ArticlePDF Available

Pocket Code – Programmieren für Alle mit einem offenen Online-Kurs

Authors:

Abstract and Figures

Da eine großflächige oder vielleicht sogar flächendeckende Maßnahme für das Bildungssystem nur sehr schwer umsetzbar ist, hat man sich entschlossen, einen frei zugänglichen und kostenlosten Online-Kurs (MOOC) zu erstellen. Unter dem Namen „Learning to code – Programmieren mit Pocket Code“ wurde dieser im Herbst 2016 angeboten. Dieser Kurs wird auf der MOOC-Plattform iMooX (http://imoox.at) zur Verfügung gestellt (Kopp & Ebner, 2015) und soll Kindern die Möglichkeit geben, erste kleine Apps selber zu gestalten.
Content may be subject to copyright.
Original erschienen in: Ebner, M., Janisch, S., Höllerbauer, B., Grandl, M. & Slany, W. (2017) Pocket Code Programmieren
für Alle mit einem offenen Online-Kurs. FNMA-Magazin 01/2017. S. 16-19 ISSN: 2410-5244 http://www.fnm-
austria.at/fileadmin/user_upload/documents/Magazin/2017-01.pdf
Pocket Code – Programmieren für Alle mit einem
offenen Online-Kurs
Martin Ebner, Stefan Janisch, Bettina Höllerbauer, Maria Grandl und Wolfgang Slany
Die Stärkung der MINT-Fächer und daher auch insbesondere der Informatik ist ein
zentrales Anliegen der (politischen) Bestrebungen im Bildungsbereich, wie einerseits
die Digital Roadmap oder der Regierungsplan zu Bildung 4.0 fordert. Dabei geht es
aber nicht nur darum das Programmieren an sich zu schulen, sondern vielmehr auch
zu zeigen, dass der kreative Einsatz von digitalen Werkzeugen wesentlich ist für die
Gesellschaft von morgen. Diese Aktivitäten werden auch gerne unter dem Begriff
„Maker Education“ (vom engl. „to make“ für „machen“) zusammengefasst. Making
umschreibt also Aktivitäten, bei denen jede/r selbst aktiv wird und ein Produkt, ggf.
auch digital, entwickelt, adaptiert, gestaltet und produziert, und dabei (auch oder
eigentlich insbesondere) digitale Technologien zum Einsatz kommen (Schön et al,
2016). Aus informatischer Sicht steht dabei neben der Fähigkeit zu programmieren
vor allem auch das logische und strukturierte Denken sowie ein Verständnis für
täglich benutzte Technologien im Vordergrund.
Um Kindern und Jugendlichen erste Schritte zu zeigen bzw. erste Erfahrungen
sammeln zu lassen wurde an der TU Graz Pocket Code, eine gratis App des dort
beheimateten Non-Profit Projektes “Catrobat”, entwickelt. Basierend auf einem Lego-
artigen Bausteine-Prinzip sollen typische Probleme wegfallen, welche in
traditionellen Programmiersprachen auftreten (Abb. 1). Kinder können sich aufgrund
dieser einfachen und visuellen Benutzeroberfläche voll und ganz auf die Umsetzung
ihrer eigenen kreativen Ideen konzentrieren. Gerade dem oft geglaubtem Vorurteil
“So eine App zu erstellen ist doch viel zu schwer für mich” soll so mit Pocket Code
entgegnet werden.
Original erschienen in: Ebner, M., Janisch, S., Höllerbauer, B., Grandl, M. & Slany, W. (2017) Pocket Code Programmieren
für Alle mit einem offenen Online-Kurs. FNMA-Magazin 01/2017. S. 16-19 ISSN: 2410-5244 http://www.fnm-
austria.at/fileadmin/user_upload/documents/Magazin/2017-01.pdf
Abbildung 1: Lego-artiges Bausteine-Prinzip von Pocket Code
Zusätzlich kann die selbsterstellte App anschließend ganz einfach auf der
dazugehörigen Internetplattform www.pocketcode.org hochgeladen und so mit
Freunden und anderen Nutzer/innen weltweit geteilt werden. Der Einblick in von
anderen Usern erstellte Programme fördert das Erlernen dieser grafischen und
intuitiven Programmiersprache. Mehr als 26.000 Apps wurden bis März 2017
hochgeladen und die Tendenz ist ungebrochen weiter ansteigend.
Da eine großflächige oder vielleicht sogar flächendeckende Maßnahme für das
Bildungssystem nur sehr schwer umsetzbar ist, hat man sich entschlossen, einen
frei zugänglichen und kostenlosten Online-Kurs (MOOC) zu erstellen. Unter dem
Namen „Learning to code – Programmieren mit Pocket Code“ wurde dieser im
Herbst 2016 angeboten. Dieser Kurs wird auf der MOOC-Plattform iMooX
(http://imoox.at) zur Verfügung gestellt (Kopp & Ebner, 2015) und soll Kindern die
Möglichkeit geben, erste kleine Apps selber zu gestalten.
Original erschienen in: Ebner, M., Janisch, S., Höllerbauer, B., Grandl, M. & Slany, W. (2017) Pocket Code Programmieren
für Alle mit einem offenen Online-Kurs. FNMA-Magazin 01/2017. S. 16-19 ISSN: 2410-5244 http://www.fnm-
austria.at/fileadmin/user_upload/documents/Magazin/2017-01.pdf
Der freie Online-Kurs wurde über einen Zeitraum von sechs Wochen durchgeführt,
mit knapp 700 Teilnehmer(n)/innen unterschiedlicher Altersgruppen. In jeder Woche
gab es zumindest ein Video mit theoretischem Inhalt und Begleitmaterial (siehe Abb.
2), das die grundlegenden Funktionen sowie Tipps und Tricks von Pocket Code
erläutert. Das Hauptaugenmerk des Kurses wurde dabei auf das „making“ das
eigene Tun und Machen gerichtet. Dazu stellten wir unterschiedliche Aufgaben,
welche die Teilnehmer/innen individuell bearbeiten und lösen konnten. Im
Hintergrund werden dabei Konzepte erarbeitet, die in der Informatik eine wichtige
Rolle spielen, zum Beispiel Bedingungen, Variablen, Ereignisse oder Parallelismus.
Am Ende des Prozesses stand, wie bereits erwähnt, eine eigene App.
Abbildung 2: Pocket Karte
Der Kurs steht nach wie vor zur freien Verfügung unter http://imoox.at und in einer
Nachfolgearbeit wurde auch ein frei verfügbarer Moodle-Kurs entwickelt, der auch
den Schuleinsatz im schuleigenen Moodle ermöglicht (Export des Kurses liegt unter
https://tc.tugraz.at/main/course/view.php?id=1415 zum Download bereit).
Original erschienen in: Ebner, M., Janisch, S., Höllerbauer, B., Grandl, M. & Slany, W. (2017) Pocket Code Programmieren
für Alle mit einem offenen Online-Kurs. FNMA-Magazin 01/2017. S. 16-19 ISSN: 2410-5244 http://www.fnm-
austria.at/fileadmin/user_upload/documents/Magazin/2017-01.pdf
Literatur
Kopp, M., Ebner, M. (2015) iMooX - Publikationen rund um das Pionierprojekt. Verlag
Mayer. Weinitzen
Schön, S., Ebner, M., Narr, K. (2016) Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen:
Handbuch zum kreativen digitalen Gestalten, Book on Demand, Norderstedt
Autor/innen
Priv.-Doz. Dr. Martin Ebner leitet die Organisationseinheit Lehr- und Lerntechnologien an der
Technischen Universität Graz und zeichnet sich für alle E-Learning Belange der Universität
verantwortlich. Als solches ist das Thema Making mit Kindern und Jugendlichen ein
wichtiges Thema für ihn. Mehrnnen sie auf seinem Weblog nachlesen:
http://elearningblog.tugraz.at
Stefan Janisch hat den Master in Sportwissenschaft und absolviert derzeit sein
Diplomstudium Informatik und Sport Lehramt auf der TU Graz bzw. KFU Graz.
Bettina Höllerbauer ist Lehramtstudentin für die Fächer Informatik und Mathematik an der
TU Graz bzw. KFU Graz und entwickelte im Rahmen ihrer Diplomarbeit einen frei
verfügbaren Moodle Kurs zum Thema „Pocket Code“ für den Schuleinsatz.
Maria Grandl absolviert derzeit ihr Diplomstudium Informatik und Mathematik Lehramt an der
TU Graz bzw. KFU Graz und hat im Rahmen ihrer Diplomarbeit offen lizenzierte Lehr- und
Lernunterlagen für den Informatik-Unterricht entwickelt.
Univ.-Prof. Wolfgang Slany ist am Institut für Softwaretechnologie an der Technischen
Universität Graz tätig und für Pocket Code verantwortlich, welches im Rahmen des
Catrobat-Projekts entwickelt wird. http://www.ist.tugraz.at/wolfgang_slany
... Recently 700 participants attended the MOOC, where each week a video was made available with further information on theoretical background. The authors of the "Programming with PocketCode" emphasize on "making", i.e. setting the focus of learning on practicing how to code (Ebner, Janisch, Höllerbauer, Grandl, & Slany, 2017). However, considering the target group of prospective CS students and the requirements at university freshmen programming courses this MOOC using block-based programming languages might address a younger target user group and hence be too easy and superficial as to improve their start of studies at a university. ...
Conference Paper
Full-text available
At our university, the undergraduate program in Computer Science and Business Informatics (CSBI) faces a high student dropout rate especially during the first year of studies. One reason is the students' heterogeneous pre-university CS education, in particular concerning programming, due to inhomogeneous biographical backgrounds and different types of secondary schools. To tackle this knowledge-gap by levelling up those without or with little programming experience we have developed the massive open online course (MOOC) Programming with Processing. The MOOC comprises various learning activities and materials to study, exercise and self-assess basic programming concepts at individual learning speed using the programming environment Processing. The first course run comprised 6 chapters and has been implemented and evaluated with 577 prospective CSBI students. In this practice-based paper, we present the MOOC course design and the development, testing and implementation processes, the pedagogical background and we discuss our lessons learned so far.
Book
Full-text available
33 Projekte rund um das kreative digitale Gestalten mit Kindern und Jugendlichen in der Schule, in der Freizeit und MINT-Initiativen werden in diesem Handbuch vorgestellt. Dazu werden Hintergründe zum Making beschrieben. Unter den Projektbeschreibungen sind Konzepte für offene digitale Werkstätten für Kinder, Jugend-Hackathons, Makerspaces an der Schule, Workshop-Angebote und Unterrichstunden rund um 3D-Modellierung, Optik, Stereoskopie und virtuelle Realität. Ob Programmieren, 3D-Druck, Fotografie mit Smartphone oder Trickfilmerstellung mit Tablets, das Löten von LED oder die Arbeit mit Raspberry Pi, dem MaKey-MaKey-Kit oder andere neue und alte Werkzeuge: Immer dreht es sich darum, wie gemeinsam mit Kindern die Welt rund um Digitales und Technik kreativ gestaltet und neu erfunden werden kann. Dabei werden bevorzugt Projekte beschrieben, die auch von Einsteiger/innen umgesetzt und für eigene Zwecke angepasst werden können: Upcycling, Müllvermeidung, Partizipation, günstige Materialien und kostenlose Tools sowie weitgehende Verzicht auf speziellle und teure Bausätze sind dabei Grundlage der Auswahl. Mit Beiträgen von Ralf Appelt, Matthias Andrasch, Silvana Aureli, Dominik Bartel, Gerhard Brandhofer, Henrike Boy, Guido Brombach, Martin Ebner, Gerald Geier, Steffen Griesinger, Tobias Hübner, Julia Kleeberger, Gregor Lütolf, Victoria Mader, Kurt Meister, Werner Moser, Kristin Narr, Zwetana Penova, Markus Peißl, Hans-Bodo Pohla, Ingrid Reip, Eike Rösch, Bettina Scheurer, Martin Schön, Sandra Schön, Björn Schreiber, Christine Schwarz, Daniel Seitz, Friederike Siller, Markus Sindermann, Michael Spitzer, Michael Tillmann, Karin Winkel, Mathias Wunderlich, Isabel Zorn und Yvonne Zylka.