ArticlePDF Available

Die Kleinschmetterlinge Luxemburgs: Micropterigidae, Eriocranidae, Oposterigidae, Heliozelidae, Adelidae, Prodoxidae, Incurvaridae, Tischeriidae und Tineidae

Authors:

Abstract and Figures

Marcel Hellers 3, rue Dr­Jean­Pierre­Ecker, L­7790 Bissen, Luxembourg (hellersk@pt.lu) Hellers, M., 2016. Die Kleinschmetterlinge Luxemburgs: die Familien Micropterigidae, Eriocraniidae, Opostegidae, Heliozelidae, Adelidae, Prodoxidae, Incurvariidae, Tische­ riidae und Tineidae. Bulletin de la Société des naturalistes luxembourgeois 118 : 111­129. Abstract. Species from nine families of Microlepidoptera or 'smaller moths' recorded in Luxembourg are presented in this paper. With the exception of a few representatives of the families Incurvariidae, Tischeriidae and Tineidae, only the leafrollers (Tortricidae) and snout moths (Pyralidae) have been dealt with in some detail in previous publications. This paper is a first attempt at summarizing our knowledge of the less well­known micromoths of Luxembourg. In the past thirty years about 150 species from the below treated range of families have been recorded in this country. This figure amounts to 53 % of the species known to occur in Central Europe.
No caption available
… 
Content may be subject to copyright.
Bull. Soc. Nat. luxemb. 118 (2016) 111
Die Kleinschmetterlinge Luxemburgs: die Familien Micro-
pterigidae, Eriocraniidae, Opostegidae, Heliozelidae, Adeli-
dae, Prodoxidae, Incurvariidae, Tischeriidae und Tineidae
Marcel Hellers
3, rue Dr-Jean-Pierre-Ecker, L-7790 Bissen, Luxembourg (hellersk@pt.lu)
Hellers, M., 2016. Die Kleinschmetterlinge Luxemburgs: die Familien Micropterigidae,
Eriocraniidae, Opostegidae, Heliozelidae, Adelidae, Prodoxidae, Incurvariidae, Tische-
riidae und Tineidae. Bulletin de la Société des naturalistes luxembourgeois 118: 111-129.
Abstract. Species from nine families of Microlepidoptera or ‘smaller moths’ recorded in
Luxembourg are presented in t his paper. With the exception of a few representatives of the
families Incurvariidae, Tischeriidae and Tineidae, only the leafrollers (Tortricidae) and
snout moths (Pyralidae) have been dealt wit h in some detail in previous publications. is
paper is a rst attempt at summarizing our knowledge of the less well-known micromoths
of Luxembourg. In the past thirty years about 150 species from the below treated range
of families have been recorded in this country. is gure amounts to 53 % of the species
known to occur in Central Europe.
1. Einleitung
Der Begri „Kleinschmetterlinge“ (Micro-
lepidoptera) umfasst mehrere kleine und
einige sehr große Familien von Schmet-
terlingen. Es handelt sich hier um zum Teil
stammesgeschichtlich etwas „primitivere“
Falter, die neben verschiedenen physiologi-
schen Merkmalen in der Regel auch durch
ihre Spannweite von den Großschmetter-
lingen (Macrolepidoptera) unterschieden
werden. Die Flügelspannweite unserer mit-
teleuropäischen Kleinschmetterlinge vari-
iert zwischen 3 mm und 40 mm, liegt aber
im Mittel bei 10-15 mm.
Schon allein wegen der fehlenden Literatur
zur Bestimmung der Tiere wurden diese
Insekten von den Entomologen lange kaum
beachtet, aber auch wegen ihrer Winzigkeit
gerne übersehen. Daher gibt es in Luxem-
burg nur wenige Publikationen über diese
Schmetterlinge. Es wurden bisher erst die
Familien der Wickler (Tortricidae) mit
294 Arten (Hellers 1990 und 2001) und der
Zünsler (Pyralidae) mit 107 Arten (Meyer
1987) eingehend untersucht. Ein Teil der in
Luxemburg gefundenen Vertreter der Fami-
lie der Tineiden wurde schon von Gaedike
veröentlicht (Gaedike 2010). Der Vollstän-
digkeit halber habe ich diese Arten hier noch
einmal aufgeführt. Schätzungsweise gibt es
im Großherzogtum mehr als tausend ver-
schiedene Arten von Kleinschmetterlingen,
wovon bisher schon mehr als 830 nachgewie-
sen worden sind (unveröentliche Arbeit).
Da bis jetzt noch keine komplette Aufstel-
lung der Kleinschmetterlinge Luxemburgs
existiert, soll diese Arbeit als der Anfang
einer solchen betrachtet werden. Die Fami-
lien Tortricidae und Pyralidae, die schon in
früheren Publikationen bearbeitet wurden,
werden zu einem späteren Zeitpunkt durch
die neuen Entdeckungen ergänzt. Da die
Bestimmung o nur durch Genitalunter-
suchung möglich und sehr zeitaufwendig
ist, ist es mir nicht möglich schon jetzt eine
komplette Liste der bis zu diesem Zeitpunkt
in Luxemburg nachgewiesenen Arten zu
erstellen. Dies soll der Anfang dieser Arbeit
sein, weitere Beiträge werden folgen.
Über die Verbreitung in Luxemburg der
hier aufgelisteten Tiere kann man noch
keine Aussage machen, da mangels Mit-
arbeiter nie großächig sondern immer
nur punktuell gearbeitet werden konnte.
Ziel der Arbeit ist es, einen Katalog der in
Luxemburg lebenden Kleinschmetterlinge
zu erstellen, um bei Gutachten im Sinne des
Naturschutzes auch auf die Kleinschmet-
terlinge zurückgreifen zu können.
112 Bull. Soc. Nat. luxemb. 118 (2016)
2. Material und Methoden
Es wurden mehrere Sammelmethoden
angewendet mit dem Ziel, so viele Arten
wie möglich zu erfassen. Verschiedene
Falter sind in den frühen Morgenstunden
aktiv und verkriechen sich bei stärkerem
Sonnenschein. Andere iegen tagsüber bei
Sonnenschein, weitere werden gegen Son-
nenuntergang aktiv, und viele Arten iegen
erst in den ersten Abendstunden. So suchte
ich z.B. tagsüber Tiere, indem ich Gebüsch
und Hecken abklope, um die hier ruhen-
den Falter aufzuscheuchen und mit dem
Schmetterlingsnetz zu fangen. Mit dem
Netz streie ich auch durch die niedere
Vegetation, um im Gras ruhende Tiere ein-
zusammeln. Die nachtaktiven Tiere lockte
ich mit einer UV-Lichtquelle an. Daneben
suchte ich die Raupenfutterpanzen ab,
um Raupen oder Puppen einzusammeln
oder deren Blattminen zu nden. Manche
minierende Arten kann man schon allein
an den Spuren (Minen) erkennen, welche
die Raupe in den Blättern hinterlässt,
ohne dass man den Falter selbst zu Gesicht
bekommen muss (Ellis 2007).
Einige Schmetterlinge, die sich nun in der
Sammlung des naturhistorischen Museums
benden, wurden von Marc Meyer, Romain
Schoos, Evelyne Carrières, Leopold Reich-
ling und Svenja Christian eingetragen.
Der Großteil der Tiere wurde aber von mir
selbst gesammelt und bendet sich zurzeit
in meiner Privatsammlung, die ich als Ver-
gleichssammlung benutze. Die Genitalprä-
parate der untersuchten Tiere werden eben-
falls in meiner Sammlung auewahrt. Die
nun folgende Artenliste wurde auf Basis
der in den Sammlungen bendlichen Tiere
zusammengestellt. Bei den Tieren, welche
von den anderen Mitarbeitern eingetragen
wurden, habe ich den Namen des Sammlers
angegeben. Wurden Arten von Drittperso-
nen aus Luxemburg gemeldet, ohne dass das
Tier sich in einer dieser beiden Sammlun-
gen bendet, wird dies angegeben. Dies gilt
insbesondere für die Erzglanz- und Schopf-
stirnmotten, deren Minen Dr. Willem N.
Ellis (Zoölogische Museum Amsterdam) in
Luxemburg gesammelt hat (Nico Schneider,
pers. Mitt.). Die Fotos (Abb. 1-18) wurden
von mir selbt gemacht.
3. Ergebnisse
Bei den Arten, welche an mehr als fünf
Stellen gefunden wurde, habe ich aus Platz-
mangel stets nur fünf Fundorte angegeben.
Es werden die Koordinaten von Gauss-
Luxemburg (x/y) angegeben, wobei die
Zahl hinter dem Komma für ein Quadrat
von 100x100 m steht.
Die Nomenklatur habe ich der Checkliste
von Karsholt & Razowski (1996) angepasst.
Die Zahl in Klammern hinter dem Art-
namen entspricht der Nummer der Art in
diesem Werk.
3.1. Micropterigidae Herrich-Schäer,
1855 – Urmotten
Es handelt sich hier um sehr ursprüngli-
che Schmetterlinge. Es sind kleine Falter
mit metallisch gefärbten Flügeln. Bemer-
kenswert ist, dass sie im Gegensatz zu den
höher entwickelten Schmetterlingen keinen
Rüssel besitzen, sondern mittels beißender
Mundwerkzeuge den Pollen zerkauen. Die
Falter iegen bei Tage und sitzen o gesel-
lig auf den Blüten verschiedener krautiger
Panzen, wie Hahnenfuß (Abb. 1), Wege-
rich oder auch auf Gräsern (Seggen). Die
Raupen fressen an den basalen Teilen von
Gräsern und verschiedenen Blütenpanzen
sowie an verrottendem Panzenmaterial.
In Europa gibt es zwölf Arten mit Schwer-
punkt in Südeuropa; in Luxemburg sind
bisher fünf Arten nachgewiesen worden. Da
viele Tiere recht klein sind, blieben sie lange
unbeachtet. Einige seltenere Arten wurden
erst in den letzten Jahrzehnten beschrieben.
Micropterix aruncella (Scopoli, 1763) (7)
Grosbous, Neimillen (64,5/100,4), 7.6.1992;
Dudelange, Haard (72,6/60), 31.5.1994; Fisch-
bach/Koedange, Groebësch (81,5/89,3), 6.6.1997;
Ernster, Wuurzelwis (85,2/82,8), 5.5.2000;
Brouch/Mersch, Reckenerwald, Laangegronn
(70,7/89), 13.6.2009 und andere.
Es handelt sich hier um eine häuge Art, die
gerne an etwas feuchten Waldrändern und
Lichtungen angetroen wird.
Micropterix aureatella (Scopoli, 1763) (8)
Hoscheid, Molberlay (72,6/112,6), 9.5.1999; Gre-
venknapp (70,7/91,9), 12.05.2001.
Bull. Soc. Nat. luxemb. 118 (2016) 113
Diese Art wurde erst an diesen zwei Lokalitäten
auf blühenden Heidelbeeren in Anza hl gefunden.
Micropterix calthella (Linnaeus, 1761) (10)
Büderscheid, Biddeschtermillen (63,7/110,7),
13.6.1992; Erpeldange/Bous, Reckinger-
hof (90,1/67,1), 5.5.1993; Ernster, Wuurzel-
wis (85,2/82,8), 5.5.2000; Bissen, Steenhecken
(71,9/97,1), 23.4.2007; Essingen, Fascht (76,9/93,9),
4.6.2013 u.a.
Übera ll meist häug auf brachliegenden Gra s-
ächen mit Vorliebe zu Gebüschrändern.
Micropterix osthelderi (Heath, 1973) (32)
Hoscheid, Molberlay (72,6/112,6), 1.5.1999; Lel-
lingen, Vannar (67,9/116,2), 8.5.2011; Bissen,
Steenhecken (71,8/97), 20.5.2014.
Dies ist eine recht seltene Art, die auch in
den angrenzenden Ländern kaum beobach-
tet wurde. Alle Tiere wurden sowohl im tro-
ckenen Eichenniederwald wie in einem lich-
ten, mäßig feuchten Fichtenforst gekäschert.
Micropterix tunbergella (Fabricius, 1787) (38)
Schiange, Brucherbierg (68,8/62,4), 13.5.1997;
Mullerthal, Schnellert (91,3/97), 21.5.1998;
Bissen, Steenhecken (71,9/97,1), 13.5.2008; Pet-
tingen, Pëttenerbësch (74,3/93,3), 6.5.2011; Lel-
lingen, Vannar (68,1/116,2), 4.5.2014 u.a.
Diese Art ist in Luxemburg verbreitet,
wurde aber meist nur vereinzelt gefunden.
Bei Pettingen habe ich sie auf einem lich-
ten Waldweg von blühenden Seggen gekä-
schert.
3.2. Eriocraniidae Tutt, 1899 – Trugmotten
Es handelt sich hier um kleine Falter mit
metallisch glänzenden Flügeln, die schon
im März und April tagsüber im Sonnen-
schein iegen, aber auch gelegentlich ans
Licht kommen. Die Falter umschwärmen
die Zweige und Knospen der Raupenfutter-
panzen, ruhen aber auch auf dem Boden
und nehmen mit ihrem Rüssel Wasser und
Mineralien auf. Die Raupen leben vor allem
an Birken, aber auch an Hasel, Hainbuche
und Eichen. In Mitteleuropa kommen acht
Arten vor, davon sind bisher sechs Arten in
Luxemburg nachgewiesen worden.
Eriocrania subpurpurella (Haworth, 1828) (48)
Ernzen, Grietcheswis (83,4/92,7), 1.5.1990;
Boevange/Attert, Haerenhecken (69,3/94,8),
10.4.2009; Boulaide, Milbech (56,3/104,5),
19.4.2009; Essingen, Rouscht (76,0/94,9),
7.4.2011; Lellingen, Op Baerel (70,2/117,7),
12.4.2014.
Es handelt sich hier um die häugste Erio-
cranide. Sie lebt an Eichen. Anfang bis Mitte
April kann man bei warmem Sonnenschein in
einem lichten Eichenwald Dutzende von Fal-
tern beobachten, die etwa ein Meter über dem
Boden schwärmen, oder am Boden sitzen.
Eriocrania chrysolepidella (Zeller, 1851) (49)
Boevange/Attert, Haerenhecken (69,3/94,8),
2.4.2011; Essingen-Roost, Rouscht (76,0/94,9),
1.4.2014; Mersch, Rouscht (73,9/93,2), 12.4.2014.
Diese Art lebt an Hainbuche und Hasel.
Bisher wurde sie erst an 3 Stellen gefunden.
Sie ist weit verbreitet, wird aber selten beob-
achtet. Die hier gemeldeten Tiere ogen ans
Licht.
Eriocrania unimaculella (Zetterstedt,1839) (50)
Essingen-Roost, Rouscht (76/94,9), 1.4.2014.
Bisher wurde erst ein Exemplar dieser Art
gefunden. Der Falter kam ans Licht. Die
Raupe lebt an Birke.
Eriocrania cicatricella (Zetterstedt, 1839) (53)
Tandel (81,1/107,2), 31.3.1997.
Dies ist das einzige Exemplar, das bisher
gefunden wurde. Der Falter og am Vormit-
tag im Sonnenschein in der Nähe einer Birke,
die auch die Futterpanze der Raupe ist.
Eriocrania sangii (Wood, 1891) (55)
Hamm (79/75), 18.4.1988 leg. Marc Meyer; Pet-
tingen, Pëttenerbësch (74,2/93,3), 14.4.2015;
Basbellain, Klengelbaach (65,1/133), 27.4.2000
leg. Evelyne Carrières.
Die Art lebt auch an Birke.
Eriocrania semipurpurella (Stephens, 1835) (56)
Derenbach, Groe Staen, Wëlzer Kräiz (59,6/119),
28.4.1986; Boevange/Attert, Haerenhecken
(69,3/94,8), 2.4.2011; Pettingen, Pëttenerbësch
(74,3/93,3), 3.4.2014.
Diese Tiere ogen im Pëttenerbësch ans
Licht. Die Raupe lebt an Birken (Abb. 2).
114 Bull. Soc. Nat. luxemb. 118 (2016)
Abb. 1. Micropterix
calthella (Linnaeus,
1761) an Hahnenfuss.
Abb. 2. Mine von Erio-
crania semipurpurella
(Stephens, 1835) mit
Raupe in einem Birken-
blatt (Betula pendula).
Abb. 3. Antispila metal-
ella (Denis & Schier-
müller, 1775).
Bull. Soc. Nat. luxemb. 118 (2016) 115
3.3. Opostegidae Meyrick, 1893 – Augen-
deckelfalter
Es handelt sich um sehr kleine Falter
mit meist weißlich glänzenden Flügeln.
Über die ersten Stände ist noch nicht viel
bekannt. Man weiß nur, dass Rumex,
Mentha und Lycopu s Futterpanzen sind.
Sie iegen in den frühen Abendstunden
und kommen ans Licht. In Mitteleuropa
gibt es vier Arten, in Luxemburg wurden
erst zwei Arten nachgewiesen.
Opostega salaciella (Treitschke, 1833) (315)
Schlindermanderscheid, Falkebierg (71,2/111,9),
1.7.2013.
Zwei Exemplare ogen auf einem sonnigen,
trockenen Weg inmitten Eichenniederwald
ans Licht.
Opostega crepusculella (Zeller, 1839) (319)
Brouch/Mersch, Reckenerwald, Laange-
gronn (70,7/ 89), 13.6.2009; Bissen, Steekräiz
(73,4/94,5), 28.5.2011; Pettingen, Pëttener-
bësch (74,3/ 93,3), 22.7.2011; Mersch, Rouscht
(73,9/93,2), 30.6.2013; Schlindermanderscheid,
Falkebierg (71,2/111,9), 1.7.2013.
Die Tiere von Brouch/Mersch käscherte
ich in den frühen Abendstunden aus einem
feuchten Graben am Rande des Feldweges.
Alle anderen ogen ans Licht.
3.4. Heliozelidae Heinemann & Wocke,
1877 ‒ Erzglanzmotten
Diese Familie wird in Mitteleuropa durch
sechs Arten vertreten. Aus Luxemburg sind
erst vier Arten bekannt.
Es handelt sich um kleine bis sehr kleine
Falter, manchmal mit glänzenden Silbere-
cken geschmückt. Die Raupen leben in Bla-
senminen. Beim Verlassen schneiden sie ein
ovales Loch i n das Blatt und bilden aus diesem
Blattstück ein Gehäuse, lassen sich mit diesem
zu Boden fallen, um sich hier zu verpuppen
und gegebenenfalls zu überwintern.
Antispila metalella (Denis & Schiermüller,
1775) (326) (Abb. 3)
Tétange, Langertengronn (71,6/59,6), 7.5.1992;
Grevenmacher, Kelsbaach (98,0/81), 4.5.1995;
Mersch, Rouscht (73,9/93,2), 17.5.2009.
Die kleinen Falter sind tagaktiv, werden
jedoch selten beobachtet.
Antispila treischkiella (Fischer von Rösler-
stamm, 1843) (327)
Walferdange (77,1/80,5), 19.10.2015.
Die Präsenz der Art konnte ich anhand von
zum Teil noch von den Raupen besetzten
Blattminen, die ich an Cornus mas an einer
Hecke am Straßenrand fand, bestätigen.
Heliozela resplendella (Stainton, 1851)
(330)
Diese Art wurde von Ellis (2007) für Luxem-
burg (Kautenbach) angegeben. N. Schneider
(pers. Mitt.) hat mir folgende Daten mitgeteilt:
Kautenbach (69,1/113,1), 15.9.2002, leg. et det.
W. N. Ellis; Clervaux (69,6/124,9), 17.9.2002, leg.
et det. W. N. Ellis; Dudelange, Haard (72,6/60,0),
3.8.2007, leg. et det. W. N. Ellis.
W.N. Ellis sammelte die Minen an Alnus
glutinosa. Diese beginnen in Haupt- oder
Nebenrippe, wo sie schwer zu entdecken
sind. Sie gehen allerdings auch von einer
Nebenrippe zur anderen und können dann
Abb. 4. Nemophora degeerella (Linnaeus, 1758).
116 Bull. Soc. Nat. luxemb. 118 (2016)
leichter gefunden werden. Am Ende wird
der Gang breiter und dort wird der ellip-
tische Sack ausgeschnitten (Ellis 2007,
Hering 1957).
Heliozela sericiella (Haworth, 1828) (329)
Brandenbourg, Fischbescherhof (78/109),
23.4.2002.
Diese Art iegt tagsüber im Sonnenschein
um Eichen.
3.5. Adelidae Bruand, 1851 ‒ Langhornmotten
Kennzeichnend für diese Familie kleiner
bis mittelgroßer Falter sind vor allem beim
Männchen die überaus langen Fühler. Die
Färbung der Tiere ist entweder metallisch
grünlich, kupferfarben oder lehmgelb bis
braun oder grau (Nematopogoninae Niel-
sen, 1985). Einige Arten iegen schon im
zeitigen Frühjahr, andere erst später im
Juni oder Juli. Bei einigen Arten tanzen die
Männchen in kleinen Schwärmen um son-
nenexponierte Äste verschiedener Laub-
bäume, während die Weibchen mehr ver-
steckt im Buschwerk leben. Verschiedene
Arten sind gerne auf Blüten saugend anzu-
treen.
Die Raupen entwickeln sich o zuerst im
Blütenboden verschiedener Panzen, dann
lassen sie sich in einem aus Blattstücken
oder Samenhülsen angefertigten Gehäuse
zu Boden und fressen weiter an krautigen
Panzen oder abgestorbenen Panzentei-
len. Die Entwicklung der Raupe zum Falter
dauert o zwei Jahre (Rudolph Bryner,
ndl. Mitt.)
In Mitteleuropa gibt es rund 30 Arten. In
Luxemburg wurden bisher 19 Arten nach-
gewiesen.
Nemophora degeerella (Linnaeus, 1758)
(338) (Abb. 4)
Tandel (81/107,5), 24.5.1988; Wahlhausen-
Dickt, Sauerwisen (74,9/117,1), 16.6.1990;
Bissen, Steenhecken (71,3/97), 20.5.2014; Pet-
tingen (75,5/92,5), 4.6.2015; Beaufort, Kippiglay
(90,8/98,8), 4.6.2015 u.a.
Es handelt sich hier um den größten Vertre-
ter der Familie in Mitteleuropa. Die Art ist
überall auf sonnigen, leicht feuchten Wald-
wegen anzutreen. Die Männchen umspie-
len gerne in kleinen Schwärmen exponierte
sonnige Äste. Die Raupe ernährt sich ver-
mutlich von abgefallenem Laub.
Nemophora congruella (Zeller, 1839) (341)
(Abb. 5)
Bissen, Steenhecken (71,3/97) 13.5.2008 und
5.6.2015.
Dies ist eine Art, die nur sehr selten beob-
achtet wird. In Bissen og sie in einem
hüpfenden Flug in einem aus alten Fichten
bestehenden, lichten Wald mit einer dich-
ten Krautschicht aus Brennesseln, Brom-
beeren und Himbeeren. Die Raupen entwi-
ckeln sich am Boden von abgefallenen Fich-
tennadeln, aus denen sie sich ein Gehäuse
spinnen.
Nemophora ochsenheimerella (Hübner,
1813) (342)
Tandel (81/107,5), 7.5.1990; Alscheid, Wald
(67,8/115,5), 6.5.2011; Boevange/Attert, Hae-
renhecken (69,3/94,8), 13.5.2007; Essingen,
Fascht (76,0/93,9), 7.6.2013; Bissen, Steenhecken
(71,3/97), 5.6.2015 u.a.
N. ochsenheimerella iegt ebenfalls in lich-
ten Fichtenwäldern, aber stets vereinzelt.
Die Raupen ernähren sich gleicherweise
von abgefallenen Fichtennadeln am Boden,
spinnen sich aber ein Gehäuse aus Blattstü-
cken (Rudolph Bryner, mündl. Mitt.). Die
Falter ruhen gerne an der Blattunterseite
von Laubgehölz, aus dem man sie mittels
Klopfen oder Schütteln aufscheuchen kann.
Nemophora metallica (Poda, 1761) (346)
(Abb. 6)
Medernach, Stakbur (81,8/97,2), 22.7.1988;
Dudelange, Haardt (72,6/60), 12.7.1991; Basten-
dorf, Croix de Bastendorf (79,1/105,5), 19.7.1992;
Rosport, Hoelt (105,1/96,2), 23.6.1998; Schrond-
weiler, Bakes (80,7/96,8), 18.7.1999 u.a.
Auf blütenreichen Wiesen und Trockenra-
sen im Juli recht häug. Die Falter sitzen
saugend auf den Knautienblüten (Knautia
arvensis). Die Weibchen legen die Eier in
die Blüten. Die Raupen ernähren sich zuerst
vom Blütenboden, dann nehmen sie eine
leere Samenschote als Gehäuse und lassen
sich mit dieser zu Boden fallen, um hier an
der Laubstreu und den unteren Blättern der
Panze weiter zu fressen.
Bull. Soc. Nat. luxemb. 118 (2016) 117
Nemophora cupriacella (Hübner, 1819) (349)
Oberanven, Aarnescht (85,9/81,6), 17.7.1991;
Luxembourg-Kalchesbréck (81,3/76,2), 28.6.1997;
Goebelsmühle (71,8/109,6), 13.6.2009; Mersch,
Rouscht (73,9/93,2), 18.06.2009.
Die Falter iegen im Juni um Blüten von
Knautien und Skabiosen, sind aber recht
selten. Die Raupen leben wie diejenigen der
vorherigen Art in den Blüten von Knautia,
Scabiosa, Succisa und Dipsaceae (Gerstber-
ger 2008). Die Weibchen können sich par-
thenogenetisch fortpanzen (Gerstberger
2008).
Nemophora violellus (Stainton, 1851) (350)
Oberanven, Aarnescht (85,9/81,6), 28.6.2002.
Diese sehr seltene Art lebt laut Gerstberger
(2008) an nicht in Luxemburg vorkommen-
den Enzianarten (Gentiana pneumonanthe
und G. asclepiadea). Im Naturschutzge-
biet Aarnescht blüht aber nur der Deutsche
Enzian (Gentiana germanica). Vermutlich ist
diese Enzianart hier die Futterpanze dieses
Schmetterlings. Wegen der Seltenheit der
Futterpanze ist der Falter hochgefährdet.
Nemophora minimella (Denis & Schier-
müller, 1775) (356)
Schrondweiler, Bakes (80,9/96,7), 24.7.1999;
Oberanven, Aarnescht (85,9/81,6), 6.8.2000.
Sehr selten auf Halbtrockenrasen und blü-
tenreichen, etwas feuchten Blumenwiesen.
Die Raupe lebt zuerst an den Blüten und
Samen von Succisa und Scabiosa, später in
einem Raupensack am Boden (Gerstberger
2008).
Nemophora dumeriellus (Duponchel, 1839)
(357) (Abb. 7)
Goebelsmühle (71,8/109,6),6.6.1993.
Sehr selten an sehr trockenen Plätzen. Es
wurde erst ein Tier in Luxemburg gefun-
den. Die Raupe lebt im Jugendstadium in
den Blüten von Hypericum, Succisa, Hier-
acium und Vero n i c a (Gerstberger 2008),
später in einem Raupensack am Boden.
Adela violella (Denis & Schiermüller,
1775) (360) (Abb. 8)
Goebelsmühle (71,6/109,6), 6.6.1993; Junglins-
ter, Weimericht (87/85,1), 21.6.1993; Oberanven,
Aarnescht (85,9/81,5), 2.7.1999; Bissen, Steenhe-
cken (71,9/97,1), 10.7.2011; Colmar-Berg, Cruch-
ter Hombuch (75,9/96,3), 26.6.2012 u.a.
Verbreitet auf Brachächen und sonnigen
Waldwegen mit Echtem Johanniskraut
(Hypericum perforatum). Die Raupe lebt
zuerst in den Samenkapseln dieser Panze,
später in einem Raupensack am Boden. Ich
habe die Falter immer auf blühenden Mar-
geriten (Leucanthemum vulgare) saugend
beobachtet.
Adela reaumurella (Linnaeus, 1758) (365)
Tandel (81/107,5), 6.5.1983; Bastendorf, Grousse
Bësch (79,8/108,1), 1.5.1990; Grosbous, Neimil-
len (64/100,4), 14.5.1992; Pettingen, Pëttener-
bësch (74,3/93,3), 2.5.1997; Medernach, Stakbur
(81,8/97,2), 7.6.2013 u.a.
Ende April und Anfang Mai o sehr häug
an Waldrändern und Gebüsch. Die Männ-
chen schwärmen manchmal zu Dutzenden
um besonnte Zweige, während die Weib-
chen mehr versteckt in Bodennähe leben.
Die Raupe entwickelt sich in der Blattstreu
in einem aus Blattstücken angefertigten
Sack.
Adela croesella (Scopoli, 1763) (371) (Abb. 9)
Godbrange, Schléidelbierg (85,1/87,9), 27.5.1999;
Brandenbourg, Fischbescherhof (78/109),
8.6.2004; Medernach, Stakbur (81,8/97,2),
8.6.2013; Pettingen (75,5/92,5), 5.6.2015; Bigon-
ville, Deischelt (51/102,9), 11.6.2015 u.a.
Die Falter iegen Anfang Juni im Son-
nenschein immer nur vereinzelt gerne um
Schlehen, Ligustergebüsch und in der Nähe
von Eschen. Die beiden letzteren sind auch
die Futterpanzen der Jungraupen (Gerst-
berger 2008). Die erwachsenen Raupen
ernähren sich von der Blattstreu unter den
Hecken.
Cauchas bulella (Denis & Schiermüller,
1775) (377)
Schiange, Brucherbierg (68,8/62,4), 13.5.1997;
Winseler (59,4/115,5), 6.6.2004; Brouch/
Mersch, Reckenerwald, Laangegronn (70,7/89),
24.6.2010; Bissen, Steenhecken (71,9/97,1),
14.6.2013.
Dies ist die kleinste Art dieser Familie. Man
begegnet ihr häug auf sonnigen Waldwe-
gen, wo sie o in kleinen Gruppen an den
118 Bull. Soc. Nat. luxemb. 118 (2016)
Abb. 5. Nemophora con-
gruella (Zeller, 1839).
Abb. 6. Weibchen von
Nemophora metallica
(Poda, 1761) bei der
Eiablage an Knautia
arvensis.
Abb. 7. Nemophora
dumeriellus (Dupon-
chel, 1839).
Bull. Soc. Nat. luxemb. 118 (2016) 119
Abb. 8. Adela violella
(Denis & Schiermüller,
1775).
Abb. 9. Adela croesella
(Scopoli, 1763).
Abb. 10. Nematopogon
adansoniella (Villers,
1789).
120 Bull. Soc. Nat. luxemb. 118 (2016)
Blüten vom Echten Ehrenpreis (Veronica
ocinalis) saugt. Die Raupen leben zuerst
in den Samenkapseln dieser Panze, und
nachher am Boden in einem aus Blattfrag-
menten zusammen gesetzten Sack.
Cauchas rumitrella (Treitschke, 1833) (382)
Tandel (81/107,5), 5.5.1990; Pettingen, Pët-
tenerbësch (74,3/93,3), 2.5.1997; Dudelange,
Haardt (72,6/60), 19.5.2002; Ernster, Wuur-
zelwis (85,2/82,8), 5.5.2000; Lellingen, Vannar
(68,1/116,2), 4.5.2014; Brandenbourg, Fischbe-
scherhof (78/109), 5.5.2014.
Auf feuchten Wiesen und lichten Waldwe-
gen mit Wiesenschaumkraut (Cardamine
pratensis) verbreitet und nicht selten. Die
Raupe lebt zuerst in den Samenschoten des
Wiesenschaumkrauts, nachher in einem
Sack am Boden.
Nematopogon pilella (Denis & Schiermül-
ler, 1775) (385)
Diese Art wird in der Liste von Karsholt &
Razowski (1996) für Luxemburg angegeben.
Der Beleg ist mir jedoch nicht bekannt. Ich bin
dieser Art bisher immer nur im Gebirge begeg-
net, doch noch nicht in Luxemburg.
Die Vertreter der Gattung Nematopogon
sind einander recht ähnlich und schwer
zu unterscheiden. N. robertella ausgenom-
men, iegen sie von Anfang Mai bis Anfang
Juni bei sonnigem Wetter in lichten Laub-
wäldern, Waldwegen und in der Nähe von
Gebüsch und Hecken. Über die Biologie der
Raupen ist wenig bekannt, außer dass sie in
einem aus Blattstücken angefertigten Rau-
pensack leben.
Nematopogon schwarziellus (Zeller, 1839) (387)
Medernach, Stakbur (81,8/97,2),17.5.1987;
Brandenbourg, Weeschterbaach (78,2/108,5),
7.5.1988; Grevenmacher, Kelsbach (98/81),
24.5.1995; Bastendorf, Grousse Bësch
(79,8/108,1), 4.5.1997; Colmar-Berg, Millebierg
(74,1/96,8), 21.5.2010 u.a.
Zerstreut in lichten Wäldern und Gebüsch.
Nematopogon adansoniella (Villers, 1789)
(389) (Abb. 10)
Obereisenbach, Huschterbaach (77,6/118,9),
4.5.1989; Tandel (81,0/107,5), 5.5.1990; Schif-
ange, Brucherbierg (68,8/62,4), 13.5.1997;
Berdorf, Kalekapp (93,3/100,8), 28.5.2010; Pet-
tingen, Pëttenerbësch (74,3/93,3), 6.5.2011 u.a.
Dies ist die häugste Art dieser Gattung.
Nematopogon metaxella (Hübner, 1813) (390)
Wellenstein (92,4/64 ,9), 9.6.1997, leg. Marc Meyer.
Die seltenste Art dieser Gruppe. Die Raupe
lebt an panzlichem Detritus.
Nematopogon swammerdamella (Linnaeus,
1758) (391)
Tandel (81/107,5), 19.5.1987; Medernach, Stak-
bur (81,8/97,2), 26.5.1987; Grevenmacher, Kels-
bach (98,0/81), 4.5.1995; Schiange, Brucher-
bierg (68,8/62,4), 13.5.1997; Pettingen, Pëttener-
bësch (74,3/93,3), 6.5.2011 u.a.
Dies ist die zeitigste Art dieser Gattung, da
sie schon ab Ende April iegt.
Nematopogon robertella (Clerck, 1759) (393)
Brandenbourg, Weeschterbaach (78,2/108,5),
11.6.1989; Lellingen, Lellgerbaach (70,8/118,5),
3.6.1994; Kautenbach, Ueweschlaed (70,4/113),
1.6.1995; Tandel (81/107,5), 4.6.1995; Brouch/
Mersch, Reckenerwald, Langegronn (70,7/89,0),
13.6.2009 u.a.
Dieser Art begegnet man von Ende Mai bis
Juni in Fichtenwäldern, wo sie recht häug
ist.
3.6. Prodoxidae Riley, 1881 ‒ Yuccamotten
(Rosen - Blattsackmotten)
Es handelt sich hier um meist kleine Falter,
deren überwiegend braun bis grau gefärbte
Flügel o mit weissen Flecken geschmückt
sind. Die Falter sind tagaktiv. Die Raupen
leben entweder in einem Raupensack,
oder minieren zeitlebens verschiedene
Panzenteile. In Mitteleuropa gibt es sechs
Arten, in Luxemburg wurden bis jetzt fünf
nachgewiesen.
Lampronia capitella (Clerck, 1759) (397)
und Lampronia luzella (Hübner, 1817) (398)
Diese zwei Arten werden in der Liste von
Karsholt & Razowski (1996) für Luxemburg
erwähnt. Die Tiere benden sich jedoch
nicht in unseren Sammlungen.
Bull. Soc. Nat. luxemb. 118 (2016) 121
Lampronia corticella (Linnaeus, 1758) (399)
Tandel (81/107,5), 24.5.1988; Lellingen, Lell-
gerbaach (70,8/118,5), 12.6.1994; Bastendorf,
Grousse Bësch (79,8/108,1), 23.5.1997; Fisch-
bach-Koedange, Groebësch (81,5/89,3), 6.6.1997;
Roost-Essingen, Huergaertgesbierg (76,1/94,9),
20.5.1999 u.a.
Allgemein verbreitet in lichten Wäldern
und Waldlichtungen. Die Raupe lebt in den
Trieben von Brombeeren und Himbeeren
(Rubus spp.).
Lampronia avimitrella (Hübner, 1817)
(401) (Abb. 11)
Tandel (81/107,5), 7.5.1988; Goebelsmühle
(71,6/109,6), 6.6.1993; Bertrange, Béiwerei
(71,6/74,8), 30.5.1998 leg. R. Schoos; Lellingen,
Lellgerbaach (70,8/118,5), 12.6.1994; Branden-
bourg, Wohndelt (79,3/109,2), 22.5.1999 u.a.
Verbreitet auf sonnigen Waldlichtungen
und Wegen, aber hier immer nur vereinzelt.
Die Raupe lebt an Brombeeren (Rubus spp.).
Lampronia rupella (Denis & Schiermüller,
1775) (406)
Munshausen, Hireschbaach (71,3/120,9),
24.6.1991.
Das Vorkommen dieser Art in Luxemburg
verwundert ein wenig, da es sich um eine
Mittelgebirgsa rt handelt, die ich in den Voge-
sen und im Schwarzwald auf 850m ü.M. und
in den Alpen auf sogar 2000m ü.M. beob-
achtete. Es blieb bisher bei einem Exemplar
trotz intensiver Suche in den letzten Jahren.
Als Futterpanze geben Bengtsson & Palm-
qvist (2008) alpine Distel- und Latticharten
an. Wahrscheinlich lebt die Raupe auch noch
an anderen Panzenarten.
3.7. Incurvariidae Spuler, 1898 – Minier-
sackmotten
Die europäischen Incurvariidae sind tag-
aktive mittelgrosse Kleinschmetterlinge
mit vornehmlich braungrauer Färbung,
unterbrochen von weissen Flecken. Die
Raupen leben zuerst minierend, dann fer-
tigen sie sich aus Blattstücken einen Sack
an und ernähren sich in diesem am Boden
von Blattstreu. Aus Mitteleuropa sind sechs
Arten bekannt, in Lu xemburg wurden diese
Arten auch alle gefunden.
Incurvaria pectinea (Haworth, 1828) (423)
Medernach, Stakbur (81,8/97,2), 30.4.1988;
Unterschlinder (72,9/111,2), 26.4.1992; Bou-
laide, Milbech (56,3/104,5), 19.4.2009; Lellin-
gen, Op Baerel (70,2/118,5) 12.4.2014; Bissen,
Steenhecken (71,3/97), 17.5.2014 u a.
Diese Art wurde schon von Schneider
(2004) für Luxemburg (Kirchermillen)
gemeldet.
Dies ist die früheste Art dieser Familie, die
bei warmem Sonnenschein schon im April
aktiv sein kann. Sie iegt in lichten Wäl-
dern und ist nicht selten. Die Raupe lebt
an verschiedenen Laubbäumen, wie Birke,
Hasel, Erle oder auch Apfel.
Incurvaria masculella (Denis & Schier-
müller, 1775) (424)
Oetrange, Oetringerberg (85.7/74,2), 5.5.1993;
Ernzen, Grietcheswis (83,4/92,7), 1.5.1990;
Pettingen, Pëttenerbësch (74,2/93,3), 2.5.1997;
Oberschlinder (72,6/113,3), 5.5.2005; Moulin de
Bigonville (53,5/103,8), 18.5.2015 u.a.
In lichten Wäldern und in der Nähe von
Hecken und Gebüsch recht häug im
Mai. Die Raupe lebt an verschiedenen
Laubbaum arten.
Incurvaria oehlmaniella (Hübner, 1796) (429)
Medernach, Stakbur (81,1/97,2) 17.5.1987; Bas-
tendorf, Grousse Bësch (79,8/108,1), 1.5.1997;
Nachtmanderscheid-Houschterha, Ron-
nenësch (78,5/112,1), 10.5.1998; Roost-Essingen,
Huergärtchesbierg (76,1/94,9), 20.5.1999; Lellin-
gen, Vannar (68,1/116,2), 8.5.2011 u.a.
Diese Art iegt o mit I. masculella zusam-
men und beansprucht ähnliche Lebens-
räume. Die Raupe lebt auch an verschiede-
nen Laubholzarten.
Incurvaria praelatella (Denis & Schier-
müller, 1775) (430) (Abb. 12)
Lellingen, Lellgerbaach (71,1/118,1), 21.6.2002;
Essingen-Roost, Rouscht (76/94,9), 9.6.2011;
Boevange/Attert, Härenhecken (69,3/94,8),
12.6.2014; Bissen, Steenhecken (71,3/97),
5.6.2015; Michelbuch, Biischtert (70,8/98,3),
12.6.2015.
Recht selten an feuchten Waldrändern und
auf Waldlichtungen. Die Raupe lebt an ver-
schiedenen Rosaceae, in diesem Falle wahr-
scheinlich Filipendula ulmaria.
122 Bull. Soc. Nat. luxemb. 118 (2016)
Incurvaria koerneriella (Zeller, 1839) (431)
Eppeldorf, Zaerenheck (86,4/100,5), 1.5.1987;
Dudelange, Haard (72,6/60), 8.5.1988; Beau-
fort, Kippiglay (90,8/98,8), 1.5.1996; Tandel
(81/107.5), 16.5.1996.
Diese Art ist in Buchenwäldern weit ver-
breitet, aber sie wird selten beobachtet. Die
Raupe lebt an Rotbuche (Fagus sylvatica).
Phylloporia bistrigella (Heinemann, 1870) (433)
Die kleine Art wird laut der Liste von
Karsholt & Raz owski (1996) auch für Luxem-
burg angegeben, doch ist sie mir unbekannt.
3.8. Tischeriidae Spuler, 1898 – Schopf-
stirnmotten
Es handelt sich hier um kleine nachtaktive
Falter, deren Raupen in den Blättern von
verschiedenen Laubbäumen und Sträuchern
minieren. In Mitteleuropa sind sieben Arten
beheimatet, in Luxemburg wurden bisher
vier Arten gefunden.
Tischeria ekebladella (Bjerkander, 1795)
(440) (Abb. 13)
Schneider (2003) hat die Art bereits nach Nach-
weisen aus Oberanven, Aarnescht, 1999 für
Luxemburg gemeldet und Ellis (2007) nach
Nachweisen aus Kautenbach, 10.9.2002 , Quercus
petraea und Clervaux 17.9.2002 Q. robur.
Tandel (81/107,5), 21.6.1996; Oberanven, Aar-
nescht (85,9/81,5), 15.6.1999; Hoscheid, Molber-
lay (72,6/112,8), 20.6.1999; Moersdorf, Deiwels-
kopp (104,9/90,3), 21.5.2001; Mersch, Rouscht
(73,8/93,2), 1.8.2014 u.a.
Überall verbreitet und häug in der Nähe
von Eichen. Die Raupe lebt an Eiche und fällt
durch die grossen Platzminen auf, die sie in
Abb. 11. Lampronia
avimitrella (Hübner,
1817).
Abb. 12. Incurvaria pra-
elatella (Denis & Schif-
fermüller, 1775).
Bull. Soc. Nat. luxemb. 118 (2016) 123
den Blättern macht. Diese muschelförmigen
Blasenminen sind in Schneider (2003) und
Ellis (2007) beschrieben und abgebildet.
Tischeria dodonaea Stainton, 1858 (441)
Ellis (2007) hat diese Art nach Nachweisen
aus Kautenbach, 10.9.2002 auf Quercus pet-
raea und Q. robur sowie 18.9.2002 auf Q.
roburr Luxemburg gemeldet.
Emmetia marginea (Haworth, 1828) (444)
Syn.: Coptotriche marginea (Haworth, 1828)
Tandel (81/107,5), 21.5.1995; Bastendorf,
Grousse Bësch (79,8/108,1), 2.6.1996; Pettingen,
Pëttenerbësch (74,2/93,3), 2.5.1997; Colmar-
Berg, Laangert (75,1/98,1), 25.5.2008; Septfon-
taines, Lauterbur (63,6/83,3), 1.7.2015 u.a.
Ellis (2007) hat diese Art bereits nach Nach-
weisen aus Bonneweg, 5.11.2003, Kauten-
bach, 9., 10. und 18.9.2002 und Dudelange,
Haard, 3.8.2007 für Luxemburg gemeldet,
immer auf Rubus.
Verbreitet, aber nie häug, auf sonnigen
Flächen in Wäldern und im Gebüsch mit
Brombeerbestand (Rubus spp.), in dessen
Blätter die Raupen auällige Minen fres-
sen, welche in Ellis (2003) beschrieben und
abgebildet sind.
Emmetia angusticollella (Duponchel, 1843)
(449)
Syn.: Coptotriche angusticollella (Duponchel,
1843)
Brouderbur, Carrière Geisen (81,2/102,3),
31.7.1999; Tétange, Hesselsbierg (70,8/59,3),
9.5.2000; Oberanven, Aarnescht (85,9/81,5),
6.8.2000; Bissen, Steekräiz (73,3/94,6), 27.6.2011;
Bissen, Grousse Mies (73,6/94,7), 6.8.2015 u.a.
Ellis (2007) hat diese Art bereits nach
Nachweisen aus Kautenbach, 10.9.2002 für
Luxemburg gemeldet, und Schneider (2010)
nach Nachweisen aus Bonneweg 2009.
Verbreitet, aber nie häug. Fliegt in der Nähe
von Gebüsch mit Bestand von Rosa spp. Ich
habe die Raupen aus Zierrosen gezüchtet.
Sie minieren die Blätter. Diese Minen sind
sowohl in Ellis (2007) als auch Schneider
(2010) beschrieben und abgebildet.
3.9. Tineidae Latreille, 1810 – Echte Motten
Diese Familie vereint eine Reihe von großen
bis sehr kleinen, o unscheinbaren, meist
bräunlich gefärbten Faltern. Die meisten
Arten sind recht selten oder werden stet s nur
vereinzelt angetroen. Die Falter kommen
ans Licht, o die einzige Möglichkeit, sie
zu beobachten. Viele der Raupen ernäh-
ren sich von Baumschwämmen, Flechten,
andere leben in Nestern von Vögeln, Säuge-
tieren oder sozialen Hautüglern (Wespen,
Bienen). Einige Arten sind dem Menschen
lästig geworden, da sie an Nahrungsmitteln
wie Samen, oder auch an Textilien leben. Zu
diesen zählt die berüchtigte Kleidermotte
(Tineola bisselliella). In Mitteleuropa gibt
es rund 70 Arten, in Luxemburg wurden 31
Arten nachgewiesen.
Abb. 13. Tischeria eke-
bladella (Bjerkander,
1795).
124 Bull. Soc. Nat. luxemb. 118 (2016)
Die Angaben über die Biologie der Raupen
stammen von Gaedike (2015), Bengtsson &
Palmqvist (2008) und Heath & Emmet (1985).
Ich selbst hatte kaum die Gelegenheit, Raupen
zu züchten. Da die Falter sich tagsüber meist
verstecken und es nicht möglich ist, sie in
ihrem Lebensraum zu beobachten, habe ich
die Lebensweise der Raupen aus der Literatur
entnommen und zur Illustration beigefügt.
Einige Vertreter dieser Familie wurden
schon von Gaedike (2010) für Luxemburg
gemeldet, doch zitiere ich sie der Vollstän-
digkeit halber hier noch einmal.
Haplotinea insectella (Fabricius, 1794) (476)
Banzelt (91,6/81,7), 15.6.1999; Brandenbourg,
Fischbescherhof (78/109), 18.7.1999.
Bisher wurden erst zwei Exemplare gefun-
den. Die Raupe lebt an Baumschwämmen,
wird aber meist in Scheunen und Vorrats-
räumen angetroen, wo sie an Samenkör-
nern lästig sein kann.
Eudarcia pagenstecherella (Hübner, 1825) (499)
Goebelsmühle (71,8/109,6), 23.6.1999.
Dies ist der einzige Fund dieser auch im
Ausland seltenen Art. Die Raupe lebt an
Algen und Flechten an Felsen.
Infurcitinea roesslerella (Heyden, 1865) (542)
Kautenbach, Ueweschlaed (70,4/113), 1.6.1995;
Kautenbach, Wëltzerbësch (71/114,3), 24.6.1995;
Goebelsmühle (71,8/109,6), 7.5.2003; Lellingen,
Lellgerbaach (71,1/118,1), 3.6.2004; Schlinderman-
derscheid, Falkebierg (71,2/111,9), 25.5.2012 u.a.
Im Ösling kann man diese Art o gegen
Abend beobachten, wenn sie zu mehreren
an trockenen Hängen dicht über den von
der Sonne gewärmten felsigen Boden iegt.
Die Raupe ist noch nicht bekannt.
Infurcitinea ignicomella (Heydenreich,
1851) (545)
Roost-Essingen, Huergärtchesbierg (76/94,9),
2.7.2010; Bissen, Steekräiz (73,3/94,6), 24.5.2011.
Während die Art in meinem eigenen Ga rten
in Bissen ans Licht og, ist sie außerhalb
erst an einem weiteren Ort in Luxemburg
beobachtet worden.
Die Raupe ist noch unbekannt.
Infurcitinea argentimaculella (Stainton,
1849) (572)
Brandenbourg, château (77,8/108,8), 22.7. 2001.
Dieses Tier ng ich am Nachmittag an einer
alten Schiefersteinmauer unterhalb der
Burgruine. Die Raupe lebt an Flechten.
Stenoptinea cyaneimarmorella (Millière,
1854) (590)
Siebenaler, Pëntsch (71,2/120,8), 23.6.2006.
Diese Art ng ich am Nachmittag an den
Schieferfelsen am Strassenrand. Die Raupe
wurde an Flechten auf alten Obstbäumen
gefunden und in deren Totholz.
Karsholtia marianii (Rebel, 1936) (592)
Essingen, Rouscht (76/93,2), 9.6.2011; Boevange/
Attert, Haerenhecken (69,6/94,3), 19.7.2013.
Eine Art, die auch im Ausland erst sehr
selten gefunden wurde. Die Raupe lebt im
morschen Holz.
Agnathosia mendicella (Denis & Schier-
müller, 1775) (594)
Boevange/Attert, Haerenhecken (69,6/94,3),
3.8.2007; Schoenfels, Huelgriecht (74,1/85,9),
26.7.2002, leg. Marc Meyer; Manternach, Op der
Fëls (99,4/86,1), 31.7.2003, leg. Marc Meyer.
Verbreitet, aber selten. Die Raupen leben an
Baumschwämmen.
Montescardia tessulatellus (Lienig & Zeller)
(605)
Boevange, Haerenhecken (69,3/94,8), 27.5.2013.
Dieses Tier käscherte ich in der Nähe von
Fichten aus der Krautschicht. Die Raupe
lebt an Baumpilzen.
Scardia boletella (Fabricius, 1794) (607)
Diese Art wird in der Liste von Karsholt &
Razowski (1996) für Luxemburg angege-
ben, doch kenne ich den Beleg nicht.
Morophaga choragella (Denis & Schier-
müller, 1775) (609)
Medernach, Stakbur (81,8/97,2), 26.6.1989; Dude-
lange, Haardt (72,6/60), 12.7.1991; Bastendorf,
Grousse Bësch (79,8/108,1), 29.5.1996; Roost-
Essingen, Huergärtchesbierg (76/94,9), 5.7.2013;
Cruchten-Gare (76,5/95,7), 27.7.2013 u.a.
Bull. Soc. Nat. luxemb. 118 (2016) 125
Diese große Art ist in unseren Wäldern weit
verbreitet und nicht selten. Die Raupe lebt
an Baumschwämmen.
Triaxomera parasitella (Hübner, 1796)
(617) (Abb. 14)
Tandel (81,1/107,2), 18.6.1995; Hoscheid, Mol-
berlay (72,6/112,8), 23.6.1999; Lellingen, Lell-
gerbaach (71,1/118,1), 19.5.2004; Girsterklaus
(103,5/94,3), 3.6.2011; Bissen, Steenhecken
(71,3/97), 27.5.2012 u.a.
In unseren Wäldern weit verbreitet und
nicht selten. Die Raupe lebt an Pilzen im
morschen Holz.
Nemapogon granella (Linnaeus, 1758)
(623) (Abb. 15)
Tandel (81,1/107,2), 21.5.1995; Bissen, Stee-
kräiz (73,3/94,6), 23.4.2011; Lellingen, Vannar
(68,1/116,2), 8.5.2011; Pettingen, Pëttener Bësch
(74,2/93,3), 3.9.2013; Wasserbillig (103,8/86,4),
28.4.2014 u.a.
Diese Art, ursprünglich aus der Paläarktis,
ist mittlerweile weltweit verbreitet. Sie lebt
an Holzschwämmen, aber auch an totem
panzlichem Material, so wie in Getreide-
speichern an Samenkörnern, an denen sie
schädlich ist.
Nemapogon cloacella (Haworth, 1828) (624)
Tandel (81,1/107,2), 4.6.1995; Grosbous, Ale-
bësch (62,9/101,1), 21.7.1996; Oberanven, Aar-
nescht (85,9/81,5), 15.6.1999; Hoscheid, Molber-
lay (72,6/112,8), 23.6.1999; Boevange, Haerenhe-
cken (69,3/94,8), 12.6.2014 u.a.
Die häugste Tineide überhaupt! Sie ist in
der ganzen Paläarktis verbreitet und lebt
genauso wie die vorherige Art an Holz-
schwämmen und an Panzensamen, und
ist deswegen ein Vorratsschädling.
Nemapogon wolella (Karsholt & Nielsen,
1976) (625)
Grevenmacher, Grevenmacherbierg (97,8/82,1),
13.6.1996; Tandel (81,1/107,2), 21.6.1996; Echter-
nach, Alewerweier (99,1/96,1), 28.6.1998; Roost-
Essingen, Rouscht (76/93,2), 9.6.2011; Boevange,
Haerenhecken (69,3/94,8), 17.6.2013.
Weit verbreitet, aber nie häug. Die Raupe
lebt an Baumschwämmen.
Nemapogon ruricolella (Stainton, 1859) (630)
Diese Art wird in der Liste von Karsholt
& Razowski (1996) für Luxemburg aufge-
führt, doch kenne ich das Tier nicht.
Nemapogon clematella (Fabricius, 1781) (641)
Tandel (81,1/107,2), 23.7.1992; Unterschlinder,
Wolfsbierg (72,8/111,3), 30.6.1995; Brandenbourg,
Fischbescherhof (78/109), 22.7.1998; Schoenfels,
Huelgriecht (74,1/85,9), 18.6.2002, leg. Marc Meyer;
Aspelt, Seite rt (83,4/66,3), 5.8.1996, leg: Ma rc Meyer.
Die Art lebt in lichten Wäldern, ist recht
selten und kommt immer nur vereinzelt ans
Licht. Die Raupe lebt an Baumschwämmen.
Trichophaga tapetzella (Linnaeus, 1758) (661)
Tandel (81,1/107,2), 24.5.1995; Niederfeulen, in
einem Haus (71/102), 16.6.1997, leg. Marc Meyer.
Das Exemplar von Tandel entwickelte sich
in einem Gewölle, das von einer Schlei-
ereule stammte. Laut Literatur (Heath &
Emmet 1985) soll die Raupe auch in Vogel-
nestern und an Wolle leben.
Tineola bisselliella (Hummel, 1823) (669)
Kleinbettingen (61/79), 2.6.1987, leg. Marc
Meyer; Wellenstein, Kursch (92,3/65,6),
21.7.1998, leg. Marc Meyer; Luxembourg-Ville,
in einem Haus (76/74), 1.1.2002, leg. Leopold
Reichling; Bettel (84/108,7), Juni 2002.
Es handelt sich hier um die berüchtigte
Kleidermotte. In vergangenen Jahrhun-
derten ein gefürchteter Schädling, ist diese
Art mittlerweile in Mitteleuropa eher selten
und lokal geworden.
Sie lebt im Freiland, wird aber auch regel-
mäßig in menschlichen Wohnungen lästig.
Die Raupe lebt an totem tierischem Sto,
wie Wolle und Pelz.
Tinea pellionella (Linnaeus, 1758) (671)
Kleinbettingen (61/79), 26.5.1987, leg. Marc
Meyer; Tandel (81,1/107,2), 26.6.2001.
Diese Art lebt an Wolle und Pelz, wird
manchmal in Ställen beobachtet.
Tinea avescentella (Haworth, 1828)
Diese Art wird in der Liste von Karsholt &
Razovski (1996) für Luxemburg angegeben,
doch ist mir das Tier unbekannt.
126 Bull. Soc. Nat. luxemb. 118 (2016)
Abb. 14. Tri ax omer a
para sitella (Hübner,
1796).
Abb. 15. Nemapogon gra-
nella (Linnaeus, 1758).
Abb. 16. Monopis lae-
vigella (Denis & Schif-
fermüller, 1775).
Bull. Soc. Nat. luxemb. 118 (2016) 127
Tinea semifulvella (Haworth, 1828) (686)
Medernach, Stakbur (81,8/97,2), 22.7.1988;
Tandel (81,1/107,2), 23.6.1991; Kautenbach,
Ueweschlaed (70,4/113), 1.6.1995; Brandenburg,
Fischbescherhof (78/109), 9.6.2002; Roost-Essin-
gen, Huergaertchesbierg (76/94,9), 19.5.2012 u.a.
Die Art iegt hauptsächlich in Wäldern
und Waldlichtungen und ist nicht selten.
Die Raupe lebt in Vogelnestern und ernährt
sich von Wolle, Federn und Insektenresten.
Tinea trinotella (unberg, 1794) (687)
Tandel (81,1/107,2), 19.5.1990; Grevenma-
cher, Kelsbaach(98/81), 25.5.1995; Basten-
dorf, Grousse Bësch (79,8/108,1), 23.5.1996 ex
larva; Bissen, Steekräiz (73,3/94,6), 7.5.2011;
Roost-Essingen, Huergaertchesbierg (76/94,9),
19.5.2012 u.a.
Überall häug, sowohl in Wäldern wie
auf oenen Flächen. Ebenso wie bei der
Art Monopis laevigella habe ich die Tiere
von Bastendorf, Grousse Bësch, gezüchtet,
indem ich im Winter im Wald Nistkästchen
entleerte und die Nester in Eimern mit Gaze
verschlossen draußen auewahrte bis Ende
Mai die Falter schlüpen.
Niditinea fuscella (Linnaeus, 1758) (689)
Tandel (81,1/107,2), 13.8.1991.
Diese Art zählte in den letzten Jahrhunder-
ten auch zu den gefürchteten Kleidermotten,
doch ist sie mittlerweile selten geworden.
Abb. 17. Monopis mona-
chella (Hübner, 1796).
Abb. 18. Euplocamus
anthracinalis (Scopoli,
1763).
128 Bull. Soc. Nat. luxemb. 118 (2016)
Niditinea striolella (Matsumura, 1931) (690)
Manternach, Op der Fëls (99,4/66,1), 26.5.1987,
leg. Marc Meyer.
Die Art lebt in Vogelnestern an tierischem
Abfall.
Monopis laevigella (Denis & Schiermüller,
1775) (700) (Abb. 16)
Kautenbach, Ueweschlaed (70,4/113), 1.6.1995;
Bastendorf, Grousse Bësch (79,8/108,1), 14.5.1996
ex larva; Kayl, Léiraechen (69,5/61,6), 23.6.1996;
Schrondweiler, Bakes (80,7/96,8), 22.8.1997; Goe-
belsmühle (71,8/109,6), 7.5.2003 u.a.
Überall verbreitet und manchmal häug.
Ich zog Falter aus den Nestern, die aus Nist-
kästchen stammten.
Monopis weaverella (Scott, 1858) (701)
Lellingen, Lellgerbaach (71,1/118,1), 12.6.1994;
Grevenmacher, Kelsbaach (98/81), 24.5.1995;
Walsdorf, Mont St. Nicolas (80, 3/111,9), 3 0.5.1998;
Girsterklaus (103,5/94,3), 3.6.2011; Pettingen,
Pëttenerbësch (74,2/93,3), 10.5.2012 u.a.
Verbreitet und häug. Die Raupe lebt in
Vogelnestern und überall, wo verrottende
tierische Überreste sind.
Monopis obviella (Denis & Schiermüller,
1775) (704)
Grosbous, Neimillen (64/100,4), 7.6.1992; Kau-
tenbach, Ueweschlaed (70,4/114,5), 24.6.1995;
Beaufort, Kippiglay (90,8/98,8), 4.7.1998; Bissen,
Steekräiz (73,3/94,6), 21.5.2011; Septfontaines,
Lauterbur (63,6/83,3),12.6.2015 u.a.
Verbreitet und häug. Die Raupe lebt in
Vogelnestern an Federn und Wolle.
Monopis crocicapitella (Clemens, 1859) (705)
Bertrange, Béiwerei (71,5/74,8), 5.8.1995, leg.
Romain Schoos.
Bisher erst ein Exemplar gefunden.
Die Raupe lebt in Vogelnestern und Hüh-
nerställen an Wolle und Federn, aber auch
an Getreidemehl.
Monopis monachella (Hübner, 1796) (708)
(Abb. 17)
Grevenmacher, Kelsbaach (98/81), 24.5.1995;
Colmar-Berg, Cruchter Hombuch (75,9/96,3),
4.5.2011; Pettingen, Pëttenerbësch (74,2/93,3),
28.5.2011; Lorentzweiler, Speckbrill (77,2/85,8),
11.7.2015, Prettingen (76,6/86), 6.7.2015.
Lokal, kann aber stellenweise in der Nähe
von Gewässern häug sein. Die Raupe lebt
an verrottenden tierischen Überresten, wie
z.B. Federn in den Nesten der Wasservögel.
Euplocamus anthracinalis (Scopoli, 1763)
(724) (Abb. 18)
Roost-Essingen, Huergaertchesbierg (76/94,9),
20.5.1999.
Diese schöne Art ist sehr selten. Ich erhielt
sie durch Abklopfen von Gebüsch in
der Nähe eines am Boden verrottendem
Buchenstamms. Die Raupe lebt an Baum-
schwämmen.
4. Schlussfolgerung
Man kann in Mitteleuropa mit rund 150
Vertretern dieser hier behandelten Fami-
lien rechnen. In Luxemburg wurden bis zu
diesem Zeitpunkt 82 Arten nachgewiesen,
also 55 % der möglichen Spezies. Wir such-
ten bisher auch nicht gezielt nach den Ver-
tretern dieser Familien, sondern überließen
die Entdeckung eher dem Zufall. Man muss
auch berücksichtigen, dass unser Land
wegen der geringen Größe den Schmetter-
lingen nur einen Teil der in Mitteleuropa
möglichen Lebensräume anbieten kann.
Die meisten der oben aufgezählten Arten
leben an Gehölzen, verrottendem Pan-
zenmaterial, Baumschwämmen und toten
tierischen Substanzen. Dieses Futterspek-
trum ist reichlich vorhanden, besonders
mit der großen Waldäche, die das Land
besitzt. Erklärungen für die Seltenheit oder
Abwesenheit verschiedener Arten können
folgende sein:
Da Totholz meist nur in kleinen Mengen
verfügbar ist, ist es möglich, dass die Arten,
welche an Pilzen mit speziellen Anfor-
derungen leben, wie z.B. unberührtem
Urwald, fehlen.
Die Zahl unserer Nistvogelarten nimmt
rasant ab, und mit ihnen die Nester, in
denen verschiedene Raupenarten leben.
Mit der Industrialisierung unserer Land-
wirtscha verschwinden die kleinen Bau-
Bull. Soc. Nat. luxemb. 118 (2016) 129
ernhöfe mit o weniger gepegten Hühner-
ställen und Scheunen, was mit sich bringt,
dass die Motten, deren Raupen an Federn,
Vogelmist, Heu oder Saatkörnern leben,
seltener werden.
Verschiedene Langhornmotten und die
Ver treter der Gattung Lampronia benötigen
zur Raupenentwicklung Blütenpanzen wie
Skabiosen, Knautien, Teufelsabbiss, Enzian
und andere krautige Panzen. Diese Pan-
zen werden immer seltener und mit ihnen
auch die Schmetterlinge.
Die Arten, die am meisten gefährdet sind,
sind letztere, die an diese Blütenpanzen
gebunden sind. Hier wäre ein Umdenken
der Landwirtscha  bitter nötig, da die meis-
ten Blütenpanzen durch Überdüngung
und zu frühe Mahd ausgerottet werden.
Mit kompetenter Pege unserer restlichen
Blumenwiesen und Trockenrasen, sowie
Anlage blumenreicher Wiesen in unseren
Parks, aber auch nachhaltiger Mahd dieser
Flächen und der Straßen-, Feld- und Wald-
wegränder wäre verschiedenen Schmetter-
lingen schon viel geholfen.
Danksagung
Mein großer Dank gilt Reinhard Gaedike, der
den größten Teil der Tineiden bestimmt hat.
Auch danke ich Raoul Gerend für die Durch-
sicht der englischen Zusammenfassung, sowie
Nico Schneider für die Durchsicht und Vervoll-
ständigung des Manuskripts.
Literatur
Bengtsson, B. Å. & G. Palmqvist, 2008. Fjäri-
lar Käkmalar-säckspinnare. Lepidoptera:
Micropterigidae‒Psychidae. Nationalny-
ckeln till sveriges ora och fauna, 646 pp.
Ellis, W.N., 2007. Bladmineerders van Europa.
www.Bladmineerders.nl [30/06/2016].
Gaedike, R., 2010. New and poorly known
Palaearctic Microlepidoptera (Tineidae,
Acrolepiidae, Douglasiidae, Epermeniidae).
Nota lepidopterologica 33 (1): 9-24
Gaedike, R., 2015. Tineidae I. Microlepidoptera
of Europe, Volume 7. Brill, Leiden/Boston,
308 pp.
Gerstberger, M., 2008. Die Langhornfalter
Deutschlands (Lepidoptera, Adelidae). Mit-
teilungen der Arbeitsgemeinscha westfäli-
scher Entomologen , 24 (2): 37-56.
Heath, J. & A. M. Emmet, 1985. e Moths and
Butteries of Great Britain and Ireland,
Volume II. Harley Books, Colchester, Essex,
460 pp.
Hellers, M., 1990. Beitrag zur Erfassung der
Wickler Luxemburgs (Lepidoptera: Tortir-
cidae, Cochylidae). Päiperlek 12 (2): 47-112.
Hellers, M. 2001. Zweiter Beitrag zur Erfassung
der Wickler Luxemburgs (Lepidoptera,
Tortricidae). Bulletin de la Socété des natu-
ralistes luxembourgeois 101: 147-174.
Hering, E.M., 1957. Bestimmungstabellen der
Blattminen von Europa einschließlich des
Mittelmeerbecken und der Kanarischen
Inseln. Uitgeverij Dr W. Junk, S-Graven-
hage, 1185 + 221 pp.
Karsholt, O. & J. Razowski, 1996. e Lepidop-
tera of Europe. A Distributional Checklist.
Apollo Books, Stenstrup, 380 pp.
Meyer, M.,1987. Mise à jour de la faune des Pyra-
les du Grand-Duché de Luxembourg (Lepi-
doptera, Pyralidae). Päiperlek 9 (2-3): 17-30.
Schneider, N., 2003. Auf Spurensuche. 21.
Miniermotten. Regulus 9/03:22.
Schneider, N., 2004. Auf Spurensuche. 24. Rau-
penspuren. Regulus 9/04:20.
Schneider, N., 2010. Auf Spurensuche. 47. Auf
dem Weg zur Arbeit. Regulus 6/10: 23.
ResearchGate has not been able to resolve any citations for this publication.
Article
A study of 216 specimens of Tineidae, Acrolepiidae, Douglasiidae, and Epermeniidae establishes 73 first country records, three first records apart from the type series, one first record for Europe, and one first record for the Nearctic region. Infurcitinea iberica sp. n., Infurcitinea Corsica sp. n., and Tinagma asymmetricum sp. n. are described as new species. A lectotype is designated for Tineola macropodella Erschoff, 1874, which is a new synonym of Pararhodobates syriacus (Lederer, 1857). Infurcitinea romanica CapuÕe, 1966, hitherto a synonym of Infurcitinea olympica Petersen, 1958, is reinstated as a valid species. The taxon kirghiztana Zagulajev, 2002, described in Fermocelina, is transferred to Reisserita. The author of Reisserita zelleri is Zagulajev, 1992, not Caradja, 1920.
Triaxomera para sitella (Hübner, 1796)
  • Abb
Abb. 14. Triaxomera para sitella (Hübner, 1796).
Monopis laevigella (Denis & Schif fermüller, 1775)
  • Abb
Abb. 16. Monopis laevigella (Denis & Schif fermüller, 1775).
  • Lellgerbaach Lellingen
Lellingen, Lellgerbaach (71,1/118,1), 12.6.1994; Grevenmacher, Kelsbaach (98/81), 24.5.1995;
  • Mont Walsdorf
  • St
Walsdorf, Mont St. Nicolas (80,3/111,9), 30.5.1998; Girsterklaus (103,5/94,3), 3.6.2011; Pettingen, Pëttenerbësch (74,2/93,3), 10.5.2012 u.a.
Die Raupe lebt in Vogelnestern und überall
  • Verbreitet Und Häufig
Verbreitet und häufig. Die Raupe lebt in Vogelnestern und überall, wo verrottende tierische Überreste sind.
  • Neimillen Grosbous
Grosbous, Neimillen (64/100,4), 7.6.1992; Kau­ tenbach, Ueweschlaed (70,4/114,5), 24.6.1995;
Die Raupe lebt in Vogelnestern an Federn und Wolle
  • Verbreitet Und Häufig
Verbreitet und häufig. Die Raupe lebt in Vogelnestern an Federn und Wolle.