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Zukunftsperspektiven im Crowdinvesting - Eine Analyse der Entwicklung in Deutschland zwischen 2011 und 2014

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Abstract and Figures

Studie im Auftrag der Sparkassen Finanzgruppe
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Zukunftsperspektiven
im Crowdinvesting
Eine Analyse der Entwicklung in Deutschland
zwischen 2011 und 2014
August 2014
Herausgegeben von Gefördert durch
Die Studie ist eine Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse einer umfassenden Forschungsarbeit
am EFNW, An-Institut der Universität Oldenburg, in Kooperation mit der Humboldt Innovation GmbH und
mit Unterstützung der Seedmatch GmbH – Crowdfunding für Startups sowie der Innovestment GmbH.
Gefördert durch die Wissenschaftsförderung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes.
Die Nutzung der Inhalte und Darstellungen in Drittdokumenten ist nur mit vorheriger Zustimmung der
EFNW GmbH, An-Institut der Universität Oldenburg, gestattet und bedarf der korrekten Zitierung.
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Copyright
1
Key Findings
Entwicklung des
Marktes und
seiner Akteure
2
2016 wird ein entscheidendes Jahr für den
wachsenden deutschen Crowdinvesting-Markt
Finanzierungsvolumen in
Deutschland in Mio. EUR
2.0
1.5
1.0
0.5
0
Über deutsche Crowdinvesting-Plattformen vermitteltes Kapital zur Frühphasen-
finanzierung seit 2011
Dynamik des Marktes
0,0
0,5
1,0
1,5
2,0
Oktober
2011
Oktober
2012
Oktober
2013
Januar
2012
Januar
2014
Januar
2013
April
2012
April
2013
Juli
2012
Juli
2013
8% Wachstum
Die Werte beziehen sich auf das, über deutsche Crowdinvesting-Plattformen vermittelte, Kapital zur Frühphasennanzierung. Be-
wusst nicht berücksichtigt ist die erste Wachstumsnanzierung durch eine Crowd, die 2013 über Bergfürst zustande kam und einem
anderen Finanzierungssegment zuzuordnen ist.
Quelle: Eigene, n = 116.
Seit der ersten erfolgreichen Finanzierung im Oktober
2011 wächst der deutsche Crowd investing-Markt um
durchschnittlich 8 % pro Monat.
Bei anhaltender Entwicklung ist für das Gesamtjahr
2014 ein Finanzierungsvolumen in Höhe von ca. 22
Mio. EUR zu prognostizieren. Das entspräche rund
3 % der 2013 insgesamt in Deutschland getätigten
Venture Capital-Investitionen bzw. 5,3 % der Seed-
und Startup-Investitionen (Quelle: BVK 2014).
In Anbetracht der durchschnittlichen Haltedauer von
fünf Jahren bei vergleichbaren Frühnanzierungen
durch Business Angels oder Venture Capitalists,
kann eine Bewertung des Marktes und der Nachhal-
tigkeit dieses Wachstums frühestens 2016 erfolgen.
Dann wird sich zeigen, ob die Renditeerwartungen
der ersten Crowdinvesting-Runden erfüllt werden
konnten (s. Seite 7).
3
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
7000
8000
Q4
2011
Q2
2012
Q3
2012
Q4
2012
Q2
2013
Q3
2013
Q4
2013
Q1
2014
Q1
2013
Q1
2012
Der Markt weist eine hohe Konzentration auf,
die Marktanteile sind dabei laufend in Bewegung
Schwelle für starke Konzentration
Entwicklung des Herfindahl-Hirschmann-Index zur Messung der Markkonzentration
Marktanteile deutscher Crowdinvesting-Plattformen im 1. Quartal 2014 nach Finanzie-
rungsvolumen
8.000
7.000
6.000
5.000
4.000
3.000
2.000
1.000
0
43,6 %
7,4 % 45,4 %
Sonstige
3,6 %
Struktur des Marktes
Quelle: Eigene, n = 116. Der HHI gilt als zentrale Kennzahl zur Konzentrationsmessung eines Marktes. Märkte mit einem Wert
ab 1.800 gelten als stark konzentriert.
Crowdinvesting ist derzeit ein stark konzentrierter
Markt. Ohne Bergfürst, die ein anderes Finanzie-
rungssegment (Wachstum) adressieren und daher
gesondert zu betrachten sind, ist die Marktkonzen-
tration auf Jahresbasis (2012 [HHI: 4.379] und
2013 [HHI: 4.062]) leicht gesunken, aber dennoch
sehr ausgeprägt.
Schwankungen zwischen den Quartalen sind in der
geringen Marktgröße und sich überlappenden Fi-
nanzierungszyklen begründet. Nach einem starken
3. Quartal 2013, in dem Companisto einen Markt-
anteil von ca. 40 % verbuchen konnte, halbierte
sich dieser beispielsweise im folgenden 4. Quartal
2013, um dann erneut auf über 43 % im 1. Quartal
2014 zu steigen. Große Finanzierungsrunden ha-
ben ebenfalls einen verzerrenden Effekt.
4
Als Markteintritt gilt der Zeitpunkt, an dem erstmals eine Finanzierungsrunde über die Plattform gestartet wurde.
Markteintritt
06 / 11 09 / 11 12 / 11 03 / 12 06 / 12 12 / 12 03 / 13 06 / 13 09 / 13 12 / 13 03 / 14
2013 fand eine erste Marktbereinigung statt,
dennoch ist Crowdinvesting kein »Winner-
take-all«-Markt
09 / 12
Struktur des Marktes
Als de facto Marktaustritt wird das Datum der letzten erfolgreichen Finanzierung angenommen, wenn dieses zum Zeitpunkt der
Untersuchung (05 / 2014) mehr als 6 Monate her ist.
Für Plattformen, die nie eine Finanzierungsrunde starteten, wurde das ofzielle Gründungsdatum gleichzeitig als Marktein- und
-austritt deniert.
Obwohl Seedmatch zwischenzeitlich bis zu 78 %
Marktanteil auf sich vereinte, ist Crowdinvesting
kein »Winner-take-all«-Markt.
Follower mit Branchenspezialisierung oder Fokus
auf bestimmte Investorenklassen erreichen eben-
falls eine kritische Masse und gewinnen Marktan-
teile. Ein Beispiel ist die Plattform Companisto, die
durch Investments ab 5 EUR auch Kleinstinvesto-
ren adressiert.
Für Plattformen, die später gestartet sind und kei-
ne Spezialisierung vorgenommen haben, ist eine
Marktbereinigung zu beobachten.
Marktaustritt
Quelle: Eigene, n = 24.
5
Startups mit B2C-Geschäftsmodellen in einer
frühen Wachstumsphase dominieren das
Investmentportfolio
Crowdability vs. Finanzierungszeitpunkt
Finanzierungszeitpunkt
Crowdability
Seedmatch
Innovestment
Companisto
Bergfürst
7
3,5
3,0
2,5
2,0
1,5
1,0
Early Stage
Niedrig Hoch
Later Stage
Investmentportfolio
Die Größe der Datenpunkte wird durch die Höhe des Finanzierungsvolumens bestimmt.
Die Crowdability wurde durch eine Bewertung der Parameter »Anwendungsnähe« und »technische Komplexität« von unabhängigen
Ratern bestimmt. Sie ist hoch, wenn das Produkt des Unternehmens eine hohe Anwendungsnähe hat, sodass ein Crowdinvestor
es selbst nutzen könnte (eher B2C als B2B) und somit den Bedarf einschätzen kann. Außerdem ist die Crowdability hoch, wenn
Technologie und Geschäftsmodell leicht verständlich und damit durch den Crowdinvestor bewertbar sind.
Quelle: Eigene, n = 116.
Die Struktur des Investmentportfolios zeigt, dass
Projekte für eine erfolgreiche Finanzierung über
die Crowd in der Regel ein marktreifes Produkt und
erste Umsätze benötigen.
Early Stage-Finanzierungen sind wesentlich selte-
ner, überraschend ist jedoch, dass diese vorwie-
gend im High-Tech-Bereich getätigt werden.
In den späteren Finanzierungsphasen ist ein leich-
ter Anstieg der Finanzierungssummen zu erkennen.
Die Geschäftsmodelle der über Companisto nan-
zierten Startups scheinen die »Crowdability« am
besten zu adressieren.
Innovestment-Finanzierungen tendieren eher in
Richtung zunehmend komplexer und reifer Innova-
tionen.
Bergfürst adressiert Unternehmen, die i.e.S. Series
A-Finanzierungsvolumina anstreben, nutzt dafür je-
doch das Mittel der Aktienemission an die Crowd.
Legende
6
Marketingeffekte für Startups werden als
besonders relevant für die Crowdinvesting-
Entscheidung eingestuft
Wie relevant schätzen Sie folgende Motive von Startups für die Crowdinvesting -
Entscheidungen ein?
012345
4,7
4,3
3,4
4,4
3,9
3,6
3,2
4,3
3,6
3,1
Vermarktung des Projektes
Kapitalaufnahme ohne Mitbestimmungsrechte
Vergleichsweise weniger Anteile abgeben
Finanzielle Überbrückung bei Förderprogrammen
Finanzierung langsam wachsender Gründungen
Schnelle Kapitalaufnahme
Geringes Finanzierungsvolumen angestrebt
Feedback der Crowd zur Machbarkeit
Feedback der Crowd zur Geschäftsidee
Feedback der Plattform zur Geschäftsidee
1 2 3 4 5
irrelevant
Marketing / PR KapitalaufnahmeVorteil gegenüber VC / BA Beratungsleistungen
relevant
Mittelwert
»Wir hatten bereits vor der Crowd meh-
rere Business Angels an Bord und hätten
eine zusätzliche Finanzierung nicht un-
bedingt gebraucht. Wir haben das aber
gemacht, um den enormen Marketing-
effekt, den so eine Crowdnanzierung
mit sich bringt, zu nutzen.« (Gründer eines
2012 auf Seedmatch nanzierten Startups im Be-
reich IT/Software)
»Unsere Finanzierung hatte eine starke
Marketingwirkung. Dadurch hatten wir
mehrere Wochen einen funktionierenden
Aufhänger, mit dem wir auf die Medien
zugehen konnten und wir haben auch
gespürt, was das PR-technisch ausge-
löst hat.« (Gründer eines 2013 auf Seedmatch
nanzierten Startups im Bereich IT/Hardware)
Investmentportfolio
Als Entscheidungsgrundlage für Crowdinvesting
werden die Möglichkeit der »Kapitalaufnahme ohne
Mitbestimmung« und das »Feedback der Crowd zur
Machbarkeit« gesehen.
Die nanzielle Überbrückung im Anschluss an För-
derprogramme gilt als ein wichtiges Motiv für die
Entscheidung für Crowdinvesting, an erster Stelle
steht jedoch ein potenzieller Marketingeffekt durch
Crowdinvesting.
Anders als dabei vielfach angenommen, nden platt-
formübergreifende, persönliche Empfehlungen der
Investoren (Word-of-Mouth) jedoch nur in begrenz-
tem Umfang statt. Startups protieren vor allem von
der Vermarktung durch die Plattformbetreiber.
Quelle: Eigene, Experteninterview, Mehrfachnennung möglich, n = 18.
7
0
5
10
15
20
25
30
35
Erwartete jährliche Rendite von Investoren auf Seedmatch
35
30
25
20
15
10
5
0
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
12
15
19
20
21
25
30
35
40
45
50
60
75
80
100
120
150
200
500
1000
Anzahl Investoren Kumulierte Prozente
Crowdinvestoren haben Renditeerwartungen,
die mit Business Angels vergleichbar sind
Erwartete Rendite in Prozent p.a.
Kumulierte Prozente
Anzahl Investoren
100 %
90 %
80 %
70 %
60 %
50 %
40 %
30 %
20 %
10 %
0 %
Investmentportfolio
Quelle: Eigene, Befragung von Investoren auf Seedmatch n = 226.
Spaß und Rendite sind die meistgenannten Motive
von Crowdinvestoren zur Investition in ein Startup
(Quelle: Knaub et al. 2013).
Crowdinvestoren haben jedoch keine Reichtums-
phantasien, 70 % aller Crowd investoren schätzen
ihre erzielbare Rendite auf max. 20 %.
Die durchschnittliche Rendite liegt bei 36 %, wird
aber durch vereinzelte Renditeerwartungen von
500 % bzw. 1.000 % stark beeinusst. Ohne deren
Berücksichtigung beträgt die durchschnittlich erwar-
tete Rendite 25 %.
Insgesamt sind die Renditeerwartungen von Crowd-
investoren mit denen von Business Angels vergleich-
bar, die durchschnittlich bei 20 % bis 40 % liegen
(Quelle: BAND 2012).
8
Von der zurzeit noch kleineren Gruppe der
Mehrfachinvestoren stammen mehr als 60%
aller Crowdinvestments
Anteil der Einzel- und Mehr-
fachinvestoren 2012 – 2014
n = 11.642 n = 20.907
Anteil der Investments von Einzel- und
Mehrfachinvestoren 2012 – 2014
Einzelinvestoren Investments durch Einzelinvestoren
Mehrfachinvestoren Investments durch Mehrfachinvestoren
70,6 %
29,4 %
60,7 %
39,3 %
Crowdinvestoren
Über 60 % aller Crowdinvestments, die zwischen
2012 und 2014 in Deutschland zustande kamen,
wurden von Mehrfachinvestoren getätigt. Dabei
macht die Gruppe der Mehrfachinvestoren derzeit
nur gute 30 % der Investorenschaft aus.
Eine differenzierte Analyse nach Plattformen zeigt,
dass Seedmatch besonders viele Investitionen
durch Mehrfachinvestoren zu verzeichnen hat
(73 %), wohingegen auf Companisto über die Hälfte
aller Investments (54 %) durch Einzelinvestoren zu-
stande kommt.
Gegenwärtig ist die durchschnittliche Investitions-
summe eines Einzelinvestors mit 450 EUR nahezu
identisch mit der Summe, die ein Mehrfachinvestor
im Schnitt pro Projekt investiert.
Quelle: Eigene.
24 %
1 %
-18 %
-12 %
8 %
42 %
27 %
11 %
24 %
8 %
Investmentklassen
9
Der Anteil an Investments durch Mehrfachin-
vestoren in den höheren Investmentklassen
wächst am stärksten
Anteil und Entwicklung von Investments nach Klassen
Investments durch Einzelinvestoren
Durchschnittliche Wachstumsrate
2012 bis 2014
Investments durch Mehrfachinvestoren
60 %
40 %
20 %
0 %
-20 %
-40 %
0 100 101 250 251 500 501 1.000 € 1.000 +
Crowdinvestoren
Die Größe der Blasen wird durch die absolute Anzahl an Investments, die Einzel- und Mehrfachinvestoren zwischen 01/2012 und
03/2014 in der jeweiligen Investmentklasse getätigt haben, bestimmt. Die Wachstumsrate gibt an, wie sich im gleichen Zeitraum der
Anteil der Investments durch Einzel- und Mehrfachinvestoren in der jeweiligen Investmentklasse, gemessen an der Summe aller
Investments pro Jahr, entwickelt hat.
Quelle: Eigene, n = 20.907.
Insgesamt haben sowohl Einzel- als auch Mehr-
fachinvestoren zwischen 2012 und 2014 ihre durch-
schnittlichen Investitionssummen erhöht. Die Stei-
gerung bei Mehrfachinvestoren liegt mit 37 % jedoch
deutlich über dem Wert für Einzelinvestoren (26 %),
Tendenz weiter steigend.
Die Analyse verschiedener Investmentklassen zeigt,
dass insbesondere Investments durch Mehrfachin-
vestoren in den hohen Investmentklassen zuneh-
men. Aufgrund der absoluten Investitionssumme
und der geringeren »Akquisitionskosten« eines
Mehrfachinvestors pro investiertem Euro, ist diese
Gruppe für Plattformbetreiber besonders interes-
sant.
Der Anteil an Investitionen durch Mehrfachinvesto-
ren in den niedrigen Investitionssummen schrumpft
bzw. stagniert, was als Hinweis darauf gewertet
werden kann, dass die Zeit der reinen »Spaß-Inves-
toren« ausläuft (s. Seite 15).
10
Anteil an Gesamtfinanzierung im
Zeitverlauf
Durchschnittliche Investitionshöhe im
Zeitverlauf
0
10
20
30
40
50
0
100
200
300
400
500
600
700
800
Relativer Anteil an der Gesamtfinanzierung
Durchschnittlich investierter Betrag in EUR
50 %
40 %
30 %
20 %
10 %
0
800
600
400
200
0 0 20 %0 20 %
45,5 %
20,1 %
12,7 %
10,1 %
11,6 %
frühe Investoren frühe Investorenspäte Investoren späte Investoren
Laufzeit der Finanzierung, normiert
Laufzeit der Finanzierung, normiert
> 20 40 %> 20 40 % > 40 60 %> 40 60 % > 60 80 %> 60 80 % 80 100 %80 100 %
489,16
669,21
457,26
544,17
492,68
Investitionsdynamik
Die Crowd investiert früh viel und eher kleine
Beträge, größere Summen werden im Durch-
schnitt später getätigt
Der von den Crowdinvestoren im ersten Fünftel der
Finanzierungsrunden investierte Betrag macht an-
nähernd die Hälfte der jeweiligen Gesamtnanzie-
rung aus. Dies wird durch eine größere Anzahl an
Investoren erreicht, die durchschnittliche Investitio-
nen i.H.v. 489,13 EUR tätigen.
Die mittlere Investitionsphase, über alle Finanzie-
rungsrunden hinweg betrachtet, ist geprägt von ge-
ringer Dynamik und leicht steigenden Investitions-
summen.
In der letzten Phase einer Finanzierungsrunde,
wenn in der Regel bereits erkennbar ist, ob ein In-
vestment zustande kommt oder nicht, nehmen In-
vestitionssummen und Dynamik wieder zu. In dieser
Phase werden die durchschnittlich höchsten Sum-
men investiert.
Quelle: Eigene, n= 20.907.
11
Investorentypen nach Ø-Investment und Anzahl der Investments
Spaß-Investor Produkt-Jünger Friends & Family Rendite-Investor Crowd Angel
ø-Investment
> 1.000
501 – 1.000
251 – 500
101 – 250
0 – 100
12 – 3 4 10 > 10
Anzahl von Investments
Investitionsdynamik
Parallel zur Etablierung des Crowdinvesting ist ein
Anstieg der durchschnittlichen Finanzierungssum-
men zu beobachten.
Die Gruppe der Mehrfachinvestoren mit hohen
durchschnittlichen Investitionen wächst dabei über-
proportional.
Es ist daher zu erwarten, dass in Zukunft der An-
teil der Investorentypen »Rendite-Investor« und
»Crowd Angel« zunehmen wird, wohingegen der
Anteil der Spaß-Investoren sinkt.
Das absolute Wachstum der Investorengruppen
»Friends & Family« und »Produkt-Jünger« ist natur-
gemäß eng an die des Investmentportfolios gebun-
den. Ihr Anteil wird im Vergleich zu anderen Inves-
torentypen erwartungsgemäß konstant bleiben.
Für 59 Finanzierungsrunden auf Seedmatch und Companisto wurde pro Investor die Anzahl der Investments und sein durchschnitt-
liches Investment in EUR bestimmt. Gemäß der Häugkeit der Investitionssummen sowie der Anzahl der Investments wurden
Klassen gebildet (siehe S. 9).
Für jede Klassenkombination aus >>durchschnittlichem Investment<< und >>Anzahl der Investments<< wurde die Häugkeit gra-
sch veranschaulicht. Dabei entspricht ein Pixel ca. 30 Investments in der Klasse. Die räumliche Anordnung der ausgefüllten Pixel
innerhalt einer Klassenkombination erfolgte aus Gründen der Darstellung zusammenhängend. Die Positionierung eines Pixels in
einer Klassenkombination trägt darüber hinaus keine Information, ob innerhalb dieser besonders hohe oder niedrige durchschnittli-
che Investments getätigt wurden.
Die Ableitung der Investorentypen basiert im Wesentlichen auf dem Investitionsverhalten (siehe S. 12). Annahmen zu den Motiven
basieren auf den qualitativen Bestandteilen der eigenen Untersuchungen, insbesondere den Experteninterviews.
Quelle: Eigene, n = 20.907.
Die Zeit der Spaß-Investoren geht zu Ende,
Rendite-Investoren gewinnen an Bedeutung!
ø-Investment
> 1.000
501 – 1.000
251 – 500
101 – 250
0 – 100
1 2 – 3 4 10 > 10
Anzahl von Investments
12
Investitionsdynamik
Den Spaß-Investor treibt die Freude an Innovationen und
der Spaß am »Wetten« voran. Er nanziert eine Vielzahl
von Startups durchschnittlich mit 25 EUR, in Ausnahme-
fällen bis zu 100 EUR und hat vermutlich schon Erfahrung
mit Crowdfunding gesammelt.
Beim Produkt-Jünger liegt eine hohe Übereinstimmung
zwischen Investor und Nutzer vor. Er investiert in wenige
ausgewählte Startups, oft nur in eines, an dessen Produkt
bzw. Dienstleistung er interessiert ist. Für seine Investiti-
onsentscheidung spielt die erzielbare Rendite eine unter-
geordnete Rolle, ein klarer Anreiz besteht hingegen beim
Vorkaufsrecht auf die Erstserie. Auch dieser Typ hat für
gewöhnlich Erfahrung mit Crowdfunding.
Friends & Family-Investoren identizieren sich mit ei-
nem Gründerteam, dem sie durch einen vergleichswei-
se hohen Betrag als »Anschubnanzierung« helfen. Sie
erwarten keine überdurchschnittliche, aber dennoch eine
positive Rendite. Noch vor dem Produkt-Jünger neigt die-
ser Investorentyp dazu, über das Produkt und die Kam-
pagne in seinen (sozialen) Netzwerken zu informieren
und Word-of-Mouth-Effekte anzustoßen.
Der Rendite-Investor investiert diversiziert, mit Beträ-
gen ab 250 EUR. Sein primäres Ziel ist es, Renditen zu
erzielen, die oberhalb der Zinserträge klassischer Anla-
geprodukte liegen. Die Höhe der erwarteten Rendite vari-
iert, ist im Durchschnitt aber vergleichbar mit denen eines
Business Angels. Dieser Typ ist sich des Investmentrisikos
bewusst und versucht diesem durch einen vergleichswei-
se hohen Informationsaufwand entgegen zu wirken. Qua-
litätssignale, wie Testkundenberichte oder Kapitalzusagen
von anderen (Lead-)Investoren, sind für ihn hilfreich.
Ein Crowd Angel agiert ähnlich renditeorientiert wie ein
Business Angel, setzt sich im Vergleich zum Rendite-
Investor jedoch zusätzlich stärker mit dem unterstützten
Unternehmen auseinander. Die durchschnittliche Investiti-
onshöhe liegt häug bei 5.000 EUR und mehr. Dieser Typ
betreibt den höchsten Informationsaufwand, auch jenseits
der durch die Plattform zur Verfügung gestellten Dokumen-
te. Im Gegensatz zum Rendite-Investor hält er weniger In-
vestments, steht mit diesen aber in engerem Austausch. Er
bevorzugt Plattformen, die dies gezielt fördern.
»Endlich eine Servicedienstleistung,
die mir so schon lange gefehlt hat!«
Crowdinvestoren unterscheiden sich in ihren
Motiven und Verhaltensweisen
»Ich habe einen stattlichen
Betrag in ein Startup inves-
tiert, wo ich die Gründer per-
sönlich kenne und die Idee
ganz spannend nde.«
»Beim Crowdinvesting kann ich
mich mit geringen Beträgen früh-
zeitig an Unternehmen beteiligen.
Außerdem bin ich näher am Startup
dran und besser informiert. Ich habe
über 15 CrowdInvestments gemacht,
einige Konzepte fand ich so inte-
ressant, dass ich höhere Beträge
investiert habe.«
»Vor meinen Crowdin-
vestments habe ich sowohl
über die Plattform, als auch
über Xing bzw. LinkedIn Fragen an
die Gründer gerichtet, vor allem zum
Produkt und zur Finanzierung. Mit den
Gründern eines meiner Investments habe
ich mich im Rahmen der zweiten Finan-
zierungsrunde getroffen und ihnen
erläutert, wie sie den Investor-
Relationship-Kanal besser
nutzen können.«
»Ich bin gespannt, was nun
passiert und da meine Investition
klein ist, werde ich nicht davon
sterben, wenn das Unternehmen
den Bach runtergeht.«
Quelle: Eigene.
13
Ausblick
Treiber für Markt-
entwicklung und
Geschäftsmodell-
innovationen
2.. 1.
14
Treiber für Marktentwicklung und Geschäftsmodellinnovationen
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass
der Markt für Crowdinvesting in Deutschland stetig
wächst, der Anteil am gesamten Risikokapitalmarkt
mit ca. 3 % jedoch noch sehr gering ist. Dementge-
gen steht, dass 2013 in Deutschland Crowdinves-
toren ungefähr dreimal so viel Kapital für Projekte
zur Verfügung gestellt haben, wie Unterstützer beim
spenden- und dienstleistungsbasierten Crowdfun-
ding. Das ist ein deutlich anderes Bild als in den
USA, wo die Summen, die durch nicht-rendite-
orientiertes Crowdfunding eingesammelt werden,
um ein Vielfaches über denen von Crowdinvesting
liegen. Auch im weltweiten Vergleich wird deutlich
mehr »gefunded« als investiert. Das ist ein Hinweis
darauf, dass die Rahmenbedingungen für Crowd-
investing in Deutschland zurzeit (noch) sehr gut
sind und unter den richtigen Voraussetzungen, das
betrifft insbesondere die Entwicklung der Treiber 2
»Renditen« und 3 »Regulierung«, ein noch dyna-
mischeres Wachstum durchaus denkbar ist.
Typisch für wachsende Märkte sind Ausdifferenzie-
rungstendenzen. Im Crowdinvesting zeichnen sie
sich zunächst hinsichtlich unterschiedlicher Inves-
torengruppen ab. So setzt Innovestment gezielt auf
erfahrene Investoren, Companisto hingegen spricht
Investoren mit Interesse an niedrigen Mindestin-
vestitionssummen an. Zum zuletzt überarbeiteten
Innovestment-Beteiligungsmodell gehören u.a.
»Investoren-Clubs«, Companisto hingegen setzt
auf Internationalisierung. Gleichzeitig beabsichti-
gen internationale Plattformen, wie z.B. FundedBy-
Me (Schweden) oder SEEDRS (UK), auf dem deut-
schen Markt Fuß zu fassen.
Bergfürst war die erste deutsche Plattform, die eine
Differenzierung in Bezug auf die Finanzierungs-
phase vorgenommen hat. Um eine Wachstums-
nanzierung durch die Crowd zu ermöglichen, ha-
ben die Betreiber eine BaFin-Lizenz eingeholt und
Aktien auf einem plattformeigenen Sekundärmarkt
emittiert. Sie weichem damit von mezzaninen Fi-
nanzierungsinstrumenten als Investmentvehikel
ab. Je reifer das kapitalsuchende Unternehmen,
desto umfassender ist jedoch seine Historie und
umso aufwendiger der Auswahl- und Prüfprozess.
Trotz des hohen Potenzials in der Wachstums-
nanzierung sind die damit verbundenen Heraus-
forderungen, insbesondere in Bezug auf die Rolle
und Pichten der Plattformbetreiber, noch nicht
vollständig behoben. Bergfürst hat kürzlich sein
Geschäftsmodell angepasst und will künftig u.a.
Immobilien nanzieren (Bergfürst 2014).
Analog zum »professionellen Risikokapital« ist
zudem eine Ausdifferenzierung in Bezug auf be-
stimmte Technologien oder Branchen zu erwarten.
Ein Beispiel ist Econeers, eine Schwesterplattform
zu Seedmatch, die Fundings für Green Energy-
Vorhaben vermittelt. Oneplanetcrowd ist eine nie-
derländische Plattform, die sich auf Projekte im
Bereich Nachhaltigkeit spezialisiert hat und eine
Markteinführung in Deutschland plant. AngelMD
aus den USA haben gleich in zweierlei Hinsicht
eine Differenzierung vorgenommen. Dort investie-
ren Ärzte ab 5.000 USD ausschließlich in Health-
care-Produkte.
Ob sich die im Crowdfunding beginnende regiona-
le Differenzierung auch im Crowdinvesting nieder-
schlägt, hängt ganz wesentlich von der Ausge-
staltung des Modells ab. Für renditeorientierte
Investoren ist eine regionale Verbundenheit, an-
ders als im Crowdfunding, noch kein ausrei-
chender Finanzierungsgrund. Die Ende 2012 ge-
launchte Plattform BerlinCrowd hat ihre Aktivitäten
bereits nach kurzer Zeit wieder eingestellt. Das
B!gründet-Netzwerk der Berliner Hochschulen
wählt einen anderen Zugang und plant ein Crow-
dinvesting-Angebot speziell für Ausgründungen
aus den ansässigen Hochschulen. Investoren er-
halten so Zugang zu (High-Tech)Gründungen aus
dem wissenschaftlichen Umfeld, die bereits durch
die Gründungsförderung der Hochschulen gecoacht
und begleitet werden. Startups könnten sich positiv
vom Wettbewerb abheben und protieren von der
Reputation der Hochschulen. Public-Private-Part-
nership-Modelle, die in diese Richtung weisen, sind
besonders auch vor dem Hintergrund des Treibers
2 »Renditen« von Interesse.
Marktwachstum
15
2.. 1.
Treiber für Marktentwicklung und Geschäftsmodellinnovationen
Investorenseitig deutet die Entwicklung darauf hin,
dass der Anteil der »Spaß-Investoren« weiter ab-
nehmen wird. Ob das Wachstum in den für Platt-
formbetreiber und Kapitalsuchende besonders
attraktiven Gruppen der Mehrfachinvestoren mit
hohen Durchschnittsinvestments, insbesondere
»Rendite-Investoren« und »Crowd Angel«, weiter
anhält, wird davon abhängig sein, ob die formu-
lierten Renditeerwartungen erfüllt werden können.
Bisher sind mit acht crowdnanzierten Startups in
Deutschland verhältnismäßig wenig Ausfälle be-
kannt, die zusammen 1.233.750 EUR und damit
ca. 5,4 % des gesamten Finanzierungsvolumens
ausmachen. Das sind für Risikokapitalnanzierun-
gen zunächst sehr gute Werte. Allerdings lassen
sich weder die Anzahl der Projekte, die bereits
Finanzierungsprobleme haben, noch diejenigen,
die sich zwar durchsetzen, aber die hohen Erwar-
tungen nicht erfüllen, aktuell valide ermitteln. Sie-
ben der acht Ausfälle elen auf das erste Halbjahr
2014. Während bisher vor allem die Plattformen
mit den vornehmlich »attraktivsten« Startups und
besonders kundenfreundlichen Prozessen (das gilt
für Startups genauso wie für Investoren) Marktan-
teile gewinnen konnten, wird künftig verstärkt die
Performance eine Rolle spielen. Ab 2016, wenn
vermehrt Beteiligungsverträge auslaufen, werden
Plattformen aus Investorensicht auch am »Track-
Record« der vermittelten Vorhaben bemessen
werden.
Für renditeorientierte Investoren ist zudem auch
ein breiteres Investmentportfolio mit einem höhe-
ren Anteil technologieintensiver Early-Stage-In-
vestments oder Business-to-Business-Geschäfts-
modelle attraktiv. Dabei schwindet allerdings die
»Crowdability«, d.h. die unmittelbare Bewertungs-
kompetenz des Investors als potenzieller Kunde
nimmt ab und das Risiko von Informationsasym-
metrien nimmt zu. In diesem Kontext werden immer
häuger Zusammenarbeitsmodelle mit professio-
nellen Investoren oder (öffentlichen) Einrichtungen
der Gründungsberatung diskutiert. Ein Beispiel ist
der Business Angel-Club der über Innovestment
für das Startups chocri vermittelt wurde. Dabei
wurde ein ausgewählter Kreis an Crowd-Inves-
toren mit einem Mindestinvestment von 10.000
EUR gesucht, der bewusst in die strategischen
Entscheidungen des Startups eingebunden wer-
den soll. Auch die Zusammenarbeit einer größeren
Crowd mit einem etablierten Business Angel, nach
dem Vorbild der israelischen Plattform OurCrowd,
ist denkbar. Business Angels könnten im Vorfeld
einer Kampagne eine Kapitalzusage x oder in
Abhängigkeit der eingesammelten Crowdnanzie-
rung – geben, die an das Erreichen einer Zielsum-
me durch die Crowd geknüpft ist oder sich dyna-
misch mit den Crowdinvestments entwickelt. Um
die Zusammenarbeit zwischen Anker-Investoren
und der Crowd für beide Seiten attraktiv zu ge-
stalten, sind weitere Geschäftsmodellinnovationen
der Plattformbetreiber erforderlich. Fundsters bei-
spielsweise bündelt Investitionen der Crowd über
eine Poolinggesellschaft, die sowohl für Startups,
wie auch ankierende Investoren, als zentraler An-
sprechpartner und Vertragspartei über die gesam-
te Dauer der Beteiligung fungiert. Die Gesellschaft
verfügt über ein BaFin-geprüftes Verkaufspros-
pekt, um regulierungskonform auch Investitionen
über 100.000 EUR eingehen zu können und ist als
erste deutsche Crowdinvesting-Plattform Mitglied
im Business Angels Netzwerk Deutschland e.V.
Auch in diese Richtung sind mittelfristig interes-
sante Innovationen im Geschäftsmodell von Crow-
dinvesting-Plattformen zu erwarten.
Renditen
3.
16
Regulierung
Treiber für Marktentwicklung und GeschäftsmodellinnovationenTreiber für Marktentwicklung und Geschäftsmodellinnovationen
Das politische Umfeld in Deutschland und der EU
ist Crowdfunding gegenüber grundsätzlich positiv
eingestellt (Europäische Kommission 2014). Für
Deutschland prüft das Bundesnanzministerium
derzeit allerdings, ob im Fall des partiarischen
Nachrangdarlehens eine Regelungslücke zu Un-
gunsten der Anleger vorliegt. Unter anderem steht
die Prospektpicht für par tiarische Nachrangdarle-
hen zur Diskussion (BMF 2014a). Ein erster Ent-
wurf sieht vor, dass Finanzierungen von Crowd-
funding-Projekten bis zu einem Gesamtbetrag von
einer Millionen EUR von der Prospekthaftpicht
ausgenommen werden, sofern ein Anleger nicht
mehr als 10.000 EUR pro Finanzierungsrunde in-
vestieren kann. Gemäß dieses Entwurfs, wird zu-
künftig jedoch die Erstellung eines Vermögensan-
lagen-Informationsblatts (VIB) verpichtend (BMF
2014b). Daraus resultierende Veränderungen in
der Kostenstruktur können für die meisten deut-
schen Crowdinvesting-Plattformen neue Probleme
aufwerfen. Auch die Einführung von Investmentfüh-
rerscheinen für Crowdinvestoren bzw. die Begren-
zung der Zulassung auf akkreditierte Investoren
wird diskutiert. Vorbild sind hier die USA, wo dies
durch den Crowdfunding-Act zum Schutze der An-
leger umgesetzt wurde. Dort beträgt der Anteil von
Crowdinvesting am gesamten Crowdfunding in den
USA, inkl. spenden- und gegenleistungsbasiertes
Crowdfunding und Crowdlending, allerdings nur
knapp 14 %. Ob dies mit der Regulierung oder dem
ansonsten sehr gut funktionierenden Private-Equi-
ty-Markt der Vereinigten Staaten zusammenhängt,
lässt sich nicht feststellen. Es ist jedoch davon aus-
zugehen, dass die Einführung eines Investment-
führerscheins zu einer Verschiebung von Projekten
in Richtung Crowdfunding führt. Das gilt insbeson-
dere für Vorhaben, die den Kunden-Investor und
Produkt-Jünger in den Fokus nehmen.
Staatliches Eingreifen ist aber auch in eine andere
Richtung denkbar. Unter deutschen Business An-
gels erweist sich INVEST – Zuschuss für Wagnis-
kapital großer Beliebtheit und sein Anwendungs-
bereich wurde jüngst ausgeweitet. Eine ähnliche
Regelung für Crowdinvestoren würde das Finan-
zierungsinstrument in der Klasse der Renditeinves-
toren noch attraktiver machen und hätte sicherlich
insgesamt einen positiven Einuss auf die Entwick-
lung des deutschen Risikokapitalmarktes. Ein ver-
gleichbares Vorbild gibt es in Großbritannien. Dort
erhalten Crowdinvestoren 50 % ihres Investment-
betrages über die Steuer erstattet (Squareknot
2014). Diese Maßnahme hat zu einem erheblichen
Anstieg des Finanzierungsvolumens geführt.
17
3. Anhang
Methoden
Quellen
Kontakt
18
Methode der Untersuchung
Markt Investment-
portfolio
Crowd-
Investoren
Investitions-
dynamik
Crowd-Finanzie-
rungen in
Deutschland bis
März 2014
Experten-
befragung
Investments auf
Seedmatch und
Companisto
Befragungen von
Investoren auf
Seedmatch
Desk Research
(eigene Erhebung,
n = 18)
(eigene Erhebung,
n= 116)
(eigene Erhebung,
n = 226)
(Plattforminforma-
tionen, u.a. Studien)
(eigene Erhebung,
n = 20.907)
Um die Entwicklung des Crowdinvesting-Marktes in
Deutschland möglichst vielschichtig untersuchen zu
können, wurde ein Multi-Methodenansatz verfolgt.
Eigene quantitative Erhebungen zum Marktvolumen
und zu Marktanteilen wurden mit Detailanalysen
von insgesamt 20.907 Investments auf Seedmatch
und Companisto sowie einer Investorenbefragung
über die Crowdinvesting-Plattform Seedmatch ver-
bunden. Die Interpretation der Ergebnisse fand vor
dem Hintergrund eines ausführlichen Desk-Re-
search statt.
Einschränkend ist zu erwähnen, dass sich die Aus-
wertung der Investitionsprozesse ausschließlich auf
zwei Plattformen beschränkt, deren Marktanteil im
1. Quartal 2014, gemessen am Finanzierungsvolu-
men, jedoch knapp 90 % betrug. Die Ergebnisse der
Expertenbefragung stützen sich auf ein naturgemäß
eher kleines Sample, das sich aus Crowdinvesto-
ren, crowdnanzierten Startups, Plattformvertretern
und anderen Risikokapitalgebern zusammensetzte.
19
Quellen
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www.bundesnanzministerium.de/Content/DE/Downloads/Gesetze/2014-07-28-kleinanlegerschutzgesetz.
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fuer-grunder.de (2014b): Crowdinvesting-Monitor, 1. Quartal 2014. Download: http://www.fuer-gruender.de/
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Monitor_Q_1_2014.pdf, Zugriff am 10.06.2014.
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Moritz, Alexander/Block, Jorn H. (2013). Crowdfunding und Crowdinvesting: State-of-the-Art der wissen-
schaftlichen Literatur. Download: http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2274141, Zugriff am
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Squareknot (2014): Seed Enterprise Investment Scheme. https://www.squareknot.co.uk/eis-seis, Zugriff
am 10.06.2014.
20
Kontakt
Informationen
Satz und Gesta ltung: Matthias Fischer | www.formatplus.net
Über die EFNW GmbH
Die EFNW GmbH ist ein An-Institut der Universität Oldenburg, das in den Feldern Innovations- und Grün-
dungsmanagement aktiv ist. Wir verstehen uns als Ideenschmiede, in der kontinuierlich Trends analysiert
und Geschäftsmodellinnovationen entwickelt werden. Startups und etablierten Unternehmen bieten wir ein
vielfältiges Coaching- und Beratungsangebot in den Bereichen Eigenkapitalnanzierung, Teamentwicklung
und Geschäftsmodellanalyse sowie Strategieberatung. Methoden, die wir am EFNW anwenden sind State-
of-the Art der internationalen Managementdisziplin und stehen für einen Paradigmenwechsel im Manage-
ment von Innovationen. Die zum Teil speziell für technologieorientierte Startups entwickelten Ansätze wer-
den auf die Anforderungen etablierter Unternehmen angepasst. Darüber hinaus entwickeln wir am EFNW
auch eigene Methoden, wie das Global-Startup-Radar und engagieren uns in der Entrepreneurship-For-
schung, um die Entstehung innovativer Managementmodelle in der Gründungsszene aktiv mit zu gestalten.
EFNW GmbH
An-Institut der Universität Oldenburg
Ammerländer Heerstraße 138
26129 Oldenburg
www.efnw.de
crowdinvesting@efnw.de
Dr. Heike Hölzner ist Geschäftsführerin der EFNW GmbH und Expertin auf dem
Gebiet Innovations- und Gründungsmanagement. Mit dem inzwischen als »Fintech«
bezeichneten Innovationsgeschehen rund um die Digitalisierung von Finanzdienst-
leistungen beschäftigt sie sich bereits seit über fünf Jahren. Zuvor arbeitete Frau Dr.
Hölzner als Head of Business Development eines Unternehmens der Sparkassen-
Finanzgruppe.
Hanno Kortleben ist Consultant der EFNW GmbH und beschäftigt sich seit der ers-
ten Crowd-Finanzierung eines Startups in Deutschland wissenschaftlich mit dem
Thema Crowdinvesting. Er gehört somit zu den ersten Crowdinvesting-Forschern in
Deutschland. Herr Kortleben hat einen Master-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre
mit den Schwerpunkten Entrepreneurship und Unternehmensnanzierung.
Dipl.-Kfm. Benny Biering ist Consultant der EFNW GmbH und Experte im Bereich
Gründungsnanzierung mit Risikokapital. Aktuell treibt er den Aufbau eines regiona-
len Seed-Fonds mit Fokus auf universitären Spin-offs voran und berät Startups der
Universität Oldenburg zu allen Fragen der Gründungsnanzierung.
Zu den Autoren
www.efnw.de
... However, the crowdfunding market is still evolving and numerous studies show a development towards an increasing professionalisation of the scene (Frydrych et al. 2014;Hölzner et al., 2014). Therefore, future studies on crowdfunding should retest these early findings once the crowdfunding market is more established. ...
... Similarly, Lam and Law (2016) argue that crowdfunding does not replace conventional sources of financing sustainable ventures, but that it can rather serve as a supplement. As currently mainly sustainability activism benefits from this new funding and marketing opportunity, it will be interesting to see whether the increasing professionalisation of the crowdfunding market (Frydrych et al. 2014;Hölzner et al., 2014), will also be reflected in a growing share of successful ecopreneurial projects. If an increasing use of crowdfunding by ecopreneurial actors is politically desired, politics is challenged to find mechanisms to make crowdfunding more attractive to ecopreneurial projects (as done in the USA via the JOBS-act). ...
... Lastly, future research could verify the results of this and earlier studies on sustainability in crowdfunding for the context of crowdinvesting, as the crowdinvesting market is characterised by higher levels of professionalism than the crowdfunding market and does not require setting up rewards (cf. Hölzner et al., 2014). ...
... However, the crowdfunding market is still evolving and numerous studies show a development towards an increasing professionalisation of the scene (Frydrych et al. 2014;Hölzner et al., 2014). Therefore, future studies on crowdfunding should retest these early findings once the crowdfunding market is more established. ...
... Similarly, Lam and Law (2016) argue that crowdfunding does not replace conventional sources of financing sustainable ventures, but that it can rather serve as a supplement. As currently mainly sustainability activism benefits from this new funding and marketing opportunity, it will be interesting to see whether the increasing professionalisation of the crowdfunding market (Frydrych et al. 2014;Hölzner et al., 2014), will also be reflected in a growing share of successful ecopreneurial projects. If an increasing use of crowdfunding by ecopreneurial actors is politically desired, politics is challenged to find mechanisms to make crowdfunding more attractive to ecopreneurial projects (as done in the USA via the JOBS-act). ...
... Lastly, future research could verify the results of this and earlier studies on sustainability in crowdfunding for the context of crowdinvesting, as the crowdinvesting market is characterised by higher levels of professionalism than the crowdfunding market and does not require setting up rewards (cf. Hölzner et al., 2014). ...
... One comprehensive report on crowd-funding in relevant European countries, including Germany, was conducted by Ernst and Young on behalf of the University of Cambridge (Wardrop, Zhang, Rau, & Gray, 2015). Research was also undertaken on German crowdfunding, including crowd-investing, through a Delphi study focused on the potential of crowd-funding (Blohm et al., 2015) and an analysis of the market development (Hölzner, Kortleben, & Biering, 2014). The European Commission, for instance, is currently undertaking a study to analyse the risks and potentials of Crowd-funding (European Commission, 2015). ...
... Accordingly, in many countries legislations have been adapted to regulate crowd-investing primarily in order to migitate information asymmetries between investors and entrepreneurs and thus increase investor protection (Kappel, 2009;Mollick, 2014;Wardrop et al., 2015). Although in some countries, such as Japan, crowd-investing has been banned (Kirby & Worner, 2014) other areas, for instance the US, UK and continental Europe, have had a more positive view of equity-based crowd-funding (European Commission, 2014;Hölzner et al., 2014;Kitchens & Torrence, 2012). However, while some authors argue that approaches to regulation facilitate the access to capital for entreprenurs (Klöhn & Hornuf, 2012;Stemler, 2013) others argue that increased regulations might harm entrepreneurs, especially of small firms (Heminway, 2013;Hornuf & Schwienbacher, 2015). ...
... Although Germany followed a laissez-faire approach regarding crowd-investing regulation, regulatory changes were undertaken in the German Small Investor Protection Act which came into force in July 2015 (Fricke, 2015;Hornuf & Schwienbacher, 2015). The US CROWDFUND Act, or JOBS Act Title III, which will come into force in October 2015, served as model to the legislative adaption (Almerico, 2014;Hölzner et al., 2014). However, US regulations on crowd-investing are stricter since they, for example, only allow investments to accredited investors (SEC, 2012). ...
Article
Full-text available
This article presents a comprehensive overview of the current German crowd-investing market drawing on a data-set of 31 crowd-investing platforms including the analysis of 265 completed projects. While crowd-investing market still only represents a niche in the German venture capital market, there is potential for an increase in both market volume and in average project investment. The market share is distributed among a few crowd-investing platforms with high entry barriers for new platforms although platforms that specialise in certain sectors have managed to successfully enter the market. German crowd-investing platforms are found to promote mainly internet-based enterprises (36%) followed by projects in real estate (24%) and green projects (19%), with the median money raised 100,000 euro.
... Another aspect is that the studies use all types of campaigns with companies in different levels of development, and do not particularly focus on start-ups (e.g. Biering et al., 2014;Hornuf & Neuenkirch, 2015;Hornuf & Schwienbacher, 2014b;Schramm & Carstens, 2014). This means that a research gap exists regarding equity crowdfunding success factors in Germany. ...
... Besides, online communication is not only cheaper and faster, but addresses a bigger group of interested parties. Crowdfunding in the inherent platforms appears as a powerful communication tool (Candelise, 2015) as start-ups value the high advertising effect through crowdfunding even higher than the actual goal of raising capital (Hölzner, Kortleben, & Biering, 2014). Since the awareness of cooperatives in the energy sector is highly underrepresented in general, being perceived by less than every fourth resident in Germany (Theurl, 2012), crowdfunding could contribute to enhance the recognition subsequently. ...
Conference Paper
Full-text available
Practice and theory proved the potential of energy cooperatives successfully shaping the energy turnaround through civic participation. However, little research has been conducted on sustainable financing concepts for energy cooperatives that cooperatives can exploit to cope with the demographic, financial and image related issues. The aim of the present study is therefore to investigate the potential of crowdfunding. Hence, a qualitative study design based on expert interviews with representatives of energy cooperatives was chosen to deduce recommendations for its utilization within an energy cooperative. The results show that although most cooperatives are not familiar with crowdfunding, strong potentials lie in opening the predominantly local structures for a broader group of members. Building on this, equity based crowdfunding revealed to be suitable for energy cooperatives as a financial add-on and to accompany other challenges in the same way.
BERGFÜRST entwickelt als erstes FinTech-Unternehmen mit Bank-Lizenz Finanzierungsmodelle der Zukunft. https://de.bergfuerst.com/news/details/270/bergfuerst-entwickelt-als-erstes-fintech-unternehmen-mit-bank-lizenz-finanzierungsmodelle-der-zukunft, Zugriff am 29
Bergfürst (2014): BERGFÜRST entwickelt als erstes FinTech-Unternehmen mit Bank-Lizenz Finanzierungsmodelle der Zukunft. https://de.bergfuerst.com/news/details/270/bergfuerst-entwickelt-als-erstes-fintech-unternehmen-mit-bank-lizenz-finanzierungsmodelle-der-zukunft, Zugriff am 29.07.2014.
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Brütsch, Markus (2014): Warum Business Angels und die Crowd sich gegenseitig brauchen. In: BAND (2014): Crowdinvesting und Business Angel. BANDquartal, Ausgabe 01/2014, S. 14-16.
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  • Bundesministerium Für Finanzen
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Entwurf eines Gesetzes Kleinanlegerschutzgesetzes
  • Bundesministerium Für Finanzen
Bundesministerium für Finanzen (2014b): Entwurf eines Gesetzes Kleinanlegerschutzgesetzes. http:// www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/Gesetze/2014-07-28-kleinanlegerschutzgesetz. pdf?__blob=publicationFile&v=4, Zugriff am 29.07.2014.
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Knaub et al. (2013): Crowdinvesting in Start-ups @ Innovestment: Motive und Investitionsverhalten der Crowd.
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