Conference PaperPDF Available

"Die Erde wie eine Stiftung behandeln" – Ressourcenschutz und Rohstoffeffizienz im Anthropozän

Authors:

Abstract and Figures

Einleitung: Der Eingriff des Menschen in die Umwelt hat Ausmaße erreicht, die schwer vorstellbar sind – Quantitative Abschätzungen dazu eröffnen die Dimension: so hat der Mensch bislang mehr als drei Viertel der eisfreien festen Erde umgestaltet – eine "Urnatur" ist hier nicht mehr vorhanden [Ellis & Ramankutty 2008, Ellis et al. 2010, Ellis 2011]. Die Unterscheidungen zwischen Natur und Kultur funktioniert nicht mehr. Heutige Naturlandschaften sind überwiegend auch Kulturlandschaften. Ähnlich sieht es in den Meeren aus, in denen die Überfischung gewaltige Ausmaße erreicht und auch Meeres-erwärmung, Versauerung, Überdüngung sowie andere Schadstoffe Korallenriffe und Plankton gefährden. Eine ganz besondere Rolle spielt auch das Ausmaß der Nutzung nicht nachwachsender Ressourcen – so verwendet der Mensch nicht nur fossile Energieträger, deren Verbrennung den anthro¬pogenen Klimawandel bedingen, sondern auch Unmengen anderer Rohstoffe, wie Sand, Kalk, Eisenerze oder seltene Erden, um daraus Gebäude, Infrastrukturen, Geräte und Maschinen zu produzieren, deren Erstellung und Betrieb dann wiederum Energie benötigt. Eine aktuelle wissen-schaftliche Abschätzung besagt, dass die Menschheit bislang die unvorstellbare Menge von 30 Billionen Tonnen an Technosphäre hergestellt hat, 40% dieser Technosphäre befinden sich in und unter den Städten dieser Welt [Zalasiewicz et al. 2017a]. Andere technische Produkte, wie insbesondere Kunststoffe verteilen sich über die ganze Erde. So hat der Mensch insgesamt etwa 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoffe erstellt [Geyer et al. 2017]. Während die Vorkriegsproduktion minimal war und 1950 erst etwa 1,5 Millionen Tonnen produziert wurden, stieg die jährliche Produktion auf nunmehr über 320 Millionen Tonnen, was schon fast der Biomasse aller lebenden Menschen entspricht [Zalasiewicz et al. 2016, Leinfelder & Ivar do Sul, im Druck ]. 2,5 Milliarden Tonnen des insgesamt produzierten Plastiks sind immerhin derzeit noch in Gebrauch, weltweit betrachtet wird allerdings nur ein sehr kleiner Teil recycelt oder verbrannt, während etwa 4,9 Milliarden Tonnen, also ca. 60% allen bislang produzierten Plastiks in die Umwelt gelangt sind, sei es in geologisch nicht dauerhaften Deponien oder direkt in die Umwelt auf Land und im Meer [Geyer et al. 2017]. Bau und Betrieb technischer Maschinen aus Naturressourcen ermöglicht wiederum, andere Ressourcen, darunter Phosphate abzubauen und in Form von Kunstdüngern auf landwirtschaftliche Flächen zu bringen oder für die Nahrungsmittelproduktion in anderer Weise zu verwenden. Eine aktuelle Studie trug die verfügbaren Daten zusammen [Williams et al. 2016, auch für weitere Literatur]: Zwischen 1910 und 2005 verdoppelte sich hiernach der menschengemachte Anteil an der pflanzlichen Nettoprimärproduktion (NPP) von 13 auf 25% der globalen Vegetation, was auch eine Verdoppelung des Eintrags an reaktivem Stickstoff und Phosphor in die Umwelt bewirkte sowie gewaltige Anteile an fossiler Energie für die landwirtschaftliche Produktion erfordert. 2014 wurden 225 Millionen Tonnen fossiler Phosphate abgebaut, für 2018 werden 258 Millionen Tonnen prognostiziert. Die Szenarien für den Anteil des Menschen an der gesamten pflanzlichen Primär¬produktion bis zum Jahr 2050 belaufen sich auf 27 bis 44% NPP. In einer gewissen Geschwindigkeit in Form von Guano grundsätzlich nachwachsendes Phosphat ist längst abgebaut. Ganze Inseln wurden dazu umgestaltet und teilweise entvölkert [zur tragischen Geschichte des Phosphatabbaus auf den Pazifikinseln Banaba und Nauru siehe z.B. Ellis 1936, Folliet 2011, Jaramillo 2016, Teaiwa, 2015, 2017]. Insbesondere die Landwirtschaft benötigt heute enorme Mengen an Phosphaten, welche fast ausschließlich aus wenigen fossilen und endlichen Vorkommen der Kreide und Alttertiärzeit abgebaut werden, mit einer gewaltigen geopolitisch bedeutsamen Monopol¬stellung in der heute an Marokko angegliederten Westsahara [USGS 2016]. Der Abbau dieser Vorkommen ist technisch aufwendig und wegen der vielen assoziierten Schwermetalle enorm umweltkritisch [e.g. BGR 2013, PotashCorp 2014, Benjelloun 2016]. Obwohl also Phosphat eine sehr endliche geologische Ressource darstellt, bringt der Mensch zwischenzeitlich mehr in den Phosphatkreislauf ein, als die Natur an Phosphat aus Verwitterung und natürlichen Recycling-prozessen zur Verfügung stellt. Somit gelangt nun also mehr als das Doppelte des vorindustriellen Werts an reaktivem Phosphor in die Umwelt, womit die planetarische Grenze für den Phosphor-kreislauf [sensu Rockström et al. 2009 und Steffen et al. 2015] bereits überschritten sind. In Deutsch-land gingen zwar die Phosphatkonzentrationen in Fließgewässern durch den Stopp der Verwendung von Phosphaten für im Privathaushalt verwendete Waschmittel sowie verbesserte Kläranlagen deutlich zurück, allerdings nahmen die Ausflüsse aus der Landwirtschaft weiter zu. Insgesamt haben aber landwirtschaftliche Prozesse den größten Anteil an den Phosphateinträgen in die Umwelt [Meier 2017]. Da Phosphate, wie auch viele andere, bislang vor allem aus fossilen Ressourcen hergestellte technische Produkte für unsere heutigen Gesellschaften essenziell sind, erscheint ein näherer Blick auf die Gesamtproblematik der Eingriffe des Menschen in die Umwelt angebracht. Das Anthropozän-Konzept bietet hier eine neue Sicht sowohl auf die Vernetztheit und das Ausmaß von Umweltproblematiken, als auch auf mögliche Lösungsansätze an.
Content may be subject to copyright.
3. Kongress: Phosphor - Ein kritischer Rohstoff mit Zukunft -
am 22. und 23. November 2017 im Kursaal Stuttgart Bad Cannstatt
11
"DIE ERDE WIE EINE STIFTUNG BEHANDELN" RESSOURCEN-
SCHUTZ UND ROHSTOFFEFFIZIENZ IM ANTHROPOZÄN
Reinhold Leinfelder, Berlin
1. Einleitung
Der Eingriff des Menschen in die Umwelt hat Ausmaße erreicht, die schwer vorstellbar sind
Quantitative Abschätzungen dazu eröffnen die Dimension: so hat der Mensch bislang mehr als drei
Viertel der eisfreien festen Erde umgestaltet eine "Urnatur" ist hier nicht mehr vorhanden [Ellis &
Ramankutty 2008, Ellis et al. 2010, Ellis 2011]. Die Unterscheidungen zwischen Natur und Kultur
funktioniert nicht mehr. Heutige Naturlandschaften sind überwiegend auch Kulturlandschaften. Ähnlich
sieht es in den Meeren aus, in denen die Überfischung gewaltige Ausmaße erreicht und auch Meeres-
erwärmung, Versauerung, Überdüngung sowie andere Schadstoffe Korallenriffe und Plankton
gefährden. Eine ganz besondere Rolle spielt auch das Ausmaß der Nutzung nicht nachwachsender
Ressourcen so verwendet der Mensch nicht nur fossile Energieträger, deren Verbrennung den
anthropogenen Klimawandel bedingen, sondern auch Unmengen anderer Rohstoffe, wie Sand, Kalk,
Eisenerze oder seltene Erden, um daraus Gebäude, Infrastrukturen, Geräte und Maschinen zu
produzieren, deren Erstellung und Betrieb dann wiederum Energie benötigt. Eine aktuelle wissen-
schaftliche Abschätzung besagt, dass die Menschheit bislang die unvorstellbare Menge von 30
Billionen Tonnen an Technosphäre hergestellt hat, 40% dieser Technosphäre befinden sich in und
unter den Städten dieser Welt [Zalasiewicz et al. 2017a]. Andere technische Produkte, wie
insbesondere Kunststoffe verteilen sich über die ganze Erde. So hat der Mensch insgesamt etwa 8,3
Milliarden Tonnen Kunststoffe erstellt [Geyer et al. 2017]. Während die Vorkriegsproduktion minimal
war und 1950 erst etwa 1,5 Millionen Tonnen produziert wurden, stieg die jährliche Produktion auf
nunmehr über 320 Millionen Tonnen, was schon fast der Biomasse aller lebenden Menschen
entspricht [Zalasiewicz et al. 2016, Leinfelder & Ivar do Sul, im Druck ]. 2,5 Milliarden Tonnen des
insgesamt produzierten Plastiks sind immerhin derzeit noch in Gebrauch, weltweit betrachtet wird
allerdings nur ein sehr kleiner Teil recycelt oder verbrannt, während etwa 4,9 Milliarden Tonnen, also
ca. 60% allen bislang produzierten Plastiks in die Umwelt gelangt sind, sei es in geologisch nicht
dauerhaften Deponien oder direkt in die Umwelt auf Land und im Meer [Geyer et al. 2017]. Bau und
Betrieb technischer Maschinen aus Naturressourcen ermöglicht wiederum, andere Ressourcen,
darunter Phosphate abzubauen und in Form von Kunstdüngern auf landwirtschaftliche Flächen zu
bringen oder für die Nahrungsmittelproduktion in anderer Weise zu verwenden. Eine aktuelle Studie
trug die verfügbaren Daten zusammen [Williams et al. 2016, auch für weitere Literatur]: Zwischen
1910 und 2005 verdoppelte sich hiernach der menschengemachte Anteil an der pflanzlichen
Nettoprimärproduktion (NPP) von 13 auf 25% der globalen Vegetation, was auch eine Verdoppelung
Leinfelder, R. (2017): "Die Erde wie eine Stiftung behandeln" Ressourcenschutz und Rohstoffeffizienz
im Anthropozän.- In: DWA-BW (ed), Tagungsband 2017, Im Dialog: Phosphor-Rückgewinnung: 3.
Kongress Phosphor - Ein kritischer Rohstoff mit Zukunft, pp. 11-25, Stuttgart (www.prueck-bw.de)
doi: http://dx.doi.org/10.17169/refubium-33258
3. Kongress: Phosphor - Ein kritischer Rohstoff mit Zukunft -
am 22. und 23. November 2017 im Kursaal Stuttgart Bad Cannstatt
12
des Eintrags an reaktivem Stickstoff und Phosphor in die Umwelt bewirkte sowie gewaltige Anteile an
fossiler Energie für die landwirtschaftliche Produktion erfordert. 2014 wurden 225 Millionen Tonnen
fossiler Phosphate abgebaut, für 2018 werden 258 Millionen Tonnen prognostiziert. Die Szenarien für
den Anteil des Menschen an der gesamten pflanzlichen Primärproduktion bis zum Jahr 2050 belaufen
sich auf 27 bis 44% NPP.
In einer gewissen Geschwindigkeit in Form von Guano grundsätzlich nachwachsendes Phosphat ist
längst abgebaut. Ganze Inseln wurden dazu umgestaltet und teilweise entvölkert [zur tragischen
Geschichte des Phosphatabbaus auf den Pazifikinseln Banaba und Nauru siehe z.B. Ellis 1936, Folliet
2011, Jaramillo 2016, Teaiwa, 2015, 2017]. Insbesondere die Landwirtschaft benötigt heute enorme
Mengen an Phosphaten, welche fast ausschließlich aus wenigen fossilen und endlichen Vorkommen
der Kreide und Alttertiärzeit abgebaut werden, mit einer gewaltigen geopolitisch bedeutsamen
Monopolstellung in der heute an Marokko angegliederten Westsahara [USGS 2016]. Der Abbau
dieser Vorkommen ist technisch aufwendig und wegen der vielen assoziierten Schwermetalle enorm
umweltkritisch [e.g. BGR 2013, PotashCorp 2014, Benjelloun 2016]. Obwohl also Phosphat eine sehr
endliche geologische Ressource darstellt, bringt der Mensch zwischenzeitlich mehr in den
Phosphatkreislauf ein, als die Natur an Phosphat aus Verwitterung und natürlichen Recycling-
prozessen zur Verfügung stellt. Somit gelangt nun also mehr als das Doppelte des vorindustriellen
Werts an reaktivem Phosphor in die Umwelt, womit die planetarische Grenze für den Phosphor-
kreislauf [sensu Rockström et al. 2009 und Steffen et al. 2015] bereits überschritten sind. In Deutsch-
land gingen zwar die Phosphatkonzentrationen in Fließgewässern durch den Stopp der Verwendung
von Phosphaten für im Privathaushalt verwendete Waschmittel sowie verbesserte Kläranlagen
deutlich zurück, allerdings nahmen die Ausflüsse aus der Landwirtschaft weiter zu. Insgesamt haben
aber landwirtschaftliche Prozesse den größten Anteil an den Phosphateinträgen in die Umwelt [Meier
2017]. Da Phosphate, wie auch viele andere, bislang vor allem aus fossilen Ressourcen hergestellte
technische Produkte für unsere heutigen Gesellschaften essenziell sind, erscheint ein näherer Blick
auf die Gesamtproblematik der Eingriffe des Menschen in die Umwelt angebracht. Das Anthropozän-
Konzept bietet hier eine neue Sicht sowohl auf die Vernetztheit und das Ausmaß von Umwelt-
problematiken, als auch auf mögliche Lösungsansätze an.
2. Das Anthropozän-Konzept Ein Mehrebenenansatz
Der Begriff Anthropozän wörtlich übersetzt das „menschlich Neue“ oder auch „menschengemachte
Neue“ steht begrifflich in einer Linie mit der geochronologischen Unterteilung der jüngeren
Erdgeschichte, reichend vom Paläozän (dem „alten Neuen“) über Eozän (dem „aufgehenden Neuen),
Oligozän (dem „etwas Neuen“), Miozän (dem „kleineren Neuen“), Pliozän (dem „mehr Neuen“),
3. Kongress: Phosphor - Ein kritischer Rohstoff mit Zukunft -
am 22. und 23. November 2017 im Kursaal Stuttgart Bad Cannstatt
13
Pleistozän (dem „am meisten Neuen“) bis zum Holozän (dem „völlig Neuen“) (Abb. 1). Der Begriff soll
zum Ausdruck bringen, dass wir die erdgeschichtlich relativ stabile Epoche des Holozäns hinter uns
gelassen haben und in eine neue Epoche eingetreten sind, in welcher der Mensch zu einer
dominanten Kraft des Erdsystems geworden ist [Crutzen 2002, Steffen et al. 2007, Zalasiewicz et al.
2008, Leinfelder 2012].
Abb. 1: Die von der "Working Group on the 'Anthropocene' vorgeschlagene geochronologische
Neugliederung des Quartärs. Die Anthropozän-Epoche beginnt danach in der Mitte des 20.
Jahrhunderts [nach Zalasiewicz et al. 2017b, vereinfacht].
Als Geburtsstunde des Anthropozän-Begriffs und darauf aufbauend des Anthropozän-Konzepts wird
allgemein eine Tagung der Erdsystemwissenschaftler im Jahr 2000 in Mexiko angesehen [Crutzen &
Stoermer 2000]. Erdsystemwissenschaftler versuchen die Prozesse des Erdsystems und damit das
Zusammenspiel von Lithosphäre, Pedosphäre, Hydrosphäre, Biosphäre und Atmosphäre zu ver-
stehen, dabei wird auch der Einfluss des Menschen (Soziosphäre bzw. Anthroposphäre) auf diese
Natursphären und damit auf die Stabilität des Erdsystems bewertet. Die Erdsystemanalyse bildet
damit die erste konzeptionelle Ebene des Anthropozän-Konzepts (Abb. 2). Die von den Erdsystem-
wissenschaftlern festgestellten menschlichen Eingriffe sind inzwischen geradezu von gigantischem
Ausmaß: Der Mensch ist zu einem ganz wesentlichen Erdsystemfaktor geworden, indem er die feste
Erdoberfläche, die Ozeane und die Atmosphäre massiv verändert und regionale wie globale Wasser-,
Sediment-, Klima- und Stoffkreisläufe dominiert sowie die biologische Vielfalt enorm dezimiert und die
Organismen durch Dominanz der von ihm gezüchteten Nutzpflanzen und Nutztiere homogenisiert
3. Kongress: Phosphor - Ein kritischer Rohstoff mit Zukunft -
am 22. und 23. November 2017 im Kursaal Stuttgart Bad Cannstatt
14
[e.g. Barnosky et al. 2012, Brown et al. 2013, Ellis 2011, Ellis et al. 2013, Leinfelder 2017, Leinfelder
et al. 2012, Steffen et al. 2016, Waters et al. 2016, Williams et al. 2016].
Obwohl also die Umwelteingriffe durch den Menschen zwar grundsätzlich gut untersucht und
allgemein bekannt sind, werden deren globale Auswirkungen und vor allem auch die Unumkehrbarkeit
der meisten dieser Prozesse jedoch immer noch weitgehend verdrängt. Dabei ist es schlichtweg eine
Tatsache, dass die umweltstabile Zeit des Holozäns bereits hinter uns liegt. Das Erdsystem verändert
sich rasant, die Gefahr eines Kippens in einen völlig neuen Status ist groß, insbesondere wenn es
nicht gelingt, die anthropogene Klimaerwärmung auf global höchstens 2°C zu begrenzen, wobei selbst
eine Erwärmung um „nur“ 2°C bereits deutlich außerhalb der Spannbreite des Holozäns liegt
[Leinfelder & Haum 2016a]. Die Hypothese des Anthropozän-Konzeptes besagt, dass die Menschheit
das Erdsystem bereits in einer Weise verändert hat, welche diese Veränderungen unumkehrbar
macht. Durch alle vorliegenden Daten scheint dies inzwischen leider bestätigt. Wie weit sich das neue
Erdsystem von dem des Holozän entfernt, wird jedoch durchaus noch von unserem zukünftigen
Handeln abhängen [Steffen et al. 2016].
Abb. 2: Das komplexe, viele Aspekte umfassende, integrative Anthropozän-Konzept lässt sich
in verschiedene konzeptionelle Ebenen gliedern (nach Leinfelder 2016a, 2017].
Daraus ergibt sich eine zweite konzeptionelle Ebene, die wiederum an einer Hypothese festzumachen
ist. Diese besagt, dass sich die Veränderungen des Erdsystems auch dauerhaft niederschlagen, das
3. Kongress: Phosphor - Ein kritischer Rohstoff mit Zukunft -
am 22. und 23. November 2017 im Kursaal Stuttgart Bad Cannstatt
15
heißt, geologisch überlieferungsfähige Signaturen in den heutigen und zukünftigen Sedimenten liefern
werden (Abb. 2). In der von der Internationalen Kommission für Stratigraphie eingesetzten Working
Group on the 'Anthropocene' untersuchen derzeit Geologen gemeinsam mit Erdsystemwissen-
schaftlern sowie mit Unterstützung vieler weiterer Fachdisziplinen, inwieweit die Veränderungen des
Erdsystems sich auch in veränderten und damit für das Anthropozän charakteristischen sedimentären
Signaturen manifestieren. Dem Vorschlag von Nobelpreisträger Paul Crutzen folgend würde dann die
bislang letzte erdgeschichtliche Epoche, das nacheiszeitliche, global so umweltstabile Holozän also
auch formal von einem Anthropozän abgelöst werden. Der aktuelle Diskussionsvorschlag der Arbeits-
gruppe (zu der auch der Autor gehört) zieht die Grenze zwischen beiden Erdzeitaltern in der Mitte des
20. Jahrhunderts und charakterisiert sie durch den radioaktiven Fallout der Atombombentests sowie
der seit 1950 stark beschleunigten Zunahme von „Technofossilien“ wie Plastik, elementarem Alu-
minium ( - welches in der Natur in dieser Form so gut wie nicht vorkommt - ), industriellen Asche-
teilchen, Betonfragmenten sowie vielen weiteren geologisch überlieferungsfähigen Relikten unserer
Wachstums- und Wegwerfgesellschaften, die dauerhaft in die Sedimente eingebettet werden [e.g.
Waters et al. 2014, 2016, Leinfelder & Haum 2016b, Williams et al. 2016, Zalasiewicz et al. 2014,
2015a, 2015b, 2016]. Aber nicht nur Geowisssenschaftler, sondern auch Ökologen, Historiker,
Soziologen, Kulturwissenschaftler und Künstler verwenden den Begriff des Anthropozäns immer
häufiger und bezeichnen damit übergreifend sämtliche Aspekte der teils zerstörerischen Umwelt-
veränderung durch den Menschen (anthropos) [e.g., Beiträge in Möllers et al. 2015 sowie in Renn &
Scherer 2015, siehe auch Hamann et al. 2014, Leinfelder et al. 2016],
Dies führt zur dritten konzeptionelle Ebene des Anthropozäns, die wiederum an einer Hypothese
festgemacht werden könnte (Abb. 2). Diese würde auf die Hoffnung hinauslaufen, dass die zur
immensen geologischen Kraft gewordene Menschheit, die das Erdsystem an den Rand eines
möglichen Kippens gebracht hat, auf der Basis ihres Wissens auch in der Lage sein sollte, die Erde
gleichsam „wissensgärtnerisch“ und das Vorsorgeprinzip beachtend so zu gestalten, dass wir
Menschen zu einem integrativen Teil eines funktionsfähigen anthropozänen Erdsystems werden. Im
besten Falle wäre damit die Grundlage gerechter Entwicklungschancen für gegenwärtige und künftige
Generationen geschaffen. Diese Hypothese beruht auf der Einsicht, dass die Menschheit sich
zwingend als dem Erdsystem zugehörig begreifen muss. Wir können nicht vom Erdsystem, sondern
nur mit dem Erdsystem leben. Als Metapher ausgedrückt: Erträge einer gut geführten Stiftung kann
man dauerhaft nutzen; sobald man allerdings das eingelegte Stiftungskapital angreift, wird die Stiftung
über kurz oder lang finanziell kollabieren. Auch das Erdsystem wirft genügend viel an verwendbaren
Ressourcen ab, um damit auch ein gutes Leben für die Menschheit zu ermöglichen, allerdings nur,
wenn die "Stiftung Erde" gut geführt und nicht übernutzt wird. Aus diesem Verständnis heraus ergibt
sich ein Imperativ zu anthropozänem (Um-)Denken und Handeln: Politik oder Wirtschaft alleine
können eine erdsystemische Integration der Menschheit nicht gewährleisten, da gerade auch
individuelles Handeln in der Summe globale Auswirkungen hat. Daher sind alle zu einer verträglichen,
3. Kongress: Phosphor - Ein kritischer Rohstoff mit Zukunft -
am 22. und 23. November 2017 im Kursaal Stuttgart Bad Cannstatt
16
nachhaltigen Nutzung der Erde verpflichtet. Der derzeitige »Parasitismus« des Menschen an der
Natur müsste sich wandeln zu einer echten Symbiose von Mensch und Natur, im Sinne eines
gegenseitigen Nutzens [Leinfelder 2013, 2015, 2016a, 2017].
3. Ressourcenschutz und Rohstoffeffizienz im Anthropozän
Zur Analyse und zur Etablierung des Anthropozäns sind aus geographischer Sicht globale
Bestandsaufnahmen und Monitoring etwa zur Geschwindigkeit der Abholzung tropischer Regen-
wälder, zu den Ausmaßen von Umweltschäden aus dem Bergbau, zum Flächenverbrauch der
Landwirtschaft und der Städte notwendig. Aus geologischer Sicht tragen wir ganze Berge ab,
schneiden neue Täler, erschaffen neue Seen, legen andere trocken, fangen das Sediment hinter
Staudämmen ab, lassen damit auch Deltas schrumpfen, ändern das Klima und heben sogar den
Meeresspiegel an. Dies alles entspricht nicht mehr den vorhersagbaren natürlichen Erosions-,
Strömungs- und Sedimentationsprozessen, wie es Geologen in ihrer Ausbildung gelernt haben, so
dass auch Erosions-, Sedimentations- und Gesteinsbildungsprozesse neu definiert werden müssen.
Aus biologischer Sicht sind wir heute nicht mehr von Biomen umgeben, also von borealen oder
tropischen Wäldern, Tundren, Savannen, Steppen, Buschland, Bergwälder oder Wüsten, sondern wir
haben die Welt ganz überwiegend in Anthrome, also menschengemachte, von uns genutzte Kultur-
landschaften umgewandelt. Dies alles ändert nicht nur unsere geographischen Landkarten, in denen
klassischerweise natürliche Vegetationszonen eingezeichnet waren, sondern auch unser Denken. Der
Dualismus zwischen Natur und Kultur hat sich aufgelöst, es macht nicht mehr Sinn, von einer - unsere
kulturell veränderten Regionen umgebenden Umwelt („environment“) zu sprechen, wir könnten
stattdessen den Begriff „Unswelt“ [Leinfelder 2011, Leinfelder et al. 2012] verwenden, in die wir uns
bestenfalls symbiotisch integrieren können. Dazu müssten wir allerdings viel besser verstehen lernen,
dass nicht nur der dieser Menschheit zur Verfügung stehende Platz begrenzt ist, sondern dass wir
eben auch ausschließlich von den Ressourcen dieser Welt abhängen. Diese sind nur zum Teil
nachwachsend (biologische Ressourcen für Kleidung, Nahrungsmittel, Holz, etc), sofern wir die
Bedingungen für das Nachwachsen, also Bodenqualität, Wasserverfügbarkeit, Nährstoffverfügbarkeit,
Klima nicht aushebeln, oder, wie eben bei der Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit, durch Bewässern
und Düngen nachhelfen. In sehr weiten Teilen bestehen die von uns verwendeten Stoffe aber aus
einmaligen (bzw. nicht in der nur unter erdgeschichtlichen Skalen erneuerbaren) Ressourcen,
darunter eben auch Phosphaten [cf. Steffen et al. 2016].
3. Kongress: Phosphor - Ein kritischer Rohstoff mit Zukunft -
am 22. und 23. November 2017 im Kursaal Stuttgart Bad Cannstatt
17
4. Fazit und Ausblick
Das wissenschaftliche Anthropozän-Konzept zeigt neben der erdsystemisch-geologischen Analyse
des derzeitigen Zustands des Planeten insbesondere auch die vielfältigen Wechselwirkungen auf,
welche zwischen allen Lebensbereichen (bspw. Ernährung, Wohnen, Gesundheit, Energie, Arbeiten
und Wirtschaften) bestehen. Darüber hinaus eröffnet es auf einer Metaebene eine neue Sicht auf die
Welt, ohne selbst weltanschaulich zu sein. Das Konzept bedeutet keine Engführung in der Ent-
wicklung von Zukunftsoptionen. Die Erdsystem- und Sozialwissenschaften geben lediglich gemeinsam
den dringenden Hinweis darauf, dass wir zur Erreichung globaler Entwicklungsziele, wie Gerechtig-
keit, Nahrungssicherheit, Gesundheit, Frieden und weiterer Ziele für nachhaltige Entwicklung [UN-
SDGs 2015] auch weiterhin „einschätzbare“ Bedingungen des Erdsystems benötigen [Steffen et al.
2016]. Um die relative Stabilität des Holozän nicht gegen unwägbare Risiken vollständig einzu-
tauschen, sondern in ein dauerhaft habitables Anthropozän zu überführen, wird es notwendig im
Sinne des Anthropozän-Konzepts planetarische Grenzen [sensu Rockström et al. 2009, Steffen et al.
2015] nicht zu überschreiten. Dazu ist zum einen das kontinuierliche Monitoring des Zustands des
anthropozänen Erdsystems unabdingbar. Nur dann können sowohl Schutz- als auch
Gestaltungsspielräume für das Anthropozän gewährleistet bleiben. Innerhalb dieses Rahmens kann
dann je nach Region, je nach Kulturkreis sowie je nach gesellschaftlichen Erfordernissen und
gesellschaftspolitischen Zielen sehr frei verhandelt werden, wohin die Zukunftsreise im Einzelnen
gehen soll.
Business as Usual ist in der Regel keine Option, dies gilt auch beim Thema Phosphornutzung [cf.
Scholz et al. 2014]. Lösungsansätze können jedoch in einem Optionsfeld möglicher "Zukünfte", also
verschiedener Zukunftspfade wie "reaktives Handeln", "weniger ist mehr", "bioadaptive
Kreislaufwirtschaft" oder auch "innovative Hightech-Lösungen" prototypisiert und ausverhandelt
werden, wobei daraus sicherlich gemischte Handlungsportfolios entstehen können [Leinfelder 2016b].
Auch für die Phosphorproblematik könnten ein derartiger Ansatz des Ausprobierens und der
Verhandlung "idealtypischer" Lösungen Anregungen geben, denn auch hier gilt, dass technische
Lösungsansätze auch mit sozialen Lösungsansätzen verschränkt sein sollten, um nachhaltig
erfolgreich sein zu können (Abb. 3):
3. Kongress: Phosphor - Ein kritischer Rohstoff mit Zukunft -
am 22. und 23. November 2017 im Kursaal Stuttgart Bad Cannstatt
18
Abb. 3: Das "Zukünfte"-Konzept, basierend auf Leinfelder [2016b], hier versuchsweise
angewandt auf Phosphor-Management, insbesondere am Beispiel der Landwirtschaft. Ein
Weiter-wie-bisher erscheint nicht als Alternative. Die anderen idealtypischen Szenarien können
aber helfen, ein räumlich und zeitlich differenziertes Lösungsportfolio (kleine Kreise) zu
erarbeiten und zur Anwendung zu bringen.
Als "reaktive Lösungen" wären viele "end of pipe"-Strategien zu sehen, die mit derzeit vor-
handenen Technologien eine Verbesserung der Phosphatentfernung aus Abwässern und
Fließgewässern erreichen (Filterlösungen) oder Abwässer direkt weiterverwenden (z.B.
Biogasproduktion aus Gülle).
Unter "Suffizienzlösungen" könnten Effizienzsteigerungen, etwa durch Tröpfchenbewässerung
mit Nährlösungen nach israelischem Vorbild, sowie starke Reduzierung oder gar Stopp der
Verwendung fossiler Phosphate, etwa im Biolandbau erreicht werden. Auch verringerter
Fleischkonsum (ggf. auch Umstieg auf vegetarische oder vegane Ernährung, mit geringeren
ökologischen Fußabdrücken auch hinsichtlich Phosphateinsatz), ggf. auch Verzicht auf
Phosphatzusätze in der Nahrungsmittelindustrie sowie insbesondere auch bei industriellen
Waschvorgängen wären hier einzugruppieren.
"Bioadaptive Lösungen" umfassen geschlossene Kreislaufsysteme, wie sie etwa bei
Aquaponic-Techniken angewendet werden, bei denen Abwasser aus der Fischzucht wieder
für die Düngung von Gemüse verwendet wird, wobei das Wasser wieder gereinigt wird [e.g.
Kuhlemann 2017]. Aber auch Kreislaufsysteme, die aus dem Abwasser Phosphat in wieder
verwendbarer Weise zurückgewinnen, wären hier aufzulisten [für eine Übersicht siehe Scholz
3. Kongress: Phosphor - Ein kritischer Rohstoff mit Zukunft -
am 22. und 23. November 2017 im Kursaal Stuttgart Bad Cannstatt
19
et al. 2014, siehe auch Kabbe et al. 2014, DPP 2017]. Auch Umstieg auf insektenbasierte
Ernährung als Fleischersatz innerhalb eines Recyclingssystems wäre hier einzugruppieren
[e.g. van Huis 2017].
"Innovative HighTech-Lösungen" könnten zum Beispiel der zukünftige standardmäßige
Einbau von Phosphatrecyclingystemen nicht nur in jedem Industriebetrieb, sondern auch in
jedem Privathaushalt sein. So scheidet ein Mensch täglich etwa 1,7 g Phosphor aus, davon
ca. 60% im Urin [Imhasly 2010], insgesamt könnte die Hälfte allen für Getreidefelddüngung
benötigten Phosphors direkt aus Urin gewonnen werden [Cordell 2009]. Auch könnte die
landwirtschaftliche Gemüse-, Getreide- und ggf. auch Insektenfleischproduktion dorthin
verlagert werden, wo Leben und Arbeiten der Zukunft sowieso überwiegend stattfindet: in die
Stadtareale. Durch "Farmscrapers" könnten hier komplett geschlossene Kreisläufe errichtet
werden, die wegen ihres geschlossenen Charakters auch noch komplett ohne
Insektizide auskommen. Auch Laborfleischlösungen, bei denen die für die Proteinproduktion
und Fleischkonsistenz notwendigen Phosphorverbindungen direkt zugeführt würden, könnten
hier aufgelistet werden [cf. Leinfelder 2016b].
Zwischen diesen "idealtypischen" Lösungsszenarien existieren vielfältige Übergange und
Mischformen. Auch hat keiner dieser Lösungsansätze einen prinzipiellen Vorteil über den anderen, da
sie auch in ihrer Zeitlichkeit unterschiedlich sind. Reaktive Lösungen sind rascher umsetzbar, während
komplette Kreislaufwirtschafts- und andere innovative Hightech-Systeme nicht nur wegen technischer,
sondern auch sozialen, juristischer und kultureller Herausforderungen nur langsam umsetzbar sind (so
lehnen etwa Biobauern Phosphatdünger, die durch Recycling aus Kläranlagen gewonnen wurden,
bislang überwiegend ab). Andererseits dürfen heute rasch verfügbare reaktive Lösungen die weitere
Entwicklung komplexer Kreislaufwirtschaftssystemen auch nicht verhindern. Sowohl aus Umwelt- und
Naturschutzerwägungen, als auch wegen der nur sehr begrenzten Verfügbarkeit fossiler
Phosphatvorkommen zeigt der Kompass der zukünftigen Phosphornutzung insgesamt auf
Minimierung des Phosphatverbrauchs in Kombination mit kompletten Recyclingsystemen, wobei
sowohl biologische als auch technische Kreislaufsysteme hohes Potential und ggf. auch
Verknüpfbarkeit haben.
3. Kongress: Phosphor - Ein kritischer Rohstoff mit Zukunft -
am 22. und 23. November 2017 im Kursaal Stuttgart Bad Cannstatt
20
Das Anthropozän hebt also die Möglichkeit einer Zukunftsgestaltung entlang verhandelbarer
gesellschaftlicher Wünschbarkeiten hervor, die allerdings hinsichtlich potentieller Nebenwirkungen
durchdacht sein und regional wie global durch Monitoringsysteme überwacht werden müssen.
Essenziell gerade auch für die soziale und kulturelle Legitimierung von sozialen und technischen
Zukunftslösungen ist allerdings auch eine umfassende Kommunikation mit der Öffentlichkeit, bei der
Umweltproblematiken sowie kulturelle, soziale, politische und technische Herausforderungen diskutiert
werden, aber auch Beteiligungsmöglichkeiten und Einsichten in die eigene Selbstwirksamkeit
geschaffen werden. So hat jeder einzelne im Anthropozän in der Küche nicht nur den Kochlöffel,
sondern auch den Schalthebel der Globalisierung in der Hand und entscheidet damit auch über den
Phosphatverbrauch und die Art der Phosphatnutzung mit [cf. Leinfelder et al. 2017] (Abb. 4). Nur
durch eine Diskussion nicht nur der Wahrscheinlichkeiten, sondern auch der Möglichkeiten und darauf
basierend der Wünschbarkeiten [cf. Leinfelder 2016b] kann es gelingen, dass die neue Zeit des
Anthropozäns tatsächlich zu einer langen erdgeschichtlichen Epoche wird, in der menschliche
Gesellschaften in ein funktionsfähiges Erdsystem integriert sind.
Abb. 4: Der Phosphor ist Hauptprotagonist in
einem partizipativen, interkulturellen Wissen-
schaftscomics zu Ressourcenfragen und Er-
nährungsstilen im Anthropozän (Leinfelder et
al. 2016). Er entstand im inter- und trans-
disziplinären Projekt 'Die Anthropozän-Küche'
am Exzellenzcluster 'Bild-Wissen-Gestaltung'
an der Humboldt-Universität zu Berlin, mit dem
Ziel komplexe Wechselwirkungen und Ver-
knüpfungen von Natur-, Kultur- und Gesell-
schaftsaspekten beim Thema Ernährung in
multimodaler Weise zu vermitteln (vgl.
Leinfelder et al. 2017).
3. Kongress: Phosphor - Ein kritischer Rohstoff mit Zukunft -
am 22. und 23. November 2017 im Kursaal Stuttgart Bad Cannstatt
21
Literatur
Barnosky, A.D., Hadly, E.A., Bascompte, J., Berlow, E.L., Brown, J.H., Fortelius, M., Getz, W.M.,
Harte, J., Hastings, A., Marquet, P.A., Martinez, N.D., Mooers, A., Roopnarine, P., Vermeeij, G.,
Williams, J.W., Gillespie, R., Kitzes, J., Marshall, C., Matzke, N., Mindell, D.P., Revilla, R., Smith, A.B.
[2012]: Approaching a state-shift in the biosphere. Nature, 486, 52-56.
Benjelloun, Z. [2016]: Marokko. In: Leinfelder, R., Hamann, A., Kirstein, J. & Schleunitz, M. (Hrsg.).
Die Anthropozän-Küche. Matooke Bienenstich und eine Prise Phosphor in 10 Speisen um die Welt,
42-59, Berlin, Heidelberg (Springer).
BGR [2013]: Phosphat Mineralischer Rohstoff und unverzichtbarer Nährstoff für die
Ernährungssicherheit weltweit. Bundesanstalt für Geowissenschaften (BGR).
Brown, A., Toms, P., Carey, C., Rhodes, E. [2013]: Geomorphology of the Anthro-pocene: time-
transgressive discontinuities of human-induced alluviation. Anthropocene, 1, 3-13.
Cordell, D., Drangert, J.-O. & White, S. [2009]: The story of phosphorus: Global food security and food
for thought. Global Environmental Change, 19 (2009), 292305.
Crutzen, P.J. [2002]: Geology of mankind. Nature 415, 23.!
Crutzen, P.J. & Stoermer, E.F. [2000]: The “Anthropocene”. Global Change Newsletter, 41, 17-18.
DPP [2017]: Einweihung der ExtraPhos®-Pilotanlage zur Rückgewinnung von Phosphor aus
Klärschlamm. Deutsche Phosphor Plattform, 19.7.2017, http://www.deutsche-phosphor-plattform.de/
extraphos-einweihung/ (zuletzt abgefragt am 19.10.2017).
Ellis, A.F. [1936]: Ocean Island and Nauru: Their Story. Sidney (Angus & Robertson).
Ellis, E.C. [2011]: Anthropogenic transformation of the terrestrial biosphere. Philosophical Trans-
actions of the Royal Society, A369, 1010-1035.
Ellis, E. C. & Ramankutty, N. [2008]: Putting people in the map: anthropogenic biomes of the world.
Frontiers in Ecology and the Environment, 6, 439447.
Ellis, E.C., Klein Goldewijk, K, Siebert, S., Lightman, D. & Ramankutty, N. [2010]: Anthropogenic
transformation of the biomes, 1700 to 2000. Global Ecology and Biogeography, 19 (5), 589606,
DOI: 10.1111/j.1466-8238.2010.00540.x
Ellis, E.C., Kaplan, J.O., Fuller, D.Q., Vavrus, S., Klein Goldewijk, K., Verburg, P.H. [2013]: Used
planet: a global history. Proceedings of the National Academy of Sciences, 110 (20), 7978-7985.
Folliet, L. [2011]: Nauru, die verwüstete Insel Wie der Kapitalismus das reichste Land der Erde
zerstörte. Berlin (Wagenbach).
Geyer, R., Jambeck, J.R. & Law, K.L. [2017]: Production, use, and fate of all plastics ever made. Sci.
Adv., 3 (7), e1700782, DOI: 10.1126/sciadv.1700782
Hamann, A., Leinfelder, R., Trischler, H. & Wagenbreth, H. (Hrsg.)[2014]: Anthropozän. 30
Meilensteine auf dem Weg in ein neues Erzeitalter. Eine Comic-Anthologie. In Kooperation mit einer
Seminarklasse der Universität der Künste Berlin. 80 S., München (Verlag Deutsches Museum).
3. Kongress: Phosphor - Ein kritischer Rohstoff mit Zukunft -
am 22. und 23. November 2017 im Kursaal Stuttgart Bad Cannstatt
22
Imhasly, P. [2010]: Die Zukunft liegt im Urin. Neue Zürcher Zeitung, 7.10.2010, https://www.nzz.ch/
die_zukunft_liegt_im_urin-1.8293066 (letztmals abgefragt am 19.10.2017).
Jaramillo, S. [2016]: Kiribati und Fidschi. In: Leinfelder, R., Hamann, A., Kirstein, J. & Schleunitz, M.
(Hrsg.). Die Anthropozän-Küche. Matooke Bienenstich und eine Prise Phosphor in 10 Speisen um
die Welt, 114-131, Berlin, Heidelberg (Springer).
Kabbe, C., Bäger, D. & Mancke, R. [2014]: Abschlussbericht: Phosphorpotenziale im Land Berlin.
Kompetenzzentrum Wasser Berlin gGmbH, 42 S., https://www.berlin.de/senuvk/umwelt/
abfallwirtschaft/de/p-pot/download/P-POT_Bericht_UEP2.pdf
Kuhlemann, A.-K. [2017]: Food production in the Anthropocene: The role of AgTech in Urban Spaces.
In: Leinfelder, R., Hamann, A., Kirstein, J. & Schleunitz, M. (Hrsg.), Science meets Comics.
Proceedings of the Symposium on Communicating and Designing the Future of Food in the
Anthropocene, 80-97, Berlin (Ch. Bachmann Verlag), doi: 10.5281/zenodo.556383
Leinfelder, R. [2011]: Von der Umweltforschung zur Unsweltforschung. Frankfurter Allgemeine
Zeitung, Forschung und Lehre, S. N5, 12.10.2011.
Leinfelder, R. [2012]: Paul Joseph Crutzen, The „Anthropocene. In: Leggewie, C., Zifonun, D., Lang,
A., Siepmann, M. & Hoppen, J. (Hrsg.), Schlüsselwerke der Kulturwissenschaften, Edition
Kulturwissenschaft, 7, 257-260, Bielefeld (Transscript-Verlag).
Leinfelder, R. [2013]: Verantwortung für das Anthropozän übernehmen. Ein Auftrag für neuartige
Bildungskonzepte. In: Vogt, M., Ostheimer, J. & Uekötter, F. (Hrsg.), Wo steht die Umweltethik?
Argumentationsmuster im Wandel. Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Nachhaltigkeitsforschung, 5.,
283-311, Marburg (Metropolis Verlag).
Leinfelder, R. [2015]: »Die Zukunft war früher auch besser« Neue Herausforderungen für die
Wissenschaft und ihre Kommunikation. In: Möllers, N. & Schwägerl, C. (Hrsg.), Willkommen im
Anthropozän. Unsere Verantwortung für die Zukunft der Erde. Der Ausstellungskatalog, 99-104,
München (Verlag Deutsches Museum).
Leinfelder, R. [2016a]: Vom Parasitismus zur Symbiose. Zu den drei Hauptebenen des Anthropozäns.
Politik & Kultur 3/16, S. 20 (Deutscher Kulturrat).
Leinfelder, R. [2016b]: Das Haus der Zukunft (Berlin] als Ort der Partizipation. In: Popp, R. [Hrsg.),
Einblicke, Ausblicke, Weitblicke. Aktuelle Perspektiven der Zukunftsforschung,74-93, Berlin, Wien etc.
(LIT-Verlag).
Leinfelder, R. [2017]: Das Zeitalter des Anthropozäns und die Notwendigkeit der großen
Transformation - Welche Rollen spielen Umweltpolitik und Umweltrecht? - Zeitschrift für Umweltrecht
(ZUR), 28, 5, 259-266 (Nomos-Verlag).
Leinfelder, R. & Haum, R. [2016a): Die Reise ins Anthropozän. In: Sommer, Jörg & Müller, Matthias
(Hrsg.), Unter 2 Grad? Was der Weltklimavertrag wirklich bringt, 133-141, Stuttgart (Hirzel-Verlag).
Leinfelder, R. & Haum, R. [2016b]: Ozeane. In: Kersten, J. (Hrsg): Inwastement. Abfall in Umwelt und
Gesellschaft, 153-179, Bielefeld (Transcript-Verlag).
Leinfelder, R. & Ivar do Sul, J. [im Druck]: The stratigraphy of plastics and their preservation in
geological records. In: Zalasiewicz, J., Waters, C.N., Williams, M., Summerhayes, C.P. (Hrsg.), The
Anthropocene as a geological time unit: an analysis. Cambridge (Cambridge University Press).
Leinfelder, R., Schwägerl, C., Möllers, N. & Trischler, H. [2012]: Die menschengemachte Erde. Das
Anthropozän sprengt die Grenzen von Natur, Kultur und Technik. Kultur & Technik, 2/2012, 12-17,
3. Kongress: Phosphor - Ein kritischer Rohstoff mit Zukunft -
am 22. und 23. November 2017 im Kursaal Stuttgart Bad Cannstatt
23
München (Verlag Deutsches Museum).
Leinfelder, R., Hamann, A., Kirstein, J. & Schleunitz, M. [2016]: Die Anthropozän-Küche. Matooke,
Bienenstich und eine Prise Phosphor - in zehn Speisen um die Welt. Künstler*innen: José Aguiar,
Sarnath Banerjee, Zineb Benjelloun, Joëlle Ebongue, Martin Ernstsen, Sophie Goldstein, Samuel
Jaramillo, Sylvain Mazas, Ulrich Scheel, Maki Shimizu, Ruohan Wang, Martyna Žalalyte, 236 S.,
Berlin, Heidelberg (Springer-Spektrum Verlag).
Leinfelder, R., Hamann, A., Kirstein, J. & Schleunitz, M. [2017]. Epilogue: Eating Anthropocene,
Merging Science and Comics. In: Leinfelder, R., Hamann, A., Kirstein, J. & Schleunitz, M. (Hrsg.),
Science meets Comics. Proceedings of the Symposium on Communicating and Designing the Future
of Food in the Anthropocene, 111-116, Berlin (Ch. Bachmann Verlag), doi: 10.5281/zenodo.556383
Meier, T. [2017]: Planetary Boundaries of Agriculture and Nutrition an Anthropocene Approach. In:
Leinfelder, R., Hamann, A., Kirstein, J. & Schleunitz, M. (Hrsg.), Science meets Comics. Proceedings
of the Symposium on Communicating and Designing the Future of Food in the Anthropocene, 68-78,
Berlin (Ch. Bachmann Verlag), doi: 10.5281/zenodo.556383
Möllers, N., Schwägerl, C., Trischler, H. (Hrsg.)[2015]: Willkommen im Anthropozän. Unsere
Verantwortung für die Zukunft der Erde, 203 S., München (Deutsches Museum-Verlag).
PotashCorp [2014]: How phosphate fertilizers and other products are produced.
http://www.potashcorp.com/overview/nutrients/phosphate/overview/simplified-flow-diagram (letzter
Zugriff 19. Okt. 2017).
Renn, J. & Scherer, B. (Hrsg) [2015]: Das Anthropozän. Ein Zwischenbericht. 268 S., Berlin (Matthes
& Seitz).
Rockström, J., Steffen, W., Noone, K., Persson, Å, Chapin, F. S., Lambin,, E.F., Lenton, T.M.,
Scheffer, M., Folke, C., Schellnhuber, H.J., Nykvist, B., de Wit, C.A., Hughes, T., van der Leeuw, S.,
Rodhe, H. Sörlin, S., Snyder, P.K., Costanza, R., Svedin, U., Falkenmark, M., Karlberg, L., Corell,
R.W., FabryV.J., JHansen, J., Walker, B., Liverman, D., Richardson, K., Crutzen, P. & Foley, J.A.
[2009]: A safe operating space for humanity. Nature 461, 472-475 doi:10.1038/461472a
Scholz, R.W., Roy, A.H., Brand, F.S, Hellums, T.H. & Ulrich, A.E. (Hrsg.)[2014]: Sustainable
Phosphorus Management. A Global Transdisciplinary Roadmap. 299 S., Berlin, Heidelberg (Springer).
Steffen, W., P. J. Crutzen, & McNeill, J.R. [2007]:The Anthropocene: are humans now overwhelming
the great forces of Nature? - Ambio, 36, 614621.
Steffen, W., Leinfelder, R., Zalasiewicz, J., Waters, C. N., Williams, M., Summerhayes, C., Barnosky,
A. D., Cearreta, A., Crutzen, P., Edgeworth, M., Ellis, E. C., Fairchild, I. J., Galuszka, A., Grinevald, J.,
Haywood, A., Sul, J. I. d., Jeandel, C., McNeill, J.R., Odada, E., Oreskes, N., Revkin, A., Richter, D. d.
B., Syvitski, J., Vidas, D., Wagreich, M., Wing, S. L., Wolfe, A. P. and Schellnhuber, H.J. [2016]:
Stratigraphic and Earth System Approaches to Defining the Anthropocene. Earth's Future, 4 (8), 324-
345, DOI:10.1002/2016EF000379
Steffen, W., Richardson, K., Rockström, J., Cornell, S.E., Fetzer, I., Bennett, E.M., Biggs, R.,
Carpenter, S.R., de Vries, W., de Wit, C.A., Folke, C., Gerten, D., Heinke, J., Mace, G.M., Persson,
L.M., Ramanathan, V., Reyers, B. & Sörlin, S. [2015]. Planetary boundaries: Guiding human
development on a changing planet. Science, Vol. 347, Issue 6223, DOI: 10.1126/science.1259855.
USGS [2016]: Mineral Commodiies Summaries, 2016, U.S. Geological Survey (USGS), USA.
UNSDGs [2015]: Sustainable Development Goals. UN-Sustainable Development Platform,
3. Kongress: Phosphor - Ein kritischer Rohstoff mit Zukunft -
am 22. und 23. November 2017 im Kursaal Stuttgart Bad Cannstatt
24
https://sustainabledevelopment.un.org/sdgs (zuletzt abgefragt am 19.10.2017).
Teaiwa, K. [2015]: Consuming Ocean Island Stories of People and Phosphate from Banaba,
Indiana, USA (Indiana University Press).
Teaiwa, K. [2017]: Interview with Katerina Teaiwa by Teresia K. Teaiwa for Microwomen. In:
Leinfelder, R., Hamann, A., Kirstein, J. & Schleunitz, M. (Hrsg.), Science meets Comics. Proceedings
of the Symposium on Communicating and Designing the Future of Food in the Anthropocene, 98-109,
Berlin (Ch. Bachmann Verlag), doi: 10.5281/zenodo.556383
Van Huis, Arnold [2017]: Insects, the new food? In: Leinfelder, R., Hamann, A., Kirstein, J. &
Schleunitz, M. (Hrsg.), Science meets Comics. Proceedings of the Symposium on Communicating and
Designing the Future of Food in the Anthropocene, 80-89, Berlin (Ch. Bachmann Verlag), doi:
10.5281/zenodo.556383
Waters, C.N., Zalasiewicz, J., Williams, M., Ellis, M.A., Snelling, A. (Hrsg.)[2014]: A Stratigraphical
Basis for the Anthropocene. Geological Society, London, Special Publications, 395 S.
Waters, C.N., Zalasiewicz, J., Summerhayes, C., Barnosky, A.D. Poirier, C., Galuszka, A., Cearreta,
A., Edgeworth, M., Ellis, E.C., Ellis, M., Jeandel, C., Leinfelder, R., McNeill, J.R. Richter, D. de B.,
Steffen, W., JSyvitski, J., Vidas, D., Wagreich, M., Williams, M., Zhisheng, A., Grinevald, J., Odada,
E., Oreskes, N., Wolfe, A.P. [2016]: The Anthropocene is functionally and stratigraphically distinct from
the Holocene.- Science, 8 January 2016: Vol. 351 no. 6269, DOI: 10.1126/science.aad2622
Williams, M., Zalasiewicz, J., Waters, C. N., Edgeworth, M., Bennett, C., Barnosky, A. D., Ellis, E. C.,
Ellis, M. A., Cearreta, A., Haff, P. K., Ivar do Sul, J. A., Leinfelder, R., McNeill, J. R., Odada, E.,
Oreskes, N., Revkin, A., Richter, D. d., Steffen, W., Summerhayes, C., Syvitski, J. P., Vidas, D.,
Wagreich, M., Wing, S. L., Wolfe, A. P. and Zhisheng, A. [2016]: The Anthropocene: a conspicuous
stratigraphical signal of anthropogenic changes in production and consumption across the biosphere.
Earth’s Future, 4, 34-53 (Wiley) doi: 10.1002/2015EF000339
Zalasiewicz, J., Williams, M., Smith, A., Barry, T.L., Coe, A.L., Bown, P.R., Brenchley, P., Cantrill, D.,
Gale, A., Gibbard, P., Gregory, F.J., Hounslow, M., Kerr, A.C., Pearson, P., Knox, R., Powell, J.,
Waters, C., Marshall, J., Oates, M., Rawson, P., Stone, P. [2008]: Are we now living in the
Anthropocene? - Geological Society of America Today 18, 4e8.
Zalasiewicz, J., Williams, M., Waters, C.N., Barnosky, A.D. & Haff, P. [2014]: The technofossil record
of humans, Anthropocene Rev., 1/2014, 3443.
Zalasiewicz, J., Waters, C.N., Williams, M., Barnosky, A.D., Cerreata, A., Crutzen, P., Ellis, E., Ellis,
M.E., Fairchild, I.J., Grinevald, J., Haff, P.K., Hajdas, I., Leinfelder, R., McNeill, J., Odada, E.O.,
Poirier, C., Richter, D., Steffen, W., Summerhayes, C., Syvitski, J.P.M., Vidas, D., Wagreich, M., Wing,
S.L., Wolfe, A.P., An, Z. & Oreskes, N. Published online. When did the Anthropocene begin? A mid-
twentieth century boundary is stratigraphically optimal. Quaternary International, 383 [2015a], 196-
203. DOI: 1016/j.quaint.2014.11.045
Zalasiewicz, J., Waters, C.N., Barnosky, A.D., Cearreta, A., Edgeworth, M., Ellis, E.C., Galuszka, A.,
Gibbard, P.L., Grinevald, J., Hajdas, I., Ivar do Sul, J., Jeandel, C., Leinfelder, R., McNeill, J.R.,
Poirier, C., Revkin, A., Richter, D. deB., Steffen, W., Summerhayes, C., Syvitski, J.P.M., Vidas, D.,
Wagreich, M., Williams M., & Wolfe, A.P. (Members of the Anthropocene Working Group) [2015b]:
Colonization of the Americas, ‘Little Ice Age’ climate, and bomb- produced carbon: Their role in
defining the Anthropocene. The Anthropocene Review August 2015 2: 117-127,
doi:10.1177/2053019615587056
3. Kongress: Phosphor - Ein kritischer Rohstoff mit Zukunft -
am 22. und 23. November 2017 im Kursaal Stuttgart Bad Cannstatt
25
Zalasiewicz, J., Waters, C.N., Ivar do Sul, J., Corcoran, P.L, Barnosky, A.D., Cearreta, A., Edgeworth,
M., Galuszka, A., Jeandel, C., Leinfelder, R., McNeill, J.R., Steffen, W., Summerhayes, C., Wagreich,
M., Williams, M., Wolfe A.P. & Yonan, Y. [2016]: The geological cycle of plastics and their use as a
stratigraphic indicator of the Anthropocene. Anthropocene, 13, 417 , DOI:
10.1016/j.ancene.2016.01.002
Zalasiewicz, J., Williams, M., Waters, C.N., Barnosky, A.D., Palmesino, J., Rönnskog, A.S.,
Edgeworth, M., Neil, C., Cearreta, A., Crutzen, E., Fairchild, I.J., Grinevald, J., Haff, P., Ivar do Sul,
J.A., Jeandel, C., Leinfelder, R., McNeill, J.R., Odada, E., Oreskes, N., Price, S.J., Revkin, A., Steffen,
W., Summerhayes, C., Vidas, D., Wing, S., & Wolfe, A.P. [2017a]: Scale and diversity of the physical
technosphere: A geological perspective. The Anthropocene Review, 4 (1), 9-22
doi:10.1177/2053019616677743
Zalasiewicz, J., Waters, C.N., Summerhayes, C.P., Wolfe, A.P., Barnosky, A.D., Cearreta, A., Crutzen,
P., Ellis, E., Fairchild, I.J., Galuszka, A., Haff, P., Hajdas, I., Head, M.J., Ivar do Sul, J.A., Jeandel, C.,
Leinfelder, R., McNeill, J.R., Neal, C., Odada, E., Oreskes, N., Steffen, W., Syvitski, J., Vidas, D.,
Wagreich, ;M. & Williams, M. [2017b]: The Working Group on the Anthropocene: Summary of
evidence and interim recommendations. Anthropocene, doi:10.1016/j.ancene.2017.09.001
----------------
Adresse:
Prof. Dr. Reinhold Leinfelder
Leiter der AG Geobiologie und Anthropozänforschung
Freie Universität Berlin
Institut für Geologische Wissenschaften
Malteserstraße 74 - 100, Haus D
12249 Berlin
reinhold.leinfelder@fu-berlin.de
www.reinhold-leinfelder.de
(korrigiertes, finales Manuskript, bis auf kleine Umbruchunterschiede unverändert gedruckt)
... Daher sind alle zu einer verträglichen, nachhaltigen Nutzung der Erde verpflichtet. Der derzeitige "Parasitismus" des Menschen an der Natur müsste sich wandeln zu einer echten Symbiose von Mensch und Natur, im Sinne eines gegenseitigen Nutzens (Leinfelder 2016a(Leinfelder , 2017b(Leinfelder , 2018 Das Thema anthropogene Umweltveränderungen gehört einerseits zu den besonders schwer behandelbaren Bildungsthemen. Zum Ersten sind die Zusammenhänge komplex, zum Zweiten ist vieles davon nicht direkt sichtbar, da nicht nur Treibhausgase, sondern auch Biodiversitätsbeeinträchtigungen, Überdüngung, Pestizidgebrauch oder Effekte von Gewässerregulierungen nicht sofort erkenntlich sind. ...
... Der Verfasser dieses Artikels arbeitet in öffentlichen Vorträgen, Zeitungsartikeln, schulischen Kooperationen, aber auch in der universitären Lehre insbesondere zur interdisziplinären wissenschaftlichen Verständlichmachung gerne mit Metaphern und speziellen Narrativen. Hier erwähnt wurden bereits Metaphern wie "Von der Umwelt zur Unswelt" (Leinfelder 2011(Leinfelder , 2011ff, 2020a, oder "das Erdsystem als Stiftung betrachten" (Leinfelder 2017b). Weitere vom Verfasser verwendete Metaphern und Narrative umfassen "Vom Parasitismus zur Symbiose" (Leinfelder 2016a) oder "Die ‚Hall of Fame' der Organismen, welche die Erde ebenfalls bereits komplett verändert haben" (Leinfelder 2018), siehe Abb. 9. ...
Chapter
Full-text available
Eine zunehmend komplexere Welt erfordert eine Bildung, die Kausalitäten, Interdependenzen und Dynamiken in Umwelt und Gesellschaften verbindet. Das Anthropozän-Konzept mit seinen analytischen Ebenen sowie seiner konsequentialen Metaebene erscheint gut geeignet, derartiges systemisches Wissen fachspezifisch und fächerübergreifend in den Unterricht einzubringen. Basierend auf der anthropozänen Erkenntnis der notwendigen Eingliederung menschlichen Tuns in den erdsystemaren Kontext können ethische Fragen, darunter Externalisierungsmechanismen, „beliefs“, Präventions- und Zukunftsparadoxa, Gerechtigkeitsaspekte von Gemeingütern und mögliche Zukunftsszenarien behandelt werden. Dazu sind neue Kommunikationswege, wie integrierende Narrative, vorstellungsfördernde Visualisierungen sowie partizipative und Design-Thinking-Projekte hilfreich. Ziel ist es, uns als integrativen Teil des Erdsystems zu begreifen, eine Blickwinkel-Öffnung einzuüben und damit über eine Stärkung und Weiterentwicklung psychischer Ressourcen zu einer solidarischen „Zukunftsfähigkeitskompetenz“ sowie einer individuellen Sinnkonstruktion beizutragen. Keywords: Anthropozän, Komplexitäten, Unterrichtsbeispiele, Unswelt, Zukunftsparadoxon, Zukunftsfähigkeitskompetenz, Erdsystem Publisher Info see: https://www.studienverlag.at/produkt/5598/das-anthropozaen-lernen-und-lehren/ TOC and several articles (incl. this one) also available via ebook-preview: https://tinyurl.com/Sippl-etal-Leseprobe
... A nutritional high-tech scenario could include meat from the laboratory, "functional food" made of synthetic components and the 3D printer, or food production in farm scrapers in the middle of the cities, where most of the people will live anyway in the future. 13 Further examples on the subject of nutritional futures as well as other living world futures can be found in Leinfelder (2014Leinfelder ( , 2017b and Liebender et al. (2017). ...
... Williams et al. (2016),Leinfelder (2017b), reference also for additional literature.7 Waters et al.(2016),Leinfelder (2017aLeinfelder ( , b, 2018, reference also for additional literature. ...
Article
Full-text available
The Anthropocene concept is a comprehensive conceptual "toolbox" for systemic analysis, interdisciplinary monitoring and a new understanding of the gigantic current impact of human activities on the Earth system. At the same time, it neither implies a fatalistic acceptance of an apocalypse, nor does it promote a simplistic "everything will be fine" positivism, but rather allows differentiated observations from different perspectives. Precisely because of its systemic and interdisciplinary approach, the concept does not narrow possible pathways for the development, propagation and application of future options. On the contrary, the Earth system sciences, social sciences, cultural studies and the humanities together and very clearly express that in order to achieve global development goals such as justice, food security, health, peace and other goals for sustainable development (SDGs) (UNSDGs 2015), we keep on needing "assessable" and predictable conditions of an Anthropocene Earth system (Steffen et al. 2016). In order not to completely switch from the relative stability of the Holocene to incalculable risks, but rather to transform the Anthropocene Earth System into a different, but permanently habitable Anthropocene, it is necessary not to exceed planetary boundaries (sensu Rockström et al. 2009, Steffen et al. 2015b) and to see the SDGs as a compass. For this purpose, continuous monitoring of the state of the Anthropocene Earth system is indispensable. Only then both safe shelter spaces and a creative leeway for shaping the Anthropocene remain guaranteed. Within this framework, and depending on the region, the culture, the social requirements and the sociopolitical goals, it should be possible to negotiate very freely where the future journey should go. Necessary for that is a generally more holistic, systemic view of the integration of humankind into planetary processes, which means an integration of all societal groups, i.e. politics, science, business, administration, civil society groups and individuals. Another prerequisite is the improvement of future literacy via education in schools, universities, companies etc., with the goal to develop skills for better imagining alternate futures, depicting desirable futures, and designing solution portfolios for them. (excerpt from the conclusions of the paper)
... Ist es noch so gestaltbar, dass es die menschlichen Gesellschaften mittragen kann und diese Gesellschaften sich möglichst frei und demokratisch weiterentwickeln können? Oder fallen wir in eine "Hothouse"-Phase mit im Detail unvor- 6 Williams et al. (2016), Leinfelder (2017b), Fundstelle auch für weitere Fachliteratur. 7 Waters et al. (2016, Leinfelder (2017a, b, 2018, Fundstelle auch für weitere Fachliteratur. ...
... Ein Hightech-Szenario zur Ernährung könnte Fleisch aus dem Labor, "functional food" aus synthetischen Komponenten und dem 3D-Drucker, oder aber auch Nahrung in Farmscrapers mitten in den Städten, also dort, wo die Menschen der Zukunft überwiegend leben würden, produzieren. 13 Weitere Beispiele zum Thema Ernährungszukünfte sowie zu weiteren Lebensweltzukünften finden sich bei Leinfelder (2014, 2017b) und Liebender et al. (2017. ...
Chapter
Leinfelder, R. (2019): Das Anthropozän - Die Erde in unserer Hand.- In: Schwinger, E. (ed.) Das Anthropozän im Diskurs der Fachdisziplinen, . S.-23-46 Weimar bei Marburg (Metropolis-Verlag, ). (For more info see https://www.metropolis-verlag.de/Das-Anthropozaen-im-Diskurs-der-Fachdisziplinen/1394/book.do )
... Ist es noch so gestaltbar, dass es die menschlichen Gesellschaften mittragen kann und diese Gesellschaften sich möglichst frei und demokratisch weiterentwickeln können? Oder fallen wir in eine "Hothouse"-Phase mit im Detail unvor- 6 Williams et al. (2016), Leinfelder (2017b), Fundstelle auch für weitere Fachliteratur. 7 Waters et al. (2016, Leinfelder (2017a, b, 2018, Fundstelle auch für weitere Fachliteratur. ...
... Ein Hightech-Szenario zur Ernährung könnte Fleisch aus dem Labor, "functional food" aus synthetischen Komponenten und dem 3D-Drucker, oder aber auch Nahrung in Farmscrapers mitten in den Städten, also dort, wo die Menschen der Zukunft überwiegend leben würden, produzieren. 13 Weitere Beispiele zum Thema Ernährungszukünfte sowie zu weiteren Lebensweltzukünften finden sich bei Leinfelder (2014, 2017b) und Liebender et al. (2017. ...
Preprint
Leinfelder, R. (2019, in press): Das Anthropozän - Die Erde in unserer Hand.- In: Schwinger, E. (ed.) Das Anthropozän im Diskurs der Fachdisziplinen. Weimar bei Marburg (Metropolis-Verlag, ISBN 978-3-7316-1394-7). (For more info see https://www.metropolis-verlag.de/Das-Anthropozaen-im-Diskurs-der-Fachdisziplinen/1394/book.do )
Article
Full-text available
Klimaerwärmung, ein gigantischer Plastikteppich im Meer, Atomtests – das Wirken des Menschen geht nicht spurlos an unserem Planeten vorbei. Der Ausdruck „Anthropozän“ (von anthropos, der Mensch) ist ein Vorschlag, das gegenwärtige Erdzeitalter nach dem Menschen, dem wichtigsten Einflussfaktor, zu benennen. Das Anthropozän-Konzept sieht einen verantwortungsbewussten Umgang mit den verschiedenen Ebenen und Prozessen des Erdsystems vor und bietet auch Ansätze für eine hochwertige Bildung. (in: Gemeinsam Lernen. Zeitschrift für Schule, Pädagogik und Gesellschaft, 3/2018, 8-14, Debius)
Article
Full-text available
Plastics have outgrown most man-made materials and have long been under environmental scrutiny. However, robust global information, particularly about their end-of-life fate, is lacking. By identifying and synthesizing dispersed data on production, use, and end-of-life management of polymer resins, synthetic fibers, and additives, we present the first global analysis of all mass-produced plastics ever manufactured. We estimate that 8300 million metric tons (Mt) as of virgin plastics have been produced to date. As of 2015, approximately 6300 Mt of plastic waste had been generated, around 9% of which had been recycled, 12% was incinerated, and 79% was accumulated in landfills or the natural environment. If current production and waste management trends continue, roughly 12,000 Mt of plastic waste will be in landfills or in the natural environment by 2050.
Article
Full-text available
Das Anthropozän-Konzept kann, richtig verstanden, ein wertvolles wissenschaftliches und normatives Leitprinzip zur Beförderung einer großen Transformation zur Nachhaltigkeit sein. Es kann in drei Ebenen unterteilt werden. Aus den ersten beiden Ebenen, der Analyse der anthropogenen globalen Veränderung des Erdsystems und dem daraus resultierenden global veränderten sedimentären Niederschlag ergibt sich zum einen eine Notwendigkeit zur Etablierung einer neuen erdgeschichtlichen Epoche, zum anderen eine komplexe Metaebene der Zukunftsverantwortung aller gesellschaftlicher Gruppen. Ähnlich wie Technologien haben Umweltrecht und Umweltpolitik einen enormen Anteil an der Entstehung des Anthropozäns, können nun aber auch einen wesentlichen Teil dazu beitragen, Wege zur Erreichung eines funktionsfähigen Erdsystems im zukünftigen Anthropozän zu ebnen, das der Menschheit dauerhaft ein würdiges und selbstbestimmtes Leben ermöglicht.
Book
Full-text available
There are no simple solutions in the Anthropocene era. Every single person lives in a highly complex system and is connected to it by his or her actions. By focusing on the example of alimentation, this interconnectedness can be exposed and presented in a form that everyone can understand. Comics as a communication medium not only have the potential to make complex issues accessible in an appealing form; the comic-making process itself can inspire scientific work, and reveal new connections. This proceedings volume includes contributions on alimentation and comic theory by Jaqueline Berndt, Anne-Kathrin Kuhlemann, Toni Meier, Veronika Mischitz, Stephan Packard, Lukas Plank, Nick Sousanis, Katerina Teaiwa and Arnold van Huis. It is the result of the two-day symposium Science meets Comics, held in October 2015 in the Cluster of Excellence Image Knowledge Gestaltung. An Interdisciplinary Laboratory at the Humboldt-Universität zu Berlin, which discussed and developed these new means of communication in relation to alimentation.
Article
Full-text available
We assess the scale and extent of the physical technosphere, defined here as the summed material output of the contemporary human enterprise. It includes active urban, agricultural and marine components, used to sustain energy and material flow for current human life, and a growing residue layer, currently only in small part recycled back into the active component. Preliminary estimates suggest a technosphere mass of approximately 30 trillion tonnes (Tt), which helps support a human biomass that, despite recent growth, is ~5 orders of magnitude smaller. The physical technosphere includes a large, rapidly growing diversity of complex objects that are potential trace fossils or ‘technofossils’. If assessed on palaeontological criteria, technofossil diversity already exceeds known estimates of biological diversity as measured by richness, far exceeds recognized fossil diversity, and may exceed total biological diversity through Earth’s history. The rapid transformation of much of Earth’s surface mass into the technosphere and its myriad components underscores the novelty of the current planetary transformation.
Article
Full-text available
Stratigraphy provides insights into the evolution and dynamics of the Earth System over its long history. With recent developments in Earth System science, changes in Earth System dynamics can now be observed directly and projected into the near future. An integration of the two approaches provides powerful insights into the nature and significance of contemporary changes to Earth. From both perspectives, the Earth has been pushed out of the Holocene Epoch by human activities, with the mid-20th century a strong candidate for the start date of the Anthropocene, the proposed new epoch in Earth history. Here we explore two contrasting scenarios for the future of the Anthropocene, recognizing that the Earth System has already undergone a substantial transition away from the Holocene state. A rapid shift of societies toward the UN Sustainable Development Goals could stabilize the Earth System in a state with more intense interglacial conditions than in the late Quaternary climate regime and with little further biospheric change. In contrast, a continuation of the present Anthropocene trajectory of growing human pressures will likely lead to biotic impoverishment and a much warmer climate with a significant loss of polar ice.
Book
Full-text available
weitere Infos: Buchwebseite, mit Infos zu Autoren und Künstlern, sowie Vorschau: http://www.anthropocene-kitchen.de Verlagsinfo, mit Produktflyer: http://www.springer.com/de/book/9783662498712 Aus dem Verlagsproduktflyer: R. Leinfelder, A. Hamann, J. Kirstein, M. Schleunitz (Hrsg.) Die Anthropozän-Küche. Matooke, Bienenstich und eine Prise Phosphor - in zehn Speisen um die Welt ▶ Außergewöhnlicher, interdisziplinärer Sachcomic mit internationalen Beteiligten ▶ Beschreibt den Ist-Zustand der globalen Ernährungssituation anhand von gezeichneten individuellen Geschichten – mit einem Ausblick auf mögliche Zukunftspfade ▶ Basiert auf dem Grundgedanken des derzeit viel diskutierten Anthropozän-Konzepts, das den Menschen als Gestalter der Welt definiert ▶ Alexandra Hamann und Reinhold Leinfelder, die beiden Initiatoren des Projektes, zeigen (nach dem breit rezipierten Buch "Die große Transformation“) einmal mehr, wie sich komplexe wissenschaftliche Themen in Form eines Sachcomics verständlich darstellen lassen ▶ Als eines der Basisprojekte des Exzellenzclusters Bild, Wissen, Gestaltung der Humboldt-Universität Berlin verbindet das Buch exzellente Wissenschaft mit exquisiter Darstellung Haben wir die richtigen Rezepte für die Welt von morgen? Wissenschaft trifft Comic: Zwölf Zeichnerinnen und Zeichner unterschiedlicher Kulturen nehmen Sie mit auf eine Reise durch die Kontinente und gewähren mit ihren subjektiv erzählten und individuell illustrierten Geschichten einen faszinierenden Einblick in die Vielfalt der Ernährungsgewohnheiten und Esskulturen der Welt. Dabei wird der verschiedenartige Umgang der Menschen mit verfügbaren Ressourcen sichtbar und dessen Auswirkungen auf die globalen Stoffflüsse aufgezeigt. Eine zentrale Rolle spielt hier der Phosphor mit seiner überragenden Bedeutung für alles Lebendige. Die inhaltliche Gestaltung des Comics steht im Zeichen des Eintritts in eine neue erdgeschichtliche Epoche – das Anthropozän, das Zeitalter des Menschen. In unserem globalen Wirken hinterlassen wir zunehmend Spuren, die unseren Planeten dauerhaft verändern. Gerade die Küche ist ein zentraler Ort, in dem diese Zusammenhänge auf individueller Ebene aufscheinen, denn ähnlich wie die im Buch dargestellten Personen ist jeder einzelne von uns Verbraucher und damit auch Auftraggeber mannigfacher Produktionsketten und gestaltet so die Welt, in der wir leben, mit.
Chapter
(No abstract in chapter) Contents of Chapter: Intro - Plastics as a Distinctive Technofossil Group - Production and Degradation of Plastic Materials: An Overview - Plastic Redistribution in the Environment: An Overview - The Fate of Microplastics in Ocean Settings - Plastics as a High-Resolution Stratigraphic Tool - Outlook: The Role of Plastics for Anthropocene Studies: Plastics are now part of our everyday life. They have entered and for some time will still enter sedimentary deposits of many terrestrial and aquatic settings, eventually becoming incorporated into sedimentary deposits of the Anthropocene as technofossils, varying greatly in shape, size, and chemical composition. Analyzing these deposits allows us to monitor where and in what quantities plastics have been distributed. At the same time, the onset of plastic-containing deposits might provide a globally correlatable horizon that could help define the base of the Anthropocene. In addition, various types of plastics are expected to provide a refined subdivision and correlation tool within sedimentary deposits within the Anthropocene (Figure 4.3.2). Plastics in the environment are, however, not just a useful stratigraphic tool but also a threat to organisms, including humans. Hence, an ultimate goal is to diminish the footprint of plastics within sediments (and environments as a whole) by better recycling and reuse. Whether this is successful or not, plastic will leave a long-duration and globally correlatable succession in sedimentary deposits worldwide that may help not only to define and subdivide the Anthropocene but also to monitor the potential success of reducing plastic impact on environments into the future. And should it be possible to achieve plastic-free sedimentary deposits in a future phase of the Anthropocene, this would again provide a clear stratigraphic subunit, the post- plastic zone of a future Anthropocene. For now, plastics provide a distinctive physical record of technosphere evolution during the late 20th and early 21st centuries.