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Bewegte Bilder – Bewegte Betrachter / Was Bild und Bewegung miteinander zu tun haben

Abstract

Malerei und Tanz haben auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun. Immerhin sprechen wir aber von der Dynamik eines Pinselstrichs, der Bewegung einer Farbe oder der Gebärde eines Motivs, auch wenn sich physisch nichts bewegt. Offenbar gibt es einen Unterschied zwischen physischer Gestalt und Wahrnehmungsgestalt. Das Betrachten eines flächigen Bildes ist mit einem komplexen Wahrnehmungsprozess verbunden, in dem wir das, was wir sehen, umwandeln zu einem Eindruck der äußeren Realität. Fortwährend stellen wir dabei Zusammenhänge her, strukturieren unsere Eindrücke, verbinden sie mit unseren Erfahrungen und Vorstellungen und ordnen sie ein in unsere Geschichten. Wir nehmen Bilder aber nicht nur als zweidimensionale, flächige Gestaltungen wahr, sie vermögen sich auch szenisch zu vermitteln. Was wir als Bild bezeichnen, hat so mit einer Vielzahl unterschiedlicher Erscheinungen zu tun: materiellen, sichtbaren Gestaltungen, Träumen oder Imaginationen, Handlungen oder Ereignissen. Es ist zwischen Ausdruck, also der sich unseren Sinnen zeigenden Gestalt und dem Eindruck, den wir gewinnen, angesiedelt: Wir machen uns ein Bild.
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Für die Bereiche, die dem subjektiven und intersubjektiven Erleben und nicht der objektiven Wirklichkeit angehören, ist ein Bildbegriff nicht brauchbar, dessen Anspruch es ist, Aussagen zu machen, die verallgemeinerbar sind. Er klammert den intersubjektiven Bereich aus, der laut Yalom der wichtigste, das Ergebnis bestimmende Faktor der Therapie ist, die sich mit dem psychischen Erleben beschäftigt. Das führt uns zu anthropologischen Überlegungen, bei denen der Bildbegriff in einem ganz anderen Zusammenhang eine Rolle spielt.
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In der Überschrift zu diesem Vortrag werden zwei therapieferne Begriffe in Zusammenhang mit therapeutischen Handlungen gebracht. Die Kunst und die Ästhetik. Kunst ist eine besondere Form individueller und auch sozialer Praxis, die sich innerhalb bestimmter Spielräume vollzieht. Innerhalb dieser Spielräume können Geschichten erfunden, Bilder erzeugt, Dramen oder Komödien inszeniert werden, die auf eine besondere Weise mit unserer Wirklichkeit verbunden sind. Hier kann gehasst, geliebt, gelebt und gestorben werden, ohne dass es unmittelbare gesundheitliche, soziale oder gar strafrechtliche Folgen hat. Wir befinden uns in einem besonderen System mit eigenen Regeln, dem Kunstsystem. Dann taucht in der Überschrift noch ein zweiter therapieferner Begriff auf, der uns aus dem Alltag bekannt ist. Die Ästhetik. Uns interessiert hier aber nicht der Begriff aus dem Alltag, sondern Ästhetik als Theorie der Wahrnehmung. Was unterscheidet eine ästhetische Wahrnehmung der Wirklichkeit, die z.B. die künstlerische Praxis bestimmt, von einer alltäglichen Wahrnehmung.
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