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Abstract

Vorspann Der vietnamesische Staat praktiziert bis heute ein Totengedenken, dass die hohen menschlichen Verluste in den Kriegen gegen Frankreich und die USA rechtfertigen und als selbstlose Opfer für den Kampf um die Unabhängigkeit und den Aufbau des Sozialismus überhöhen soll. Im Mittelpunkt stehen kommunistische Kader und Soldaten, die ihr Leben seit 1925 im Einsatz für die Revolution und gegen Kolonialismus und Feudalismus in glorreicher Weise geopfert haben und denen damit der Status „revolutionärer Märtyrer“ (liệt sỹ) gebührt. Dieses restriktive und hierarchisierte Totendenken, das seinen Ausdruck in ca. 3.000 Heldenfriedhöfen im ganzen Land und anderen Erinnerungsorten findet, dient in Vietnam bis heute als Kernelement des staatlichen Erinnerungsprojekts zur Legitimierung der kommunistischen Einparteienherrschaft. Seit der Beginn der Reformpolitik (đổi mới) im Jahre 1986 lassen sich jedoch verstärkt private Formen des Totengedenkens außerhalb des restriktiven staatlichen Heldenkults beobachten, die von zivilgesellschaftlichen Akteuren getragen werden. Als Beispiele stellt der Artikel das Gedenken an die im zweiten Vietnamkrieg gefallenen Soldaten der 1975 untergegangenen Republik Vietnam sowie an die militärischen Opfer der militärischen Auseinandersetzungen mit der Volksrepublik China vor, die bislang im staatlichen Totengedenken keine zentrale Rolle spielten.

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