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Studien zur Wirksamkeit von klinischer Hypnose und Hypnotherapie im Jahr 2017

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Abstract

Im Auftrag der Milton Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose erfolgt jährlich eine Literatursuche zu randomisierten kontrollierten Studien (randomized controlled trials; RCTs) und Meta-Analysen, die sich mit der Wirksamkeit von klinischer Hypnose und Hypnotherapie befassen. Für 2017 wurden zehn randomisierte Studien mit klinischen Stichproben gefunden, die den Einsatz von Hypnose mit einer Kontrollgruppe ohne Hypnose verglichen, dabei wurden in zwei Studien hypnotherapeutische und kognitiv-behaviorale Elemente kombiniert. In vier weiteren RCTs wurde jeweils in beiden Studienarmen Hypnose eingesetzt, d. h., es ging um weiterführende Fragestellungen zur Darbietung (Selbsthypnose zu Hause vs. Hypnotherapie im Einzelsetting) oder zu den Inhalten hypnotherapeutischer Interventionen (gezielte symptomspezifische vs. unspezifische Suggestionen). Insgesamt überwogen wie in jedem Jahr somatische Indikationen, aber immerhin vier meta-analytische Auswertungen waren zu psychischen Problemen. Der Frauenanteil in den Stichproben überwog deutlich, größtenteils bedingt durch die Einschlussdiagnosen. Die meisten RCTs waren ausreichend detailliert berichtet, um die Relevanz der Ergebnisse einzuschätzen. Zum Einsatz von klinischer Hypnose wird also zunehmend geforscht, wenn auch immer noch zu wenig im Bereich psychischer Störungen. Aufgrund ihrer Praxisrelevanz werden zum Schluss ergänzend die Ergebnisse einer naturalistischen Längsschnittstudie im ambulanten Setting vorgestellt. Abstract An annual literature search that is funded by the Milton Erickson Society of Clinical Hypnosis in Germany, revealed altogether 14 randomized controlled trials (RCTs) that evaluate clinical hypnosis and were published in 2017, as well as several meta-analyses that included primary studies with hypnosis as intervention. Eight randomized trials with clinical samples compared hypnosis to a control group without hypnosis; moreover, two RCTs evaluated interventions that combined hypnotherapeutic and cognitive-behavioural methods. In further four RCTs, hypnosis was used in both study arms, to evaluate research questions beyond the relative efficacy of hypnosis, by addressing matters of setting (self-hypnosis at home vs. hypnotherapy with a therapist) or content (symptom-specific suggestions vs. unspecific suggestions). As in the years before, female gender was overrepresented in most samples (mainly because of the targeted disorders), and mostly somatic indications were studied; however, four meta-analyses focussed on psychological problems or outcomes. Most RCTs were reported sufficiently detailed to appraise the relevance of their findings. Altogether, efficacy research in the field of clinical hypnosis is expanding, but there are still too few treatment studies targeting psychological disorders. Finally, results of an uncontrolled naturalistic study evaluating the effectiveness of an outpatient hypnotherapeutic treatment are presented because of their high relevance for clinical practice.
Hintergrund und Vorgehen
Im Auftrag der Milton Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose werden jährlich
die jeweils neu publizierten randomisierten kontrollierten Studien (randomized con-
trolled trials RCTs) zur Wirksamkeit der klinischen Hypnose systematisch gesucht
und gesichtet, außerdem entsprechende Meta-Analysen. Neue Ergebnisse zum Stand
der Evidenzbasis für die Anwendung von Hypnose und Hypnotherapie bei psychi-
schen oder somatischen Beschwerden können so kontinuierlich verfolgt werden.
Die Literatursuche zum Publikationsjahr 2017 wurde im April 2018 in den
Datenbanken Medline, PsycInfo, Embase und PSYNDEXplus durchgeführt, außer-
dem in den Datenbanken der Cochrane Collaboration (Central und CDSR). Zusätzlich
wurde im Suchportal der von der WHO geführten International Clinical Trials Re gis -
try Platform zu neu angemeldeten RCTs recherchiert (http://apps.who.int/trialsearch/).
Anhand der Abstracts der in der Recherche gefundenen Datensätze wurde über eine
Beschaffung der Artikel und deren anschließende nähere Sichtung entschieden. Die so
identifizierten RCTs und Meta-Analysen werden in den folgenden Tabellen aufgeli-
stet, darunter auch solche Artikel, die 2017 „online first“ erschienen sind, und solche,
die bereits 2016 online erschienen waren, aber erst im Jahr 2017 gedruckt wurden und
damit ihr endgültiges Publikationsdatum erhalten haben. Einige aus methodischen
oder inhaltlichen Gründen besonders interessante Studien werden eingehender be -
schrie ben. Nach einem Ausblick auf die laufende Forschung erfolgt abschließend ein
Fazit zur aktuellen Studienlage im Bereich der klinischen Hypnose.
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Studien zur Wirksamkeit von klinischer Hypnose
und Hypnotherapie im Jahr 2017
Maria Hagl
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Maria Hagl
Studien zur Wirksamkeit von klinischer Hypnose und Hypnotherapie
im Jahr 2017
Im Auftrag der M.E.G. erfolgt jährlich eine Literatursuche zu randomisierten kontrollierten
Studien (randomized controlled trials; RCTs) und Meta-Analysen, die sich mit der Wirksamkeit
von klinischer Hypnose und Hypnotherapie befassen. Für 2017 wurden zehn randomisierte Stu -
dien mit klinischen Stichproben gefunden, die den Einsatz von Hypnose mit einer Kon troll grup -
pe ohne Hypnose verglichen, dabei wurden in zwei Studien hypnotherapeutische und kog ni tiv-
be ha viorale Elemente kombiniert. In vier weiteren RCTs wurde jeweils in beiden Studien ar men
Hypnose eingesetzt, d. h., es ging um weiterführende Fragestellungen zur Darbietung (Selbst -
hyp nose zu Hause vs. Hyp no the ra pie im Einzelsetting) oder zu den Inhalten hypnothe ra peu ti -
scher Interventionen (gezielte symptomspezifische vs. unspezifische Suggestionen). Ins ge samt
über wogen wie in jedem Jahr so ma tische Indikationen, aber immerhin vier meta-analytische
Aus wertungen waren zu psychischen Problemen. Der Frauenanteil in den Stichproben überwog
deutlich, größtenteils bedingt durch die Einschlussdiagnosen. Die meisten RCTs waren ausrei-
chend detailliert berichtet, um die Relevanz der Ergebnisse einzuschätzen. Zum Ein satz von kli-
nischer Hypnose wird also zu nehmend geforscht, wenn auch immer noch zu we nig im Bereich
psychischer Störungen. Auf grund ihrer Praxisrelevanz werden zum Schluss er gän zend die Er -
geb nisse einer naturalistischen Längsschnittstudie im ambulanten Setting vorgestellt.
Schlüsselwörter: Hypnose, Hypnotherapie, Wirksamkeit, Psychotherapieforschung, rando-
misierte kontrollierte Studien, RCT.
Efficacy and effectiveness research in the field of clinical hypnosis in 2017
An annual literature search that is funded by the Milton Erickson Society of Clinical Hyp -
no sis in Germany, revealed altogether 14 randomized controlled trials (RCTs) that evaluate
clinical hypnosis and were published in 2017, as well as several meta-analyses that included
primary studies with hypnosis as intervention. Eight randomized trials with clinical samples
compared hypnosis to a control group without hypnosis; moreover, two RCTs evaluated inter-
ventions that combined hypnotherapeutic and cognitive-behavioural methods. In further four
RCTs, hypnosis was used in both study arms, to evaluate research questions beyond the rela-
tive efficacy of hypnosis, by addressing matters of setting (self-hypnosis at home vs. hypno-
therapy with a therapist) or content (symptom-specific suggestions vs. unspecific suggestions).
As in the years before, female gender was overrepresented in most samples (mainly because
of the targeted disorders), and mostly somatic indications were studied; however, four meta-
analyses focussed on psychological problems or outcomes. Most RCTs were reported suffi-
ciently detailed to appraise the relevance of their findings. Altogether, efficacy research in the
field of clinical hypnosis is expanding, but there are still too few treatment studies targeting
psychological disorders. Finally, results of an uncontrolled naturalistic study evaluating the
effectiveness of an outpatient hypnotherapeutic treatment are presented because of their high
relevance for clinical practice.
Keywords: Hypnosis, hypnotherapy, efficacy, effectiveness, psychotherapy research, rando-
mized controlled trials, RCT.
Dr. Maria Hagl, Dipl.Psych.
Augsburgerstr. 12, 80337 München, maria.hagl@gmx.net
erhalten: 25.5.2018 rev. Vers. akzeptiert: 6.6.2018
Randomisierte kontrollierte Studien zu klinischer Hypnose im
Jahr 2017
Von den 14 im Jahr 2017 publizierten RCTs mit klinischen Stichproben, erlauben im
Prinzip acht Aussagen zur Wirksamkeit der Hypnose im kontrollierten Vergleich; in
zwei weiteren wurden in der experimentellen Bedingung hypnotherapeutische und
kognitiv-behaviorale Elemente kombiniert, so dass sich der spezifische Wirkanteil der
Hypnose nicht quantifizieren lässt (Mendoza, Capafons, Gralow et al., 2017; Mer -
ckaert, Lewis, Delevallez et al., 2017). Die damit insgesamt zehn Studien, in denen
Hyp nose (bzw. Hypnose kombiniert mit Kognitiver Verhaltenstherapie; H-KVT) mit
Kontrollgruppen ohne Hypnose (bzw. ohne H-KVT) verglichen wurde, sind in Tabelle
1 – nach Indikationsbereichen kategorisiert – aufgelistet. Wo eine kurze Hypnose rein
als Adjunkt eingesetzt wurde, nämlich bei den vier Studien zu medizinischen Ein -
griffen, wurde in den Kontrollgruppen jeweils nach medizinischem Standard vorge-
gangen. Dies war auch in der Studie von Hosseinzadegan, Radfar, Shafiee-Kandjani
et al. (2017) zur Schmerzbewältigung bei Multipler Sklerose der Fall, bei der jedoch
ein Hypnose-Training in sechs Sitzungen angeboten wurde. Bei Garland, Baker,
Larsen et al. (2017) wiederum wurde nur eine einmalige, kurze Hypnose zusätzlich
zur medizinischen Schmerzbehandlung angeboten, hier kam jedoch neben einer Grup -
pe mit Psychoedukation außerdem eine aktive Kontrollgruppe zum Einsatz (Mind ful -
ness). In den anderen Studien wurde Hypnose jeweils in zwei bis vier Sitzungen ange-
boten, meist als Training zur Selbsthypnose zusammen mit einer Übungs-CD für zu
Hause. Lediglich bei Merckaert et al. (2017) kam in 15 Doppelstunden eine länger-
dauernde Hypnotherapie zum Einsatz, dies war zugleich die einzige Studie, in der
Hyp nose als Teil einer Gruppenintervention angeboten wurde. Als Kontrollgruppen
kamen sowohl reine Placebo-Kontrollen oder unspezifische (z. B. supportive oder
psychoedukative), als auch aktive Kontrollgruppen (z. B. kurze KVT oder Medi ka -
tion) zum Einsatz. Weitere vier RCTs setzten in jeweils beiden Studienarmen Hypnose
ein, d. h., hier ging es nicht um die Wirksamkeit von Hypnose allgemein, sondern um
weiterführende Fragestellungen zur Darbietung oder zum Inhalt der Suggestionen.
Die se Studien sind in Tabelle 2 aufgeführt.
Bezüglich der Stichproben überwog in einigen Studien deutlich der Frauenanteil,
vier Studien inkludierten ausschließlich Frauen. Dies war in der Regel durch die Ein -
schlussdiagnosen bedingt (z. B. Hitzewallungen, Brustkrebs), lag aber zum Teil auch
am Setting, wie bei Bataille, Guirimand, Szekely et al. (2017), die in einer gynäkolo-
gischen Abteilung rekrutierten. Bei den immerhin vier Studien mit Kindern bzw. Kin -
dern und Jugendlichen war die Geschlechterverteilung etwas ausgewogener. Der An -
teil der Mädchen betrug aber mindestens 60%, wobei auch hier bei zwei Studien die
Ein schlussdiagnose eine Rolle spielte (durch eine erhöhte Prävalenz von Reiz darm -
syn drom/funktionellen Bauchschmerzen bei weiblichen Jugendlichen). Hinsichtlich
der Einschlussdiagnosen überwogen wie jedes Jahr körperliche Beschwerden, die pri -
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ren Ergebnisvariablen waren meist Schmerzempfinden oder die Häufigkeit von
oder Beeinträchtigung durch Beschwerden, aber auch bei somatischen Indikationen
wurden als sekundäre Ergebnisvariablen häufig Ängstlichkeit, depressive Symptome
oder krankheitsbezogene Lebensqualität erfasst.
Nicht alle der 2017 publizierten RCTs sind ausreichend transparent und detailliert
berichtet, als dass sich die Ergebnisse bzgl. ihrer internen und externen Validität und
damit in ihrer Relevanz gut beurteilen ließen. Im Folgenden werden deshalb solche
Stu dien herausgegriffen, die weitgehend nach heutigen Berichtsstandards (z. B. CON-
SORT; Boutron, Moher, Altman et al., 2008) dargestellt sind und sich, so sinnvoll und
machbar, um unabhängige (z.B. verblindete) und/oder klinische relevante Ergeb nis -
mes sung (z.B. durch Responder-Analysen) bemüht haben (vgl. Tab. 1).
Die drei RCTs zum Einsatz von Hypnose vor dem Einleiten einer Vollnarkose
zwei mit erwachsenen Patient/-innen, einer mit Kindern und Jugendlichen – stehen für
die rege Forschungstätigkeit in Frankreich. Die beiden Studien aus der Arbeitsgruppe
um Marc Fischler (Bataille, Besset, Szekely et al., 2017; Bataille, Guirimand et al.,
2017) folgten jeweils dem gleichen Design: Es wurden Erwachsene rekrutiert, bei
denen ein Eingriff unter Vollnarkose anstand. Bei Bataille, Besset et al. (2017) wurde
eine beiläufig in das weitere Vorgehen eingebettete hypnotische Kommunikation
(conversational hypnosis) mit dem Standardvorgehen verglichen, während bei
Bataille, Guirimand et al. (2017) die formale Induktion einer hypnotischen Trance ein-
gesetzt wurde. In beiden Studien war die primäre Ergebnisvariable die jeweils nötige
Dosis des Narkosemittels bis zum Erreichen einer bestimmten Narkosetiefe. Eine
Besonderheit war, dass dieses primäre Outcome durch eine Software dosiert wurde
(Gabe des Narkosemittels per so genanntem closed-loop-system), und damit die Erhe -
bung perfekt „verblindet“ erfolgte. In beiden RCTs ergaben sich keine signifikanten
Unterschiede hinsichtlich der benötigten Dosis und auch nicht bei den meisten sekun-
dären Ergebnisvariablen, die Patient/-innen zeigten lediglich weniger Reaktion mit
dem Arm beim Einlaufen der Infusion und berichteten postoperativ, dass sie vor der
Ope ration weniger Angst gehabt hätten (Bataille, Besset, et al., 2017) bzw. der bispek-
trale Index (BIS) war kurz vor Einsetzen der Infusion niedriger (Bataille, Guirimand
et al., 2017). Rein subjektiv bewerteten die Patient/-innen die Erfahrung der Narkose
jeweils gleich.
Auch bei Duparc-Alegria, Tiberghien, Abdoul et al. (2017) wurde eine kurze Hyp -
no se vor dem Einleiten einer Vollnarkose eingesetzt, und zwar bei Kindern und Ju -
gend lichen, denen ein größerer orthopädischer Eingriff bevorstand. Primäre Ergeb nis -
variable war hier Ängstlichkeit einen Tag nach dem Eingriff, erfragt per visueller Ana -
logskala durch unabhängige Rater. Es ergaben sich keine signifikanten Unter schie de
und auch in einer Reihe von sekundären Variablen unterschieden sich die Be hand -
lungsbedingungen nicht. Gemäß der Autor/-innen könnte es allein durch das Auf klä -
rungsgespräch ungefähr einen Monat vor der Studie und das zusätzliche Ge spräch
anlässlich der Randomisierung zu einer Verbesserung der prä-operativen Kom mu -
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Wirksamkeitsstudien 2017
nikation in beiden Bedingungen gekommen sein, so dass die kurze hypnotische
Intervention keine darüber hinausgehende Wirkung zeigen konnte.
In der Studie von Carmody, Duncan, Solkowitz et al. (2017) ging es um den Ver -
gleich zwischen Hypnose und KVT zur Rückfallprophylaxe bei (ehemaligen) Rau -
cher/-innen. Dazu wurden zunächst 140 Teilnehmer/-innen rekrutiert, die mit dem
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Tab. 1: Randomisierte kontrollierte Studien zur Wirksamkeit von Hypnose im Jahr 2017 mit kli-
nischen Stichproben, nach Indikation.
Anmerkung: Angegeben wird jeweils das N der Randomisierung, in den meisten Studien kam keine reine
intention-to-treat-Analyse zur Anwendung, d. h., die ausgewertete Stichprobe war meist kleiner.
a) Im Jahr 2017 „online first“ erschienen.
b) Das Vorgehen bei der Randomisierung ist nicht beschrieben.
c) Hypnotherapeutische und kognitiv-behaviorale Elemente wurden kombiniert.
d) Im Jahr 2016 „online first“ erschienen, endgültiges Publikationsjahr ist 2017.
Rau chen aufhören wollten. Wer nach zwei initialen Beratungen und Nikotin er satz -
therapie für mindestens drei Tage rauchfrei geworden war (N = 102), wurde in den
eigent lichen RCT eingeschlossen und erhielt entweder zwei einstündige Sitzungen
Hyp nose zuzüglich einer entsprechenden CD zum Üben oder zwei ebenso lange kog -
ni tiv-behaviorale Sitzungen mit einer reinen Entspannungs-CD. In beiden Gruppen
wurden außerdem mit unterstützenden Anrufen gearbeitet. Primäres Outcome war
„Rauchfreiheit“ für mindestens die letzten sieben Tage nach 26 und 52 Wochen, und
zwar einmal im Selbstbericht und außerdem entweder biochemisch validiert oder we -
nigstens durch einen oder eine Angehörige/n bestätigt. Die 23 Studienabbrecher/ -
innen wurden dabei im Sinne einer konservativen intention-to-treat-Analyse als „rau-
chend“ gewertet. Zu keinem Messzeitpunkt ergaben sich signifikante Unterschiede
zwischen den beiden Studienbedingungen: Die Erfolgsquoten lagen bei den validier-
ten Fällen nach einem halben Jahr bei 35% für Hypnose und bei 42% für KVT und
nach einem Jahr bei 29% und 28%. Auch die Zahl der rauchfreien Tage unterschied
sich nicht signifikant. Die Autor/-innen hatten bei der Hypothesenplanung eine Über -
le genheit der hypnotherapeutischen Intervention angenommen, allerdings ohne eine
entsprechende Berechnung der Stichprobengröße vorzulegen. Tatsächlich hätte die
Hypnosebedingung schon deutlich besser abschneiden müssen, damit bei rund 100
Teilnehmer/-innen eine statistisch signifikante Überlegenheit nachweisbar gewesen
wäre. Gleichzeitig lässt sich so nun noch nicht zweifelsfrei sagen, dass Hypnose der
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Wirksamkeitsstudien 2017
Tab. 2: Randomisierte kontrollierte Studien zum Vergleich unterschiedlicher hypnotischer Vor -
ge hensweisen im Jahr 2017, nach Fragestellung.
a) Im Jahr 2017 „online first“ erschienen. b) Randomisierung erfolgte durch Minimierung.
KVT ebenbürtig wäre (also nicht signifikant unterlegen), weil für eine derartige non-
inferiority-Hypothese rein statistisch gesehen eine noch größere Stichprobe notwen-
dig gewesen wäre.
Wie schon erwähnt, folgen die in Tabelle 2 dargestellten RCTs (zwei davon wie-
derum mit Kindern und Jugendlichen) einem Design, das keine Belege für die Wirk -
sam keit der Hypnose im kontrollierten Vergleich liefert. Im Falle der Behandlung des
Reizdarmsyndroms kann dieser Nachweis zumindest für Erwachsene inzwischen als
erbracht gelten (z. B. Laird, Tanner-Smith, Russell et al., 2016; Schaefert, Klose, Mo -
ser et al., 2014). Auch für Kinder und Jugendliche gibt es vielversprechende Hinweise
zur Wirksamkeit der so genannten Bauchhypnose (gut-directed hypnotherapy) bei
funktionellen Bauchschmerzen bzw. Reizdarmsyndrom (Abbott, Martin, Newlove-
Delgado et al., 2017, in Tabelle 3). Gleichzeitig dürfte ein derartig spezialisiertes
Behandlungsangebot für diese Altersgruppe höchstens in den Ballungsräumen zu fin-
den sein. Rutten, Vlieger, Frankenhuis et al. (2017) gingen deshalb in ihrer Studie der
weiterführenden Fragestellung nach, ob Bauchhypnose auch als Selbsthilfe inter ven -
tion per CD durchgeführt werden kann, ohne Abstriche in der Wirksamkeit. Dazu wur-
den sechs Sitzungen Bauchhypnose im einzeltherapeutischen Setting (zzgl. einer CD
zum täglichen Üben) mit einem Vorgehen verglichen, bei dem lediglich bei einem
Haus besuch durch Studienpersonal in den Gebrauch der CD eingeführt wurde (zzgl.
Anrufen nach 4 und 8 Wochen). Die Hypothese war, dass die Selbsthilfebedingung der
Therapie mit Therapeut oder Therapeutin nicht unterlegen sein würde (im Sinne eines
non-inferiority-Designs), was so definiert wurde, dass die Selbsthilfebedingung zum
Behandlungsende und zum 1-Jahres-Follow-up bei mindestens 50% der Kinder und
Jugendlichen in einer mindestens 50%-en Reduktion der Schmerzintensität und -häu-
figkeit im Symptomtagebuch resultieren musste – und dies bei höchstens 25% weni-
ger Kindern als in der Kontrollbedingung. Unmittelbar nach Therapieende hatten sich
allerdings nur 46 (36.8%) Kinder in der Selbsthilfebedingung verbessert im Vergleich
zu 62 (50.1%) in der regulären Therapiebedingung. Zum 1-Jahres-Follow-up hatten
die Kinder in der Selbsthilfebedingung deutlich aufgeholt, mit einem Unterschied von
knapp 9% Prozentpunkten bzgl. erfolgreicher Symptomreduktion: 78 (62.1%) in der
Selbsthilfebedingung vs. 88 (71.0%) in Therapie. Damit erwies sich die Bauch hyp no -
se-CD einer regulären Therapie im Einzelsetting zumindest auf lange Sicht als nicht
un ter legen. Bezüglich der zahlreichen sekundären Ergebnisvariablen, die klassisch
ge testet wurden (zweiseitige Fragestellung), ergaben sich nur wenige signifikante Un -
ter schiede zugunsten der Therapie durch eine/n Hypnotherapeut/-in.
Auch Gulewitsch und Schlarb (2017) verweisen auf die Notwendigkeit von leicht
erreichbaren Angeboten zur Selbsthilfe und beschäftigen sich in ihrer randomisierten
Pilot-Studie zur gleichen Problematik mit der Frage nach den Inhalten. Die jungen
Teilnehmer/-innen absolvierten ein jeweils 12-wöchiges Selbsthilfe-Programm, das
sich zunächst nicht unterschied: eine DVD mit Psychoedukation für Eltern und Kinder
mit schriftlicher Anleitung zum täglichen Üben, dazu eine CD mit Suggestionen zur
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hypnotischen Trance und Entspannung (1. Woche) und zur Ich-Stärkung (2. Woche).
Ab der 3. Woche beinhaltete die CD entweder spezifische Suggestionen aus der Bauch -
hypnose oder weiter symptom-unspezifische Suggestionen. Insgesamt 32 Kinder lie-
ferten ausreichend Daten zur Auswertung, wobei sich beide Behandlungsgruppen sig-
nifikant verbesserten: Es kam bei 11 Kindern (34%) zu einer Remission (definiert als
80% Verbesserung in einem Symptomtagebuch) und weiteren 13 (41%) zu einer kli-
nisch bedeutsamen Verbesserung (zwischen 30 und 80% Verbesserung). Bzgl. der
meisten Variablen fanden sich keine Unterschiede zwischen den Bedingungen, nur
hinsichtlich der mittleren Schmerzintensität verbesserten sich die Kinder in der
Bedingung mit den unspezifischen Suggestionen signifikant mehr, was zunächst kon-
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Wirksamkeitsstudien 2017
Tab. 3: Im Jahr 2017 publizierte Meta-Analysen mit randomisierten kontrollierten Studien zur
Wirksamkeit von Hypnose, nach Indikationsbereich bzw. Outcome.
a) Es wurden allgemein psychosoziale Interventionen untersucht, aber getrennt nach Interventionsmethode
ausgewertet. In der Tabelle werden jeweils die Zahl und das N der inkludierten Studien mit Hypnose ange-
geben bzw. mit Hypnose und geleiteter Imagination (guided imagery).
b) Die Studien mit Hypnose und geleiteter Imagination wurden zusammen ausgewertet.
c) Im Jahr 2017 „online first“ erschienen.
d) Im Jahr 2016 „online first“ erschienen, endgültiges Publikationsjahr ist 2017.
traintuitiv erscheint. Tendenziell signifikant besser war die unspezifische Bedingung
auch hinsichtlich der Responder-Raten. Gulewitsch und Schlarb diskutieren dieses
aufgrund der kleinen Stichprobe nur vorläufige Ergebnis dahingehend, dass unspezi-
fische Suggestionen in einer Selbsthilfebedingung wahrscheinlich ausreichend sind.
Sie könnten in dem Fall sogar eher indiziert sein, weil die spezifischen Suggestionen
der Bauchhypnose den Fokus zu sehr auf das Geschehen im Körper lenken, ohne the-
rapeutische Relativierung.
Lindeløv, Overgaard und Overgaard (2017) gingen in ihrer Studie der Frage nach,
ob gezielte hypnotische Suggestionen bestehende Defizite im Arbeitsgedächtnis bei
Erwachsenen nach länger zurückliegendem Schädel-Hirn-Trauma oder Schlaganfall
verbessern können. In beiden Behandlungsbedingungen mit zunächst vier wöchentli-
chen Sitzungen wurde mit einer hypnotischen Induktion gestartet, der dann entweder
gezielte Suggestionen zur Verbesserung des Arbeitsgedächtnisses auf das Niveau vor
der Verletzung folgten oder Suggestionen zu Mindfulness. Dabei war den Teil neh mer/
-innen nicht bewusst, dass es überhaupt verschiedene experimentelle Bedingungen
gab. Es zeigten sich signifikante Unterschiede in beiden von unabhängigen Testern
erhobenen Gedächtnismaßen mit moderaten Effektstärken, die über eine knapp sieben
wöchige Behandlungspause anhielten. In einer zweiten Behandlungsphase holte die
Kontrollgruppe, die nun ebenfalls gezielte Suggestionen erhielt, soweit auf, dass sich
keine signifikanten Unterschiede mehr ergaben und ein beträchtlicher Teil der gesam-
ten Stichprobe ein gesundes Niveau erreichte. Das Autorenteam schlägt als Erklärung
für die deutlichen und relativ zügigen Verbesserungen vor, dass Mechanismen wie die
Aufhebung von erlernter Hilflosigkeit bzw. das Verlernen von Nichtgebrauch im Spiel
gewesen sein könnten.
Neben den in den Tabellen 1 und 2 aufgeführten RCTs wurden für 2017 drei Pub -
li kationen gefunden, die weitere kontrollierte Ergebnisse aus früher veröffentlichten
RCTs vorstellen (Mendoza, Capafons & Jensen, 2017; Montgomery, Sucala, Dillon et
al., 2017; Sliwinski & Elkins, 2017), und außerdem einige randomisierte, experimen-
telle Studien mit nicht-klinischen Stichproben, z. B. Nourkova und Vasilenko (2017)
zur Modifikation selbstwertrelevanter autobiographischer Erinnerungen.
Meta-Analysen und systematische Reviews zu Hypnose
im Jahr 2017
Im Jahr 2017 wurden zwei Meta-Analysen zur Wirksamkeit der Hypnose publiziert,
eine davon die Arbeit von Zech, Hansen, Bernardy et al. (2017), die 2016 „online
first“ erschienen war und deshalb schon im letztjährigen Bericht besprochen wurde
(siehe Hagl, 2017). Die zweite ist die Arbeit von Chen, Liu und Chen (2017) mit ins-
gesamt 20 Studien (darunter sieben ohne Kontrollgruppe) zur Wirksamkeit von Hyp -
no se zur Reduktion von Ängstlichkeit bei Kindern und Erwachsenen mit Krebser kran -
kung bzw. danach. Allerdings wurden hinsichtlich Untersuchungsdesign, Studien po -
pu lation, Zeitpunkt und Dosis sehr unterschiedliche Studien zusammengefasst (von
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sol chen, in denen Hypnose als Adjunkt bei schmerzhaften Punktionen bei Kindern
eingesetzt wurde, bis hin zu Studien, in denen mehrere hypnotherapeutische Sitzun -
gen mit Erwachsenen nach abgeschlossener Krebsbehandlung durchgeführt wurden);
die berechneten Effektstärken dieser Meta-Analyse lassen sich so kaum interpretieren.
In sechs weiteren Meta-Analysen wurden allgemein psychosoziale Interventionen
untersucht und dabei auch Studien mit Hypnose berücksichtigt. Eine davon ist die
eben falls vorab online publizierte (und dementsprechend auch bereits im letztjährigen
Artikel beschriebene) Arbeit von Laird, Tanner-Smith, Russell et al. (2017). Alle Me -
ta-Analysen mit Auswertungen zu Hypnose sind in Tabelle 3 aufgeführt. Neben Zech
et al. (2017) und Laird et al. (2017) sind hier vor allem die beiden Meta-Ana ly sen aus
der Arbeitsgruppe um Jenny Rosendahl und Bernhard Strauß in Jena interessant:
Schef fler, Koranyi, Meissner et al. (2017) konnten zur Wirksamkeit von psy cho so -
zialen Interventionen beim Schmerzmanagement bzw. zur Reduktion von Ängst lich -
keit bei der Wundbehandlung oder physikalischen Therapie von Verbrennungs opfern
immerhin sechs RCTs mit Hypnose einschließen. Die Aus wer tung speziell zur
Schmerzintensität im Vergleich zum Standardvorgehen ergab für Hypnose auf der
Basis von drei Studien eine hohe Effektstärke. Burghardt, Koranyi, Magnucki et al.
(2017) befassten sich mit der Wirksamkeit von psychosozialen Interventionen zur
Reduktion der psychischen Belastung bei zahnärztlichen Eingriffen und konnten ins-
gesamt fünf RCTs mit Hypnose inkludieren. Es ergab sich kein signifikanter Unter -
schied zwischen den Interventionen, aber Hypnose schnitt (auf der Basis von vier Stu -
dien) vergleichsweise gut ab, wenn auch bei hoher Heterogenität (d. h., die Spann wei -
te in den Ergebnissen der einzelnen Studien war auffallend hoch).
Die Suche ergab darüber hinaus drei qualitative systematische Reviews, die sich
explizit mit Hypnose befasst haben, wobei sowohl Montgomery, Sucala, Baum et al.
(2017) für den Einsatz von Hypnose bei Patient/-innen mit fortgeschrittener Krebs er -
kran kung und Sterbenden, als auch Fisch, Brinkhaus und Teut (2017) für Hypnose zur
Stressreduktion zum Schluss kommen, dass die jeweilige Forschungslage noch keine
Aussagen zur Effektivität erlaubt. Die Arbeit von Fisch et al. fokussierte ausschließ-
lich auf nicht-klinische Stichproben, was aber für das Thema Stressprävention trotz -
dem von klinischer Relevanz wäre. Die sehr breite Übersichtsarbeit von Cha mi ne,
Atchley und Oken (2017; online first) zur Wirksamkeit von Hypnose bei gestörtem
Schlaf berücksichtigte unterschiedliche Designs und außerdem neben solchen Stu -
dien, die Patient/-innen aufgrund gestörten Schlafs einschlossen, auch solche, die zu -
sätzlich zu anderen primären Ergebnisvariablen Schlaf als Outcome untersuchten. Zu -
sammengenommen konnten 14 der 24 inkludierten Studien eine positive Wirkung von
Hypnose auf den Schlaf zeigen (über die Zeit oder im Vergleich zur Kontroll gruppe),
während in 3 Studien gemischte Ergebnisse berichtet wurden und in 7 keine Wirkung
der Hypnose nachgewiesen werden konnte oder sich die Wirkung nicht von der Kon -
troll gruppe unterschied.
Naturgemäß wurde bei der Literaturrecherche auch eine ganze Reihe von allge-
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Wirksamkeitsstudien 2017
meinen systematischen Übersichtsarbeiten gefunden, in denen Hypnose mitberück-
sichtigt worden war, z. B. allein drei weitere Reviews zur nicht-pharmakologischen
Be handlung von Beschwerden in der Menopause bzw. von vasomotorischen Symp to -
men bei Frauen (Goldstein, Shepherd-Banigan, Coeytaux et al., 2017; Moore, Franks
& Fox, 2017; Stefanopoulou & Grunfeld, 2017), zusätzlich zur in Tabelle 3 aufgeführ-
ten Meta-Analyse von Tao, Tao und Song (2017). Die je nach Autorenteam verhaltene
bis vorsichtig optimistische Beurteilung der Hypnose stützt sich dabei jeweils auf
zwei bis höchstens vier RCTs.
Ausblick auf die laufende Forschung
Für einen Ausblick auf kommende Publikationen und Forschungsergebnisse wurden
auch Konferenzberichte, Studienprotokolle und ebenso die im ersten Quartal 2018 er -
schie nen RCTs gesichtet. Außerdem wurde zu derzeit laufenden Studien im Inter na -
tional Clinical Trials Registry der WHO recherchiert: Dort fanden sich 22 im Jahr
2017 neu gemeldete RCTs, in denen Hypnose bei klinischen Stichproben eingesetzt
wird oder wurde, mit zusammen über 2000 Studienteilnehmer/-innen. Nur einer der
angemeldeten RCTs ist mit Kindern und Jugendlichen geplant, nämlich eine nieder-
ländische Studie zum Symptommanagement bei Asthma. Zehn RCTs befassen sich
mit Hypnose zur Unterstützung bei Eingriffen (primäres Outcome ist meist Ängst lich -
keit oder Schmerzempfinden), zwei davon bei Operationen im Zuge von Krebs er kran -
kungen. Vier weitere befassen sich mit der Bewältigung von psychischen (Emotions -
re gulation) und anderen Beschwerden (Fatigue, Neuropathien) bei der Behandlung
von Krebserkrankungen, nämlich drei größer angelegte Studien aus Frankreich (mit
Stichproben knapp über N = 100) und eine kleinere aus dem Iran. Insgesamt kommen
acht der Anmeldungen aus Frankreich, sieben aus dem Iran. Drei der iranischen Stu -
dien befassen sich mit genuin psychischen Störungen, nämlich mit Sozialer Phobie,
Prüfungsangst und Depression.
Es fanden sich auch einige Konferenzberichte zu neu abgeschlossenen RCTs, z. B.
zwei weitere Studien zur Behandlung des Reizdarmsyndroms und drei mit Kindern
und Jugendlichen (zur Behandlung von Kopfschmerzen, zu Hypnose bei der Wund be -
handlung bei jungen Verbrennungsopfern und außerdem eine Pilotstudie zur Stärkung
des Selbstbewusstseins von Kindern mit ADHS). Von den drei in Zeitschriften publi-
zierten Studienprotokollen war eines vorab 2016 erschienen; diese Studie zur hypno-
therapeutischen Behandlung von Dranginkontinenz wurde 2017 abgeschlossen (Ko -
me su, Rogers, Sapien et al., 2017). Außerdem wurde das Protokoll zu einem RCT zum
Schmerzmanagement bei Hämophilie veröffentlicht (Pinto, Paredes, Costa et al.,
2017). Und schließlich erschien 2017 das Protokoll zum Tübinger RCT zur Eva lua -
tion von Hypnotherapie im Vergleich zu KVT bei milder bis mittelgradiger Majorer
De pression, bei dem die Rekrutierung mittlerweile abgeschlossen ist (Fuhr, Schwei -
zer, Meisner et al., 2017). Damit sind zusammen mit den vermutlich bald erscheinen-
den Ergebnissen aus der früheren Tübinger Studie zur Raucherentwöhnung und einer
Hypnose-ZHH, 13 (2), Oktober 2018 203
Maria Hagl
jüngst publizierten Pilotstudie zur Vortragsangst bei Musikern (Brooker, 2018) in
Zukunft zumindest einige Ergebnisse auch zur Behandlung psychischer Störungen zu
erwarten.
Fazit zur Studienlage 2017
Betrachtet man die Zahl und überwiegend gute methodische Qualität der 2017 publi-
zierten Studien, zusammen mit den vielen neuen Anmeldungen von geplanten oder
laufenden RCTs in den letzten Jahren (über 60 Anmeldungen seit 2015), stimmt dies
optimistisch: Zum Einsatz von klinischer Hypnose und Hypnotherapie wird zuneh-
mend geforscht, wenn auch immer noch zu wenig im Bereich psychischer Störungen
(vergleiche hierzu die Berichte der Vorjahre in dieser Zeitschrift und die Übersicht bei
Hagl, 2015). Für körperliche Beschwerden setzt sich aber offensichtlich die Haltung
durch, dass Hypnose eine vielversprechende und deshalb erforschungswürdige Me -
tho de ist, z. B. beim Management von akutem oder chronischem Schmerz (in diesem
Jahr vor allem durch die meta-analytischen Ergebnisse von Scheffler et al., 2017, zur
Hypnose als Adjunkt bei der Versorgung von Verbrennungsopfern) und bei der Be -
handlung von im weiteren Sinne funktionellen Störungen. So sind angesichts der in -
zwischen auch für Kinder und Jugendliche anzunehmenden Wirksamkeit der Bauch -
hypnose bei Reizdarmsyndrom oder funktionellen Bauchschmerzen solche Designs
wie bei Rutten et al. (2017) und Gulewitsch und Schlarb (2017), in denen weiter-
führende Fragestellungen untersucht werden, durchaus angemessen.
Beim Blick auf die Ergebnisse der 2017 publizierten RCTs ergaben sich allerdings
oft keine oder nur kleine Effekte, was in manchen Fällen daran lag, dass aktive Be -
hand lungsbedingungen verglichen wurden und in anderen Fällen am Einsatzgebiet
oder an der Dosis. So zeigen die methodisch stringenten Studien aus Frankreich bzgl.
Hypnose als Adjunkt bei Anästhesien, dass bei ohnehin guter Versorgung eine kurze
Hypnose wenig zusätzlichen Nutzen bringt, ähnlich eines Deckeneffekts, wie im
Prinzip Duparc-Alegria et al. (2017) für die Ergebnisse ihrer Studie argumentieren,
bei der allein schon durch die Studienaufklärung mehr Patientenkontakt und eine ver-
besserte Kommunikation als sonst üblich stattfand. Ihr weiteres Argument, dass sich
die hypnotherapeutische Fortbildung im Team auch auf die Kontrollbedingung aus-
wirkte, könnte ebenso für die beiden Studien von Bataille et al. (2017) gelten, denn in
dieser Arbeitsgruppe ist man wie das Autorenteam selbst schreibt – weiter darum
bemüht „eine Kultur der Hypnose in der Patientenversorgung“ zu etablieren (S. 6,
Bataille, Guirimand, et al., 2017).
Überraschend deutliche Effekte bei einer bisher kaum mit Hypnose behandelten
Problematik erzielte dagegen die Studie von Lindeløv et al. (2017) zur Verbesserung
der Leistungen im Arbeitsgedächtnis bei Personen, die darin chronifizierte Defizite
nach einer Hirnläsion aufwiesen. Eher als Experiment angelegt (z. B. keine An mel -
dung in einem Register für klinische Studien) und nicht in allen Belangen gemäß der
Standards für RCTs berichtet, überzeugt sie aber durch eine klare Darstellung des
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204
Wirksamkeitsstudien 2017
Vorgehens, das wenig anfällig für Verzerrungen wirkt. Allenfalls ein möglicher Alle -
giance-Effekt könnte die Ergebnisse beeinflusst haben, insofern die behandelnde Hyp -
notherapeutin beide Interventionsbedingungen durchführte. Die nächste Studie ist
bereits in Planung und der Erstautor berichtet in einem Blog über weitere Ergebnisse,
warnt dabei aber auch vor überzogenen Erwartungen. Speziell zur Frage, wie gezielt
oder symptomspezifisch Suggestionen sein sollten, liefert diese Studie sicher nur
einen allerersten Informationsbaustein und hier dürften Indikation, Patientengruppe
und die „Darreichungsform“ mitbestimmend sein, wofür sich – ebenso vorläufige
Anhaltspunkte bei Gulewitsch und Schlarb (2017) ergaben. Logischerweise sollte es
eine Rolle spielen, was dem Patienten oder der Patientin „vorgeschlagen“ wird bzw.
was er oder sie sich selbst suggeriert. In der Studie von Lindeløv et al. (2017) wurde
z. B. mittels Altersregression an die früheren eigenen Fähigkeiten erinnert. In der
Studie von Jafarizadeh, Lotfi, Ajoudani et al. (2017) wurde ein bereits erprobtes Skript
zur Herstellung von Analgesie mit Suggestionen zu einem angenehmen Ort vergli-
chen. Insgesamt wurde hierzu aber bisher viel zu wenig geforscht. Es findet sich
lediglich eine Übersichtsarbeit von Dillworth und Jensen (2010), die für Hypnose bei
chronischen Schmerzen auf der Basis von 25 Studien zum Schluss kam, dass solche
Behandlungsgruppen am besten abschlossen, in denen neben schmerzspezifischen
Sug gestionen auch allgemeinere eingesetzt wurden (etwa zur Ich-Stärkung, Akti vie -
rung oder Entspannung).
Ob Hypnose als reine Selbsthilfemethode ähnliche Erfolge erzielen kann wie eine
durch ausgebildete Hypnotherapeut/-innen durchgeführte Intervention, bleibt ebenso
noch offen und dürfte auch stark von der jeweiligen Indikation abhängen. Nach Rutten
et al. (2017) ist dies bei Kindern und Jugendlichen mit Reizdarmsyndrom oder funk-
tionellen Bauchschmerzen zumindest im längerfristigen Verlauf durchaus möglich.
Zwar blieben die Erfolge insgesamt sowohl bei Rutten et al. (2017), als auch bei Gu -
le witsch und Schlarb (2017) hinter denen einer früheren Studie mit Therapeut/-innen
zurück (Vlieger, Menko-Frankenhuis, Wolfkamp et al., 2007), die Ergebnisse zeigen
aber, dass Bauchhypnose grundsätzlich in dieser Weise einsetzbar ist, bei akzeptablen
Abbruchraten. Positiv an diesen beiden Studien ist außerdem anzumerken, dass auf
eine klinisch relevante Erfolgsmessung bei der primären Ergebnisvariable geachtet
wurde. Das gilt ebenso für die Studie von Carmody et al. (2017), die – den Kon ven -
tio nen in diesem Bereich folgend – konservativ und langfristig die Wirksamkeit von
Hypnose in der Rückfallprävention nach Rauchstopp erfasste. Denn gerade bei größe-
ren Stichproben sind signifikante Unterschiede allein noch nicht ausreichend, sondern
die durch Hypnose herbeigeführten Änderungen sollten sich auch als klinisch relevant
und nachhaltig erweisen. Das ist der Grund, wieso z. B. die Ergebnisse des RCTs von
Garland et al. (2017) hier nicht vorgestellt wurden, die letztlich nur belegen, dass es
hospitalisierten Patient/-innen mit starken Schmerzen unmittelbar nach einer 15-mi -
tigen Hypnose besser geht als nach einer ebenso langen psychoedukativen Be ra -
tung.
Hypnose-ZHH, 13 (2), Oktober 2018 205
Maria Hagl
Entscheidend ist, wie durchgreifend und anhaltend Hypnose in der klinischen
Praxis wirkt, also außerhalb der meist deutlich stärker kontrollierten Bedingungen in
der Forschung. Deshalb wird hier zum Abschluss noch von einer nicht randomisierten,
aber höchst praxisrelevanten Studie berichtet – ohne dass sich daraus bereits ein Fazit
ziehen ließe: Sell, Möller und Taubner (2017) verfolgten in ihrer naturalistischen
Längsschnittstudie die Verläufe von 300 ambulant durchgeführten Psychotherapien
bei insgesamt 72 österreichischen Therapeut/-innen, die Katathym Imaginative Psy -
cho therapie oder Hypnosetherapie anwendeten (eine Integration von Hypnoanalyse
und anderen hypnotherapeutischen Ansätzen). Für beide Methoden zeigten sich prak-
tisch in allen Maßen signifikante Verbesserungen, und zwar vor allem in den ersten
sechs Monaten (Sell, Möller & Taubner, 2018). Wurden bei den initial 123 Hyp no se -
therapien im Sinne der klinischen Relevanz die Personen gezählt, die sich um einen
statistisch reliablen, also substantiellen Betrag verbessert hatten, hatten nach 6 Mo na -
ten 22% eine klinisch relevante Verbesserung erfahren (n = 68) und nach 30 Monaten
53% (n = 36), bei allerdings ohnehin relativ geringer Ausgangsbelastung, d. h., mit
wenig Raum, sich überhaupt substantiell zu verbessern. Wie für solche Studien nicht
ungewöhnlich, ergab sich eine hohe Studienabbruchquote, ohne dass sich sagen ließe,
in welche Richtung die Ergebnisse dadurch beeinflusst wurden. Trotz der vielen
Unwägbarkeiten und damit Risiken für eine systematische Verzerrung der Ergebnisse
in solchen naturalistischen Studien, bieten sie wichtige Anhaltspunkte für die weitere
Forschung. Grundsätzlich wäre ein Vergleich der Therapieverläufe zwischen hypno-
therapeutisch und verhaltenstherapeutisch arbeitenden Psychotherapeut/-innen inter-
essant, weil letzteres Verfahren für die meisten Indikationen als Methode der Wahl gilt
und damit eine „Benchmark“ liefern könnte – wenn es wie bei Sell et al. gelingt, eine
ansonsten vergleichbare Studienpopulation zu rekrutieren.
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____________________________________________________________________
Buchbesprechung
Kuntz, H. (2017): Depression durch die Kraft der Imagination bewältigen: Übungen
zur Stärkung innerer Ressourcen; mit 8 Audio-Download-Übungen; broschiert; 304
Seiten; Weinheim: Beltz; Preis: 19,95 ; ISBN: 978-3-407-86494-9
"Schon wieder ein Sachbuch im Rezensiontseil einer Fachzeitschrift!", wird der kriti-
sche Leser konstatieren. Warum dennoch? Weil Sachbücher, geschrieben für Laien
und damit für potentielle Patienten, ihr Erleben und Verhalten in nicht vorherzusehen-
der Weise lenken. Dann ist es schon hilfreich, wenn Hypnotherapeuten Kenntnis
davon haben, welche Erwartungen Patienten an Hypnotherapie haben können.
Außerdem kön nen Übungsbücher von professionell arbeitenden Hypnotherapeuten
durchaus wertvolle Tipps und gedankliche Anregungen geben.
Das Buch mit seinen 14 Kapiteln kann man in zwei Teile untergliedern. Alle Ka -
pitel haben blumige Überschriften, z.B. "Das Dunkel der Seele" oder "Vom Sehnen
und Bangen innerer Kinder". Sie lassen eine Gesinnung erkennen, die im Hu ma nis -
mus zutiefst verwurzelt ist und persönliche Erfahrungen für wichtiger hält als empiri-
sche Fakten, deren es in der Hypnoseforschung allerdings ermangelt.
In einem allgemeinen Teil beschreibt und schildert der Autor sein Menschenbild
von Depressionen (Kapitel 1 und 2), Wesen, Bedingungen und Wirkungen von Ima -
gi nation (Kapitel 3 und 4); Wohl und Wehe des sogenannten inneren Kindes (Kapitel
7, 8 und 9) sowie Geborgenheit durch Liebe und Gruppe (Kapitel 12 und 13). Im
Kapitel 9 wird die Ego-State-Therapie für Laien gut nachvollziehbar dargestellt.
Hypnose-ZHH, 13 (2), Oktober 2018 209
Maria Hagl
Bei etwa 175 Seiten Umfang wird der Leser sich fragen, ob er dieses Pensum auf
sich nehmen will, zumal zahlreiche gedankliche Wiederholungen, einseitige Be grün -
dungen und redundante Passagen charakteristisch sind. Eine deutliche Straffung zu
Lasten von Weitschweifigkeit und esoterisch anmutender Reflexionen würde den
Nutzen des Buches erhöhen und dadurch besser zum Kern der eigentlichen Botschaft
vorstoßen. Narrative Erklärungsversuche über die Entwicklung depressiver Störungen
und ihrer Intervention durch imaginative Übungen sollten anhand weitgehend eta-
blierter Befunde der Gedächtnisforschung – z.B. implizite Gedächtnisprozesse, Wir -
kung von Selbstverstärkung destruktiver kognitiver Schemata, Rückschaufehler – er -
setzt werden; solche sollten zumindest einbezogen werden.
Im praktischen Teil werden grundsätzliches Vorgehen bei den Übungen (Kapitel 4)
beschrieben und körpertherapeutische Übungen (Kapitel 5), Imaginationen für das
Loslassen von persönlichen Einengungen wie "Wohlfühlort" und "Baum des Lebens"
(Kapitel 6), der Gebrauch von archetypischen Wesen und Engeln (Kapitel 10), hilfrei-
chen imaginativen Kontexten wie Landschaften, Bach, Quelle, Wasser, aber auch Ver -
goldetes (Kapitel 12).
Kapitel 11 befasst sich mit Übungen im Hinblick auf Heilung und Wandlung.
Wenn beispielsweise der Körper imaginativ mit Gold ummantelt wird, mag es einigen
Mutes des Übenden bedürfen, sich auf derartige Evokationen einzulassen.
Verdienstvoll ist es zu werten, dass der Autor im Kapitel 10 sich dem Thema Ver -
ge bung und Versöhnung widmet. Sind doch solche Lasten Betroffener nicht nur
schwer zu thematisieren. Sie werden in analogen Büchern auch häufig übergangen.
Mit der Übung baut der Autor dem Bedürftigen eine wohltuende Brücke, sich auf die-
sen Teil seiner Störung einzulassen.
In den abgedruckten Texten sind viele direkte Suggestionen i.S.v. Aufforderungen
zu lesen. Und dabei wäre es doch einfach, sie als Angebote i.S.v. indirekten Sug ge -
stio nen zu formulieren. Darauf könnten sich dem Anliegen zögerlich oder kritisch ge -
genüber stehende Nutzer leichter und besser einlassen. In den herunterladbaren Au -
dio-Dateien sind diese direkten Anweisungen allerdings bedeutend einladender.
Das Buch ist durchzogen von zahlreichen Falldarstellungen und -berichten, Ge -
dichten, Aphorismen sowie von persönlichen Erfahrungen und Überzeugungen. Eine
feinfühlige Sprache ist durchgängig festzustellen. Dabei geht allerdings der Bezug zu
Imagination und Depression zuweilen verloren zu Gunsten von beständigem Argu -
men tieren mit dem eigenen Menschenbild des Autors.
Würden in einer zweiten Auflage die genannten Empfehlungen berücksichtigt
wer den, könnte das Buch noch mehr an Wert gewinnen.
O. Berndt Scholz (Bonn)
© www.MEG-Stiftung.de, Konradstr. 16, D-80801 München
210
Buchbesprechung
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This paper is devoted to the mechanism of the positive construction of autobiographical memory. Positive construction consists of the spontaneous transformation of memories in the direction of the subjective enhancement of self-competence in past activities to anticipate improvement over time. We speculated that trait anxiety may indicate a failure to exhibit this mechanism that results in a deficit of affirmative self-esteem. We hypothesised that the implantation of positive self-defining memories in anxiety-evoking domains would decrease trait anxiety. One hundred twenty adults recollected three negative self-defining memories. Then, half of the participants imagined episodes of desired behaviour that differed from the originally recollected ones either in discussion or in hypnosis. Thirty participants experienced a hypnotic state without any references to memories, and the rest formed the control group. Subjects from the “Memory Implantation in Hypnosis” group became unable to distinguish the originally reported memories from the imagined ones, exhibited decreased trait anxiety scores after a 4-month delay, and reported enhanced self-esteem. In contrast, the participants from the “Hypnosis with no reference to the past” group exhibited decreased scores at a short delay but later returned to their original scores. These findings highlight the power of cured episodic-like autobiographical memory for updating the self.
Article
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Im Auftrag der Milton Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose erfolgt jährlich eine Literatursuche zu randomisierten kontrollierten Studien (randomized controlled trials; RCTs) und Meta-Analysen, die sich mit der Wirksamkeit von klinischer Hypnose und Hypnotherapie befassen. Im Jahr 2016 wurden zwölf randomisierte bzw. quasi-randomisierte Studien mit klinischen Stichproben gefunden, die den Einsatz von Hypnose mit einer Kontrollgruppe verglichen, und zwei weitere, die hypnotherapeutische und kognitiv-behaviorale Elemente kombiniert evaluierten. Zusammen mit den Ergebnissen aus den 2016 publizierten Meta-Analysen mehren sich die Belege für einen möglichen Zusatznutzen von Hypnose in der Behandlung von somatischen Syndromen, in dem Sinne, dass sich auch die psychische Begleitsymptomatik verbessert. Gerade für gestörten Schlaf als sekundäre Ergebnisvariable könnte es lohnen, dies me ta-analytisch, z.B. in onkologischen oder gynäkologischen Studien zu überprüfen. Ein Blick auf die derzeit laufenden oder jüngst abgeschlossenen RCTs lässt außerdem auf weitere Ergebnisse zur Wirksamkeit der Hypnose bei Schlafproblemen hoffen.
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Introduction Despite a substantial number of studies providing evidence for the efficacy of psychological treatment for mild-to-moderate depression, maximally only 50% of participants respond to treatment, even when using gold-standard treatments such as cognitive-behavioural therapy (CBT) and interpersonal therapy. New approaches such as the ‘third wave’ psychotherapies have provided promising results; however, studies concerning the comparison with evidence-based treatments are lacking. This study aims to compare the efficacy of clinical hypnotherapy (HT) with gold-standard psychotherapy (CBT) in the treatment of mild-to-moderate major depressive episodes. Methods and analysis The present study comprises a monocentric, two-armed, randomised-controlled, rater-blind (non-inferiority) clinical trial. A total of 160 participants with mild-to-moderate major depression episode will be randomly assigned to either CBT or HT involving 20 sessions of psychotherapy over a period of 24 weeks. We predict that the average improvement in the Montgomery-Åsberg Depression Rating Scale score will not be inferior in HT compared with CBT (non-inferiority hypothesis). Further outcome parameters will include the number of participants responding to treatment following the completion of treatment and 1 year after. Additionally, quality of life, treatment expectations and hypnotic susceptibility before and after end of treatment will be assessed. Ethics and dissemination The study protocol and the documents for the informed consent have been approved by the Ethics Committee of the University Hospital Tuebingen (061/2015B02). The results of this trial will be submitted for publication in peer-reviewed journals, and will be presented at national and international conferences. Trial registration number NCT02375308; Pre-results.
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Study objectives: Sleep improvement is a promising target for preventing and modifying many health problems. Hypnosis is considered a cost-effective and safe intervention with reported benefits for multiple health conditions. There is a growing body of research assessing the efficacy of hypnosis for various health conditions in which sleep was targeted as a primary or secondary outcome. This review aimed to investigate the effects of hypnosis interventions on sleep, to describe the hypnotic procedures, and to evaluate potential adverse effects of hypnosis. Methods: We reviewed studies (prior to January 2017) using hypnosis in adults for sleep problems and other conditions comorbid with sleep problems, with at least one sleep outcome measure. Randomized controlled trials and other prospective studies were included. Results: One hundred thirty-nine nonduplicate abstracts were screened, and 24 of the reviewed papers were included for qualitative analysis. Overall, 58.3% of the included studies reported hypnosis benefit on sleep outcomes, with 12.5% reporting mixed results, and 29.2% reporting no hypnosis benefit; when only studies with lower risk of bias were reviewed the patterns were similar. Hypnosis intervention procedures were summarized and incidence of adverse experiences assessed. Conclusions: Hypnosis for sleep problems is a promising treatment that merits further investigation. Available evidence suggests low incidence of adverse events. The current evidence is limited because of few studies assessing populations with sleep complaints, small samples, and low methodological quality of the included studies. Our review points out some beneficial hypnosis effects on sleep but more high-quality studies on this topic are warranted.
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The aim of the present meta-analysis was to investigate the efficacy of non-pharmacological interventions for procedural pain relief in adults undergoing burn wound care compared to standard care alone or an attention control. Through a comprehensive literature search in various electronic databases 21 eligible randomized controlled trials (RCTs) were included, comprising a total of 660 patients. Random effects meta-analyses revealed significant positive treatment effects on pain outcomes, Hedges’ g = 0.58, 95% CI [0.33; 0.84]. Heterogeneity of study effects was substantial, I² = 72%. Effects were significantly larger for comparisons against treatment as usual (TAU), g = 0.69, CI 95% [0.40; 0.98] than for comparisons against attention control groups, g = 0.21 [−0.11; 0.54], p < 0.001. Distraction interventions, particularly those using virtual reality, and hypnosis revealed the largest effects on pain relief. Non-pharmacological interventions further resulted in a significant small, homogeneous effect on anxiety reduction, g = 0.36 [0.20; 0.52]. In summary, benefits of non-pharmacological interventions on procedural pain relief and reduction of mental distress were demonstrated. Results have been proven to be free of publication bias. However, further high quality trials are needed to strengthen the promising evidence.
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Background: Hypnosis has a positive effect on peri-operative anxiety and pain. Objective: The objective of this study was to assess the impact of a formal deep hypnosis session on the consumption of propofol for anaesthetic induction using automated administration of propofol guided by the bispectral index (BIS) in a closed loop. Design: A 1 : 1 randomised, usual-care-controlled, single-centre trial. Setting: Tertiary care centre in France from April 2014 to December 2015. Patients: Female adult patients scheduled for outpatient gynaecological surgery under general anaesthesia. Intervention: Before surgery, patients were randomised to receive either a deep hypnosis session or routine care. Anaesthetic induction was performed automatically by propofol without opioids and was assisted by the BIS in a closed loop. Main outcome measures: The primary endpoint was the propofol dose required for anaesthesia induction, defined as a BIS less than 60 for at least 30 s. Results: Data for 31 patients in the hypnosis group and 35 in the control group were analysed. There was no evidence of a difference in the mean required propofol dose for anaesthetic induction between the hypnosis and the control groups (2.06 mg kg (95% confidence interval [1.68 to 2.43]) versus 1.79 mg kg (95% CI [1.54 to 2.03]), P = 0.25, respectively). Conclusion: The current study, which was designed to determine the effect of a deep hypnosis session on anaesthesia induction using an automated tool for propofol administration, failed to detect a difference in the required dose of propofol. Trial registration: ClinicalTrials.gov, NCT02249364.
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Objectives: This meta-analysis investigates the efficacy of non-pharmacological interventions in adults undergoing dental procedures under regional or general anesthesia compared to standard care alone or an attention control group on the reduction of mental distress, pain, and analgesic use. Data sources: To identify relevant papers a comprehensive literature search was carried out in MEDLINE, CENTRAL, Web of Science, and PsycINFO (last search August, 2017). Additionally, lists of references of relevant articles and previous reviews were checked. ProQuest Dissertations and Theses Full Text Database was screened to identify any unpublished material. Study selection: A total of 29 eligible randomized controlled trials were included, comprising a total of 2.886 patients. Included trials investigated the effects of hypnosis, enhanced information, relaxation, music, or cognitive-behavioral approaches including distraction. Results: Random effects meta-analyses revealed significant positive treatment effects on the reduction of mental distress (g=0.58, CI 95% [0.39; 0.76]). Effects on pain relief (g=0.00, CI 95% [-0.28; 0.28]) and the reduction of analgesic use (g=0.26, CI 95% [-0.22; 0.73]) were not significant. Because effects on mental distress were substantially heterogeneous, subgroup analyses were run yielding significantly larger effects for studies with low risk of bias compared to studies with high or unclear risk of selection and attrition bias. No significant differences appeared between various types of non-pharmacological interventions. Conclusions: In summary, benefits of non-pharmacological interventions on reducing mental distress were demonstrated with largest effects being shown for hypnosis. However, further high quality trials are needed to strengthen the promising evidence. Clinical significance: This systematic review and meta-analysis indicated that non-pharmacological interventions may be beneficial for reducing mental distress in patients undergoing dental procedures and could thus be considered as valuable adjunct to standard care.
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Objective: Psychosocial treatments for chronic abdominal pain in childhood or adolescence are effective, but time consuming and hardly available. In the present study, gut-directed hypnotherapy (GDHT) and unspecific hypnotherapy (UHT) were compared to evaluate the feasibility and efficacy of a hypnotherapeutic self-help intervention. Participants and methods: Children/adolescents between 6 and 17 years of age with chronic abdominal pain were randomized to GDHT or UHT. The treatment period was 12 weeks each. Measurements were performed before and after treatment. The primary outcome was a pain diary. Analysis was carried out as per protocol. Results: Of 45 participants included, 13 were lost to follow-up. Thirty-two participants (14 GHDT, 18 UHT) were analyzed. Dropouts had higher pain severity. Completers in both conditions showed good adherence and a similar decrease in days with pain and pain duration. Pain intensity decreased only in the UHT condition. Eleven participants (two GDHT, nine UHT) achieved clinical remission (>80% improvement) and 13 participants (seven GDHT, six UHT) improved significantly (30-80%). Conclusion: Results suggest a high efficacy of standardized home-based hypnotherapy for children/adolescents with abdominal pain. Children/adolescents with high pain severity are at risk of dropping out. The UHT condition showed slight evidence of superiority, but conditions were equivalent on most outcomes. Taken together, self-help approaches based on hypnotherapy could close a treatment gap and prevent chronification.
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The purpose of this study was to determine whether hypnosis would be more effective than standard behavioral counseling in helping smokers to remain abstinent. A total of 140 current smokers were enrolled in a randomized controlled smoking cessation trial at an urban Veterans Affairs medical center. Participants (n = 102) who were able to quit for at least 3 days received either a hypnosis or behavioral relapse prevention intervention. Both relapse prevention interventions consisted of two 60 min face-to-face sessions and four 20 min follow-up phone calls (two phone calls per week). At 26 weeks, the validate\d point-prevalence quit rate was 35% for the hypnosis group and 42% for the behavioral counseling group (relative risk = 0.85; 95% confidence interval: 0.52–1.40). At 52 weeks, the validated quit rate was 29% for the hypnosis group and 28% for the behavioral group (relative risk = 1.03; 95% confidence interval: 0.56–1.91). It was concluded that hypnosis warrants further investigation as an intervention for facilitating maintenance of quitting.
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Radiotherapy is a common and effective treatment for women with breast cancer. However, radiotherapy has also been shown to adversely affect patients’ emotional well-being. Currently, few mind–body interventions are designed to improve patients’ quality of life during radiotherapy. One intervention which has demonstrated clinical efficacy in the breast cancer radiotherapy setting is Cognitive-Behavioral Therapy plus Hypnosis. The goal of this study was to investigate the impact of Cognitive-Behavioral Therapy plus Hypnosis on emotional distress in women with breast cancer undergoing radiotherapy. One hundred patients were randomly assigned to either the Cognitive-Behavioral Therapy plus Hypnosis (n = 50) or Attention Control (n = 50) group. Results revealed significant benefits of Cognitive-Behavioral Therapy plus Hypnosis on emotional distress at the mid-point (d = 0.54), the conclusion (d = 0.64), and 4 weeks following the conclusion (d = 0.65) of radiotherapy (all ps < 0.05). In summary, results support further study of Cognitive-Behavioral Therapy plus Hypnosis as an evidence-based intervention to reduce emotional distress in women with breast cancer. Cognitive-Behavioral Therapy plus Hypnosis has the benefits of being brief, noninvasive, lacking side-effects, and producing beneficial effects which last beyond the conclusion of radiotherapy. Given these strengths, we propose that Cognitive-Behavioral Therapy plus Hypnosis is a strong candidate for greater dissemination and implementation in cancer populations.