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Geschichte und heutige Bedeutung der Heilpflanzen in der Veterinärmedizin

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Abstract

Die Kunst, mit Pflanzen und deren Zubereitungen zu heilen, zählt zweifellos zu den ältesten kulturellen Errungenschaften der Menschheit. Archäologische Funde aus prähistorischer Zeit deuten darauf hin, dass der Mensch Pflanzen nicht nur als Nahrungsmittel, Bau- und Bekleidungsmaterial zu nutzen wusste, sondern auch zu Heilzwecken. Schon sehr früh wurde erkannt, dass Heilpflanzen auch für die Erhaltung der Tiergesundheit von großer Bedeutung sind. Unter den Siedlungsspuren von Neandertalern und Menschen der Altsteinzeit fanden sich bereits Pflanzenteile von z. B. Tausendgüldenkraut und Schafgarbe. Auch in den frühesten schriftlichen Aufzeichnungen, wie in den sumerischen und babylonischen Keilschriften, finden Heilpflanzen Erwähnung. Die wichtigste praktische Quelle für die Anwendung von Heilpflanzen war sicherlich die Erfahrungsheilkunde, die Empirie. So waren für den Urzeitmenschen empirische Kenntnisse vollständig ausreichend, um eine bestimmte Pflanze z. B. als kühlend, wärmend oder wundheilend zu erkennen. Die durch Beobachtung und Anwendung gewonnenen Erfahrungen wurden dann über Generationen in Familien, durch besondere, heilkundige Personen oder Priesterärzte weitergegeben. So gehört das Auflegen von Blättern zur Heilung von Wunden oder zur Linderung von Schmerzen bei Mensch und Tier auch heute noch zum therapeutischen Wissen der Schamanen und Heiler von Indianervölkern und Eingeborenenstämmen aller Kontinente. Die zweite wesentliche Quelle für die Entwicklung der Heilpflanzenkunde war der magisch-kultische Bereich. Insbesondere die in kultischen Handlungen benutzten Rauschdrogen und Rauchwerke fanden schon früh auch als Medizin Eingang in die Therapie. Bei den Kelten galt z. B. die Mistel, eine magisch-religiöse Pflanze, als eine Art Allheilmittel [Schadewaldt 1966,1986; Harnischfeger und Stolze 1983; Hänsel 1996; Mayer 1999; Arnold 1999; Allen und Hatfield 2004].

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... Phytotherapy is one of the oldest medical disciplines and was traditionally based on empiricism (Reichling et al., 2008). Nowadays, its use as an additional integral component of evidence based medicine is well accepted in human medicine (Finkelmann, 2009). ...
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