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Antibiotikaresistenzen auf die Agenda! L’antibiorésistance à l’agenda : Schlussbericht zur situativen Analyse öffentlicher Diskurse über Antibiotikaresistenzen mittels digitaler Daten

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Abstract

Management Summary (Deutsch et en français) Der Forschungsbereich Organisationskommunikation und Öffentlichkeit (OKOE) der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW, Departement Angewandte Linguistik) hat für das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine situative Diskursanalyse mit Blick auf die Nationale Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) durchgeführt. Untersucht worden sind dabei Muster der sprachlichen Verständigung im öffentlichen Diskurs über Antibiotika und Antibiotikaresistenzen. Die Analysen erfolgten sowohl anhand eines deutsch- wie eines französischsprachigen Datenkorpus. Berücksichtigt wurden frei zugängliche Webtexte von Akteuren aus Politik, Medien, Gesundheitswesen und Wissenschaft. Wiederkehrende Muster der Verständigung im öffentlichen Diskurs können als sprachliche Form des «common sense» zu einem Thema verstanden werden. Dieser «common sense» ist eine wichtige Bezugsgrösse für übergreifende Kommunikations- und Diskursstrategien. Das gilt besonders für Akteure öffentlicher Governance, deren Strategien Akzeptanz finden und für Publikumsdiskurse anschlussfähig sein müssen. Analysen in zwei Sprachen: Eine Exploration erfolgte in deutscher Sprache, um die «kommunikative Infrastruktur» (Akteure, Ereignisse, Suchwörter usw.) des Diskursbereichs insgesamt identifizieren zu können. Darauf aufbauend sind zwei Datenkorpora erstellt worden. Ein deutschsprachiges Korpus mit 1.9 Mio. Texten bzw. 839 Mio. Wörtern von 133 Webquellen jener Organisationen, die für das Politikfeld und öffentliche Diskurse zur StAR als relevant eingestuft werden konnten. Un corpus francophone comportant 16‘000 textes (env. 21.9 Millions de mots) provenant de 149 sources du Web des organisations qui ont été classées comme pertinentes pour les discours francophone concernants StAR. Themen und Ereignisse: Die Analyse zeichnet das Bild eines vielfältigen, aber schwach ausgeprägten Spezialdiskurses über Antibiotikaresistenzen sowohl in Deutsch wie in Französisch. Antibiotikaresistenzen erscheinen als ein Spezialthema neben anderen Top-Themen, welche die untersuchten Akteure deutlich häufiger beschäftigen. Zu diesen anderen Themen gehören Krankheiten und Behandlungen im Allgemeinen und unabhängig von Antibiotika(resistenzen). Die journalistische Berichterstattung zu Antibiotika(resistenzen) ist in beiden untersuchten Sprachräumen deutlich auf Ereignisse und behördliche Informationsangebote bezogen. Diskursnetzwerke: Einzelne Akteure treten in unterschiedlicher Intensität auf. Zu den «Stars» in der Deutschschweiz zählen (von anderen häufig genannten) Akteure wie der Bundesrat und das BAG, die internationale World Health Organization (WHO), Swissmedic und die Universität Zürich. Parmi les « Stars » du discours francophone figurent outre l’OFSP, le Canton de Berne et l’OMS notamment les Hôpitaux de Suisse H+, la Fédération des médecins de Suisse (FMH), le Centre hospitalier universitaire vaudois et Santésuisse. Als «Repräsentanten» gelten Akteure, die häufig auf andere Akteure verweisen. In der Deutschschweiz sind das bspw. die Basellandschaftliche Zeitung und 20 Minuten. Comme « représentants » du discours francophone fonctionnent les Cantons de Genève, Neuchâtel et Valais (Romandie). Santésuisse, SVP und die Unispitäler Basel und Zürich zählen als «Relais» zu jenen Akteuren, die in deutscher Sprache sowohl häufig genannt werden also auch andere häufig nennen. En Romandie, ce sont surtout des fédérations et des associations ainsi que les Hôpitaux Universitaires de Genève qui font partie des «Relais». Public Stories, Kontroversen und Koalitionen: Die Diskurse erzählen zu ausgewählten Suchwörtern (wie «Antibiotika/-resistenzen«, «Forschung«, «Patienten«, «Wirkungen«, «infections», «bactéries») differenzierte Geschichten («Public Stories»). In der Deutschschweiz sind das Geschichten bspw. über die Bedeutung der Patientenverantwortung, über unterschiedliche Wirkungen und die Entwicklung (alternativer) Diagnose-, Behandlungs- und Therapieverfahren sowie über die Notwendigkeit, Forschende entsprechend zu fördern, zu vernetzen und motivieren. Les récits publics («Public Stories») des discours francophones sont également orientés sur la santé, les patients et les traitements. Ce discours comporte encore des récits spécifiques sur les infections et les bactéries, comme l’histoire d’un combat contre des infections antibiorésistantes ou à propos des résultats d’un nouvel antibiotique contre des germes résistants. Während in deutschsprachigen Diskursen Kontroversen über Antibiotika/Antibiotikaresistenzen geführt werden, fehlt eine breite Diskurskoalition, die sich auf eine allgemein verständliche sprachliche Symbolik für das Grundanliegen von StAR beziehen könnte. Der bisher dafür gewählte Begriff «One Health» hat sich nicht durchsetzen können. En revanche en Romandie, deux controverses ont été identifiées; l’une entre les médias et les destinataires des politiques publiques, l’autre plus substantielle entre le Canton de Neuchâtel et les prescripteurs comme l’OFSP ou Swissnoso. Contrairement à la Suisse alémanique, il existe visiblement une coalition forte entre les médias et le monde médical concernant la gestion du traitement des infections en milieu hospitalier. On ne dénombre aucune controverse ni coalition qui concerne l’antibiorésistance en soi. Fazits und Transfer: Die Ergebnisse zu beiden Sprachen zeigen, dass ein erst begrenzter, deutlich fachsprachlich gekennzeichneter «Spezialdiskurs» über Antibiotika(resistenzen) stattfindet, der künftig stärker und gezielter in übergreifende thematische Rahmen (wie Krankheiten, Umwelt, santé usw.) eingebettet werden sollte und könnte, um Kommunikationsziele von StAR zu erreichen. Dabei wäre auf die Entwicklung eines dafür geeigneten, leicht verständlichen Vokabulars zu achten, ebenso wie auf die Anknüpfung an sich entwickelnde «Public Stories». Die Ergebnisse der Diskursanalyse sind greifbar und nutzbar in interaktiven Visualisierungen (https://bit.ly/2JT0Cr9; Passwort: bagstar). Sie veranschaulichen die Erkenntnisse der Analysen, um den Wissenstransfer zu unterstützen und eine anschliessende, intern wie extern breit abgestützte Strategieentwicklung zu ermöglichen.
Juli 2018
Antibiotikaresistenzen auf die Agenda!
Schlussbericht zur Diskursanalyse
Projektleitung und Autoren
Prof. Dr. Peter Stücheli-Herlach
Leiter Forschungsbereich OKOE Organisationskommunikation und Öffentlichkeit
Birgitta Borghoff, M.A.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin OKOE
Projekt- und Forschungsleitung
Projektmitarbeitende
Dominik Batz, M.A., Wissenschaftlicher Mitarbeiter OKOE
Dr. Julia Krasselt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Korpusgruppe Angewandte Linguistik
Erik Hefti und Nadezhda Novik, Studentische Mitarbeitende OKOE
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 2
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
Management Summary
Mit der Diskursanalyse zur Nationalen Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) für das
Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat der Forschungsbereich Organisationskommunikation
und Öffentlichkeit (OKOE) der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW)
Muster der sprachlichen Verständigung im öffentlichen Diskurs über Antibiotika und Antibio-
tikaresistenzen untersucht. Berücksichtigt wurden öffentlich zugängliche Webtexte von Akt-
euren aus Politik, Medien, Industrie und Wissenschaft. Wiederkehrende Muster der Verstän-
digung im öffentlichen Diskurs bilden die sprachliche Form des "common sense" zu ei-
nem Thema, der eine wichtige Bezugsgrösse für Kommunikations- und Sprachstrategien ist.
Die Analyse erfolgte zunächst explorativ, um die "kommunikative Infrastruktur" des Diskurs-
bereichs identifizieren zu können, wie sie sich seit 2013 präsentiert. Im Zentrum der an-
schliessenden quantitativen und qualitativen Analyse stand ein Korpus mit 1.9 Mio. Texten
bzw. 839 Mio. Wörtern von 133 Webquellen jener Organisationen, die für den StAR-Diskurs
zusammen mit dem Auftraggeber als relevant eingestuft worden sind.
Die Analyse zeichnet das Bild eines behördenspezifischen, vielschichtigen, aber
schwach ausgeprägten Diskurses über Antibiotikaresistenzen, der als ein Spezialthema
neben anderen Top-Themen unter den untersuchten Akteuren betrachtet werden kann (wie
beispielsweise das allgemeine Thema "Krankheiten/Behandlungen"). Die journalistische Be-
richterstattung zu Antibiotika(resistenzen) ist deutlich bezogen auf Ereignisse und behördli-
che Informationsangebote.
Einzelne Akteure werden im Diskurs sehr unterschiedlich genannt (zitiert, referenziert, er-
wähnt usw.) Zu den "Stars" zählen häufig genannte Akteure wie der Bundesrat, das BAG
und weitere Bundesämter, die internationale World Health Organization (WHO), Swissmedic
oder die Universität Zürich. Als "Repräsentanten" gelten Akteure, die häufig auf andere Ak-
teure verweisen, wie bspw. die Basellandschaftliche Zeitung oder 20 Minuten. Santésuisse,
SVP und die Unispitäler Basel und Zürich zählen als sogenannte "Relais" zu jenen Akteu-
ren, die sowohl häufig genannt werden also auch andere Akteure häufig nennen.
Der Diskurs erzählt zu vom BAG ausgewählten, wichtigen Such- und Schlüsselwörtern (wie
Antibiotika/-resistenzen, Forschung, Patienten, Wirkungen u. a.) differenzierte Ge-
schichten, dies bspw. über die Bedeutung der Patientenverantwortung, über unterschiedli-
che Wirkungen und die Entwicklung (alternativer) Diagnose-, Behandlungs- und Therapiever-
fahren sowie die Relevanz, Forschende entsprechend zu fordern, vernetzen und motivieren.
Die Ergebnisse zeigen, dass ein deutlich fachsprachlich gekennzeichneter "Spezialdiskurs"
über Antibiotika(resistenzen) stattfindet, der künftig stärker und gezielter in übergreifende
thematische Felder (wie Krankheiten, Umwelt usw.) eingebettet werden sollte und könnte,
um Kommunikationsziele von StAR zu erreichen. Dabei wäre auf die Entwicklung eines dafür
geeigneten, bürgerfreundlichen Vokabulars zu achten. Während im Diskurs "Kontroversen"
über Antibiotika/Antibiotikaresistenzen geführt werden, fehlt eine breite "Diskurskoalition", die
sich auf ein allgemein verständliches Symbol für das Grundanliegen von StAR beziehen
könnte. Der bisher dafür gewählte Begriff "One Health" hat sich nicht durchsetzen können.
Die Ergebnisse der Diskursanalyse sind greifbar und nutzbar in interaktiven Visualisierungen
(so genannten Diskurs-Maps) (https://bit.ly/2JT0Cr9; Passwort: bagstar). Auf deren Basis
können Chancen und Risiken sowie konkrete Empfehlungen abgeleitet werden für verschie-
dene Handlungsfelder des strategischen Kommunikationsmanagements (s. Kap. 4./5).
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 3
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
Inhalt
Management Summary ....................................................................................................... 2
Inhalt .................................................................................................................................... 3
1 Einleitung .................................................................................................................... 4
1.1 Auftrag und Zielsetzung ...................................................................................... 4
1.2 Der "common sense" zum Thema Antibiotika ...................................................... 4
2 Methodisches Vorgehen ............................................................................................ 5
2.1 Vier Schritte zur Erkenntnis ................................................................................. 5
2.2 Die Projektphasen im Detail ................................................................................ 5
3 Erkenntnisse zum Diskurs über Antibiotikaresistenzen ......................................... 6
3.1 Behördenspezifisch, vielschichtig, aber schwach ausgeprägt.............................. 6
3.2 Spezialthema neben Top-Themen des Diskurses ............................................... 7
3.3 Ausgeprägte Fachsprache .................................................................................. 8
3.4 Stars, Repräsentanten und Relais der StAR-Kommunikation .............................. 8
3.5 Differenzierte Geschichten von Adressaten und Medien ..................................... 9
4 Perspektivische Deutung ......................................................................................... 12
4.1 Fehlende Diskurskoalition und zwei Kontroversen ............................................ 12
4.2 Risiken und Chancen ........................................................................................ 13
4.3 Schlussfolgerungen ........................................................................................... 13
5 Diskursstrategien zur StAR ..................................................................................... 14
6 Literatur .................................................................................................................... 15
7 Anhang: Methodenprofil und Zwischenauswertungen .......................................... 18
A. Die Diskursanalyse in Anwendung (DIA) ........................................................... 18
B. Quellenliste Textkorpus (Projektkorpus StAR) ................................................... 19
C. Methodenprofil .................................................................................................. 24
D. Screenshots zum Umgang mit den Diskurs-Maps ............................................. 27
E. Frequenzen von Suchworten im Zeitverlauf ...................................................... 34
F. Wichtige Master-Topics und Hubs (thematische Strukturen) ............................. 35
G. Hubs mit aktiven Akteuren (basierend auf thematische Strukturen)................... 36
H. Keywords (Wortschatzinventar) ......................................................................... 37
I. Named Entities (Hubs, Akteure und Nennungen) .............................................. 38
J. Frequente Kookkurrenzen (Suchworte + AB und/oder AR) ............................... 41
K. Kookkurrenz-Profile und Akteure ....................................................................... 44
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 4
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
1 Einleitung
1.1 Auftrag und Zielsetzung
Im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hat der Forschungsbereich Organisati-
onskommunikation und Öffentlichkeit (OKOE) der Zürcher Hochschule für Angewandte Wis-
senschaften (ZHAW) eine Diskursanalyse zur Nationalen Strategie Antibiotikaresistenzen
(StAR) durchgeführt. Die Diskursanalyse untersucht Muster der sprachlichen Verständi-
gung in der Öffentlichkeit zu den Themen Antibiotika und Antibiotikaresistenz(en), die als
Hinweise auf den "common sense" auf diesem Politikfeld verstanden werden können: Al-
so auf die zentrale Basis der Verständigung zwischen relevanten Akteuren in der öffentlichen
Kommunikation.
Die Diskursanalyse zählt zu den wichtigen Methoden des strategischen Umfeldmonitorings
und kann heute mit digitalen Mitteln rascher und umfassender als früher umgesetzt werden.
Im vorliegenden Projekt kam das digitale Textkorpus "Swiss Applied Linguistics-
Corpus" (Swiss-AL) zum Einsatz; es zählt zu den grössten Korpora seiner Art in Europa.
Daraus wurden Texte relevanter Akteure aus dem Zeitraum von 2013 bis 2017 untersucht.
Die Analyse erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Projektpartner BAG von Juni 2017
bis Mai 2018. Die Leitfrage der Forschung lautete:
Welche sprachlichen Merkmale (Muster des Sprachgebrauchs) weist die öffentliche Kommunikation
im schweizerischen und deutschsprachigen Diskurs über Antibiotikaresistenzen durch die diversen
politikfeldspezifischen Akteure auf?
Die Ergebnisse ergänzen die bisherige strategische Umfeldanalyse des BAG und bilden
eine Grundlage, um weiterführende kommunikations- und diskursstrategische Entscheide
vorzubereiten. Zudem können sie auch die Vollzugspartner für Fragen der Kommunikation
und des Wissenstransfers sensibilisieren.
1.2 Der "common sense" zum Thema Antibiotika
Die situationsbezogene Diskursanalyse zeigt auf, wie Themen von strategischer Bedeutung
in der Öffentlichkeit sprachlich gefasst und wie sie von verschiedenen Akteuren unterschied-
lich gedeutet werden. Das geschieht mittels der Untersuchung wiederkehrender sprachlicher
Muster der öffentlichen Kommunikation (ein bekanntes Beispiel ist die breit bekannte Rede
von "steigenden Gesundheitskosten"). Auf diesem Weg rekonstruiert die Methode einen
"common sense" (also das gemeinsame Wissen und darauf bezogene Deutungen), wie er
sich im erfassten Zeitraum zwischen den untersuchten Akteuren zu den relevanten Themen
ergeben hat. Als Modell dafür dienen die online veröffentlichten und kostenlos zugänglichen
Texte dieser Akteure (Stücheli-Herlach, Ehrensberger-Dow & Dreesen, 2018 i.V.).
Solche gängigen Muster sprachlicher Verständigung prägen Vorverständnisse, Deu-
tungsmuster ("Frames") und Formen medialer Bearbeitung der Kommunikation. Sie sind
eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Themen ihre Aufmerksamkeit gewinnen, dass Ak-
teure geeignete Allianzen (Diskurskoalitionen) schmieden und dass neue Themen und Per-
spektiven lanciert werden können (Kontroversen) (Bubenhofer, 2009; Hajer, 2009; Keller,
2011a/b; Warnke, 2009). So bringen sich, um das oben erwähnte Beispiel aufzunehmen, po-
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 5
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
litische Positionen "gegen die steigenden Gesundheitskosten" in Stellung, und Widerstand
dagegen formiert sich mit dem Slogan "Gesundheit darf etwas kosten!" Die genaue Kenntnis
der Existenz und Gestalt solcher Muster wie ihrer Veränderung bildet die Grundlage dafür,
politische Verständigung und gesellschaftliche Akzeptanz gezielt zu fördern (Hajer,
2009).
2 Methodisches Vorgehen
2.1 Vier Schritte zur Erkenntnis
Die situationsbezogene Diskursanalyse StAR erfolgte in vier Schritten, die in jeder "Diskurs-
linguisik in Anwendung" (kurz DIA, Dreesen, Stücheli-Herlach & Batz 2018 i. V.) zum Einsatz
kommen ( Anhang A). Die Modellierung des deutschsprachigen Antibiotika- und Antibio-
tikaresistenz-Diskurses in der Schweiz erfolgte durch spezifische Ergänzungen der Textquel-
len in Absprache mit dem BAG; beim digitalen Projektkorpus handelt es sich also um ein
spezifisches Teilkorpus des Swiss-AL-C. Die quantitative Simulation des Diskurses erfolg-
te anhand von Suchwörtern, die einerseits in einer Exploration zur politischen "Timeline" und
anderseits auf Wunsch des Projektpartners BAG definiert wurden. Die qualitative Simulati-
on erfolgte anhand von Schlüsselwörtern (Keywords) und der gemeinsamen Verwendung
von Suchwörtern (Kookkurrenzen), mit denen Wortschatz- und Narrationsanalysen vorge-
nommen wurden. Die Perspektivierung erfolgte in Form interaktiver, digitaler Visualisierun-
gen (Diskurs-"Maps"), welche es erlauben, Diskursnetzwerke (Stücheli-Herlach, Tanner &
Batz, 2017) auf Grund eigener strategischer Interessen kennenzulernen und einzuschätzen.
2.2 Die Projektphasen im Detail
Das Forschungsdesign mit seinen vier Schritten konnte in mehreren Projektphasen iterativ
realisiert werden. Sie sind hier zusammenfassend mit den wichtigsten Teilergebnissen
nochmals aufgeführt.
2.2.1 Phasen I/II Qualitative Exploration und Modellierung
Anhand der Rekonstruktion zentraler Schlüsselereignisse und eines Samples von 39 ausge-
wählten, öffentlich zugänglichen Web-Dokumenten wurde der Diskurs über Antibiotikaresis-
tenzen zunächst eingegrenzt. Ergebnis ist eine Analyse der "kommunikativen Infrastruktu-
ren" in Form von Akteuren, Medienquellen und Textsorten (Projektphase I; Borghoff, 2017).
Auf der Grundlage dieser Infrastrukturen wurde in Projektphase II die Sampling-Strategie für
die Bildung des projektspezifischen Textkorpus (als Modell für den Diskurs über Antibio-
tikaresistenzen) abgeleitet; Hinweise von BAG, BLW, BLV und BAFU flossen dabei ein
1
. Das
Textkorpus wurde zusammengestellt aus ausgewählten, kostenlos zugänglichen Online-
Quellen in unterschiedlichen Formaten für verschiedene Zielgruppen aus den Jahren 2013
bis 2017 (Webtexte, Medienmitteilungen, Berichte, verschriftlichte Redebeiträge, Broschüren
1
Bundesamt für Gesundheit (BAG), Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), Bundesamt für Lebensmittelsicherheit
und Veterinärwesen (BLV), Bundesamt für Umwelt (BAFU).
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 6
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
u.a.). Darin finden sich Kommunikationsbeiträge von politikformulierenden und -
umsetzenden Akteuren (kurz "PFU", zum Beispiel Bundesämter, Kantone), von Politikadres-
saten und -betroffenen (kurz: "PAB", zum Beispiel santésuisse, SWISSNOSO), von politik-
entwickelnden und -beratenden Akteuren (kurz: "PEB", z. B. NFP72, anresis) sowie von poli-
tikbeobachtenden und -vermittelnden Akteuren (kurz: "PBV" z. B. Schweizer Leitmedien wie
NZZ und Fachzeitungen wie Schweizer Bauer). Insgesamt handelt es sich um 133 Quellen
mit rund 839 Mio. Wörtern ("Tokens") und ca. 1.9 Mio. Texten ( Anhang B).
2.2.2 Phase III Quantitative Simulationen und Perspektivierung
In einem nächsten Schritt erfolgte eine quantitative Analyse des Textkorpus (quantitative Si-
mulation des Diskurses im Modell). Dabei wurden gängige korpuslinguistische Methoden wie
das Topic Modeling ( Anhang C.1), die Frequenzanalyse (die Berechnung der Häufig-
keit des Gebrauchs einzelner Suchwörter ( Anhang C.2) und die Keyword-Analyse (Be-
rechnung der Signifikanz, d.h. der "Überzufälligkeit" der Verwendung einzelner Wörter im
Korpus ( Anhang C.3) durch einzelne Akteursgruppen angewendet.
2.2.3 Phasen IV/V Qualitative Simulationen, Perspektivierung und Schlussbericht
In der vertiefenden Untersuchung mittels einer qualitativen Simulation kamen die Methoden
der Named Entities-Analyse (Nennungen einzelner Akteure; Anhang C.4) und der
Kookkurrenz-Analyse (gemeinsame Verwendung wichtiger Suchworte in Texten; An-
hang C.5) zum Einsatz. Auch hier konnten perspektivische Auswertungen gemäss den Fra-
gestellungen des BAG präsentiert werden, die dank eines interaktiven Zugangs zu einzelnen
Ergebnissen eine vertiefende, individuelle Auswertung durch das BAG erlauben (Direktlink:
https://bit.ly/2JT0Cr9; Passwort: bagstar; Screenshots für den Umgang mit den Diskurs-
Maps Anhang D).
Die Erkenntnisse aus allen Projektphasen sind im folgenden Kapitel zusammenfassend dar-
gestellt.
3 Erkenntnisse zum Diskurs über Antibiotikaresistenzen
3.1 Behördenspezifisch, vielschichtig, aber schwach ausgeprägt
Zunächst ein Blick auf die journalistische Öffentlichkeit: Der Diskurs über Antibiotikaresisten-
zen in journalistischen Medien im erfassten Zeitraum ist stark auf einzelne Ereignisse
2
be-
zogen, dabei thematisch vielschichtig ausgestaltet. Im Vergleich zum Diskurs etwa über
Krankheiten im Allgemeinen, über bakteriologische und infektiologische Themen ist er aller-
dings schwach ausgeprägt. Dies lässt sich aus der Frequenz entsprechender Suchworte im
2
Der zu analysierende Diskursbereich ist durch eine Timeline mit Schlüsselereignissen (Borghoff, 2017) abge-
steckt worden. Er beginnt mit der Verabschiedung der Strategie "Gesundheit2020" durch den Bundesrat am
1.1.2013 und endet mit einem zu Beginn des Forschungsprojekts noch in der Zukunft liegenden Ereignis, nämlich
dem "Inkrafttreten der Antibiotikaverbrauchs-Datenbank in der Veterinärmedizin" per 1.1.2019.
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P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
Mediendiskurs über fünf Jahre schliessen ( Anhang E). Untersucht man bspw. die grösse-
re Häufigkeit der Suchworte "Antibiotikaresistenz/en" und "Antibiotika/um" im Jahr 2017, wird
deutlich, dass diese in der Regel auf entsprechende ereignisbezogene Medieninformationen
der zuständigen Behörden zurückzuführen sind. In den Medienberichten in diesem Zeitraum
zum Thema ist von Krankheitsbildern, vom Antibiotika-Einsatz, von Resistenzbildungen
durch multiresistente Keime, von nötigen Investitionen in F&E sowie von der Bedeutung von
StAR die Rede.
Der Begriff "One Health" ist im Mediendiskurs des ganzen Zeitraums weder von journalis-
tischen Medien noch von anderen relevanten Akteuren übernommen worden.
3.2 Spezialthema neben Top-Themen des Diskurses
Die computergestützte Analyse thematischer Strukturen im Diskurs ("topic modeling"; Blei,
2012) zeigt, dass "Antibiotika"-Themen vielfältig, aber quantitativ nicht besonders be-
deutsam sind.
Die hier angewendete Methode ermittelt die Wahrscheinlichkeit des gemeinsamen Auftre-
tens unterschiedlicher, bedeutungstragender Wörter in den Texten des Korpus; dies erlaubt
Rückschlüsse auf thematische Strukturen. Kommen gehäuft Wörter miteinander vor, die sich
in der Exploration als wichtig für den StAR-Diskurs erwiesen haben, und sind diese mit rela-
tiver Häufigkeit im Swiss-AL vertreten, sprechen wir von "Topics". Werden diese Topics ba-
sierend auf den absoluten Häufigkeiten im Swiss-AL auf die "stärksten" Topics reduziert,
sprechen wir von "Master-Topics" ( Anhang F).
Die durch die oben beschriebene Methode ermittelten 31 Master-Topics wurden seitens des
Forschungsteams mit jeweils drei StAR-relevanten Schlüsselwörtern aus dem jeweiligen
Master-Topic bezeichnet.
Zunächst sind jene Master-Topics von Interesse, in denen auch tatsächlich das Schlüssel-
wort "Antibiotikum" bzw. "Antibiotika" vorkommt. Im Korpus ergeben sich solche "Antibiotika"-
Master-Topics durch Kombination mit Suchworten wie "Transplantation", "Tropenkrankheit",
"weltweit", "Resistenz", "Bakterium" und "entdecken". Vor allem Politikadressaten (PAB, z.
B. Berufs- und Interessenverbände, Spitäler) leisten einen vergleichsweise hohen Beitrag
an diese spezifischen Themen; Interpharma, Konsumentenschutz, Gesellschaft Schweizer
Tierärztinnen und Tierärzte (GST), Swissnoso und Unispitäler stehen im Vordergrund. Unter
den journalistischen Medien, die "Antibiotika"-Master-Topics bewirtschaften, finden sich Ba-
sellandschaftliche Zeitung, Blick, Südostschweiz, 20min, aber auch die Wochenzeitungen
von Migros und Coop und einige Fachmedien (TopPharm, Schweizer Bauer, Medical Fo-
rum).
Solche ausgesprochen StAR-spezifischen Themen sind im Vergleich mit anderen Master-
Topics des Diskurses allerdings von untergeordneter Bedeutung. Rein quantitativ gesehen
wichtiger sind folgende Master-Topics (ermittelt mit der gleichen Methode): "Krank-
heit/Behandlung" (mit Begriffen wie "Behandlung", "Therapie", "Diagnostik", "Klinik", "Spi-
tal", "Chirurgie", "Ebola", "Medikament", "Epidemie" u.a.), "Veterinärmedizin" (mit Begriffen
wie "Behandlung", "Futter", "Braunvieh", "TSCHV"), "Komplementärmedizin" (mit Begriffen
wie "GVO" und "Homöopathie") und "Gesundheitskosten" (mit Begriffen wie "Gesundheits-
ausgaben", "Kosten", "ökonomisch").
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 8
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
Werden solche Master-Topics vergleichsweise häufig von verschiedenen untersuchten Ak-
teuren verwendet, können sie als "Hubs" bezeichnet werden. Darunter verstehen wir The-
mencluster, die von den Akteuren strategisch bearbeitet werden (Hösl, 2015). Die Themen
"Krankheit/Behandlung" und "Umwelt/Landwirtschaft" sind die mit Abstand wichtigs-
ten "Hubs" des Diskurses. "Krankheit/Behandlung" wird sowohl von journalistischen Medi-
en (PBV) wie von Adressaten (PAB) vergleichsweise häufig bearbeitet. "Um-
welt/Landwirtschaft" ist zudem für die journalistischen Medien ein ebenfalls beherrschendes
Thema; dieses wird auch von behördlichen Akteuren (PFU) vergleichsweise intensiv bearbei-
tet ( Anhang G).
3.3 Ausgeprägte Fachsprache
Der auch unabhängig von den Master-Topics untersuchte gesamte Diskurs wird von
spezifischen Schlüsselwörtern geprägt (also von "Keywords", signifikant häufig gebrauchte
Wörter; Anhang H). Typisch für die Keywords politiknaher Akteure ist ein reichhaltiges
ressort- und institutionentechnisches Fach-Vokabular (inkl. dessen Abkürzungen, zum Bei-
spiel "ARA" oder "GSCHV"), während die journalistischen Medien ein wertorientiertes, so
genanntes Ideologievokabular pflegen, für das Begriffe wie "Krankheit" und auch "Krebs",
"Medizin", "Reisen" oder "Welt" besonders typisch sind (Klein, 2014a/b).
3.4 Stars, Repräsentanten und Relais der StAR-Kommunikation
Eine wichtige Frage betrifft die Rolle, die einzelne untersuchte Akteure (bzw. Akteursquellen)
bei der Vernetzung des Diskurses über Antibiotika und Antibiotikaresistenzen spielen. Sie
kann anhand wechselseitiger Nennungen dieser Akteure analysiert werden (wechselseitiges
Zitieren, Referenzieren, Aufzählen usw. von Named Entities, also von Bezeichnungen kol-
lektiver und personaler Akteure).
Diese Analyse wurden durchgeführt anhand von 15'841 Texten im Korpus, in denen ausser
des als Textquelle fungierenden Akteurs auch Drittakteure genannt werden. Solche Texte
machen 42 Prozent des Projektkorpus aus. Von diesen Texten fallen 60 Prozent auf die Me-
dien (PBV), 28 Prozent auf Politikbetroffene und -adressaten (PAB), 10 Prozent auf Akteure
der Politikformulierung und -umsetzung (PFU) sowie knapp 2 Prozent auf die politikentwi-
ckelnden und -beratenden Akteure (PEB). Insgesamt konnten 115 nennende Akteursquellen
sowie 153 genannte Organisationen und personelle Akteure identifiziert werden ( Anhang
I).
Die wechselseitigen Nennungen zeigen, dass der Diskurs eindeutige "Stars" kennt, also Ak-
teure, die vergleichsweise sehr häufig von anderen Akteuren genannt werden. Dazu gehören
insbesondere die Behörden (Bundesrat; BAG; Parlamente; auch BAFU, BLV und BLW) und
die World Health Organization (WHO); auf Seiten PAB das Schweizerische Heilmittelinstitut
Swissmedic; auf Seiten PEB die Universität Zürich (zur hier angewandten Netzwerktheorie s.
Friemel, 2010). Als "Repräsentanten" können jene Akteure gelten, die vergleichsweise sehr
häufig andere Akteure nennen, ohne selber häufig genannt zu werden; es sind in diesem
Diskurs insbesondere die Basellandschaftliche Zeitung und 20 Minuten (in diesem Ausmass
sind sie geradezu "Follower" der Behörden, mit Blick auf die Leserschaft könnten sie als
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 9
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
"Gatekeeper" bezeichnet werden, die den "Stars" wohlgesonnen sind). Schliesslich gibt
es die Akteure, die im Netzwerk als "Relais" fungieren, d.h. sie werden einerseits ver-
gleichsweise häufig von anderen genannt und nennen selber andere Akteure ebenfalls ver-
gleichsweise häufig. Zu diesen Akteuren zählen besonders der Verband santésuisse, die
SVP sowie die Universitätsspitäler Basel und Zürich.
Natürliche Personen (wie PolitikerInnen) spielen im Netzwerk der wechselseitigen Nennun-
gen keine bedeutende Rolle; das ist ein Hinweis darauf, dass StAR bisher noch wenig "ver-
politisiert" worden ist.
3.5 Differenzierte Geschichten von Adressaten und Medien
In Absprache mit dem Projektpartner sind einzelne Suchworte daraufhin untersucht worden,
in welchem Ausmass sie zusammen mit den Schlüsselbegriffen des Diskurses ("Antibioti-
ka/Antibiotikum" und/oder "Antibiotikaresistenz/en)" vorkommen, und welche Deutung der
Schlüsselbegriffe durch dieses gemeinsame Vorkommen vollzogen wird. Das gemeinsame
Vorkommen der Such- und Schlüsselwörter wird "Kookkurrenz" genannt ( Anhang J).
Die jeweilige Bedeutung, die durch die gemeinsame Verwendung der Wörter entsteht, wird
als ein narratives "Statement" rekonstruiert; werden vergleichbare "Statements" aus ver-
schiedenen Texten aggregiert, entsteht ein erzählerisches (narratologisches) "Kookkurrenz-
Profil" (Hajer, 2009; Ziem, 2017) ( Anhang K).
Insgesamt sind es lediglich 2.7 Prozent der Texte im Projektkorpus (1'020 Texte von 65 Ak-
teursquellen), welche die Schlüsselbegriffe "Antibiotikum/Antibiotika" und/oder "Antibiotikare-
sistenz/en" enthalten. Das entspricht dem oben erläuterten Befund einer vergleichsweise
marginalen Bedeutung entsprechender Topics im Diskurs. In der Hälfte dieser Texte also
in deren 530 sind die Schlüsselbegriffe gemeinsam mit Suchworten verbunden, welche das
Projektteam dem "Forschungsdiskurs" zuordnet und als besonders wichtig und interessant
bezeichnet hat (also mit "Forschung", "Forscher", "Forscherteam", "Wissenschaft", "Wissen-
schaft(l)er", "wissenschaftlich"). In weiteren gut 400 Texten sind die Schlüsselbegriffe mit
Suchworten verbunden, welche das BAG dem "Gesundheitsdiskurs" zuordnet und als be-
sonders wichtig und interessant bezeichnet ("Behandlung, "Gesundheit", "gesund", "Patient/-
in". In je gut 300 Texten sind die Schlüsselbegriffe mit Suchworten verbunden, welche das
BAG dem "Wirksamkeits-", "Medizin-" bzw. "Therapie-Diskurs" zuordnet und als besonders
wichtig und interessant bezeichnet ("Wirkung", "Wirksamkeit", "Wirkstoff", "Medikament",
"Medizin, med", "Therapie") .
Die neun häufigsten Kookkurrenzen unter all diesen Schlüsselbegriff-Suchwort-
Konstellationen sind in der Folge näher untersucht worden. Dabei konzentrierte sich das
Forscherteam auf jene 96 Texte, in denen diese Kookkurrenzen in vergleichsweise hoher
Dichte vorkommen (gemessen an der Textlänge) und die deshalb als typisch für diese Kons-
tellationen gelten können ( Anhang C.5).
Die Analyse folgt der Annahme, dass das gemeinsame Vorkommen von bestimmten Wörtern
in einzelnen Texten das Zeichen einer "Erzählung" sinnträchtiger Zusammenhänge ist: Sol-
che Erzählungen verknüpfen Schauplätze, Handlungsrollen, Konflikte und Lösungsperspek-
tiven auf eine Art und Weise, die Aufmerksamkeit generiert und Verstehen lenkt ("Public
Storytelling"; s. Stücheli-Herlach & Perrin, 2013; Perrin & Wyss, 2016; Viehöver, 2001).
Solche narrativen Verknüpfungen zwischen den Schlüssel- und Suchworten im StAR-Diskurs
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 10
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
hat das Forscherteam anhand der dafür typischen Texte ermittelt (Analyse der Kookkur-
renz-Profile in Form aggregierter narrativer "positional statements", s. Ziem, 2017; Hajer,
2009).
Insgesamt 25 solcher "öffentlicher Erzählungen" konnten im Projektkorpus identifiziert
werden. Sie stammen zur klaren Mehrheit (zu 98 Prozent) von Politikadressaten und -betrof-
fenen (PAB) und den Medien (PBV) und sind im Folgenden zusammenfassend beschrieben.
3.5.1 Geschichten über Patienten und Medikamente
Die Erzählungen zu den Schlüsselwörtern mittels der Suchworte "Patient" und "Medikament"
fallen insbesondere dadurch auf, dass sich hier überwiegend PAB-Akteure zu Wort melden.
Das Universitätsspital Basel bspw. legt offenbar grossen Wert darauf, Patienten vor Antibi-
otikaresistenzen (AR) zu schützen und weiss, dass Antibiotika bei verschiedenen Pati-
enten unterschiedlich wirken. Ebenso sollten Antibiotika (AB) sorgfältig und nicht al-
ternativlos bei Patienten eingesetzt werden. Auch andere Spitäler (Luzerner Kantonsspi-
tal, Kantonsspital Winterthur, Kantonsspital Baselland, Universitätsspital Zürich, Solothurner
Spitäler AG) greifen diese Erzählung im Diskurs auf.
Das Universitätsspital Basel, H+ Die Spitäler der Schweiz und das Luzerner Kantonsspital
finden zudem, dass AB-Medikamente die Lebensqualität verbessern. Demgegenüber ist
der grosse Medikamentenmarkt nach Ansicht verschiedener Akteure wie der Stiftung für
Konsumentenschutz (SKS) oder der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte
(GST) zunehmend umstritten, wobei seitens Interpharma durchaus Optimismus in Sachen
Medikamentenentwicklung gezeigt wird.
3.5.2 Geschichten über die Gesundheit
Die Gesundheit durch AB schützen wollen TopPharm als auch das Schweizerische Kon-
sumentenforum. Der Antibiotika-Einsatz solle kontrolliert und vermindert, bei gefährlichen
Krankheiten aber forciert werden. Darüber sprechen auch Medienakteure (PBV) wie die Ba-
sellandschaftliche Zeitung. Letztere reden über bereits umgesetzte Gesundheitsmass-
nahmen gegen Antibiotikaresistenzen ebenso wie auch PAB-Akteure (Public Health
Schweiz, Apothekerverband TopPharm, Swissnoso).
3.5.3 Geschichten über Behandlungen
Medien wie der "Blick" appellieren an die Selbstverantwortung der Patienten, Behandlungen
mit Antibiotika zu hinterfragen während sich die Zeitung "Der Bund" ebenso wie einige
PAB-Akteure dafür aussprechen, Behandlungen mit Antibiotika zu optimieren; zum Bei-
spiel durch eine Verkürzung der Behandlungsdauer (Der Bund), Antibiotikaresistenz-
Kontrollen (anresis), die Verwendung anderer Medikamente wie bspw. Kortison mit Antibioti-
ka (Universitätsspital Basel) oder die Entwicklung von "massgeschneiderte(n) , wirkungsvol-
le(n) und möglichst nebenwirkungsarme(n) antibiotische(n) Behandlung(en) (von) Patienten."
(Luzerner Kantonsspital).
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 11
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
3.5.4 Geschichten über wissenschaftliche Forschung
Dass Forscher vielfältige Entdeckungen machen (Antibiotikaresistenz-Gene und Bakte-
rien, alternative Behandlungsmethoden mit Antibiotika oder neue Antibiotika-
Produktionsformen), darüber erzählen insbesondere Medien (PBV) wie der "Blick" oder
"20Minuten", auf Seiten der PAB-Akteure insbesondere Interpharma und Universitätsspital
Basel. Zudem schreiben "Südostschweiz", "Blick" und "Basellandschaftliche Zeitung" ebenso
wie der Wissenschaftsakteur "NFP72" darüber, dass Forscherteams wirksame Antibiotika
fordern (World Health Organization WHO), sich Forschende zur Entwicklung neuer Wirk-
stoffe und Diagnosemethoden vernetzen (Nationales Forschungsprogramm Antimikrobielle
Resistenz NFP72) und die Kommission für Technologie und Innovation (KTI) Forschende
motiviert, neue Wirkstoffe und Diagnosemethoden zu lancieren (KTI).
3.5.5 Geschichten über Medikamenten-Wirkungen
Während "Der Bund" verkündet, dass Penicillin seine Wunderwirkung verliert und der
"Blick" dafür plädiert, antibiotikaresistenzfördernde Wirkstoffe zu verbieten, spricht sich
das Luzerner Kantonsspital dafür aus, Wirkstoffe sorgfältig einzusetzen; und das "NFP72"
möchte neue wirksame Wirkstoffe entwickeln.
3.5.6 Geschichten über (Immun)Therapien
Ob Therapien mit oder ohne Antibiotika erfolgreich sind oder nicht, darüber schreiben
vornehmlich die beiden Universitätsspitaler in Basel (Universitätsspital Basel und UKBB). So
gibt es neben erfolgreichen Antibiotika-Therapien und Therapiealternativen zu Antibiotika
keine Vorteile von kombinierten Substanzen. Dass alternative Therapie-Optionen relevant
sind, meinen insbesondere Luzerner Kantonsspital, Universitätsspital Basel und das Univer-
sitätsspital Zürich. Während die einen kürzere Antibiotika-Therapien bei verschiedenen
Krankheitsbildern fordern, suchen die anderen nach verbesserten Therapieoptionen.
3.5.7 Geschichten über wissenschaftliche Studien
Medien (PBV) wie die "Basellandschaftliche Zeitung" oder der "Blick" verweisen sowohl auf
Studien, die Anreize zur Antibiotika-Senkung fordern (Agroscope), als auch auf Basler
und Berner Studien, die Alternativen zu Antibiotika aufweisen (zum Beispiel Kortison und
Antibiotika als neue Therapie am Universitätsspital Basel oder Liposome als Alternative zu
Antibiotika an der Universität Bern).
3.5.8 Geschichten über Medizin
Politikbetroffene Adressaten wie das Kantonsspital Luzern sind sich bewusst, dass "Antibio-
tic-Stewardship" als Pfeiler der modernen Medizin dient und dass es wichtig ist, dass
Mediziner und Forschende aus Human- und Tiermedizin kollaborieren (Inselspital Bern,
Universitätsspital Zürich, Kälbermästerverband).
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 12
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
4 Perspektivische Deutung
4.1 Fehlende Diskurskoalition und zwei Kontroversen
Die Positionierung der StAR und damit verbundener relevanter Themen im öffentlichen Dis-
kurs fällt gegenüber den "grossen Themen" wie der Krankheit, der Umwelt und Landwirt-
schaft eher schwach aus. Es handelt sich um ein Neben- und Spezialthema, das allerdings
recht vielschichtig und eindeutig in Abhängigkeit vom behördlichen Agenda-Setting bearbei-
tet wird. Eine akteursübergreifende "Diskurskoalition" (Hajer, 2009), welche eine allge-
mein verständliche Geschichte über Antibiotikaresistenzen und entsprechende Mass-
nahmen erzählen würde, hat sich offensichtlich noch nicht entwickelt. Auch existiert noch
kein öffentliches "Emblem", das die Anliegen der StAR symbolisieren würde (prägnante
positive Beispiele hierfür sind eingeschliffene Ausdruckweisen in anderen Politikfeldern wie
"bilateraler Weg" oder "Klimawandel"). Das gewählte Symbol für das Kernanliegen der Be-
hörden ("One Health") konnte sich nicht durchsetzen.
Die vertiefende Analyse hat allerdings gezeigt, dass zwischen den schweizerischen Behör-
den (Bundesrat, BAG) und einigen wenigen Medien (Basellandschaftliche, 20 Minuten) koali-
tionsgleiche, enge Diskursbeziehungen bestehen. Auch unabhängig von diesen Medien
werden die Behörden vergleichsweise sehr häufig von anderen Diskursakteuren genannt
und können damit als eigentliche "Stars" des Diskursnetzwerks gelten. Natürliche Perso-
nen wie einzelne PolitikerInnen oder Verbandskader machen ihnen diese Rolle nicht streitig.
Neben der Frage nach Diskurskoalitionen ist auch jene nach Diskurskontroversen strate-
gisch relevant. Solche entstehen, wenn Akteure neue Themen und Perspektiven ins Spiel
bringen bzw. wiederholt vertreten und damit auch alternative Diskurskoalitionen zu schmie-
den versuchen (Dascal, 2006; Keller, 2011a/b; Warnke, 2009). Ein Zeichen dafür sind dann
inkonsistente oder gar sich widersprechende Muster des Sprachgebrauchs.
Anhand der unterschiedlichen "öffentlichen Erzählungen" mittels wichtiger Schlüssel- und
Suchwörter können zwei solche Kontroversen im StAR-Diskurs identifiziert werden. Ers-
tens existiert eine "starke" Kontroverse rund um Antibiotika: Gemäss einer Gruppe von
"narrativen Statements" fördern Antibiotika einerseits Leben, wirken in forciertem Einsatz und
besonders auch mit anderen Medikamenten positiv zusammen
3
; gemäss einer anderen
Gruppe wirken Antibiotika allerdings recht unterschiedlich
4
bis gar nicht
5
, weshalb der Antibi-
otika-Einsatz verkürzt und präzisiert werden müssen.
6
Zweitens existiert eine "schwache" Kontroverse rund um Antibiotikaresistenzen: Einer-
seits müssten Patienten vor Antibiotikaresistenzen geschützt werden
7
, heisst es, während
BAG und andere Akteure andererseits aktiv gegen Antibiotikaresistenzen und für Lösungen
kämpfen, z.B. indem Mediziner verstärkt kollaborieren oder indem Forschende gefordert
(WHO), vernetzt (NFP72) und motiviert (KTI) werden, wirksame Antibiotika, neue Wirkstoffe,
Diagnosemethoden und Therapien zu entwickeln.
8
3
(Suchworte: Medikamente; Studien; Gesundheit)
4
(Suchwort: Patient)
5
(Suchwort: Wirkung)
6
(Suchworte: Behandlung; Therapie; Forscher/Forschung; Patient; Gesundheit)
7
(Suchwort: Patient)
8
(Suchworte: Gesundheit; Forscher; Medizin)
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 13
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
4.2 Risiken und Chancen
Abschliessend können, gestützt auf die diskursanalytischen Befunde, Aussagen zu strategi-
schen Risiken und Chancen gemacht werden.
Zu den wichtigsten Risiken dieser Situation gehört, dass StAR möglicherweise lediglich als
untergeordnetes, behördenspezifisches (oder sogar "bürokratisches") Anliegen wahrge-
nommen wird: Mangelndes Echo auf Empfehlungen oder auch kritische bis ablehnende Hal-
tungen können die Folge sein.
Zu den Chancen gehört, dass das StAR-Anliegen mit dominanten Themen wie Krankheiten
und Behandlungen sowie Umwelt und Landwirtschaft verknüpft werden und so weitaus grös-
sere Beachtung als heute finden könnte. Erzählerische Grundlagen (Arnold, Dressel & Vie-
höver, 2012) also fassbare, sinnvolle Zusammenhänge zwischen Antibiotika bzw. Antibiotika-
resistenzen einerseits und wichtigen weiterführenden Konzepten wie der wissenschaftlichen
Forschung oder dem Patientenverhalten sind bereits vorhanden und könnten aufgegriffen
und verstärkt werden (Public Storytelling-Strategie). Dies böte auch die Gelegenheit, ne-
gativ konnotierte und fachtechnisch geprägte "Frames" zu vermeiden und positive, bürger-
nahe Perspektiven aufzuzeigen.
4.3 Schlussfolgerungen
StAR ist bereits ein öffentliches Thema, das nun allgemein verständlicher vermittelt
und mit grossen Themen der Agenda wie dem Kampf gegen Krankheiten ver-
knüpft werden kann, um seine Relevanz zu vermitteln.
Die gegenwärtige Sprache von Behörden und Interessenverbänden eignet sich für
diese Vermittlung noch zu wenig. Sie muss einfacher, werthaltiger, umgänglicher
und vertrauter gestaltet werden, um die Akzeptanz der Massnahmen zu fördern und
zusätzliche Akteure (wie journalistische Medien, insbesondere aber KonsumentInnen
und BürgerInnen) zu mobilisieren.
Dringend ist zudem, die Allianz mit Vollzugspartnern und Interessenverbänden
rasch zu stärken, damit die bisher dominierende und riskante Rolle der Behörden im
Diskurs breiter abgestützt werden kann und damit andere, bürger-, experten- und pa-
tientennahe Akteure zusätzlich besser sichtbare Rollen in der öffentlichen Kommuni-
kation übernehmen können (Entwicklung einer Diskurskoalition).
Erzählerische Grundlagen sind im Diskurs angelegt, besonders auch zu den wichti-
gen Themen der Patientensicht und der Gesundheitsförderung, aber auch zu For-
schung und Wissenschaft sowie zur Wirksamkeit von Antibiotika. Diese könnten ge-
zielt aufgegriffen, weitererzählt und prägnanter inszeniert werden.
Analysen auch für andere Landes- und Verkehrssprachen (besonders f, it, en)
wären angesichts des behördlichen Kommunikationsauftrags in der Schweiz (Stüche-
li-Herlach et al.) nötig; eine Analyse zum französischen Sprachgebrauch ist inzwi-
schen bewilligt.
Die Arbeiten an der situationsgebundenen Diskursanalyse ergänzen und vertiefen,
ersetzen aber nicht weitere strategische Umfeldanalysen (wie Stakeholder-, Mei-
nungsbild-Analysen). Zusammen mit anderen Analyseergebnissen bilden sie aber die
unabdingbare Grundlage für einen Prozess der systematischen Strategieent-
wicklung, insbesondere für die Public Storytelling- und Argumentationsent-
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 14
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
wicklung (Wehling, 2016; Lakoff & Wehling, 2016; Stücheli-Herlach, 2013; Stücheli-
Herlach, Kettiger, Nussbaumer & Steiner, 2016) sowie für die Entwicklung verdichte-
ter Kernbotschaften in Wort und Bild (Message Design, Content Design; Stücheli-
Herlach, 2017a/b; Stücheli-Herlach & Perrin, 2013; Stücheli-Herlach, Etter-Gick &
Schneider Stingelin, 2017).
5 Diskursstrategien zur StAR
Aus den Analyseergebnissen und ihrer perspektivischen Deutung können auch diskursstra-
tegische Empfehlungen abgeleitet werden. Dabei geht es um die sprachliche Konzeption
und Realisierung (Stücheli-Herlach, 2017b) strategischer Botschaften des BAG für die
Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen.
Generell ist es das Ziel von Diskursstrategien, die Legitimität, Glaubwürdigkeit und Erfass-
barkeit von Botschaften zu gewährleisten (Charaudeau, 2002). Konkret kann dies erreicht
werden durch die Adressatenorientierung und diskursive Einbettung der Botschaften
(bspw. durch Einfachheit, Wiederholung, eindeutige Bewertung) sowie durch das gezielte
Führen von Kontroversen (bspw. durch das Besetzen und Verteidigen von Begriffen, s.
Klein, 2014a/b).
Im vorliegenden Projekt konnte das Forscherteam für ein kommunikationsstrategisches
Handlungsfeld, nämlich das Campaigning, solche Empfehlungen konkretisieren. So sind un-
terschiedliche Konzeptansätze für eine öffentliche Kampagne bewertet und kommentiert
worden (Stücheli-Herlach & Borghoff, 2018). Wichtige Kriterien waren dabei die diskursiven
Einbettungen, etwa die Anknüpfung von Kampagnen-Botschaften an Vorverständnisse
von Patienten, aber auch die Entwicklung eines geeigneten emblematischen Begriffs,
der den "One Health"-Ansatz künftig verkörpern und entsprechende Argumentationen orga-
nisieren könnte. Um zielführende diskursstrategische Entscheide auch umsetzen zu können,
ist die Entwicklung eines "Storyboards" mit geeigneten Recherche-, Argumentations-
und Visualisierungshilfen empfohlen worden.
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 15
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
6 Literatur
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ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 18
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
7 Anhang: Methodenprofil und Zwischenauswertungen
A. Die Diskursanalyse in Anwendung (DIA)
Mehrstufiges, inter- und transdisziplinäres Vorgehen (Dreesen, Stücheli-Herlach &
Batz, 2018 i.V.)
Modellierung, Simulation (qualitativ und quantitativ), Triangulation und Perspektivie-
rung (mittels Diskurs-Maps)
Modellierung durch theoretisches Sampling und computerlinguistisches Crawling und
Tagging von Textquellen aus dem World Wide Web
Topic Modeling, Keyword-, Frequenz-, Schlagwort-, Kookkurrenz- und narrative Fra-
me-Analysen (je nach Fragestellungen)
( zurück)
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 19
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
B. Quellenliste Textkorpus (Projektkorpus StAR)
Quelle/Akteur
Kürzel
Kategorie
Subkategorie
Blick am Abend
blickamabend
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
Dachverband Komplementär-
medizin
dakomed
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
Verband der medizinischen La-
boratorien der Schweiz (FAMH)
famh
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
Verbindung der Schweizer Ärz-
tinnen und Ärzte (FMH)
fmh
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
Gesellschaft der Schweizer
Amts- und Spitalapotheker
(GSASA)
gsasa
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
Gesellschaft Schweizer Tierärz-
tinnen und Tierärzte (GST)
gstsvs
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
H+ Die Spitäler der Schweiz
hplus
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
HUG Hopitaux Universitaires
Genve
hug
PAB
PAB Verbraucher
Inselspital Bern, Universitätskli-
nik für Infektiologie
insel
PAB
PAB Spital (Kanton, Stadt, Uni-
versität)
Interlifescience
interlife
PAB
PAB Unternehmenspartner der
Forschung
Interpharma, Verband der for-
schenden pharmazeutischen
Firmen der Schweiz
interpharma
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
Schweizerischer Kälbermster-
Verband (SKMV)
kaelbermaesterverband
PAB
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Kantonsapotheker-Vereinigung
(KAV)
kav
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
Schweizerisches Konsumenten-
forum kf
konsum
PAB
PAB Verbraucherschutz
Stiftung für Konsumentenschutz
(SKS)
konsumentenschutz
PAB
PAB Verbraucherschutz
Kantonsspital Baselland
(Liestal, Bruderholz, Laufen)
ksbl
PAB
PAB Spital (Kanton, Stadt, Uni-
versität)
Kantonsspital Winterthur
ksw
PAB
PAB Spital (Kanton, Stadt, Uni-
versität)
Luzerner Kantonsspital Luzern
luks
PAB
PAB Spital (Kanton, Stadt, Uni-
versität)
Stiftung Patientensicherheit
Schweiz
patientensicherheit
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
Pharmasuisse - Schweizeri-
scher Apothekerverband
pharmasuisse
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
Public Health Schweiz
publichealth
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
santsuisse
santesuisse
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
Schweizer Bauernverband
(SBV)
sbv_usp
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
scienceindustries - Wirtschafts-
verband Chemie Pharma Bio-
tech
scienceindustries
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
Trägerverein Smarter Medicine
smartermed
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
Solothurner Spitäler AG (Solo-
thurn, Olten, Dornach)
so_h
PAB
PAB Spital (Kanton, Stadt, Uni-
versität)
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 20
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
SPO - Stiftung für Patienten-
schutz
spo
PAB
PAB Verbraucherschutz
Suisseporcs (Schweizerischer
Schweinezucht- und Schweine-
produzentenverband)
suisseporcs
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
Nationales Zentrum für Infekti-
onsprävention (SWISSNOSO)
swissnoso
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
Schweizerische Gesellschaft für
Pädiatrie (SGP/SSP)
swisspaed
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
Universitäts-Kinderspital beider
Basel (UKBB)
ukbb
PAB
PAB Spital (Kanton, Stadt, Uni-
versität)
Universitätsspital Basel
unispital_basel
PAB
PAB Spital (Kanton, Stadt, Uni-
versität)
Universitätsspital Zürich
usz
PAB
PAB Spital (Kanton, Stadt, Uni-
versität)
Vereinigung der Kantonsärztin-
nen und Kantonsärzte der
Schweiz (VKS)
vks
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
Vereinigung der Kantonszahn-
ärzte und Kantonszahnärztin-
nen der Schweiz (VKZS)
vkzs
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
Verband Schweizer Abwasser-
und Gewässerschutzfachleute
(VSA)
vsa
PAB
PAB NGO (Vereine, Verbände)
20 Minuten
20min
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Aqua & Gas Fachzeitschrift der
Gas- und Wasserbranche
Schweiz
aquaetgas
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bz Basellandschaftliche Zeitung
basellandschaftliche
PBV
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Bauernzeitung Online
bauernzeitung
PBV
PBV Fachzeitung
Basler Zeitung
bazonline
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Beratungs- und Gesundheits-
dienst für Kleinwiederkäuer
(BGK) / Forum kleinwiederkäuer
bgk
PBV
PBV Fachzeitung
Schweizerische Bienenzeitung
(Plattform)
bienen
PBV
PBV Tageszeitung
Blick
blick
PBV
PBV Tageszeitung
braunvieh CH (Verband der
Braunviehzüchter)
braunvieh
PBV
PBV Fachzeitung
Fleisch und Feinkost (Schwei-
zer Fleisch-Fachverbandes)
carnasuisse
PBV
PBV Fachzeitung
Coop Zeitung
coopzeitung
PBV
PBV Wochenzeitung
Der Bund
derbund
PBV
PBV Tageszeitung
Drogistenstern (Schweizeri-
scher Drogistenverband)
drogistenverband
PBV
PBV Fachzeitung
Grenchner Tagblatt
grenchnertagblatt
PBV
PBV Tageszeitung
Swiss Medical Forum (SMF)
medicalforum
PBV
PBV Fachzeitung
Migros Magazin
migroszeitung
PBV
PBV Wochenzeitung
Neue Zürcher Zeitung
nzz
PBV
PBV Tageszeitung
Schweizerische Ärztezeitung
(SZ)
saez
PBV
PBV Fachzeitung
Schweizer Bauer: Das Agrar-
portal für die Schweizer Land-
wirtschaft
schweizerbauer
PBV
PBV Fachzeitung
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 21
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
Schweizer Radio und Fernse-
hen (SRF)
srf
PBV
PBV Newsdienste
südostschweiz
suedostschweiz
PBV
PBV Tageszeitung
Tagesanzeiger
ta_leser
PBV
PBV Tageszeitung
Tierwelt
tierwelt
PBV
PBV Fachzeitung
TopPharm Online (grösste
Gruppierung selbstständiger
Apotheken in der Deutsch-
schweiz)
toppharm
PBV
PBV Fachzeitung
Weltwoche
weltwoche
PBV
PBV Wochenzeitung
Die Wochenzeitung (WOZ)
woz
PBV
PBV Wochenzeitung
agridea
agridea
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Akademien der Wissenschaften
akademien
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
anresis (Schweizerisches Zent-
rum für Antibiotika Resistenzen)
anresis
PEB
PEB Projekte
Berner Fachhochschule
bfh
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
CERN
cern
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
EAWAG Aquatic Research
eawag
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Eidg. Technische Hochschule
Zürich
ethz
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Fachhochschule Nordwest-
schweiz
fhnw
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Fachhochschule Ostschweiz
FHO
fho
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Fachhochschule für Angewand-
te Wissenschaften St. Gallen
fhsg
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Forschungsinstitut für biologi-
schen Landbau (FiBL)
fibl
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Hochschule Luzern
hslu
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Hochschule für Technik Rap-
perswil
hsr
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Hochschule für Technik und
Wirtschaft (HTW Chur)
htwchur
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
KHM Kollegium für Hausarzt-
medizin
kollegium
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
72NFP Antimikrobielle Resis-
tenz Nationales Forschungs-
programm
nfp72
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Schweizerische Akademie der
Technischen Wissenschaften
(SATW)
satw
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Schweizerischer Nationalfonds
zur Förderung der wissen-
schaftlichen Forschung (SNF)
snf
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Schweizerisches Tropen- und
Public Health-Institut (Swiss
TPH)
swisstph
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Universität Basel
unibas
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Universität Bern
unibe
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Universit de Fribourg
unifr
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Universit de Genve
unige
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Universit de Lausanne
unil
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Universität Luzern
unilu
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Universit de Neuchtel
unine
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 22
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
Universität St. Gallen
unisg
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Universit della Svizzera italiana
usi
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Universität Zrich
uzh
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
vetsuisse-fakultt (an den Uni-
versitäten Bern und Zrich)
vetsuisse
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Eidg. Forschungsanstalt für
Wald, Schnee und Landschaft
(WSL)
wsl
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Zürcher Hochschule für Ange-
wandte Wissenschaften
(ZHAW)
zhaw
PEB
PEB Wissenschaft, F&E
Bund (www.admin.ch) (inkl. Ge-
setze, Verordnungen, Bundes-
ämter, Bundesämter, Parla-
ment, etc.)
admin
PFU
PFU Bund
Bürgerlich-Demokratische Par-
tei Schweiz (BDP)
bdp
PFU
PFU Partei
Christlich-demokratische Volks-
partei (CVP)
cvp
PFU
PFU Partei
FDP. Die Liberalen.
fdp
PFU
PFU Partei
Grünliberale Partei Schweiz
(GLP)
glp
PFU
PFU Partei
Green Liberal Party of Switzer-
land
greenlib
PFU
PFU Partei
Grüne Partei der Schweiz
(GPS), Parti cologiste suisse
(PES)
gruene
PFU
PFU Partei
Grüne Uri
grueneuri
PFU
PFU Partei
Kanton Aargau
kanton_ag
PFU
PFU Kanton
Kanton Appenzell Ausserrho-
den
kanton_ai
PFU
PFU Kanton
Kanton Appenzell Innerrhoden
kanton_ar
PFU
PFU Kanton
Kanton Basel Landschaft
kanton_be
PFU
PFU Kanton
Kanton Basel-Stadt
kanton_bl
PFU
PFU Kanton
Kanton Bern
kanton_bs
PFU
PFU Kanton
Kanton Freiburg / Etat de Fri-
bourg
kanton_fr
PFU
PFU Kanton
Kanton Genf / République et
canton de Genve
kanton_ge
PFU
PFU Kanton
Kanton Glarus
kanton_gl
PFU
PFU Kanton
Kanton Graubnden
kanton_gr
PFU
PFU Kanton
Kanton Jura / République et
Canton du Jura
kanton_ju
PFU
PFU Kanton
Kanton Luzern
kanton_lu
PFU
PFU Kanton
Kanton Neuburg / République et
Etat de Neuchtel
kanton_ne
PFU
PFU Kanton
Kanton Nidwalden
kanton_nw
PFU
PFU Kanton
Kanton Obwalden
kanton_ow
PFU
PFU Kanton
Kanton Schaffhausen
kanton_sg
PFU
PFU Kanton
Kanton Schwyz
kanton_sh
PFU
PFU Kanton
Kanton Solothurn
kanton_so
PFU
PFU Kanton
Kanton St. Gallen
kanton_sz
PFU
PFU Kanton
Kanton Tessin / Repubblica e
Cantone Ticino
kanton_tg
PFU
PFU Kanton
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 23
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
Kanton Thurgau
kanton_ti
PFU
PFU Kanton
Kanton Uri
kanton_ur
PFU
PFU Kanton
Kanton Waadt / Canton Vaud
kanton_vd
PFU
PFU Kanton
Kanton Wallis
kanton_vs
PFU
PFU Kanton
Kanton Zug
kanton_zg
PFU
PFU Kanton
Kanton Zürich
kanton_zh
PFU
PFU Kanton
Sentinella
sentinella
PFU
PFU Bund
Sozialdemokratische Partei
(SP)
sp
PFU
PFU Partei
Dienstleistungszentrum für die
Schweineproduktion (SUISAG
SGD)
suisag
PFU
PFU Bund
Schweizerische Volkspartei
(SVP)
svp
PFU
PFU Partei
Swissmedic - Schweizerisches
Heilmittelinstitut
swissmedic
PFU
PFU Bund
( zurück)
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 24
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
C. Methodenprofil
1. Topic Modeling
Datengrundlage ist das projektspezifische Textkorpus mit relevanten Websites (n =
133)
Errechnung der Wahrscheinlichkeit gemeinsamen Vorkommens von bezeichnenden
Wörtern (Blei, 2012) in Texten des Korpus
Erstanalyse: 3'100 Topics
Selektion von 204 relevanten Topics nach semantischen Kriterien anhand der Explo-
ration des Diskursbereichs (paralleles Codieren durch 3 Forschende)
Zweitselektion nach Stichproben und absoluter Häufigkeit der Topics bei relevanten
Akteuren
Identifikation von 31 unmittelbar relevanten Topics ("Master-Topics"); Codierung mit
drei Schlüsselwörtern des Antibiotika-Diskurses ( Anhang F); Identifikation von
thematischen "Hubs" (Hösl, 2015) anhand der vergleichsweisen Häufigkeit der Ver-
wendung bei untersuchten Akteuren ( Anhang G); Codierung der "Hubs" auf Grund
aggregierter semantischer Merkmale
Topic
Nr.
Topic
492
infektion patient antibiotikum spital bakterium mrsa spitalhygiene swissnoso erreger aureus infektio-
logie swiss resistenz keim noso esbl resistent klinisch coli positiv
505
antibiotikum card bakterium http iph bitly mai neu forscher resistent mensch februar selten elite ver-
trauen entdecken zeigen resistenz schlafwandler tunbasel
373
impfung krankheit person virus infektion gesundheit bag impfstoff erkrankung jahr impfen arzt maser
hpv schweiz hepatitis monat fall grippe mensch
250
hiv impfen impfung bag impfstoff krankheit erkrankung aids jahr gesundheit maser mensch wirkstoff
infektion bundesamt kind progerie fahrende malaria leiden
284
ara gewässer card biologisch zustand untersuchung umwelt wasserqualität abwasser chemisch ein-
zugsgebiet fliessgewässer erfolgskontrolle organisch kläranlage belastung anforderung stoff mikro-
verunreinigung abwasserreinigungsanlage
361
tier hund müssen tierarzt schaf blv rind tierhalter betrieb schwein pferd tschv veterinärwesen tierver-
such krankheit haltung halten nutztier tierisch tierseuche
242
patientensicherheit patient fehler spital stiftung schweiz checkliste card op sicher sicherheit empfeh-
lung zwischenfall chirurgie sie kommunikation arzt dass cirrnet gesundheitswesen
423
komplementärmedizin gvo gentechnisch verändert organismus dachverband medizin schweizerisch
homöopathie dakomed schweiz anthroposophisch anbau gentechnik komplementär methode pflan-
zepflanzen ärztlich komplementärmedizinische akupunktur
586
forscher dass neu hiv virus universität patient card zürich aids dna erkenntnis basel zeigen pml anti-
körper oktober mehr impfstoff protein
79
gut schweiz dass zeigen stehen gesundheitswesen land hoch oecd gesundheitsausgabe lebenser-
wartung studie gesundheitskosten qualität führen gesundheitssystem kosten immer ökonomisch ge-
sundheit
Abbildung: Auszug von Master-Topics in den deutschsprachigen Texten im Projektkorpus StAR
( zurück)
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 25
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
2. Frequenzanalysen
Häufigkeit der Verwendung ausgewählter Suchworte (pro Million Wörter im Teilkor-
pus von journalistischen Texten und im Zeitverlauf) ( Anhang E)
Lemmatisierung der Suchworte (d.h. Erfassen aller möglichen Schreibweisen und
Flexionsformen) und Analyse pro Monat
Einschränkung auf Teilkorpus mit journalistischen Texten, weil andere Textsorten
oftmals nicht datierbar sind
( zurück)
3. Keywords und Schlagwortinventar
Vergleich der Wortverwendung in verschiedenen Teilkorpora
Identifikation signifikanter Häufigkeiten der Wortverwendung in Teilkorpora (Log-
Likelihood-Werte)
Vergleich der politikfeldspezifischen Akteurskategorien (PBV, PAB, PFU und PEB)
Approximative Kategorisierung des politischen Wortschatzes nach Klein (2014) (
Anhang H)
( zurück)
4. Named Entities
Automatische Identifikation und Klassifikation von Eigennamen (Named Entities
Recognition NER)
Ein Eigenname ist ein Wort oder eine Folge von Wörtern, die eine real existierende
Entität beschreiben, wie zum Beispiel ein Firmenname, Name einer Organisation,
Person oder Funktionsrolle (zum Beispiel "Bundesrat")
Analyse aller Eigennamen der Textquellen im Projektkorpus; zusätzlich spezifische
Suchanfragen seitens BAG ( Anhang I).
Analyse wechselseitiger Nennungen von Quellenautoren (unter Weglassung von Ei-
gennennungen)
Technische Unterteilung der Quelle "admin" nach relevanten Unterorganisationen
(Bundesrat, Parlament, National- und Ständerat, Bundesamt für Gesundheit BAG,
Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, Bundesamt für
Landwirtschaft BLW, Bundesamt für Energie BAFU, Eidgenössisches Departement
für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF, Eidgenössisches Departement für Um-
welt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK, Eidgenössisches Departement
des Innern EDI
Verzicht auf Analyse der Quellen "blick" und "derbund" wegen zu vieler Doppeldeu-
tigkeiten
( zurück)
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 26
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
5. Kookkurrenzen und Kookkurrenz-Profile
Analyse gemeinsamen Vorkommens von Such- und Schlüsselwörtern in einzelnen
Texten des Korpus ( Anhang J).
Selektion von Texten, die Schlüsselwörter "Antibiotika/um" und/oder "Antibiotikaresis-
tenz/en" verwenden (1'020 Texte bzw. 0.05 Prozent aller Texte des Korpus)
Auswertung in Korrelogrammen mit Einfärbung von seitens BAG priorisierten Such-
worten
Selektion von 96 Texten mit vergleichsweise hoher Dichte an interessanten Kookkur-
renzen (mind. 1 Prozent der Wörter im Text betreffen die gesuchte Kookkurrenz, das
sind 9.4 Prozent aller Texte mit Schlüsselwörtern)
Induktiv-datengeleitete, qualitative, mehrstufige Rekonstruktion (Breuer, 2010: 80)
der narrativen Einbettungsmuster der Kookkurrenzen (Ziem, 2017); Aggregation fami-
lienähnlicher Einbettungsmuster zu narratologischen Kookkurrenz-Profilen (Ziem,
2017) ( Anhang K).
Identisches Kodierschema für 3 parallel arbeitende Forschende:
Schritt 1:
Deduktives Indizieren
(Suchen nach Fundstellen zu …)
Schritt 2:
Induktive offenes Kodieren
(Bedeutung der Fundstellen …)
"Synthetische Situation" (Knorr Cetina, 2009): Geo-
grafie, Infrastrukturen (zum Beispiel Spitäler, Praxen),
Institutionen (zum Beispiel Ärzteschaft, Laboratorien),
Artefakte (zum Beispiel Antibiotika, Medikamente, al-
les von Menschen Gemachte)
Problem-Skopus / "Fokus" (Knorr Cetina, 2009)
Nominationen (Bendel Larcher, 2015: 63-68): Eigen-
namen, generische Bezeichnungen, soziale Katego-
rien, Pronomen, Metaphern; weitere Ergänzungen:
Personen, Organisationen, Teil-Organisationen, Kol-
lektivakteure, Allegorien
Textrollen (= narratives Frame) (Perrin & Wyss 2016:
244f.)
Episoden (Erzähldramaturgie): Exposition, Compli-
cation, Resolution, Coda
Resolutionsereignisse, in denen ein Suchwort eine
Rolle spielt
(Perrin & Wyss 2016: 244f.; Perrin 2015)
Werte/Lösungsperspektiven: Werte, positiv favori-
sierte Handlungsprinzipien, Lösungsperspektiven
Zentrale Perspektive, um die gerungen wird (Stüche-
li-Herlach 2013: 30-31
Schritt 3:
Rekonstruktion einzelner "Kookkurrenz-Narrative" (Plots) (auf Textebene)
Schritt 4 (axiales Kodieren)
Rekonstruktion von kookkurrenten "Positional Statements" (Hajer, 2009; Ziem, 2017) (auf Ebene Textkollek-
tion)
Schritt 5 (selektives Kodieren)
Rekonstruktion von "Kookkurrenz-Profilen" (Ziem, 2017) auf Ebene Textkollektion)
Abbildung: Methodisches Vorgehen bei der narratologischen Rekonstruktion typischer Kookkurrenz-Profile
im Diskurs über Antibiotikaresistenzen (Eigene Darstellung)
( zurück)
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 27
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
D. Screenshots zum Umgang mit den Diskurs-Maps
Um die anwendungsorientierte, perspektivische Deutung von Analyseergebnissen zu unter-
stützen, sind für das BAG interaktive Visualisierungen der Ergebnisse entwickelt worden.
Diese erlauben es, die Diskursnetzwerke (Stücheli-Herlach, Tanner & Batz, 2017) im Einzel-
nen auszuwerten, wie sie datenbasiert ermittelt werden konnten. Nachstehend eine kurze
Einführung für die Arbeit damit.
Schritt 1: Login auf der virtuellen Plattform
Direktlink: https://bit.ly/2JT0Cr9
Passwort: bagstar
Schritt 2: Diskurs-Map auswählen
Mausklick auf eine Visualisierung (Beispiel: Anhang N: "Named Entities")
Mausklick
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 28
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
Nach dem Mausklick öffnet sich ein neues Browserfenster, in dem noch nicht alle
Elemente der Visualisierung geladen sind (weisse Fläche in der Mitte). Der Grund
dafür ist, dass die Visualisierung ca. 1 min Zeit benötigt, um geladen zu werden.
Eventuell ist die weisse Fläche von einem blauen Rahmen umsäumt. Auch das be-
deutet, dass die Visualisierung im Hintergrund noch lädt.
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 29
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
Schritt 3: Mit der Diskurs-Map arbeiten
Nach spätestens 1 min sollte die angeklickte Visualisierung vollumfänglich sicht-
bar sein und wird wie folgt angezeigt.
Im Dropdown-Menü links oben (select by group), kann sowohl nach Akteurskate-
gorien gefiltert werden (Industry-related PAB, Media PBV, Academia PEB, Policy
makers PFU) als auch nach Hubs.
Wird bspw. die Akteurskategorie Policy makers PFU angeklickt, werden in der Visua-
lisierung nur jene Akteure mit der Knoten-Farblegende dunkelrot angezeigt (die an-
deren Akteure werden ausgegraut).
Die grünen Symbole am unteren Rand der Visualisierung dienen jeweils der Naviga-
tion (links: nach rechts, nach links, nach unten, nach oben; rechts: zoom-in, zoom-
out, Vollbild). Navigiert werden kann wie gewohnt aber auch per Maus oder Tasten-
kombination auf der Tastatur.
vollständig
geladene Map
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 30
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
Klickt man dann auf den Knoten eines PFU-Akteurs, zum Beispiel das BAG, wird der
angeklickte Knoten türkisblau. Es werden dann nur noch die Verbindungen zwi-
schen dem BAG und anderen PFU-Akteuren angezeigt (die Verbindungen zu ande-
ren Akteuren werden ausgegraut). Die zum BAG hinführenden Pfeile () bedeuten,
dass andere Akteure das BAG nennen. Die vom BAG wegführenden Pfeile () zei-
gen, dass das BAG andere Akteure nennt.
Per anschliessendem Doppelklick auf den Knoten BAG werden dann alle Verbin-
dungen zwischen dem BAG und jenen Akteuren (Knoten) aller Akteurskategorien an-
gezeigt, zu denen eine Verbindung besteht, d.h. vom BAG genannte Akteure bzw.
andere Akteuren, die das BAG nennen (alle anderen Verbindungen werden ausge-
graut).
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 31
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
Will man herausfinden, welcher Akteur über welchen Hub (d.h. Cluster von Master-
Topics im Sinne von Themenstrukturen) spricht, klickt man entweder via Dropdown-
Menü Hubs an oder klickt mit der Maus auf einen Hub in der Visualisierung (Hubs
werden als graue Quadrate dargestellt).
Das Quadrat des angeklickten Hubs, der näher angeschaut werden möchte, im un-
tenstehenden Beispiel "Kranhkeit/Behandlung", wird dann türkisblau. Es werden
dann nur die Verbindungen zwischen dem selektierten Hub (Quadrat) und jenen Akt-
euren (Knoten) angezeigt, die über den Hub (d.h. "Krankheit/Behandlung") sprechen
(alle anderen Verbindungen werden ausgegraut).
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 32
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
Via mouse-over Text ist bei den Hubs jeweils eine Beschreibung der zentralen Hub-
Keywords basierend auf den Master-Topics hinterlegt.
Weitere Hinweise zur Kookkurrenz-Profil-Diskurs-Map:
Per Mausklick auf die Visualisierung unter Anhang P gelangt man auf die "Kookkur-
renz-Profile".
Mausklick
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 33
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
Von der Logik her sind diese ähnlich zu "lesen" wie die Diskurs-Map zu den "Named
Entities". Anstelle von Akteurskategorien und Hubs sind hier die Akteure (Knoten)
sowie die neun "frequentesten und dichtesten" Kookkurrenzen gelistet: Behandlung,
Gesundheit, Patient, Forschung, Medikament, Wirkung, Therapie, Studie, Medizin (s.
auch Farblegende). Wählt man im Dropdown-Menü bspw. die Kookkurrenz "Pati-
ent", werden in der Visualisierung nur die drei dazugehörigen Kookkurrenz-Profile
(Quadrate) in der entsprechenden Farbe angezeigt (alles andere wird ausgegraut).
Via mouse-over Text ist bei allen Kookkurrenz-Profilen eine Beschreibung der jewei-
ligen narrativen "positional statements" hinterlegt.
( zurück)
Farblegende Quadrate:
Kookurrenzen
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 34
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
E. Frequenzen von Suchworten im Zeitverlauf
Abbildung: Suchwort-Frequenzen in den Themenfeldern "Antibiotika" & "Krankheiten" in Quellen von
politikbeobachtenden und -vermittelnden Akteuren, v. a. journalistischen Medien, 2013- 2017
( zurück)
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 35
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
F. Wichtige Master-Topics und Hubs (thematische Strukturen)
Abbildung: Wichtige Master-Topics (Blei) und -Hubs (i.S. von geclusterten Master-Topics) der für die Dis-
kursanalyse ausgewählten Akteure (nach Zahl der Texte und zentralen Master-Topic-Begriffen).
( zurück)
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 36
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
G. Hubs mit aktiven Akteuren (basierend auf thematische Strukturen)
Abbildung: Thematische Hubs (i.S. von geclusterten Master-Topics) und sie bedienende
Akteure im StAR-Textkorpus (Dicke der Kanten: Standardisierte Zahl der Texte pro
Akteursquelle zu einem Master-Topic, das dem jeweiligen Hub zugeordnet worden ist)
( zurück)
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 37
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
H. Keywords (Wortschatzinventar)
Abbildung: Häufigkeiten des Gebrauchs spezifischen Vokabulars (Klein) in Akteurskategorien, ermittelt an-
hand der Keywords (signifikante Schlüsselwörter einzelner Akteurskategorien) im Projektkorpus
Abbildung: Häufigkeiten des Gebrauchs spezifischen Vokabulars (Klein) durch Akteurskategorien mit Bei-
spielen von Keywords, die zu einem bestimmten Vokabular gehören
( zurück)
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 38
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
I. Named Entities (Hubs, Akteure und Nennungen)
Abbildung: Vom BAG bereitgestellte Liste von wichtigen, zu untersuchenden Eigennamen
(Markierungen: Im Textkorpus genannte bzw. nicht genannte Eigennamen)
Abbildung: Akteure; wechselseitige Akteurs-Nennungen, Themenbezüge
(Verbindungen mit häufigen Nennungen (35+); Zentralitätsmasse;
Screenshot des Diskursnetzwerks und seiner interaktiven Visualisierung,
Direktlink: https://bit.ly/2JT0Cr9; Umgang mit Diskurs-Maps Anhang D)
Akteurskategorie Personen Akteurskategorie Organisationen Legende:
Ruth Humbel Kanton Glarus oder Glarus Genannte Akteursquellen gem. Projektkorpus BAG-StAR
Bea Heim Kanton Uri oder Uri
Eidgenössische Fachkommission
Biologische Sicherheit oder EFBS
WHO oder World Health Organization oder World Health Organisation
Carlo Beat Quinto FMH oder Swiss Medical Association Nicht gennante Akteure im Projektkorpus BAG-StAR
Jürgen Sigg Swissmedtech
Michael Altdorfer Swiss Biotech oder Sw iss Biotech Association
Martine Ruggli Pharmasuisse
Marc Gitzinger Bioversys
Jean-Claude Piffaretti Interlifescience
Sara Käch Interpharma
René P. Buholzer oder René
Buholzer
Christoph Kiefer Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte oder GST oder gstsvs
Toppharm
Konsumentenschutz
USZ, Universitätsspital Zürich, Unispital Zürich, Unispital ZH
Universitätsspital Basel, Unispital Basel, Unispital BS
Swissnoso
Kometian
Schweizer Bauernverband
Markus Hilty Anresis oder anresis
Andreas Kronenberg
PEB
Named Entities
Named Entities
Genannte Organisationen gem. Liste BAG, die (noch)
nicht als Akteursquellen im Projektkorpus BAG-StAR
erfasst sind
PFU
PAB
PEB
PFU
PAB
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 39
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
Abbildung: 115 nennende Akteure; das sind Akteursquellen im Projektkorpus, die andere Akteure "nennen"
(Verbindungen mit häufigen Nennungen (35+); Zentralitätsmass)
Nr. Nennende Akteure Nr. Nennende Akteure
1 20min 61 kanton_ur
2 admin 62 kanton_vs
3 agridea 63 kanton_zg
4 akademien 64 kanton_zh
5 anresis 65 kav
6 aquaetgas 66 kollegium
7 basellandschaftlichezeitung 67 konsum
8 bauernzeitung 68 konsumentenschutz
9 bazonline 69 ksbl
10 bdp 70 ksw
11 bfh 71 luks
12 bgk 72 medicalforum
13 bienen 73 migroszeitung
14 blick 74 nfp72
15 blickamabend 75 nzz
16 braunvieh 76 patientensicherheit
17 carnasuisse 77 pharmasuisse
18 coopzeitung 78 publichealth
19 cvp 79 saez
20 dakomed 80 santesuisse
21 derbund 81 sbv_usp
22 drogistenverband 82 schweizerbauer
23 eawag 83 scienceindustries
24 ethz 84 smartermed
25 famh 85 snf
26 fdp 86 so_h
27 fhnw 87 sp
28 fibl 88 spo
29 fmh 89 srf
30 glp 90 suedostschweiz
31 gruene 91 suisag
32 gsasa 92 suisseporcs
33 gstsvs 93 svp
34 hplus 94 swissmedic
35 hslu 95 swissnoso
36 hsr 96 swisspaed
37 htwchur 97 swisstph
38 hug 98 ta_leser
39 insel 99 tierwelt
40 interpharma 100 toppharm
41 kaelbermaesterverband 101 ukbb
42 kanton_ag 102 unibe
43 kanton_ai 103 unifr
44 kanton_ar 104 unige
45 kanton_be 105 unilu
46 kanton_bl 106 unispital_basel
47 kanton_bs 107 usz
48 kanton_fr 108 uzh
49 kanton_gl 109 vetsuisse
50 kanton_gr 110 vks
51 kanton_ju 111 vkzs
52 kanton_lu 112 vsa
53 kanton_ne 113 weltwoche
54 kanton_nw 114 woz
55 kanton_ow 115 wsl
56 kanton_sg
57 kanton_sh
58 kanton_so
59 kanton_sz
60 kanton_tg
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 40
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
Abbildung: 153 genannte Akteure, das sind Akteure, die von Akteursquellen im Projektkorpus
"genannt" werden (Verbindungen mit häufigen Nennungen (35+); Zentralitätsmass)
( zurück)
Nr. Genannte Akteure Nr. Genannte Akteure
1 agridea 81 kometian
2 akademien 82 komplementärmedizin
3 andreas_kronenberg 83 konsum
4 anresis 84 konsumentenschutz
5 antibiotika 85 krankheitbehandlung
6 aquaetgas 86 ksbl
7 bafu 87 ksw
8bag 88 luks
9 basellandschaftlichezeitung 89 marc_gitzinger
10 bauernzeitung 90 markus_hilty
11 bazonline 91 medicalforum
12 bdp 92 medikamentenforschung
13 bea_heim 93 migroszeitung
14 bfh 94 nationalrat_staenderat
15 bgk 95 nfp72
16 bienen 96 nzz
17 bioversys 97 patientensicherheit
18 blickamabend 98 pat-sicherheit
19 blv 99 pharmasuisse
20 blw 100 piffaretti
21 braunvieh 101 publichealth
22 bundesrat 102 rene_buholzer
23 carlo_beat_quinto 103 ruth_humbel
24 carnasuisse 104 saez
25 cern 105 santesuisse
26 christoph_kiefer 106 sara_kaech
27 coopzeitung 107 satw
28 cvp 108 sbv_usp
29 dakomed 109 schweizerbauer
30 drogistenverband 110 scienceindustries
31 eawag 111 sentinella
32 edi 112 smartermed
33 efbs 113 snf
34 ethz 114 so_h
35 famh 115 sp
36 fdp 116 spo
37 fhnw 117 srf
38 fho 118 suedostschweiz
39 fhsg 119 suisag
40 fibl 120 suisseporcs
41 fmh 121 svp
42 gesundheitskosten 122 swissmedic
43 glp 123 swissnoso
44 gruene 124 swisspaed
45 gsasa 125 swisstph
46 gstsvs 126 tagesanzeiger
47 hplus 127 tierwelt
48 hslu 128 toppharm
49 hsr 129 ukbb
50 htwchur 130 umweltlandwirtschaft
51 hug 131 unibe
52 inselspital_bern 132 unifr
53 interlifescience 133 unige
54 interpharma 134 unil
55 kanton_ag 135 unilu
56 kanton_ai 136 unine
57 kanton_ar 137 unisg
58 kanton_be 138 unispital_basel
59 kanton_bl 139 usi
60 kanton_bs 140 usz
61 kanton_fr 141 uvek
62 kanton_gl 142 uzh
63 kanton_gr 143 veterinärmedizin
64 kanton_ju 144 vetsuisse
65 kanton_lu 145 vks
66 kanton_nw 146 vkzs
67 kanton_ow 147 vsa
68 kanton_sg 148 wbf
69 kanton_sh 149 weltwoche
70 kanton_so 150 who
71 kanton_sz 151 woz
72 kanton_tg 152 wsl
73 kanton_ti 153 zhaw
74 kanton_ur
75 kanton_vd
76 kanton_vs
77 kanton_zg
78 kanton_zh
79 kav
80 kollegium
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 41
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
J. Frequente Kookkurrenzen (Suchworte + AB und/oder AR)
Abbildung: Absolute Frequenzen kookkurrenter Suchworte
(zusammen mit AB und/oder AR); n = 1'020 Texte
Gruppe Basis Suchwörter
Text-
frequenzen
Legende:
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR
Forschung/Forscher/Forscherteam
Wissenschaft/Wissenschaftler/wissenschaftlich
530
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Behandlung 436
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Gesundheit/gesund 404
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Patient 402
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Medikament 327
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Wirkung/Wirksamkeit/Wirkstoff 324
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR (Immun)Therapie 322
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Risiko 304
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Studie 273
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Medizin/med 247
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Diagnose 188
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Körper 178
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Impfung 171
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR natürlich 160
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Umwelt 125
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Nebenwirkung 123
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Sicherheit 121
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Lebensmittel 120
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Verfügbar(keit) 105
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Heilung 95
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Hygiene 75
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Ausland 74
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Abgabe(menge) 71
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Antibiotikaverbrauch 71
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR übermässig 54
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Angst 47
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Antibiotikaverschreibung 46
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Pharmaindustrie/-branche/-firmen 41
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Homöopathie 41
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Vertrauen 33
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Penicillin 31
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Komplementärmedizin 25
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Anreiz 18
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Innovation 15
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR ganzheitlich 14
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Alternativmedizin 13
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR antibiotikafrei 12
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Generika 9
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Naturstoff 7
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Schmerzlinderung 5
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Disziplin 4
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Genforschung 2
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Medikament(enentwicklung) 2
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Fehlanreiz 2
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR impfen 2
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Marktversagen 2
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Biotech 1
Weitere relevante Suchworte "AB/AR-Diskurs" AB und/oder AR Marktzulassung 1
Suchworte "Forschungsdiskurs" AB und/oder AR Pipeline 1
vom BAG priorisierte
Suchworte für die Analyse
AB: Antibiotikum/Antibiotika
AR: Antibiotikaresistenz/en
Narratologische Rekonstruktion
der Einbettung von 9
Kookurrenzen in typischen
Texten (Kookurrenzdichte;
n=96)
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 42
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
Abbildung: Korrelogramm kookkurrenter Suchworte im "Forschungsdiskurs"
(zusammen mit AB und/oder AR); n = 1'020 Texte
Abbildung: Korrelogramm weiterer relevanter kookkurrenter Suchworte im "Diskurs über Antibiotikaresis-
tenzen" (zusammen mit AB und/oder AR); n = 1'020 Texte
Kookkurrente Suchworte im "Forschungsdiskurs"
(zusammen mit AB und/oder AR)
Weitere relevante kookkurrente Suchworte
im "Diskurs über Antibiotikaresistenzen"
(zusammen mit AB und/oder AR)
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 43
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
„Forschungsdiskurs“
Medikamentenforschung
neue AB
heilende/heilsame AB
kritische, resistente, wirkungslose AB
„Diskurs über Antibiotikaresistenzen“
Lenkungsabgabe
Antibiotika richtig einsetzen
Antibiotika vermeiden
sozialer Druck
schnell gesund werden
Gesundheitsmedizin
komplementär, komplementärmedizinisch
alternativ
homöopathisch
Naturheilverfahren, Naturheilkunde, naturheilkundlich
Heilmedizin, heilmedizinisch
Ethnomedizin, Volksmedizin
heil, heilsam, heilend
Legende: vom BAG priorisierte Suchworte für die Analyse
Abbildung: Weitere "nicht kookkurrente" Suchworte und Wortkombinationen
(zusammen mit AB und/oder AR); n = 1'020 Texte
( zurück)
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 44
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
K. Kookkurrenz-Profile und Akteure
Abbildung: Kookkurrenz-Profile basierend auf der Analyse von narrativen Einbettungsmustern mittels
qualitativ-rekonstruierendem Analyseverfahren (Beispiel aus der Kodiertabelle)
Gruppierung
Kookurrenz-Profil
Definitive Codes
03.05.18 / borg-stue
Inhaltliche Grundaussagen
der Narrative
03.05.18 / borg-stue
Gruppe Basis Suchwort Selektive Codes Statements
Behandlung hinterfragen Selbstverantwortung Patient
BAG im AR-Kampf
AB-Beratung & Information
Forschung zeigt Relevanz eines rechtzeitigen AB-
Einsatzes
Wirkung essentieller AB-Medikamente verblasst
AB-Medikamente verbessern Lebensqualität
Penicillin verliert Wunderwirkung
Wirkstoffe sorgfältig einsetzen
Neue wirksame W irkstoffe entwic keln
AR-fördernde Wirkstoffe verbieten
Antibiotic Stewardship dient als Pfeiler der Medizin AS als Pfeiler der modernen Medizin am LUKS
Kookurrenz
forschungsdiskurs
AB und/oder AR
Behandlung
Behandlung optimieren
suchworte
AB und/oder AR
Gesundheit/gesund
Gesundheitsmassnahmen gegen AR umgesetzt
Gesundheit schützen durch AB
Patienten vor AR schützen
AB sorgfältig und nicht alternativlos bei Patienten
einsetzen
AB wirken bei Patienten unterschiedlich
forschungsdiskurs
AB und/oder AR
Forschung/Forscher/Forscherteam;
Wissenschaft/Wissenschaftler/
wissenschaftlich
Forscherteams fordern; vernetzen und motivieren
forschungsdiskurs
AB und/oder AR
Patient
forschungsdiskurs
AB und/oder AR
Wirkung/Wirksamkeit/Wirkstoff
Forscher macht vielfältige Entdeckungen
Forschung unterstützt gegen resistente
Geschlechtskrankheiten
forschungsdiskurs
AB und/oder AR
Medikament
Medikamentennutzung durch Info-Management verbessern
Grosser Medikamentenmarkt zunehmend umstritten
Therapie mit oder ohne AB sind erfolgreich
Therapieoptionen sind relevant
forschungsdiskurs
AB und/oder AR
Studie
Studien fordern Anreize zur AB-Senkung
Studien zeigen AB-Alternativen
forschungsdiskurs
AB und/oder AR
(Immun)Therapie
Bedarf gesetzlicher & ökönomischer Anreize; weniger AB
in Milchproduktion
Kortison + AB = neue Therapie (Unispital BS); Liposome
als Alternative zu AB (Uni BE)
AR-Problematik verstehen & lösen
Forschungen zu effektiveren AB-Therapien;
Medizinalforschung erhöht Patientensicherheit &
Tierschutz
Mediziner und Forschende kollaborieren
forschungsdiskurs
AB und/oder AR
Medizin/med
Kürzere AB-Therapie bei verschiedenen
Krankheitsbildern; Suche nach verbesserten
Therapieoptionen; i.d.R. kein AB-Einsatz gegen Viren
Behandlungsdauer; AR-Kontrolle
Andere Medikamente + AB; Nebenwirkungsarm &
massgeschneidert
AB-Einsatz kontrollieren & vermindern; AB bei
gefährlichen Krankheiten forcieren
Steigende AR-Patientenzahlen; vor AR/Bakterien schützen
Sinnvolle Alternativen/Ergänzungen zu AB; Sorgfältiger AB-
Einsatz bei unterschiedliche Krankheitsstadien;
Positive Reaktion auf AB; Wirkungslosigkeit von AB;
gerettete Leben durch AB
Forderung von wi rksamen AB; Vernetzung zur
Entwicklung neuer Wirkstoffe & Diagnosemethoden;
Motivation zur Entwicklung neuer Therapien &
Diagnosemethoden
Entdeckung von AR-Genen & Bakterien; Entdeckung
alternativer Behandlungsmethoden mit AB; Entdeckung
neuer AB-Produktionsformen
Entdeckung resistenter Formen von Syphilis; USA
empfehlen natürlichen Schamhaar-Schutz
Richtlinien zur AB-Einnahme; Nationalrat für AB-
Datenbank & AR- Monitoring
Optimismus in der Medikamentenentwicklung; AB in
Medikamentengruppe mit zweitgrösstem Marktanteil;
Konsumentenkritik Pharma-Geldmacherei; Forderung von
billigeren AB für Tiere
Erfolge mit AB; Kein Vorteil von kombinierten AB-
Substanzen; Erfolge mit Alternativen zu AB
ZHAW, Schlussbericht zur Diskursanalyse zu StAR, 17. Juli 2018 45
P. Stücheli-Herlach und B. Borghoff
Abbildung: Akteure und narrative Kookkurrenz-Profile (Kookkurrenzdichte; n=96);
Screenshot des Diskursnetzwerks und seiner interaktiven Visualisierung,
Direktlink: https://bit.ly/2JT0Cr9; Umgang mit Diskurs-Maps Anhang D)
( zurück)
Akteure und Kookkurrenz-Profile
Narratologische Rekonstruktion der Einbettung in typischen Texten (Kookkurrenzdichte; n=96)
... It describes how to study specific thematic discourses with involved agents in a data-driven and transdisciplinary way. Swiss-AL has been used as a resource in two linguistic projects following that framework: on public discourses on energy in Switzerland (Stücheli-Herlach et al., 2018) and on antibiotic resistance (Borghoff et al., 2019). Both projects did a careful sampling of discourse-relevant sources which finally entered into the corpus (cf. ...
Conference Paper
Full-text available
The Swiss Web Corpus for Applied Linguistics (Swiss-AL) is a multilingual (German, French, Italian) collection of texts from selected web sources. Unlike most other web corpora it is not intended for NLP purposes, but rather designed to support data-based and data-driven research on societal and political discourses in Switzerland. It currently contains 8 million texts (approx. 1.55 billion tokens), including news and specialist publications, governmental opinions, and parliamentary records, web sites of political parties, companies, and universities, statements from industry associations and NGOs, etc. A flexible processing pipeline using state-of-the-art components allows researchers in applied linguistics to create tailor-made subcorpora for studying discourse in a wide range of domains. So far, Swiss-AL has been used successfully in research on Swiss public discourses on energy and on antibiotic resistance.
Chapter
Full-text available
Die Angewandte Linguistik ist in der Lage, Beiträge an die strategische Organisationskommunikation zu leisten. Diese ist mit den Herausforderungen vernetzter partizipativer Öffentlichkeiten konfrontiert, für deren Analyse sich praxistheoretische Ansätze eignen (1). Ein Beispiel dafür ist die Frage nach den Diskursstrategien vernetzter Organisationen. Solche Strategien werden typischerweise durch kollektive, iterative und experimentelle Praktiken entwickelt, fur die der Begriff Message Design steht (2). Ein Projekt im Rahmen der aussenpolitischen Vertretung der Europaischen Union (EU) in der Schweiz zeigt auf, wie Message Design im Berufsalltag vollzogen werden kann - und wie sich entsprechende Erkenntnisse in Forschungsgemeinschaften von Wissenschaftlern und Praktikerinnen gewinnen lassen (3).
Book
Full-text available
Das Schreiben prägt den Berufsalltag in der PR. Dieses Handbuch präsentiert theoretische Modelle und praktische Methoden für ein Schreiben mit System, das Chancen der medienkonvergenten Kommunikation nutzt und deren Risiken meidet. Spezialisten der anwendungsorientierten Kommunikationsforschung legen dar, wie PR-Texte auf die Bedürfnisse von Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Journalismus zugeschnitten werden können. Sie zeigen auf, wie Schreibstrategien und Schreibprozesse für die Unternehmens- und Produkte-PR, für Corporate Publishing und fürs WorldWideWeb, für rednerische Auftritte und den Mailverkehr gestaltet werden können. Instruktive Fallbeispiele, Checklisten und Weblinks gewährleisten den Praxisnutzen. Ein Glossar klärt die Begriffe und vermittelt einen Überblick. Der Inhalt Schreiben für die PR in Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien.- Schreiben in besonderen Formen und Situationen.- Glossar. Die Zielgruppen Dozierende und Studierende der unterschiedlichsten Fächer, die Texte verfassen LinguistInnen GermanistInnen SchreibtrainerInnen DeutschlehrerInnen JournalistInnen Die Herausgeber Dr. Peter Stücheli-Herlach ist Professor für Organisationskommunikation und Öffentlichkeit an der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Dr. Daniel Perrin ist Professor für Angewandte Linguistik an der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.
Chapter
In diesem Beitrag wird unter drei Aspekten untersucht, in welcher Weise die linguistische Einheit ’Wort’ in der Politik eine Rolle spielt: Insofern der gesamte Bereich der Politik in Wörtern formuliert ist, stellt sich die Frage nach der Gliederung des politischen Wortschatzes (Kap.1). Insofern die politische Auseinandersetzung in Wörtern ausgetragen wird und teilweise auch um die Wörter selbst gestritten wird, stellen sich die Fragen nach der Kampffunktion von Wörtern und nach Typen des Kampfes um Wörter (Kap.2). Insofern der einzelne Kampf um Wörter meist nur Teil eines umfassenden politischen Ringens um die Vormacht ganzer Wortfelder ist, werden die Begriffe des ’dominanten politischen Wortfeldes’ und des ’konnotativ integrierten Wortfeldes’ eingeführt, mit deren Hilfe dann die Schwerpunkte der Entwicklung seit den Gründungsjahren der Bundesrepublik diachronisch skizziert werden (Kap.3).
Chapter
Schreiben und Politisieren gehören zusammen: Der Streit über verbindliche Regeln und ihre Umsetzung ist in der Demokratie nicht nur ein Streit mit Worten, sondern auch über sie (1.). Die Planung politischer Texte orientiert sich an eingespielten sprachlichen Mustern der Thematisierung, der Deutung und der Beurteilung politischer Sachverhalte (2.). Für den Textentwurf braucht es Formen des Erzählens zur Vermittlung politischer Programme und Formen der Argumentation für deren Begründung und Verteidigung (3.). Die Verbesserung vorliegender Textentwürfe folgt den Kriterien des Adressatenbezugs und der Profilierung einer Position in einem Meinungsstreit, der sich über verschiedene Phasen erstreckt (4.).
Article
Presented as the Distinguished Lecture at the annual meeting of the Society for the Study of Symbolic Interaction in Boston, Massachusetts, on August 1, 2008, this article rethinks central assumptions of the interaction order as conceptualized by Goffman and others with respect to global domains of activity. It proposes two new concepts, that of the synthetic situation and that of time transactions. Synthetic situations are situations that include electronically transmitted on-screen projections that add informational depth and new response requirements to the "ecological huddle" (Goffman 1964:135) of the natural situation. Global situations invariably include such components; we also find that temporal forms of integration may substitute for joint territoriality of copresence in the natural situation. Based on research on global currency trading and other empirical examples, I identify four types of synthetic situations and describe the synthetic situation's informational character, its ontological fluidity, and the phenomenon that synthetic situations may become role-others for participants. I outline the response system of synthetic situations, sketching out the concepts of response presence and its implications in this context as well as the importance of embodiment I also discuss time transactions and the idea of fatefulness as a symbolic charge linked to the synthetic components of the situation.
Auf leisen Sohlen ins Gehirn. Politische Sprache und ihre heimliche Macht
  • G Lakoff
  • E Wehling
Lakoff, G. & Wehling, E. (2016). Auf leisen Sohlen ins Gehirn. Politische Sprache und ihre heimliche Macht. Heidelberg: Carl-Auer.
In die Geschichten erzählen: Die Analyse von Narration in öffentlicher Kommunikation
  • D Perrin
  • V Wyss
Perrin, D. & Wyss, V. (2016). In die Geschichten erzählen: Die Analyse von Narration in öffentlicher Kommunikation. In: Stefanie Averbeck-Lietz;
Handbuch nichtstandardisierte Methoden der Kommunikationswissenschaft
  • Michael Meyen
Michael Meyen (Hrsg.). Handbuch nichtstandardisierte Methoden der Kommunikationswissenschaft. (241-255). Wiesbaden: Springer VS.
Die Sprache der Verwaltung
  • P Stücheli-Herlach
  • D Kettiger
  • M Nussbaumer
  • F Steiner
Stücheli-Herlach, P., Kettiger, D., Nussbaumer, M., Steiner, F. (2016). Die Sprache der Verwaltung. In A. Bergmann et al. (Hrsg.). Praxishandbuch Public Management. (245-266). Zürich: WEKA.