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Schlüsselkompetenzen: Qualifikationen für Studium und Beruf

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Abstract

Schlüsselkompetenzen unabdingbar für den Studien- und Berufserfolg. Denn Schlüsselqualifikationen befähigen dazu, flexibel auf unterschiedliche Anforderungen zu reagieren, eigenständig Probleme zu lösen und adäquat mit sachlichen Herausforderungen umzugehen. Dazu gehören z.B. wissenschaftliches Schreiben, Lern- und Memorierungstechniken, Rhetorik und Vortragstechniken, Zeit- und Projektmanagement sowie Teamfähigkeit, Moderationskompetenz, interkulturelle Kompetenzen, didaktische Kompetenzen, Medien-, Präsentations- und Visualisierungskompetenzen. Der Band präsentiert alle relevanten Schlüsselkompetenzen in systematischer Form und bereitet optimal auf Prüfungen und auf den Einstieg in das Berufsleben vor. Mit vielen praktischen Hinweisen, Tipps und Übungen zur selbstständigen Entwicklung von Schlüsselkompetenzen.

Chapters (22)

Schlüsselkompetenzen bzw. ›Allgemeine berufsqualifizierende Kompetenzen‹ stehen seit einiger Zeit hoch im Kurs. Schenkt man Stellenanzeigen und Umfragen unter Personalchefs Glauben, dann ist die Bedeutung von ›Schlüsselqualifikationen‹, ›Schlüsselkompetenzen‹ und ›soft skills‹ für den Erfolg in Studium und Beruf kaum zu überschätzen. Auch die intensive Diskussion über dieses Thema in überregionalen Zeitungen — wie etwa die Folgen der Serie »Der Bachelor im Test« in der FAZ (vgl. www.faz.net/bachelor) — sowie die Tatsache, dass den Grundbegriffen ›Kompetenz‹ bzw. ›Schlüsselkompetenzen‹ in neuen Handbüchern wie dem Handbuch interkulturelle Kommunikation und Kompetenz (vgl. Straub et al. 2007) und dem Handbuch Promotion (vgl. Nünning/Sommer 2007) eigene Kapitel gewidmet werden, dokumentieren diese Entwicklung.
Studierende kennen die Situation: Ein neuer Arbeitstag steht bevor und die Aufgaben sind mental bereits klar der Reihe nach aufgelistet: Vormittags stehen ein Seminar und eine Übung an, am Nachmittag folgt eine Vorlesung und abends muss dringend die WG-Küche geputzt werden. Dazwischen sollten noch mehrere Texte für zwei Seminare gelesen und die Mitschrift der letzten Vorlesung nachbereitet werden. Aber am Ende des Tages sind nur anderthalb Texte gelesen, die Mitschrift der Vorlesung ziert den Ablagestapel des Schreibtisches und die WG-Harmonie wird auf eine harte Probe gestellt. Die Erfahrung zeigt, dass das Erstellen einer Liste allein oft nicht für eine effektive Arbeitsplanung ausreicht. Allerdings bestehen Korrelationen zwischen akademischen Leistungen von Studierenden und deren Tendenzen zur Anwendung von Zeitmanagementstrategien und -techniken, wie eine amerikanische Studie bereits 1990 feststellte (Hoff Macan/Shahani 1990, 765). Doch was bedeutet Zeitmanagement eigentlich?
»Fürs Gelingen wie fürs Misslingen gibt es eine Logik«, betitelt der international führende Management-Experte Fredmund Malik einen Artikel, in dem er zunehmende Komplexität als die bestimmende Größe des 21. Jahrhunderts identifiziert. Diese neue Komplexität betrifft laut Malik alle gesellschaftlichen Institutionen und bedeutet gegenüber dem 20. Jahrhundert einen kategorialen Wandel, der neue Bewältigungsstrategien erfordert. Solche Strategien zu entwickeln und anzuwenden wird für beruflichen Erfolg in Zukunft von zentraler Bedeutung sein — egal in welchem Bereich: »Wer besser mit Komplexität umgehen kann und besonders wer sie zu nutzen versteht, wird in allen Dimensionen des Wettbewerbs überlegen sein. Das Meistern von Komplexität ist das Erfolgsrezept der neuen Zeit« (Malik 2008). Zugleich hat in den letzten Jahren die Durchführung sogenannter ›Projekte‹, bei denen es sich definitionsgemäß um komplexe Vorhaben handelt, in Institutionen und Organisationen aller Art geradezu inflationär zugenommen. Der Begriff ›Projekt‹ ist in aller Munde.
Schriftliche Hausarbeiten und wissenschaftliche Examensarbeiten sind in geisteswissenschaftlichen Fächern die Visitenkarte eines Studierenden und stellen neben der mündlichen Präsentation im Seminarkontext die wichtigste Gelegenheit dar, die erworbenen propädeutischen und fachwissenschaftlichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Selbstredend ist eine gründliche Vorbereitung der selbstverfassten Texte eine unabdingbare Notwendigkeit. Grundlage hierfür ist die sorgfältige Recherche arbeit — das wissenschaftliche Bibliographieren. So wird es möglich, die eigene kleine Analyse in den Zusammenhang der Forschungslandschaft zu stellen. Gerade für Hauptseminar- und Examensarbeiten ist es erforderlich, über die einführende Literatur hinaus spezielle Titel aus wissenschaftlichen Fachzeitschriften aufzuführen und nicht nur das entsprechende Regal in der Seminarbibliothek abzuschreiten. Tatsächlich ist der Blick ins Literaturverzeichnis einer eingereichten Arbeit für Korrektor/innen bereits vor der Lektüre des eigentlichen Textes ein — oftmals aussagekräftiges — Indiz für die Qualität der Gesamtleistung.
Menschen organisieren ihre Lebenswelt mit Begriffen, d.h. mit verallgemeinernden gedanklichen Einheiten. Das gilt für den Alltag ebenso wie für die Wissenschaft. Sobald wir nicht mehr sprachlich oder gestisch auf etwas zeigen können, repräsentieren wir es in der sprachlichen Kommunikation durch einen Begriff. Wir brauchen Begriffe aus ökonomischen Gründen: Sie dienen der Bündelung und Ordnung von Information sowie der sprachlichen Abkürzung, haben also eine mentale wie auch eine sprachliche Komponente. Ohne sie wäre es uns nicht möglich, das Lebewesen, das auf uns zugelaufen kommt, als Tier, als Mitglied der Gattung ›Säugetier‹, als Angehörigen der Familie der Hunde und Vertreter der Rasse Dobermann einzustufen — und gegebenenfalls unsere Handlungskonsequenzen aus dieser Zuordnung zu ziehen. Und ohne sie würden wir lange brauchen, wenn wir einen Sachverhalt unseres Lebens beschreiben und anderen mitteilen wollen.
Sei es bei Diskussionen am Arbeitsplatz oder in Seminarveranstaltungen, sei es in Alltagsgesprächen mit Freunden, Verwandten oder Fremden, sei es beim Lesen der Tageszeitung oder beim Surfen im Internet: Täglich stoßen Sie auf Argumente. Sie nehmen Stellung zu unterschiedlichen Themen, erfahren die Meinung anderer, stellen Fragen und bekommen oder geben Antworten.
Die Fähigkeit, verschiedene Arten von Texten rezipieren und vor allem selbst produzieren zu können, zählt zu den grundlegenden Schlüsselkompetenzen bzw. allgemeinen berufsqualifizierenden Kompetenzen, die sowohl im Studium als auch im Beruf zumeist stillschweigend vorausgesetzt werden. Weit mehr noch als andere Schlüsselqualifikationen oder soft skills sind Textsortenkompetenzen nicht nur eine grundlegende Voraussetzung für den Erfolg im Studium, sondern sie haben auch maßgeblichen Einfluss auf die späteren Berufsaussichten und den Verlauf beruflicher Karrieren. Gleichgültig in welchem Beruf Akademiker/innen später tätig sind, die im Studium erworbene Fähigkeit, unterschiedliche Arten von Texten adressatenorientiert und professionell zu verfassen, ist ein wichtiger Teil des Kompetenzprofils, das für viele Berufsfelder erwartet wird.
Machen Sie sich zunächst klar, aus welchen Schritten eine wissenschaftliche Arbeit besteht.
Die entscheidende Voraussetzung für ein erfolgreiches Lernen ist der grundlegende Wille zum Lernen. Machen Sie sich klar, dass Sie sich in jeder Phase Ihres Lernprozesses auch gegen das Lernen entscheiden könnten. Wahrscheinlich überrascht Sie dieser Gedanke. Bislang hatten Sie viel eher das Gefühl: »Ich muss die Prüfung jetzt machen. Ich muss für die Prüfung lernen«. Dieses »Muss« empfinden Sie als starken Druck von außen, gegen den Sie sich zur Wehr setzen. Versuchen Sie stattdessen, Ihre Situation einmal anders zu sehen: Sie wollen Ihre Prüfung bestehen; es ist und bleibt Ihre Entscheidung! Fragen Sie sich ganz konkret: Mit welchem Schritt fange ich an? Wann fange ich damit an? Durch diesen Wechsel der Perspektive und die aktive Planung wird Ihre Motivation steigen und Ihre Freude am Lernen wird wachsen.
Auch Lernen muss man lernen: Die erforderlichen Fertigkeiten zum schnellen Erwerb von Kenntnissen, zum Hineindenken in Situationen werden im Beruf oft als gegeben vorausgesetzt. Lernen ist deshalb mehr als der Erwerb und das Speichern von Informationen und Daten; es birgt die Chance zur individuellen Weiterentwicklung und stellt eine Schlüsselkompetenz für Geistes- und Kulturwissenschaftler/innen dar. Der vorliegende Beitrag gibt Anregungen zur kreativen Gestaltung von motivierten Lern- und Memorierungsprozessen.
Die Fähigkeit, überzeugende Vorträge zu halten, ist eine Kompetenz, die den Erfolg in Studium und Beruf wesentlich mitbestimmt. Wer gelernt hat, auch komplexe Argumente anschaulich zu vermitteln, wer kreativ mit Sprache umzugehen weiß, wer sicher auch vor größeren Gruppen auftreten kann, verfügt über eine gefragte Qualifikation. Studierende, die diese Schlüsselqualifikation bewusst trainieren, haben nicht nur im Studium, sondern auch im Beruf bessere Chancen, selbstgesteckte Ziele zu erreichen.
Informationen können besser aufgenommen und gespeichert werden, wenn sie mit Hilfe von Abbildungen, Grafiken, Bildern, Tönen, Videos usw. vermittelt werden, als durch das gesprochene Wort allein. Schon der Wechsel der verwendeten Medien dient oft dazu, die Aufmerksamkeit der Zuhörerschaft (erneut) zu wecken und aufrechtzuerhalten. Wenn Informationen abwechslungsreich visuell und eventuell interaktiv präsentiert werden, fällt es dem Publikum leichter, aufmerksam zu bleiben und die Inhalte zu behalten. Aus diesem Grund ist der Einsatz von visuellen Medien in naturwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen inzwischen zum Standardverfahren geworden und erfreut sich in den Geisteswissenschaften zunehmender Beliebtheit.
»Man kann nicht nicht kommunizieren.« Dieses Zitat zum Thema Kommunikation kennt fast jeder. Es stammt aus der Feder der Psychotherapeuten und Kommunikationstheoretiker Paul Watzlawick, Janet H. Beavin und Don D. Jackson (1969, 51) und formuliert ein alltägliches Empfinden prägnant: Kommunikation ist überall, wo Menschen sind. Befinden sich zwei Menschen in einem Raum, haben sie zwar die Wahl, miteinander zu sprechen oder zu schweigen. Aber sie können nicht vermeiden, dass der jeweils andere jedes Verhalten, auch ein Schweigen, als Kommunikation deuten kann und wird: »Er ignoriert mich.« »Sie hat mich angelächelt, ich glaube sie flirtet mich an.« »Er ist schlecht drauf.« Usw.
Die Moderationsmethode gehört zum methodischen Handwerkszeug in der Bildungsarbeit sowie in der Organisations- und Personalentwicklung. Sie ist aus dem gesellschaftspolitischen Hintergrund der 60er und 70er Jahre entstanden. Die Forderung nach Demokratie und Übernahme von Verantwortung erfasste auch die Bildungsbereiche. Die Beteiligten formulierten ihr Interesse und ihren Willen, an EntScheidungsprozessen aktiv mitwirken zu wollen (vgl. Hartmann/Rieger/Pajonk 1997, 15). Entwickelt wurde die Moderationsmethode von dem »Quickborner Team«. Die Idee des Teams war es, dass alle Beteiligten von Beginn an in die Planungs- und EntScheidungsprozesse aktiv eingebunden werden. Entwickelt wurde ein Lösungsansatz, der die Begleitung und Strukturierung des Gesprächsverlaufs von Gruppenprozessen ermöglicht, ohne auf den Gesprächsinhalt Einfluss zu nehmen. Der/die Moderator/in führt als neutraler Experte für Methoden und Verfahren durch den Prozess und veranschaulicht diesen durch die Visualisierungstechniken. Sein/ihr unterstützendes Verhalten ist von den Prinzipien Neutralität und Wertschätzung geprägt. Neutralität meint die Zurückhaltung mit der eigenen Meinung und mit Bewertungen. Wertschätzung meint die Akzeptanz der anderen und deren Meinungen. Das Ziel der Moderation ist die konstruktive und zielorientierte Unterstützung von Gruppenprozessen und der Gesprächs- und Verhandlungsführung (vgl. Fuleda 2006).
Wenn man in einschlägigen Datenbanken nach dem Stichwort ›Kreativitätstechnik‹ sucht, wird man mit einer großen Treffermenge konfrontiert. Die Tatsache, dass so viele verschiedene Techniken als Hilfsmittel angeboten werden, lässt schon ahnen, dass keine von ihnen so richtig zuverlässig funktionieren wird, sonst gäbe es diese Vielfalt nicht. Aber woran liegt es, dass nicht das eine Verfahren zur Steigerung unserer Kreativität existiert? Ganz offenkundig hat dies mit der Schwierigkeit des Themas ›Kreativität‹ zu tun.
›Interkulturelle Kompetenz‹, ebenso wie der Begriff ›Interkulturelle Kommunikation‹, ist in den letzten Jahren zur Bezeichnung einer vieldiskutierten und im Rampenlicht von Öffentlichkeit und Wissenschaft stehenden Schlüsselqualifikation geworden. Beide Begriffe nehmen im wissenschaftlichen Bereich einen zunehmenden Stellenwert ein, sind aber zugleich zu Modewörtern avanciert, die zuweilen geradezu den Beigeschmack von ›Zauberwörtern‹ enthalten. Beide Begriffe, die häufig unscharf gebraucht werden, bezeichnen Kompetenzen, die auf die Bewältigung der zunehmenden internationalen Verflechtung von Gesellschaften, Kulturen und Volkswirtschaften zielen. Dies betrifft sowohl die zunehmende Bedeutung internationaler Beziehungen in allen Bereichen als auch die Herausforderungen, die Immigration und Multikulturalität in der eigenen Gesellschaft mit sich bringen.
Im ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhundert hat das Wissen einen niemals zuvor gekannten Stellenwert erreicht. Dies ist mehreren Faktoren geschuldet: Zum einen der Hochtechnologie, die menschliche Arbeit in weiten Bereichen ersetzt, außerdem der Notwendigkeit von intelligentem Wissen, der Zunahme der Wissensmenge, die bedingt ist durch beschleunigte Kommunikation und digitale Speichermedien, der Pluralisierung von Wissensordnungen und der damit zusammenhängenden Relativierung von Kanonisierung und der Entinstitutionalisierung von Wissen (Hallet 2006, 9f.). Aus diesem Grund werden Schlüsselqualifikationen, die dazu beitragen sollen, »neue, zum Zeitpunkt der Ausbildung noch gar nicht bekannte Aufgaben zu meistern« (Jank/Meyer 2005, 25), immer wichtiger. Die oben genannten Faktoren, v.a. die rasche Zunahme von Wissensmengen, machen dabei »den Erwerb von dynamischem Wissen notwendig, das flexibel auf veränderte Bedingungen reagieren kann« (Hallet 2006, 10). Didaktische Kompetenz, also die Fähigkeit zur Vermittlung eben dieses Wissens, kann somit mit einigem Recht als wesentliche Zukunfts- und Schlüsselkompetenz gelten.
Journalistisches Schreiben im 21. Jahrhundert ist geprägt durch die permanent wachsende Konkurrenz anderer Medien. Aufgrund dieser Tatsache müssen sich journalistische Texte auch in einer Überfülle von Medienangeboten behaupten, die zumeist leichter zu konsumieren sind. Denn sie verlangen von ihren Rezipienten nicht den intellektuellen Aufwand, der mit dem Lesen eines Textes verbunden ist. Und Lesefähigkeit und Leseneigung sind eher rückläufig, wie Untersuchungen nach Einführung etwa des Fernsehens gezeigt haben. Zudem muss jeder Text im überreichen Angebot an aktuellen Lektürestoffen für sich um die Aufmerksamkeit und das Interesse der Leser und Leserinnen werben. Zwischen 20 und 30 Minuten verbringen viele nach einschlägigen Statistiken mit der Lektüre einer normalen Tageszeitung, die komplett zu lesen in der Regel mehrere Stunden beanspruchen würde. Dementsprechend groß ist der Selektionsdruck für jeden Zeitungsartikel. Wie sehr es jedem einzelnen Text gelingt, in dieser Selektion die Aufmerksamkeit an sich zu binden und die Leserschaft sogar zu ausdauernder Lektüre zu veranlassen, hängt ab von verschiedenen Leseanreizen: äußere Gestaltung (Layout, Bebilderung) innere Organisation des Textes Nähe zu Leserinteressen Sprache
Soziale Kompetenzen zählen heute ohne Zweifel zu den wichtigsten Karrierefaktoren in unzähligen Berufsfeldern. Überall dort, wo Menschen in ihrem Berufsleben mit Vorgesetzten, Kolleg/innen, Mitarbeiter/innen und Kund/innen zusammenarbeiten, ist das Ergebnis dieser Zusammenarbeit nicht nur von fachlichen Kompetenzen, Berufserfahrung, Entscheidungsspielräumen u. Ä. abhängig, sondern immer auch Spiegelbild der Art und Weise, wie zwei oder mehrere Menschen miteinander umgehen.
Organisatorische Kompetenzen sind eine Kernkompetenz von Geistes- und Kulturwissenschaftler/innen und auf dem Arbeitsmarkt von großem Nutzen (vgl. Rupprecht 2008). Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, Studierenden und Nachwuchswissenschaftler/innen aus geistesund kulturwissenschaftlichen Fächern ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im organisatorischen Bereich bewusst zu machen und zugleich Orientierung und Hilfestellung beim Erwerb von organisatorischen Kompetenzen zu bieten.
Studierende der geistes- und kulturwissenschaftlichen Fächer bewerben sich heute neben den Bereichen Lehramt, Journalismus oder Verlagswesen immer selbstbewusster auf eine breit gefächerte Palette von Stellen in der freien Wirtschaft. Da Unternehmen aber Schlüsselkompetenzen und Qualifikationen verlangen, die traditionell nicht Teil des geistesoder kulturwissenschaftlichen Studiums sind, erfordert der Bewerbungsprozess eine strukturierte Vorbereitungsphase zur Ausweitung von Zusatzkompetenzen, die die Bewerbungschancen erhöhen und bei Stellensuche, schriftlicher Bewerbung, Vorstellungsgespräch wie bei Bewerbung im Ausland hilfreich sind. Gleichzeitig müssen Geistes- und Kulturwissenschaftler/innen sich ihrer durch ihr Studium gewonnenen Stärken und Kompetenzen bewusst werden und diese in der Bewerbung überzeugend hervorheben, damit sie bei Rekruter/innen punkten können.
Da Geisteswissenschaftler/innen ihren Traumjob selten auf dem Silbertablett serviert bekommen, ist Eigeninitiative gefragt. Doch viele Absolventen resignieren, wenn sie merken, dass die Jobsuche nicht so läuft wie gedacht. Dabei ist es sehr wichtig, gezielt nach neuen Perspektiven zu suchen und das eigene Profil für den Arbeitsmarkt zu schärfen — z. B. auch durch berufsbezogene Weiterbildungen. Denn viele Beispiele von erfolgreichen Geisteswissenschaftler/innen zeigen: Wer nicht aufgibt, sondern am Ball bleibt, sich aber immer auch am Bedarf auf dem Arbeitsmarkt orientiert, wird früher oder später — auch über Umwege — seinen Traumjob finden.
Chapter
Das Studium der Neueren deutschen Literaturwissenschaft ist in vielfältiger Hinsicht die strukturierte Einführung in einen intensiv lesenden, verstehenden und in wissenschaftliche Arbeit mündenden Umgang mit Texten. Die wichtigste Voraussetzung für Spaß am und Erfolg im Studium ist die intensive Beschäftigung mit einem literarischen Text. Diese setzt die Lust am Text voraus. Die gründliche, analytische und deutende Lektüre und Wiederlektüre eines literarischen Textes ist eine spannende, individuell sinnstiftende und persönlich bereichernde, lebendige kulturelle Praxis. Spannender wird sie noch, wenn die eigene Lektüre mit dem Textverständnis anderer Leser/innen in einen produktiven Dialog tritt: im Seminar mit den Lektüren der Mitstudierenden, in der schriftlichen Arbeit mit den Deutungsperspektiven der Forschung.
Chapter
»An dem Bau der Begriffe arbeitet ursprünglich, wie wir sahen, die Sprache, in späteren Zeiten die Wissenschaft. Wie die Biene zugleich an den Zellen baut und die Zellen mit Honig füllt, so arbeitet die Wissenschaft unaufhaltsam an jenem grossen Columbarium der Begriffe, der Begräbnisstätte der Anschauung, baut immer neue und höhere Stockwerke, stützt, reinigt, erneut die alten Zellen, und ist vor allem bemüht, jenes in’s Ungeheure aufgethürmte Fachwerk zu füllen und die ganze empirische Welt d.h. die anthropomorphische Welt hineinzuordnen« (Nietzsche: Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn. In: KSA 1, S.886).
Chapter
Interkulturelle Kompetenz1 hat sich als wichtige Schlüsselqualifikation an deutschen Hochschulen etabliert. (1) Einerseits ist sie notwendig, um die zunehmenden Internationalisierungsprozesse in Studium, Wissenschaft und Lehre zu bewältigen, die neue Anforderungen an Studierende wie auch an Hochschulmitarbeiter stellen.2 (2) Andererseits brachte die Hochschulreform im Zuge des Bologna-Prozesses neue Postulate an das Hochschulstudium selbst mit sich: Über das Fachwissen hinaus ollen von nun an auch berufsbefähigende Schlüsselqualifikationen im Laufe des Studiums erworben werden. Interkulturelle Kompetenz gehört zu einer dieser Kernkompetenzen, die Hochschulabsolventen vor Einstieg in das Berufsleben erwerben sollten (Nünning 2008). (3) Ein dritter wichtiger Punkt, der für die Förderung interkultureller Kompetenz im Hochschulwesen spricht, ist nicht zuletzt die bislang unzureichende Integration ausländischer Studierender in Deutschland (vgl. Heublein et al. 2007).
Article
The last decade has witnessed many structural changes within German universities. One objective of the new agenda has been to improve the quality of university teaching. In German publications within the field of the academic study of religions, this objective has not yet been much discussed, though. This article wishes to stimulate the debate by introducing fundamental insights from the research on higher education and by applying these to the case of academic teaching about religion. The main emphasis of the paper is to formulate intended learning outcomes within the frame of the 'constructive alignment' model. What is the main objective of teaching the study of religions in higher education? Do we wish to implement solely an academic habitus? Or is it our obligation to define learning outcomes transcending the boundaries of disciplinarily framed factual knowledge? These are the questions this paper is dealing with.
Chapter
Dieser Beitrag beschreibt ein mehrtägiges Kick-off-Event, das zum Ziel hatte, Promovierende interdisziplinär und interkulturell miteinander zu vernetzen, um ein gelungenes Peer Coaching zu initiieren. Wir zeigen, dass drei Faktoren das Gelingen von Peer Coaching bei Promovierenden erheblich beeinflussen: Zum einen spielt der soziale Faktor eine ganz wesentliche Rolle. Zum anderen ist gezielte Reflexion sehr wichtig. Und drittens ist es hilfreich, Visionen zu entwickeln. Zunächst werden wir genauer auf die drei Begriffe eingehen, dann werden wir das Workshopkonzept vorstellen und kommentieren.
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