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Abstract

Background: It has been questioned by researchers in robotics as well in the general public to what extent companion-type robots can support the elderly with the fulfillment of their psychological and social needs. Although these robots have already been used in care settings in Germany, research has referred little to this practical experience in order to analyze their impact and benefit. To start to close this gap, the current article reports on the current use of companion-type robots in care settings, on the effects reported by professional caregivers as well as on the role of psychosocial needs in the acceptance and use of companion-type robots by the elderly. Material and methods: In the first study, 30 professional caregivers with experience in the use of the robot seal Paro in care settings were interviewed regarding Paro's application and the observed effects on their clients. In the second study, three case examples are presented from an interaction study in which vulnerable elderly persons had the robot dinosaur Pleo at their disposal for a maximum period of 15 days. Results: Paro is used very flexibly in a variety of settings and with a broad range of user groups (study 1). The reported psychosocial effects were mainly positive but short term. The case examples (study 2) show that psychosocial needs can both foster or hinder robot acceptance and use. They also emphasize the important role of caregivers in the interaction between the elderly and emotional robots in the context of eldercare. Conclusion: The beneficial and ethical use of companion-type robots in care settings demands a high commitment on the part of the caregivers. Given this prerequisite, emotional robots can be a valuable therapeutic tool.
Themenschwerpunkt
Z Gerontol Geriat
https://doi.org/10.1007/s00391-017-1346-8
Eingegangen: 15. September 2017
Überarbeitet: 19. Oktober 2017
Angenommen: 15. November 2017
© Springer Medizin VerlagGmbH, ein Teil von
Springer Nature 2017
Stefanie Baisch1,2 · Thorsten Kolling1,2 ·SaskiaRühl
2,3 ·BarbaraKlein
4·
Johannes Pantel2,5 ·FrankOswald
2,3 · Monika Knopf1,2
1Abteilung Entwicklungspsychologie, PEG-Gebäude, Johann WolfgangGoethe-Universität,
Frankfurt a. M., Deutschland
2Frankfurter Forum für Interdisziplinäre Alternsforschung (FFIA), Johann Wolfgang Goethe-Universität,
Frankfurt a. M., Deutschland
3Interdisziplinäre Alternswissenschaften, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M.,
Deutschland
4Fachbereich Soziale Arbeit, Frankfurt University of Applied Sciences, Frankfurt a. M., Deutschland
5Arbeitsbereich Altersmedizin, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M., Deutschland
Emotionale Roboter im
Pflegekontext
Empirische Analyse des bisherigen Einsatzes
und der Wirkungen von Paro und Pleo
Zahlreiche Studien zeigen, dass der Kon-
takt zu Tierenp ositive Auswirkungen auf
das Wohlbefinden u.a. von älteren Men-
schen mit und ohne Einschränkungen in
der Alltagsbewältigung haben kann (z. B.
[7,23,25]). Im Pflegekontext ist dieser
jedoch nicht immer realisierbar. Emotio-
nale Roboter („companion-type robots“)
wurden u. a. mit dem Ziel entwickelt,
durch technische Produkte mit tierähnli-
chen Verhaltensweisen und tierähnlicher
Gestalt Alternativen zu Tieren zu bieten.
Trotz der anhaltenden Debatte zwischen
Befürwortern und Gegnern werden Ro-
boter wie die Roboterrobbe Paro bereits
seit einiger Zeit in deutschen Pflegeein-
richtungen eingesetzt. Dies wir die Fra-
ge nach ihrer Bewährung im Pflegekon-
text auf.
Kontroversen des Roboter-
einsatzes
Funktion und Zielsetzung
emotionaler Roboter
Bereits heute sind v. a. im stationären Al-
tenpflegebereich Personalmangel, Zeit-
druck und eine hohe Arbeitsverdichtung
zubeklagen,sodassprofessionellPflegen-
de an ihre Belastungsgrenzen kommen,
kaum noch das Gefühl haben, ihre Arbeit
angemessen ausführen zu können, und
über wenige Möglichkeiten verfügen, die
Gepflegten zu aktivieren [22]. Auch auf-
grund der im Rahmen des demografi-
schen Wandels erwarteten Zuspitzung
der Situation wird die Technisierung der
PegeindenletztenJahrenimmerwei-
ter vorangetrieben. Neben Assistenzsys-
temen zur Optimierung von Pflegepro-
zessen, die keine direkte Interaktion mit
dem Gepflegten erfordern, werden sog.
soziale Assistenzroboter entwickelt, die
die unmittelbaren Interaktionen mit Ge-
pflegten unterstützen oder übernehmen
sollen.So soll dieLebenssituationder Ge-
pflegten im Idealfall verbessert, zumin-
dest aber nicht verschlechtert werden;
in jedem Fall aber sollen die Pflegenden
zeitlich entlastet werden.
Emotionale Roboter stellen eine be-
sondere Gruppe der sozialen Assistenz-
roboter dar, die durch soziale Interakti-
on emotional positiv besetzte Erlebnisse
schaffen soll. Ihnen liegt die Intention
zugrunde, die Bef riedigungp sychosozia-
ler Nutzerbedürfnisse durch die Imita-
tionvonTierenzuunterstützen[17].
Dazu wird, neben einer Sensorik zur
Wahrnehmung der physischen Umge-
bung sowie tierähnlicher Motorik und
Lautäußerung, häufig auch ein ausge-
prägtes Kindchenschema (großer Kopf,
großeAugen,kleine Nase) imDesign rea-
lisiert. Auf diese Weise sollen emotionale
Roboter vorteilhae Wirkungen hervor-
rufen, die denen echter Tiere entspre-
chen. Deren Nachteile, wie beispielsweise
Anforderungen an artgerechten Umgang
und tiergerechte Haltung, sollen sie hin-
gegen nicht aufweisen.
Positive Aspekte
Im sozialen Bereich sollen emotionale
Roboter zwischenmenschliche Kontakte
anregen un d fördern oder s elbst als Inter-
aktionspartner dienen, Nähe vermitteln
und Zuwendungsverhalten auslösen so-
wie dieses durch positive Reaktionen be-
lohnen [17]. Abgesehen von diesen the-
rapeutischen Ansprüchen bieten sie ins-
besonderekörperlich und kognitiveinge-
schränktenMenschen auch eine Beschäf-
tigungsmöglichkeit im Sinne einer Ak-
tivierungsmaßnahme. Durch die Schaf-
fung angenehmer Erlebnisse soll sich die
Interaktion mit ihnen zudem positiv auf
das psychische Befinden der Gepflegten
auswirken. So sollen emotionale Robo-
ter einen Beitrag dazu leisten, eine Ver-
sorgung vulnerabler älterer Menschen in
psychosozialen Belangen trotz des dro-
hendenPflegenotstandszu gewährleisten
undgleichzeitigPflegendezeitlichzu ent-
lasten.
Studien weisen auf eine hinreichen-
de Akzeptanz [3]undpositiveWirkun-
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie
Themenschwerpunkt
gen emotionaler Roboter z.B. auf das
psychische Wohlbefinden und das Ein-
samkeitserleben insbesondere demenzi-
ell erkrankter, aber auch kognitiv gesun-
der älteren Menschen hin [2,20,24].
Diessprichtnichtnur für dieNützlichkeit
emotionaler Roboter im Pflegekontext,
sondern auch für deren Anwendbarkeit
bei einer breiten Nutzergruppe. Darüber
hinaus sind verschiedene Einsatzforma-
te, wie Gruppen- oder Einzelinteraktion,
spontane oder geplanteEinsätze denkbar,
jedoch ist hierüber wenig bekannt.
Insgesamt aber stellen die bisherigen
BefundeemotionaleRoboteralseinwert-
volles Hilfsmittel in verschiedenen Kon-
texten der Altenpflege dar.
Problematische Aspekte
Kritiker hingegen bezweifeln die An-
wendbarkeit und Nützlichkeit emotio-
naler Roboter im Pflegekontext [13,
18]. Pflegende befürchten, im Rahmen
der Kostenoptimierung durch Roboter
ersetzt zu werden [29], insbesondere
aber werden Bedenken an der ethischen
Vertret b a r k e i t der Anwendung ( e m o-
tionaler) Roboter in Pflegekontexten
angeführt (z. B. [13,18,26]). Zum einen
bestehe durch ihren Einsatz die Gefahr,
dass die psychosozialen Bedürfnislagen
ältererNutzeraufgrundmangelnder
Wirksamkeit nicht befriedigt werden.
Vielmehr könnte eine unethische Ver-
wendung des Roboters als Ersatz für
echten zwischenmenschlichen Kontakt
die soziale Isolation sogar noch steigern
und das psychische Befinden mindern
[26]. Gerade vor dem Hintergrund des
Zeitmangels im Altenpflegebereich be-
reitet dieses Szenario Sorge.
Dem widersprechen zwar die positi-
ven Wirksamkeitsstudien (ein Überblick
findet sich z. B. bei [3]), tatsächlich
aber können die meisten dieser Studien
u. a. wegen methodischer Schwächen
wie unzulänglichen Messmodellen und
Versuchsleitereffekten kritisiert werden
([16]; eine Ausnahme bildet [21]). Of-
fen ist noch immer, inwiefern durch
emotionale Roboter nicht nur statistisch
signifikante, sondern auch klinisch rele-
vante positive Wirkungen erzielt werden
können. Zudem ist noch zu wenig über
ihre mittel- und langfristigen Wirkun-
gen bekannt [26]. Des Weiteren wurden
negative Reaktionen auf emotionale Ro-
boter bisher kaum systematisch erfasst,
obwohl anekdotische Berichte auf eine
große Bandbreite an Reaktionen älterer
Menschen hinweisen [8,14,28].
Außerdem könnten paradoxerweise
ausgerechnetDefiziteinder psychosozia-
len Bedürfnisbefriedigung Akzeptanz-
und damit Nutzungshemmnisse dar-
stellen [1]. Zwar könnte angenommen
werden, dass gerade psychosozial be-
lastete Menschen eine besonders hohe
Akzeptanz für einen emotionalen Robo-
ter zeigen, gleichzeitig könnten aber z. B.
die bei psychischen Belastungen häufig
reduzierten Selbsteffizienzüberzeugun-
gen die Akzeptanz der Nutzer auch
mindern (z. B. [5]). Zur Bedeutung von
psychosozialen Bedürfnislagen als Ak-
zeptanzhemmnis gibt es allerdings noch
kaum belastbare empirische Befunde.
Sharkey und Sharkey [26] führen au-
ßerdem die Gefahr der Täuschung von
Gepflegten, die denRoboter für lebendig
halten könnten, als ethisch problemati-
schen Punkt an. Auch wenn diesem Ar-
gument die natürliche menschliche Ten-
denz zur Anthropomorphisierung, d. h.
die Zuweisung von Eigenschaen leben-
diger Wesen zu unbelebten Dingen, ge-
genübergestellt werden kann [9], ist nicht
von der Hand zu weisen, dass gerade
Menschen mit Demenz, die nicht selten
unterillusionärenVerkennungen1leiden,
den Roboter als echt betrachten könn-
ten.DieRahmenempfehlungenzumUm-
gang mit herausforderndem Verhalten
bei Menschen mit Demenz des Bundes-
ministeriums für Gesundheit [4] sehen
das Verfahren der Validation [11]alsef-
fektiven und ethisch verantwortungsvol-
len Ansat z zum Umgang mit solc hen Ve r-
kennungen vor. Dieser besagt, dass sie als
subjektive Lebensrealität der Betroffenen
akzeptiert werden sollen. Wie Pflegende
allerdings mit dem Phänomen der Ver-
kennung von emotionalen Robotern als
1Illusionäre Verkennungen, d. h. die Fehlwahr-
nehmung von Gegenständen und Personen als
etwas oder jemand anderes bzw. die Fehlattri-
bution bestimmter Eigenschaften auf Personen
oder Gegenstände, stellen ein Symptom dar,
dass bei fortgeschrittener Demenz häufig
auftritt(ca.30% derFälle,[10]).
lebendig umgehen, ist bisher noch kaum
untersucht.
Fragestellung
Während die Diskussion über das Für
und Wider emotionaler Roboter noch im
Gange ist, werden diese schon seit einigen
Jahren in deutschen Pflegeeinrichtungen
eingesetzt. Aus dieser Erfahrung können
Informationen über praktisch und theo-
retisch bedeutsame Anwendungsaspekte
gewonnen werden, jedoch gibt es bisher
nur wenige Studien, die sich diesem e-
ma widmen. Im Rahmen der vorliegen-
denErhebungensollenbisherigeErfah-
rungen in der Anwendung emotionaler
Roboter erfasst werden, um daraus in
einem nächsten Schritt eine Beurteilung
bezüglich relevanter Anwendungsaspek-
te zu treffen. Daher soll in 2 Teilstudien
folgenden Fragen nachgegangen werden:
4Wie werden emotionale Roboter,
beispielha die Roboterrobbe Paro,
in deutschen Pflegeeinrichtungen
eingesetzt? (Erhebung 1)
4Welc h e R e akti on e n u n d Wirkun-
gen sind bei den älteren Nutzern
beobachtbar? (Erhebung 1)
4Können psychosoziale Bedürfnisla-
gen ein Problem für die Akzeptanz
und Nutzung emotionaler Roboter,
beispielha des Roboterdinosauriers
Pleo, darstellen? (Erhebung 2)
Methode
Die in Erhebung 1 vorgestellten Da-
tenwurdenimRahmendesProjekts
ERimAlter (Emotionale Robotik im Al-
ter) erhoben, während die in Erhebung
2 vorgestellten Fallbeispiele der Nut-
zerstudie NERA (Nutzung emotionaler
Robotik im Alter) entstammen.
Erhebung 1 – ERimAlter
Stichprobe. Deutschlandweit wurden 30
professionell Pflegende (29 davon weib-
lich; Alter: M= 48,20; SD ± 10,98 Jahre)
einbezogen, die Erfahrung im Um-
gang mit dem emotionalen Robo-
ter Paro hatten. Darunter waren u. a.
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie
Zusammenfassung · Abstract
Z Gerontol Geriat https://doi.org/10.1007/s00391-017-1346-8
© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2017
S.Baisch·T.Kolling·S.Rühl·B.Klein·J.Pantel·F.Oswald·M.Knopf
Emotionale Roboter im Pflegekontext. Empirische Analyse des bisherigen Einsatzes und der
Wirkungen von Paro und Pleo
Zusammenfassung
Hintergrund. Sowohl im wissenschaftlichen
Kontext wie auch in der Gesellschaft wird
darüber diskutiert, ob emotionale Roboter
ältere Menschen bei der Erfüllung psychischer
und sozialer Bedürfnisse unterstützen können.
Sie werden in deutschen Pflegeeinrichtungen
bereits eingesetzt, jedoch wurde zur Analyse
von Nutzen und Wirkung der Roboter kaum
auf diese Praxiserfahrung zurückgegriffen.
Der vorliegende Beitrag ist daher eine erste
empirische Erfahrungsanalyse zur Nutzung
emotionaler Robot er im Pflegekontext . Darin
werden der momentane Einsatz und die
durch Pflegende berichteten Wirkungen
erfasst sowie die Bedeutung psychosozialer
Bedürfnisse für die Akzeptanz und Nutzung
emotionaler Roboter dargestellt.
Material und Methoden. In Erhebung 1
wurden 30 professionell Pflegende mit
Erfahrung im Einsatz des emotionalen
Roboters Paro hinsichtli ch dessen Anwendung
und den von ihnenbeobachteten Reaktionen
der Gepflegten befragt. In Erhebung 2 werden
3 Fallbeispiele aus einer Studie präsentiert, in
der ältere Menschen über den emotionalen
Roboter Pleo für maximal 15 Tage frei
verfügten.
Ergebnisse. Parowird in den Pflegeeinrichtun-
gen flexibel in unterschiedlichen Kontexten
und mit verschiedenen Nutzergruppen
eingesetzt (Erhebung 1). Die berichteten
psychosozialen Wirkungen sind weitgehend
positiv, wennauch kurzfristig. Die Fallbeispiele
(Erhebung 2) zeigen, dass psychosozialen
Bedürfnislagen die Roboterakzeptanz und
-nutzung nicht nur fördern, sondern auch
behindern können. Sie weisen auch auf
die bedeutsame Rolle der Pflegenden in
der Interaktion zwischen Gepflegten und
emotionalen Robotern hin.
Schlussfolgerung. Um einen nützlichen und
ethisch vertretbaren Einsatz emotionaler
Roboter in Pflegekontextenzu gewährleisten,
ist ein hohes Engagement der Pflegenden
erforderlich. Unter dieser Voraussetzung
können emotionale Roboter ein nützliches
Hilfsmittel in der Altenpflege darstellen.
Schlüsselwörter
Soziale Interaktion · Akzeptanz · Nutzung ·
Emotionale Roboter · Ethik
Emotional robots in a nursing context. Empirical analysis of the present use and the effects of Paro
and Pleo
Abstract
Background. It has been questioned by
researchers in robotics as well in the general
public to what extent companion-type robots
can support the elderly with the fulfillment of
their psychologica l and social needs. Although
these robots have already been used in care
settings in Germany, research has referred
little to this practical experience in order to
analyze their impact and benefit. To start to
close this gap, the current article reports on
the current use of companion-type robots
in care settings, on the effects reported by
professional caregivers as well as on the role
of psychosocial needs in the acceptance and
use of companion-type robots by the elderly.
Material and methods. In the first study, 30
professional caregivers with experience in
the use of the robot seal Paro in care settings
were interviewed regarding Paro’s application
and the observed effects on their clients. In
the second study, three case examples are
presented from an interaction study in which
vulnerable elderly persons had the robot
dinosaur Pleo at their disposal for a maximum
period of 15 days.
Results. Paro is used very flexibly in a variety
of settings and with a broad range of user
groups (study 1). The reported psychosocial
effects were mainly positive but short
term. The case examples (study 2) show
that psychosocial needs can both foster or
hinder robot acceptance and use. They also
emphasize the important role of caregivers
in the interaction between the elderly and
emotional robots i n the context of eldercare.
Conclusion. The beneficial and ethical use of
companion-type robots in care settings de-
mands a high commitment on the pa rt of the
caregivers. Given this prerequisite, emotional
robots can be a valuable therapeutic tool.
Keywords
Social interaction · Acceptance · Utilization ·
Companion-type robots · Ethics
Alltagsbegleiter2, Mitarbeiter des sozia-
len Dienstes, Pflege(fach)kräe und ge-
rontologische Fachkräe. Die Mehrzahl
arbeitete in stationären Einrichtungen
(n= 23; 76,6 %). Die betreuten Perso-
nen waren nahezu hochbetagt (Alter:
M= 80,22 Jahre; SD ±6,41 Jahre) und
wurden von den meisten Pflegenden
(n= 21; 70,0 %) als mittel bis schwer
2Zur leichteren Lesbarkeit wird grundsätzlich
die männliche Form angegeben, die Angaben
beziehensichjedochauf beideGeschlechter.
demenziell erkrankt beschrieben. Die
Pflegenden setzten Paro seit 0,40 bis
6,00 Jahren beruflich ein (M=1,70Jah-
re; SD ±1,34 Jahre).
Roboter Paro. Der kommerziell als the-
rapeutisches Hilfsmittel vertriebene und
überwiegend in Pflegekontexten einge-
setzte emotionale Roboter Paro imitiert
eine Babysattelrobbe (Fa. Intelligent Sys-
tem Co. Ltd., Nanto, Tomaya, Japan; eine
detailliertereBeschreibungfindet sich bei
Shibata et al. [27]).
Studiendesign undAblauf. Die Pflegen-
den wurden im Rahmen eines halbstruk-
turierten „Face-to-face“- oder Telefonin-
terviews (offene und geschlossene Fra-
gen) sowie mithilfe standardisierter Fra-
gebogen zu ihren Erfahrungen im Ein-
satz mit Paro und dessen Anwendung
befragt (Dauer der Erhebung: ca. 2–3 h).
Die Angaben der Befragten zu geschlos-
senenFragenwurdenwährenddesInter-
viewsvonden Interviewernkategorisiert;
die Angaben zu offenen Fragen wurden
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie
Themenschwerpunkt
0
20
40
60
80
100
ausschließlich
spontan
ausschließlich
geplant
beides
ausschließlich
Gruppeninteraktion
ausschließlich
Einzelinteraktion
beides
ausschließlich als
Beschäftigung
ausschließlich als
therapeutisches
Hilfsmittel
beides
Modus Format Zielsetzung
Anteil Befragter (%)
Abb. 1 8Modus, Format und Zielsetzung des Eins atzes von Paro
durch den Interviewer protokolliert und
im Zuge der Datenanalyse kategorisiert.
Erhebung 2 – NERA
Stichprobe. An der Erhebung nahmen
43PersonenimAlteber65Jahrenteil
(davon n= 30, 69,8%, weiblich, Alter:
M= 75,67 Jahre; SD ±7,40 Jahre), von
denen 24 Personen (55,8 %) selbstständig
im häuslichen Umfeld lebten, während
19 Personen (44,2 %) Unterstützung bei
der Lebensführung im Pflegeheim oder
im häuslichen Umfeld erhielten. Vorwie-
gend von der letzten Gruppe werden im
Rahmen dieses Beitrags Beobachtungen
und Angaben aus 3 ausgewählten Inter-
views vorgestellt.
Roboter Pleo. Der emotionale Roboter
Pleo (Fa. Innvo Labs Corp., Hong Kong,
China) imitiert einen pflanzenfressen-
den Dinosaurier. Er wirdkommerziell als
Spielzeugvertrieben undfördert v. a. Für-
sorge- und Zuwendungsverhalten (z. B.
streicheln, füttern, spielen; für eine ge-
nauere Beschreibung: [12]).
Studiendesignund Ablauf. Die Studien-
teilnehmer beschäigten sich mit Pleo
für maximal 15 Tage in ihrem Wohnum-
feld. Dabei waren sie nicht zur regelmä-
ßigen Nutzung des Roboters verpflichtet
und konnten die Studie jederzeit vor-
zeitig beenden. Während des Nutzungs-
zeitraums konnten die Teilnehmer bei
Problemen jederzeit Kontakt zum Ver-
suchsleiteraufnehmen. Um Veränderun-
gen unterschiedlicher Akzeptanzaspekte
umfassend zu erheben, wurden zu Be-
ginn und zum Ende der Nutzungsperi-
ode Datenerhebungen im „Mixed-meth-
ods“-Design durchgeführt (halbstruktu-
riertes Interview zur qualitativen Ana-
lyse von Erfahrungen und Erlebnissen
mit Pleo im Nutzungszeitraum sowie zu
den Überlegungen der Teilnehmer be-
züglich positiver und negativer Aspek-
te des Roboters, Fragebogen zur quan-
titativen Analyse verschiedener Akzep-
tanzparameterund möglicherroboterbe-
zogener Akzeptanzprädiktoren und Vi-
deoaufnahmen zur Auswertung des In-
teraktionsverhaltens mit Pleo). Weiter-
hin wurden personenbezogene Merkma-
le als mögliche Prädiktoren der Akzep-
tanz mithilfe von Fragebogen erfasst.
Die Informationen über die hier dar-
gestellten Fälle basieren auf den Infor-
mationen aus dem jeweiligen Teilneh-
merinterview am Ende der Nutzungspe-
riode und auf dem beobachteten Ver-
halten der Teilnehmer im Sinne einer
teilnehmenden Beobachtung zu beiden
Erhebungszeitpunkten. Die dargestellten
Fälle wurden kontrastierend ausgewählt
und stellen den unterschiedlichen Um-
gang mit Pleo durchTeilnehmer mit ähn-
lichen psychosozialen Problemlagen dar.
Ergebnisse
Erhebung 1 – ErimAlter
Anhand der Befragungen von professio-
nell Pflegenden mit Erfahrung im Einsatz
derRoboterrobbeParowurdenDatenzur
deren Anwendung sowie zu Reaktionen
älterer Menschen auf diesen Roboter und
zu dessen beobachteten Wirkungen auf
die Gepflegten erhoben.
Einsatz von Paro
Einsatzhäufigkeit. Zunächst wurde die
Einsatzhäufigkeit von Paro erfasst (ge-
schlossene Frage: ja/nein). Es gaben
93,3 % der Befragten (n= 28) an, dass
der Roboter regelmäßig zum Einsatz
komme. Die offenen Antworten auf die
Frage „wie häufig?“ wurden den Ka-
tegorien „täglich“, „wöchentlich“ und
„monatlich“ zugeordnet. Vier Teilneh-
mer (13,3 %) machten zu dieser Frage
keine verwertbaren Angaben. Die we-
nigsten Befragten gaben eine tägliche
Nutzung an (n=2;7,7%);zumeistwurde
Paro wöchentlich (n= 18; 69,2 %) oder
monatlich eingesetzt (n= 6; 23,1 %).
Einsatzkontext. Weiterhin wurde erho-
ben, ob der Roboter sp ontan oder geplant
(Einsatzmodus) bzw. in der Gruppen-
und/oder Einzelinteraktion (Einsatzfor-
mat) angewendet wird (.Abb. 1). Auf-
grund der Tatsache, dass häufig beide
Einsatzmodi bzw. -formate benanntwur-
den, wurde bei der Datenauswertung zu-
dem die Kategorie „beides“ eingeführt.
Die meisten Befragten nutzten Paro
sowohl geplant wie auch spontan und
sowohl in Gruppen- wie auch in Ein-
zelinteraktionen (.Abb. 1). Dies weist
auf einen sehr flexiblen Einsatz des Ro-
boters im Pflegekontext hin.
Zielsetzung. Die Pflegenden wurden zu-
demhinsichtlichder Zielsetzungdes Ein-
satzes von Paro, d. h. zum therapeuti-
schen Einsatz oder zur Beschäigung,
befragt (.Abb. 1). Auch hier wurde häu-
figbeidesgenannt,sodassbeiderAuswer-
tung außerdem die entsprechende Kate-
gorie eingeführt wurde.
Der Roboter wurde überwiegend als
therapeutisches Hilfsmittel und als Be-
schäigung eingesetzt. Lediglich eine
Person gab an, Paro ausschließlich zur
Beschäigung in Einzelinteraktionen zu
nutzen. Andere Zielsetzungen wurden
nicht genannt.
Nutzergruppe. Im Rahmen einer offe-
nen Frage wurden die Gruppen von Ge-
pflegtenerfasst,bei denen Paroeingesetzt
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie
0
20
40
60
80
100
Menschen mit
Demenz
Menschen mit
schweren
körperlichen Einschr.
Menschen mit
geringen köperlichen
und kognitiven
Einschr.
Menschen mit
psychosozialen
Belastungen
Anteil Befragter (%)
Abb. 2 9Nutzer-
gruppen, bei denen
Paroeingesetzt wird
wird. Die Antworten wurden im Nach-
hinein kategorisiert. Nannte ein Befrag-
ter mehrere Gruppen, wurden ihm alle
relevanten Kategorien zugeschrieben.
Wie in .Abb. 2dargestellt, wurde der
Roboter nicht nur bei Menschen mit De-
menz, sondern auch bei anderen vulne-
rablen Personengruppen eingesetzt.
Reaktionen der Gepflegten
Wahrnehmung von Paro durch die Ge-
pflegten. Es wurde halbstrukturiert er-
fasst, als was die Gepflegten die Robo-
terrobbe wahrnehmen und den Befrag-
ten im Nachhinein entsprechend ihren
Antworten die Kategorien „belebt“, „un-
belebt“, „Hybrid“ oder „irrelevant“ zuge-
teilt. Mithilfe einer offenen Frage wur-
de außerdem erfasst, wie die Befragten
selbst auf die illusionäre Verkennung des
Roboters als belebt reagieren (.Abb. 3).
Auch in diesemFall wurden die Antwor-
tenimNachhineindenentsprechenden
6 Kategorien zugeordnet (.Abb. 3). Bei
Mehrfachnennungen zu beiden Fragen
wurde wie bereits beschrieben vorgegan-
gen, und einem Befragten wurden alle
relevanten Kategorien zugewiesen.
Die Annahmen der Gepflegten, ob
Paro ein lebendes Wesen oder ein unbe-
lebter Gegenstand sei, divergierten stark.
Die meisten Befragten berichteten von
Gepflegten, die Paro als Lebewesen (n=
26; 86,7 %) wahrnahmen, 60 % von ihnen
(n= 18) beschrieben zudem Gepflegte,
die ihn als unbelebt erachteten. Nur ein
Befragter äußerte, dass dieser Aspekt für
die Gepflegten irrelevant sei.
Im Fall von Verkennungen gab ein
Großteil der Befragten an, die Wahrneh-
mung der Gepflegten grundsätzlich zu
belassen,solangediese keine Information
einforderten (.Abb. 3). Auf Fragen ant-
worteten sie jedochwahrheitsgemäß. Re-
aktione n wie Ignoranz, B eförderu ngo der
Versuche der Korrektur von Verkennun-
genwurdenebenfallsvonnichtwenigen
Befragtengenannt(n= 8;26,7 %). Nur ein
kleiner Teil der Befragten (n= 4; 13,3 %)
nutzte die Fragen der Gepflegten als Ge-
sprächsanlass und somit als Aufhänger
für die weitere therapeutische Arbeit.
Positive und negative Reaktionen auf
Paro. Reaktionen auf den Roboter wur-
den anhand einer offenen Frage erhoben.
Aufgrund der Vielzahl an Aussagen wur-
de die Auswertung nicht auf der Ebene
der Person, sondern auf der Ebene der
Nennungen, d.h. ohne Bezug zur Per-
son, durchgeführt. Die positiven und
negativen Nennungen wurden jeweils
Unterkategorien zugeteilt (.Abb. 4).
Von 241 validen Nennungen stellte
der überwiegende Anteil positive Reak-
tionen d er Bewohn er auf den Robot er dar
(Anzahl der Aussagen i= 206; 85,5 %).
Obwohl nicht wenige der positiven Nen-
nungen auf den psychosozialen Bereich
entfallen (i = 127; 61,7 %), konnte ein
großer Anteil keiner dieser Kategorien
zugeordnet werden (i= 79; 38,3 %). Aus-
sagen zu negativen Reaktionen wie bei-
spielsweise Angst und Aggression kamen
hingegen deutlich seltener vor (i= 35;
14,5 %).
Dauer der beobachteten Wirkungen.
Weiterhin wurden die Pflegenden in
einer offenen Frage bezüglich der Wir-
kungen des Robotereinsatzes auf die Ge-
pflegten befragt und die Antworten im
Nachhinein hinsichtlich der Wirkungs-
dauer kategorisiert. Auch hier wurde
aufgrundderVielzahlanAussagenauf
der Ebene der Nennungen analysiert.
Unter den 173 validen Antworten wa-
ren kurzfristige Wirkungen am häufigs-
ten, die unmittelbar in der Mensch-Ro-
boter-Interaktion beobachtbar sind (z. B.
„Paro nimmt Bewohnern die Angst“; i=
147; 85,0 %). Deutlich geringer war der
Anteil der Aussagen bezüglich mittel-
fristiger Wirkungen, die wenige Minuten
oder Stunden nach der Interaktion mit
Paro noch beobachtbar sind (z. B. Be-
wohner erzählen Angehörigen von der
Robbe“; i= 23; 15,6 %), während lang-
fristige Wirkungen, die auch noch Tage
nach der Interaktion mit dem Roboter
anhalten (z. B. „Bewohner werden vom
Verhalten her ruhiger“), kaum erwähnt
wurden (i=3;1,7%).
Erhebung 2 – NERA
Anhand von 3 Fallbeispielen der Nut-
zerstudie NERA, in der ältere Menschen
über den Roboterdinosaurier Pleo maxi-
mal 15 Tage in ihrem Wohnumfeld frei
verfügten, wird im Folgenden dargestellt,
dass individuelle psychische und soziale
Bedürfnislagen unterschiedliche Rollen
bei der Akzeptanz und Nutzung emotio-
naler Roboter spielen können.
Psychische Bedürfnislagen. Einerseits
zeigte die Häle der 12 Studienteil-
nehmer mit psychischen Auffälligkeiten
eine hohe Akzeptanz für Pleo, und diese
Gruppe scheint die engsten Bindungen
an ihn aufzuweisen. Andererseits erweist
sich Ängstlichkeit vor dem Umgang mit
dem Roboter häufig als ein Grund für die
Ablehnung der Studienteilnahme (n=9
aus 32 ablehnenden Pflegeheimbewoh-
nern; 28 %).
Es zeigt sich jedoch, dass Exposition
und Gewöhnung die Akzeptanz fördern
können. So berichtete der Ehemann von
TE3(weiblich, 77 Jahre alt) über seine
Frau, die psychisch, kognitiv und moto-
risch beeinträchtigt ist und mit ihm im
häuslichenUmfeldlebt,dass sie Pleo initi-
3Die Daten wurden pseudonymisiert; die
Kürzel entsprechen nicht den wahren Initialen
derTeilnehmer.
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Lebewesen
unbelebt
Hybrid/unklar
irrelevant
auf sich beruhen lassen
(bei Fragen) aufklären
als Aufhänger für ein
Gespräch nutzen
ignorieren
korrigieren
befördern
Annahmen der Gepflegten Reaktion der Befragten auf Verkennungen
Anteil Befragter (%)
Abb. 3 8Annahmen der Gepflegtenund Reaktion der Befragten auf Verkennungen
al nicht berührenwollte, aus Angst, etwas
kaputtzumachen.Erst,nachdem sieihren
Ehemann mit dem Roboter ein paar Tage
beobachtethatte, trautesie sich, selbstda-
mit zu interagieren. TE war zum Schluss
im Umgang mit dem Roboter weitestge-
hend selbstständig und sehr ausdauernd.
Auch die Sozialarbeiterin einer Pflege-
einrichtung berichtete, dass „Willi“, wie
Pleo von einer Bewohnerin genannt wor-
den war, von initial eher misstrauischen
und ablehnenden Bewohnern als neues
„Haustier“ akzeptiert wurde, nachdem
dafür Sorge getragen worden war, dass
er im öffentlichen Raum der Einrichtung
präsent war.
Soziale Bedürfnislagen. Auch soziale
Bedürfnislagen können sich im Kontext
der beschränkten Interaktionsfähigkeit
emotionaler Roboter unterschiedlich
auswirken. KE (männlich, 79 Jahre alt)
z. B., der aufgrund seiner körperlichen
und kognitiven Einschränkungen in
einer Pflegeeinrichtung lebt sowie psy-
chisch vorbelastet und einsam ist, hatte
zu Beginn der Nutzungsperiode die un-
realistische Vorstellung von Pleo als ein
quasilebendiges Wesen, die unweigerlich
enttäuscht wurde. Weiterhin frustrierte
es ihn, dass er nicht in der Lage war,
die Robotertechnik zu begreifen, was
vermutlich auch den kognitiven Ein-
schränkungen geschuldet war. Als Folge
dieser Umstände reagierte er mit Desin-
teresse am Roboter und mit agitiertem,
aggressivem Verhalten gegenüber seiner
Umwelt.
ER (weiblich, 66 Jahre alt) hingegen,
die selbstständig im häuslichen Umfeld
lebt, kognitiv unbeeinträchtigt ist, aber
unter ausgeprägten visuellen Einschrän-
kungen und Einsamkeit leidet, hatte ge-
ringere Erwartungen und wünschte sich
lediglich die einsamkeitsmindernde so-
ziale Präsenz irgendeiner Art. Nach eini-
gen Tagen der Gewöhnung erfüllte Pleo
diese Funktionfür sie, undER behieltden
Roboter noch Monate über das Ende der
Studie hinaus, bevor sich ihr Interesse
erschöpe.
Die aus den sozialen Bedürfnislagen
erwachsenden individuell unterschiedli-
chen Erwartungen spielen also eine we-
sentliche Rolle bei der Roboterakzeptanz
und -nutzung.
Diskussion
Anhand der Befragungen von professio-
nell Pflegenden mit Erfahrung im Einsatz
des emotionalen Roboters Paro wurde
in Erhebung 1 (ERimAlter) untersucht,
wie dieser in deutschen Pflegeeinrich-
tungen Verwendung findet und welche
Reaktionender Gepflegten berichtetwer-
den, um daraus auf die Nützlichkeit und
die Anwendbarkeit emotionaler Roboter
im Pflegekontext schließen zu können.
Mithilfe von Beispielen aus Erhebung 2
(NERA) wurde erläutert, wie psychoso-
ziale Bedürfnislagen akzeptanz- und nut-
zungsrelevant werden können.
Einsatz emotionaler Roboter
Positive Aspekte
Emotionale Roboter erweisen sich als im
Pflegekontext sehr flexibel einsetzbar. So
wird Paro in Gruppen- und Einzelinter-
aktionen und sowohl spontan wie auch
geplant angewendet. Darüber hinaus fin-
det er bei sehr unterschiedlichen Nut-
zergruppen Verwendung, wie die bishe-
rige Forschung sowohl an Menschen mit
Demenz wie auch an kognitiv weniger
beeinträchtigten Personen bereits nahe-
legt. Bemerkenswert ist, dass auch älte-
re Menschen mit geringen körperlichen
und kognitiven Einschränkungen Paro
zu akzeptieren scheinen. Offenbar las-
sen sich diese nicht, wie man vermuten
könnte, von dem spielzeughaen Äuße-
rendesRobotersabschrecken.In zukünf-
tigen Studien sollte untersucht werden,
welche personenbezogenen Faktoren in
dieser Hinsicht förderlich oder hinder-
lich sind.
Weiterhin scheint Paro seinen inten-
dierten Zweck zu erfüllen. Der Roboter
wird in Pflegeeinrichtungen im Durch-
schnitt seit über eineinhalb Jahren regel-
mäßig zum intendierten Zweck als thera-
peutisches Hilfsmittel und zur Beschäf-
tigung eingesetzt, was für seine Bewäh-
rung im Pflegekontext spricht. Auch fal-
len die berichteten Reaktionen der Ge-
pflegten auf Paro mehrheitlich positiv
aus. Dies legt zum einen eine hohe Ak-
zeptanz ihrerseits nahe, zum anderen be-
legt es ebenso, dass relevante Wirkungen
emotionaler Roboter nicht nur in (zu-
meist methodisch kritisierbaren) Wirk-
samkeitsstudien gezeigt werden können,
sondern auch im klinischen Alltag beob-
achtbar sind. Die positiven Wirkungen
von Paro finden sich dabei nicht nur,
wie erwartet, im psychosozialen Bereich,
sondern es wird auch eine große Band-
breite anderweitiger positiver Reaktio-
nen berichtet, die noch genauer analy-
siert werden müssen.
Somit bestätigt sich, dass emotiona-
le Roboter ein nützliches Hilfsmittel im
Kontext der Altenpflege sein können.
Problematische Aspekte
Allerdings weist die Studie aber auch auf
kritische Punkte der Nutzung emotiona-
ler Roboter im Pflegekontext hin. Zum
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positives emotionales
Befinden
Nähe/Zuwendung
geben und erhalten
mehr Kommunikation
(mit Paro oder
Dritten)
anderes
Angst/Aggression
Ablehnung
Skepsis
anderes
positive Reaktionen (i = 206) negative Reaktionen (i = 85)
Anzahl Aussagen
Abb. 4 8Beobachtete positiveund negative Reaktionen der Gepflegtenauf Paro. i=AnzahlderAus-
sagen
einen werden kaum langfristige Wirkun-
gen des Robotereinsatzes berichtet, ob-
wohl Paro bei fast allen Befragten regel-
mäßigzumEinsatzkommt.Esistna-
türlich möglich, dass die Pflegenden die-
se nicht beobachtet oder berichtet ha-
ben, dennoch legen die hier dargestellten
Ergebnisse nahe, dass der Anspruch ei-
ner anhaltenden Bedürfnisbefriedigung
selbst bei regelmäßigem Einsatz emotio-
naler Roboter nicht erfüllt wird.
Nicht zu vernachlässigen sind außer-
dem die, wenn auch selten genannten,
negativenReaktionenvonGepflegtenauf
Paro, die darauf hinweisen, dass emotio-
nale Roboter vulnerable ältere Menschen
zumindest kurzfristig irritieren können.
Daher sollten die unerwünschten Wir-
kungen zuverlässiger Gegenstand von
Wirksamkeitsstudien sein. Inwiefern es
möglich ist, negative Reaktionen durch
Verbesserungen von Roboterdesign und
-funktionen oder durch Veränderungen
der Interaktion zwischen Pflegendem
und Gepflegtem zu minimieren, bleibt
in Nachfolgestudien zu untersuchen.
Im Umgang mit illusionären Verken-
nungenvonParoals Lebewesen,dieoals
ethisches Kontraargument zum Einsatz
emotionaler Roboter angeführt werden,
scheinenPflegendeoffenbarunterschied-
liche Strategien zu wählen. Die meisten
Pflegenden folgen den Rahmenempfeh-
lungen des Bundesministeriums für Ge-
sundheit[4]und validierendie Wahrneh-
mung der Gepflegten, andere hingegen
ignorieren oder korrigieren sie und fol-
gen damit der Argumentation, dass eine
Täuschung der Gepflegten ethisch nicht
vertretbar ist. Nachdem anekdotisch be-
richtet wird, dass Korrekturversuche zu
aufgebrachtem Verhalten der Gepflegten
führen, stellt sich jedoch die Frage, in-
wiefern dieses Vorgehen ethisch verant-
wortungsvoller ist als die Validation ei-
ner falschen Wahrnehmung. Momentan
sind Pflegende mit dieser Entscheidung
auf sich gestellt und müssen sie nach bes-
tem Wissen und Gewissen treffen. Um
sie für die Problematik zu sensibilisieren
und Diskussionen anzuregen, könnten
sich Schulungen im Umgang mit Verken-
nungen im Vorfeld des Robotereinsatzes
sowie die ematisierung in der Supervi-
sion eignen. Darüber hinaus sollte Pfle-
genden Hilfestellung bei der Wahl des
Vorgehens, z. B. im Rahmen von Richt-
linien, gegeben werden. Dies erfordert
eine Klärung des Sachverhalts innerhalb
von Studien, aber auch durch eine fach-
liche Debatte über den Umgang mit illu-
sionären Verkennungen spezifisch beim
Einsatz emotionaler Roboter.
Die Fallbeispiele aus Erhebung 2 (Pro-
jekt NERA) weisen darauf hin, dass eine
gute Moderation der Mensch-Roboter-
InteraktionL ösungsansätze für Problem-
lagen bieten kann. Somit kommt den
Pflegenden in der Interaktion zwischen
den Gepflegten und einem emotionalen
Roboter eine entscheidende Rolle zu [6,
15]. So sollten Pflegende Erwartungen
der Gepflegten bei der ersten Interakti-
on abfragen, um unrealistische Haltun-
gen ggf. im Rahmen einer individuel-
len Betreuung des Robotereinsatzes zu
dämpfen. Weiterhin sollte für die Mög-
lichkeit gesorgt werden, dass ängstliche
Bewohner die Mensch-Roboter-Interak-
tion passiv und „aus der Ferne“ be obach-
ten können, ohne teilnehmen zu müssen.
Auf diese Weise werden sie nicht über-
fordert, aber auch nicht ausgeschlossen
und können eine Interaktionaufnehmen,
wenn sie dies möchten und sich sicherer
fühlen.
Insofern könnte die individuell gestal-
tete Betreuung von Gepflegten bei der
Interaktion mit einem emotionalen Ro-
boter zu einer höheren Akzeptanz beitra-
gen und die Wirksamkeit fördern. Dies
erfordertaber die Akzeptanz der Pflegen-
den für das Gerät und ihre Motivation,
sich in die Mensch-Roboter-Interaktion
einzubringen. Des Weiteren erfordert es
v. a. auch zeitliche Rahmenbedingungen,
die es den Pflegenden ermöglichen, den
Robotereinsatz für Gepflegte individuell
zu planen und zu betreuen. Infolgedes-
sen kann der Anspruch, emotionale Ro-
boter würden Pflegende zeitlich entlas-
ten, kaum aufrechterhalten werden. Vor
dem Hintergrund der ethischen Vertret-
barkeit des Robotereinsatzes bedeutet es,
dass emotionale Roboter nicht gleichzei-
tig als Ersatz für Pflegende und in ei-
ner ethisch verantwortungsvollen Weise,
die nicht zu sozialer Isolation und psy-
chischem Missbefinden beiträgt, genutzt
werden können. Um einen angemesse-
nen Einsatz zu gewährleisten, sind Rah-
menrichtlinien zum Einsatz emotionaler
Robotik erforderlich [19,26].
Grenzen der Erhebungen
Bei offenen Antwortformaten bleibt es
immer fraglich, inwiefern die erhobe-
ne Information im Einzelfall vollständig
ist. Dennoch ermöglicht dieses Vorgehen
einen ersten Überblick über ein wenig
untersuchtes Forschungsfeld. Nachdem
in kleineren Erhebungen, wie den hier
vorgestellten, Hypothesen zu Wirkweise,
Auswirkungen sowie Vor- und Nachtei-
len emotionaler Roboter in Pflegekon-
texten abgeleitet wurden, können diese
in größeren Studien detaillierter über-
prü werden, auch durch Berücksichti-
gung von mehr als 2 Robotertypen. Es
sind also Nachfolgestudien nötig, die den
emenkomplex mit anderen Methoden
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Themenschwerpunkt
in umfänglicheren Studien bearbeiten,
um die vorgestellten Befunde zu validie-
ren.
Resümee und Ausblick
Zusammengenommenweisendie Befun-
de auf die Nützlichkeit emotionaler Ro-
boter im Pflegekontext hin, sie zeigen
aber auch, dass Nützlichkeit und die ethi-
sche Vertretbarkeit weniger vom Robo-
ter selbst als von der Handhabung durch
die Pflegenden abhängen. Die Schaffung
adäquater Rahmenbedingungen und die
Schulung der Pflegenden ist daher für
einen gewinnbringenden Einsatz emo-
tionaler Roboter unabdingbar; perspek-
tivisch sollten die Entwicklung und die
Implementierung entsprechender Richt-
linien in Erwägung gezogen werden. In-
wiefern emotionale Roboter eine Ent-
lastung für Pflegende darstellen, ist vor
dem Hintergrund des erwarteten Pflege-
notstands insgesamt allerdings mehr als
fraglich.
Der angemessene Umgang mit illu-
sionären Verkennungen und die Bedeu-
tung personenbezogener Merkmale, ins-
besondere individueller Bedürfnislagen,
fürdieAkzeptanzund Wirksamkeitemo-
tionaler Roboter stellen wichtige For-
schungsfelder dar.
Fazit für die Praxis
4Fachgerecht eingesetzt können
emotionale Roboter die Erfüllung
psychosozialer Bedürfnisse älterer
Menschen unterstützen; langfristige
Wirkungen sind jedoch auch bei
regelmäßiger Nutzung nicht zu
erwarten.
4Anwendbarkeit und Nützlichkeit
emotionaler Roboter in Pflegekon-
texten hängen wesentlich von den
Pflegenden ab.
4Emotionale Roboter erfordern die
intensive Beschäftigung mit dem
einzelnen Gepflegten und seinen
individuellen Bedürfnislagen, eine
zeitliche Entlastung der Pflegenden
durch emotionale Roboter ist daher
unwahrscheinlich.
4Der ethisch verantwortungsvolle Ein-
satz sollte in Schulungen oder in der
Supervision diskutiert werden. Des
Weiteren empfehlen sich Rahmen-
richtlinien zum Einsatz emotionaler
Roboter im Pflegekontext.
Korrespondenzadresse
Dipl.-Psych. S. Baisch
Abteilung Entwicklungs-
psychologie, PEG-Gebäude,
Johann Wolfgang Goethe-
Universität
Theodor-W.-Adorno-Platz 6,
60323 Frankfurt a. M.,
Deutschland
baisch@psych.uni-
frankfurt.de
Förderung. Das Forschungsprojekt ERimAlter zur
Akzeptanz emotionaler Robotik durch verschiedene
Nutzergruppenwurde gefördert durch das Bun-
desministerium für Bildung und Forschung (BMBF),
Projektnummer 16SV6185.Das Forschungsprojekt
NERA zur Nutzung emotionaler Roboter im eigenen
Wohnumfeld wird im Rahmen einer Promotions-
förderung durch die BHF-Bank-Stiftung gefördert
sowie durch die Freunde und Fördererder Goethe-
Universität unterstützt.
Einhaltung ethischer Richtlinien
Interessenkonflikt. S.Baisch,T.Kolling,S.Rühl,
B. Klein, J. Pantel,F. Oswald und M. Knopfgeben an,
dass kein Interessenkonfliktbesteht.
Fürbeide Erhebungen liegt jeweils einpositivesVotum
der Ethikkommission des Fachbereichs Psychologie
und Sportwissenschaften (Goethe-UniversitätFrank-
furt/Main) vor.Zudem stehen sie im Einklang mit den
ethischen Leitliniender Deutschen Gesellschaft für
Psychologie e. V.und der American Psychological
Association. Vonallen Teilnehmern liegt eine Einver-
ständniserklärung vor.
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... Loneliness was identified as one of the possible factors influencing acceptance of social robots [49]. Now that because of the COVID-19 pandemic we are facing a drastic change in social reality all over the world, loneliness is a ubiquitous topic. ...
... These results are intuitive, meaning that acutely lonely people tend to accept having a robot at home and see it as a companion and a friend. This finding also accords with earlier observations which showed that experimentally prompted Loneliness had a positive effect on anthropomorphization of a social robot and on the readiness to accept it [39,49]. On the other side, some studies demonstrated that emotional Loneliness and depressive mood can reduce acceptance of robots [49], with other important factors being usability and the specific qualities of a robot. ...
... This finding also accords with earlier observations which showed that experimentally prompted Loneliness had a positive effect on anthropomorphization of a social robot and on the readiness to accept it [39,49]. On the other side, some studies demonstrated that emotional Loneliness and depressive mood can reduce acceptance of robots [49], with other important factors being usability and the specific qualities of a robot. Therefore, it may be desirable in the future to have an accessible offer of social robots for lonely people, not only in situations of forced isolation like the current pandemic or in remote areas [82]. ...
Article
Full-text available
Background Social robots have been used in different roles, for example, in caregiving, companionship, and as a therapy tool, in recent years – with growing tendency. Although we still know little about factors that influence robots’ acceptance, studies have shown that robots are possible social companions for humans that help overcome loneliness, among other use cases. Especially in the given situation of forced social isolation, social companions are needed. This social gap might be filled by robots. We hypothesized that loneliness and the need to belong increase acceptance of social robots. Methods One hundred forty participants were asked to fill out an online survey on social robots and their acceptance in society. Questions on robots, demographical factors, and external factors (lockdown length) were asked and personal traits were also assessed. Results and interpretation As expected, among other findings, loneliness of participants was positively linked to robots’ acceptance. Nevertheless, need to belong was not. We conclude from these results that social robots are a possible social instrument to overcome loneliness and that interaction with a robot cannot replace belonging to a social group because robots lack needs that humans or animals have. Also, personality traits and demographic factors were linked to robots’ acceptance. This means that, even though there are generalizable connections between robots’ acceptance and factors as loneliness, personal traits are at least of similar importance. Discussion Our results provide important new insights into relationships between humans and robots and their limitations. Robots can ease our loneliness but are not seen as human. Future research needs to investigate factors that influence perception and acceptance of robots. Future lab-based studies with realistic human–robot interactions will deepen our insights of human understanding, perception, and acceptance of robots.
Chapter
Wir leben in einem Informations- und Kommunikationszeitalter, dem Zeitalter der digitalen Transformation. Mit der Digitalisierung halten grundlegende Veränderungen in Produktion, Führung sowie Kommunikation und deren Verfügbarkeit von Informationen, Einzug in Unternehmen und die Gesellschaft. Führung verändert sich und fordert neues Verhalten. Kommunikation, insbesondere Sprache ist im menschlichen Leben und Handeln allgegenwärtig. Der Sender gibt Informationen weiter und erwartet, dass diese auch vom Empfänger verstanden und erfasst werden. Gerade im Gesundheitswesen kommt bis heute der Führung und damit auch der Kommunikation eine besondere Bedeutung zu. Die Interaktion zwischen Arzt und Patient, Pflegemitarbeiter und Kollegen oder Führungskraft und Mitarbeiter ist grundlegend für einen erfolgreichen Prozess. Dieser Beitrag befasst sich im ersten Schritt mit der Digitalisierung. Anschließend werden Führung sowie spezifische Ansätze zum Führungsverhalten dargelegt. Die Verknüpfung der Führungsansätze mit Sprache bildet den Abschluss.
Article
Full-text available
The medical and healthcare industry is currently developing into digitization. Attributed to the rapid development of advanced technologies such as the 5G network, cloud computing, artificial intelligence (AI), and big data, and their wide applications in the medical industry, the medical model is shifting into an intelligent one. By combining the 5G network with cloud healthcare platforms and AI, nursing robots can effectively improve the overall medical efficacy. Meanwhile, patients can enjoy personalized medical services, the supply and the sharing of medical and healthcare services are promoted, and the digital transformation of the healthcare industry is accelerated. In this paper, the application and practice of 5G network technology in the medical industry are introduced, including telecare, 5G first-aid remote medical service, and remote robot applications. Also, by combining application characteristics of AI and development requirements of smart healthcare, the overall planning, intelligence, and personalization of the 5G network in the medical industry, as well as opportunities and challenges of its application in the field of nursing are discussed. This paper provides references to the development and application of 5G network technology in the field of medical service.
Chapter
In den vergangenen Jahren sind zahlreiche Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich altersgerechter Assistenzsysteme initiiert und erprobt worden. Sie bieten Lösungen für Herausforderungen an, die als Folgen des demografischen Wandels gerahmt werden. Bislang hat jedoch nur ein kleiner Teil der Produkte und Anwendungen eine substantielle Verbreitung außerhalb von Laboren und Modellprojekten gefunden. Politik und Wirtschaft adressieren dennoch hohe Erwartungen an ältere Menschen, ihre Betreuungspersonen und die Praxis der Altenhilfe und Pflege, die technischen Lösungen – zur Steigerung ihrer Lebensqualität und zu ihrer Entlastung – stärker zu nutzen. Vor diesem Hintergrund hinterfragt der Beitrag einerseits das Legitimationsszenario und andererseits das Lösungsversprechen der altersgerechten Technik, um daran anschließend mögliche mittel- und langfristige soziale Folgen der altersgerechten Assistenzsysteme im Spannungsfeld von erwünschten Wirkungen und Nebenwirkungen zu diskutieren.
Chapter
In Deutschland leben derzeit etwa 1,6 Mio. Menschen mit Demenz. Prognosen gehen von einem Anstieg auf etwa 2,8 Mio. im Jahr 2050 aus. Die jüngst verabschiedete Nationale Demenzstrategie adressiert u. a. digitale Technologien, die zur Prävention und Diagnostik, aber auch zur Unterstützung und Entlastung von Menschen mit Demenz, ihren Angehörigen und professionell Betreuenden zum Einsatz kommen sollen. Vor diesem Hintergrund widmet sich der Beitrag der Frage, welche Chancen und Herausforderungen mit dem Einsatz digitaler Assistiver Technologien im Kontext von Demenz verbunden sind. Nach einem Überblick über Demenz und Versorgungsarrangements von Menschen mit Demenz werden zunächst drei Typen assistiver Technologien in ihren möglichen Einsatzszenarien für Menschen mit Demenz vorgestellt: a) Produkte und Systeme zur Aktivierung und Förderung der Kommunikation, b) Produkte und Systeme zur Unterstützung der Alltagsbewältigung und zur Förderung von Sicherheit sowie c) Roboter mit sozio-emotionalen Funktionen. Abschließend werden Fragen nach ihrem Nutzen, ihrer Wirksamkeit und ihren möglichen Nebenwirkungen sowie nach den mittel- und langfristigen Folgen ihres Einsatzes diskutiert.
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Bereits heute, aber dank des demografischen Wandels umso mehr in Zukunft, sind therapeutische Ressourcen begrenzt. Infolgedessen können nicht alle Menschen die physische, psychische oder kognitive Therapie erhalten, die sie benötigen, um trotz Beeinträchtigungen möglichst selbstständig am alltäglichen Leben teilnehmen zu können. Roboter könnten die Therapie quantitativ wie auch qualitativ verbessern und mehr Menschen Zugang zu einer Therapie ermöglichen. Im vorliegenden Beitrag werden die verschiedenen Rollen und Funktionen, die die Roboter in unterschiedlichen Therapiebereichen einnehmen können, sowie empirische Belege für Akzeptanz, Wirksamkeit und Einflussfaktoren vorgestellt, soweit vorhanden. Dabei zeigt sich, dass selbst in den besser untersuchten Populationen (Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung, ältere Erwachsene mit und ohne Demenz) die Datenbasis sehr dünn ist und noch viele Fragen offenbleiben. Neben Potenzialen werden forschungs- wie auch praxisbezogene und ethische Problemfelder des Einsatzes sozialer Roboter im therapeutischen Bereich identifiziert.
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In recent years, robotic pets have been used by many countries worldwide as a method for treating behavioral and psychological symptoms of dementia (BPSD). The seal robot PARO was loaned intermittently to a distributed layout elderly housing with services over a seven-month period, during which it was observed that three residents with cognitive dysfunctions showed improvements in their BPSD and the nursing care load of the staff was reduced during the periods when PARO was present. The objective of this study is to investigate, through a case study, the effects of intermittent interaction with PARO on those with cognitive dysfunctions and the staff workers. The short version of the Dementia Behavior Disturbance Scale (DBD-13) was used as the medical outcome index, and the KJ method was used to analyze the qualitative data, such as staff reports and interviews. The results show that the DBD-13 total scores reduced during the periods when PARO was present and increased during the periods when PARO was absent. The KJ method yielded similar findings. The use of DBD-13 and the KJ method complemented the results of each other and increased the persuasive power of the findings. By using the KJ method, it was further determined that the workload of the staff was reduced, allowing them to recuperate, which reconfirmed the value of PARO. Further case studies will be undertaken in the future with the aim of constructing a methodology for implementing case studies.
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Background: Social relationships are essential resources for psychological well-being and physical health. In old age, increased vulnerability and loss of functions are accompanied by diminishing social networks reinforcing a vicious circle. This decrease of social cohesion presents risks for health and well-being that might be cushioned by introducing social robots. Objective: What potentials and challenges for older people result from their interaction with social robots? Material und methods: The objectives are approached via a rapid review. The systematic search resulted in 433 unique articles. Of these 11 articles were included in the analysis. Results: Social robots have the potential to reduce loneliness, reinforce (interpersonal) communication, enhance the mood while reducing stress. Challenges lie in the social embedding of the interaction with robots. Authors suggest principles such as charity, autonomy, and privacy as helpful guidelines for the design and use of social robots to prevent a loss of social relationships. Conclusion: The results present corridors for the viable use of social robots for older adults offering to exploit existing potentials. At the core lies a view on the individual case with its unique circumstances and predispositions, because social robots bear positive and negative outcomes regarding social relationships. The identified studies focused on deficient settings (e.g., particular disorders within care facilities). Thus, research on the use of social robots by healthy adults should add to the existing literature.
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Demographic development and the resulting increase in the proportion of older adults are leading to an increase in the number of people requiring care. At the same time, the shortage of professional caregivers is worsening. Socially assistive robots (SAR) are increasingly being used to assist in the care of older adults. There is evidence of positive effects, but negative effects and ethical concerns are also reported. Therefore, at the beginning of an exploratory study in a nursing home investigating the use of the robotic cushion «Qoobo», caregivers (N = 5) were asked about their expectations and concerns. Positive expectations of the caregivers were that the robotic cushion would be more practical than the already used SAR, that it could improve mood, would be a pastime and boredom would be reduced. Negative expectations were that the robotic cushion could be boring and that it could be rejected because of its shape. Ethical concerns were mainly related to possible deception of older adults and caregivers further expected that older adults might be frightened. For the successful deployment of SAR in a nursing home and to guarantee socially acceptable use, it is important to elicit the expectations and concerns of caregivers in advance, as the fit of a SAR to nursing home residents is always individual.
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This article deals with a differentiated examination of robotics and its evaluation in inpatient geriatric care. It examines the extent to which nursing robots fit into person-centered nursing work and possibly change it significantly. The advantages and new possibilities are shown, but also the dangers and problems from the point of view of different area ethics are pointed out. In the centre of the considerations are residents and employees as a benchmark for the ethical evaluation of robots in geriatric care.
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Objectives: To test the effects of individual, nonfacilitated sessions with PARO (version 9), when compared against a look-alike plush toy and usual care, on the emotional and behavioral symptoms of dementia for people living in long-term care facilities. Design: Parallel, 3-group, cluster-randomized controlled trial conducted between June 14, 2014, and May 16, 2015. Setting: Twenty-eight long-term care facilities operated by 20 care organizations located in South-East Queensland, Australia. Participants: Four hundred fifteen participants aged ≥60 years, with a documented diagnosis of dementia. Intervention: Stratified by private/not-for-profit status and randomized using a computer-generated sequence, 9 facilities were randomized to the PARO group (individual, nonfacilitated, 15-minute sessions 3 times per week for 10 weeks); 10 to plush toy (same, but given PARO with robotic features disabled); and 9 to usual care. Treatment allocation was masked to assessors. Measurements: Primary outcomes were changes in levels of engagement, mood states, and agitation after a 10-week intervention, assessed by coded video observations (baseline, weeks 1, 5, 10, and 15) and Cohen-Mansfield Agitation Inventory-Short Form (baseline, weeks 10 and 15). Analyses followed intention-to-treat, using repeated measures mixed effects models. Australian New Zealand Clinical Trials Registry (ACTRN12614000508673). Results: Video data showed that participants in the PARO group were more verbally [3.61, 95% confidence interval (CI): 6.40-0.81, P = .011] and visually engaged (13.06, 95% CI: 17.05-9.06, P < .0001) than participants in plush toy. Both PARO (-3.09, 95% CI: -0.45 to -5.72, P = .022) and plush toy (-3.58, 95% CI: -1.26 to -5.91, P = .002) had significantly greater reduced neutral affect compared with usual care, whilst PARO was more effective than usual care in improving pleasure (1.12, 95% CI: 1.94-0.29, P = .008). Videos showed that PARO was more effective than usual care in improving agitation (3.33, 95% CI: 5.79-0.86, P = .008). When measured using the CMAI-SF, there was no difference between groups. Conclusions: Although more effective than usual care in improving mood states and agitation, PARO was only more effective than a plush toy in encouraging engagement.
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This study aims to understand if, and how, social robots can promote wellbeing in the elderly. The existing literature suggests that social robots have the potential to improve wellbeing in the elderly, but existing robots focus more on healthcare and healthy behaviour among the elderly. This work describes a new investigation based on focus groups and home studies, in which we produced a set of requirements for social robots that reduce loneliness and improve psychological wellbeing among the elderly. The requirements were validated with the participants of our study. We anticipate that the results of this work will lead to the design of a new social robot more suited to improving wellbeing of the elderly.
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This study aims at investigating the relevance of psychosocial functioning for the acceptance of social robots by elder people in the context of everyday functioning. It was assumed that the level of psychosocial functioning either hinders or promotes robot acceptance, depending on the fit between elder people’s level of everyday functioning and the demands imposed by the robot (user–technology fit). To investigate this assumption, two social robots imposing different demands on the user, i.e., the easy-to-handle therapeutic robot Paro (low demands) and the less intuitive telepresence robot Giraff (high demands), were introduced successively to \(N=29\) cognitively and physically healthy elder people. To implement different levels of user–technology fit, participants rated their intention to use each robot for both a scenario of high and a scenario of low everyday functioning. Psychosocial functioning was assessed with emotional loneliness, depressive mood and life satisfaction as indicators of psychological well-being, and social support as indicator of social resources. Results show that lower social support was associated with higher acceptance of the less intuitive robot Giraff in the high everyday functioning scenario (adequate user–technology fit). In the low everyday functioning scenario (poor fit), however, lower psychological well-being was associated with lower acceptance of Giraff. For the rather intuitive robot Paro (adequate user–technology fit regardless of the level of everyday functioning), lower life satisfaction was associated with lower acceptance in both everyday functioning scenarios. The findings show the importance of psychosocial variables for the acceptance of social robots by elder people and underline the relevance of the fit between user and technology. Moreover, they suggest a more intense consideration of complex psychological mechanisms and individual user characteristics in research on robot acceptance by elder people.
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When people interact with socially interactive robots on a regular basis, it could be that people start developing some kind of relationship with such robots. People are able to get attached to several objects in our everyday world. However, the relationships we build with regular objects differ significantly from those we may build with socially interactive robots. In contrast to common nonhuman objects, socially interactive robots act autonomously, which increases people’s expectations about its capacities. Moreover, human–robot interactions are constructed according to the rules of human–human interaction, inviting users to interact socially with robots. This paper fosters a discussion on the ethical considerations of human–robot relationships and discusses whether these bonds between humans and robots could contribute to the good life. Research on people’s interactions with and social reactions towards socially interactive robots is necessary to shape the ethical, societal and legal perspectives on these issues, and facilitates the design of responsible robotics and the successful introduction of robots into our society.
A goal of many older adults is to remain in their own homes as they age (Beyond 50.05 Survey, 2005). However, a detailed assessment is lacking of the needs of older adults as they age in place. Using focus groups, twenty-six independently living older adults (mean age 78.8 years) from the Atlanta metropolitan area were asked to describe the tasks they perform to maintain their homes, as well as any difficulties they have performing these tasks. Participants described performing a wide range of tasks and focused primarily on physical difficulties. However, participants also reported solutions to manage these difficulties that fell into three broad categories: "Cessation," "Perseverance," and "Compensation." These categories represent classes of opportunities for interventions that may help older adults remain independent in their homes longer. By understanding the nature of home maintenance problems older adults encounter while aging in place, interventions and redesign efforts can be more effective. These data suggest that interventions should start with answering physical issues.
Book
This revised book provides a thorough explanation of the foundation of robust methods, incorporating the latest updates on R and S-Plus, robust ANOVA (Analysis of Variance) and regression. It guides advanced students and other professionals through the basic strategies used for developing practical solutions to problems, and provides a brief background on the foundations of modern methods, placing the new methods in historical context. Author Rand Wilcox includes chapter exercises and many real-world examples that illustrate how various methods perform in different situations. Introduction to Robust Estimation and Hypothesis Testing, Second Edition, focuses on the practical applications of modern, robust methods which can greatly enhance our chances of detecting true differences among groups and true associations among variables. * Covers latest developments in robust regression * Covers latest improvements in ANOVA * Includes newest rank-based methods * Describes and illustrated easy to use software.
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Socially assistive robots are increasingly discussed as solutions in care and domestic use for the support of senior adults; however, this raises ethical questions which hitherto have not been considered or were not predictable. The most important questions are those of privacy and data protection, safety and responsibility as well as involvement of vulnerable persons and deception. Consequently, the ethical principles of nonmaleficence, beneficence, autonomy and fairness should be transposed to robotics. Clear answers and solutions are not yet available for every ethical challenge in robotics; however, the development of ethical guidelines for deployment of robots and research in the field of social service robots (SSR) are essential steps in order to embed ethics into dealing with socially assistive robots. This article provides some practical suggestions on this issue from a robotics project.
Article
This paper presents aspects of an ongoing work for a long-term evaluation of a telepresence robot named GIRAFF, as a tool for facilitating interaction and support delivery to older people living at home. Most robotic systems are usually used for short periods of time and in laboratory settings, while this paper describes the challenges, both technological and related to the user evaluation that human-robot interaction should addressed in view of a real use of the technology for a long time span outside the laboratory. The work describes our experience in developing testing sites and in designing an evaluation plan to assess the potential of the GIRAFF platform for telepresence. We highlight open points related to the transition from a limited use in time (short term) to a significant period of time (long term). From a human-robot interaction perspective, we first introduce some results from the short term evaluation, obtained by interviewing 26 nurses as possible clients (people connecting to the robot) and 10 older adults as possible end users (people receiving visits through the robot). The paper describes then a complete evaluation plan designed for the long term assessment. From a technological point of view a set of mandatory "intelligent features" are taken into account that could enable a better real world deployment by inheriting capabilities form state-of-the-art autonomous intelligent robots.