Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeitsdefizite auf ökologischer, ökonomischer, politischer und sozialer Ebene. Handlungsempfehlungen und Wege einer erhöhten Nachhaltigkeit durch Werkzeuge der Digitalisierung.

Book · March 2018with 1,646 Reads 
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Abstract
Die Digitalisierung ist ein umfassender, gesellschaftsweiter Akt der Transformation. Durch diese Vielschichtigkeit ihrer Einflussnahme entsteht ein hohes Maß an Komplexität. Die technologische Entwicklung im Rahmen der Digitalisierung läuft nicht linear sondern exponentiell und macht dadurch Innovationssprünge und deren Nebenfolgen zunehmend unabsehbar. Die Exponentialität entsteht durch den inneren Motor der Digitalisierung – der Mikroelektronik. Diese charakterisiert sich durch ständig steigende Rechenkapazitäten und damit ständig wachsende Fähigkeiten. In der öffentlichen Diskussion werden Ängste, bspw. in Bezug auf Bedrohung von Arbeitsplätzen durch Automatisierung thematisiert, von politischer und wirtschaftlicher Seite wird vielmehr die Notwendigkeit betont, der technologischen Entwicklung möglichst parallel zu folgen. Aus politischer Perspektive gehören der Netzausbau, die möglichst breite Integration der Digitalisierung im industriellen Bereich und die Anpassung des Bildungssektors dazu. Kaum thematisiert wird hingegen die Nachhaltigkeit der Digitalisierung. Durch die enorme Steigerung des Bedarfs an Energie, Rohstoffen, Logistik und Transport, Produktion und Entsorgung entstehen große Problemfelder. Aufbau und Inhalt der dreiteiligen Studie Teil 1 umfasst eine Sekundäranalyse. In dieser werden eingangs zunächst die Begriffe Digitalisierung, Nachhaltigkeit, deren Zusammenhang sowie Technik/Technologie dargestellt. Da Nachhaltigkeit im Rahmen des komplexen Phänomens Digitalisierung nicht isoliert ökologisch betrachtet werden kann, müssen die Ebenen Ökonomie, Politik und Gesellschaft ebenfalls miteinbezogen werden. Die Sekundäranalyse umfasst daher eine Analyse von Nachhaltigkeitsdefiziten und stellt Handlungsempfehlungen zur Verbesserung des Status Quo dar. Ein eigenes Kapitel widmet sich Rebound-Effekten, die durch die effizienzsteigernden Wirkungen der Digitalisierung eine eigene Problemlage darstellen. Darüber hinaus wird untersucht, in welchen Bereichen die Digitalisierung eine Steigerung der Nachhaltigkeit erzeugen kann. Die untersuchten thematischen Felder von Nachhaltigkeitsdefiziten umfassen Ökologie • Der Energieverbrauch durch IKT, dem Internet und Datenzentren • Smartphones: Verbreitung und Nutzung • ‚E-Waste‘ Ökonomie • Recycling • Smartphones: Hersteller, Zulieferer und Arbeitsbedingungen • Geplante Obsoleszenz • Digitalisierung der Arbeitswelt Politik • Netzausbau • Bewahrung der Demokratie • Bildung Gesellschaft • Soziale Problemlagen durch den Rohstoffabbau • Psychologische Obsoleszenz • Konsumchancen, E-Commerce und Güterverkehr Teil 2 umfasst die Ergebnisse einer Delphi-Befragung, deren Fragestellungen aus den Ergebnissen der Sekundäranalyse erfolgten. Die 20 Fragen wurden einer Auswahl von Expert*innen online zur Beantwortung gestellt und waren jeweils wieder in Blöcke für Ökologie, Ökonomie, Politik und Gesellschaft unterteilt. Die Nettoteilnahme umfasste 19 Expert*innen, die die teilweise recht kontroversen Fragestellungen ausführlich beantworteten. Teil 3 umfasst als Gesamtergebnis eine Forschungsagenda, die auf den Ergebnissen der Sekundäranalyse, des Delphis und einigen persönlichen Gesprächen der Autoren mit Expert*innen im Themenbereich Digitalisierung und Nachhaltigkeit basiert. Diese Agenda stellt dar, welche Fragen nun zeitnah einer besonders dringenden Beantwortung bedürfen, damit die sozio-technische Transformation kontrolliert von kulturellen, gesellschaftlichen und im Besonderen von nachhaltigen Gesichtspunkten erfolgt.
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  • ... Therefore, opinion from more varied fields, specifically from leaders of science, politics and civil society, were included, in particular studies on digitalization and consumption (for instance (Kahlenborn et al., 2019;Lange and Santarius, 2018;WBGU, 2019;Ternès et al., 2015;Sühlmann-Faul and Rammler, 2018;Osburg and Lohrmann, 2017;Wallaschkowski and Niehuis, 2017;Stengel et al., 2017), studies focusing on consumer and retail trends (for instance (Euromonitor International, 2017;PWC, 2017;Handelsverband Deutschland, 2019b;EHI Retail Institute, 2019), specific consumption related studies, and reports of the current market research. ...
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    This assessment report identifies six key areas of sustainable consumption. Transforming those areas is associated with a significant, positive impact on sustainable development. In this way, those key areas lay the foundation to set clear priorities and formulate concrete policy measures and recommendations. The report describes recent developments and relevant actors in those six fields, outlines drivers and barriers to reach a shift towards more sustainability in those specific areas, and explores international good-practice examples. On top of this, overarching topics in the scientific discourse concerning sustainable consumption (e.g. collaborative economy, behavioural economics and nudging) are revealed by using innovative text-mining techniques. Subsequently, the report outlines the contributions of these research approaches to transforming the key areas of sustainable consumption. Finally, the report derives policy recommendations to improve the German Sustainable Development Strategy (DNS) in order to achieve a stronger stimulus effect for sustainable consumption.
  • Research Proposal
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    Es wird untersucht, welchen Einfluss die Digitalisierung auf die nachhaltige Tourismusentwick-lung in der ökologischen und sozialen Dimension haben kann. Dazu werden im ersten Schritt aktuelle Entwicklungen in der Digitalisierung systematisch identifiziert und auf ihren aktuellen und zukünftigen Beitrag zu einer nachhaltigen Tourismusentwicklung hin untersucht. Es wird sowohl die Digitalisierung auf Seiten der Nachfrager (Touristen) als auch der Anbieter berück-sichtigt – mit dem Schwerpunkt auf Big Data-Analysen. Im Fokus steht die Nutzung digitaler Anwendungen während der Reise. Die Reisevor- und -nachbereitung steht nicht im Fokus. Im zweiten Schritt werden die aus der Analyse erwachsenden Chancen und Risiken identifiziert und bewertet. Eine besondere Berücksichtigung finden dabei die Verhaltensweisen unterschied-licher Nutzergruppen mit den Einflüssen auf Ressourcennutzung, Umwelt und Klima. Es sollen sowohl mögliche Umweltbelastungen durch die Digitalisierung als auch Chancen für Klima-, Ressourcen- und Umweltschutz sowie soziale Nachhaltigkeitsaspekte (z. B. Vermeidung von Overtourism) analysiert werden.