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Einführung in die Neuere deutsche Literaturwissenschaft

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Die Einführung bietet einen Überblick über alle Teilbereiche der Neueren deutschen Literaturwissenschaft. Sie erklärt systematisch die zentralen Begriffe, gibt einen historischen Abriss von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart und führt in die Analyse der verschiedenen literarischen Gattungen ein. Thematisiert werden auch die vielschichtigen Zusammenhänge von Literatur, anderen Künsten und Medien. Methoden und Theoriebildungen von der Hermeneutik bis zur Systemtheorie werden ebenfalls berücksichtigt. Schließlich werden editionsphilologische Verfahren und Arbeitstechniken des literaturwissenschaftlichen Studiums vorgestellt. Am Ende steht ein Ausblick auf Berufsfelder für Literaturwissenschaftler.

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Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftler, die am Schnittpunkt verschiedener Philologien arbeiten, stoßen häufig auf terminologische Nichtentsprechungen, die bei der Übersetzung Probleme bereiten, aber auch faszinierende Einblicke in eine andersartige philologische Werkstatt bieten. Wenn man die deutschsprachige Terminologie im Bereich der Gedichtanalyse mit der russisch- sowie englischsprachigen vergleicht, beginnen diese Unterschiede bei den absoluten Grundlagen, nämlich der Konzeptualisierung der Gattung sowie der im Gedicht sprechenden Instanz. Der vorliegende Aufsatz zeigt einleitend an Beispielen aus der Auslandsrussistik begriffliche Inkongruenzen auf, die ein fehlendes Bewusstsein für die terminologischen Diskrepanzen und ein oft nur oberflächliches Wissen um die verschiedenen terminologischen Traditionen anzeigen. Anschließend werden diese Differenzen herausgearbeitet und begriffsgeschichtlich systematisiert. Als Material der Analyse dienen Überblicksdarstellungen und Einführungen, die Allgemeinwissen systematisieren (sollen) und den jeweiligen Fachdiskurs prototypisch verkörpern. Aus der Perspektive der russo- und anglophonen Tradition, in welcher der grundlegende Sammelbegriff für alle Arten von Gedichten „poetry“/„пoэзия“ lautet, erweist sich die germanistische Gleichsetzung von Gedicht und „Lyrik“, die zu großen Definitionsproblemen führt, als Anomalie. Beim zweiten Thema, der Bezeichnung der sprechenden Instanz, unterscheiden sich alle drei nationalen Traditionen grundlegend voneinander, sind jedoch auch in sich erstaunlich vielfältig. Von besonderem Interesse sind Versuche, an die Stelle eines alles abdeckenden Terminus differenzierte Begriffsskalen zu setzen oder die sprechende Instanz in ein vertikales Ebenenmodell zu integrieren, das man ähnlich aus der Narratologie kennt.
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All kinds of everything — hieß einmal ein englischer Popsong der späten 60er, frühen 70er Jahre, zu deutsch — bzw. in der entsprechenden Schlagerversion -: Alles und noch viel mehr. Dies, hat es den Anschein, ist die gegenwärtige Situation des eigentümlichen Gegenstands der Literaturwissenschaften gleich welcher Provenienz und Nationalphilologie auch immer. Dabei sollte doch Grundvoraussetzung — sozusagen von allem Anfang an — sein, dass jede Wissenschaft mit der Setzung oder Konstruktion eines eigenen Gegenstands beginnt, der dann gleichsam von allen Seiten und hinsichtlich verschiedenster Relationen (etwa innerhalb der Trias von Autor — Text — Leser) bedacht wird.
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Der vorliegende Aufsatz handelt von der deutsch-jüdischen Dichterin und Autorin Margarete Susman (1872–1966) und ihren 1915 in der Frankfurter Zeitung erschienenen Aufsatz “Einzelmoral und Staatsmoral,” in dem die Autorin das Verhältnis zwischen Individuum und Staat erörtert. Vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges erweist sich Susmans öffentlich gestellte Frage nach dem ethischen Verhältnis zwischen dem Bürger und seiner Nation als brisant. Denn nach dem ersten Kriegsjahr dominiert im deutschen wie im europäischen Zeitdiskurs nach wie vor die Idee der Symbiose zwischen dem Einzelnen und seinem Land, und Fragen über politische Verantwortung an eine kriegsmobilisierte Bevölkerung sind keineswegs selbstverständlich. Frappant ist auch die Tatsache, dass Susman als Simmel-Schülerin und Autorin aus dem weiteren George-Kreis stammt und sich bis zu dem Punkt mit der Welt der autonomen Ästhetik befasste. Im Gegensatz zu ihren Zeitgenossen Karl Wolfskehl, Friedrich Gundolf und Stefan George äußert sich die heute weitgehend vergessene Autorin als Intellektuelle, für die Krieg und Nation nicht zum Bild der ästhetischen Ideologie gehören. Dieser Aufsatz, der Position, Sprache und Argumentation von Susman im Rahmen ihrer historischen Konstellation untersucht, will ein Beitrag zur Geschichte des deutschen Intellektualismus sein.
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