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Rausch und Rauschen - Über das Glück

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Abstract

Glück ist nicht gleich Glück. Im Englischen haben wir für das, was damit gemeint sein kann, die Begriffe „luck“ und „happiness“. „Luck“ ist das Glück, dass mich trifft, das Schicksal, das mich aber nicht unbedingt „happy“, glücklich, machen muss. Glück kann sowohl ein Ereignis sein als auch ein individueller Zustand. Zwischen beiden Formen des Glücks wird umgangssprachlich nicht immer differenziert, obgleich es möglich ist, dass ich glücklich bin, auch wenn ich kein Glück habe und umgekehrt. Ich werde im Folgenden das Wort Glück in seiner Doppeldeutigkeit gebrauchen, weil damit gleichzeitig sein Spannungsfeld angedeutet ist, in dem es sich bewegt: Zwischen dem Gefühl von Glück und dem Glück, das mir widerfährt. In diesem Spannungsfeld werde ich den Spuren des Glücks folgen, die es hinterlässt und dabei jenen Momenten begegnen, in denen das Glück, das ich empfinde, mit dem Glück, das mir widerfährt, zusammenfällt - oder auch nicht.
© Frank & Timme Verlag für wissenschaftliche Literatur 19
„Renn nur nach dem Glück,
doch renne nicht zu sehr,
denn alle rennen nach dem Glück,
das Glück rennt hinterher.“
Bertholt Brecht 1
Rausch und Rauschen
Über das Glück
Der Journalist Stefan Nink2 schreibt über seine erste Fahrt mit der Straßenbahn in
Lissabon:
Es war Februar, und eine Frau hatte mein Herz gebrochen, als ich zum ersten Mal in die Stadt
am Tejo reiste, von der es heißt, hier sei die Melancholie zu Hause. In Deutschland regnete es seit
Wochen, über Lissabon aber spannte sich ein unwirklich blauer Himmel. Ich hatte keinen Reise-
führer eingepackt, Sehenswürdigkeiten interessierten mich nicht. Stattdessen schlenderte ich ziellos
durch die Straßen und trank Portwein in Kneipen voller traurig aussehender Männer. In die
Straßenbahn bin ich nur gestiegen, weil mir irgendwann am Abend die Füße weh taten.
Die Carreira 28 dos Eléctricos de Lisboa verbindet die Lissabonner Stadtteile Alfama, Baixa,
Lapa und Prazeres und zählt zu den berühmtesten Straßenbahnstrecken der Welt, aber das
wusste ich damals nicht. Ich hatte auch keine Ahnung von den legendären 13,5 Prozent Steigung,
die die Bahn auf ihrer Strecke überwindet. Ich wollte einfach sitzen, meinen Gedanken nachhän-
gen und mich in die Nacht bringen lassen…
Damals, beim ersten Mal, ruckelte die 28 an den Fenstern großer Wohnungen vorbei, in denen
Licht brannte, und in einer dieser Wohnungen saß eine junge Frau hinter ihrem Computer. Sie
schaute aus dem Fenster, als die Bahn in Zeitlupe vorbeizuckelte, und für ein paar Sekunden
trafen sich unsere Blicke. Dann lächelte sie, und sie lächelte alle Melancholie weg, einfach so. In
diesem Moment wusste ich, dass ich eigentlich nie mehr aussteigen wollte.
Von dem Moment, den Stefan Nink hier beschreibt, dem Lächeln, dem Glück, der
Absichtslosigkeit und der damit einhergehenden Wahrnehmung, soll im Folgenden
die Rede sein.
Glück ist nicht gleich Glück. Im Englischen haben wir für das, was damit gemeint
sein kann, die Begriffe „luck“ und „happiness“. „Luck“ ist das Glück, dass mich
trifft, das Schicksal, das mich aber nicht unbedingt „happy“, glücklich, machen
aus: Sinapius, P. (2013): "Wie ist es, eine Farbe zu sein?" -
Über Kunst und Liebe, das Schweigen und die Gegenwart. Frank & Timme
20 © Frank & Timme Verlag für wissenschaftliche Literatur
muss. Glück kann sowohl ein Ereignis sein als auch ein individueller Zustand. Zwi-
schen beiden Formen des Glücks wird umgangssprachlich nicht immer differen-
ziert, obgleich es möglich ist, dass ich glücklich bin, auch wenn ich kein Glück habe
und umgekehrt.
Ich werde im Folgenden das Wort Glück in seiner Doppeldeutigkeit gebrauchen,
weil damit gleichzeitig sein Spannungsfeld angedeutet ist, in dem es sich bewegt:
Zwischen dem Gefühl von Glück und dem Glück, das mir widerfährt. In diesem
Spannungsfeld werde ich den Spuren des Glücks folgen, die es hinterlässt und da-
bei jenen Momenten begegnen, in denen das Glück, das ich empfinde, mit dem
Glück, das mir widerfährt, zusammenfällt - oder auch nicht.
Spuren des Glücks
Wenn ich auf der Suche nach dem Glück bin, begegnet mir nicht das Glück. Ich
stoße allenfalls auf die Spuren, die es bleibend hinterlassen hat: eine Erinnerung, ein
Foto, ein Musikstück, ein Geruch, ein Geschmack. Folge ich einer Spur, werde ich
von ihr in die Vergangenheit geleitet: ich erinnere mich an einen Urlaub, eine Be-
gegnung, ein Ereignis. Ich suche die Orte auf, mit denen mein Glück verbunden
war. Ich mache mich auf den Weg in denselben Urlaubsort, ich suche einen Freund
auf, mit dem ich vor 20 Jahren glückliche Tage verlebt habe, ich höre ein Musik-
stück, das mich vor langer Zeit bewegt hat: Die Erfahrung, die ich mache, wird
nicht die gleiche sein, wie beim ersten Mal. Der Freund ist in die Jahre gekommen
und seine Geschichte hat ihn verändert, die Urlaubslandschaft erinnert mich zwar
an der Urlaub, der in meiner Erinnerung lebendig ist, aber der Himmel ist nicht
derselbe, die Sonne fühlt sich anders an auf der Haut, die Landschaft erscheint mir
nicht mehr verzaubert. Das Gefühl von Glück will sich nicht so einstellen wie beim
ersten Mal.
Ich kann von meinem Glück erzählen, dasselbe Glück gibt es jedoch kein zweites
Mal. Das Glück, dessen Spur ich folge, bleibt mit den Bildern der Vergangenheit
verwoben und kommt nicht wieder. Ich kann das Glück nicht aufsuchen, indem ich
alten Spuren folge. Es hat keinen Ort und kennt keine Vergangenheit. Die Suche
nach dem Glück ist ein Leben nach dem Glück.
Was ist das Glück, von dem ich etwas wissen will?
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Wer sich auf die Suche nach dem Glück begibt, kann Situationen, Quellen und
Dokumente studieren, um in Erfahrung zu bringen, was sich darüber wissen lässt.
Auf meiner Suche stöbere ich in Büchern, recherchiere unter den 130 Millionen
Einträgen, die sich in den Suchmaschinen des Internet unter dem Begriff „Glück“
finden, ich gehe in den Park und beobachtete die Natur, ich beobachte andere
Menschen und versuche mir vorzustellen, ob sie glücklich sind oder nicht, ich be-
schäftige mich mit den Vorgängen im Gehirn und erfahre etwas über neurophysio-
logische Vorgänge von Verliebten, ich studiere die Geschichte des Heiligen Felix,
der das Glück in seinem Namen trägt je mehr ich mich jedoch mit dem Glück
befasse, desto weniger verstehe ich davon. Die Informationsflut über das Glück
verhält sich umgekehrt proportional zu meinem Wissen über das Glück.
Ich fühle mich wie Siddhartha in dem gleichnamigen Roman von Hermann Hesse,
der auf der Suche nach dem Nirwana ist und auf seinem Weg zur Erleuchtung fest-
stellt, dass gelehrtes Wissen nichts und Erfahrung alles ist. So heißt es bei Hermann
Hesse:
Einen Stein kann ich lieben, und auch einen Baum oder ein Stück Rinde. Das sind Dinge, und
Dinge kann man lieben. Worte aber kann ich nicht lieben. Darum sind Lehren nichts für mich,
sie haben keine Härte, keine Weiche, keine Farben, keine Kanten, keinen Geruch, keinen Ge-
schmack, sie haben nichts als Worte. Vielleicht ist es dies, was dich hindert, den Frieden zu fin-
den, vielleicht sind es die vielen Worte. Denn auch Erlösung und Tugend, auch Sansara und
Nirwana sind bloße Worte. Es gibt kein Ding, das Nirwana wäre; es gibt nur das Wort Nir-
wana.3
Wenn ich mich einem Stein, einem Baum oder einem Stück Rinde zuwende, ihre
Oberfläche, ihren Geruch, ihre Kälte oder Wärme spüre, spüre ich gleichzeitig
mich. Indem ich sie berühre, lasse ich sie zur Sprache kommen. Wenn das, was ich
erfahre, zu mir spricht, ist das so die von mir aus dem Textfragment gewonnene
Hypothese Liebe und vielleicht die Quelle von Glück.
Ich wende mich also meinen eigenen Erfahrungen zu und stoße auf einen Glücks-
moment, der vor einiger Zeit völlig unerwartet in einer eher unerfreulichen Episode
meines Lebens wie aus dem Nichts auftauchte um dann wieder zu verschwinden.
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Rausch
Ich hatte einen beruflichen Konflikt auszustehen, der erheblichen Stress bei mir
auslöste. Mein Rücken reagierte mit heftigen Schmerzen. Mein Gesundheitszustand
verschlechterte sich binnen kurzer Zeit dramatisch und ich kam völlig bewegungs-
unfähig mit meinen Rückenbeschwerden als Notfall in ein Krankenhaus. Die Ret-
tungskräfte des Notarztwagens hatten mich mit Morphinen außer Gefecht gesetzt
um mich ins Krankenhaus befördern zu können. Die Morphine lösten bei mir
nicht nur Bewusstlosigkeit, sondern auch einen Dämmerzustand aus, den ich als
seltsam entrückt und schwerelos empfand - einen Zustand, den ich als glücklich
bezeichnen würde. In der Klinik angelangt tauchte in meinem Dämmerzustand
über mir das Gesicht einer Schwester auf, die mich mit einem freundlichen Lächeln
ansprach, um meinen Bewusstseinszustand zu überprüfen: „Hallo, ich bin Schwes-
ter Petra“. Ich antwortete offenherzig, dass ich Peter sei, ohne ein Bewusstsein
über meine Situation zu haben oder den Zusammenhang meiner Äußerung zu
überblicken. Dann dämmerte ich wieder weg. Aber ich war einen Moment so etwas
wie glücklich gewesen.
Das Glück ist mir hier im Kontext einer Situation erinnerlich, die sich von anderen
Situationen dadurch unterscheidet, dass ich in ihr kein Bewusstsein für das Woher
oder Wohin, für die Zukunft oder Vergangenheit hatte, sondern mir die einfache
Tatsache, da zu sein und angesprochen zu werden, ausreichte, um glücklich zu sein.
Ursächlich für diesen Zustand war das Morphin, das mir verabreicht worden war,
das nicht nur schmerzlindernd und einschläfernd wirkt, sondern auch Bewusst-
seinsstörungen wie Zeitverlustempfinden, Erinnerungslücken und Euphorie her-
vorrufen kann. Damit sind nicht nur die Wirkungen eines Opiums beschrieben,
sondern auch eine Wahrnehmung, die wir mit Glück in einen Zusammenhang
bringen können. Die Wirklichkeit erschien mir wie herausgelöst aus dem zeitlichen
Strom des Alltags und berührte mich in meinem gegenwärtigen In-der-Welt-Sein.
Glück, so schließe ich daraus, ist mit einer Wahrnehmung verbunden, durch die
uns die Wirklichkeit, die uns umgibt, unmittelbar berührt.
Es lohnt sich, diese Wirklichkeit etwas genauer in Augenschein zu nehmen. Sie hat-
te in der beschriebenen Episode nichts anderes zum Inhalt, als einen Augenblick, in
dem ein anderer Mensch mir sein Lächeln schenkte und mich ansprach. Mein
Glück war mit dem Umstand verbunden, dass mich jemand begrüßte. Dieses Be-
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grüßen war rückbezüglich: „Ich bin Schwester Petra!“ Jemand war für mich da,
auch wenn nur für einen Moment. Und dieser Moment machte mich meiner selbst
bewusst.
Wenn wir uns begrüßen, nehmen wir eine Beziehung zueinander auf. Das Besonde-
re daran ist die damit verbundene Wahrnehmung, durch die wir in Beziehung tre-
ten zu dem, der uns begegnet. Ich spreche den Anderen an, und in dieser Anspra-
che findet der Andere einen Resonanz, durch die er sich in der Welt seiend erlebt:
„Wo Du bist, [ist] ein Raum für mich…“4
Der Moment, in dem ich angesprochen wurde, glich einem Auftauchen aus dem
Dunkel der Bewusstlosigkeit: Ich erwachte einen Moment aus meinem Dämmerzu-
stand um kurz darauf wieder in ihn zu versinken. Als dann die Wirkung des Mor-
phins nachließ, war es auch mit dem Rausch und mit meinem Glück vorbei. Ich
fühlte mich der Realität, meinen Rückenschmerzen, wieder ausgesetzt, die mir die
vergangenen Konflikte in Erinnerung riefen. Ich hatte, um mit Michel Serres zu
sprechen, das Paradies verlassen. Michel Serres5 schreibt:
„Wir haben das Paradies um des Baumes der Erkenntnis willen verlassen…Warum nur haben
wir den Garten verlassen, in dem die Wasser rauschen?
Wir wachen auf im Bad der Haut und des Bettes, versunken in die gemeinsame Dichte der Haut
und des Leinens; das Laken ist der Fortsatz der Haut, der Körper breitet sich in seinen sanften
Falten und Taschen aus. Eine Spitze taucht auf aus dem Dunkel, der Wärme, der Entfremdung
hervor, der Gang unter Wasser ist zu Ende, wir stoßen an ein Ufer, an das uns der Strom
trägt….“
Dort, jenseits des Paradieses, von dem Michel Serres hier spricht, wo wir an ein
Ufer stoßen, liegt der Ort der Erkenntnis: Das Andere, dass wir berühren, das uns
wärmt, das wir hören, riechen oder schmecken: „Es ist nichts in der Erkenntnis, das
nicht zuvor von den Sinnen freigesetzt worden wäre“, sagt er6. An diesem Tor war ich nun
angekommen. Das Glück aber war weit und breit nicht in Sicht.
Mein Glück, dass ich für einen Moment im Krankenhaus empfand, war weniger
meinem Sinnenbewusstsein als anderen Quellen zu verdanken: Ursächlich waren
das Morphin, das mich in Bewusstlosigkeit versetzte und Schwester Petra, die für
einen kurzen Augenblick in meinem Bewusstsein vor mir auftauchte, bevor ich
wieder in meinen Dämmerzustand verfiel. Meine Wahrnehmung war getrübt durch
das Morphin. Sobald seine Wirkung nachließ, war es auch mit meinem Glück vor-
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bei. Ich war nicht länger meiner euphorischen Stimmung überlassen, die die mich
umgebende Wirklichkeit verklärte, sondern war wieder im Griff meiner körperlich
desolaten Verfassung.
Vielleicht gibt es Mittel, die mich in einen Glückzustand versetzen und ich könnte
süchtig nach Ihnen werden. Morphin scheint nach meinen Erfahrungen potentiell
dazu zu gehören. Allerdings stand mein subjektives Glücksempfinden in einem
Gegensatz zu meiner hilflosen, körperlich angeschlagenen Konstitution. Auch
wenn ich glücklich war, war das Glück nicht auf meiner Seite. Was mich in einen
Rausch versetzt, so schließe ich daraus, muss nicht mein Glück sein.
Wenn ich mich also auf die Suche nach dem Glück begebe, das ich mein Glück
nennen kann, müsste ich Situationen aufsuchen, in denen ich etwas mit der mich
umgebenden Wirklichkeit, mit einem Stein, einem Baum, einem Stück Rinde, mit
der untergehenden Sonne oder sogar mit einem anderen Menschen teile. Dazu be-
darf es einer Zuneigung oder zumindest einer Aufmerksamkeit, für das, dem wir
begegnen. Wir haben das Glück dabei aber nie im Griff. Wir können es nicht her-
beiführen.
So verspottete Heinrich Heine jene sentimental-romantische Naturergriffenheit, die
seine Zeit prägte, und schrieb das folgende Gedicht7:
Das Fräulein stand am Meere
Und seufzte lang und bang,
Es rührte sie so sehre
Der Sonnenuntergang.
Mein Fräulein, sein sie munter
das ist ein altes Stück
hier vorne geht sie unter
und kehrt von hinten zurück
Heinrich Heine hatte mit seiner Ironie gegenüber seinen romantischen Zeitgenos-
sen nicht unrecht: Es ist ein Unterschied ob wir die Wirklichkeit romantisch verklä-
ren oder sie aufnehmen, wie sie ist. Wenn wir die Sonne in einem unerwarteten
Moment als Feuerball am Horizont erblicken, vermag sie uns, ohne dass wir es da-
rauf abgesehen haben, in ihren Bann zu ziehen. Wenn wir ein Foto davon machen,
verwandelt sie sich in das alte Stück, von dem Heine spricht. Glück entzieht sich
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nicht nur eines diskursiven, sondern auch eines bildlichen Zugriffs: Es lässt sich
nicht darstellen. Es braucht ein Gegenüber, an dem ich das Glück erleben kann.
Das Gegenüber kann nie das Glück selber sein.
Wir versuchen zu unserer Umgebung in Resonanz zu gelangen, indem wir uns un-
serem Gegenüber zuwenden. Diese Zuwendung erfolgt nicht einseitig: Nehmen wir
das Lächeln, das die Begrüßung von Schwester Petra begleitete. Das Lächeln ist,
wenn es denn echt ist, mehr als eine Haltung, die wir einer Begegnung vorausschi-
cken. Wenn wir lächeln, schwingen wir mit dem Anderen.
Lächeln
Lächeln ist nicht nur Ausdruck von Wohlbefinden und Glück. Es ist eine alltägli-
che Ausdrucksform nonverbaler Kommunikation, die einen Anderen glücklich ma-
chen kann aber nicht muss. Wenn jemand etwas von uns will, lächelt er berech-
nend. Wenn uns jemand zugeneigt ist, lächelt er auch. Die Frage ist, ob wir zwi-
schen dem einen und dem anderen Lächeln unterscheiden können.
Hermann Hesse vermochte offenbar zwischen diesen unterschiedlichen Arten des
Lächelns zu unterscheiden. In seiner Erzählung „Heumond“ beschreibt er diffe-
renziert das Lächeln von Tante Grete, und nimmt damit voraus, was erst viel später
in der Wissenschaft erforscht wurde unter dem Begriff Facial Action Coding System,
also ein Kodierungsverfahren zur Beschreibung von Gesichtsausdrücken. Hermann
Hesse beschreibt das Lächeln von Tante Grete so:
„Ihr Lächeln war von der echten Art. Es geschah weniger mit den Lippen als mit den Augen; das
ganze Gesicht, Stirn und Wangen glänzten innig mit, und es sah aus wie ein tiefes Verstehen und
Liebhaben.“ 8
Es gibt unter 19 Arten zu Lächeln nur eine, so hat der amerikanische Forscher Paul
Ekman herausgefunden, die echt ist und Wohlgefühl ausdrückt. Paul Ekman hat
das Minenspiel als Zusammenwirken von 42 Muskeln erforscht und ihnen unter-
schiedliche Emotionen zugeordnet. Bei einem Lächeln, das Wohlgefühl oder
Glücklichsein anzeigt, wandern die Mundwinkel nach oben, der Augenringmuskel
ist etwas zusammengezogen und die oberen Hälften der Wangen heben sich9. Der
Augenbrauenmuskel dagegen, der Schrecken und Entsetzen signalisiert, ist gelöst.
Interessant ist, dass dieses Minenspiel sich in der Regel unwillkürlich vollzieht und
nicht ohne weiteres steuerbar ist.
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Nicht nur die Gesichtsmuskeln sind beim Lächeln aktiv, sondern offenbar der ge-
samte Körper. Das wohl berühmteste Beispiel dafür ist die Mona Lisa.
Warum lächelt Mona Lisa? Seit Jahrhunderten gibt es darüber unterschiedliche
Vermutungen und Interpretationen. Irgendwann habe ich mehr zufällig eine Abbil-
dung der Mona Lisa auf den Kopf gedreht und dabei festgestellt, dass sie aufhört
zu lächeln. Das liegt daran, dass sie eigentlich gar nicht lächelt, sondern dass sie
lediglich den Eindruck macht, als lächele sie. Der Kommunikationswissenschaftler
Siegfried Frey10 hat dieses Phänomen untersucht und festgestellt, dass ihre Kopf-
haltung den Eindruck vermittelt, als lächele sie - wissenschaftlich ausgedrückt die
Lateralflexion: Wir nehmen Mona Lisa infolge ihrer leichten Kopfneigung als uns
zugeneigt wahr und interpretieren ihren Gesichtsausdruck als Lächeln. Daraus
ergab sich r Siegfried Frey die Frage: Geht die sinnstiftende Wirkung vom Bild
oder vom Betrachter aus?
Wenn ich lächele, gehe ich in Resonanz zu meinem Gegenüber vorausgesetzt
mein Lächeln ist echt und nicht berechnend. Lächeln ist ein interaktives Gesche-
hen, bei dem nicht klar ist, ob die Sinnzuschreibung vom Betrachter oder Akteur
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ausgeht. Das Glück, das wir dabei empfinden können, spielt sich irgendwo dazwi-
schen ab: Zwischen mir und dem anderen. Lächeln ist Ausdruck und Wahrnehmen
in einem. Was wir wahrnehmen hängt nicht unwesentlich davon ab, wie wir unsere
Wahrnehmung auf unser Gegenüber richten. Ein wissendes Lächeln erschließt mir
etwas anderes, als ein neugieriges, zuvorkommendes oder gütiges. Wie wir einer
Situation begegnen, ist nicht unwesentlich für das, was sich uns mitteilt. Wahrneh-
men ist nicht gleich Wahrnehmen.
Eine besondere Form der Wahrnehmung ist ein Wahrnehmen, das sich dem sinnli-
chen Erscheinen dessen hingibt, das unsere Aufmerksamkeit weckt. An dem Be-
griff „Rauschen“ will ich dieses Wahrnehmen etwas näher in den Blick nehmen.
Rauschen
Rauschen ist ein Begriff, den meines Wissens Martin Seel11 in der jüngeren Ge-
schichte der Philosophie der Ästhetik eingeführt oder zumindest aktualisiert hat.
Das Rauschen ist das Gegenstück zu jenem Rausch, von dem eingangs die Rede
war und in den ich durch die Verabreichung von Morphinen gelangte. Ein Rau-
schen vernehmen wir, wenn der Wind durch die Blätter einen Baumes fährt, bei
einem Wasserfall, beim Flirren der Hitze am Boden oder bei dem Tanzen der Wel-
len auf der Weite einer sonnenbeschienenen Wasseroberfläche. Im Gegensatz zum
Rausch ist das Rauschen objekthaft, d. h. es vollzieht sich nunmehr nicht mehr als
Rausch in mir, sondern außer mir und charakterisiert einen Zustand, in dem eine
Fülle von Erscheinungen gestaltlos in meine Wahrnehmung tritt. Es korrespondiert
mit einer Wahrnehmung, die nicht diese oder jene Gestalt zu identifizieren sucht,
sondern sich einem komplexen Geschehen überlässt. Wenn ich meinen Blick
selbstvergessen über die Oberfläche der Meeresfläche wandern lasse, habe ich
nichts anderes im Sinn, als meine Aufmerksamkeit dem Glitzern der Bewegung des
Wassers zu schenken. Das Besondere einer solchen Wahrnehmung ist, dass sie
nicht auf etwas Bestimmtes hin ausgerichtet ist, sondern sich der Gegenwart einer
Ereignis-Fülle hingibt. Martin Seel beschreibt das als ein Wahrnehmen an der
Grenze des etwas Wahrnehmens, ein Hören an der Grenze des Hörens, ein Sehen
an der Grenze des Sehens, durch das das Subjekt in den Ausnahmezustand einer
differenzlosen Gegenwart gelangt einer Gegenwart, mit der der Wahrnehmende
eins sein kann12 und die ihn, das füge ich hinzu, glücklich machen kann.
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Ein solches Wahrnehmen ist nicht nur ein passives Geschehen lassen. Das Ver-
nehmen eines Rauschens verlangt eine Wahrnehmung, die mit dem Rauschen geht.
Insofern ist sie eine aktive Handlung: Indem ich berühre, werde ich berührt. Indem
ich mich bewege, werde ich bewegt. Und das hat etwas mit Tanz zu tun.
Ich tanze mit dem Glück.
Der Tanz gehört zu den anthropologischen Grundbedingungen unseres Daseins
und zweifellos auch des Glücks. Tanz und Spiel sind miteinander verwandt. Spiel
ist Bewegung. Der Körper, so schreibt Michel Serres,
„verhält sich nicht im entferntesten wie ein passiver Empfänger…Er übt und trainiert gleichsam
von sich aus, er liebt die Bewegung, hat Freude daran, tätig zu sein, zu springen, zu laufen und
zu tanzen; er erkennt sich selbst unmittelbar und ohne Sprache nur in seiner eigenen Tätigkeit,
entdeckt seine Existenz im Feuer der Muskeln, außer Atem, an den Grenzen zur Erschöp-
fung“.13
„Der Tanz regiert vor der Sprache, als Musik des Körpers. Der Körper ist noch gar nicht
geboren, solange er nicht getanzt hat.“14
Tanz ist dabei nicht nur als unmittelbare körperliche Bewegung zu verstehen. Wie
in einem Tanz nehmen wir über alle unsere Sinne Beziehung auf zu dem, was sinn-
lich vernehmbar ist. So definieren Alva Noë und Kevin O´Regan Sehen als eine
Tätigkeit, durch die wir uns zu dem uns umgebenden Raum in ein Verhältnis brin-
gen:
Sehen ist kein Vorgang im Gehirn. Obwohl das Gehirn für das Sehen notwendig ist, reichen
neuronale Prozesse alleine nicht aus, um Sehen zu erzeugen. Stattdessen behaupten wir, dass Se-
hen eine explorative Tätigkeit ist, die mittels der Beherrschung von sensomotorischen Kontingenzen
funktioniert. Das heißt, Sehen ist eine auf Können und Geschicklichkeit basierende Tätigkeit der
Umweltexploration. Visuelle Erfahrung ist nicht etwas, das in Individuen passiert. Es ist etwas,
was sie tun.15
So wie das Sehen ist jegliches Wahrnehmen, durch das wir in eine Beziehung zu
unserer Umgebung treten, bestimmt von Faktoren, die einer tänzerischen Bewe-
gung eigen sind. Dazu gehören das Abspüren von Nähe und Distanz, die Bewe-
gungsrichtung, der Kraftfluss der Bewegung ebenso wie die Berührung, der Kon-
takt oder das Innehalten.
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Auf dieser Art des Wahrnehmens gründet soziales Handeln und mithin unser
Glück. Es gleicht einem Abstimmungs- und Wahrnehmungsverhalten, durch das
wir uns auf unser Gegenüber beziehen: Wir geben einem Menschen, dem wir be-
gegnen, in der einen oder anderen Weise die Hand, wir suchen Abstand oder Nähe,
wir blicken ihm in die Augen oder weichen seinen Blicken aus, wir ziehen uns zu-
rück oder übernehmen die Initiative, wir suchen die Führung oder lassen uns h-
ren, wir ducken uns oder greifen an. Diese Handlungen vollziehen sich durch alle
Sinne hindurch und lassen sich als ästhetische Figur beschreiben.
„…die Stimme ist etwas, womit man ohne Augen sehen kann.“
Um die Interaktionen, mit denen das Gefühl von Glück verbunden sein kann, dif-
ferenzierter zu beschreiben, lohnt es sich, ästhetische Interaktionen zu untersuchen.
Ich verwende dazu ein Beispiel, dass mir ein Kollege, der mit demenzkranken Men-
schen kunsttherapeutisch arbeitet, im Rahmen einer Studie erzählte.
Der Therapeut berichtet von einer Frau, die an einer relativ weit fortgeschrittenen
Demenz erkrankt ist. Sie ist nicht mehr in der Lage sich verständlich auszudrücken
und beteiligt sich kaum noch an dem alltäglichen Geschehen in der Altenhilfeein-
richtung, obwohl sie in der Lage ist auf Ansprache zu reagieren. Der Kunstthera-
peut hat den Auftrag ihre Aktivität und Offenheit im Alltag zu fördern.
Sie kommt zum ersten mal ins Atelier, setzt sich hin und betrachtet das Malmateri-
al, das der Therapeut vorbereitet hat, ohne dass es bei ihr einen Gestaltungsimpuls
auslöst. Er nimmt einzelne Dinge in die Hand, zeigt sie ihr, sie befühlt sie und sie
sprechen darüber. Dann schauen sie wieder durch das Fenster in den Garten und
freuen sich über die schönen Blumen. Die sprachliche Verständigung erfolgt weni-
ger über die semantische als über die emotionale Bedeutung der Sprache oder Lau-
te. Der Kunsttherapeut, so erzählt er mir später, versteht zwar nicht, worüber sie
spricht, es tauchen in ihm aber Bilder auf, die sich an ihrem Redefluss entzünden
und über die er wiederum Bezug auf sie nehmen kann. Er empfindet sich als Ver-
trauter, der ihren Geschichten auf einer emotionalen Ebene zu folgen vermag.
Nach einer viertel Stunde lässt ihr Interesse nach und der Therapeut begleitet sie
zurück in ihr Zimmer. In der Therapiestunde am nächsten Tag beginnt sie sich
wieder mit dem bereitgelegten Malmaterial zu beschäftigen, indem sie Pastellkreide
auf ihrer Handfläche verreibt. Über die Spuren, die die Kreide auf ihrer Handfläche
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hinterlässt, freut sie sich und der Kunsttherapeut teilt ihre Freude. Vorsichtig be-
ginnt er an ihrem Tun teilzunehmen, indem er auch auf ihrer Handfläche malt. Es
ist eine fast zärtliche Begegnung: ihre Hand wurde zu "unserem Objekt", erzählt
mir der Therapeut. Gleichzeitig aber "blieb es ihre Hand". Die körperliche Berüh-
rung zwischen ihr und dem Therapeuten führt zu einer intensiven Wahrnehmung
für das, was auf der Handfläche entsteht. Sie hätten gemeinsam über die Farbe ge-
staunt, so erzählt der Therapeut, und ihr Staunen sei umso größer gewesen, als sich
die Farben auf ihrer Hand und nicht auf einem Stück des bereit liegenden Papiers
vermischt hätten.
In einer der nächsten Stunden versinkt die Patientin mitten in einer Unterhaltung in
sich und beginnt zu beten. Nach einer Weile verspürt der Kunsttherapeut den Im-
puls sie dabei zu begleiten und beginnt das Gebet laut mitzusprechen. Es entsteht,
so erzählt er, eine große Nähe zu der alten Frau. Nachdem sie das Gebet beendet
haben, ergreift sie die Pastellkreiden um mit ihnen das erste Mal zu zeichnen und
zieht mit großer Bestimmtheit vertikale Linien auf das vor ihr liegende Papier.
Über die Bedeutung der sich in dieser Episode abspielenden Interaktionen ließe
sich spekulieren. Weder das, was gesprochen wird, noch die imaginativen oder tat-
sächlichen Bilder, die dabei entstehen, lassen sich als eindeutige Zeichen, Sinnbilder
oder Metaphern lesen. Die Ebene, über die der Kunsttherapeut zu der alten Dame
Kontakt aufnimmt, vollzieht sich nicht diskursiv, sondern ästhetisch. Ästhetisch
bezeichnet dabei zurückgehend auf die ursprüngliche Bedeutung des griechischen
Begriffes Aisthesis vor allem eine besondere Form des Wahrnehmens. Dieses
Wahrnehmen unterscheidet sich deutlich von einem Wahrnehmen, das darauf ist,
etwas begrifflich zu identifizieren und zu verstehen. Ein ästhetisches Wahrnehmen
ist responsiv bestimmt, das heißt, im Durchleben eines Ereignisses ist sogleich sein
Begreifen enthalten. Die Antwort erschließt sich nicht in der Reflektion auf eine
Situation, sondern in ihrem Gewahrwerden: es berührt mich etwas, es kommt zwi-
schen mir und dem Anderen etwas zum Klingen.
Für sich genommen, ist die Tatsache, dass die an Demenz erkrankte Frau sich
sprachlich nicht mehr verständigen kann, ein Defizit. Aber sie äußert sich ja. Was
sie sagt, muss einer Wahrnehmung verschlossen bleiben, die sich lediglich darauf
richtet, ihre Rede semantisch zu entschlüsseln. Was sie sagt, öffnet sich aber einer
Wahrnehmung, die sich der Lautlichkeit der Rede überlässt. Interessanterweise sind
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es keine Bedeutungen, die dem Kunsttherapeuten in den Sinn kommen, wenn er
ihr zuhört, sondern Bilder, die in ihm aufsteigen.
„Durch Lautlichkeit“, so schreibt die Schriftstellerin Ulrike Draesner, „wird Leiblichkeit
sinnlich zu Gehör gebracht… Sowohl Stimme als auch Ohr sind Wege, so sagt sie und er-
zählt über ihre Erfahrungen, die sie bei ihren Autorenlesungen gemacht hat, fol-
gendes: „Denn Stimme ist, so viel habe ich erfahren, vor allem auch ein Organ der Antwort. Ich
entdeckte, dass das Publikum mir Bilder zurückwirft, Bilder, die ich nicht sehe, aber körperlich
“begreife” oder sie ergreifen mich, und meine Stimme reagiert darauf, an einem Ort, der sich mei-
ner willentlichen Steuerung entzieht. Denn die Stimme ist etwas, womit man ohne Augen sehen
kann.“ 16
Im Unterschied zu einer Autorenlesung mit Ulrike Draesner hat das, was sich zwi-
schen der alten Patientin und dem Kunsttherapeuten abspielt, zunächst nicht den
Charakter von Literatur oder Poesie im Sinne eines gestalteten Werkes. Was es aber
damit gemein hat, ist die Art der Wahrnehmung, durch die der Kunsttherapeut in
einen Kontakt zu seiner Patientin gelangt und die Beziehung gestaltet.
Martin Buber nennt das Antworten, das mit einer solchen Wahrnehmung verbun-
den ist, auch „Innewerden“. Dabei, so schreibt er, „kommt [es] nur darauf an, dass
ich das Antworten auf mich nehme.“
Dieses Antworten verdankt sich nicht bereits Gewußtem, sondern der Unmittel-
barkeit der Begegnung. Ihm scheint ein ähnliches Prinzip zu Grunde zu liegen, wie
dem Lächeln, das uns glücklich macht: Wenn wir so antworten, schwingen wir mit
dem Anderen.
Findet mich das Glück?17
Manchmal sind Fragen bereits sinnstiftend, bevor sie sich in Antworten erfüllen. Es
gibt Fragen, auf die gibt es eine Antwort. Ist die Antwort gegeben, ist die Sache
erledigt und vorbei. Das ist oftmals sinnvoll, aber nur selten macht es glücklich. Es
gibt aber auch Fragen, wie sie Kinder stellen und die mich beglücken, bevor eine
definitive Antwort erfolgt ist: „Warum ist der Himmel blau?“, „Warum sind die
Spaghetti so lang?“ oder „Warum muss ich ins Bett?“. Diese Fragen sind auf Erfah-
rungen aus, die mit dem Leben zu tun haben.
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Wenn wir etwas verstehen wollen, versuchen wir uns in der Regel die Welt sprach-
lich verfügbar zu machen. Wir entwickeln Theorien, Modelle und Konstruktionen
über die Welt, in der wir leben. Wir erstellen Enzyklopädien und Wissensdatenban-
ken, in denen wir unsere Antworten verwalten. In ihnen haben wir ein abrufbares
Wissen, das wir ihnen anvertraut haben. Was aber ist mit dem, über das sich nicht
verfügen lässt, weil es unser unmittelbares Gewahrsein, unsere Teilnahme und un-
sere Verantwortung fordert? Was ist mit den Wissensschätzen, über die wir keine
Gewissheit gewinnen, weil sie nicht einfach reproduzierbar sind: Dinge, die sich
von selbst verstehen, Ereignisse, die der Einfühlung bedürfen, Begegnungen, die
sich in der Stille vollziehen oder sich nur in ihrem Klang, ihrem Geruch, ihrer Er-
scheinung oder ihrer Bewegung vernehmen lassen?
Wenn wir uns auf die Sprache verlassen, sind es oftmals die abschließenden Ant-
worten, die uns interessieren und die sie parat hält. Das verschafft uns Sicherheit.
Aber nicht alle Fragen suchen eine sprachliche Erlösung. Die Fragen sind oft viel
interessanter als die Antworten, die uns keine Option mehr offen halten.
Das Glück ist mehr an Fragen als an Antworten interessiert.
1 Brecht 1967, 465
2 Nick 2012
3 Hesse 2006, 127
4 Binswanger 1993, 21
5 Serres 1998, 426
6 Serres 1998, 425
7 Heine 1973, 15
8 Hesse 2000
9 Klein 2003, 25
10 Frey 1999
11 Seel 2003, 223
12 Seel 2003, 236
13 Serres 1998, 427
14 Serres 1998, 435
15 Noë/ O'Regan 2002, zitiert nach Huber
2007
16 Draesner 2011
17 Fischli und Weiss
114
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1
Diese Wendung ist der Erzählung von
João Guimarães Rosa (1968) entnom-
men: „Das dritte Ufer des Flusses“. Vgl.
auch den Aufsatz von Niemann (2012):
„Lost in Translation - Dritte Räume in
der Kunstvermittlung“.
2
Hancock 2010, 62
3
vgl. z.B. Kemp 1996
4
vgl. z.B. Sinapius 2010
5
vgl. Dannecker 2010
6
Simmel 1908; Eßlinger et al 2010
7
Tüpker 2011
8
Bhabha 2000; Bachmann-Medick 2006
9
Winnicott 2006, 49/63
10
ebenda, 119
11
Mersch 2002
12
Boehm 2001
13
Fischer-Lichte 2004
14
vgl. z.B. Deines et al 2013
15
vgl. z.B. Seel 2003
16
Eberhart/ Knill 2009, 53
17
vgl. Stern 2005, 119
18
Sinapius 210, 124
19
Gadamer 1977, 50
20
„Poiesis in Greek refers specifically to
art- making but also has the more gen-
eral sense of any activity that brings
something new into the world …For
Heidegger…”Dasein” understands itself
primarily through an encounter with
works of art. In this encounter, human
existence is seen to depend not on the
defiant act of self-assertion of a wordless
subject, but on the capacity to let mean-
ing emerge through a shaping of that
which is given. This capacity, following
Heidegger, we will call with the Greek
name poiesis.” (Levine 2005, 16 f)
21
Knill 2011
22
Gadamer 1977, 44
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Chapter
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Im Mittelpunkt des Artikel steht die Dokumentation eines Projektes, das 2010/2011 im Rahmen einer Kooperation zwischen der Clemens-August-Jugendklinik und der Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg stattfand. Dabei begegneten sich Studierende der Fachhochschule und Jugendliche der Klinik an mehreren Projekttagen und arbeiteten künstlerisch miteinander. Der Leitgedanke der Projekttage war: „Begegnung auf Augenhöhe“. Dabei waren auf beiden Seiten Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten sichtbar geworden, die vor dem Hintergrund des klinischen und universitären Alltags alle Beteiligten überraschte.
Article
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To further test and explore the hypothesis that synchronous oscillatory brain activity supports interpersonally coordinated behavior during dyadic music performance, we simultaneously recorded the electroencephalogram (EEG) from the brains of each of 12 guitar duets repeatedly playing a modified Rondo in two voices by C.G. Scheidler. Indicators of phase locking and of within-brain and between-brain phase coherence were obtained from complex time-frequency signals based on the Gabor transform. Analyses were restricted to the delta (1-4 Hz) and theta (4-8 Hz) frequency bands. We found that phase locking as well as within-brain and between-brain phase-coherence connection strengths were enhanced at frontal and central electrodes during periods that put particularly high demands on musical coordination. Phase locking was modulated in relation to the experimentally assigned musical roles of leader and follower, corroborating the functional significance of synchronous oscillations in dyadic music performance. Graph theory analyses revealed within-brain and hyperbrain networks with small-worldness properties that were enhanced during musical coordination periods, and community structures encompassing electrodes from both brains (hyperbrain modules). We conclude that brain mechanisms indexed by phase locking, phase coherence, and structural properties of within-brain and hyperbrain networks support interpersonal action coordination (IAC).
Article
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Active human echolocation can be an extremely useful aid for blind people. Active echolocation can be trained with both artificial and organic signals. Organic signals offer some advantages over artificial ones. Very detailed studies of organic signals in animals have been done. However, in the case of humans, the scientific literature is very scarce and not systematic. This is the first paper of a series on the properties of several suitable sounds for human echolocation. In this work, we offer a detailed analysis of these sounds, comparing their merits from a physical point of view. The results of this study have important applications to design systematic and optimized training protocols for accurate echolocation awareness.
  • D Bachmann-Medick
Bachmann-Medick, D. (2006): Cultural turns-Neuorientierung in den Kulturwissenschaften. Hamburg: Rowohlt Barfuss, Ina; Wachweger, Thomas (1983): Das Bild als Kraftritual. Kunstforum International Band 67. Ruppichteroth. 44
Die Verortung der Kultur. Englisch: The location of culture
  • Homi Bhabha
Bhabha, Homi, K. (2000): Die Verortung der Kultur. Englisch: The location of culture (1994). Tübingen: Stauffenburg Verlag
  • G Boehm
Boehm, G. (1994): Was ist ein Bild? München: Fink
Die Dreigroschenoper
  • Gernot Böhme
Böhme, Gernot (1995): Atmosphäre-Essays zur neuen Ästhetik. Frankfurt am Main: Suhrkamp Brecht, Bertolt (1967): Die Dreigroschenoper. Gesammelte Werke 2, Suhrkamp, Frankfurt Buber, Martin (1978): Urdistanz und Beziehung. Heidelberg: Lambert Schneider Buber, Martin (1997): Das dialogische Prinzip. Heidelberg: Lambert Schneider Cage, John (1991): New York, Interview am 4. Februar 1991 unter http://www.youtube.com/watch?v=pcHnL7aS64Y. abgerufen am 15.04.2011