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Science meets Comics. Proceedings of the Symposium on Communicating and Designing the Future of Food in the Anthropocene

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Abstract and Figures

There are no simple solutions in the Anthropocene era. Every single person lives in a highly complex system and is connected to it by his or her actions. By focusing on the example of alimentation, this interconnectedness can be exposed and presented in a form that everyone can understand. Comics as a communication medium not only have the potential to make complex issues accessible in an appealing form; the comic-making process itself can inspire scientific work, and reveal new connections. This proceedings volume includes contributions on alimentation and comic theory by Jaqueline Berndt, Anne-Kathrin Kuhlemann, Toni Meier, Veronika Mischitz, Stephan Packard, Lukas Plank, Nick Sousanis, Katerina Teaiwa and Arnold van Huis. It is the result of the two-day symposium Science meets Comics, held in October 2015 in the Cluster of Excellence Image Knowledge Gestaltung. An Interdisciplinary Laboratory at the Humboldt-Universität zu Berlin, which discussed and developed these new means of communication in relation to alimentation.
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... Sobald jedoch Werkzeuge wie Faustkeile und Speere sowie der Gebrauch des Feuers dazukamen, war der Einfluss möglicher-Abbildung 3: Planetarische Grenzen mit Hervorhebung des Anteils des Ernährungssektors. Planetarische Grenzen nach Steffen et al. (2015a), vereinfacht, Ernährungssektor sowie Ergänzung des Aerosol-Sektors nach Meier (2017) weise schon so groß, dass das Aussterben von Großsäugetieren zu und nach Ende der letzten Eiszeiten schon durch ihn mitbedingt war. Als sich Menschen in der Neolithischen Revolution niederließen und Ackerbau, Viehzucht und Vorratshaltung betrieben, waren die Einflüsse durch die Landnutzung, ggf. ...
... In Deutschland gingen zwar die Phosphatkonzentrationen in Fließgewässern durch den Stopp der Verwendung von Phosphaten für im Privathaushalt verwendete Waschmittel sowie durch verbesserte Kläranlagen deutlich zurück, allerdings nahmen die Ausflüsse aus der Landwirtschaft weiter zu. Insgesamt haben landwirtschaftliche Prozesse den größten Anteil an den Phosphateinträgen in die Umwelt (Meier 2017). ...
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Eine zunehmend komplexere Welt erfordert eine Bildung, die Kausalitäten, Interdependenzen und Dynamiken in Umwelt und Gesellschaften verbindet. Das Anthropozän-Konzept mit seinen analytischen Ebenen sowie seiner konsequentialen Metaebene erscheint gut geeignet, derartiges systemisches Wissen fachspezifisch und fächerübergreifend in den Unterricht einzubringen. Basierend auf der anthropozänen Erkenntnis der notwendigen Eingliederung menschlichen Tuns in den erdsystemaren Kontext können ethische Fragen, darunter Externalisierungsmechanismen, „beliefs“, Präventions- und Zukunftsparadoxa, Gerechtigkeitsaspekte von Gemeingütern und mögliche Zukunftsszenarien behandelt werden. Dazu sind neue Kommunikationswege, wie integrierende Narrative, vorstellungsfördernde Visualisierungen sowie partizipative und Design-Thinking-Projekte hilfreich. Ziel ist es, uns als integrativen Teil des Erdsystems zu begreifen, eine Blickwinkel-Öffnung einzuüben und damit über eine Stärkung und Weiterentwicklung psychischer Ressourcen zu einer solidarischen „Zukunftsfähigkeitskompetenz“ sowie einer individuellen Sinnkonstruktion beizutragen. Keywords: Anthropozän, Komplexitäten, Unterrichtsbeispiele, Unswelt, Zukunftsparadoxon, Zukunftsfähigkeitskompetenz, Erdsystem Publisher Info see: https://www.studienverlag.at/produkt/5598/das-anthropozaen-lernen-und-lehren/ TOC and several articles (incl. this one) also available via ebook-preview: https://tinyurl.com/Sippl-etal-Leseprobe
... Human societies face enormous challenges in reducing negative impacts of their activities on the environment (Rockström et al., 2009;Running, 2012), while ensuring that the necessary changes are socially just (Biermann, 2012). Among human activities, those in the agricultural and food sectors have strong impacts (Juniper, 2021;Meier, 2017), and many studies point to the urgency of changing, sometimes deeply, the current dominant food systems to innovative and sustainable ones (Béné et al., 2019;Frison and Clément, 2020;Meynard et al., 2016;Theurl et al., 2020). This transition concerns everyoneresearchers, input suppliers, farmers, advisers, food processors, consumers, etc.and should be driven by public policies (Cambeses-Franco et al., 2022;De Schutter et al., 2020;Galli et al., 2020;Kugelberg et al., 2021). ...
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Biodiversity-based cropping systems are an interesting option to address the many challenges that agriculture faces. However, benefits of these systems should not obscure the fact that creating biodiversity-based cropping systems represents a major change for farmers. To address this challenge, we argue that designing biodiversity-based cropping systems requires transforming ecological concepts into technical opportunities. Indeed, integrating ecological concepts such as plant–soil feedback and plant functional traits more strongly into cropping system design offers promising opportunities for the provision of ecosystem services, such as pest and disease control, crop production (including crop yield stability), climate regulation and regulation of soil quality. Accordingly, we demonstrate that designing biodiversity-based cropping systems requires considering not only the short term but also the long term. This would ensure that the expected ecosystem services have enough time to build up and provide their full effects, that the cropping systems are resilient and that they avoid the limitations of short-term assessments, which do not sufficiently consider multi-year effects. Considering long-term consequences of system change – induced by biodiversity – is essential to identify potential trade-offs between ecosystem services, as well as agricultural obstacles to and mechanisms of change. Including farmers and other food-chain actors in cropping system design would help find acceptable compromises that consider not only the provision of ecosystem services, but also other dimensions related to economic viability, workload or the technical feasibility of crops, which are identified as major obstacles to crop diversification. This strategy represents an exciting research front for the development of agroecological cropping systems.
... Weiteres zu Narrativen, darunter auch Beispiele sieheLeinfelder (2017aLeinfelder ( , b, c, 2018Leinfelder ( , 2019b,Leinfelder et al. (2015Leinfelder et al. ( , 2017Leinfelder et al. ( , 2019. ...
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Fazit: Das Anthropozän-Konzept ist eine umfassende konzeptionelle „toolbox“ zur systemischen Analyse, zum interdisziplinären Monitoring und für ein neues Verständnis des gigantischen derzeitigen Einflusses menschlicher Aktivitäten auf das Erdsystem. Gleichzeitig impliziert es weder eine fatalistische Hinnahme einer Apokalypse, noch fördert es einen simplifizierenden „alles-wird-gut“-Positivismus, sondern erlaubt differenzierte Betrachtungen aus verschiedenen Perspektiven. Gerade wegen seines systemischen und interdisziplinären Herangehens beinhaltet das Konzept auch keinesfalls eine Engführung in der Entwicklung, Propagierung und Anwendung von Zukunftsoptionen. Erdsystem-, Sozial-, Kultur- und Geisteswissenschaften geben allerdings gemeinsam und überaus deutlich den dringenden Hinweis darauf, dass wir zur Erreichung globaler Entwicklungsziele, wie Gerechtigkeit, Nahrungssicherheit, Gesundheit, Frieden und weiterer Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) (UNSDGs 2015) auch weiterhin „einschätzbare“ Bedingungen eines anthropozänen Erdsystems benötigen (Steffen et al. 2016). Um die relative Stabilität des Holozäns nicht gegen unwägbare Risiken vollständig einzutauschen, sondern in ein zwar andersartiges, jedoch dauerhaft habitables Anthropozän überzuführen, wird es notwendig, im Sinne des Anthropozän-Konzepts planetare Grenzen (sensu Rockström et al. 2009, Steffen et al. 2015b) nicht zu überschreiten und die SDGs als Kompass zu sehen. Dazu ist zum einen kontinuierliches Monitoring des Zustands des anthropozänen Erdsystems unabdingbar. Nur dann können sowohl Schutzräume als auch Gestaltungsspielräume für das Anthropozän gewährleistet bleiben. Innerhalb dieses Rahmens kann dann je nach Region, je nach Kulturkreis sowie je nach gesellschaftlichen Erfordernissen und gesellschaftspolitischen Zielen sehr frei verhandelt werden, wohin die Zukunftsreise im Einzelnen gehen soll. Eine generell ganzheitlichere, integrative Sicht der Einbindung der Menschheit in planetare Prozesse, ein Einbinden aller, also der Politik, der Wissenschaften, zivilgesellschaftlicher Gruppen und jedes einzelnen, aber auch ein konstruktives kreatives Ausprobieren, um sich die Möglichkeiten für Zukunftslösungen und alternative Zukünfte allgemein besser vorstellen und damit ggf. wünschbar machen zu können, ist dazu allerdings notwendig und ebenfalls aus dem Anthropozän-Ansatz ableitbar. Dichotome „richtig-oder-falsch“-Lösungen, gar großtechnische Knopfdrucklösungen existieren allerdings nicht. So gibt es auch für die „idealtypischen“ Lö-sungsszenarien sensu Leinfelder (2014, 2016) nicht nur vielfältige Übergänge und Mischformen, sie sind sogar explizit dazu gedacht, solch gemischte Lösungsportfolios zu generieren. Keiner dieser idealtypischen Lösungsansätze hat einen prinzipiellen Vorteil über die anderen, da sie auch in ihrer Zeitlichkeit unter-schiedlich umsetzbar sind. Reaktive Lösungen sind teilweise direkt implementierbar, während komplette Kreislaufwirtschafts- und andere innovative High-tech-Systeme nicht nur wegen technischer, sondern auch sozialer, juristischer und kultureller Herausforderungen nur langsamer verfügbar sind. Andererseits dürfen heute rasch einsetzbare reaktive Lösungen die weitere Entwicklung kom-plexer Kreislaufwirtschaftssysteme nicht verhindern. Gemischte Portfolios, die auch mit einem experimentellen Charakter versehen und immer wieder umgebaut werden sollten, sobald neue Lösungsansätze verfügbar sind, werden die Zukunftsgestaltung im zukünftigen Anthropozän offener, aber auch viel kreativer und innovativer möglich machen. Das Ausrufen des Anthropozäns alleine wird die Umwelt- und Sozialprobleme der Erde nicht lösen. Aber der daraus resultierende starke Denkanstoß lautet, uns als Teil eines einzigen und einzigartigen Erdsystems zu begreifen, welches gerade deshalb nicht als ausbeutbare Ressource, sondern als funktionstüchtig zu sehendes Gesamtversorgungssystem, etwa im Sinne einer Stiftung, zu sehen ist. Die einzelnen Nationen sollten hierbei eine Sachwalterrolle für das Funktionieren des Gesamtsystem einnehmen (cf. WBGU 2013, Leinfelder 2017a). Wenn sich also jeder Teil unserer Gesellschaft – von der Politik, über die Wirtschaft, die Wissenschaft, die Designer, das Bildungssystem, zivilgesellschaftliche Gruppen bis hin zum Individuum – am notwendigen Umbau beteiligt, wären wir auf dem Weg in ein zukunftsfähiges, auch die Menschheit dauerhaft mittragendes Anthropozän. Es ist höchste Zeit, davor nicht weiter zurückzuschrecken, sondern jetzt kreativ und zukunftsfreudig mit dieser Gestaltung zu beginnen.
... Helbig 2013, Fischer 2016. Since it is easy to outline and easier to update, the sciences -and then also media, film and pop culture -tend to use business-as-usual scenarios, i.e. explorative, probable, thus imaginable 12 For more on narratives, including other examples, see Leinfelder (2017aLeinfelder ( , b, c, 2018, Leinfelder et al. (2015Leinfelder et al. ( , 2017 futures. Far too little attention is paid to possible alternative futures and even less to normative, desirable futures. ...
Article
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The Anthropocene concept is a comprehensive conceptual "toolbox" for systemic analysis, interdisciplinary monitoring and a new understanding of the gigantic current impact of human activities on the Earth system. At the same time, it neither implies a fatalistic acceptance of an apocalypse, nor does it promote a simplistic "everything will be fine" positivism, but rather allows differentiated observations from different perspectives. Precisely because of its systemic and interdisciplinary approach, the concept does not narrow possible pathways for the development, propagation and application of future options. On the contrary, the Earth system sciences, social sciences, cultural studies and the humanities together and very clearly express that in order to achieve global development goals such as justice, food security, health, peace and other goals for sustainable development (SDGs) (UNSDGs 2015), we keep on needing "assessable" and predictable conditions of an Anthropocene Earth system (Steffen et al. 2016). In order not to completely switch from the relative stability of the Holocene to incalculable risks, but rather to transform the Anthropocene Earth System into a different, but permanently habitable Anthropocene, it is necessary not to exceed planetary boundaries (sensu Rockström et al. 2009, Steffen et al. 2015b) and to see the SDGs as a compass. For this purpose, continuous monitoring of the state of the Anthropocene Earth system is indispensable. Only then both safe shelter spaces and a creative leeway for shaping the Anthropocene remain guaranteed. Within this framework, and depending on the region, the culture, the social requirements and the sociopolitical goals, it should be possible to negotiate very freely where the future journey should go. Necessary for that is a generally more holistic, systemic view of the integration of humankind into planetary processes, which means an integration of all societal groups, i.e. politics, science, business, administration, civil society groups and individuals. Another prerequisite is the improvement of future literacy via education in schools, universities, companies etc., with the goal to develop skills for better imagining alternate futures, depicting desirable futures, and designing solution portfolios for them. (excerpt from the conclusions of the paper)
... Der Autor schlug für solche Zwecke eine idealtypische Erarbeitung verschiedener möglicher Zukunftspfade vor und unterschied hierbei -neben dem in der Regel ungewünschten 1) Business-as-usual-Pfad (BAU) -2) einen reaktiven Pfad, 3) einen Weniger-ist-mehr-Pfad, 4) einen bio-12 Weiteres zu Narrativen, darunter auch weitere Beispiele siehe Leinfelder (2017aLeinfelder ( , b, c, 2018, Leinfelder et al. (2015Leinfelder et al. ( , 2017. , D a s A n t h r o p o z ä n -D i e E r d e i n u n s e r e r H a n d 3 7 ...
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Leinfelder, R. (2019): Das Anthropozän - Die Erde in unserer Hand.- In: Schwinger, E. (ed.) Das Anthropozän im Diskurs der Fachdisziplinen, . S.-23-46 Weimar bei Marburg (Metropolis-Verlag, ). (For more info see https://www.metropolis-verlag.de/Das-Anthropozaen-im-Diskurs-der-Fachdisziplinen/1394/book.do )
... Der Autor schlug für solche Zwecke eine idealtypische Erarbeitung verschiedener möglicher Zukunftspfade vor und unterschied hierbei -neben dem in der Regel ungewünschten 1) Business-as-usual-Pfad (BAU) -2) einen reaktiven Pfad, 3) einen Weniger-ist-mehr-Pfad, 4) einen bio-12 Weiteres zu Narrativen, darunter auch weitere Beispiele siehe Leinfelder (2017aLeinfelder ( , b, c, 2018, Leinfelder et al. (2015Leinfelder et al. ( , 2017. , D a s A n t h r o p o z ä n -D i e E r d e i n u n s e r e r H a n d 3 7 ...
Preprint
Leinfelder, R. (2019, in press): Das Anthropozän - Die Erde in unserer Hand.- In: Schwinger, E. (ed.) Das Anthropozän im Diskurs der Fachdisziplinen. Weimar bei Marburg (Metropolis-Verlag, ISBN 978-3-7316-1394-7). (For more info see https://www.metropolis-verlag.de/Das-Anthropozaen-im-Diskurs-der-Fachdisziplinen/1394/book.do )
... Das Autorenteam arbeitet aufgrund der mit dem WBGU-Comic gemachten positiven Erfahrungen weiterhin mit neuen Formen der Wissenskommunikation mit Hilfe von Sachcomics, wobei nun der Partizipationsgrad steigt -von der Beteiligung der WBGU-Beiräte am WBGU-Comic über die freie, nur durch Längen, Panel-Zahl und Farbwahl zusammengehaltene partizipative Gestaltung eines Anthropozän-Comics durch eine Illustratorenklasse der Universität der Künste Berlin 31 für eine Sonderausstellung des Deutschen Museums bis hin zu einem im Rahmen eines Exzellenzclusterprojekts erstellten interkulturell-partizipativen Comic-Projekt rund um das Thema Essen und Ernährung, bei denen die Inhalte unter anderem auch durch Dialoge mit Protagonisten aus 10 Ländern aller Kontinente entwickelt wurden und die Illustratoren ebenfalls aus diesen Regionen kommen 32 und ein begleitendes wissenschaftliches Symposium zum Thema Science meets Comics durchgeführt wurde. 33 Auch der Personalisierungsansatz wurde weiter entwickelt. So versah der WBGU sein aktuelles Urbanisierungsgutachten 34 wiederum mit einem Comic, bei dem nun aber nicht die Beiratsmitglieder, sondern die behandelten Großstädte als Personen animiert wurden. ...
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Einleitung und Zielsetzung: Der »Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen« (WBGU) ist ein von der Bundesregierung jeweils für eine Periode von vier Jahren eingesetztes unabhängiges Beratungsgremium, mit der Aufgabe, globale Umwelt- und Entwicklungsprobleme zu analysieren. Für die Themenwahl ist der WBGU selbst verantwortlich, an Publikationsformaten stehen neben Politikpapieren und Fact Sheets insbesondere meist mehrere hunderte Seiten umfassende Hauptgutachten sowie etwas schlankere Sondergutachten zur Verfügung. Die Zielgruppe ist die Bundesregierung sowie Mitglieder des Deutschen Bundestags, welche alle Gutachten als Bundesdrucksache erhalten. Darüber hinaus kann jeder die Gutachten sowohl online als auch in gedruckter Form (soweit der Vorrat reicht) kostenfrei über www.wbgu.de erhalten. Das Hauptgutachten des Jahres 2011 unterschied sich allerdings bezüglich der Zielgruppen und ist deshalb besonders herauszuheben. Unter dem Titel Welt im Wandel. Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation entstand zum Ersten ein besonders interdisziplinäres, hochkomplexes Gutachten, welches zwar insbesondere auf die globale Klimaproblematik und notwendige Lösungsansätze fokussiert, dies aber systemisch in einen großen gesamtgesellschaftlichen Kontext einbettet. Zum Zweiten fand dieses Gutachten nicht nur bei deutschen, sondern auch bei ausländischen Medien und Politikern große Beachtung; und zum Dritten war diesmal die Zielgruppe der potenziellen Leserschaft eine erweiterte, denn eine der Kernaussagen des Gutachtens war die über 400 Seiten begründete These, dass weder nationale noch internationale politische Bemühungen alleine genügen werden, um eine notwendige große gesellschaftliche Transformation zur Nachhaltigkeit zu erreichen, sondern dass hierzu ein ideeller »Gesellschaftsvertrag« notwendig sei. Mit anderen Worten: Forschung und Entwicklung, Wirtschaft, Bildungssysteme und Zivilgesellschaft müssten die Politik anschieben, indem sie selbst vorangehen, und die Politik müsse dies durch Rahmenbedingungen unterstützen. Pioniere des Wandels (»Change Agents«) – seien es nun Vordenker, Initiativen, innovative Firmen oder dezidierte Behörden, um nur einige zu nennen – sind hierbei von besonderer Bedeutung. Es stellte sich damit die Frage nach einer Popularisierung des Gutachtens sowie die Frage, ob solch eine Maßnahme ggf. auch zielführend in dem Sinne sei, dass dadurch persönliche Einstellungen reflektiert, die eigene Selbstwirksamkeit besser erspürt und vielleicht sogar Verhaltensänderungen ausgelöst werden könnten. Der WBGU ließ deswegen erstmalig ein Massive Open Online Course (MOOC) zum Gutachten (Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit)3 erstellen und griff die Anregung der Autoren dieses Artikels auf, das Gutachten in eine zusätzliche Comic-Version zu »transformieren«. Mit Hilfe eines (BMBF- und FU-Berlin geförderten) Forschungsprojekts sollte die in Kooperation mit dem Verlagshaus Jacoby & Stuart erstellte Sachcomic-Version gleichzeitig zum Forschungsgegenstand werden: Eignet sich das Comic-Format, um komplexe, systemische Sachverhalte und Lösungsvorschläge einem breiten Publikum besser verständlich zu machen und dabei das Thema insgesamt zu popularisieren? Neben der Erstellung der Comic-Version sollte in einem zweiten Schritt also umfassende Begleitforschung zur Rezeption und Eignung dieses Buchs als Beispiel für alternative Wissenstransferansätze durchgeführt werden, um damit eine wissenschaftlich fundierte Einschätzung zum Potential von Sachcomics als neues Wissenstransfer- medium für komplexe Sachverhalte bzw. Fragestellungen zu ermöglichen.
... Aus Gründen der "Welternährungssicherheit" siedelten die Briten in kolonialen Zeiten die gesamte Bevölkerung um, um das wertvolle Phosphat der pazifischen Insel komplett abbauen zu können. Abbildungen und nähere Details: Teaiwa 2015Teaiwa , 2017; siehe auch Abb. 3). Leinfelder et al. (2016) Leinfelder et al. 2016, Illustrationen Zineb Benjelloun, links leicht verändert) Obwohl also Phosphat eine sehr endliche geologische Ressource darstellt, bringt der Mensch zwischenzeitlich mehr in den Phosphatkreislauf ein, als die Natur an Phosphat aus Verwitterung und natürlichen Recyclingprozessen zur Verfügung stellt. ...
Technical Report
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Info: This is the extended version of Leinfelder., R. (2017), "Die Erde wie eine Stiftung behandeln" – Ressourcenschutz und Rohstoffeffizienz im Anthropozän (also available here at researchgate). The present version includes some additional aspects and 14 additional figures, having been posted at Der Anthropozäniker, Spektrum Scilogs (this researchgate uploaded is a pdf-printed version). Please note that this might be a "living paper" which might be updated occasionally (see latest version at https://scilogs.spektrum.de/der-anthropozaeniker/rohstoffmanagement-im-anthropozaen-das-beispiel-der-phosphate/ ) You may also check the automatized Google translation into english at https://tinyurl.com/RL-scilogs-phosphates
Conference Paper
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Einleitung: Der Eingriff des Menschen in die Umwelt hat Ausmaße erreicht, die schwer vorstellbar sind – Quantitative Abschätzungen dazu eröffnen die Dimension: so hat der Mensch bislang mehr als drei Viertel der eisfreien festen Erde umgestaltet – eine "Urnatur" ist hier nicht mehr vorhanden [Ellis & Ramankutty 2008, Ellis et al. 2010, Ellis 2011]. Die Unterscheidungen zwischen Natur und Kultur funktioniert nicht mehr. Heutige Naturlandschaften sind überwiegend auch Kulturlandschaften. Ähnlich sieht es in den Meeren aus, in denen die Überfischung gewaltige Ausmaße erreicht und auch Meeres-erwärmung, Versauerung, Überdüngung sowie andere Schadstoffe Korallenriffe und Plankton gefährden. Eine ganz besondere Rolle spielt auch das Ausmaß der Nutzung nicht nachwachsender Ressourcen – so verwendet der Mensch nicht nur fossile Energieträger, deren Verbrennung den anthro¬pogenen Klimawandel bedingen, sondern auch Unmengen anderer Rohstoffe, wie Sand, Kalk, Eisenerze oder seltene Erden, um daraus Gebäude, Infrastrukturen, Geräte und Maschinen zu produzieren, deren Erstellung und Betrieb dann wiederum Energie benötigt. Eine aktuelle wissen-schaftliche Abschätzung besagt, dass die Menschheit bislang die unvorstellbare Menge von 30 Billionen Tonnen an Technosphäre hergestellt hat, 40% dieser Technosphäre befinden sich in und unter den Städten dieser Welt [Zalasiewicz et al. 2017a]. Andere technische Produkte, wie insbesondere Kunststoffe verteilen sich über die ganze Erde. So hat der Mensch insgesamt etwa 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoffe erstellt [Geyer et al. 2017]. Während die Vorkriegsproduktion minimal war und 1950 erst etwa 1,5 Millionen Tonnen produziert wurden, stieg die jährliche Produktion auf nunmehr über 320 Millionen Tonnen, was schon fast der Biomasse aller lebenden Menschen entspricht [Zalasiewicz et al. 2016, Leinfelder & Ivar do Sul, im Druck ]. 2,5 Milliarden Tonnen des insgesamt produzierten Plastiks sind immerhin derzeit noch in Gebrauch, weltweit betrachtet wird allerdings nur ein sehr kleiner Teil recycelt oder verbrannt, während etwa 4,9 Milliarden Tonnen, also ca. 60% allen bislang produzierten Plastiks in die Umwelt gelangt sind, sei es in geologisch nicht dauerhaften Deponien oder direkt in die Umwelt auf Land und im Meer [Geyer et al. 2017]. Bau und Betrieb technischer Maschinen aus Naturressourcen ermöglicht wiederum, andere Ressourcen, darunter Phosphate abzubauen und in Form von Kunstdüngern auf landwirtschaftliche Flächen zu bringen oder für die Nahrungsmittelproduktion in anderer Weise zu verwenden. Eine aktuelle Studie trug die verfügbaren Daten zusammen [Williams et al. 2016, auch für weitere Literatur]: Zwischen 1910 und 2005 verdoppelte sich hiernach der menschengemachte Anteil an der pflanzlichen Nettoprimärproduktion (NPP) von 13 auf 25% der globalen Vegetation, was auch eine Verdoppelung des Eintrags an reaktivem Stickstoff und Phosphor in die Umwelt bewirkte sowie gewaltige Anteile an fossiler Energie für die landwirtschaftliche Produktion erfordert. 2014 wurden 225 Millionen Tonnen fossiler Phosphate abgebaut, für 2018 werden 258 Millionen Tonnen prognostiziert. Die Szenarien für den Anteil des Menschen an der gesamten pflanzlichen Primär¬produktion bis zum Jahr 2050 belaufen sich auf 27 bis 44% NPP. In einer gewissen Geschwindigkeit in Form von Guano grundsätzlich nachwachsendes Phosphat ist längst abgebaut. Ganze Inseln wurden dazu umgestaltet und teilweise entvölkert [zur tragischen Geschichte des Phosphatabbaus auf den Pazifikinseln Banaba und Nauru siehe z.B. Ellis 1936, Folliet 2011, Jaramillo 2016, Teaiwa, 2015, 2017]. Insbesondere die Landwirtschaft benötigt heute enorme Mengen an Phosphaten, welche fast ausschließlich aus wenigen fossilen und endlichen Vorkommen der Kreide und Alttertiärzeit abgebaut werden, mit einer gewaltigen geopolitisch bedeutsamen Monopol¬stellung in der heute an Marokko angegliederten Westsahara [USGS 2016]. Der Abbau dieser Vorkommen ist technisch aufwendig und wegen der vielen assoziierten Schwermetalle enorm umweltkritisch [e.g. BGR 2013, PotashCorp 2014, Benjelloun 2016]. Obwohl also Phosphat eine sehr endliche geologische Ressource darstellt, bringt der Mensch zwischenzeitlich mehr in den Phosphatkreislauf ein, als die Natur an Phosphat aus Verwitterung und natürlichen Recycling-prozessen zur Verfügung stellt. Somit gelangt nun also mehr als das Doppelte des vorindustriellen Werts an reaktivem Phosphor in die Umwelt, womit die planetarische Grenze für den Phosphor-kreislauf [sensu Rockström et al. 2009 und Steffen et al. 2015] bereits überschritten sind. In Deutsch-land gingen zwar die Phosphatkonzentrationen in Fließgewässern durch den Stopp der Verwendung von Phosphaten für im Privathaushalt verwendete Waschmittel sowie verbesserte Kläranlagen deutlich zurück, allerdings nahmen die Ausflüsse aus der Landwirtschaft weiter zu. Insgesamt haben aber landwirtschaftliche Prozesse den größten Anteil an den Phosphateinträgen in die Umwelt [Meier 2017]. Da Phosphate, wie auch viele andere, bislang vor allem aus fossilen Ressourcen hergestellte technische Produkte für unsere heutigen Gesellschaften essenziell sind, erscheint ein näherer Blick auf die Gesamtproblematik der Eingriffe des Menschen in die Umwelt angebracht. Das Anthropozän-Konzept bietet hier eine neue Sicht sowohl auf die Vernetztheit und das Ausmaß von Umweltproblematiken, als auch auf mögliche Lösungsansätze an.
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The current market size of insect industry in Korea is estimated at 300 million dollars and more than 500 local farms are related to many insect industry. One of the strong candidates for insect industry is Korean horn beetle, Allomyrina dichotoma. Early this year, we reported a viral disease extremely fatal to A. dichotoma larvae. While we were proceeding a nationwide investigation of this disease, it was informed that similar disease symptom has been occurred occasionally during past over 10 years. The symptom can be easily confused with early stage of bacterial infection or physiological damage such as low temperature and high humidity. A peroral infection with the purified virus to healthy larvae produced a result that only 21% of larvae survived and became pupae. Although some of the survived adult beetle was deformational, many of them had no abnormal appearance and even succeeded in mating. Later, these beetles were examined if they were carrying the virus, and all except one were confirmed as live virus carrier. This implies that these beetles may fly out and spread the disease to the nature. We found the evidence for this possibility by collecting a few wild A. dichotoma larvae which were virus infected, near two local farms rearing A. dichotoma larvae. So far, transovarial transmission of this virus to the eggs, or horizontal transmission to other commercially reared insects is not known yet.
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Greenhouse gas emissions from global agriculture are increasing at around 1% per annum, yet substantial cuts in emissions are needed across all sectors. The challenge of reducing agricultural emissions is particularly acute, because the reductions achievable by changing farming practices are limited,3 and are hampered by rapidly rising food demand,5. Here we assess the technical mitigation potential off�ered by land sparing—increasing agricultural yields, reducing farmland area and actively restoring natural habitats on the land spared. Restored habitats can sequester carbon and can o�set emissions from agriculture. Using the UK as an example, we estimate net emissions in 2050 under a range of future agricultural scenarios. We find that a land-sparing strategy has the technical potential to achieve significant reductions in net emissions from agriculture and land-use change. Coupling land sparing with demand-side strategies to reduce meat consumption and food waste can further increase the technical mitigation potential—however, economic and implementation considerations might limit the degree to which this technical potential could be realized in practice.
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The livestock and environment nexus has been the subject of considerable research in the past decade. With a more prosperous and urbanized population projected to grow significantly in the coming decades comes a gargantuan appetite for livestock products. There is growing concern about how to accommodate this increase in demand with a low environmental footprint and without eroding the economic, social, and cultural benefits that livestock provide. Most of the effort has focused on sustainably intensifying livestock systems. Two things have characterized the research on livestock and the environment in the past decade: the development of increasingly disaggregated and sophisticated methods for assessing different types of environmental impacts (climate, water, nutrient cycles, biodiversity, land degradation, deforestation, etc.) and a focus on examining the technical potential of many options for reducing the environmental footprint of livestock systems. However, the economic or sociocultural feasibility of these options is seldom considered. Now is the time to move this agenda from knowledge to action, toward realizable goals. This will require a better understanding of incentives and constraints for farmers to adopt new practices and the design of novel policies to support transformative changes in the livestock sector. It will also require novel forms of engagement, interaction, and consensus building among stakeholders with enormously diverse objectives. Additionally, we have come to realize that managing the demand trajectories of livestock products must be part of the solution space, and this is an increasingly important research area for simultaneously achieving positive health and environmental outcomes.
Article
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Thailand and Lao People's Democratic Republic have long and rich histories of human consumption of insects, which have provided important contributions to food security and nutrition over the centuries. In the past, most insects were collected for non-commercial home consumption, but insects are now increasingly sold in local markets and to dealers as a source of cash income. While traditional household consumption remains important in many areas of the two countries, consumption patterns are evolving, with increased demand for insects as snacks and in urban areas. Production patterns are also evolving to include not only traditional harvesting of insects from wild habitats, but also semi-domestication and insect farming. Marketing practices are increasingly reflecting changing consumer preferences and demands and the growing population of urban consumers. Production, processing, and marketing of edible insects is providing important income, employment and livelihood opportunities across Thailand and Lao PDR, with new niche markets offering growing opportunities for entrepreneurs.
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Ambient fine particulate matter (PM2.5) has a large and well-documented global burden of disease. Our analysis uses high-resolution (10 km, global-coverage) concentration data and cause-specific integrated exposure-response (IER) functions developed for the Global Burden of Disease 2010 to assess how regional and global improvements in ambient air quality could reduce attributable mortality from PM2.5. Overall, an aggressive global program of PM2.5 mitigation in line with WHO interim guidelines could avoid 750 000 (23%) of the 3.2 million deaths per year currently (ca. 2010) attributable to ambient PM2.5. Modest improvements in PM2.5 in relatively clean regions (North America, Europe) would result in surprisingly large avoided mortality, owing to demographic factors and the nonlinear concentration-response relationship that describes the risk of particulate matter in relation to several important causes of death. In contrast, major improvements in air quality would be required to substantially reduce mortality from PM2.5 in more polluted regions, such as China and India. Moreover, forecasted demographic and epidemiological transitions in India and China imply that to keep PM2.5-attributable mortality rates (deaths per 100 000 people per year) constant, average PM2.5 levels would need to decline by ∼20-30% over the next 15 years merely to offset increases in PM2.5-attributable mortality from aging populations. An effective program to deliver clean air to the world's most polluted regions could avoid several hundred thousand premature deaths each year.