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Abstract

Today's standard approach to economic education assumes that it can teach students how to view the world in a fixed and unchangeable way. But where does this assumption come from? Walter Lippmann, one of the founding fathers of neoliberalism, offers us an important hint: According to him, economics is capable to implant in people's heads certain pictures about the world which unconsciously guide both our thinking and behavior without being themselves alterable by human creativity. This essay turns to three texts written by Adam Smith, John Stuart Mill und Léon Walras in order to sketch out how economics has changed over the last two centuries in order to serve this purpose. At the same time it argues that this change is neither inevitable nor without alternative. Even in economics we can regain the power of creative thinking.
... So finden sich auch für die Hochschullehre zunächst diverse Mängel-und Widerspruchslisten, beispielsweise in Glogers Buch "Betriebswirtschaftsleere" (sic!) (Gloger, 2016 ), in Analysen volkswirtschaftlicher Lehrbücher und ökonomisch-akademischer Rhetorik insbesondere von Graupe (2013Graupe ( , 2014Graupe ( , 2016 und in zahlreichen studentischen Initiativen, allen voran dem "Netzwerk Plurale Ökonomik", das in Frankreich noch vielsagender als "Post-autistische Ökonomie" bekannt ist 1 . Diese kritischen Stimmen prangern gemeinsam an, dass der mainstream der Wirtschaftswissenschaft zu einseitig sei, ideologisierend, dabei zu abstrakt und weltfremd (was wiederum als Teil der ideologischen Verschleierung gewertet wird), und aus didaktischer Sicht mindestens langweilig und uninspiriert, wenn nicht gar schädlich für die freiheitliche Entwicklung der Lernenden. ...
... Gerade in der neoliberalen Logik der Märkte jedoch würde kein Unternehmen bestehen, dass nicht zumindest vermeintlich Leistungen anbietet, die für seine Kunden von Wert sind. Doch so, wie wir die Stufen der Typologie aufwärtsgegangen sind, lassen sie sich auch hinabschreiten:Unterstützt wird diese Degenerierung durch das eingangs skizzierte vorherrschende ökonomistische Paradigma: Eine Wirtschaftstheorie, die sich als rein objektiv-analytische Wissenschaft versteht und in Lehrbüchern typischerweise als per se wertfrei gepriesen wird(Hill/ Myatt 2010;Graupe 2016), propagiert genau diese Verdrängung sozialer und ökologischer Werte aus dem Kalkül. Wobei sich uns die Frage stellt: Warum sollte gerade eine Wissenschaft der Wertschöpfung darauf pochen, wertfrei zu sein? ...
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Wie kann kaufmännische Berufsbildung zur Gestaltung einer nachhaltig orientierten Wirtschaft beitragen? Zu dieser Frage fördert das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) aktuell 12 Verbundprojekte im Förderschwerpunkt „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung – Modellversuche 2015-2019“, in zwei Förderlinien. Förderlinie 1 befasst sich mit der „Entwicklung von domänenspezifischen Nachhaltigkeitskompetenzen in kaufmännischen Berufen“ (vgl. https://www2.bibb.de/bibbtools/de/ssl/33716.php) und wird vom Institut für Berufs- und Wirtschaftspädagogik der Universität Hamburg wissenschaftlich begleitet. Zu den Aufgaben der wissenschaftlichen Begleitung zählt die Entwicklung von drei verschränkten Modellen, zu a) Kompetenzentwicklung und Werthaltung, b) curricularen und didaktischen Konzepten und c) zur Qualifizierung des Berufsbildungspersonals. Das Modellierungskonzept sieht eine Zusammenführung einschlägiger Literatur und Forschung sowie der spezifischen (Zwischen-)Ergebnisse der laufenden Modellversuche vor. Hierbei wird deutlich, dass insbesondere die pragmatischen Merkmale der drei Modelle formgebend sind. So sind beispielsweise in a) nachhaltigkeitsorientierte Kompetenzen derart zu modellieren, dass sie einen idealtypischen Zugang zur nachfolgenden Modellierung von Curricula und didaktischen Konzepten ermöglichen. Vor diesem Hintergrund erfährt die Modellierung eine andere Akzentuierung als beispielsweise auf Kompetenzmessung zielende Modelle. Dieser Beitrag beschreibt das Modellierungskonzept und stellt als erstes Ergebnis einen metatheoretischen Referenz- und Analyserahmen zur Diskussion, der Kompetenzmodelle nach den Kategorien Kompetenzstruktur, -stufung, -entwicklung und -wirkung differenziert und am Beispiel nachhaltigkeitsorientierter Gestaltungskompetenz im Rahmen des genannten Modellversuchsförderschwerpunktes praxisorientiert illustriert.
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Die Arbeit befasst sich mit dem wenig diskutierten Thema der Koordination und emergenten Struktur des Wissens in einem evolvierenden Wirtschaftssystem. Ausgehend vom historischen Narrativ der modernen Marktwirtschaft und ihrer Positionierung in der vergleichenden Wirtschaftssystemanalyse werden theoretische Bausteine auf der Basis einer Diskussion der Arbeiten in der Tradition von Smith, Coase, Hayek, Schumpeter und anderen identifiziert und im Rahmen einer Mikro-Meso-Makro Architektur als Komponenten eines einheitlichen Erklärungsansatzes diskutiert.
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Analog zur Bezugswissenschaft Ökonomik stellt sich auch in der universitären (sozio-)ökonomischen Lehrerbildung die Frage einer gelingenden Umsetzung und Etablierung von pluraler Ökonomik und epistemologischer Reflexion. Denn wenn angehende Lehrerinnen und Lehrer im Studium eine maßgeblich einseitige ökonomische Bildung erfahren, ihnen Alternativen im Denken und Handeln über Ökonomie vorenthalten werden, wie können diese dann Schülerinnen und Schüler befähigen, zentrale Probleme (Klimakrise, Ungleichheiten) multiperspektivisch zu befragen und anzugehen? Dieses Problem wird in meinem Beitrag einerseits vertieft, andererseits werden anhand eines fachdidaktischen Seminars in einem Bachelor-Studiengang konkrete Lösungsansätze für die Hochschullehre aufgezeigt. Dieses Seminar verfolgte das Ziel, Pluralität sowie Reflexivität zu den obersten Prämissen der fachwissenschaftlichen sowie fachdidaktischen Auseinandersetzung zu machen.
Chapter
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Im Zentrum des Beitrags steht das dreiteilige Lehrkonzept des titelgebenden Seminars. In einem ersten Reflexionsblock leisten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer überwiegend biographisch orientierte Reflexionen. Die dabei subjektiv formulierten Lebensentwürfe werden im zweiten Block durch Filmvorführungen und -diskussionen kontrastiert. Im Rahmen eines dritten Referatsblocks vertiefen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre bisherigen Überlegungen vor dem Hintergrund eines aktuell diskutierten Themas der Wirtschaftswissenschaft. Das Seminar zeichnet sich über diese drei Elemente hinweg durch seinen kritisch-emanzipatorischen Modus und eine ausgeprägte Lebensweltorientierung aus.
Book
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Dieser Open-Access-Sammelband vereint strukturierte Erfahrungsberichte und Reflexionen von Hochschullehrenden und Studierenden in der pluralen, sozioökonomischen Hochschulbildung. Neben der konkreten Inspiration, die diese Beiträge für andere Lehrende darstellen sollen, werden mit diesem Band erste Bausteine für eine plurale, sozioökonomische Hochschuldidaktik entwickelt. Sie verfolgt das Ziel, die Reflexion der gesellschaftlichen Bedingungen und die soziale Einbettung von ökonomischen Fragestellungen zum integralen Bestandteil eines jeden wirtschaftsbezogenen Studiums zu machen. Die Herausgeber*innen Janina Urban ist wissenschaftliche Referentin beim Netzwerk Plurale Ökonomik. Lisa-Marie Schröder ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Didaktik der Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt politische Bildung der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Harald Hantke ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitseinheit Berufs- und Wirtschaftspädagogik der Leuphana Universität Lüneburg. Lukas Bäuerle ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ökonomie an der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung.
Chapter
Die Einführung informiert über die Intention des Buches: einen Aspekt des wirtschaftenden Menschen in den Vordergrund zu stellen, der in der zeitgemäßen Ökonomik wenig untersucht wird – nämlich seine Fähigkeit Bilder wahrzunehmen, zu deuten, zu produzieren und zu teilen und darauf seine sozialen Wahrnehmungen und sein soziales Handeln zu begründen. Genau dieser Aspekt ist bei Adam Smith in der Theory of Moral Sentiments zu finden, wurde in der Geschichte der ökonomischen Theorie bald vergessen, in der Neoklassik geleugnet und bleibt im Wissenskonzept von Hayek nur einer selbst ernannten Elite von original thinkers vorbehalten.
Thesis
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Im Sommersemester 2015 wurde an der Universität Hamburg erstmals die Veranstaltung „Wirtschaftswissenschaften als Gegenstand Ökonomischer Bildung“ (WiGÖB) angeboten. Sie richtet sich an Studierende des Lehramts an beruflichen Schulen mit der Fachrichtung Wirtschaft im Bachelor. Dieses Angebot wurde als Prototyp entworfen, da zuvor kein organisierter Denk-Raum für Studierende im Lehramt existierte, der zur gemeinsamen kritischen Reflexion der Paradigmen ihrer Fachwissenschaft aus einer pädagogischen Perspektive einlud. WiGÖB entwickelte sich über die Lehrveranstaltung hinaus zu einem umfangreichen Programm gestaltungsorientierter Forschung, in dessen Rahmen diversen Forschungsfragen zur Ökonomischen Bildung nachgegangen wurde. Die Ergebnisse dieser Teilvorhaben sind eigenständigen Veröffentlichungen zu entnehmen, die den Korpus dieser Arbeit bilden. Über die Ergebnisse der einzelnen Erhebungen hinaus bietet der Rahmentext dieser Dissertation eine übergreifende Interpretation und weitere Iteration der Arbeit in WiGÖB. Im Ergebnis wird deutlich, dass am Beispiel von WiGÖB zwei fundamentale wirtschaftsdidaktische Kategorien problematisiert werden können: Instrumentelle Vernunft und entfremdete Arbeit. Nach einer methodologischen Verortung von WiGÖB als aufgeklärt-eklektizistische, pragmatische Forschung im abduktiven Modus erfolgt eine theoretische Gesamtreflexion. Hierbei wird deutlich, dass die Traditionen der Kritischen Theorie und der Humanistischen Psychologie herangezogen werden können, um die Erkenntnisse aus WiGÖB auszudifferenzieren und zu generalisieren. Als Konsequenz dieser Reflexion wird das Konzept des Lebendigen Lernens nach Cohn für die Wirtschaftsdidaktik spezifiziert. Als Gestaltungsprinzipien für weitere Entwicklung und Forschung werden Eckpfeiler einer Lebendigen Wirtschaftsdidaktik entwickelt: (1) Ein Werte- und Entwicklungsrahmen; (2) Visualisierungen und Leitfragen zur dialektischen didaktischen Analyse; (3) Merkmale ‚Lebendigen Lernens‘ und daraus formulierte Gestaltungskriterien für Unterricht; (4) Hinweise zum Methodenspektrum des ‚Lebendigen Lernens‘. Schlüsselwörter: Lehrerbildung, Berufsbildung, Kritische Theorie, Humanistische Psychologie, Lebendiges Lernen
Article
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Which principles of action do students of business education derive from specialising in economic science? How do these principles compare to those that were or are personally relevant to the students during their education and training and their professional activity? What is the relationship between “economic criteria” and “commercial criteria” of appropriate economic action in the reflexive examination and representation of the students? This paper presents a content analysis of 54 brief essays written by students in 2017. Based on the traditional categories of economic education (with reference to May 2010), an extended system of categories of economic and commercial guiding principles was developed using open coding. The identified criteria are integrated into a heuristic model. The result shows that there is a low level of congruence between citing “economic criteria” while referring to one’s economic science studies and citing “commercial criteria” while referring to one’s professional experience and that a critical view is generally taken of the relationship between the two. The paper discusses the results of this study against the background of the interconnection of economisation and economic education, taking a critical look at guiding styles of thinking and discrepancies between the two worlds of academic, model-type economics on the one hand and commercial, managerial activity on the other. It also describes the goals to be met in order to clarify the relationship between the con­cepts of “economic education” and “commercial education”.
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