eine Peermitarbeiterin werden
verteilt auf das Jahr fünf bis sechs
Seminare angeboten. Das Angebot rich-
tet sich an Personen, die sich mit dem
Thema auseinandersetzen möchten, und
ist sowohl für Personen zugänglich, die
noch in stationärer Behandlung sind, als
auch für diejenigen, die bereits wieder
zu Hause sind.
Erfahrungen der IWS-
Seminar-Leiterin Diomira
Sloksnath-Bernetta
Ich bin 57 Jahre alt. Ich bin Mutter
von zwei erwachsenen Kindern. Ich
bin Bibliothekarin, Führungsfachfrau,
Gymnastiklehrerin und Peermitarbeiterin
auf einer Akutstation im Sanatorium
Kilchberg. Ich bin ein lebenslustiger,
fröhlicher und empathischer Mensch.
Und ich habe eine psychische Krankheit.
So stelle ich mich am Anfang des Kurses
«In Würde zu sich stehen» vor. Diese
bewusste Differenzierung in Haben oder
Sein begleitet uns durch alle drei Kurs-
abende. Denn ich bin nicht eine Diag-
nose, ich bin in erster Linie ein Mensch,
eine Persönlichkeit, genauso wie die
Kursteilnehmer. Dies als erster wichtiger
Punkt.
Im Anschluss daran setzen wir uns mit
den Fragen WARUM? – WAS? - WIE?
auseinander. WARUM erzähle ich meine
Geschichte? WARUM behalte ich sie
lieber für mich? Dabei geht es vor allem
darum, wie sich das Erzählen oder auch
das Nichterzählen anfühlt. Habe ich ein
Geheimnis, wenn ich meine Geschichte
nicht preisgebe oder ist es mein gutes
Recht, sie für mich zu behalten? Er-
zählen oder nicht erzählen, beides kann
richtig sein, oder auch falsch.
Viele wissen allerdings nicht, wie sich
das anfühlt. In einem nächsten Schritt
geht es darum, WAS ich erzähle. Aus
seinem Leben zu erzählen, heisst ja
nicht grundsätzlich, alles preis zu ge-
ben. Wenn ich nicht alles erzähle, habe
ich nicht gelogen, nach dem Grundsatz:
alles, was ich sage, muss wahr sein,
aber nicht alles, was wahr ist, muss ich
sagen. Im Anschluss daran geht es um
die Frage, WIE ich meine Geschichte
erzähle. Beim praktischen Üben in der
Gruppe achten wir auf die Wortwahl,
Angesichts der Vorurteile
in der Gesellschaft kann
Geheimhaltung eine
plausible Lösung sein.
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die Mimik, berücksichtigen die Tages-
form und machen uns bewusst, wem wir
unsere Geschichte erzählen.
In der dritten und letzten Lektion wid-
men wir uns den möglichen Reaktionen,
welche das Erzählen der Geschichte beim
Gegenüber auslösen kann. Wir stellen uns
bildlich oder im Rollenspiel diverse Hal-
tungen vor, mit welchen wir konfrontiert
werden könnten. Gleichzeitig machen wir
uns bewusst, wie wir möglicherweise dar-
auf reagieren. Erfahrungsgemäss sprechen
die Teilnehmenden sehr gut darauf an und
übertreffen sich gegenseitig mit schlagkräf-
tigen Antworten.
Erfahrungen in einem geschützten Rahmen
zu machen, ist einer der wichtigsten Teile
des Kurses. Die Entscheidung, zu sich
selbst und seiner eigenen Geschichte zu
stehen, sich nicht mehr selbst zu stigmati-
sieren, ist ein grosser Schritt auf dem Weg
zur Genesung. Leider treffen viele Betrof-
fene aber immer wieder auf Unverständnis,
Mitleid und Ablehnung. Im richtigen Mo-
ment die richtige Antwort bereit zu haben,
fällt vielen nicht leicht. Darum trainieren
wir das in diesem Seminar, mit sehr viel
Spass und Phantasie.
Es geht um Selbstachtung, Offenheit,
Wertschätzung, um Schlagfertigkeit,
Austausch und Erzählen. Gemeinsam
lachen und gemeinsam traurig sein, sich
gegenseitig unterstützen und sich ver-
standen fühlen. Darum geht es in diesem
Seminar. Denn wir lassen uns nicht stig-
matisieren, und vor allem stigmatisieren
wir uns nicht selbst. Das ist „In Würde
zu sich stehen“.
Forschungsstand und Ausblick
Es gibt bisher drei randomisiert-kon-
trollierte Studien (RCTs) zu IWS, die
allesamt positive Wirkungen zeigen.
Eine erste Studie mit 100 erwachsenen
Teilnehmern in Kilchberg und Zürich
zeigte eine Verringerung von Stigma-
Stress und einen Abbau der Belastung
durch den Entscheidungskonflikt sowie
der Geheimhaltungsneigung (Rüsch
et al., 2014). Ein zweiter RCT mit Er-
wachsenen in Kalifornien bestätigte die
Reduktion von Stigma-Stress und fand
zusätzlich positive Effekte auf depres-
sive Symptome bei Frauen (Corrigan et
al., 2015). IWS für Jugendliche mit psy-
chischen Erkrankungen wurde kürzlich
in Süddeutschland evaluiert und zeigte
positive und in der Nachbefragung
stabile Effekte nicht nur auf Stigma-
Variablen (u.a. Stigma-Stress und
Selbststigma), sondern u.a. auch auf
Lebensqualität, depressive Symptome
und Recovery (Mulfinger et al., 2018).
Derzeit laufen international weitere
Studien, u.a. mit psychisch erkrank-
ten Soldaten sowie Eltern psychisch
erkrankter Kinder, die ebenfalls Offen-
legungsentscheidungen für sich und
ihre Kinder treffen müssen. Für die Ent-
wicklung all dieser Adaptationen ist der
Einbezug der Zielgruppe im Sinne par-
tizipativer Forschung wichtig (Corrigan
et al., 2018). Über den Stand zu IWS im
deutschsprachigen Raum informiert die
Webseite: www.uni-ulm.de/med/iws/
Zusammenfassend läßt sich sagen, daß
IWS ein kompaktes und vielverspre-
chendes Programm ist, um Menschen
mit psychischen Erkrankungen bei
ihren Offenlegungsentscheidungen
zu unterstützen und damit Stigma-
Bewältigung und Recovery zu fördern.
Durch die Förderung gelungener Offen-
legungsentscheidungen kann IWS, über
Offenlegung und Kontakt, auch zum
Abbau öffentlicher Stigmatisierung
beitragen.
Literatur
Ausführliche Literaturangaben zu
diesem Beitrag gibt es im Internet unter
www.kerbe.info
Silvesterparty für psychisch Kranke
Von Yael Weinstein, Doktorand und R&D Direktor der Shekulo Tov Group
Irad Eichler
Vorsitzender und
Gründer der Shekulo
Tov Group in Tel Aviv,
Israel
Mit Jeans, einem T-Shirt und
großen, verstaubten Arbeits-
stiefeln sieht Irad Eichler,
Vorsitzender und Gründer der Shekulo
Tov Group, eher wie ein Aktivist aus,
als ein Geschäftsmann.
„Das Ziel der Shekulo Tov Gruppe ist
es, Menschen mit psychischen Be-
hinderungen in die Gemeinschaft zu
integrieren, wobei ich hiermit meine
unternehmerische Seite mit der sozia-
len Seite verbinden kann", erklärt er.
„Unser Modell arbeitet an der Integ-
ration von Menschen mit Behinderun-
gen in die Gemeinschaft durch proak-
tive Rehabilitation in verschiedensten
Formen, die als berufliche und soziale
Ausbildungszentren funktionieren.
Bei uns arbeiten etwa 6.000 Menschen
mit psychischer Erkrankung, die Re-
habilitationsdienste von uns erhalten
und in unseren Verkaufsständen in
Einkaufszentren, Geschäften, Fabriken
und Cafés tätig sind, alles in Vorbe-
reitung für den freien Arbeitsmarkt."
Das Modell der Organisation ist be-
reits international anerkannt. Am
22.02.2016 wurde Eichler bei der UNO-
Generalversammlung in New York
zusammen mit Hagar Aloush (CRO
- Chief Rehabilitation Officer), der das
Modell entwickelte und Cohen (CEO der
Gruppe) auf die Bühne gerufen, um ei-
nen prestigeträchtigen Preis von „Zero
Project“ verliehen zu bekommen.
„Es ist eine große Ehre, diesen Preis
zu erhalten“, sagt Eichler. „Es ist
auch eine bedeutende Anerkennung
unserer Vereinigung und alles, was in
Israel geschieht in Bezug auf die Re-
habilitation von Menschen mit Behin-
derungen. 30 Prozent der Menschen,
die von uns unterstützt werden, gehen
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