Conference PaperPDF Available

Praxiseinführung und Optimierung des Systems zur elektrolytischen Wasserdesinfektion in Gewächshäusern (SeWiG)

Authors:

Abstract

Von der HU Berlin und Fa. newtec wurde das System zur elektrolytischen Wasserdesinfektion in Gewächshäusern (SeWiG) entwickelt. Das bereits im kleinen Versuchsmaßstab erfolgreich getestete Desinfektionssystem wird nun unter Praxisbedingungen auf große Gewächshäuser mit entsprechenden Wasservolumina hoch skaliert und optimiert. In der gärtnerischen Praxis besteht vor allem bei geschlossenen Bewässerungssystemen durch eine Wiederverwendung von Drainwasser ein erhöhtes Verbreitungsrisiko von Krankheitserregern im Pflanzenbestand. Das zum Einsatz kommende Desinfektionsmittel (KClO) wird vor Ort während eines elektro-chemischen Prozesses (Elektrolyse) aus Wasser und Salz (KCl) hergestellt. Die eigentliche Wasserbehandlung erfolgt anschließend durch eine sensorgesteuerte Stoßdesinfektion. Bei der Einbindung der SeWiG-Technologie in die Bewässerung eines Gewächshausbetriebes mit 2 ha Tomatenanbaufläche lag der Fokus zunächst bei der Ermittlung der Gesamtkeimzahl (Bakterien, Pilze Hefen) im Drain. Hierzu wurden Wasser-Aliquote aus einem 50 m³ fassenden Draintank auf verschiedenen Nährmedien ausplattiert und die koloniebildenen Einheiten (KbE) ermittelt.
POSTERSESSION / PHYTOMEDIZIN
BHGL-Tagungsband 33/2018
142
Praxiseinführung und Optimierung des Systems zur elektrolytischen
Wasserdesinfektion in Gewächshäusern (SeWiG)
Ingo Schuch1, Martina Bandte2, Carmen Büttner2, Yuan Gao3, Uwe Schmidt1
1 Humboldt-Universität zu Berlin, Lebenswissenschaftliche Fakultät,
Fachgebiet Biosystemtechnik,
Albrecht-Thaer-Weg 3, 14195 Berlin
2 Humboldt-Universität zu Berlin, Lebenswissenschaftliche Fakultät,
Fachgebiet Phytomedizin,
Lentzeallee 55/57, 14195 Berlin
3 newtec Umwelttechnik GmbH,
Am Borsigturm 62, 13507 Berlin
schuchin@hu-berlin.de
Von der HU Berlin und Fa. newtec wurde das System zur elektrolytischen Wasserdesinfektion
in Gewächshäusern (SeWiG) entwickelt. Das bereits im kleinen Versuchsmaßstab erfolgreich
getestete Desinfektionssystem wird nun unter Praxisbedingungen auf große Gewächshäuser
mit entsprechenden Wasservolumina hoch skaliert und optimiert. In der gärtnerischen Praxis
besteht vor allem bei geschlossenen Bewässerungssystemen durch eine Wiederverwendung
von Drainwasser ein erhöhtes Verbreitungsrisiko von Krankheitserregern im Pflanzenbestand.
Das zum Einsatz kommende Desinfektionsmittel (KClO) wird vor Ort während eines elektro-
chemischen Prozesses (Elektrolyse) aus Wasser und Salz (KCl) hergestellt. Die eigentliche
Wasserbehandlung erfolgt anschließend durch eine sensorgesteuerte Stoßdesinfektion.
Bei der Einbindung der SeWiG-Technologie in die Bewässerung eines Gewächshausbetriebes
mit 2 ha Tomatenanbaufläche lag der Fokus zunächst bei der Ermittlung der Gesamtkeimzahl
(Bakterien, Pilze Hefen) im Drain. Hierzu wurden Wasser-Aliquote aus einem 50 m³ fassenden
Draintank auf verschiedenen Nährmedien ausplattiert und die koloniebildenen Einheiten (KbE)
ermittelt. Ohne Desinfektion wurden durchschnittlich 86.000 KbE/mL im Drainwasser gezählt.
Bei einer Stoßdesinfektion des Draintanks (einmal wöchentlich für 24 h bei 0,5 mg Cl2/L) sank
zunächst die Gesamtkeimzahl gegenüber der Ausgangskonzentration (-95% am 1. Tag nach
der Desinfektion) und stieg danach wieder (-56% am 4. Tag nach der Desinfektion). Um die
Keimbelastung im Draintank fortlaufend auf einem Niveau unterhalb der Infektionsgrenze zu
halten, empfiehlt sich eine Anpassung der Desinfektionsstrategie. Statt den Drainwassertank
einmal wöchentlich für 24 h zu desinfizieren, sollte dieser zweimal wöchentlich (montags und
donnerstags) für jeweils 12 h während der Nachtstunden (18 Uhr bis 6 Uhr) behandelt werden.
Der Sollwert des freien Chlors im Drainwasser (0,5 mg Cl2/L) kann dabei unverändert bleiben.
Hierzu zeigen Messungen, dass sich nachts ein für die Regelqualität der sensorgestützten
Desinfektion vorteilhafter stationärer Volumenzustand im Draintank einstellt, da gewöhnlich
kein Wasser hinein- oder herausfließt.
Die Förderung des Verbundprojekts SeWiG erfolgt aus Mitteln des Zweckvermögens des
Bundes bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank (LR). Die Projektträgerschaft erfolgt über die
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).
ResearchGate has not been able to resolve any citations for this publication.
ResearchGate has not been able to resolve any references for this publication.