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Qualitative Datenanalyse: computergestützt: Methodische Hintergründe und Beispiele aus der Forschungspraxis

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Abstract

Die Unterstützung durch den Computer während des qualitativen Forschungsprozesses ist nicht mehr weg zu denken. Die Beiträge des Buches beleuchten den dortigen Einsatz von Software aus der Sicht von Forschungsmethodik und Forschungspraxis. Angeführt werden exemplarische Beispiele für den Einsatz der qualitativen Analysesoftware MAXQDA in verschiedenen Phasen des Forschungsablaufs. Begleitet werden diese Berichte durch methodische und methodologische Hintergrund-Aufsätze zu Fragen der Qualität, Validität und Theoriebildung in der qualitativen Forschung. Ein Praxisteil enthält Berichte von Forschungsprojekten aus verschiedenen Disziplinen, wie der Evaluationsforschung, der Soziologie, der Erziehungswissenschaft, der Psychologie, der Kommunikationswissenschaften und der Schulforschung.

Chapters (14)

Seit den Anfängen in den 1980er Jahren hat sich die Leistungsfähigkeit von QDA-Software in einer kaum für möglich gehaltenen Weise entwickelt. Der Beitrag stellt die Möglichkeiten heutiger QDA-Software vor, betrachtet die Behandlung der neuen computergestützten Analyseverfahren in der sozialwissenschaftlichen Methodenliteratur, insbesondere den Diskurs um Effizienzsteigerung, Qualitätsgewinn und das Testen formalisierter Hypothesen. Die bisherige Forschung über Benutzer von QDA-Software zeigt, dass es sich bei den Nutzern häufig um Nachwuchswissenschaftler handelt sowie um Personen, die eher Neulinge im Feld qualitativer Methoden sind. Abschließend diskutiert der Beitrag die Effekte des Einsatzes von QDA-Software auf den qualitativen Forschungsprozess.
In vielen sozialwissenschaftlichen Gegenstandsbereichen versagt ein hypothetiko-deduktiver Ansatz, bei welchem der Forscher den empirischen Forschungsprozess mit vorab formulierten präzisen Hypothesen beginnt. Der realen Notwendigkeit empirisch begründeter Theoriebildung (nicht nur) in der qualitativen Sozialforschung versucht die frühe Grounded Theory der 1960er Jahre durch ein induktivistisches Konzept Rechnung zu tragen, das allerdings erkenntnistheoretisch unhaltbar und forschungspraktisch nicht umsetzbar ist. Nach einer kurzen Darstellung dieses Problems vergleicht dieser Beitrag die späteren Versuche von Glaser und Strauss, das induktivistische Selbstmissverständnis der Grounded Theory zu überwinden und geht dabei insbesondere auf die von Glaser begonnene Kontroverse über die Gefahren des „Forcing“ von Konzepten ein. Abschließend wird aufgezeigt, wie sich wesentliche Probleme dieser Diskussion durch die Einbeziehung klassischer wissenschaftstheoretischer Konzepte, insbesondere des Konzepts „empirischer Gehalt“ überwinden lassen.
Der Beitrag referiert verschiedene in der Literatur vertretene Konzepte der Verknüpfung qualitativer und quantitativer Verfahren, nämlich einerseits das bereits von Barton und Lazarsfeld vertretene Phasenmodell (wobei eine qualitative Studie der Hypothesengenerierung und eine anschließende quantitative Studie der Hypothesenprüfung dienen soll) und andererseits verschiedene Konzepte der Triangulation (wonach qualitative und quantitative Methoden entweder zur wechselseitigen Validierung oder aber zur gegenseitigen Ergänzung ihrer Ergebnisse genutzt werden können). Diese Modelle werden oft in Konkurrenz zueinander gesehen und diskutiert. Anhand mehrerer empirischer Beispiele soll gezeigt werden, dass jedes dieser bislang formulierten Modelle der Methodenintegration eine (wenn auch beschränkte) Geltung aufweist. Weil qualitative und quantitative Studien nämlich, wie sich in der Forschungspraxis zeigt, sowohl konvergierende als auch divergente oder auch komplementäre Ergebnisse zeitigen können, kann ihr Einsatz sowohl zur gegenseitigen Überprüfung und Validierung als auch zur Ergänzung von Perspektiven sinnvoll sein. Welche Funktion der Methodenintegration in einem konkreten Forschungsprojekt zum Tragen kommen muss, lässt sich keineswegs allein anhand methodologischer Überlegungen bestimmen, sondern erfordert theoretische und gegenstandsbezogene Reflektionen.
Wer Daten qualitativ erhebt, stellt in der Regel die Sichtweise und das Erleben der Untersuchungspartner in den Mittelpunkt. Er und sie verzichtet auf eine Strukturierung des Untersuchungsgegenstandes in Form von Hypothesen, die zu Beginn auf der Grundlage von Theorien formuliert werden. Die Folge ist eine Fülle von Daten unterschiedlicher Qualität und Dichte, die dann verarbeitet werden müssen. In diesem Artikel wird der Forschungsprozess einer Untersuchung zur bikulturellen Sozialisation und Identitätskonstruktion von jungen Frauen aus deutsch-indonesischen Familien rekonstruiert und dabei schwerpunktmäßig auf die Codierung eingegangen.
Quantitative Evaluation ist ein weit verbreitetes Verfahren zur Bewertung von universitären Lehrveranstaltungen, während qualitative Evaluation in diesem Feld kaum zur Anwendung kommt. Offenbar existieren Vorbehalte, die sich nicht zuletzt auf den für eine qualitative Untersuchung vermuteten großen Zeitaufwand und auf die weniger strukturierte und in ihren Instrumentarien weniger festgelegte Vorgehensweise. Das Projekt Qualitative Evaluation in 100 Stunden — Quick and Clean stellte den Versuch dar, im Rahmen knapper zeitlicher Ressourcen (100 Stunden) eine methodisch saubere qualitative Evaluation einer Lehrveranstaltung durchzuführen. Das gesamte Vorgehen wurde ausführlich dokumentiert und zu einer Schritt-für-Schritt-Beschreibung verdichtet. Dieser Artikel erläutert primär das methodische Vorgehen im Projekt und stellt die computergestützte Vorgehensweise nachvollziehbar dar.
Der Einsatz von Textanalysesystemen findet nahezu ausschließlich im Rahmen von Forschungsprojekten statt. Mit der verpflichtenden Einführung von Qualitätsprogrammen in Rheinland-Pfalz erhielt die Schulaufsicht die neue Aufgabe, eine große Anzahl umfangreicher Textvorlagen auszuwerten. Damit verbunden wurde auch der Auftrag, die Schulen als pädagogische Schulaufsicht bei der Qualitätssicherung und -entwicklung (Hofmann 2001) zu beraten und kritisch zu begleiten. An einer Auswahl von 26 Qualitätsprogrammen und ihren Fortschreibungen wird aufgezeigt, wie durch den Einsatz von MAXQDA eine Evaluation objektiver und gleichzeitig zeitsparender erfolgen kann. Die relativ einfache Handhabung des Programms wird an praxisrelevanten Beispielen zur Aufbereitung von Texten vor dem Einlesen in MAXQDA und der Dokumentenanalyse unter Einsatz der Funktionen Textsuche, Gewichtung und Variablen beschrieben. Abschließend wird vorgestellt, wie die Ergebnisse systematischen Vorgehens für schulbezogene Rückmeldungen, Abstimmungen und Beratungen, aber auch für resultierende Planungen durch Schulaufsicht und Fortbildungsinstitute eingesetzt werden könen.
Im Rahmen eines Forschungslernseminars am Institut für Soziologie und Sozialpsychologie der Universität Hannover wurde in Anlehnung an das von Bartlett entwickelte Verfahren der seriellen Reproduktion der Frage nachgegangen, wie die vorwiegend studentischen Versuchspersonen eine Zeitzeugenerzählung zum Thema Kriegsende des II. Weltkriegs nacherzählen, welche Erinnerungseinheiten sie aufgreifen oder weglassen, welche Passagen verändert werden. Theoretischer Hintergrund ist Frederic C. Bartletts Konzept der kulturellen Schemata und des rekonstruktiven Gedächhtnisses. Die mittels computergestützter qualitativer Inhaltsanalyse gewonnenen Ergebnisse zeigen, welche Ungenauigkeit bei der seriellen Reproduktion von sinnvollem Material auftreten können. Die Studie belegt, dass konfliktbeladene Passagen motiviert ausgelassen, de- und rekontextualisert und zu völlig neuen Erzählungen angeordnet werden. Stereotype überlagern die Erinnerung und beeinflussen die Genauigkeit der Rekonstruktion.
Qualitative Studien haben den Nachteil, aufgrund der recht arbeits- und zeitintensiven hermeneutischen Analyse von verbalen Daten meist nur relativ kleine Fallzahlen auswerten zu können. Soll aber eine größere Zahl von Interviews vergleichend ausgewertet werden, ist es notwendig, hermeneutische Verfahren mit etwas ökonomischeren Methoden zu kombinieren. Hier wird eine Verfahrensweise vorgestellt, die die Vorteile einer hermeneutischen Feinanalyse mit den Vorzügen der computergestützten Qualitativen Inhaltsanalyse verbindet. Basierend auf induktiv generierten Kategorien wurde eine qualitative Studie, bestehend aus 182 Interviews mit den Angehörigen von 40 ost- und westdeutschen Familien zu ihrem kommunikativen Umgang mit der Zeit des Nationalsozialismus, nach eindeutig definierten Kriterien mit Hilfe von MAXQDA inhaltsanalytisch ausgewertet. Das Ergebnis der qualitativen und quantitativen Auswertungsschritte sind fünf Strukturmerkmale des intergenerationellen Sprechens über die NS-Vergangenheit — Opferschaft, Rechtfertigung, Distanzierung, Faszination und Heldentum, die das Sprechen der interviewten Familienangehörigen kennzeichnen und die hier in Auszügen vorgestellt werden.
Das Internet stellt für die Sozialwissenschaften eine ergiebige Datenquelle dar. Der Beitrag stellt die verschiedenen Formen von Internetdaten (u. a. Chat, Foren und Mailinglisten) und ihre Charakteristika wie etwa Materialumfang und Zugänglichkeit der Daten dar. Zudem werden die Aufbereitungsmöglichkeiten für die computergestützte Analyse diskutiert. Das konkrete Auswertungsbeispiel beschreibt die theoriegeleitete Inhaltsanalyse der Forenbeiträge eines universitären Onlineseminars. Ziel der Untersuchung war es, festzustellen ob der zu Beginn der Veranstaltung anhand eines Fragebogens festgestellte Lerntyp jedes Teilnehmenden auch beim virtuellen Austausch der Personen im Onlineforum bevorzugt wird oder ob er sich ändert. Detailliert beschrieben sind die Schritte von der Datenerhebung und Datenvorbereitung, dem Datenimport in MAXQDA, dem Codieren des Textmaterials nach einem Kategoriensystem bis hin zur Visualisierung der Codeüberschneidungen im Code-Relations-Browser.
Das Internetforum „1000fragen.de“ bietet eine Plattform für alle Interessierten, ihre Meinungen zu Bioethik zu äußern, auszutauschen und zu diskutieren. Der vorliegende Artikel stellt ausgewählte Ergebnisse einer Analyse der Forumsbeiträge vor, wobei ein Fokus auf der Diskursanalyse liegt. Zwar hat das Forschungsprojekt insbesondere die qualitative Auswertung im Blick, doch präsentieren die Autoren hier ihr methodisches Vorgehen bei einer quantiativen Analyse mit der Unterstützung durch das Programmmodul MAXDictio. An eine Beschreibung, wie die umfangreiche Datenmenge für die computergestützte Bearbeitung aufbereitet wurde, schließt sich die Vorstellung von drei Strategien bei der quantativen Inhaltsanalyse an: eine diktionärsbasierte Wortschatzanalyse, der Vergleich von Männern und Frauen sowie eine Faktorenanalyse der Diktionärswörter.
Dieser Beitrag diskutiert, welche Bewertungskriterien für qualitative Forschung adäquat sind. Dazu wird zunächst das Verhältnis der Gütekriterien der quantitativen Forschung zu Bewertungskriterien der qualitativen Forschung beschrieben. Im Anschluss werden übergeordnete Kriterien vorgestellt, die für die Qualitätssicherung qualitativer wie auch quantitativer Forschung geeignet sind. Abschließend werden Vorschläge zu zentralen Qualitätskriterien in der qualitativen Forschung formuliert.
Angesichts des derzeitig steigenden Interesses an qualitativer Forschung in Drittmittel-, Ausbildungs- und Publikationskontexten wird die Frage nach der Qualität qualitativer Forschung mit wachsender Dringlichkeit gestellt. Im folgenden Beitrag sollen die unterschiedlichen Wege, auf denen eine Antwort gesucht wird, diskutiert werden. Es zeigt sich dabei, dass zunehmend Checklisten für die Bewertung qualitativer Forschung, Anträge und Artikel entwickelt werden, die jedoch nicht ungeteilte Zustimmung finden. Auch die Entwicklung von Kriterien bzw. die Anwendung der traditionell in der quantitativen Forschung verbindlichen Kriterien ist in der qualitativen Forschung nicht unumstritten. Die Forderung nach neuen, methodenangemessenen Kriterien hat zwar eine Vielzahl von Vorschlägen zur Folge gehabt, die jedoch weit entfernt sind von einer allgemeinen Akzeptanz und auch von einer pragmatischen Handhabbarkeit im Sinne von Grenzwertbestimmungen zwischen guter und weniger guter qualitativer Forschung. Da zunehmend in Frage gestellt wird, ob das Wesen guter qualitativer Forschung überhaupt mit Kriterien bestimmt werden kann, werden abschließend zwei Strategien diskutiert, die die Qualität qualitativer Forschung auf der Ebene des Forschungsprozesses zu bestimmen suchen.
Das Ziel der dargestellten Untersuchung ist es, eine Überprüfung der Qualität einschlägiger Forschungsarbeiten zu leisten, welche mit qualitativen Methoden der Sozialforschung gearbeitet haben. Qualität meint in diesem Zusammenhang die Einhaltung verbreiteter Forschungsstandards. Dieser auf den gesamten Forschungsprozess abzielende Ansatz der Begutachtung von Veröffentlichungen in den größten gereviewten Fachzeitschriften der Soziologie und den Erziehungswissenschaften förderte in allen vier großn Bereichen, der Methodenauswahl, der konkreten Ausführung, der Analyse sowie der Präsentation mehr oder weniger bedeutsame Schwächen zu Tage. Als Bewertungsmaßstab werden eine Reihe von approbierten Gütekriterien herangezogen, die der jüngsten Qualitätsdiskussion in der qualitativen empirischen Sozialforschung entstammen. Dabei wird eindeutig der Ansatz vertreten, dass diese Forschungsrichtung ihre eigenen Kriterien zu entwickeln und heranzuziehen haben. Das aufgefundene Spektrum reicht von vorbildlichen bis hin zu defizitären Arbeiten. Am anfälligsten jedoch ist der Bereich der Datenanalyse, die bisweilen unsystematisch und geheimnisvoll bleibt. Es überrascht dahingehend, dass die marktüblichen QDA-Software-Pakete in den einbezogenen Artikeln keine Rolle spielen. Die Ergebnisse deuten einerseits auf ein Defizit in der Methodenausbildung hin. Andererseits scheint die gern kritisierte Einbringung der Subjektivität der Forschenden von diesen zum Teil selbst auf eine Art und Weise missverstanden zu werden, die dazu führt, dass ein Eindruck von Beliebigkeit und Zufall zu entstehen vermag. Insbesondere dem muss entgegengearbeitet werden.
Der folgende Beitrag stellt die Ergebnisse einer online durchgeführten Erhebung über die Anwendung von Software zur qualitativen Datenanalyse in der Forschungspraxis vor. Neben Problemen und vermissten Funktionen in der QDA-Software wird zudem die Anwendung in der Praxis thematisiert. Hierbei stehen insbesondere der Rückgriff auf Methoden, die Methodeneignung der Software und das Arbeiten in Gruppen im Mittelpunkt.
... In der Auswertung wurde mit dem Computerprogramm MAXQDA gearbeitet (vgl. Kuckartz, Grunenberg und Dresing, 2007 ...
... The authors do not expect to have access to a larger community of authors. Thus, they are planning for systematic qualitative investigations [14] of way in which authors cope with the novel potentials of the technology. ...
Conference Paper
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Webble Technology is an advanced current form of Meme Media on the Web. The authors use Webbles for the implementation of Web-based interactive laboratories. There arises a particular question for the perception of added values which result from peculiarities of Meme Media technologies. This should not be confused with the question for the laboratories' usability. The focus of the present investigations is on the perception and, perhaps, appreciation of implementing ideas of memetics by different groups of users.
... After training, the same team coded the segmented units using MAXQDA software (Kuckartz, Grunenberg, & Dresing, 2007). Of the data, 30 % was coded by all four raters independently, with a mean inter-rater agreement of 86.9 %. ...
Article
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It is important for pre-service teachers to develop professional vision – the ability to use professional knowledge to notice and reason about specific aspects of teaching and learning processes in classroom situations. Noticing and reasoning are considered to be interrelated processes; however, to date few studies have explored the interplay between them. To bridge this gap, we selected a video, on which experts in the field of teaching and learning research agreed on, that two pedagogical strategies – relevant for student learning – can be noticed and reasoned. After N = 109 pre-service teachers observed and commented on the video, we analyzed the quality of their noticing and reasoning abilities using an open question and a qualitative analysis approach which was validated by comparing the results to a second, quantitative measure of reasoning. Our results indicate that pre-service teachers intuitively noticed important classroom events rep- resentative of the two pedagogical strategies under investigation. However, they struggled when reasoning about those pedagogies and attempting to match their explanations and predictions with those of experts. The validation showed positive correlations between pre-service teachers’ reasoning as measured using the two approaches. Our study provides specific insights about the importance to consider both: the interrelation between noticing and reasoning as well as the content of reasoning and its match with expert opinions.
Thesis
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Dienstleistungen dominieren in diversen Volkswirtschaften und dessen Bedeutung wächst weiter. Neue Kundenanforderungen sowie der ständige Wettbewerb führen dazu, dass produktorientierte Unternehmen ihr Portfolio mit Dienstleistungsangeboten erweitern. Dienstleistungsinnovationen bieten dabei für diese Unternehmen eine reelle Chance zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Bis heute ist allerdings kein kohärenter, theoretischer Rahmen vorhanden, der alle Facetten dieses Konzeptes erfasst. Mit der Untersuchung produktorientierter Handelsunternehmen wird in dieser Arbeit ein weniger breit erforschter Kontext untersucht, mit dem Ziel, das Verständnis einer Dienstleistungsinnovation zu schärfen. Unternehmerische Fähigkeiten stellen dabei gegenwärtige oder zukünftige Aktivitäten dar, produktive Ressourcen so zu nutzen, dass die Aufgaben einer Dienstleistung erfüllt werden können. Ordinäre Fähigkeiten richten sich dabei auf die Produktionsnotwendigkeit eines Unternehmens, wobei sich dynamische Fähigkeiten an der Innovationsnotwendigkeit orientieren. Mit welchen Faktoren die Schaffung einer Dienstleistungsinnovation vorteilhaft beeinflusst werden kann, lässt sich über die bisherige Forschung jedoch nicht beantworten. Legitimiert durch diese theoretische und praktische Relevanz wird in dieser Arbeit folgende Forschungsfrage untersucht: Welche Faktoren beeinflussen die Schaffung einer Dienstleistungsinnovation in produktorientierten Handelsunternehmen? Die Forschungsfrage wird mit dem qualitativen Forschungsdesign empirisch analysiert. Die Datenerhebung erfolgt mittels semi-strukturierter Experteninterviews, wozu zehn Personen aus sechs produktorientierten Handelsunternehmen im Schweizer IT-Markt befragt werden. Ausgewertet werden die Interviews durch eine qualitative Inhaltsanalyse. Die Datenanalyse hat ergeben, dass die Schaffung einer Dienstleistungsinnovation in produktorientierten Handelsunternehmen durch drei übergeordnete Faktoren (vorteilhaft) beeinflusst wird: Verständnis einer Dienstleistungsinnovation, Ordinäre Fähigkeiten und Dynamische Fähigkeiten. Diese drei Faktoren subsumieren weitere Unterfaktoren. Mit der vorliegenden Arbeit werden Forschungslücken geschlossen sowie eine Grundlage für weitere Untersuchungen geschaffen. Daneben werden Implikationen für produktorientierte Handelsunternehmen in der Praxis aufgezeigt.
Thesis
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Die Digitalisierung der Arbeit und der Gesellschaft führt seit einigen Jahrzehnten zu einem kontinuierlich steigenden Bedarf an IT-Fachkräften. Für diese IT-Fachkräfte sind (berufsbegleitende) Weiterbildungsmaßnahmen notwendig, damit diese sich zum einen fachlich und zum anderen auch im Rahmen ihres Berufsweges weiterentwickeln können. Vor dem Hintergrund der für die DQR-Level 5-7 im Jahr 2020 neu eingeführten Berufsabschlüsse Geprüfter Berufsspezialist, Bachelor Professional und Master Professional besteht Handlungsbedarf diese dualen Weiterbildungsabschlüsse qualitätsgesichert und inhaltlich qualitativ sinnvoll zu gestalten. In ihren Ergebnissen will diese Dissertation Impulse für die Gestaltung der genannten Berufsabschlüsse bieten. Die Arbeit führt in der Theorie in die Bereiche der Entwicklung der Arbeit und des Einflusses der Informatisierung auf Gesellschaft und Arbeit, die Organisationsperspektiven innerhalb der IT im Kontext von traditionellen und agilen Methoden, sowie in den IT-Arbeitsmarkt, mit seinen Rahmenbedingungen und Kompetenzanforderungen ein. Der empirische Teil der Arbeit ist in zwei Phasen unterteilt. In der ersten Phase wird die Untersuchung der Anforderung und Erwartungen an und Wahrnehmung von Weiterbildungsangebote für berufsausgebildete IT-Fachkräfte aus den Perspektiven von IT-Fachkräften, Arbeitgebern und Bildungsträger dargestellt. Diese Ergebnisse bilden den Organisations- und Anforderungsrahmen für die definierten Bildungsangebote. Die zweite Phase legt ihren Schwerpunkt auf eine Analyse der gegenwärtigen Arbeitswelt im Sektor der IT. Diese Analyse ist als Mixed-Method-Erhebung realisiert worden und kontrastiert in der Ergebnisdarstellung Unternehmen und Arbeitsplätze aus dem IT-Sektor. Die Ergebnisse der zweiten Phase fokussieren auf der Darstellung des Arbeitshandeln von IT-Fachkräften und zeigen deren hohe Anforderungen im Bereich der Technik und des kaufmännischen Wissens, sowie deren starkes Einbringen von Erfahrungswissen in das alltägliche Arbeitshandeln. Die Ergebnisse aus Theorie und der Empirie sind die Grundlage für die Ableitung von beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen vor dem Hintergrund der geänderten dualen Weiterbildungsmöglichkeiten für IT-Fachkräfte. Die Weiterbildungsmaßnahmen werden abschließend in der Form von praxisnahen Vertiefungen dargestellt und beschrieben. Die Arbeit schließt mit Empfehlungen für die weitere Forschung und notwendigen Detailevaluationen.
Preprint
In recent years, activism of the new far-right scene in Europe showed a massive increase in forming online networks and online presentation on social media. Research has begun to observe social network platforms, on which right-winged movements interact, what kinds of narratives they are using and how different groups connect via social networks. However, empirical studies that focus on network structurs of far-right groups and the prevailing narratives within the online networks are still lacking. Therefore, little is known about the network structures, as well as the internal narratives in the network on social media of the german far-right group „Kontrakultur Halle“ in the context of radicalisation. To address current research gaps and in order to obtain more knowledge, this study is based on the following matters: (1) How is the Twitter network around the movement „Kontrakultur Halle“ structured? (2) What patterns of activities can be found within the follower network for central users on Twitter? (3) Which narratives are used of whom, in which context and for what purpose? (4) What kind of structure regarding the communication within the network can be derived from the used narratives in the network and its subgroups? (5) What group-dynamical factors are of importance regarding the activities in the network in the context of radicalization? The social network analysis of the Twitter followers of the movement „Kontrakultur Halle“ in this study shows a deeply connected core of followers, some of which are known as prominent far-right activists of other right-winged groups in Germany and Austria. The subsequent qualitative content analysis of 1300 Tweets, Retweets and Replies of network members indicate a strongly homogenous ideology within the social network. Narratives are used to spread information, to call for activism and further for denunciation of ideological and institutional enemies. Furthermore, the presence of an echo chamber effect is conjecturable and therefore of importance regarding the development of counternarratives in the context of deradicalisation. The findings of this study shed light on social network- and interaction-based questions of communication and extremist narratives in the far-right scene in Germany.
Technical Report
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Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) publizierte Anfang 2015 die "Sicherheitsstrategie für die Güterverkehrs-und Logistikwirtschaft-Schutz kriti-scher Infrastrukturen und verkehrsträgerübergreifende Gefahrenabwehr". Dieses Dokument offenbart erhebliche Erkenntnisdefizite hinsichtlich der Kritikalität logistischer Infrastruktu-ren durch potenzielle Bedrohungen wie Naturkatastrophen, Unfälle oder terroristische Angrif-fe. Damit wird deutlich: Deutschland ist auf Risiken, die nach Eintritt einen wesentlichen Ein-fluss auf die logistische Infrastruktur haben, nur bedingt vorbereitet. Im Rahmen des Projektes RIMA-KIL "Risikomanagement für kritische Infrastrukturen in der Logistik" wurden nun verschiedene Ansätze zur Identifizierung und Bewertung von Risiken für die kritische logistische Infrastruktur entwickelt, untersucht und katalogisiert. Das ent-standene Methodenset, welches sich Methoden sowohl des Risikomanagements als auch des Operations Research bedient, gibt dem Anwender einen umfassenden Überblick über existie-rende und praxiserprobte Ansätze. Ferner gibt es in vielen Fällen eine Bewertung über die Anwendbarkeit im logistischen Kontext an. Mit Hilfe der Methoden, die RIMA-KIL übersichtlich katalogisiert hat, kann ein Entscheider geeignete Tools zur Risikoidentifikation und Risikobewertung umsetzen und vorhandene Ri-siken so erkennen und proaktiv oder auch reaktiv managen. Auf Basis dieses Erkenntnisge-winns ist es anschließend einem Infrastrukturbetreiber erst möglich das Gesamtnetzwerk ent-sprechend auszubauen um auch beim Risikoeintritt adäquat vorbereitet zu sein. Um sowohl praxisrelevante als auch wissenschaftlich innovative Ergebnisse zu erzielen, wur-de das Projekt interdisziplinär mit Beteiligten aus Forschung und Praxis durchgeführt. Regel-mäßige Koordinationstreffen mit Infrastrukturbetreiber und-nutzern, sowie zahlreiche Präsen-tationen auf wissenschaftlichen Fachkonferenzen stellten ein ständiges Feedback und somit mögliche Verbesserungen sicher.
Article
Zusammenfassung Wie kaum eine zweite Branche verkörpert Tourismus Internationalisierung par excellence: So sind nicht nur Angebot und Nachfrage weitgehend internationalisiert, sondern es gehört auch zum wesentlichen Merkmal der Dienstleistung als solcher, dass sie – zumindest im internationalen Kontext – in grenzüberschreitender Kooperation erstellt wird. Der vorliegende Beitrag unternimmt – primär anhand einer qualitativ-empirischen Studie – den Versuch, einen Einblick in laufende Internationalisierungsprozesse klein- und mittelständischer Tourismusunternehmen in Jordanien zu gewähren. In diesem Zusammenhang werden nicht nur zentrale konzeptionelle Zugänge zur Internationalisierung von Unternehmensaktivitäten erschlossen, sondern es soll auch reflektiert werden, inwieweit entsprechende Ansätze die untersuchten Internationalisierungsprozesse widerspiegeln. Eine besondere Relevanz respektive Brisanz erhält die Studie durch die komplexen und weitreichenden Implikationen des sogenannten ‚Arabischen Frühlings‘, welche die Internationalisierungsambitionen der relevanten Akteure immer wieder torpedieren und so manchem Internationalisierungsprozess einen kontinuierlichen Krisenmodus überstülpen.
Conference Paper
The paper aims to generate insight about conceptualization of the sharing economy. With a field research of 76 online platforms associated with the German sharing economy (SE) a generalized conceptualization is formed. With the inferred attributes and developed categories, clusters are built. The German sharing economy is outlined as conglomerate of business models that are effecting classical consumption by online platform-using business organizations, peer-to-peer consumption without business intermediates, and hybrid forms between commercial and non-commercial users. Within these and their frequency, conclusions about possibilities for alternative consumption and social innovations are discussed. A minority can be directly linked to alternative consumption that acts without business intermediates or without monetary reward. Seldom cases can be interpreted as social innovations, because improvements in social concerns are enabled through online platform technology. The frame of the German economic system for the sharing economy is considered briefly to underpin assumed developments and effects, which led to the actual status and will influence the sharing economy's future. The study is theoretically based on the resource-dependence-approach and on related fields. Concluding hypotheses are derived from our results for further research on SE.
Chapter
Die Vermittlung von Methoden der empirischen Sozialforschung gehört zum Grundkanon der geographischen Hochschulausbildung. Darüber besteht hinsichtlich der quantitativen Erhebungsmethoden wie Zählungen, standardisierten Befragungen, statistischen Datenauswertungen und GIS-Programmierung inzwischen nahezu Konsens unter den Lehrenden. Aber auch die qualitative Sozialforschung hat in den letzten zehn Jahren verstärkt Eingang in das Curriculum der (neuen) Studiengänge gefunden – wenn auch nicht immer als eigenständige, vorrangige Erhebungsmethode eines Projekt- oder Methodenseminars, so doch zumindest als ergänzende Form der empirischen Forschung. Dies belegen auch die jüngeren Lehrbücher zu den Arbeitsmethoden der Humangeographie, in denen beide Erhebungsverfahren mehr oder weniger gleichberechtigt nebeneinander vorgestellt werden (vgl. z. B. Meier Kruker/Rauh 2005; Reuber/ Pfaffenbach 2005; Pfaffenbach et al. 2007).
Chapter
Der Beitrag vermittelt einen Überblick über die wichtigsten Grundlagen und Methoden der empirischen Publikumsforschung im Kulturbereich. Zu Beginn werden die verschiedenen Publikumsformen betrachtet. Daraufhin wird erläutert, was unter »Wissenschaftlichkeit« und »empirischer Forschung« zu verstehen ist. Es folgt eine Darstellung der Untersuchungsgegenstände in der Kulturpublikumsforschung. In einem nächsten Schritt wird auf die Unterschiede zwischen qualitativer und quantitativer Forschung eingegangen. Abschließend erfolgt eine Vorstellung verschiedener Erhebungsmethoden.
Article
Durch die Analyse der Ansätze der Internationalisierungsprozessforschung konnten relevante Themenfelder identifiziert werden, die im Rahmen systematischer, theoriegeleiteter empirischer Untersuchungen von Bedeutung sind. Vor diesem Hintergrund war es das zentrale Anliegen einer quantitativ-empirischen Untersuchung, den Stand der Vorbereitung von KMU-Logistikunternehmen auf die Internationalisierung in den als relevant identifizierten betrieblichen Aufgabenfeldern zu erheben. Die großzahlige Befragung mittelständischer Logistikunternehmen wurde in Zusammenarbeit mit dem Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e. V. (RKW 2008) im Zeitraum vom 1. November 2007 bis zum 31. Januar 2008 durchgeführt. Im Folgenden werden das Forschungsdesign und die inhaltlichen Grundlagen der Fragebogengestaltung sowie die Auswertung der Ergebnisse präsentiert, bevor eine Zusammenfassung der Ergebnisse vorgenommen und Schlussfolgerungen für das weitere Vorgehen abgeleitet werden.
Article
"This research report provides empirical findings based on the first two of four waves of the qualitative panel study 'Poverty dynamics and the labour market'. In addition to basic information about the methodological design the report presents findings concerning the following issues: biographical implications of receiving unemployment benefits according to German Social Security Code II (which in combination with work-related activation is at the core of the welfare reform of 2005, known as 'Hartz IV'), perceptions and experiences of welfare recipients, their living conditions and development of employability as well as the formation and progression of precarious employment biographies. Those findings show that everyday life of our interviewees is characterized by an unexpectedly high degree of mobility and flexibility. The various activities of the interviewees, in part initiated by themselves, contradict the partially still prevailing public perception of recipients of unemployment benefits as objects to welfarization. Rather the findings show that achieving a sustainable integration into the labour force is one of the main objectives of their biographical orientations. However, the activities of the individuals aimed at achieving a non-precarious work-situation failed more often than not, if a resignated or fatalistic perspective had not already emerged in the first place. Nevertheless, precarious forms of employment were able to provide short-term improvements." (Authors' abstract, IAB-Doku) ((en))
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